Posts mit dem Label Amy Winehouse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Amy Winehouse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 31. August 2008

Amy Winehouse, Rock en Seine, 29.08.08

0 Kommentare

Konzert: Amy Winehouse
Ort: Domaine National de Saint Cloud bei Paris, Festival Rock en Seine 2008
Datum: 29.08.2008



"I'm not Amy Winehouse" und "Amy is smoking crack in London!", so ulkte The Streets Sänger Mike Skinner über die erneute Absage der Soul-Diva bei Rock en Seine und rappte obendrein immer wieder Teile von Rehab.

Schon 2007 hatte die drogenkranke Sängerin ihren Auftritt absagen müssen und es war schon recht mutig von den Veranstaltern, sie für 2008 erneut zu verpflichten, zudem noch als Haupt-Headlinerin. Angeblich kam die Absage in letzter Minute und so mussten sich die Festivalbesucher mit den Streets begnügen, die allerdings die Leute mächtig zum Tanzen brachten.

Verwunderlich, dass man nicht von vornherein an eine Ersatzband gedacht hatte, denn die Absage kam nun wirklich alles andere als überraschend. Glück im Unglück: Anscheinend gibt es seitens des Veranstalters ein Teil des Ticketpreises zurück.

Ich wünsche Amy Winehouse jedenfalls gute Besserung und hoffe, dass sie sich entgegen ihres Liedtextes doch einmal ordentlich behandeln lässt. Und nicht nur zwei Tage wie sonst...




Dienstag, 30. Oktober 2007

Amy Winehouse, Paris, 29.10.07

2 Kommentare

Konzert: Amy Winehouse
Datum: 29.10.2007
Ort: Le Zénith, Paris (ursprünglich im Olympia vorgesehen)
Zuschauer: wahrscheinlich ausverkauft


Neulich habe ich eine exzellente alte Folge von Sopranos auf DVD gesehen. Tony Soprano hatte sich mit seinem Nachbarn, einem Arzt und dessen stocksteifen Freuden zum Golfspielen getroffen. Tony folgte hierbei einer Einladung seines Nachbarn und fühlte sich sehr geehrt mit diesen "ehrenswerten" Leuten zu verkehren. Auf dem Golfplatz stellte sich jedoch heraus, daß die drei anderen Spießer lediglich darauf aus waren, Sensationsgeschichten über die Mafia zu erfahren und Herrn Soprano nur zu ihrer persönlichen Belustigung eingeladen hatten. Tony fühlte sich hinterher wie ein Tanzbär und erzählte dies auch sichtlich geknickt seiner Psychaterin.

An geschilderte Episode mußte ich auch oft während des Konzerts von Amy Winehouse im Pariser Zénith denken.
Viele sensationsgeile Menschen gafften während der Show auf die Bühne, nur um zu sehen, ob die zierliche Sängerin mit der sensationellen Stimme irgendetwas Seltsames anstellt, ob sie zu viel trinkt, sich verspricht, oder hinter der Bühne verschwindet. Ihr Gaffen begleiteten diese Typen oft mit einem hämischen Grinsen und gingen mir damit unsäglich auf die Nerven. Ähnlich nervig war zuvor nur die lange Wartezeit auf den Beginn des Konzerts, die Dauerbeschallung mit dem totgenudelten Marvin Gaye Klassiker "I Heard It Through The Grapevine" (wurde gleich zweimal gespielt, war allerdings immer noch besser als "My Cherie Amour" von Stevie Wonder) und vor allem die Tatsache, daß das Konzert recht kurzfristig vom charmanten mittelgroßen Saal Olympia in den riesigen uncharmanten Zénith verlegt worden war. Amy Winehouse im Zénith, das passte natürlich überhaupt nicht zu der souligen,intimen Musik. Das Olympia mit seinen roten Teppichen und den Logen wäre hingegen perfekt gewesen...

Aber das war nicht der einzige bedauerliche Moment des Abends. Jammerschade fand ich nämlich vor allem, daß eine Frau, die mit einem Jahrhunderttalent gesegnet ist, oft so zerstreut, so neben sich wirkte.
Natürlich wirkte es sich auf die Stimmung aus, wenn sie manchmal während der Lieder unvermittelt von der Bühne nach hinten stakste, um mit ihrem Keyboarder, den sie mehrfach überschwenglich lobte, zu sprechen, oder ganz das Parkett verließ. Und auch nicht zu ignorieren war, daß sie sich offensichtlich nicht wohl fühlte. Das merkte man vor allem, als sie in einer Szene eine ganze Weile kauernd und nachdenklich auf einer Stufe saß, oder als sie circa. in der Mitte des Sets für ziemlich lange Zeit verschwunden war, während ihre Band sich minutenlang vorstellte, obwohl Amy die Vorstellung vorher bereits selbst mehrfach vorgenommen hatte. Während der zitierten Abwesenheit machten die durchtrainierten Boys auf der Bühne Grinsemann und Söhne und taten so, als sei alles Bestens. Das erinnerte mich an Stewardessen, die selbst bei größten Turbulenzen ihr Blendamed-Lächeln nicht ablegen.

