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Samstag, 21. September 2013

Portugal.The Man, Berlin, 20.09.13

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Konzert: Portugal.The Man mit support Okta Logue
Ort: Astra in Berlin
Datum: 20. September 2013
Dauer: 40 min + 100 min
Zuschauer: knapp 1000

Bericht und Fotos von Michael aus Chemnitz. Vielen Dank!



Im regnerischen Berlin war ich mit zwei meiner Töchter zunächst auf Parkplatzsuche rund um den S-Bahnhof Warschauer Straße. Wie immer kam uns das Glück zu Hilfe und der anschließende Weg zum Astra war nur kurz. Das Astra ist ein großes Clubhaus mit DDR-Charme. Beim Betreten des Hauses kurz nach 20 Uhr war der Saal schon voll und die Vorband hatte gerade ihren ersten Titel begonnen. Wir haben uns den Spaß gemacht und eine grobe Zählung/Schätzung veranstaltet und sind auf 800 - 1000 Besucher gekommen.

Die Vorband Okta Logue habe ich selbst erst vor wenigen Wochen entdeckt, mir ist vor allem ihr aktuelles Album Tales of Transit City im Ohr geblieben. Ich war begeistert von ihrem knapp dreiviertelstündigen Auftritt. Erinnerungen an Pink Floyd wurden wirklich war, die Gitarre klang oft nach David Gilmour und das Grundmuster von Money kam bei einigen Titeln vor. Immer wieder sehe ich mit Freude alte Keyboards auf der Bühne, so auch bei Okta Logue und war wieder überrascht, welche Sounds dem Gerät zu entlocken sind. Die Band wurde von den Anwesenden von Beginn an gefeiert, was kann man sich als Support Act besseres wünschen.  Mir blieb vor allem die scheinbar endlos lange aber nie langweilige Improvisation zum Abschluss ihres Sets im Gedächtnis. Selten heutzutage und dennoch äußerst willkommen beim Publikum.




Es folgt die obligatorische, etwas zu lange Umbaupause, während der Beatles-Songs in Reggae-Versionen liefen. 21:20 Uhr wurde es endlich dunkel und nach einer 50er Schnulzen-Ouvertüre kamen Portugal.The Man auf die Bühne und begannen ihr Set mit Purple Yellow Red and Blue und dieser Titel ging dann über in den nächsten wie auch dieser ohne Unterbrechung weiterleitete auf den folgenden. Die Band spielte ihre Titel nicht, sie verarbeitete sie zu Versionen, die so an diesen Abend entstanden. Jedenfalls gefühlt. Auf jeden Fall aber nicht mit der Albumversion vergleichbar. Dies alles unter einem maximalen Energieaufwand, massive Bässe schoben sich durch den Saal und der Verbrauch von Flüssigkeiten der Musiker war enorm. Anfangs machte mir die schiere Zerlegungswut der Band Angst, aber im Verlaufe des Abends fügte sich das in ein Gesamtbild. 


Es folgten alte auf neue Songs und Neuinterpretationen auf fast originalgetreu gespielte Titel und das alles in willkürlicher Abfolge. Eine Setlist habe ich für Euch leider nicht, kann aber sagen, dass Songs aus allen Zeiten vertreten waren. Und der Eindruck festigte sich, dass wir hier das Glück hatten, zu einem großen musikalischen Ereignis eingeladen gewesen zu sein. Dazu passte auch der anfangs verwirrende Eindruck, dass die Band im fast Dunkeln spielte. Beleuchtung fand nur hinter der Band in Richtung Publikum und nur in dunklem Blau oder Lila statt. Psychedelische Projektionen unterstützten die Musik, erhellten aber nicht die Musiker. Daran musste ich mich erst gewöhnen, aber mit zunehmender Dauer hatte es zwei Effekte: die Musik nahm den ihr gebührenden Platz in allen Sinnen ein und das Handy blieb viel länger in der Tasche als sonst. 



Auch die Ansagen beschränkten sich auf ein Thank you zwischen den Titeln bis auf einen Moment, wo sich John Gourley bei den Berlinern bedankte und diesen Dank auf das ganze Land ausweitete, welches der Band den Beginn ihrer Karriere ermöglicht hätte. Nirgendwo wären sie mit offeneren Armen aufgenommen worden. Und danach versenkten sich die Musiker wieder in ihre Werke, das Publikum war da schon längst am Feiern und trug die Band weiter bis zum großen Finale. Den Abschluss bildete wieder Purple Yellow Red and Blue - der Titel funktionierte so als Klammer des gesamten Abends. Mir erschien die Abschiedsversion etwas weicher als der Auftakt, das kann aber auch täuschen wie mir meine Tochter bescheinigte.

Als Zugabe war auch Helter Skelter von den Beatles dabei, ebenso endete ein eigener Song mit Zitaten aus Hey Jude. Hier erschloss sich mir das Einspielen der Beatles-Reggaeversionen vor dem unmittelbaren Konzertbeginn.

Nach einem kurzen Thank you und Goodbye ging schnell das Licht und laute Saalmusik an. Mit einem fröhlichen Pfeifen im Ohr begaben wir uns in die Berliner Nacht und besprachen unsere Empfindungen eines beeindruckenden und besonderen Konzerterlebnisses.


Aus unserem Archiv:
Okta Logue, Ulm am 5. September 2013 
Okta Logue, Darmstadt am 17. Mai 2013
Portugal.The Man, Köln am 8. Juli 2009


Andere Meinungen:
Portugal. The Man in Hamburg am 19. September 2013

Tourdaten Okta Logue:

25.09.2013 Hamburg, Reeperbahn Festival
25.10.2013 Osnabrück, Bastard Club 
26.10.2013 Neumarkt i. d. Oberpfalz, Cooper’s 
04.11.2013 München, Muffathalle (supporting Tocotronic) 
06.11.2013 Leipzig, Werk 2 
07.11.2013 Frankfurt, Zoom 
08.11.2013 München, Atomic Café 
09.11.2013 Stuttgart, Zwölfzehn 
04.12.2013 Köln, Luxor 
05.12.2013 Aschaffenburg, Colos-Saal 
06.12.2013 Fulda, Kreuz 
07.12.2013 Siegen, Vortex 
09.12.2013 A-Wien, Chelsea 
11.12.2013 Nürnberg, MUZ 
12.12.2013 Freiburg, White Rabbit 
13.12.2013 Augsburg, Kantine 
14.12.2013 Weinheim, Café Central


Donnerstag, 9. Juli 2009

Portugal. The Man, Köln, 08.07.09

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Konzert: Portugal. The Man (akustisch)
Ort: Stereo Wonderland, Köln
Datum: 08.07.2009
Zuschauer: gut 100 (ausverkauft) und noch einmal gut 30 vor der Tür, die keine Karte mehr bekommen haben
Dauer: 47 min.


Weil ihr heutiges Konzert in Mechelen in Belgien ausfallen mußte, suchten Portugal. The Man aus Alaska eine alternative Abendgestaltung. Also arrangierten sie kurzfristig (gestern Abend spät machte die Nachricht die Runde) ein Ersatz-Konzert in ihrem Kölner Lieblingsclub, dem Stereo Wonderland. Eigentlich hatte ich geplant, den Abend auf der anderen Straßenseite zu verbringen, um im Luxor La Roux zu sehen. Die Alternative hörte sich aber viel reizvoller an - und die Entscheidung war sicherlich richtig.

Die Nachricht des ungewöhnlich intimen Konzerts (der letzte Auftritt in Köln fand im September im vollen Gebäude 9 statt) hatte schnell die Runde gemacht; vor dem Stereo Wonderland standen reichlich Leute. Der ursprüngliche Hauptact des Abends, Atlantic/Pacific spielte gerade seine letzten beiden Lieder. Die Band um Mitglieder von Solea, Texas Is The
Reason und House & Parish hatte ich als Support von Tiger Lou im Dezember gesehen. Für mehr als einen kurzen Eindruck reichte es diesmal aber nicht.

Portugal. The Man waren eine Live-Premiere für mich. Nachdem ich die Band erst vollkommen ingnoriert hatte (weil sie mir von den falschen Leuten zu sehr gehypt wurde zu Beginn ihrer Karriere), wurde ich dann im vergangenen Jahr durch einige Lieder neugierig.

Viel mussten Portugal. The Man nicht um- oder aufbauen, da sie ja akustisch spielen sollten. Neben einer geliehenen Gitarre benötigten die Amerikaner nur ein Keyboard, eine
Schlagzeug- und eine Percussion-Trommel (eine Conga?). Sänger John Gourley (mit Hut, langen Locken und verwegenem Schnauzbart) klimperte irgendwann auf seiner (bzw. nicht seiner) Gitarre rum und begann dann das erste Stück, um es sofort wieder abzubrechen. Ein zweiter Versuch ging besser, bis eine Saite riss ("I broke a string - first song..."). Sofort bot zwar jemand hinten im Publikum Ersatz an, John wollte es aber erst einmal so versuchen. Der nächste Versuch saß und beeindruckte mich. Johns hohe Stimme passte auch zum ungewohnten Sound sehr gut und stand sicher deutlich mehr im Mittelpunkt als bei normalen Konzerten mit dem Druck vieler E-Gitarren (aber das kann ich wie erwähnt nicht richtig beurteilen).

Sehr gut gefielen mir die Percussions, von zwei Bandmitgliedern bedient (Jason und Ryan?). Am Keyboard saß dann der letzte
Portugal-Man neben einer Bandfreundin, die wohl mitspielte. So genau war das von meinem Standort aus nicht zu sehen, die Bühne im Stereo ist leider sehr niedrig.

Die aus Hockey-Mum's own country stammende Band veröffentlich in anderthalb Wochen ihre vierte
Platte. Drei Stücke von The Satanic Satanist waren Teil des akustischen Programms im Stereo Wonderland. Ich kann schlecht einschätzen, wie Everyone is golden, People say und Do you auf CD klingen werden, die leise arrangierten Versionen gefielen mir aber schon einmal gut. Vor allem People say war ein Knüller!

Der Rest des Programms stammt von hauptsächlich von der zweiten und dritten Platte der Band, vor allem von Censored Colors. Meine Favoriten waren Shade von Church Mouth und die drei ineinander gespielten 1989, Our way und Colors.

Trotz (oder wegen) fehlender Vergleichsmöglichkeit, fand ich das Konzert ganz ausgezeichnet. Auch wenn es Mist gewesen wäre, wäre ich mit einem guten Gefühl aus der kleinen Bar gekommen. Denn Bands, die wegen des Spaßes ein spontanes Konzert spielen, finde ich prima!

Gut, daß ich meine Berührungsängste mit Portugal. The Man (trotz des doofen Bandnamens) abgelegt habe. Ich denke, daß ich sie sicher noch einmal sehen werde!

Setlist Portugal. The Man, Stereo Wonderland, Köln:

01: Church mouth
02: And I
03: Everyone is golden (neu)
04: New Orleans
05: People say (neu)
06: Shade
07: Do you (neu)
08: 1989
09: Our way
10: Colors
11: AKA M80 The Wolf



 

Konzerttagebuch © 2010

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