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Dienstag, 6. November 2007

Kaiser Chiefs, Köln, 05.11.07

10 Kommentare

Konzert: Kaiser Chiefs

Ort: E-Werk Köln
Datum: 05.11.2007
Zuschauer: fast ausverkauft


Was ist bloß mit dem Kölner Indie-Publikum los? Erst waren Art Brut schon immer kleiner verlegt worden, dann waren bei Lucky Soul ganz wenige Aufrechte und jetzt auch die Kaiser Chiefs vom riesigen Palladium verschoben ins kleinere (und für die Kaiser Chiefs doch eigentlich viel zu kleine E-Werk). Natürlich ist das E-Werk viel viel schöner, als großer Freund der Band aus Leeds tut es mir aber in der Seele weh, daß die Chiefs trotz all der "Ruby, Ruby, Ruby!" Plakate und trotz der Radiorotation in Köln nicht mehr angenommen werden. Dabei ist das letzte Konzert der Band im Rheinland eine Weile her (wenn man Rock am Ring ausklammert).

Alleine schon, weil so etwas der Band nichts auszumachen scheint, und weil Ricky
bisher immer gut gelaunt auf die Bühne kam, lohnt es sich, die Band auch ein paar Tage nach meinem letzten Konzert in Offenbach wieder anzusehen.

Zunächst aber gab es wieder das sehr gelungene Rahmenprogramm. Erste Band des Abends waren die blutjungen Jakobinarina aus Island. Mir gefällt der punkige Sound der Gruppe sehr gut, er (der Sound) kam aber offenbar in Köln weniger gut an als in Offenbach am Freitag. Die sechs Isländer spielten das gleiche Set wie beim letzten Mal, darunter ihre Singles "
This is an advertisement", "Jesus" und "His lyrics are disastrous". Ich hatte den Eindruck, daß die Band, vor allem Sänger Gunnar auch merkten, daß sie irgendwie gegen eine stille Wand anspielten. Trotzdem spielten sie ihren Auftritt sehr souverän durch, obwohl einige der Bandmitglieder eben erst 16 sind. Erstaunlich, wie "erwachsen" ihre Musik trotzdem klingt. Gitarrist Hallberg Daði Hallbergsson, den ich vorher gesprochen habe, sagte mir, daß sie das schon öfter gehört hätten. Niemand könne sich vorstellen, daß sie alle so jung seien.

Bei einem Lied rannten Sänger Gunnar und Keyboarder Ágúst wie von der Tarantel
gestochen ins Publikum und sangen und tanzten da weiter. Endlich kam dann auch Stimmung im Saal auf. Aber ich will das dem Publikum um Gottes Willen nicht vorwerfen, Jakobinarina (und eigentlich auch die Silversun Pickups) machen eben schon eine weniger mainstreamige Musik, die für die Leute, die die Kaiser Chiefs aus dem Radio kennen (und für die sie das punkige Ende ihres Musikspektrums sind), können ganz sicher nichts mit einer Band anfangen, die manchmal nach der Gang of Four klingt. Für wen die Kaiser Chiefs das Pop-Ende ihres Horizonts sind, war das sicher was.

Nach einer knackigen (und sehr knappen) halben Stunde waren die sechs Jungs schon fertig. Als Gunnar (der wirklich prima Deutsch spricht) schon weg war, machten die anderen noch etwas Krach und verließen die riesige E-Werk-Bühne.

Setlist Jakobinarina E-Werk Köln:

01: Riding
02: This is an advertisement
03: Jesus
04: 17
05: Nice guys don't play good music
06: His lyrics are disastrous
07: Sleeping in Seattle
08: I'm a villain
09: So, spit me in the eye

Band zwei waren wie gehabt die Silversun Pickups aus Los Angeles. Mir gefällt die Musik der vier Kalifornier immer besser. Wie schon beim ersten Mal live erinnert mich die Stimme des sympathischen Sängers sehr an die des Ash-Frontmanns. Brian und seine drei Kollegen, vor allem Bassistin Nikki, wirken, als hätten sie ganz furchtbar viel Spaß bei dem, was sie tun. Brian betonte ein paarmal, wie "fucking amazing" wir seien. Die Stimmung war auch eine ganze Ecke besser als bei Jakobinarina.

Mein Liebling aus dem Set der Amerikaner ist "Common reactor", der Schlußsong. Wobei das eigentlich vollkommener Unsinn ist, weil alle sechs Lieder echte Hits sind. Vier der sechs Stücke sind Singles der Band aus den Jahren 2006 und 2007. Daran, daß sie nur sechs Lieder spielten, kan man ablesen, daß die Songs von Silversun Pickups länger und komplexer als die kurzen und knackigen Punk-Pop Lieder von Jakobinarina sind.

Die Kaiser Chiefs haben ein gutes Händchen bewiesen bei der Auswahl des Supports, zumindest für mich, denn mich haben beide Vorgruppen vollkommen überzeugt!

Setlist Silversun Pickups E-Werk Köln:

01: Well thought out twinkles
02: Dream at tempo 119
03: Little lover's so polite
04: Future foe scenarios
05: Lazy eye
06: Common reactor

Als dann um 21.45 Uhr Kaiser Chiefs Zeit war, hatte sich das E-Werk zumindest so weit gefüllt, daß es einigermaßen ausverkauft aussah. Auch auf der Empore standen Leute. Aber ich glaube wirklich, daß die Jungs aus Leeds auch vor halbvollem Haus Spaß gehabt hätten. Ich nehme ihnen vollkommen ab, daß die gute Laune nicht bloß gespielt ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß ihnen ein Konzert wie das von Maximo Park im Palladium unterlaufen könnte.

Um mich rum standen enorm viele Engländer, was ja in Köln ein Garant für gute Stimmung ist (und dafür, daß nicht bloß bei "Ruby" mitgesungen wird). Am seitlichen Rand der Bühne hatte sich Nikki von den Silversun
Pickups aufgebaut und machte während des Konzerts eifrig Fotos.

Das Programm war exakt das gleiche wie das in Offenbach. Da hatte auf der Setlist noch "Version 1" gestanden, vielleicht wechseln sie ab und in Berlin wurde eine andere gespielt. Aber letztlich ist es mir bei den Kaiser Chiefs (oder Art Brut) auch egal, wenn da wenig Kreativität in der Setlist steht. Bei den
Konzerten kommt der Spaß aus anderen Aspekten als aus Überraschungen.

Musikalisch war es also weitestgehend gleich, anders waren die kleinen Dinge am Rande. Ricky hatte offenbar so viel Spaß in Köln, daß er zigmal während des Singens lachen mußte. Die Gründe habe ich leider nicht mitbekommen, es wirkte aber herrlich!

Er hatte sein Deutsch seit Freitag auch drastisch verbessert und versuchte sich ein paarmal in Landessprache. Mit wechselhaftem Erfolg...

Peanut trug wieder mal ein Hütchen (und das Hemd von Offenbach, davon hat er
aber sicher ganz viele!). Dafür durfte (oder mußte) er "Modern Way" nicht anklatschen. Er stand bloß kurz vorne, ging dann aber wieder zu seinen Keyboards mit Klavier- bzw. Orgelverkleidung zurück. Übrigens gibt es bei dieser Tour nicht mehr den KC Schriftzug im Bühnenhintergrund, den sie zumindest im Sommer noch dabei hatten.

Ricky stand oft und lang auf den Absperrgittern und sang von da. Irgendwann war er aber verschwunden... Alle Welt sah plötzlich nach oben und ganau da, nämlich auf dem Balkon sang der Frontmann weiter. Er lief dann noich weiter über die Empore, um
dann über die Treppe wieder nach unten zu rasen. Die hatte er auf dem Hinweg nicht genommen, das hätte ich gemerkt, denn auf dem Rückweg lief er direkt neben mir vorbei wieder auf die Bühne.

Fast (aber nur fast) wäre Köln ein Kaiser Chiefs Konzert ohne Crowdsurfer gewesen. Nicht, daß ich das mag, das
Fehlen der Leute wäre aber auch ein Index für sehr mäßige Stimmung gewesen. Zwei habe ich immerhin gezählt.

Nach 65 Minuten (und "Angry mob") endete das Konzert, bevor mit dem wundervollen "
Love's not a competition" und natürlich "OMG" die beiden aktuellen Zugaben kamen. "Oh my god" brüllten dann endlich alle mit, bis in die hinterste Ecke des wieder so großartigen E-Werks. Bitte, bitte, bitte, laßt da häufiger Konzerte stattfinden!