Trotz allem: Amy kam immer wieder zurück und wenn sie sang, war ich im siebten Himmel!
Ihre unglaubliche Stimme trotzte allen Widrigkeiten und war so sensationell präzise und fest, daß mich manchmal ein Schauer erfasste. Wo holt dieses zarte Persönchen das her? Ich weiß es nicht, das muß in die Wiege gelegt worden sein! Am besten zur Geltung kam ihr Goldkehlchen in der Anfangsphase bei dem famosen "Tears Dry On Their Own" und dem nicht minder guten "Back to Black". Dazwischen gab es immer wieder Passagen, die ein wenig vor sich hinplätscherten, aber durch den tänzerischen Einsatz der männlichen Begleitband wettgemacht wurden. Frau Winehouse selbst bewegt sich vor allem zu Beginn nicht sonderlich viel, was aber auch mit ihren hohen Stöckelschuhen und dem ausgemergelten Körper (der nichtdestotrotz unglaublich sexy war!) zusammenhing. Am Ende zeigte sie etwas mehr Einsatz, indem sie ihr Becken ein wenig nach vorne und hinten greisen ließ, ohne daß man jedoch wirklich von tanzen reden konnte. Das störte mich allerdings wenig, turnerische Einlagen im Stile von Madonna brauche ich nicht, um unterhalten zu werden. Stimmungshemmender war aber das ständige Nachhintenlaufen und recht ungelenke Abstreifen der Gitarre (nun, gut, das Ding mußte über die hohe Frisur drüber), während der Lieder. Auch bückte sie sich mehrfach während ihrer Songs nach ihrem Glas (anfangs ein Becher mit einem Softdrink, später dann ein Weinglas, mit milchig rotem Inhalt) und störte so den flüssigen Ablauf des Sets. Und dennoch: selten war ich hinterher so berührt , so aufgewühlt von einem Konzert! Wenn man bedenkt, daß Amy heute wohl nur maximal 60% ihres Potentials ausgeschöpft hat und trotzdem stimmlich und musikalisch (sehr gut gegen Ende "I'm no God" und natürlich "Rehab") überdurchschnittlich war, kann man sich ausrechnen, daß die Frau in der Lage wäre, mir das Konzert des Jahres zu bescheren.

Amy, ich liebe Dich und Deine Stimme, pass gut auf Dich auf !



Setlist Amy Winehouse, Zénith, Paris

01: Addicted
02: Just Friends
03: Tears Dry On Their Own
04: He Can Only Hold Her
05: I Heard Love Is Blind
06: Cupid
07: Back To Black
08: Some Unholy War
09: ?
10: You Send Me Flying (Cherry)
11: Wake Up Alone
12: Love Is A Loosing Game

13: Hey Little Rich Girl (The Specials Cover)
14: You're Wondering Now
15: Monkey Man
16: You Know I'm No Good
17: Me And Mr. Jones
18: Rehab

19: Valerie (The Zutons Cover) (Z)



Montag, 29. Oktober 2007

Amy Winehouse, Palladium, 28.10.07

10 Kommentare

Konzert: Amy Winehouse

Ort: Palladium Köln
Datum: 28.10.2007
Zuschauer: 5.000 (ausverkauft)


Was ist nicht alles in den letzten Monaten über Amy Winehouse berichtet worden. Da waren die diversen Drogenabstürze, die Prügeleien (Amy und Ehemann Blake Fielder-Civil prügelten sich blutig, um danach wieder Arm in Arm ins Hotel zu laufen), die besondere Art der Familientreffen, bei denen Amys Vater Mitch Blakes Stiefvater Giles handgreiflich davon überzeugte, daß Blake ein schlechter Mensch ist, die diversen abgebrochenen Reha-Maßnahmen, Gerüchte über Schwangerschaften, Dates mit Pete Doherty. Amy, die wohl nur von Happy Monday Bez als Drogenleichtgewicht wahrgenommen wird (“I’ve not spent a minute in rehab in 25 years and I’m all right.”), hatte es damit zwar geschafft, in den Klatschzeitungen Stammgast zu sein, auf Bühnen stand sie aber immer seltener.

