Samstag, 14. November 2015

Sophie Hunger, Dresden, 05.11.15


Konzert: Sophie Hunger
Ort: Alter Schlachthof
Datum: 5.11.2015
Dauer: 110 Min
Zuschauer: ca. 700

Vorband: Faber Faber und seine Band (1 Mitstreiter an Posaune und Schlagzeug) betreten 20 Uhr die Bühne. In der Info auf seiner Seite heißt es „Faber, ein Träumer und Zweifler, ein Charmeur …“. Die Beschreibung passt gut zu den Texten, die wir hören. Faber spielt deutschsprachige Musik zwischen Singer/Songwriter, Punk und Polka. Die Texte sind für mich, was man engagiert und links nennt und als als Zugabe gibt es ein Stück zur aktuellen Mittelmeer-Boot-Problematik aus der Brille der neidvollen hier in der Mitte Europas. Eine sehr sympathische Vorstellung mit markantem Ende, vor allem in Dresden!



Sophie Hunger habe ich erst in diesem Jahr mit ihrem aktuellen Album "Supermoon" kennengelernt. Gekauft und wieder und wieder gehört beeindrucken mich nach wie vor die abwechslungsreichen Songs in 4 Sprachen und irgendwie besondere Schwingungen in der Musik, die mich magisch zum Plattenspieler zieht.



In den letzten Minuten vor Konzertbeginn werden die Mikros akribisch eingestellt, das Publikum wird leicht unruhig, begrüßt die Band dann aber freundlich und enthusiastisch. Sophie startet mit „Supermoon". Und gleich an dem Titel zeigt sich, dass auf der Bühne sehr frisch und frei gespielt wird, die Albumversionen werden zur Interpretation und Improvisation freigegeben. Absoluter Höhepunkt des Abends ist dabei für mich „Queen Drifter“, das im Chorus eine komplett neue Melodie bekommt.



Während des Konzertes bedankt sich Sophie Hunger noch bei Faber und erzählt von ihren eigenen Anfängen auf der Bühne. Vorbands haben ja meist nur 30 Minuten (nur sehr großzügige Bands lassen auch mal 45 Minuten zu), anfangs reicht das eigene Repertoire gerade, um diese halbe Stunde zu füllen. Sophie erinnert sich gern an diese Zeit. Heute ist es schon eher die Qual der Wahl der Auswahl und mich stellt sich die Aufgabe, mir nun endlich auch mit den früheren Werken anzuhören. 



Der Abend ergibt für mich als Sophie Hunger - Neuhörer ein sehr intensives Bild. Manche Songs kommen so zurückgenommen rüber, Sophie nur am Piano oder an der Akustikgitarre und dann wechselt die Szenerie auf der Bühne, es folgen Songs mit voller Band und vollem Drive. Aus dem heraus nehmen sie auch gern mal die Abfahrt in Richtung Jazz und Improvisation. Während des Abends kommen natürlich auch ältere Titel zur Vorstellung, die ich daran erkenne, dass ich sie nicht kenne. Das Publikum ist da schon sattelfest und trägt Sophie und ihre Band auf Händen durch den Abend. So erlebe ich ein abwechslungsreiches Programm durch das beachtliche Werk dieser jungen Künstlerin.

Überhaupt die Band: Recht früh am Abend stellt Sophie Hunger ihre Mutmusiker vor. Das macht sie sehr liebevoll und wartet den langen Applaus für jedes Bandmitglied ab. Ihre Kollegen auf der Bühne sind Alberto Malo (Schlagzeug), Alexis Anérilles (Gesang, Keyboards, Trompete und Flügelhorn) Simon Gerber am Bass und an der Klarinette. sowie Geoffrey Burton an einer sehr wandlungsfähigen E-Gitarre.



Nach zweimal 3 Zugaben und knapp 2 Stunden geht ein wunderbar warmherziges Konzert zu Ende.


Setlist: 
01. Supermoon
02. Fathr
03. Superman Woman
04. Heharun
05. Queen Drifter
06. Die ganze Welt
07. Spaghetti
08. Das Neue
09. Le Vent
10. Mad Miles
11. Spiegelbild
12. Shape
13. We are the Living
14. 1983

15. Walzer für Niemand (Z)
16. The Age of Lavender (Z)
17. Am Radio (Z)

18. Protest Song (Z)
19. Speech (Z)
20. Trainpeople (Z)



Aus unserem Archiv:
Sophie Hunger, Karlsruhe, 02.08.2015
Sophie Hunger, Berlin 18.06.2015
Sophie Hunger, Paris, 29.01.2013
Sophie Hunger, Paris, 21.07.2013

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