Setlist Kaiser Chiefs E-Werk Köln:

01: Everything is average nowadays
02: Everyday I love you less and less
03: Heat dies down
04: Born to be a dancer
05: Ruby
06: I can do it without you
07: Modern way
08: Highroyds
09: Retirement
10: Thank you very much
11: Na na na na naa
12: I predict a riot
13: Take my temperature
14: The angry mob

15: Love's not a competition (Z)
16: Oh my god (Z)

Links:

- Kaiser Chiefs in:
- Paris 2006
- Wuppertal 2007
- Paris (Olympia) 2007
- London (Wireless Festival) 2007
- Paris 2007 (Solidays)
- beim Highfield Festival 2007
- Offenbach (02.11.07)

- mehr Fotos aus Köln
- mehr Fotos vom Konzert in Offenbach



Samstag, 3. November 2007

Kaiser Chiefs, Offenbach, 02.11.07

8 Kommentare

Konzert: Kaiser Chiefs

Ort: Stadthalle Offenbach
Datum: 02.11.2007
Zuschauer: nicht ausverkauft, aber recht gut gefüllt


Wie paßt das eigentlich zusammen, daß wir bei Meinzuhause. Mein Blog., die oft über Bands wie Malajube, CocoRosie, Bat for Lashes oder Interpol schreiben, mit Abstand am häufigsten zu den Kaiser Chiefs gehen? Zu Kirmesmusik, bei der jeder sich ernst nehmende Kritiker die Nase rümpft? Zu einer Band, deren Texte oft aus "La la la"- oder "Na na na"-Passagen bestehen? Nun, Kaiser Chiefs Konzerte machen einfach höllisch viel Spaß, Kirmes hin oder her. Der letzte Auftritt der Band, den ich gesehen habe, war im Sommer in London beim Wireless Festival. Die Kaiser Chiefs waren da Headliner eines Tags, der mit fast schon zu vielen grandiosen britischen Bands besetzt war (die Editors, The Twang, die Cribs, Pigeon Detectives, Rakes, Los Campesinos!, Mumm-Ra oder die Good Shoes). Trotz der Reizüberflutung war der Abschluß des Abends, vor allem "Ruby", von 20.000 Menschen mitten in London gesungen, ein einmaliges Erlebnis. Mein Woodstock... (schade, daß hier keine Alt-Hippies lesen, ich sähe jetzt gerne entsetzte und angeekelte Blicke).

Daß jedes folgende Konzert des Band aus Leeds dagegen nicht ankommen kann, ist mir bewußt, das versaut mir aber nicht die Lust, die Kaiser Chiefs wieder zu sehen.
Mein erstes richtiges Hallenkonzert von Ricky & Co. 2007 sollte in der Stadthalle in Offenbach stattfinden. Da hatte ich sie vor anderthalb Jahren schon einmal gesehen, hatte die Halle aber viel größer in Erinnerung. Vermutlich hat jede Taunusgemeinde eine eindrucksvollere Mehrzweckhalle, der Saal in Offenbach ist wirklich nicht das, was man sich für eine Band vorstellt, die in England eben vor zigtausend Zuschauern spielt. Was sich nicht unterscheidet bei Konzerten in ihrer Heimat und im Ausland, sind die Vorgruppen. Die Kaiser Chiefs bringen grundsätzlich zwei zusätzliche Bands mit. Bei den Deutschland Terminen sind das Jakobinarina aus Island und die Silversun Pickups aus den USA.

Jakobinarina (solche Namen kann man sich auch nur in einsamen isländischen Nächten ausdenken) sollten die erste Band des Abends sein. Das Album der Band "The first Crusade" hat mich sehr neugierig gemacht, weil ihr Stil zwar an Bands wie
die Maccabees erinnert aber doch etwas Eigenes hat. Ähnlich wie The Enemy sind die Mitglieder von Jakobinarina blutjung (16 bis 20), klingen und wirken aber überhaupt nicht jung, unsicher oder unprofessionell. Ihr Set begann die Gruppe aus Hafnarfjörður mit dem Instrumentalstück "Riding". Sänger Gunnar Bergmann kam erst zum zweiten Stück "This is an advertisement" auf die Bühne und komplettierte damit seine Band. Daneben gehören Hallberg Daði Hallbergsson, ein Gitarrist mit sehr lustiger Bruder Tuck Frisur, Schlagzeuger Sigurður Möller Sívertsen, Bassist Björgvin Ingi Pétursson, der die zweitkleinste Jeans trug, die ich je gesehen habe, Keyboarder Ágúst Fannar Ásgeirsson und Gitarrist Heimir Gestur Valdimarsson (mit einer kleineren Jeans) zu Jakobinarina. Nach dem Hören der CD war sich überzeugt, daß die Musik nichts für die Leute wäre, die zu den Kaiser Chiefs gehen, weil sie "Ruby" aus dem Radio kennen. Das täuschte aber. Vielleicht lag das daran, daß es nicht so laut und punkig war, wie ich das erwartet hatte, die Stimmung war jedenfalls auch bei den Isländern schon prima. Mich mußten Gunnar und Band nicht mehr überzeugen - aber sie taten es kräftig. Jakobinarina ist eine hoch interessante Band, die so gar nichts mit den üblichen Vorstellungen, die man von isländischer Musik hat, gemein hat. Gunnar spricht fließend und akzentfrei Deutsch und wirkte wahnsinnig sympathisch. Damit widersprach er einem ihrer Lieder, wonach nette Jungs keine gute Musik machen. Aber wenn das stimmt, wirkte er wahrscheinlich eben nur nett und ist in Wahrheit ein gräßlicher Mensch...