Auch das Kölner Konzert war ein verschobenes. Da Wino (wie sie die englische Presse gerne bezeichnet) kürzlich in Bergen wegen Drogenbesitzes verhaftet worden war, war ich auch bis zuletzt nicht sicher, ob sie im Palladium erscheinen würde. Sie tat. Und sie zeigte sich
zum ersten Mal schon recht früh, als sie nämlich auf dem VIP-Teil des Balkons des Palladiums gemeinsam mit Ehemann Blake erschien. Sofort brachen Jubel und "Amy, Amy"-Rufe aus.

Das Palladium war schon recht früh ziemlich voll. Der Einlaß war kurzfristig vorverlegt worden (warum auch nicht, da ja alles andere schon mehrfach geändert worden war), dies schienen aber doch viele mitbekommen zu haben.

Kurz nach halb neun kam eine junge Frau mit gelbem Kleid, Stiefeln und Mia-Mieze-Frisur vor den Vorhang. Die Bühne war noch sehr weit vorne von einem
schweren Vorhang abgetrennt. Eben davor standen ein paar Mikros, an die sich die junge Sängerin stellte. Sie stellte sich als Missing Cat vor und sagte, sie wolle uns ein wenig unterhalten, so lange Amy sich noch die Haare mache.

Und das machte sie dann ausgezeichnet. Die Sängerin hatte nur eine akustische Gitarre und ihre fabelhafte Stimme. Die gesungenen Stücke liegen irgendwo zwischen den Koordinaten Katie Melua, Norah Jones (aber besser...) und Silje Nergaard. Mein Herz gewonnen hatte Cat, als sie bei mehreren Liedern
pfiff! Bei einem Titel spielte sie auf einem Instrument, das auf einem Ständer neben dem Mikro montiert war. Das hätte eine Mundharmonika sein müssen, klang aber wie ein Kamm oder eine Tröte, ich habe keine Ahnung, was es letztlich war, vielleicht eine Tröten-Mundharmonika.

Nicht gefallen hat mir, daß Missing Cat für den einen dargebotenen Cover-Song - "Bang bang (my baby shot me down)" (Sonny Bono) - mehr Applaus bekam, als für ihre eigenen Lieder. Das Cover war große Klasse, keine Frage. Aber wie muß sich ein Künstler fühlen, der 5.000 Zuschauer in Stimmung bringen soll und der für Fremdes mehr Zuspruch bekommt,
als für eigene Stücke. Missing Cat spielte acht Lieder und war nach gut 20 Minuten fertig.

Als ich schon vor dem inneren Auge durchgerechnet hatte, wie viel Verspätung ich mitmachen würde und wann ich den Versuch abbrechen würde, Wino zu sehen, weil ich wirklich einigermaßen sicher war, daß sie sehr spät erscheinen würde (und dabei die Dauerbeschallung durch eine "Fetenhits Blues Brother" CD ertagen mußte), ging plötzlich um halb zehn das Licht aus, der Vorhang fiel und unglaublich viele Musiker betraten die Bühne. Pünktlich! Die unglaublich vielen Musiker waren eine dreiköpfige Bläsertruppe am linken Rand der Bühne, ein Gitarrist, ein Schlagzeuger und ein Bassist in der Mitte sowie ein
Keyboarder am rechten Rand. Rechts vorne standen aber die auffälligsten Teile des Programms: zwei tanzende, athletische "Background"-Sänger, die dann auch Amy dem Publikum vorstellten.

Frau Winehouse stakelte ziemlich teilnahmslos auf die Bühne und stellte sich auf. Sie trug ein Jeanskleidchen mit orangefarbenen Gürtel, ein zur Schleife gebundenes Haarband in diesem Flintstones-Haarturm zu den üblich-geschminkten Augen und
den Seefahrer-Tattoos. Schnuckelig. Und sie wirkte höllisch unsicher. Dies sollte sich auch während des ganzen Konzerts nicht mehr legen.

