Posts mit dem Label Bernd Begemann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bernd Begemann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 17. März 2014

Bernd Begemann & Ben Schadow, Gießen, 14.03.2014

0 Kommentare

Konzert: Bernd Begemann (mit Special Guests Tess Wiley & Ben Schadow)
Vorband: Ben Schadow mit Pele Caster (und Special Guests Bernd Begemann & Tess Wiley)
Ort: MuK, Gießen
Datum: 14.03.2014
Dauer: Bernd Begemann 114 Minuten (exklusive Pause); Ben Schadow 66 Minuten
Zuschauer: etwa 30



Das war wohl das, was man einen denkwürdigen... Ich greife zu tief, das war wohl das, was man guten Gewissens als legendären Abend bezeichnen kann: Bernd Begemann, Godfather of Hamburger Schule, „König des urbanen Pop“ (taz) und „Guru“ der Höchsten Eisenbahn spielt ein auch für seine Verhältnisse außergewöhnliches Konzert in Gießen mit Tess Wiley als Gaststar und Ben Schadow im Vorprogramm und gerade einmal 30 Leute werden Zeuge. 
 Beim Eintritt in die Bunkeranlage auf der Gießener Automeile, in der sich das MuK verbirgt, schließt sich für mich gewissermaßen ein Kreis. Im Dezember 2009 sah ich Begemann das erste Mal im Jokus, einem Kulturzentrum inmitten der gesichtslosen Studentenstadt. Für einen 18-jährigen Schüler war das Konzert ein berauschendes Erweckungserlebnis, sorgte für die für mich damals überaus überraschende Erkenntnis, dass deutsche Texte auch abseits des Punkrocks ihre Berechtigung in der Popmusik haben, war damit entscheidender Indikator meiner bis heute wachsenden Liebe für guten deutschen Indie-Pop. Zahlreiche besuchte Konzerte des Meisters waren das logische Resultat, nach und nach erschloss ich mir die Hamburger Schule von Begemann ausgehend über die Bad Salzufler Fast Weltweit Szene von hinten von Blumfeld, Tocotronic und Superpunk bis hin zur Erbengeneration um Kettcar. Zu Besuch bei meinen Eltern in der oberhessischen Heimat liegt ein Abstecher in die für meinen Musikgeschmack prägende Stadt nahe. Es ist eine Reise zurück in meine musikalische Adoleszenz, hier im MuK sah ich in meinem Abiturjahr ein Akustik-Konzert Frank Turners, dem britischen Folk-Punk-Springsteen, der nicht nur dessen „Thunder Road“ zu seiner ultimativen Coverversion führte, sondern auch in der Partnerstadt seiner Heimatstadt Winchester spielte, ohne deren Namen je zuvor gehört zu haben. 


Betrachtet man Begemanns Schaffen der letzten Jahre, so ist kaum ein Name enger damit verknüpft als Ben Schadow. Als Bassist der 2003 ins Leben gerufenen Gruppe Die Befreiung, die Begemann seitdem auf seinen Alben und (leider viel zu selten) live begleitet, kommt dem 37-Jährigen die Rolle des ruhigen Gegenpols zum brodelnd extravertierten Frontmann zu. Schadow ist der Publikumsliebling hinter Begemann, produzierte die letzten beiden Alben der Band und ist seit einigen Jahren auch als Solokünstler aktiv. Dass das MuK ausgerechnet Schadow als Support-Act für den „größten Entertainer Deutschlands“ (Musikexpress) wählte, ist ein ausgesprochener Glücksfall für Fans. Gemeinsam mit Klee-Bassist Stefan „Pele Caster“ Götzer beschließt Schadow seine zurückliegende Band-Tour mit einem Duo-Konzert. 


Mit angenehmer Anekdotenplauderei, wohldosierten feingeistigen Liedern und einigen Klassikern seiner einstigen Mod-Band Les Garcons sorgen die Beiden für ein äußerst kurzweiliges Support-Set. Über eine Stunde darf man spielen. Die Zuschauer sind aufmerksam, der Applaus ist stets anerkennend, hin und wieder sogar frenetisch. Schon die Eröffnung mit „Zusammen zuletzt“ gelingt und spätestens als Schadow von seinem letzten Erlebnis im MuK vor sieben Jahren berichtet, ist das sprichwörtliche Eis gebrochen. Damals stellte er Zuschauern nach einem Konzert mit Bernd Begemann & Die Befreiung die Frage, wie es ihnen gefallen habe. Als keine klare Antwort kam, verfeinerte er: „Ihr könntet zumindest sagen, ob es besser als Pur war.“ Das Zitieren der ernüchternden Antwort „Du fragst mich ja auch nicht, ob ich lieber Kotze oder Scheiße essen würde“ sorgt für den ein oder anderen Lacher. Aus dem Hintergrund hört man Begemann rufen: „Das waren Freunde vom Keyboarder“. Die Lacher nehmen zu. 