Nach einem Ausflug von Gunnar und
Ágúst Fannar ins Publikum und neun Liedern, war der Auftritt der Isländer leider beendet.

Setlist Jakobinarina Stadthalle Offenbach:

01: Riding
02: This is an advertisement
03: Jesus
04: 17
05: Nice guys don't play good music
06: His lyrics are disastrous
07: Sleeping in Seattle
08: I'm a villain
09: So, spit me in the eye

Danach wurde die freudige Konzertstimmung erst einmal dadurch gestört, daß der vermutlich größte (und langhaarigste) deutsche Fan der Silversun Pickups mit jedem in meiner Nähe diskutierte, daß er gerne seinen Platz einnehmen würde, weil er ja wegen der Kalifornier da wäre ("Tschuldigung, wieso bist Du denn hier?" "?" "Wegen welcher Band bist Du da?" "Wegen der drei Bands" "Und welche interessiert Dich am meisten?" "Alle drei" "Du kennst Silversun Pickups?" "Ja"). Er erreichte damit nicht das, was er wollte, bei niemandem, und konnte daher nur in der zweiten Reihe headbangen. Als die vierköpfige Band aus Los Angeles auf die Bühne kam, ging Fan Nummer eins ab, wie eine Elfjährige bei Tokio Hotel. Das entging der Band auch nicht, Bassistin Nikki Monninger grinste während des ganzen Konzerts vor sich hin. Als Sänger Brian Aubert den Anhänger entdeckte, (das war nicht weiter schwer), brüllte der, daß er die Silversun Pickups in San Francisco gesehen habe. "You were there? Fuck you!" Die Super Nanny hätte in einer vergleichbaren Situation sicher dazu geraten, zu deeskalieren, Familie Headbanger kam so aufgemuntert jetzt richtig in Fahrt und sorgte für viele verstörte Blicke, der hauptsächlich jungen und weiblichen Zuschauer außenrum. Auch wenn bei einem "echten" Konzert der Amerikaner vielleicht mehr "wilde" Fans sind, werde ich mir die Silversun Pickups ganz sicher noch einmal ansehen wollen (nicht nur Montag in Köln), denn ihre Musik ist fantastisch. Es ist nicht neu, was sie machen. Viele Referenzen liegen klar auf der Hand, die Smashing Pumpkins z.B., mit denen sie oft verglichen werden. Mich erinnerte vor allem Brians Stimme an Tim Wheeler von Ash, auch die Lieder könnten zum Teil von Ash (mit Charlotte Hatherley) stammen. Auch die Subways sind nicht furchtbar weit weg von SSPU.

Ganz unamerikanisch hatte sich Brian offenbar über den Ort, an dem sie auftreten
informiert. Ihm war bekannt, daß es zwischen Offenbach und Frankfurt gewisse Differenzen gibt. Er fragte daher mehrfach, ob wir denn aus "Fränkfurt" oder "Awfullbäck" seien.

Die vier Musiker (Keyboarder und Schlagzeuger komplettieren die Gruppe) spielten nur sechs Lieder, vermutlich alle vom 2006 erschienenen Album "Carnavas". Auch wenn es stilistisch auch nicht hundertprozentig zu den Kaiser Chiefs paßte, war auch dieses Appetitanreger-Konzert großartig! Die Turnhalle war auch mittlerweile etwas voller, die Tribünen am hinteren Ende des Saals waren aber ohnehin zum Teil mit Vorhängen deaktiviert worden, die Kaiser Chiefs scheinen sich leider schlechter zu verkaufen, als das zu erwarten war. Auch in Köln wurde das Konzert vom Palladium ins E-Werk verlegt, aus ästhetischen Gründen perfekt, für die Band sehr schade!

Setlist Silversun Pickups Stadthalle Offenbach:

01: Well thought out twinkles
02: Common reactor
03: Little lover's so polite
04: Future foe scenarios
05: Lazy eye
06: ?

Da der Großteil des Bühnenaufbaus schon vorher stattgefunden hatte und die Podeste für Schlagzeug und Peanut fertig hinter einem Vorhang warteten, dauerte der Umbau nach den Silbersun Pickups (die übrigens nach einem Schnapsladen in LA benannt sein sollen, eine schöne Idee, ich freue mich jetzt schon auf eine Band "Trinkhalle" aus Frankfurt, vermutlich gibt es die aber schon).

Der Trennvorhang fiel pünktlich um zehn, die Kaiser Chiefs betraten die Bühne un
d das einstündige Mitsingen konnte beginnen. Überraschend sind die Auftritte der Band aus Leeds irgendwann nicht mehr, darum geht es aber mir auch nicht. Die aktuelle Setlist enthält nichts, was man nicht schon einmal live hätte sehen können. "Take my temperature" von der "Oh my God" EP ist seit diesem Jahr fest im Programm. Der Rest stammt von den beiden Alben und bildet damit ein sicheres Programm, das die Stimmung permanent hoch hält. Neu war für mich der Beginn mit "Everything is average nowadays".

Egal wie oft die Band dieses Programm spielt, es wirkte auf mich nicht so, als sei da kein Spaß mehr vorhanden. Anders als bei Maximo Park in Köln, bei ersten Konzert in Deutschland nach einigen Shows in England, als man vor allem Paul Smith anmerkte, daß da Routine abgespult wurde, schien es den Leedsern nichts
auszumachen, jetzt in einer Dorfgemeinschaftshalle zu spielen und eben nicht in der Manchester Evening News Arena. Ob es Koketterie war oder Zeichen ihrer Bodenständigkeit, Ricky berichtete, sie hätten ihren Day-off in "Offenbäck" verbracht, im Café gesessen, sich Schuhläden angesehen und Nick hätte sich ein Fahrrad gekauft. Das stellte Ricky dann auch irgendwann auf die Bühne. Schwer vorstellbar, daß sich eine Amy Winehouse beispielsweise irgendetwas Nützliches (und Normales) in einer Deutschen Tourneestadt gekauft hätte...

Da Ricky nicht richtig klettern konnte - dafür fehlten
schließlich die Gerüsttürme am Bühnenrand, schnappte er sich einen Security-Mann, hielt sich bei ihm fest und balancierte einmal von rechts nach links über das Absperrgitter zwischen Publikum und Fotograben.

Natürlich sollte auch Peanut wieder "Modern way" einklatschen und wurde dabei von Schlagzeuger Nick gefragt, wie viele Lieder er heute singe, worauf er "none"
antwortete. Das Publikum brüllte allerdings "sing, sing, sing", was Peanut sichtlich verunsicherte. Seine Bandkollegen ließen ihn auch zappeln und warteten mit dem Anzählen des nächsten Lieds extra lang...

"The angry mob" war Abschlußlied des Hauptteils. Spätestens dabei war das Publikum dann auch endgültig in Angry-Mob-Stimmung, denn es wurde da kräftig gepogt. Als die Kaiser Chiefs dann verschwunden waren, fingen irgendwelche Leute an, "Seven nation army" zu singen (schreckliche Unsitte). Ricky
reagierte dann, als sie wieder auf die Bühne kamen, souverän und sang ein paar Takte des zum Fußball-Liedchen verkommenen Lieds.

"Oh my god" war wie immer der Abschlußsong eines recht kurzen aber sehr knackigen Konzerts. Und ich freue mich schon auf Montag und auf das nächste Mal. Und ich wünsche manch einem schlechtgelaunten Visions*redakteur ab und zu mal ein Kirmesmusikkonzert, um nicht nur Weltschmerz-Musik hören zu müssen.

Setlist Kaiser Chiefs Stadthalle Offenbach:

01: Everything is average nowadays
02: Everyday I love you less and less
03: Heat dies down
04: Born to be a dancer
05: Ruby
06: I can do it without you
07: Modern way
08: Highroyds
09: Retirement
10: Thank you very much
11: Na na na na naa
12: I predict a riot
13: Take my temperature
14: The angry mob

15: Love's not a competition (Z)
16: Oh my god (Z)

Links:

- Kaiser Chiefs in:
- Paris 2006
- Wuppertal 2007
- Paris (Olympia) 2007
- London (Wireless Festival) 2007
- Paris 2007 (Solidays)
- beim Highfield Festival 2007
- mehr Fotos vom Konzert in Offenbach

* nur ein Beispiel...



 

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