Diese Unsicherheit zeigte sich nicht in Amys Stimme (bzw. Gesang), auch nicht in der restlichen musikalischen Darbietung. Das wirkte alles sehr professionell! Blickfang dabei waren eben die beiden tanzenden Sänger vorne, die eine irre Show hinlegten. Die Freundinnen von beiden standen gleich hinter mir und gingen im Publikum kräftig mit, während ihre Partner immer wilder mit den Armen ruderten, hin und her tanzten und sangen. Lohn für die beiden sollten am Ende viel Applaus und durchgeschwitzte Anzüge sein. Auch die anderen Musiker machten sehr viel auf der
Bühne, die mit ihrer Deko (einige Stehlampen, ein riesiger "Amy Winehouse" Schriftzug) aus einer großen Samstagabend Show der 60er Jahre hätte stammen können. Nur Amy wirkte vollkommen teilnahmslos. Ihre Kommunikation mit dem Publikum (das ihr verflucht wohlgesonnen war) beschränkte sich auf drei Sätze (und die doppelte Vorstellung der Band). Sie erklärte, daß sie "Cherry" noch nie auf einer Bühne gespielt hätten (Satz 1) und fragte uns später "How you're feelin'? You're alright?" (Satz 2). Während der Pausen zwischen den Liedern drehte sie sich oft hilflos zum Schlagzeuger um und wartete auf den Einsatz zum nächsten Lied.

Musikalisch war es wirklich solide, daher verstehe ich auch die riesige Begeisterung des Publikums. Aus der Nähe war es aber (mit all den Geschichten im Hinterkopf) ziemlich erbärmlich, was Amy jenseits der Musik bot. Nach "
Hey little rich girl" rannte Wino kurz von der Bühne, um Blake, der am linken Rand stand, zu umarmen. Allerdings war sie dadurch beim nächsten Stück zu spät wieder da, sie verpatzte den Einsatz von "Your wondering now".

Etwas später, nach "
Monkey man" (dessen Instrumental-Teil mich immer an die Stefan-Raab-Hymne "Ich liebe deutsche Land" erinnert), stellte Amy ihre Band erstmals vor. Sie erwähnte dabei, daß ihr Keyboarder Deutscher sei. Die Vorstellung brach sie aber ab (einer der singenden Tänzer übernahm), um Blake wieder zu herzen. Danach kam sie sichtbar angeschlagen zurück, klammerte sich an den Mikroständer und wirkte merkwürdig. Mehrmals blickte sie außerdem bei Songs zu ihrem Hut-tragenden Ehemann und brach in lautes Lachen aus.

"I'm no good", "
Me and Mr. Jones" und "Rehab" (Satz drei: "I'm sorry, this is the last song") beendeten das reguläre Set nach siebzig Minuten. Das Publikum tobte (kein Witz, keine Übertreibung!).

Amy & Blake verschwanden wo auch immer hin und machten was auch immer. Als sie dann zur Zugabe wieder erschien,
verpatzte sie den nächsten Einsatz, diesmal musikalisch. Die Zugabe bestand aus "Love is a losing game" und "Valerie". Dazwischen stellte Amy wieder die Band vor und erwähnte erneut, daß der Keyboarder Deutscher sei: "He's German. And he's Jewish. I don't know what this means."

Nach "Valerie" war es aber wirklich beendet. Erstaunlich, daß das kleine Persönchen eine solche Konzertbelastung in ihrem offensichtlich schlechten Zustand musikalisch meistert. Aber das ganze
Drumherum war erschütternd. Nicht daß mich das überrascht hätte. Dies war mein dritter Anlauf, Wino zu sehen, das aktuelle Ticket (eigentlich noch für die Live Music Hall) hatte ich schon seit einer Weile. Und ich spreche mich nicht frei davon, daß Neugierde eher als musikalische Begeisterung meine Motivation waren. Aber die Tatsache, daß Amy tourt, schien ein wenig Entwarnung zu sein. Nach dem Auftritt im Palladium halte ich das für Unsinn. Ich habe da eine unglaublich talentierte junge Frau gesehen, die sich (passend zur Jahreszeit) zum Zombie entwickelt hat.

Auf der Rückfahrt konnte ich nicht anders, ich mußte Amy hören. Aber Amy MacDonald. Das werde ich auch künftig so halten.

Setlist Amy Winehouse Palladium Köln:

01: Addicted
02: Just friends
03: Tears run dry
04: He can only
05: Love is blind

06: Cherry
07: Cupid
08: Back to black
09: Wake up alone
10: Unholy war
11: Hey little rich girl
12: Your wondering now
13: Monkey man
14: I'm no good
15: Me and Mr. Jones
16: Rehab

17: Love is a losing game (Z)
18: Valerie (Z)

Links:

- mehr Fotos
- Amy Winehouse in Paris (29.10.07) (folgt!)





 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates