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Montag, 21. Januar 2013

Kraftwerk, Düsseldorf, 20.01.13

2 Kommentare

Konzert: Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8
Album: Tour de France
Ort: Grabbehalle, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf 
Datum: 20.01.2013 
Zuschauer: 800 (ausverkauft) 
Dauer: gut 120 min



Ich hoffe ernsthaft, The Cure kommen niemals auf die Idee, ihr Gesamtwerk Album für Album an aufeinander folgenden Tagen in mir erreichbarer Nähe zu spielen. Natürlich war es eine verrückte Idee, alle acht Kraftwerk-Abende zu sehen. Auch die Entschuldigung, daß alles nur halb so schlimm sei, da ich schließlich strenggenommen nicht alle Shows angeguckt hätte, weil es ja auch zwei nächtliche Zusatzkonzerte gab, macht es nicht viel besser, fürchte ich. Besonders erschreckend ist aber, daß die Konzertserie bis zu letzt viel zu gut war, um mich vor solchem Unsinn zukünftig zu bewahren. Also hilft nur hoffen, daß New Order oder The Cure nichts Ähnliches planen!



Nachdem gestern mit The Mix das verkappte Best-Of Album gespielt wurde - und damit erstmals nur Stücke auf dem Programm standen, die bereits bei mindestens einem der anderen Abende zur Setlist gehörten, gab es heute wieder viel Ungespieltes. Tour de France, das letzte Studioalbum der Düsseldorfer, war das heutige Motto. Tour de France ist 2003 erschienen, also in dem Jahr, in dem es keinen Sieger der "großen Schleife" (ARD-Jargon) gab.

Der Saal heute schien leerer zu sein. Natürlich war das Konzert restlos ausverkauft, die widrigen Straßenverhältnisse, das Gerede von Eisregen und der wirkliche Schnee hatten vermutlich manchen abgehalten. Eine dumme Idee, denn auch dieser Abend war ein Hochgenuß. Zumindest für die überwiegende Mehrheit. Vor mir stand ein Dreiergrüppchen, bestehend aus einem Dauerfilmer, einer Frau und einem zweiten Mann, die während des gesamten Konzertes keinmal klatschten. Den beiden gefiel es vielleicht nicht. Der filmende Teil der Gruppe hatte aber ja offenbar genug Spaß, ewig lange wackelige Videos zu erzeugen. In Filmpausen dachte aber auch er nicht daran, auch nur einmal zu applaudieren. Mich ärgert solch eine vollkommene Ignoranz, vor allem, da die drei sicherlich nicht aus Versehen da waren.

Wie kann man bei Stücken wie Radioaktivität, Die Roboter, Das Model oder dem sagenhaften Doppel Nummern / Computerwelt so passiv bleiben? Das waren dann wohl ein paar der Event-Gäste, also der Menschen, die nicht wegen der konkreten Band sondern wegen des Ereignisses da waren. Ich hatte in den vergangenen zehn Tagen viel mehr dieser Leute erwartet, glücklicherweise lag ich daneben.

Gleich mehr!

Setlist Kraftwerk, Der Katalog, Tour de France, Düsseldorf:


01: Prologue
02: Tour de France
03: Tour de France Étape 1
04: Tour de France Étape 2
05: Tour de France Étape 3
06: Chrono
07: Tour de France 2003*
08: Vitamin
09: Aero Dynamik
10: Titanium
11: Elektro Kardiogramm
12: La Forme
13: Régéneration

14: Autobahn
15: Geigerzähler
16: Radioaktivität (Fukushima Version)
17: Trans Europa Express
18: Abzug
19: Metall auf Metall
20: Die Roboter
21: Spacelab
22: Das Model
23: Die Mensch-Maschine
24: Nummern
25: Computerwelt
26: Computerwelt 2
27: Computerliebe
28: It's more fun to compute
29: Heimcomputer
30: Planet der Visionen
31: Boing Boom Tschak 
32: Technopop
33: Music Non Stop 

Links:

- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Autobahn), Düsseldorf, 11.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Radioaktivität), Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Trans Europa Express), Düsseldorf, 13.01.13 
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Die Mensch-Maschine), Düsseldorf, 16.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Computerwelt), Düsseldorf, 17.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Electric Café), Düsseldorf, 18.01.13 
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (The Mix), Düsseldorf, 19.01.13
- mehr Fotos von der 1 2 3 4 5 6 7 8 Konzertserie


* die ersten acht Stücke wurden am Stück, teilweise nur sehr kurz gespielt. Ich denke aber, daß alle Teile von Tour de France enthalten waren. Étape 3 hat eine wichtige Rolle gespielt!


Samstag, 19. Januar 2013

Kraftwerk, Düsseldorf, 19.01.13

2 Kommentare

Konzert: Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8
Album: The Mix
Ort: Grabbehalle, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
Datum: 19.01.2013
Zuschauer: 800 (ausverkauft)
Dauer: gut 120 min 



Jedes Jahr fahren fünf bis zehn deutsche Reisegruppen nach Eritrea, um dort Fotos von historischen Dampflocks zu machen, die dort in Ostafrika noch im Einsatz sind. Was das mit Kraftwerk zu tun hat? Erstmal nichts, es beruhigt mich aber ungemein, daß es solche Leute gibt, weil dagegen ein Konzertabo so unglaublich harmlos und normal ist! Danke, Bahnfreunde!

Gut, kommen wir also zum normalen, siebten Kraftwerk-Konzert der Katalog-Serie 1 2 3 4 5 6 7 8.



Das Album, das heute im Mittelpunkt stand, war The Mix, das Best-Of, das die Band aber nicht als solches verstanden haben will. Die Stücke der Platte waren zwar alle alt, sie wurden aber für die Wiederveröffentlichung geremixt. Im Prinzip hätte es heute also auch für mich noch ein paar neue Erlebnisse gegeben - wie an jedem Tag bisher. Allerdings hatten Kraftwerk die meisten Lieder bereits in der Remix-Veriante gespielt (die Roboter seit dem dritten Tag, an den ersten beiden war es die klassische Version, die jeweils den Abend eröffnete). Es gab also weder neue Lieder noch neue Animationen. Überraschend war allenfalls Electric Café, das gestern Premiere hatte.



Aber was soll ich sagen, es war natürlich wieder toll! Bis ich hier ein paar mehr Sätze schreibe, findet findet Ihr über diesen Link mehr zu den anderen Konzerten der Serie! 

Setlist Kraftwerk, Der Katalog, The Mix, Düsseldorf:


01: Die Roboter
02: Computerliebe
03: Taschenrechner
04: Dentaku
05: Autobahn
06: Geigerzähler
07: Radioaktivität (Fukushima Version)
08: Trans Europa Express
09: Abzug
10: Metall auf Metall
11: Spacelab
12: Das Model
13: Neonlicht
14: Die Mensch-Maschine
15: Nummern
16: Computerwelt
17: Computerwelt 2
18: It's more fun to compute
19: Heimcomputer
20: Tour de France
21: Tour de France 2003
22: Vitamin
23: Planet der Visionen
24: Electric Café
25: Boing Boom Tschak 
26: Technopop
27: Music Non Stop

Links:

- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Autobahn), Düsseldorf, 11.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Radioaktivität), Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Trans Europa Express), Düsseldorf, 13.01.13 
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Die Mensch-Maschine), Düsseldorf, 16.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Computerwelt), Düsseldorf, 17.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Electric Café), Düsseldorf, 18.01.13
- mehr Fotos von der 1 2 3 4 5 6 7 8 Konzertserie


Freitag, 18. Januar 2013

Kraftwerk, Düsseldorf, 18.01.13

0 Kommentare

Konzert: Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 
Album: Electric Café
Ort: Grabbehalle, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
Datum: 18.01.2013
Zuschauer: 800 (ausverkauft)
Dauer: gut 120 min



Zur Stunde beginnt in der Düsseldorfer Grabbehalle die zweite Vorstellung des Abends. Nachdem die acht Konzerte sofort ausverkauft waren, wurden zwei zusätzliche Mitternachtskonzerte angeboten (die natürlich auch ruckzuck ausgebucht waren). Die Leute neben mir waren heute auch nicht zum ersten Mal da, sie blieben aber auch noch für die Zweitaufführung da - ich Amateur! Im Gegensatz zu mir, langweilten sie sich allerdings offenbar, sie unterhielten sich nämlich lauthals, unterbrachen die Gespräche nur, um schlechte Handyfotos zu machen oder rhythmisch mitzuklatschen. Ist halt gerade die Jahreszeit für kollektive Geselligkeit - und die drückt man im Rheinland am besten mit Schunkeln oder Klatschen aus. Gottseidank nur Klatschen, könnte man meinen, meine ich aber nicht, das ist lästig und albern, aber im Land, das den Applaus nach einer Flugzeuglandung erfunden hat, unvermeidbar.



Dabei ist das bei Kraftwerk doch ganz einfach und idiotensicher: hätte die Band gewollt, daß während ihrer Konzerte Klatschgeräusche zu hören sind, hätte sie die programmiert. Das gleiche gilt für Blitzlichter und die roten Autofokus-Lampen, die man immer und immer wieder auf der 3D-Leinwand aufblitzen sah. Auch diese Sachen hätte die detailverliebte Band tausendfach besser hinbekommen, hätte sie Blitzgewitter gewünscht. 

Meine Nachbarn also... irgendwann reichte es mir, ich musste den Platz wechseln, um nicht nur noch belanglosen Gesprächen zuzuhören. Zielsicher stellte ich mich auf der anderen Saalseite an eine scheinbar bessere Stelle. Bis nach einer halben Minute erst ein extrem lautes Paar, dann ein Handydauerknipser auftauchten und meine Nähe suchten. Der Handyknipser war der die schlimmste Prüfung des Abends. Neben meinem Ohr hatte sein dämliches Telefon den besten Winkel zur Bühne, und es machte "klick", "klick", "klick" und nervte massiv! Was nutzt ein Smartform in der Hand einer unsmarten Person?

Gut nur, daß ich diese Nachbarn nicht am ersten Wochenende hatte, denn seit Mittwoch ist die Lautstärke deutlich aufgedreht, was den Konzerten noch einmal mehr Reiz verschafft! Aber es ist immer noch nicht laut genug, um das Blahblahblah dieser netten Zeitgenossen auszublenden.

Und wie war jetzt das Konzert? Und was gab es überhaupt? Das sechste Album der Serie (und das neunte der Band) stand an, Techno Pop, das früher Electric Café hieß.

Die drei bisher (an jedem Abend gespielten) Stücke von Techno Pop eröffneten das heutige Konzert, bisher schlossen sie die Konzerte ab. Aber alles weitere morgen!


Setlist Kraftwerk, Der Katalog, Techno Pop, Düsseldorf:


01: Boing Boom Tschak 
02: Technopop
03: Music Non Stop
04: Electric Café
05: Der Telefon-Anruf
06: Sexobjekt

07: Autobahn
08: Geigerzähler
09: Radioaktivität (Fukushima Version)
10: Trans Europa Express
11: Abzug
11: Metall auf Metall
13: Schaufensterpuppen
14: Die Roboter
15: Spacelab
16: Das Model
17: Neonlicht
18: Die Mensch-Maschine
19: Nummern
20: Computerwelt / Computerwelt 2
21: Computerliebe
22: Heimcomputer / It's more fun to compute
23: Tour de France
24: Tour de France 2003
25: Planet der Visionen

Links:

- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Autobahn), Düsseldorf, 11.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Radioaktivität), Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Trans Europa Express), Düsseldorf, 13.01.13 
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Die Mensch-Maschine), Düsseldorf, 16.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Computerwelt), Düsseldorf, 17.01.13
- mehr Fotos von der 1 2 3 4 5 6 7 8 Konzertserie


Donnerstag, 17. Januar 2013

Kraftwerk, Düsseldorf, 17.01.13

0 Kommentare

Konzert: Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8
Album: Computerwelt
Ort: Grabbehalle, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
Datum: 17.01.2013
Zuschauer: 800 (ausverkauft)
Dauer: heute 122 min



Der Clou des heutigen, fünften Abends der Kraftwerk-Konzertreihe in der Düsseldorfer Grabbehalle war das Zubrot, das es zum Album des Tages Computerwelt gab, im Anschluß spielte die Band um Ralf Hütter nämlich auch noch die komplette Mensch-Machine, diesmal, im Gegensatz zu gestern, auch in der richtigen Reihenfolge. Es gab also noch einmal das wundervolle Metropolis und meinen Liebling Neonlicht. Toll!

Ganz neu war heute nur das Doppel Taschenrechner / Dentaku (also die japanische Version des Lieds). Die 3D-Animation zu diesem Stück war nicht weiter überraschend, nämlich ein tata! Taschenrechner.

Toller Abend wieder, in Kürze etwas mehr dazu! In der Zwischenzeit gibt es hier mehr zu den Kraftwerk-Konzerten!

Setlist Kraftwerk, Der Katalog, Die Mensch-Maschine, Düsseldorf:

01: Nummern
02: Computerwelt / Computerwelt 2
03: Taschenrechner / Dentaku
04: Computerliebe
05: Heimcomputer / It's more fun to compute

06: Autobahn
07: Geigerzähler
08: Radioaktivität (Fukushima Version)
09: Trans Europa Express
10: Abzug
11: Metall auf Metall
12: Schaufensterpuppen
13: Roboter
14: Spacelab
15: Metropolis
16: Das Model
17: Neonlicht
18: Die Mensch-Maschine
19: Tour de France
20: Tour de France 2003
21: Vitamin
22: Planet der Visionen
23: Boing Boom Tschak24: Technopop
25: Music Non Stop

Links:

- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Autobahn), Düsseldorf, 11.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Radioaktivität), Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Trans Europa Express), Düsseldorf, 13.01.13 
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Die Mensch-Maschine), Düsseldorf, 16.01.13
- mehr Fotos von der 1 2 3 4 5 6 7 8 Konzertserie 


Kraftwerk, Düsseldorf, 16.01.13

3 Kommentare

Konzert: Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8
Album: Die Mensch-Maschine
Ort: Grabbehalle, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
Datum: 16.01.2013
Zuschauer: 800 (ausverkauft)
Dauer: heute 115 min



Auf meiner Rückfahrt war Werner Schreyer Gast im 1Live Plan B Talk. Der Österreicher ist nach eigener Aussage eines der wenigen männlichen Top-Models. Das Gespräch mit dem Model gestaltete sich für den Moderator schwierig, weil der Weltstar alle Vorurteile über seinen Berufsstand wundervoll bestätigte. Ob das Düsseldorfer Model in den 70ern, das einem Freund aus Umfeld von Kraftwerk den Kopf verdrehte und dem sie eines der zentralen Stücke des Albums Mensch-Maschine widmeten, ähnlich selbstverliebt und oberflächlich war, weiß ich nicht, der kurze Text des Stücks legt dies aber nahe.



Mit Das Model haben viele meines Alters Kraftwerk kennengelernt. Aber auch die anderen Stücke des vierten Albums der Düsseldorfer gehören zu den bekanntesten der Band. Kein Wunder also, daß nur eines der Stücke der Platte (Metropolis) heute im Rahmen der 1 2 3 4 5 6 7 8 Konzertreihe zum ersten Mal gespielt wurde. Die ersten beiden Abende (Autobahn und Radioaktivität) hatten mit Die Roboter begonnen, Das Model, Spacelab und Die Mensch-Maschine gehörten in allen drei Konzerten ins Programm, Neonlicht am ersten Tag.

So blieb Metropolis heute auch das einzig neue Live-Stück für mich, das Konzert hatte aber dennoch nichts an Faszination verloren und konserviert meine Vorfreude auf Computerwelt.



Metropolis wurde von einer Animation einer Plattenbau-Wüste bildlich unterstützt. Die endlosen Kamerafahrten über stilisierte Hochhäuser, komlett in schwarz-weiß gehalten, lebten weniger von den 3D-Effekten als von ihrer Tristesse. Auch dieser 3D Film gefiel mir ganz ausgezeichnet! Aber das ist ja nicht weiter überraschend.

Der heutige Abend hatte nicht mit Die Roboter begonnen, obwohl es die Platte eröffnet. Ich vermute, es liegt daran, daß wie auch Sonntag eine andere, härtere Roboter-Version mit längerem Intro gespielt wurde, die daher weniger gut an den Start passt. Die Mensch-Maschine tauschte den Platz mit den Robotern, der Rest der Platte wurde in der ursprünglichen Reihenfolge gespielt.

Noch einmal Neonlicht zu hören, mochte ich sehr, der größte Knüller kam aber im Haupttteil mit Schaufensterpuppen von Trans Europa Express! Dafür fehlte heute Vitamin im Best-Of Teil der Show, ein Tausch, mit dem ich sehr gut leben kann, da Vitamin neben Heimcomputer und Planet der Visionen nicht zu meinen liebsten Stücken im aktuellen Live-Katalog darstellt.

Ein wenig ausführlicher morgen! A propos morgen: "es muß immer weitergehen!"

Ich verabschiede mich so wie Ralf Hütter vor zwei Stunden: "gute Nacht!"

Setlist Kraftwerk, Der Katalog, Die Mensch-Maschine, Düsseldorf:

01: Die Mensch-Maschine
02: Spacelab
03: Metropolis
04: Das Model
05: Neonlicht
06: Die Roboter

07: Autobahn
08: Geigerzähler
09: Radioaktivität (Fukushima Version)
10: Trans Europa Express
11: Abzug
12: Metall auf Metall
13: Schaufensterpuppen
14: Nummern
15: Computerwelt
16: Computerliebe
17: Heimcomputer
18: Tour de France
19: Tour de France 2003 Mix
20: Planet der Visionen
21: Boing Boom Tschak
22: Technopop
23: Music Non Stop

Links:

- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Autobahn), Düsseldorf, 11.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Radioaktivität), Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Trans Europa Express), Düsseldorf, 13.01.13
- mehr Fotos von der 1 2 3 4 5 6 7 8 Konzertserie 



Sonntag, 13. Januar 2013

Kraftwerk, Düsseldorf, 12.01.13

2 Kommentare

Konzert: Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8
Album: Radioaktivität
Ort: Grabbehalle, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
Datum: 12.01.2013
Zuschauer: 800 (ausverkauft)
Dauer: exakt 120 min



Hatte Kraftwerk-Gründer uns gestern beim ersten Katalog-Konzert mit "schönen Abend noch" verabschiedet - seine einzige Ansage des Konzerts - beendete er seinen heutigen Auftritt mit "bis morgen." Genau, bis morgen! Denn auch der zweite Tag des Kraftwerk-Katalogs lieferte mir keinen Grund, aufzuhören. 

Dabei fing es heute widriger an. Ich war rechtzeitig im Parkhaus unter der Grabbehalle - zwanzig vor acht - musste dann aber immer wieder neue Runden drehen, weil es keinerlei Parkplätze gab, aber sicherlich zwanzig Autos gemeinsam mit mir auf eine Lücke lauerten. Lustige Idee eigentlich, alle mal reinzulassen, unabhängig davon, ob Plätze frei sind. Offenbar benutzt der Parkhausbetreiber eine Uralt-Technik, vermutlich aus den 70ern, als Steuerungssysteme moderner Art noch nicht existierten.

Und während ich also Opfer alter Technik war, sah ich meine Chancen schwinden, ein paar Meter weiter oben die Demonstration, was man mit alter Technik anstellen kann, zu erleben. Als ich abgehetzt in der Halle ankam, wieder extrem freundlich und flott am Einlaß kontrolliert war, lief glücklicherweise noch Die Roboter, ich hatte nur ein halbes Lied verpasst.

Ich hatte mir vorher überlegt, wie der zweite Teil des Konzerts, also der nach dem einleitenden Die Roboter und der kompletten Platte des Abends, aussehen würde. Also der Best-Of Teil, der gestern fast anderthalb Stunden gedauert hatte und chronologisch Hit nach Hit geboten hatte. Autobahn würde sicher reinrücken. Da das Lied aber trotz der gekürzten Fassung noch 14 Minuten dauert, würden andere Stücke von gestern fehlen. Damit lag ich nicht falsch, eine große Glanztat war diese Vorhersage allerdings auch nicht.

Aber erst einmal stand Radioaktivität an, die Platte von 1975, deren Titelstück mein Liebling der Düsseldorfer ist. Im Laufe der Zeit und der geänderten öffentlichen Einstellung zur Kernkraft, wurde der Text des Lieds mehrfach geändert. Gestern und auch heute stand die Fukushima-Version mit deutsch-japanischem Text auf dem Programm, die aktuelle also. Das Stück, das von dem kurzen instrumentalen Geigerzähler eingeleitet wurde, war farblich eines der schönsten des Tages. "Farblich", weil die Katalog-Konzerte ja um 3D-Animationen ergänzt wurden, die unmittelbar hinter der Band projeziert sind. Bei Radioaktivität sind dies die Warnsymbole, die sich mit den Namen der Orte, an denen Reaktorunglücke stattgefunden haben, abwechselten.

Auf Platte und im Saal folgte des wundervolle Radioland, mit einem alten Radio, wie ich es aus der Küche meines Elternhauses kannte, mit aufgedruckten Namen der (Langwellen-?) Stationen. Eine Hand drehte den Suchknopf und der rote Balken, bewegte sich über die Senderliste. Wie schön Radios doch damals waren!

Noch schöner als Radioland ist Ätherwellen. Es war heute eines meiner liebsten Stücke! Die Animation, die nur aus - Überraschung! - Wellendarstellungen bestand, zeigte wieder, daß gerade mit einfachsten Ideen, unfassbar schöne Effekte zu erreichen sind. Alle Bands mit großen Laser- und anderen Quatsch-Shows sollten sich schämen und ansehen, wie man es stilvoll macht!

Der Rest von Radioaktivität besteht vor allem aus Liedern ohne großen Text oder aufwendigere Melodien. Gerade bei diesen Stücke wirkte der Raumklang durch die 24 rundum angebrachten Lautsprecher ganz besonders gut. Überall machte es "pling" oder "klong", beeindruckend, wie man Lieder durch einen Raum wandern lassen kann!

Das hochmelodiöse Ohm Sweet Ohm beendete Radioaktivität - mit einem riesigem, durchs All fliegenden Omega, dem nach einer Weile Flotten von schwebenden Geigen entgegen kamen. 

Der Rest des Abends... 

Mit Autobahn (in der gleichen 14-Minuten-Version) und dafür ohne Computerliebe und Neonlicht folgten auf das Album des Tages auch heute massenhaft Hits, zeitlich sortiert, Platte für Platte. Aber dazu mehr in meinem Bericht von gestern. A propos später:

Kraftwerk-Non-Stop: "in der Nähe von Köln sitzen wir im Nachtcafé, Direktverbindung TEE."

Setlist Kraftwerk, Der Katalog, Radioaktivität, Düsseldorf:

01: Die Roboter

02: Geigerzähler
03: Radioaktivität (Fukushima Version)
04: Radioland
05: Ätherwellen
06: Sendepause
07: Nachrichten
08: Die Stimme der Energie
09: Antenne
10: Radio Sterne
11: Uran
12: Transistor
13: Ohm Sweet Ohm

14: Autobahn
15: Trans Europa Express
16: Abzug
17: Metall auf Metall
18: Spacelab
19: Das Modell
20: Die Mensch-Maschine
21: Nummern
22: Computerwelt
23: Heimcomputer
24: Tour de France
25: Tour de France 2003 Mix
26: Vitamin
27: Planet der Visionen
28: Boing Boom Tschak
29: Technopop
30: Music Non Stop

Links:

- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Autobahn), Düsseldorf, 11.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Trans Europa Express), Düsseldorf, 13.01.13 
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Die Mensch-Maschine), Düsseldorf, 16.01.13




Samstag, 12. Januar 2013

Kraftwerk, Düsseldorf, 11.01.13

7 Kommentare

Konzert: Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8
Album: Autobahn
Ort: Grabbehalle, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
Datum: 11.01.2013
Zuschauer: 800 (ausverkauft)
Dauer: exakt 120 min



Die spinnen doch. Am 11. Januar so ein Konzert anzubieten. Was soll denn jetzt noch kommen? Wäre mein Konzertjahr jetzt beendet, es wäre kein schlechtes.


Als Kraftwerk ihren Katalog 1 2 3 4 5 6 7 8 im MoMa in New York spielten, also die acht Alben ab Autobahn an jeweils einem Abend, beobachtete ich dies extrem wehmütig aus der Ferne. Seit meiner Jugend gehört die Düsseldorfer Band mit Weltruhm zu meinen Lieblingen. Das Model oder Music Non Stop waren eine Weile die wichtigsten Lieder meines persönlichen Katalogs. Die wenigen Chancen, Kraftwerk einmal live zu sehen, ließ ich sausen. So etwas weckt auf Dauer Verlangen. Als dann sehr kurzfristig die Katalogreihe auch für Düsseldorf angekündigt wurde, musste ich nicht lange überlegen und kaufte beim Vorverkaufsstart Tickets. Naja, überlegen musste ich schon, denn ich mußte mich für bzw. schlimmer gegen Alben entscheiden. Acht mal innerhalb von zehn Tagen nach Düsseldorf, ist schließlich selbst für unsere Maßstäbe hier besonders irre. Unter den ersten fünf Platten gibt es keine, die ich streichen wollte, alle sind mir so wichtig, daß ich ihren Abend erleben wollte. Und so werde ich jetzt eben meine nächsten Tage verbringen.



Autobahn von 1974 ist mit 42 min ein kurzes Album. Mehr als die Hälfte davon verschlingt das Titelstück. Daß am Autobahnabend nicht nur diese fünf Stücke gespielt werden würden, war offensichtlich. Daß es ein zweistündiges Konzert mit Autobahn und 18 weiteren Hits werden würde, hatte ich nicht erwartet!

Die Grabbehalle in der Kunstsammlung NRW ist größer als die Zuschauerzahl vermuten läßt. Der Raum ist luftig und für Konzerte blendend geeignet. Als wir um kurz vor acht reingingen, war der Saal zwar schon recht gut gefüllt, es bereitete aber keinerlei Probleme, ganz nach vorne zu kommen. Wir waren nicht sicher, ob das wegen des 3D-Films, der hinter der Bühne gezeigt würde, clever war, merkten aber schnell, daß er auch weit vorne funktionierte.

Kurz vor acht Uhr setzte leise elektronische Hintergrundmusik ein, um acht fiel dann der Vorhang, der die Bühne noch verdeckt hatte und gab den Blick auf die vier Musiker hinter ihren Pulten frei. Gleichzeitig setzten die ersten Takte von Die Roboter ein (die, um es im Journalisten-Profi-Slang auszudrücken, eine Signatur-Melodie sind). Dieser erste große Hit, die vier Männer in schwarzen Spiderman-Anzügen, die minimalistischen Pulte und die 3D-Animationen im Hintergrund stellten eine enorme Reizüberflutung dar! Ich wurde von Eindrücken überrollt! Vermutlich stand ich mit weit aufgerissenem Mund vor diesem beginnenden Gesamtkunstwerk, glücklicherweise hatte jeder seine 3D-Brille auf und guckte nach oben.

Die Brillen hatte es am Einlass gegeben, der viel weniger unangenehm war als befürchtet. Die strikte Politik, die wenigen und sehr begehrten Tickets zu personalisieren, überfordert Veranstalter ja gerne dann am Einlass. Hier funktionierte das System hervorragend, die Kontrolleure an den Türen erledigten die Ausweiskontrolle zügig und freundlich und drückten uns dann eben einen Pappschieber im Autobahn-Design in die Hände, in dem sich die Brille befand. Wundervolles kleines Detail!


Als nach Die Roboter das Geräusch eines startenden Motors erklang, begann die heutige Mottoplatte mit dem Titelstück. Autobahn war eine Ecke kürzer als auf Platte, die Kürzung fiel mir währenddessen aber nicht auf. Unmittelbar hinter den vier Musikern (Gründer Ralf Hütter sowie Henning Schmitz, Fritz Hilpert und vermutlich Stefan Pfaffe*) begann die Leinwand, auf der zu Autobahn die einfachen aber wahnsinnig eindrucksvollen 3D-Animationen liefen. Ich mag diesen ganzen 3D-Quatsch nicht und halte den Trend, alles um eine konstruierte dritte Dimension zu erweitern, für lästig. Dummerweise funktionierte es hier grandios! Und so tuckerte also ein VW Käfer über eine grelle Popart-Autobahn (Kennzeichen D KR-70), während Ralf Hütter "fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn" sang.


Die beiden Kometenmelodien folgten, deren Animationsunterstützung einfacher aber mindestens genauso toll waren. Es lief nämlich die Notation der Melodie dreidimensional durchs All, und ein Komet flog von rechts nach links durchs Bild. Kometenmelodie 2 ist bei all seiner Einfachheit ein sagenhaftes Stück Musikgeschichte, das leider vermutlich heute in dieser Konzertreihe letztmalig gespielt wurde.


Die beiden letzten Titel Mitternacht und Morgenspaziergang mit ihren Tiergeräuschen brachten dann auch den Ton in die dritte Dimension, aus allen Ecken des Saals erklangen elektrische Vögel. Vielleicht gab es solche Effekte auch vorher, sie waren mir wegen der vielen Reize nur nicht aufgefallen. Jedenfalls piepste es jetzt von überall!


Mit vier, fünf "Hits" hatte ich im Anschluß noch gerechnet, daß noch fast anderthalb Stunden folgen sollten, verblüffte mich! Fast sogar so weit, daß es zu viel fürs Geld war, das geboten wurde. Wenn ich ein Haar in der (Altbier-) Suppe suchen wollte, dann die Überforderung durch zu viele Knüller an einem Abend. In Zeiten des werbeunterbrochenen Fernsehens sind Leute ja allgemein nicht mehr in der Lage, zwei Stunden ruhig an der Stelle zu stehen, und eine Darbietung zu verfolgen. Mit der Zeit setzten immer mehr Gespräche ein, was aber heute nicht so sehr störte wie unter anderen Bedingungen. Dafür war mein Wille, mir mein Konzert nicht durch Idioten verderben zu lassen, zu groß. Der doofe laute Handytelefonierer während Autobahn ließ es dann auch schnell wieder, nachdem er irgendwem vorgespielt hatte "hey ich bin gerade hier, hör mal!" Dämliche Unsitte. Ich möchte bitte niemals angerufen werden und Konzertfetzen vorgespielt bekommen, ok?

Ich habe in den nächsten Tagen noch viel Gelegenheit, über einzelne Lieder zu schreiben, daher hier nur auszugsweise.

Der nach-Autobahn-Teil war blockweise und chronologisch aufgebaut. Also erst Geigerzähler und Radioaktivität vom zweiten Album, dann Trans Europa Express, Mensch-Maschine usw.

Daß bei solch einem Abarbeiten der Karriere viele Hits gespielt werden, ist unvermeidbar. Die Masse daran heute war - wie so vieles - überwältigend! Weil die Platten-Blöcke ineinander gespielt wurden, sind mir sicher einige der intrumentalen Kurzstücke durchgegangen, die den (um es noch mal fallenzulassen) Signatur-Liedern vorangingen bzw. folgten. Korrekturen der Setlist sind also willkommen! 


Ach, was soll ich herausheben? Das Model war natürlich toll, das Lied, mit dem die meisten meines Alters Kraftwerk wahrscheinlich für sich entdeckt haben. Zu Model lief im Hintergrund ein echter Film mit schwarz-weißen Modeaufnahmen (für die Werber und Kunstschaffenden im Publikum: ich meine das Video mit der Vintage-Optik). Zu den Tour de France Stücken radelten historische Tour-Fahrer die Berge hoch. Diese beiden (neben der Erde in Spacelab vielleicht) blieben aber die einzigen realen Filme, der Rest war animiert, und das zum großen Teil atemberaubend!

Zu Nummern liefen Zahlen über die Leinwand, die diese Matrix-Sachen blaß erscheinen ließen. Die über das Bild wandernden Reklamen bei Neonlicht begeisterten mich nicht minder, am wundervollsten waren aber die ganz einfachen Sachen, der Film zu Mensch-Maschine, der aus einfachen rot-weißen Formen bestand und die Musiker als Teil eines 3D-Films erscheinen ließ. Da störte auch der einzige Mini-Makel nicht, die kleinen Schatten, die die Musiker auf die Leinwand warfen. Hätte die einen Meter höher gehangen, wäre auch dies perfekt gewesen!


Kurz vor zehn verließen die Musiker nach und nach bei Music Non Stop ihre Pulte. Punkt zehn, nach exakt zwei Stunden ging Ralf Hütter - und das Licht an.

"Konzert" wird diesem Abend wenig gerecht, es war das große Stück Kunst und (bei aller Euphorie-Bremse) Kulturgeschichte, das die vielen Vorberichte und Kamerateams in Lobby und Saal hatten erwarten lassen.

Kraftwerk Non Stop - Samstag dann hier der Bericht zu Radioaktivität!


Setlist Kraftwerk, Der Katalog, Autobahn, Düsseldorf:

01: Die Roboter

02: Autobahn
03: Kometenmelodie 1
04: Kometenmelodie 2
05: Mitternacht
06: Morgenspaziergang

07: Geigerzähler
08: Radioaktivität (japanisch-deutsche Fukushima-Version)
09: Trans Europa Express
10: Abzug
11: Metall auf Metall
12: Spacelab
13: Das Model
14: Neonlicht
15: Die Mensch-Maschine
16: Nummern
17: Computerwelt
18: Computerliebe
19: Heimcomputer
20: Tour de France
21: Tour de France 2003 Mix
22: Vitamin
23: Planet der Visionen
24: Boing Boom Tschak
25: Technopop
26: Music Non Stop

Links:

- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Radioaktivität), Düsseldorf, 12.01.13
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Trans Europa Express), Düsseldorf, 13.01.13 
- Kraftwerk 1 2 3 4 5 6 7 8 (Die Mensch-Maschine), Düsseldorf, 16.01.13
- Kraftwerk, Autobahn bei Pretty-Paracetamol

* nein!  Falk Grieffenhagen ist der Mann rechts!





 

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