Weiter geht es mit starken Stücken von Schadows Debüt „Liebe zur Zeit der Automaten“, dem neuen, in der griechischen Mythologie wildernden Song „Fräulein M“ und „Sie sagt, sie geht“, einer rumpelnden Beatrock-Nummer aus der Garcons-Ära. Begemann kommt zu „Wie leicht es wäre, einfach zu bleiben“ auf die Bühne, liefert spontan den Beat. Später im Set betritt Tess Wiley, in Gießen lebendes Ex-Mitglied von Sixpence Non The Richer und charismatische Folkrock-Sängerin, als Gaststar die Bühne, singt „Gerade verliebt“, den norddeutschen Garcons-Hit, der in der Studioversion ausgerechnet von Begemann eingesungen wurde, und „Morgen sagen wir“ von Pele Caster mit diesem im Duett. Die stilvolle, stimmgewaltige Amerikanerin führt das Set auf eine höhere Ebene. Im lockeren Zusammenspiel ergeben sich völlig neue Möglichkeiten, die den besten Auftritt Schadows, den ich in diesem Jahr sah, angemessen enden lassen. 


 „Ich habe meinen Frieden gemacht mit den Dinkelkeks-Müttern vom Spielplatz“, Begemann benötigt wenige Minuten, um all das unter Beweis zu stellen, was ihn als Songwriter und Perfomer vor nahezu allen nationalen Kollegen auszeichnet. Die stets genaue Analyse eines Zeitalters neuen Biedermeiers ist die pointierte Abrechnung mit Hipster- und Yuppiekultur und einer poetischen Beobachtungsgabe geschuldet, die soziologische Phänomene besser einzufangen vermag, als es wissenschaftliche Termini je könnten. 

Noch eine Spur gelöster als zwei Tage zuvor in Frankfurt gespielt, ist die erste Hälfte des Sets atemberaubend. Begemann reizt seine Entertainer-Begabung aus, spielt starke Songs und kommt bei seinen Ansagen vom hundertsten ins tausendste, um mit Fontane zu sprechen. Das ist kluge Premiumunterhaltung, assoziativ und spontan. So kommt er vom Namen des Clubs, zum Märchen „Der kleine Muck“, schweift zur DEFA-Verfilmung ab, nur um dann „Kein Glück im Osten“, einen seiner besten wie auch beliebtesten und scharfzüngigsten Livesongs inklusive Bryan-Adams-Parodie, zu spielen. Prompt wird die resignierte Einsicht „Ich hab' kein Glück im Osten“ vom Publikum gesungen und Begemann kann sich in seine Unterhalterrolle fallen lassen. Dazwischen sprießen traurige Liebes- wie Trennungslieder der Güte von „Ich habe nichts erreicht außer dir“ und „Viel zu glücklich (Um es lange zu bleiben“ als blühende Exempel seines Songwritings. Niemand leidet so unprätentiös wie Bernd Begemann, der tatsächlich keinen Grund hat auf den „Gothic-Heino“ von Unheilig neidisch zu sein. 


„Meine Jahre mit Elizabeth Taylor“, jener extraordinäre Song seiner alten Band Die Antwort, der mit seiner eingängigen Melodie und faszinierenden Handlung ein Hit hätte werden müssen, ist eine überraschend gespielte, publikumsgewünschte Rarität, die dann in den zwanzig Jahre später eingetretenen tatsächlich ersten Charts-Erfolg Begemanns übergeht: „Verhaftet wegen sexy“, die Kollaboration mit seinem erfolgreichen Freund und Epigonen Olli Schulz, ist mit seiner „La Bamba“-Melodie ein echter Ohrwurm, war dieses Jahr ein Karnevalsschunkler und wird ziemlich sicher ein Erfolg am Ballermann werden. Auch wenn die Nummer qualitativ gegenüber den meisten anderen Begemann-Songs deutlich abfällt, gönnt man ihm den redlich verdienten Erfolg und freut sich, nicht mehr der jüngste Besucher seiner Konzerte zu sein. Dass selbst eine derart mediokre Nummer dann noch mit Zeilen wie „Es ist wie jede Nacht, zwei Apfelschorle und ich bin nackt“ daherkommt, spricht jedenfalls für sich. 


Für die Tammy-„Stand by your man“-Wynette-Countryballade „Till I Get It Right“ gibt es ein Wiedersehen mit seiner einstigen Label-Kollegin Tess Wiley und das kleinen Rhythmusproblemen zum trotz beste Duett, das ich seit längerem gehört habe, dazu. Mit starker Präsenz und einnehmender Stimme ist Tess Wileys Gastauftritt das „i-Tüpfelchen“ eines tollen Konzerts, wie mein Vater anerkennend betont. Nach Obligatorischem wie „Fernsehen mit Deiner Schwester“ oder „Nichts erreicht außer Dir“ folgen neue Lieder wie „Lila Twingo“ (mit Buddy-Holly-Zitat) und am Ende des regulären Sets die rührselige Familien-Ode „Wir Drei“. 


