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Freitag, 17. Januar 2014

Bethany Weimers, Karlsruhe, 09.01.14

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Show with Bethany Weimers
Date: 9. Januar 2014
Duration: 70 min
Audience: about 20


I will be there waiting, waiting.

This concert was pure bliss. Also, it was a wish come true and - on closer inspection - a small miracle.

For months and months I had toyed with the idea to have Bethany Weimers play live when, yet another morning her music filled my living room. One can ask, but then - a lot of things have to fall into place to make it happen. Many of them not in my hands.


The joy of that evening was about the music. It was my forth evening (almost in a row) of shows with Bethany. I loved all of them. I was enchanted to see others being spellbound by her songs and myself being introduced to new material. Nevertheless, the evening in my house felt much more intense and focussed than all the concerts before. We had no interval since a young lady needed to catch her train back. Also, the rain and storm outside and infront of the windows to our garden made our little protected space precious and dear. Maybe the atmosphere of feeling a bit at home in our house and of the very attentive guests added to the mix.


On the other hand - letting my mind wander while listening to the now very familiar songs I had a warm and tender feeling in my heart. In this moment of calm and and joy I saw that this week was about music but maybe even more about sharing: Jenny and Karin had shared their living rooms for the first time. Seeing the wonder of friends following the invitation to a musical adventure.


We shared storys and some history of our countries and our families. We shared our houses and flats, our home towns and new homes. We shared so much nice food, so many nice cup of teas - a lot of laughter and smiles. We shared hours of wonderful sunshine. We shared hours on the road and in the tram. We shared a lot of keyboards and pianos, we shared our languages (Drachentöter and Eichhörnchen being on our syllabus for Bethany), we shared time with friends and family. We shared the joy of the music, of being together of meeting at the brink of the new year. 

This ignited more persons wanting to share. What a delight, what a bliss, what a story!


Setlist:

1: Protect
2: Silver Moon

3: Letter
4: 1784

5: William and his ghost
6: Harpsichord row
7: Lucky day
8: Skeletal

9: Ready steady
10: Heart breaker police
11: Me myself and I 



 

12: The story I breath

13 Desire (Z)
14 Confide in me (Kylie Minogue Cover) (Z)






Aus unserem Archiv:
Bethany Weimers in Karlsruhe, 08.01. 2014
Bethany Weimers in Stuttgart, 06.01. 2014
Bethany Weimers in Ettlingen, 05. 01. 2014
Bethany Weimers in Oxford, 13. 09. 2012




Mittwoch, 15. Januar 2014

Bethany Weimers, Adorf, 11.01.14

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Livingroom show #10 @Scala Adorf
  mit Bethany Weimers
Ort: Adorf/Erzg.
Datum: 11. Januar 2014
Dauer: 80 min
Zuschauer: etwa 35


This is how to be a woman

Bis hierher waren die Abende mit Bethany Weimers in Deutschland dicht an dicht mit Konzerten gefüllt gewesen. Es hatte kaum ein Stündchen sightseeing dazwischen gepasst und zum nachdenken war schon gar kein Moment frei gewesen. 



Am Reisetag nach Sachsen war aber Konzertpause und genug Zeit für einen Stop in Bayreuth und am Samstag Mittag für einen Ausflug nach Annaberg. Aber es war auch genug Ruhe, um zu erfassen, dass schon das letzte Konzert auf dem Plan stand. So mischte sich vor Konzertbeginn etwas Wehmut in die Vorfreude. Gleichzeitig aber auch Erleichterung: Es hat geklappt. Überall waren viele Gäste da, jeder Abend war sehr sehr schön, jeder wieder etwas anders. Die Gastgeber alle glücklich. Bethany auch. Es gab keine Pannen, das Wetter war uns sehr gnädig gewesen und es gab viele Gründe, sehr dankbar zu sein.


Und natürlich: Bei den lieben Leuten in der warmherzigen Scala war das nicht anders. Ein erwartungsfrohes Summen lag schon ab 16 Uhr in der Luft. Die ersten Gäste kamen zum Kuchen, dann 18 Uhr zum Abend und als es 20:15 Uhr mit der Musik losging, hatte Bethany bestimmt  alle 35 Paar Hände geschüttelt und mit jedem ein bisschen geredet. Alle mit ihrem Lächeln bezaubert.



Mit Konzertbeginn verstummte das Summen und wich erwartungsfroher Stille. Silver Moon wirkte als Auftakt des Sets da fast wie eine Beschwörungsformel einer Zauberin. Herzlich Willkommen waren die Geschichten über Vorfahren, die wieder einige der Lieder im ersten Set begleiteten. Für mich ein wunderbares Highlight am alt und warm klingenden Klavier des Hauses: Harpsichord Row. Da kriegten auch einige andere Augen einen feuchten Schimmer. 


Nach der Pause kamen viele der Trennungslieder und es wurde mit dem Publikum viel gelacht. Wer bei einem der Konzerte dabei war weiß, warum das kein Widerspruch ist bei Bethany. Diesmal reichte die Energie und der Atem für zwei Zugaben und die machten das Set wieder schön rund.


Nachdem die CD-Käufe durch waren, schauten wir uns in die Augen und mussten nun beide der Wahrheit ins Gesicht sehen: It is over.


Aber das schlimme Geheimnis, das dem Song The letter zugrunde liegt, habe ich nun auch im fünften Konzert nicht erfahren...



Setlist:

1: Silver Moon
2: The Letter

3: Desire
4: 1784

5: William and his ghost
6: Harpsichord row
7: Mini little Rippingale
8: Protect
 

9: Lucky day
10: Skeletal
11: Ready steady
12: Heart breaker police
13: Me myself and I
14: The story I breath


15: Why do fools fall in love (Frankie Lymon cover) (Z)
16: Confide in me (Kylie Minogue cover) (Z)





Michaels Bericht über das Konzert

Aus unserem Archiv:

Bethany Weimers in Karlsruhe, 09.01. 2014
Bethany Weimers in Karlsruhe, 08.01. 2014
Bethany Weimers in Stuttgart, 06.01. 2014
Bethany Weimers in Ettlingen, 05. 01. 2014
Bethany Weimers in Oxford, 13. 09. 2012


Samstag, 11. Januar 2014

Bethany Weimers, Karlsruhe, 08.01.14

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Konzert mit Bethany Weimers bei Jenny
Ort: Karlsruher Weststadt
Datum: 8. Januar 2014
Dauer: 70 min
Zuschauer: etwa 25-30



Wake me with your beating heart

Was für ein Abend! Diesmal also Karlsruher Weststadt und ein ehrwürdiger Altbau. Einer WG junger Leute hatte Bethany Weimers zu sich eingeladen. Ein erster Wohnzimmerkonzerttermin daselbst. Man traf sich am Küchentisch, wo gerade noch der Teig für die Pizza ausgerollt wurde. Wenig später war alles fertig und köstlich und alle tief ins Gespräch vertieft. Es wurde viel gelacht. Gegen 20 Uhr begann sich das Wohnzimmer zu füllen.



Die letzten wurden noch während des ersten Sets durch begeisterte Telefon-Nachrichten herbeigelotst und füllten in der Pause das Wohnzimmer endgültig bis auf den letzte Zipfel.


Bisher war für mich Oxford eher die Stadt der Colleges, die die berühmte Universität bilden und die Kultur sah ich eher als Nebeneffekt der Tatsache, dass viele kluge junge Leute auch viele Interessen am Studienort pflegen (und das ist dann nicht nur saufen...). Aber an diesem Abend hob Bethany uns ins Bewusstsein, dass Oxford die Stadt ist aus der die Foals, Radiohead, Supergrass stammen, die dort auf einem reichen Myzel an Clubs/Pubs/Cafés und musikalisch interessierten Menschen gediehen sind.



Und die von dort in die Welt gegangen sind. Wie sie uns das mit ihrem charmanten Lächeln erzählte, glaubte man ihr sofort, dass so eine Atmosphäre auch sie angeregt hat. Schön, dass Bethany auch mal aus ihrem Oxford hinausgegangen ist und der englischen Insel good bye gesagt hat, und uns ihre Lieder mitgebracht hatte.


Ein witziger und einmalig magischer Moment entstand, als bei William and his ghost das E-Piano das letzte Wort nahm und den Schlussakkord mit einem wilden und schrillem eigenen Sound nachrief. Der Geist aus dem Klavier hatte gesprochen!



Der Abend endete ähnlich metaphysisch, als sich Bethany bei The story I breath so verschluckte, dass wir alle das Lied laut flüsternd zu Ende singen mussten und Zugaben anschließend nicht mehr in Frage kamen.

Es gab wieder sooo viele glückliche Gesichter, nette Gespräche und den Wunsch nach weiteren Wohnzimmerkonzerten in der Weststadt.


Setlist:

1: Protect
2: Desire
3: Letter
4: Silver Moon
5: 1784
6: William and his ghost
7: Harpsichord row

8: Lucky day
9: Skeletal
10: Ready steady
11: Heart breaker police
12: Me myself and I
13: Lately
14: The story I breath




Aus unserem Archiv:
Bethany Weimers in Stuttgart, 06.01. 2014
Bethany Weimers in Ettlingen, 05. 01. 2014
Bethany Weimers in Oxford, 13. 09. 2012
 

Mittwoch, 8. Januar 2014

Bethany Weimers, Stuttgart, 06.01.14

2 Kommentare
Konzert mit Bethany Weimers
Datum: 6. Januar 2014
Dauer: 80 min
Zuschauer: 45-50


Each cloud has a silver lining

Auf Sternsingertour machte Bethany Weimers in Stuttgart Feuerbach Station. Hinterher waren wir uns einig, dass wir ihr Motto für das neue Jahr annehmen... Claudia und Christine haben Wohnzimmerkonzerte schon mit verschiedensten Bands wunderbar zurechtgezaubert und ich freute mich darauf, am Rande des Konzertes auch ganz viele Stuttgarter Freunde zu treffen. Im Vorfeld war schon klar: hier wird das Wohnzimmer  übervoll und die Prognose erfüllte sich. 


Aber auch hier hatte die zarte Frau aus Oxford alle im Griff. Atemlose Stille und enthusiastischer Applaus waren die vorherrschenden Reaktionen auf das gebotene Programm. Auch Lächeln und lautes Lachen - das meist bei den Einführungen in den Hintergrund der Lieder. Sowohl die Lieder über ihre Vorfahren als auch das thematisch um das Zerbrechen einer langjährigen Liebesbeziehung gruppierte Set klangen zwar nachdenklich und melancholisch, wurden aber in den Ansagen mit so viel Charme und Lachen serviert, dass man den Verdacht, eine zu introvertierte Person vor sich zu haben, leicht abschütteln konnte.

Ihre dunkle Stimme war an diesem Abend wieder ganz beherrschend. Sie modulierte von fast unhörbar leise zu anklagend rufend alle Register meisterlich. Den einen oder anderen Verspieler trug ihr keiner nach, zumal sie selbst jeweils sehr charmant darüber hinwegging.


Das Klavier stand diesmal günstiger als in Ettlingen, wo sie jeweils den Rücken zum Publikum hatte und die Wand ansang. Auch diesmal schlugen die Coversongs des Zugabenteils beim Publikum ein und es wurde in der sixties-Nummer ordentlich mitgesungen!


Was für ein schöner Abend am Ausklang der Weihnachtszeit! Vielen Dank an Christine und Claudia, die sich heldenmütig um die Vorbereitung gekümmert haben obwohl objektiv gesehen keine von beiden recht Zeit dafür hatte: Claudia war erst am Vormittag aus Asien zurückgekommen und Christine hatte die Getränke aus Bayern importieren müssen... Die Begeisterung der beiden, die trotzdem alles geschaukelt haben, hat sich auf alle Gäste übertragen.

Setlist:
1: Protect
2: Desire
3: Letter
4: Silver Moon
5: 1784
6: William and his ghost
7: Harpsichord road

8: Lucky day
9: Skeletal
10: Ready steady
11: Heart breaker police
12: World
13: Me, myself and I
14: The story I breath

15: Why do fools fall in love (Frankie Lymon cover)
16: Confide in me (Kylie Minogue cover)


Mehr Fotos:

Aus unserem Archiv:
Bethany Weimers in Ettlingen, 05. 01. 2014
Bethany Weimers in Oxford, 13. 09. 2012



Dienstag, 7. Januar 2014

Bethany Weimers, Ettlingen, 05.01.14

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Konzert mit Bethany Weimers in Ettlingen
Datum: 5. Januar 2014
Dauer: 95 min
Zuschauer: 17


Desire never fades

Wo fange ich an? Auf so vielen Ebenen war das ein ganz besonderer Abend! Karin, die Gastgeberin hatte sich ein Herz gefasst und mich angesprochen und schließlich ihr Wohnzimmer geöffnet für liebe Bekannte und eine britische Künstlerin. Dabei lebt sie in einem Haus und in einer Gegend, wo man unterstellt, hier wohnen Leute, die lieber ihre Ruhe haben wollen. Natürlich war das aufregend, natürlich gab es von allen viele Fragen. Aber vor allem gab es am Ende nur glückliche Gesichter und eine Musikerin, die sich von der Sympathie ganz überwältigt fühlte.



Mit Eintreffen von mehr und mehr Gästen wurde irgendwann das Zählen schwer - sind schon alle da, finden alle einen Platz? Wann fangen wir an? Derweilen wurde geredet und ein Gläschen getrunken. Bethany begann gegen 20:10 Uhr ihr Set und kündigte an, zwei Teile geplant zu haben, die in etwa eine Stunde Musik ergeben würden.



Im ersten Teil wurden viele der mir lieb gewordenen Stücke des Albums Harpsichord Row von 2012 gespielt. Für das Publikum gab Bethany zu jedem Stück noch ein bisschen Kontext, welche Anregungen zu den Liedern geführt hatten. Vieles auf der CD hat mit Lebensschichten zu tun, die verborgen sind. Z.B. weil die Zeit darüber hinweggegangen ist. 


Ein ganzer Zyklus von Lieder holt ihre Altvorderen auf dem Bühne und aus dem Vergessen. Das bezauberte das Publikum sichtbar. Trotzdem wurde erst mit Beginn des zweiten Sets richtig deutlich, wie sehr das Publikum sich im Bann der Künstlerin befand. Wir hatten nämlich festgestellt, dass aus der geplanten halben Stunde am Ende 45 min geworden waren und wollten das zweite Set etwas kürzer anlegen. 


Als Bethany das zu Beginn des zweiten Teils ankündigte, kam ein enttäuschtes "Oh no"! Alle wollten mehr und auch nach dem zweiten Set von 40 min musste sie für 10 min Zugaben zurückkehren.


Für die erste Nummer teilte Karin Wunderkerzen aus und es entstand eine besonders fröhliche Atmosphäre zu der gecoverten Rock'n Roll Stück Why do we fall in love. Da mussten auch alle ein bisschen mitsingen. Nach der Musik gab es noch viele persönliche Gespräche und gute Wünsche mit auf den Weg. Viele sagten, sie würden gern wiederkommen, wenn es dazu Gelegenheit geben sollte.

In der Straßenbahn nach Hause waren wir beide sehr glücklich aber auch sehr erschöpft.


Setlist:
1: Protect
2: Desire
3: Letter
4: Silver Moon
5: 1784
6: William and his ghost
7: Mini little Rippingale
8: Harpsichord row
9: Lately

10: Lucky day
11: Skeletal
12: Ready steady
13: Heart breaker police
14: World
15: Me, myself and I
16: The story I breath

17: Why do fools fall in love (Frankie Lymon cover)
18: Joan Baez cover
19: Confide in me (Kylie Minogue cover)
 
Aus unserem Archiv:
Bethany Weimers in Oxford, 13.9.2012



Samstag, 15. September 2012

Oxjam, Oxford, 13.09.12

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Konzert: Bethany Weimers, Alphabet Backwards, Cat Matador, George Edward Chopping
Ort: Amphitheater Said Business School Oxford
Datum: 13. 9. 2012
Zuschauer: 150-200



Im Konzerttagebuch wird viel und manchmal exzessiv geschwitzt. Heute kommt endlich einmal ein Bericht wo stundenlang gefroren wird! Natürlich ganz stilvoll, denn

1) bei bester musikalischer Unterhaltung,
2) englisch (jedenfalls für mich sind die Briten die Experten, da sie auch im Winter Schuluniform mit Kniestrümpfen tragen...),
3) an einer tollen Location.


Und fast wäre mir dieses Kleinod entgangen! Ein Indiekonzert mit drei tollen Bands versteckte sich für den 13.9. hinter dem Pseudonym Oxjam. An anderer Stelle schon früher in der Kulturwoche Oxfords war dasselbe Wort Bezeichnung für eine Jazz-Session, so hatte ich für den Donnerstag zunächst darüber hinweggelesen. Nur, weil ich den Blues hatte - Rue Royale spielen in London - ich könnte hin und würde natürlich auch gern, aber es ist doch schon pervers, sich die halbe Nacht um die Ohren zu schlagen, nach London hin und wieder zurück zu fahren, nur um dann am nächsten Morgen früh zum Flughafen nach Heathrow aufzubrechen. Es müsste doch einen guten Grund geben, den Abend in Oxford zu verbringen!So ging ich allen Donnerstag-Gigs noch einmal einzeln nach, hörte dabei schließlich auch in die drei Bands hinein und kriegte den Mund nicht wieder zu: eine besser als die nächste! Ganz auf meiner Wellenlänge.


Der Hintergrund der Veranstaltung Oxjam ist es, Geld für die Organisation Oxfam einzunehmen. Es wird im Oktober eine Abend geben, wo in vielen Oxforder Venues Künstler für Oxfam auftreten (Oxford Takeover) und dieser September-Abend war ein Aufwärmevent dafür. Sicher haben sich die Organisatoren nicht vorgestellt, dass das Publikum und die Künstler dabein so frieren würden....


Der Ort ist mit der Satellitensicht von google gut zu sehen und eindrucksvoll: das Dach der Said Business School am Bahnhof von Oxford. Es ist ein richtiges kleines Amphitheater mit Blick auf einen grünen Hof. Und der Wetterbericht war auch günstig: Regenwahrscheinlichkeit 0% am Ende eines besonders schönen und recht warmen Sommertags.

Ich hatte ja in meinem letzten Bericht zwischen den Zeilen ein bisschen gespöttelt, dass in Oxford das Abendprogramm so früh beendet ist (obwohl ich das ja eigentlich für mich viel praktischer finde), aber die Indie-Leute sind dort auch nicht anders als anderswo: Beginn 19:30 Uhr war geplant und hätte Bethany Weimers einen eindrucksvollen Sonnuntergang als Bühne geboten.

Aber wie es auch in Deutschland geschehen wäre, wurde es natürlich 20:15 Uhr und es war längst dunkel und windig bevor George Chopping den Abend eröffnete.



Er ist Poet und führte mit seinen Gedichten und als Conferencier durch das Programm. Das habe ich nun wiederum in Deutschland noch nicht erlebt und es hat mich schwer begeistert und beeindruckt
(*). Poesie so selbstverständlich neben die Musik gestellt - und es wurde dabei viel gelacht, wenngleich auch manchmal britisch Schwarzhumorig, z.B. wenn in einem Gedicht geschildert wird, wie der Poet mit seiner Frau vom Boot auf dem sie leben den morgendlichen Rudersportfanatikern zuschaut. Deren Schicksal ist es schließlich, sich an einer über den Fluss gespannten Metallschnur sauber selbst zu enthaupten: "That will teach them to look forward - the next time".


Bethany Weimers hat kürzlich ihr Debüt Harpsicord Row veröffentlicht. Schon vor dem Konzert hatte ich mir die 7 Pfund zur Seite gelegt, um die CD nach Deutschland importieren zu können und die Künstlerin gebeten, nur ja ein paar Exemplare zum Konzert mitzubringen. Im Konzert präsentierte sie die Songs sehr überzeugend und reif. Mit den Ansagen erschlossen sich auch noch ein paar Bedeutungsräume, die die Musik allein nicht gehabt hätte. Freilich ist Frau mit Gitarre und Klavier nicht gerade selten in der heutigen Musikwelt. Aber Bethany Weimers hat darin einen prominenten Platz verdient. Die Musik geht mir nach und die Stimme folgt mir. Am stärksten vielleicht in Harpsichord Row, aber eigentlich durchgängig für das etwa 40 min Programm.


Setlist, Bethany Weimers, Oxford:

Protect
Desire
Harpsicord Row
Lucky day
William and his ghost
Silver moon
To the land

Nach einer kurzen Pause übernahm ein Mann mit Gitarre die Bühne, der Frontmann von Alphabet Backwards lieferte ein sympatisches Set ab, das auch Appetit auf das neue Album machte, das am 1. Oktober erscheinen wird. Trotzdem sah man, dass er eigentlich sonst eine Band hinter sich hat und heute vermisste. Insofern fiel es gegen die intensive Atmosphäre des Auftakts etwas ab. Vielleicht wäre es in der Situation des Abends besser gewesen, die Band aufspielen zu lassen und alle ordentlich zusammen abzutanzen!



Für die Headliner Cat Matador war es sicher ein Handycap, dass inzwischen sie selbst und alle Zuhörer total verfroren waren. Eigentlich ist die ruhige Musik der von Garda zu vergleichen. Sie ruht in sich, entfaltet doch aber so eine Energie der Stillen, die zusammenstehen. An diesem Abend war das ganz nett, hat aber nicht so gezündet, wie es vielleicht in einem anderen Zusammenhang funktioniert hätte. Es gab auch ein paar musikalische Patzer, die ich kalten Fingern und Stimmen zugute halte.

Summa summarum war ich mit meinem Abend auf dem Dach sehr zufrieden und glücklich und musste nun nicht mehr traurig sein, dass derweil Rue Royale ohne mich in London auftraten...
(*)Beweis: ich habe sogar das Audiobuch seines Poesiebandes geordert und freue mich schon total darauf!



 

Konzerttagebuch © 2010

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