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Sonntag, 11. Februar 2018

Winter Pop, Leipzig, 07.02.18

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Konzert: Arpen, Orph, Sea+Air
Ort: Schaubühne Lindenfels, Leipzig
Datum: 07.02.2018
Dauer: 30, 50 Winter Pop, Leipzig, 07.02.18, 30 min
Zuschauer: 130

Das Winter Pop Fest ist eine tolle Idee, an einem Abend in des Winters Kälte mit einem kleinen Musikfest Wärme in die Herzen zu bringen. Die Bandauswahl ließ einen spannenden Bogen erwarten und für mich gab es kein Halten im Vorverkauf, weil immerhin 2 Künstler des Abends schon in der Scala gespielt haben und ich mir ihre aktuellen Projekte ansehen und anhören wollte.

Die Schaubühne Lindenfels liegt im aufstrebenden Plagwitz, das Ambiente eines morbiden Saales und das dezent wechselnde Bühnenlicht gaben dem Abend die heimelige Atmosphäre.

Ein paar Zuschauer hätten es gern mehr sein können, immerhin war der Saal mit den optimistisch gerechneten 130 Besuchern leider nicht gut gefüllt. Sie verloren sich etwas im Saal und mussten am Ende ausdrücklich nach vorn gebeten werden.




Arpen
Arpens selbstbetiteltes Soloalbum im Ohr freute ich mich auf sein Trio mit Philipp Rumsch und Jakob Müller. Sie eröffneten den Abend mit einem minimalistischen Set. Zwei Soundtüftler und Arpen spielten sparsam arrangiert Titel verschiedener Phasen. Zumindest einer war aus Arpens Soloalbum, es waren dann noch ältere sowie ein ganz neues Stück dabei. Meist begannen sie mit knarzenden sich steigernden Beats und bauten sich dann wie Gewitterwolken in die Höhe. Vor allem im letzten Titel, bei dem, als er verklang, Arpen über die schwindenden Töne sein Leid oder seinen Ärger rausschrie so jedenfalls mein Eindruck. Das waren 30 beeindruckende Minuten des Openers.





ORPH
Der zweite Act des Abend war gleichzeitig meine größte Vorfreude. Immerhin spielt Steffi Narr bei ORPH. Sie war mit ihrem Trio Coucou bereits zu Gast in der Scala. Nun war ich sehr gespannt auf ihr Projekt ORPH, von dem ich nicht wusste, dass sie bereits 2012 ein Album herausgebracht haben. Sie wurden zu Beginn des Abends als ScienceFiction Pop gekündigt. Was ich empfand, war eine wunderbare Mischung aus Zukunftsmusik und aus der Zeit gefallenem Bühnenoutfit der spanischen Eroberung Amerikas. Mit der Beleuchtung der Bühne ergab dies träumerische 50 Minuten mit den pyramidenförmigen Tränen von Simba. ORPH spielt verträumte Melodien, kompakte Arrangements aus Gitarrenband mit Keyboardsamples, Trompete und großer Trommel Augen- und Ohrenweide.




Das neue Album gab es 2 Tage vor dem offiziellen Release. Ich wünsche ihm ein großes Publikum. ORPH bringt definitiv eine eigene Farbe in die Szene!




Sea + Air
Eleni Zafiriadou (Vocals, Harpsichord, Organ Bass Pedal) und Daniel Benjamin (Vocals, Gitarre, Drums und Percussion) spielen ihren einzigen Clubgig in diesem Jahr in Deutschland zum Winter Pop Fest in Leipzig. Sie stiegen mit Songs aus Evropi ein (Lady Evropi) und My Hearts Sick Chord (Do Animals Cry?) in den Abend ein. Sea + Air haben eine eigene Ausstrahlung, die mich in die Songs zog. Sie haben ihre eigene Instrumentenwelt um sich herum aufgebaut, Eleni links und Daniel rechts auf der Bühne. Passte etwas nicht in einem der Songs, flogen schonmal im Spaß die Trommelstöcke über die Bühne. Angekündigt waren auch neue Songs, aber da ich noch eine lange Heimfahrt und einen frühen Start in den nächsten Bürotag vor mir hatte, habe ich die Schaubühne nach einer halben Stunde Sea+Air gegen Mitternacht schon verlassen müssen.




Schade, ohne die technischen Verzögerungen am Anfang des Abends hätte ich mehr von den beiden hören und sehen können.

Die erste Auflage des Winter Pop Fests ist gelungen, die Idee wunderbar und ruft nach einer Fortsetzung im nächsten Jahr.


Aus unserem Archiv:
Arpen, Karlsruhe, 30.11.14 


Orph, Beverungen, 25.05.12 
Orph, Mannheim, 19.05.12


Sea + Air, Storkow, 22.08.15
Sea + Air, Karlsruhe, 03.10.13
Sea + Air, Ludwigsburg, 30.11.13
Sea + Air, Karlsruhe, 21.07.13
Sea + Air, Mannheim, 31.05.13 
Sea + Air, Darmstadt, 03.03.13 
Sea + Air, Köln, 24.10.12

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Arpen, Karlsruhe, 30.11.14

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Wohnzimmerkonzert #2 bei Nicola mit Arpen
Ort: Karlsruhe-Waldstadt
Datum: 30. November 2014
Dauer: 60 min
Zuschauer: 14


Fast alles im Leben ist ja relativ. Auch was es z.B. heißt, mit ganz reduziertem Equipment auftreten zu wollen. Als an diesem Sonntag Nachmittag schließlich drei Verstärker im Wohnzimmer von Stefan und Nicola standen, gab es doch den einen oder anderen Spruch, ob das noch Wohnzimmerlautstärke werden könne. 


Aber schließlich ist alles eine Frage des Fingerspitzengefühls - und dass sie das überreich besitzen, bewiesen sowohl Timo Klöckner an seiner wunderbar expressiven E-Gitarre als auch Arpen mit Keyboard, Akustikgitarre und Gesang. Ja, Arpen kann sogar sein Keyboard mit Tesafilm programmieren!


Sofas und Stühle waren überwiegend mit Wohnzimmerkonzertneulingen gefüllt an diesem ersten Adventssonntagnachmittag. Sie wurden mit Buddy Bolden Blues gleich darauf eingestimmt, was für die nächste Stunde Programm war: Wurzelbehandlung - fast von der adventlichen Art: Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart...


Die musikalischen Verweise - die Wurzeln - stammten aus der Zeit aus der wir gerade noch so die ersten Zeugnisse aufgezeichneter Musik haben. Die Bearbeitung durch Arpen aber war ganz der Rose gewidmet, seiner ganz persönlichen Art von Rose: Konzentriert auf die Essenz - destilliert. Kein Tupfen reine Verzierung oder vorwitziger Schnörkel - purer Archetyp, Dornen inklusive.


Das letzte Stück des Sets - Crossroads - hatte schon im Februar meinen Weg gekreuzt und mich in diesem Gewandt überzeugt. Es war vielleicht mein persönlicher Höhepunkt in seiner Reduktion auf Glockenspiel und Gesang. Die Gäste jedenfalls waren sich einig darin: ohne Zugabe dürfen die zwei Leipziger ihre Verstärker nicht wieder ins Auto tragen. Und der St. Louis Blues beendete das Adventssingen. Aber anschließend wechselten noch diverse Tonträger aus der Kiste in warme Hände. In den Herzen waren sie schon zuvor angekommen.


Setlist:

01: Buddy Bolden Blues
02: For all
03: Delia
04: For how long how long
05: Saint James Infirmary
06: Redhead Sid 
07: Your ways
08: Crossroads (Calvin Russels)

09: St Louis Blues (Z, W.C. Handys)


Aus unserem Archiv:
A forest, Dresden, 31.08.12

Me and Oceans, Karlsruhe, 10.02.14
Me and Oceans, Dresden, 07.09.14 
A forest, Chemnitz, 15.10.14 


Berichte Wohnzimmerkonzerte  in der Waldstadt

Weitere links:
Bericht aus Stuttgart (einen Tag davor)
klienicum
analogsoul
Zugabe in Stuttgart (Video)
Der Empfang - Band




Dienstag, 11. Februar 2014

Me and Oceans, Karlsruhe, 10.02.14

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Konzert mit Me and Oceans und Arpen
Ort: Karlsruhe-Waldstadt
Datum: 10. Februar 2014
Dauer: 65 min
Zuschauer: 11


Einen sehr langen Moment lang habe ich gestern geglaubt, Arpen läßt das Keyboard mit blanker Willenskraft Töne spielen. Ich hörte den Klang, aber seine Hände lagen im Schoß. Logisch, dass er mit diesem konzentriert abwesenden Blick etwas zaubert.


Etwas später stellte sich heraus, Fabian aka Me and Oceans hatte da was vorbereitet und ich hatte nur phantasiert. Aber das war so ein Abend, an dem einem solche Gedanken kommen und nicht wirr erscheinen. Die beiden Magier hatten uns mit Xylophon und Sirenengesang eingestimmt und anschließend Rhythmen und Moves drauf, denen man sich nur willenlos überlassen und mit ihnen wegtreiben konnte.



Dazu die beiden Stimmen - eine eher weich und einschmeichelnd, die andere rauh und tief und so geheimnisvoll, dass man 60 Minuten lang jeden Moment gespannt war, was sie noch alles zu bieten hat. Es kam auch tatsächlich dicke mit Polonäse Blankenese, das einem so beiläufig untergejubelt und reingedrückt wurde. Tat auch echt nicht weh! Aber auch - Höhepunktverdächtig - Josephine (bitte, wer hat da nicht schon beim lesen ein seliges Lächeln im Gesicht?!).


Bleibt uns nur, herzlichst Danke zu sagen für einen wahrhaft zauberhaften Abend mit den Jungs vom nettesten Label Leipzigs und tollen Gästen, die sie angezogen haben. Und noch ein bisschen traurig zu sein darüber, nicht die große Besetzung gesehen zu haben im Herbst.




Wer mag, kann sich auch zu anderen wirr klingenden Sachen anstiften lassen, wie z.B. als Samen oder Blatt, Teil eines Baumes und Teil eines Waldes zu werden: IamForest. Na, neugierig?

Setlist:
01: Crossroads
02: When I was a dancer
03: The pond
04: Walking home
05: The quietest
06: Torn (Natalie Imbruglia cover)
07: Polonaise Blankenese
08: Carp
09: August
10: Josephine (Chris Rea cover)
11: For how long how long (Z)

Weitere Konzerte:

11.02. Stuttgart Wohnzimmer Bericht im gig-blog
12.02. Basel Union

13.02. Waldshut Stellwerk
14.02. Lindau Collodium
15.02. St. Gallen Stickerei
17.02. Winterthur Portier


21.02. Leipzig / mit Thomas Kunst (playing german songs)
22.02. Rudolstadt Schillerhaus / mit Thomas Kunst
23.02. Jena Kunsthof / mit Thomas Kunst


01.03. Leipzig klanggut festival
08.03. Oldenburg umbaubar
11.03. Hamburg astra stube
14.03. Haldern wohnzimmer
15.03. Mönchengladbach ladenlokal
16.03. Oldenburg kinoklang



 

Konzerttagebuch © 2010

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