Mit dem ehrerweisenden Zusatz „meinen allerliebsten Lieblingsmusiker“ bittet Begemann seinen Band-Bassisten Schadow für die Zugaben auf die Bühne. Erstmals als Duo auf der Bühne stehend und zum zweiten Mal bei einem Begemann-Konzert überhaupt an der Gitarre schmückt der bärtige Schadow die Lieder seines Frontmanns mit angenehm nonchalantem Spiel aus. Das ungewöhnliche Liebeslied „Eigentlich wollte ich nicht nach Hannover“ zwischen vertontem Roadmovie und wehmütiger Schwärmerei für eine Tramperin angelegt, animiert noch einmal zum Mitsingen. „Reinigt eure Seele mit einem lauten 'nach Hannover'“, ruft Begemann, „das ist eine ganz eigene Katharsis. Das schönste an Gießen ist der Friedhof, hat mir mal jemand erzählt, der drei Jahre lang hier gewohnt hat. Aber seid froh, denn egal, wie trist eure Stadt ist, ihr wohnt nicht in Hannover.“ Wieder wird Begemann kollektiv gefolgt, wieder gipfelt die „Bernd-Begemann-Show“ in glücklichen Gesichtern von Menschen, die Felix Weigts (Die Höchste Eisenbahn, Spaceman Spiff, Kid Kopphausen) Credo im aktuellen Musikexpress, jeder müsse in seinem Leben einmal ein Bernd-Begemann-Konzert besucht haben, wohl ausnahmslos unterschreiben würden. 


„Ben, versprich mir, dass du immer bei mir bleiben wirst. Selbst dann, wenn du Nummer 1 wirst“, ruft Begemann Schadow während eines Solos zu und führt einem noch einmal den unkaputtbaren Geist einer der wohl glücklichsten deutschen Musiker-Konstellationen des vergangenen Jahrzehnts vor Augen. „Keine Angst, Bernd, davon bin ich weit entfernt.“ Es folgt „Unsere Band ist am Ende“, der eindrucksvolle Schluss der ersten Befreiungs-Platte. Ein ironischer Abschiedskommentar zum bisher schwächst besuchten und vermutlich auch kürzesten Auftritt seiner aktuellen Tour beendet ein fantastisches Indie-Pop-Konzert. Was übrig bleibt, ist ein flaues Gefühl im Magen, ob der mageren Besucherzahlen, Kopfzerbrechen über den bitteren Zeitgeist und die Gewissheit etwas ganz Besonderes erlebt zu haben. 
Qualitative Popkunst wiegt doch so viel mehr als Anbiederung und Beliebigkeit, ein gutes Konzert schwerer als ein Plastikbecher Bier in der Mehrzweckhalle.




Setlist Ben Schadow & Pele Caster, Gießen:

01: Zusammen zuletzt
02: Herz aus Holz
03: Gnade trägt man in Särgen
04: Sie sagt, sie geht (Les Garcons-Song)
05: Fräulein M (neu)
06: Buena Sera, Signor, Buena Sera (Les Garcons-Song)
07: Ich fall' immer auf die selben Dinge rein
08: Wie leicht es wäre, einfach zu bleiben (Percussion: Bernd Begemann)
09: Was, wenn es mich wach entdeckt
10: Gerade verliebt (Les Garcons-Song) (mit Tess Wiley)
11: Morgen sagen wir (Pele Caster-Song) (mit Tess Wiley)


Setlist Bernd Begemann, Gießen:

01: Ich habe meinen Frieden gemacht (neu)
02: Weil wir weg sind (Bernd Begemann & Die Befreiung)
03: Ihr Geheimnis ist sicher bei mir (Bernd Begemann & Die Befreiung)
04: Kein Glück im Osten (inkl. Summer of '69)
05: "Das Recht, euch alle weiterhin scheiße finden zu dürfen" (neu)
06: Bleib zuhause im Sommer
07: Du bist mein Niveau (Bernd Begemann & Die Befreiung)
08: Es klappt gerade nicht mit dem Fahrrad (neu)
09: Viel zu glücklich (Um es lange zu bleiben)
10: Wir träumen von Liebe (Bernd Begemann & Die Befreiung)
11: Viel zu glücklich (Um es lange zu bleiben)
12: Ich kann dich nicht kriegen, Katrin
13: Meine Jahre mit Elisabeth Taylor (Die Antwort-Song)
14: Verhaftet wegen sexy (Bernd Begemann & Olli Schulz-Song)
15: "Mir fällt es schwer zu glauben, dass du schüchtern bist" (neu)
16: Till I Get It Right (Tammy Wynette-Cover) (mit Tess Wiley)
PAUSE
17: Unsere Liebe blüht im Dunkeln (Begemann-Song; im Film "Schenk mir Dein Herz" gesungen von Mina Tander)
18: Die Slums von Eppendorf
19: Fernsehen mit Deiner Schwester
20: Ich habe nichts erreicht außer Dir
21: Lila Twingo (neu) (inkl. Buddy Holly-Cover: Peggy Sue Got Married)
22: Wir Drei (Bernd Begemann & Die Befreiung)

23: Schluss mit dem Quatsch (Jetzt wird Geld verdient) (mit Ben Schadow) (Z)
24: Eigentlich wollte ich nicht nach Hannover (mit Ben Schadow) (Z)
25: Unsere Band ist am Ende (Bernd Begemann & Die Befreiung) (mit Ben Schadow) (Z)


Links:
- aus unserem Archiv:
- Bernd Begemann, Frankfurt, 12.03.2014
- Bernd Begemann & Die Befreiung, Hamburg, 29.12.2014
- Ben Schadow Band, Würzburg, 02.03.2014
- Ben Schadow & Pele Caster, Stuttgart, 30.08.2013
- Ben Schadow & Pele Caster, Karlsruhe, 28.08.2013
- Ben Schadow Band, Mannheim, 25.04.2013
- Ben Schadow Band, Stuttgart, 14.04.2013



Donnerstag, 13. März 2014

Bernd Begemann, Frankfurt, 12.03.2014

1 Kommentare

Konzert: Bernd Begemann
Vorband: Pleil
Ort: Das Bett, Frankfurt
Datum: 12.03.2014
Dauer: 139 Minuten (exklusive Pause)
Zuschauer: etwa 70



Bernd Begemanns Debüt als Solokünstler war 1993 nichts weniger als eine Zäsur für die deutsche Popwelt. „Rezession, Baby“ hatte nicht nur einen brillanten Titel, es war auch gefeierter Meilenstein und kritisch beäugtes Werk zugleich. Begemann polarisierte und schenkte der Indieszene ein Album, das einen noch heute in seiner Direktheit, seinen beängstigenden Alltagsstudien gefangen nimmt, einen in seiner fragilen Schönheit in den sanften Momenten zart berührt und in der schonungslosen Dekonstruktion, der Offenlegung des Gewöhnlichen schockiert. Mit dem Zusatz „Der elektrische Liedermacher“ untertitelt, war Begemann Anfang der 90er nach der Auflösung der zweiten Besetzung seiner Band Die Antwort (unter anderem mit Lindenberg-Gitarrist Karl Allaut) in Deutschland unterwegs und schuf den Grundstein seiner bis heute einmaligen, ganz eigenen Nische. Auch wenn die Konzerte mit seiner 2003 ins Leben gerufenen, wahrlich formidablen Gruppe Die Befreiung, der vielleicht besten deutschen Liveband, mitreißende Rockkonzerte mit ganz erheblichen Beat- und Mod-Einschlag sind, versprühen die bis heute in seinem Tourkalender dominierenden Solo-Gigs einen eigentümlichen Zauber, der Zuschauer entweder verstört oder einem Erweckungserlebnis gleichkommt. 
 
Gut 70 Leute versammeln sich im Club Das Bett in Frankfurt, während Marco Pleil, der Sänger der Frankfurter Indie-Band Cloudberry, die ich im Sommer 2009 einmal als Vorband der Editors in Aschaffenburg sah, den Abend mit eigenen, deutschsprachigen Stücken und unter seinem Nachnamen eröffnet. 

Dionne Warwick singt „Walk on by“, Begemann im chicen Modanzug zum Beach-Boys-Hemd mit Dreitagebart justiert einige Einstellungen am Mischpult nach, grüßt das Publikum. Es geht los. Mit verlässlicher Beständigkeit sind seine Konzerte eine Mischung aus hochklassiger Werkschau, Kabarett, eigenen Hits und der Präsentation gänzlich unbekannter weil neuer Stücke. Eine Setlist im herkömmlichen Sinne gibt es nicht, vielmehr lässt sich Begemann von seiner Laune, spontanen Einfällen und Zuschauerwünschen leiten. Im Bett hat gleich die Eröffnung einen gewissen Premierencharakter. „Ich habe meinen Frieden gemacht“, singt der 51-Jährige milde in einem vermutlich neuen Lied, geht dann direkt in den Klassiker „Oh, St. Pauli“ über und hat das Auditorium in seiner Hand. Man kennt das, viele begleiten die graue Eminenz der Hamburger Schule schon seit Jahren und auch die Novizen verstehen die begemann'schen Rituale rasch und schon wird der Refrain traditionell vom Publikum getragen. Immernoch ziehen der pointierte Sprachwitz, die eingeschobenen Improvisationen und vor allem die eindringliche Präsenz des Protagonisten einen in ihren Bann. Zwischen neuen Songs wie „Lila Twingo“ oder „Es klappt gerade nicht mit dem Fahrrad“, die beim letzten Weihnachtskonzert im Hamburger Knust erstmals vorgestellt wurden, glänzen publikumgsgewünschte, häufig gehörte Standards wie „Fernsehen mit deiner Schwester“ (diesmal mit Californication-Dialog) oder „Ich hab nichts erreicht außer Dir“. „Stop Me If You Think You've Heard This One Before“ wird dann zwar angespielt, an kommen sie dennoch, die beliebtesten Lieder aus über fünfundzwanzig Jahren. Früher gerne als der Hamburger Morrissey bezeichnet, dankt er dem großen Applaus nach der Familien-Ode „Wir Drei“ mit der formvollendet-satirischen Imitation einer dieser überlebensgroßen Posen des Mozzers. 


 Neben Begemann beherrscht kaum einer das Spiel mit Klischees, die gekonnte Kombination aus trauriger Liebeslyrik und gewitztem Scharfsinn mit derartiger Leichtigkeit. Und so kann es sich der in Bad Salzuflen Aufgewachsene locker erlauben nach der Pause seinen gemeinsam mit Olli Schulz aufgenommenen Blödelsong und diesjährigen Karnevals-Hit „Verhaftet wegen sexy“ und seine Geburtstagshommage „Komm zurück, Olli Schulz, Hamburg braucht Dich“ vor einem der schönsten Liebeslieder deutscher Sprache, nämlich „Bleib zuhause im Sommer“ zu spielen. Die Reaktionen sind ähnlich positiv: So leidenschaftlich die gehaucht-gestöhnten „Hot“ und „Sexy“ - das man Marius Müller-Westernhagen entreißen müsse - mitgegrölt werden, so andächtig lauscht man Versen wie „Es ist egal, dass es keinen Strand gibt / Der Strand ist überall, wo man sich wirklich liebt“ - Größeres wurde nie einfacher in deutscher Sprache verfasst. Dennoch ist es ausgerechnet die Kollaboration mit seinem langjährigen Freund und Epigonen Olli Schulz, die den eigenen Bekanntheitsgrad überraschend ausweitet: „2013 war mein erfolgreichstes Jahr bisher: Auf der neuen Fettes Brot CD ist irgendein Sample von mir, Max Raabe hat ein Lied von mir gecovert, das auf seiner Nummer-1-LP ist, ich hatte meinen ersten Top-10-Hit mit Olli Schulz, der genau Nummer 10 war und zwar zwei Tage lange, aber auch nur in den Download-Charts“, konstatiert der Musiker, der sichtlich mit sich und seinem Leben im Reinen ist, lächelnd und man sieht ihm die Erholung des zurückliegenden All Inclusive Urlaubs mit seiner Freundin, der aufstrebenden Singer-Songwriterin Dorit Jakobs sofort an, „gebucht in einem Reisebüro, ich bin da altmodisch“. 


 Inmitten seiner direkten Abrechnung mit dem nationalen Medienbetrieb, moralischen Fragwürdigkeiten und dem peinlichen Schwermut der jungen, erfolgreichen Vertreter der deutschen Popzunft, blitzen in Begemanns Songs kleine Hoffnungsschimmer auf. In „Jetzt bist du in Talkshows“ führte er seine Hörerschaft Ende der 90er durch ein wahres Panoptikum einer absurden Medienwelt mit ihren Modetrends und anderen Eigenheiten. Unter all den Perlen dieses Albums schillert „Ein Fremder in Deiner Wohnung“ am Schönsten. Im Bett ist das dann zusammen mit „Ein Geständnis unter Fremden“, das, was man guten Gewissens als heimlichen Höhepunkt bezeichnen kann. Dazu nimmt einen der hallende Wohlklang seiner roten Gibson gefangen. 


 Der wohl rezipierte, zu Recht als Pate der Hamburger Schule betrachtete Popdichter konnte schon in den 80ern direkte Liebeslieder in der Güte von „Aber Du meine Liebste (Die schönste Rose)“ schreiben und nahm spätestens mit seinen besten Soloalben „Rezession, Baby“ und „Solange die Rasenmäher singen“ die Großtaten anderer Künstler vorweg. Das Recht, „euch weiterhin alle scheiße finden zu dürfen“, nimmt sich Begemann nichtsdestotrotz heraus. Und das hat dann nichts mit „Bigmouth strikes again“ zu tun, ist stattdessen lediglich das verdiente Selbstverständnis einen großen Künstlers fernab von Zynismus und plumper Arroganz. 


 „Der Junge, der nie mein Onkel“ wünsche ich mir als erste Zugabe und Begemann liefert. „Das ist ein Stück, das Schande und Ärger über mich brachte“, erzählt er, „man war sich in Hamburg nie in irgendetwas einig, außer darin, dass man keinen Song über einen Wehrmachtssoldaten schreibt“. Das ruhige, in keiner Form verherrlichende Lied, stellt die Schuld einer indoktrinierten Jugend in Frage. „Ich sage, er war 18 und es ist schade“, singt er über den in Frankreich gefallenen Bruder seiner Mutter und liegt damit so fern von einer vermeintlichen Landser-Romantik, wie man nur liegen kann. Begemanns Song ist ein tieftrauriges Stück über düstere Zeiten in der Familienhistorie, durchaus kritisch und von atemberaubender Klasse. Thees Uhlmann nahm sich vor zwei Jahren des Stückes bei der Gala zum 50. Geburtstag des Autors an und rief noch einmal die Qualität des Songwriters dahinter vor Augen. Ohne die endlos gedehnten uhlmann'schen Vokale bringt Begemann den Song so, wie er auf „Rezession, Baby“ erschien, nämlich als überhaupt nicht rührselige Antikriegsballade. 
Dass der Übergang in zwei weitere Stücke des großen Albums so spielend glückt, sorgt für die fulminante Krönung eines großen Abends. „Deutsche Hymne ohne Refrain“ ist fraglos einer der großartigsten deutschen Popsongs, dem „Der lange Abend“ in nichts nachsteht. 
Als Begemann am Ende zu Donna Summers Interpretation des Barry-Manilow-Songs „Could It Be Magic“ das Hemd öffnet, schließlich mitsingt, den Zuschauern dankt und sich noch einmal völlig verausgabt, lenkt er nach den nachdenklichen Momenten dann doch noch einmal den Blick auf seine unbeschreiblichen Entertainer-Qualitäten. Wer Thees Uhlmann als Rampensau bezeichnet, hat sein Vorbild Bernd Begemann noch nicht erlebt. Den Zuschauern erschließt sich eine neue Dimension der Unterhaltung, die man nur lieben oder schrecklich finden kann. Ich entschied mich in meiner Oberstufenzeit für ersteres und auch beim zehnten Besuch ist das weder langweilig noch zu übertreffen.


Setlist Bernd Begemann, Frankfurt:

01: Ich habe meinen Frieden gemacht (neu)
02: Oh, St. Pauli
03: Lila Twingo (neu)
04: Wahrscheinlich bin ich verloren (Bernd Begemann & Die Befreiung)
05: Fernsehen mit deiner Schwester
06: Hübscher als sonst (mit "Fun, Fun, Fun"-Intro) 
07: Selten
08: Wir träumen von Liebe (Bernd Begemann & Die Befreiung)
09: Ich habe nichts erreicht außer Dir (Bernd Begemann & Die Befreiung)
10: Es klappt gerade nicht mit dem Fahrrad (neu)
11: Wir drei (Bernd Begemann & Die Befreiung)
12: Stop Me If You Think You've Heard This One Before (The Smiths-Cover; angespielt)
13: Arbeiter leiden unter dem Stockholm-Syndrom (improvisiert)
14: Ich identifiziere mich nicht mit der Firmenphilosophie (Bernd Begemann & Die Befreiung)
15: Judith, mach Deinen Abschluss (Die Antwort-Song)
PAUSE
16: Die besoffene Fahrerin (neu)
17: Verhaftet wegen sexy (Bernd Begemann & Olli Schulz-Song)
18: Komm zurück Olli Schulz, Hamburg braucht Dich
19: Bleib zuhause im Sommer
20: Aber Du meine Liebste (Die schönste Rose) (Die Antwort-Song)
21: Weil wir weg sind
22: Wir werden uns umsehen
23: Wir werden tanzen
24: Ich brauch dich so (neu?)
25: "Euch weiterhin alle scheiße finden zu dürfen" (neu?)
26: Ein Geständnis unter Fremden
27: Unten am Fluss (Die Antwort-Song)
28: Ein Fremder in Deiner Wohnung

29: Der Junge, der nie mein Onkel wurde (Z)
30: Deutsche Hymne ohne Refrain (Z)
31: Der lange Abend (Z)
32: Warum kommst Du nicht zu mir rüber (Die Antwort-Song) (Z)
33: Could It Be Magic (Z) (Donna Summer-Cover)


Links:
- aus unserem Archiv: 
- Bernd Begemann & Die Befreiung, Hamburg, 29.12.2013




Sonntag, 19. Januar 2014

Bernd Begemann & Die Befreiung, Hamburg, 29.12.2013

4 Kommentare

Konzert: Bernd Begemann & Die Befreiung
Vorband: Achim Erz
Ort: Knust, Hamburg
Datum: 29.12.2013
Dauer: Bernd Begemann 170 Minuten, Achim Erz 30 Minuten
Zuschauer: etwa 500 (ausverkauft)



Natürlich ist das Knust ausverkauft. Alle Jahre wieder, wenn Bernd Begemann & Die Befreiung zwischen Weihnachten und Silvester zum traditionellen Abschlusskonzert im Hamburger Club laden, kann man davon ausgehen, dass es voll wird. Der Godfather of Hamburger Schule ist im Knust auf St. Pauli in seinem Element. Konzerte sind am Ende noch leidenschaftlicher, noch erfrischender, noch besser als irgendwo sonst. Vor einigen Jahren spielte man jeden Monat ein Album komplett. Begemann ist hier das, was er landesweit sein müsste: Ein Star, mit unzähligen Songs, die man kennen sollte, ja kennen muss, möchte man deutschen Pop lieben. 


Im Publikum scheint jeder jeden über höchstens eine Ecke zu kennen. Konzertjunkies, Begemann-Fans und Musiker reichen sich die Hand. Es ist der sympathische Charakter eines Klassentreffens, nur ohne Leute, denen man am liebsten niemals wieder begegnen würde. Wenn man sich umblickt, schaut man in bekannte Gesichter. Isa Poppensieker von Tonbangerät ist da, ebenso der Musik-Video-Regisseur Kay Otto oder Superpunk-/Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen-Sänger (und Booker der Band) Carsten Friedrichs. 


 Während sich das Knust nach und nach füllt, betritt Befreiungs-Schlagzeuger Achim Erz gemeinsam mit Robert Holstein (Bass und Keyboards), Nicolas Nitt (Gitarre) und David Alleckna (Schlagzeug) die Bühne. Vor seinem Bandleader darf Erz seine gerade fertiggestellte EP vorstellen, nachdem er Anfang des Jahres im Vorprogramm der Ben Schadow Band bei einem von mir organisierten Konzert im Stuttgarter Studenten-Café Faust erstmals als Solokünstler in Erscheinung trat.
Eine halbe Stunde hat Erz, um das Publikum von sich und seinen Songs zu überzeugen. Nach dem Breitwand-Opener „Deine goldenen Zeiten“ verlässt ihn bei seinem bisher größten Solo-Auftritt die Nervosität. Souverän singt er sich durch das Set, berichtet von einer gewonnenen Bob-Dylan-Box und schwärmt von Ben Folds, dem er mit einem umgetexten Cover bemerkenswert Tribut zollt. Während eines Songs rutscht Robert Holsteins Mikrophon am Keyboard aus der Halterung. Bernd Begemann betritt unter Zwischenapplaus die Bühne und rettet die Situation. Spätestens jetzt hat Erz die Zuschauer in der Hand. Am Ende sind es vor allem „Gewartet“, „Mein Leben ist ein Medley“ und „Fahrschein“, die mit Sprachwitz und opulenter Bandumsetzung nachhaltig gefallen. An Gitarre und Keyboards gelingt Achim Erz der Livetest vor großem Publikum. Anerkennung für einen zum Performer gereiften Band-Arbeiter, der die große Bühne genießen darf. 


Es gibt nur wenige Dinge, die so gut sind wie ein Bernd-Begemann-Konzert. Noch besser allerdings sind Auftritte mit seiner famosen Band Die Befreiung. Nach einer kurzen Pause ist die Bühne hinter einem roten Vorhang verborgen. Schon zu Zeiten mit Die Antwort in den 80ern hatte Begemann ein Händchen für fantastische Shows im 50er Format. Nirgends lässt sich das besser ausreizen als im Knust. Der Vorhang fällt unter tosenden Applaus, „Unsere Liebe ist ein Aufstand“ vom gleichnamigen Befreiungs-Debüt, ein treibender Start. Die 500 im Saal reagieren ekstatisch, die Band wird frenetisch begrüßt. Bassist Ben Schadow im Kapuzenpullover des in seinem Bestehen gefährdeten Clubs Molotow wird für diese Geste gefeiert. 


„Bist du dabei?“ vom Überalbum „Solange die Rasenmäher singen“ von 1995 und „Liebe tat mir nie weh“ vom wohl schlagereskesten Begemann-Werk „Endlich“ folgen umgehend. Wo Soloauftritte von Anekdotenplauderei und purem Entertainment geprägt sind, leben die Band-Konzerte von der enormen Energie des Quartetts. Zu kurz kommen die Geschichten freilich trotzdem nicht. Begemann tobt sich an seiner Gibson-Gitarre aus, verausgabt sich in Textimprovisationen, während Kai Dorenkamp (Keyboards), Ben Schadow und Achim Erz ihm den nötigen Freiraum geben. Völlig außer Frage stehen die Live-Qualitäten dieser Formation, der es gelingt dem größten Entertainer dieses Landes das musikalische Gewand zu geben, das er verdient. 

Zuletzt fand der 51-Jährige wieder häufiger in den Medien statt. Das ist gerecht und gut so und hat vor allem mit einem bekannten Epigonen des ersten Punks aus Bad Salzuflen zu tun. Olli Schulz feierte seinen 40. Geburtstag gemeinsam mit Begemann in Hamburg und Berlin mit umjubelten Konzerten. Ein gemeinsamer Auftritt bei „Circus Halligalli“ und „Verhaftet wegen sexy“, ein Blödelsong mit „La Bamba“-Riff, fördern die Popularität. Die Single knackt die Charts. Eine kleine Anerkennung für den unerbittlichen Kämpfer für Qualität in einem Genre, das durch mediokre Konsens-Melancholie kommerziell geprägt wird. Wäre "Verhaftet wegen sexy" doch bloß nicht so wahlweise Aprés Ski oder Ballermann tauglich und würden dadurch doch bloß nicht so viele Störer, so viel Pro7-Pöbel auf die Konzerte gespült werden. Konsequenterweise wird „Verhaftet wegen sexy“, das viel zu oft gefordert wird, immerhin früh gespielt und mit „Summer Loving“ aus Grease, „Twist and Shout“ und „Wild Thing“ geschickt abgerundet. Im Spiel mit Popzitaten macht dem Hamburger ohnehin keiner etwas vor. „So, dann können alle die dafür gekommen sind, jetzt gehen“. 


Wer Begemann als größten Popdichter Deutschlands, als eine Art deutschen Elvis Costello feiert, der spätestens mit „Rezession, Baby“, seinem ersten Soloalbum, in den 90ern einen weichenstellenden Meilenstein veröffentlichte, kommt selbstredend auch auf seine Kosten. „Ohne den König, keine Prinzen“, sagte Thees Uhlmann einmal über Bernd Begemanns Einfluss und trifft den Kern. Solange die Rasenmäher singen, wird Bernd versuchen dieses Land zu entschlüsseln, nie werden subtilere Alltagsstudien angestellt. Ohne Bernd kein Blumfeld, Tocotronic, Kettcar, Tomte, wie man es kennt, und erst recht keinen Olli Schulz. Gleichzeitig hat Begemann dieses unschlagbare Händchen für große Melodien, perfekte Beat-Chöre und eine einnehmende Animation, die selbst abgeklärte Akademiker mitreißen. Gefangen in einem Sonntagabend.  

„Lila Twingo“ feiert Livepremiere, nach zwei Minuten wird der Refrain des unbekannten Songs vom Publikum getragen. Der Frontmann im Mod-Anzug genießt das zurecht. „Sie fuhr einen lila Twingo, ein Geschenk zum Abitur oder so.“ Zwischendurch wird liebevoll mit „Ben schwarzer Block Schadow“ gebauchelt und Achim Erz augenzwinkernd darauf hingewiesen, dass er nun wisse, "wie hart es ist, vor den Kids zu stehen".


 Eine weitere Premiere, „Es klappt gerade nicht mit dem Fahrrad“, ist textlich von gewohnter Qualität, während es musikalisch noch ein wenig unausgegoren ist. "Das ist Sozialkitsch. Aber es war schließlich auch Sozialkitsch, der den amerikanischen Bürgerkrieg ausgelöst hat, nämlich 'Onkel Toms Hütte' und nicht 'Nathan der fucking Weise', auch wenn das von mir aus bessere Literatur ist." Kai Dorenkamp überbetont derweil den einfachen Klavierrhythmus und verleiht der Situation angenehme Komik. Sein Frontmann spielt mit und persifliert das Klischee des abgeklärten Pianisten "mit Roger Willemsen Brille" ebenso wie das des egozentrischen Frontmanns à la "Michael Wendler".


Songwünsche werden erfüllt, Publikumslieblinge wie „Fernsehen mit deiner Schwester“, „Judith mach deinen Abschluss“ oder „Unten am Hafen“ selbstverständlich gespielt, auch wenn ich mir stattdessen die heimlichen Großtaten seines Kanons wünschen würde. Zu „Eigentlich wollte ich nicht nach Hannover“ tanzt Ben Schadow leidenschaftlich. Nach der obligatorischen Pause steigert sich die Band erfahrungsgemäß in unnachahmliche Klasse bis zur völligen Verausgabung. „Nichts erreicht außer Dir“, die vielleicht großartigste deutschsprachige Indie-Pop-Single der frühen 00er Jahre, ein großes Liebeslied, das live noch immer zündet, glänzt als tanzbarer Klassiker. Begemann-Konzerte versöhnen mit unsterblichen Songs, lyrischer Brillanz und gelebter Selbstironie Feingeister, Diskursrocker und Indie-Popper, sie sind obligatorische Highlights eines jeden Konzertjahres. Niemanden sah ich häufiger live und niemand hat seltener enttäuscht. Wenig überraschend verbleibt dieser Jahresabschluss als herausragender Höhepunkt, der dann doch immer wieder überrascht. Die Doors werden während „Judith, mach deinen Abschluss“ zitiert, schließlich gibt es eine echte Rarität als Zugabe, „Derrick weint“. 
Der König des deutschen Pop ist in seinem Haus- und Hofclub ein gerechter Herrscher, der weiß, wie man seine Untertanen drei Stunden lang beglückt.


 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates