Donnerstag, 12. Oktober 2017

The Rolling Stones, Düsseldorf, 09.10.17

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Konzert: The Rolling Stones
Ort: Düsseldorf, Esprit Arena
Datum: 09.10.2017
Dauer: ca. 140min
Zuschauer: ca.55.000 ausverkauft



Vom Büro mit der Straßenbahn zu den Stones. Rock`n`Roll in den 60ern sah wohl anders aus. 

Oft ergibt sich ja eine völlig andere Sichtweise auf ein Konzert, wenn man nicht als langjähriger Edelfan anreist. Zwar hatte ich die Rolling Stones schon mehrfach bei ihrer "Abschiedstournee" (damals galten die Stones mit Anfang 50 als "alte Säcke") in Köln und Rotterdam erlebt, danach verblasste unsere Freundschaft aber immer mehr. 

Erst als ich in den letzten Wochen bei YouTube kurze Ausschnitte der laufenden Tour sah, packte es mich wieder. Den genauen Grund dafür sollte ein spontaner Konzertbesuch klären.

An der Halle zeigte sich schnell, das trübe Wochentage für Tickethändler kein Zuckerschlecken sind. So musste man in diverse traurige Gesichter schauen, als für viele Karten nicht mehr als 30 EUR geboten wurden. Ich entschied mich für ein gutes Ticket im Unterrang, nahe der Bühne, die diese Mal nur aus vier hochhausartigen Türmen mit riesigen Leinwänden besteht.



Aus dem Dunkeln erklingen die ersten Töne, und die ersten Zeilen schallen durch die Arena. "Pleased to meet you...", die schlanke Reinkarnation des Allmächtigen, imposant im Gehabe und sehr gut bei Stimme.

Als wären Sänger und Song nicht schon gut genug für einen Opener grätscht die Gitarre dazwischen und der freie Blick auf Keith Richards lässt das Stadion beben. 

Keith bewegt sich auf der Bühne wie eine Wanderdüne. In seinen viel zu großen Sneakern schleicht er mit meist gesenktem Kopf daher,  fast vermutet man eine Fußheberparese, nicht ungewöhnlich in diesem Alter.



Jeder Ton seiner Gitarre, das Spiel lebt mittlerweile von den Pausen, wirkt wie auf Spinal Tabs Verstärker auf Stufe 11 abgespielt und axt sich laut und klar durch die Halle.

Es ist die alte Nummer, aber sie ist immer noch einzigartig. Schon dieser erste Song wäre die lächerlichen Eintrittspreise wert. Das eigentlich wunderschöne an diesem Abend aber ist: ALLE haben Spaß.

Die Arena singt, lacht und grölt wie beim Oktoberfest und die eigentlich für noch viel größere Stadien ausgelegte PA dankt es mit besonders lautem aber präzisen Klang. 



Es folgt Hit auf Hit, wie eigentlich immer in den letzten 30 Jahren. Einzig das vom Publikum gewünschte und lange nicht gehörte "Get off of my cloud" und die beiden Blues-Coverversionen unterbrechen die Party.

Keine Ahnung, wie Charlie Watts mit 76 Jahren noch fast 2,5 Stunden am Stück Schlagzeug spielen kann: lächelnd, taktvoll und mit bunten Socken. Und spätestens bei der auch musikalisch anspruchsvollen Endlosversion von "Midnight Rambler" wird mir klar, warum das alles so viel besser wirkt als noch vor Jahren. 



Der Tourname "No Filter" scheint wirklich einen Sinn zu haben. Die Show und die Band wirken reduziert. Keine aufblasbaren Gummifrauen und übertriebene Showeinlagen werden geboten. Die Screens zeigen ausschließlich Close-Ups der Band und die setzt das Konzept mit einem sehr viel rauerer und dem Blues verpflichteten Sound um.

Tolle Momente gibt es im Minutentakt. Wenn der immer noch sture Jagger nach einer perfekten Tanzeinlage wütend zur Bühne schielt, weil Keith und die anderen einfach lachend weiter jammen oder wenn Keith bei seinen zwei üblichen Solonummern einen Patzer nach dem anderen vorträgt und mit einem fetten Grinsen die Halle trotzdem sofort zu Jubelstürmen hinreißt.

Dieser gigantische Kontrast von einer Band, die durch vollständige Kommerzialisierung oft unsympathisch daher kommt, zu der diebischen Spielfreude und der unbändigen Lust an Musik und Freundschaft, das sind die Rolling Stones. 

Mit einem "Bis bald" blendet einen die Leinwand am Ende. Es wirkt wie ein Versprechen und nicht, wie vorab befürchtet, wie eine Drohung. 


Montag, 9. Oktober 2017

Les concerts de la semaine du 9 au 15 octobre 2017

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Semaine relativement calme, qui nous réserve quand même quelques soirées très intéressantes. Par exemple la fête de 6 ans du très bon label Midnight Special Records, puis la soirée du 10 octobre au Supersonic avec trois chanteuses passionnantes: Shilpa Ray (protégée de Nick Cave), Mélie Fraisse et Alice Lewis.



09: Mabel, Pop Up du Label
09: Yumi Zouma + Charlotte & Magon, Espace B
10: Yan Wagner, La Boule Noire
10: Hanni El Khatib, La Cigale
10: Viril + After Marianne, FGO--Barbara
10: Shilpa Ray, Mélie Fraisse et Alice Lewis, Supersonic
10: Fair Party: Naive New Beaters, Pomme, Café de la Danse
10: Fisheye Norton, Pop In
10: Shannon & The Clams, Petit Bain
10: Yasmine Hamdan, Trianon
11: Bror Gunnar Jansson, Café de la Danse, complet
11: Juliette Armanet, La Cigale, complet
11: Quinzequinze et Refuge, Pop-up du Label
11: Arrows Of Love + Los VVs, Olympic Café
11: Michelle Blades, Kumisolo & Laure Briard, La Maroquinerie, 

   Soiréé Midnight Special Records
12: Demian Bloom, Showcase Balades Sonores
12: Asgeir, Bataclan
12: Astrid S, Point Ephémère
12: Peter Kernel, Petit Bain
12: L'Imperatrice, La Cigale
12: Ducktails, Olympic Café
12: The Goaties + Equipe de Foot + Junior Rodriguez & The Evil, 

   Café de la Danse
13: Zëro + Heliogabale, Batofar
13: Mando Diao et Johnny Mafia, Café de la Danse
13: Pale Seas, Olympic Café

14: Justice, Bercy
14: Forrest Swords, Badaboum
14: Athanase Granson, Showcase Balades Sonores
14: Eloïse Décazes & Eric Chénaux, Instant Chavirés
14: KT Tunstall, Nouveau Casino
15: Dear Reader et Kawaii, Espace B






Sonntag, 8. Oktober 2017

Slowdive, Brüssel, 07.10.17

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Konzert: Slowdive
Ort: Botanique, Brüssel (Orangerie)
Datum: 07.10.2017
Dauer: Slowdive gut 95 min, Blanck Mass gut 40 min
Zuschauer: 700 (ausverkauft)




Das Konzertjahr 2017 ist vorbei. Naja, nicht im wörtlichen Sinne, es kommen noch irre viele Shows, auf die ich mich sehr freue. Allerdings - um Julia Engelmann zu zitieren: "besser wird's nicht!" Das ist keine gewagte Prognose, 2017 gehört Slowdive, auf Platte wie auf Bühnen.

Das Konzert in Brüssel war das letzte auf dem europäischen Festland, die Band tourt jetzt durch Großbritannien, reist dann in die USA, nach Japan und nach Australien. Danach plant Slowdive neue Musik, sofern die Band die Lust nicht verlässt. 

Auf das Brüssel-Konzert habe ich mich besonders gefreut. Lieblingsband im Lieblingsclub! Daß musikalisch nichts schief gehen würde, wusste ich. Dafür habe ich die Shoegazer jetzt oft genug gesehen. Wenn man Slowdive nachmittags um zwei auf einen Rasthof stellen würde, würden sie da ein perfektes Konzert spielen.


Wir waren früh da, das Konzert war ausverkauft, da ist früh nicht dumm. Früh im Saal bedeutete aber auch, den Support Blanck Mass noch einmal zu sehen. Blanck Mass ist die eine Hälfte von Fuck Buttons und live sehr sehr langweilig. Jedenfalls war der Support für etwas gut: ich habe entdeckt, daß Zeit nicht linear verläuft. Je länger es dauerte, desto mehr dehnte sich die Zeit, ich guckte immer häufiger auf die Uhr. Irgendwas mit Gravitation, glaube ich. Daher kommt wohl auch der Bandname.


Bei Slowdive-Konzerten gucke ich nie auf die Uhr. Es gibt ja ab und zu diese Kunstprojekte, 24 Stunden irgendetwas ununterbrochen aufzuführen. Wenn die Lannister-Stiftung irgendwann mal den Instrumental-Part von Golden Hair 24 Stunden lang spielen lässt, bin ich dabei!


Im Vergleich zu Hamburg gab es keine Überraschungen. Die Setlist war die gleiche, meine leise Hoffnung, daß Falling ashes schon Teil des Live-Sets sein würde, erfüllte sich nicht. Aber es war ja auch so schon perfekt. Die neuen Lieder sind in jeder Hinsicht auf Augenhöhe mit den alten Lieblingen. Wenn man Slowdive heute für sich entdeckt, wird man wohl nicht sagen können, welche Songs nach einer jahrzehntelangen Pause und welche in der ersten Hochphase der Band entstanden sind. Da in Brüssel wieder viele jüngere Zuschauer waren (auch wieder mehr Frauen übrigens), waren darunter sicher viele neue Fans. Aber auch die alten werden nicht sagen können, daß Sugar for the pill oder No longer making time schlechtere Songs als Crazy for you oder 40 days sind. Es ist also vollkommen egal, was Slowdive spielen, die Band kann nichts falsch machen.



Einen kleinen Unterschied gab es schon zu Hamburg: das jüngste Lied im Liveprogramm, Don't know why, das im Uebel & Gefährlich noch etwas stolperig klang, funktionierte deutlich besser. Es ist neben Souvlaki Space Station aber trotzdem das Lied im Set, das mich am wenigsten berührt.


Ab When the sun hits (das gelbe Licht am Ende!) waren Hamburg und Brüssel gleichermaßen atemberaubend. 
 
When the sun hits. Alison. Sugar for the pill. Golden hair. No longer making time. Dagger. 40 days. Da ist keine Luft nach oben. Wenn nächste Woche die Smiths ein Überraschungskonzert in Köln spielen (Vorgruppe Lush), werde ich dreimal überlegen müssen, ob das besser sein kann. 

Das zweitbeste Konzert des Jahres sehe ich übrigens auch in der Orangerie des Botanique: Wolf Parade in ein paar Wochen. Bis dahin habe ich vermutlich noch Dagger im Ohr, das wunderschöne Lied über die gescheiterte Liebe zwischen Neil und Rachel, das sie erst 2014 zum ersten Mal live gespielt haben. "The world is full of noise yeah, I hear it all the time!"

Setlist Slowdive, Botanique, Brüssel:

01: Slomo
02: Catch the breeze
03: Crazy for you
04: Star roving
05: Slowdive
06: Souvlaki Space Station
07: Avalyn
08: Don't know why
09: Blue skied an' clear 
10: When the sun hits
11: Alison
12: Sugar for the pill
13: Golden hair (Syd Barrett Cover)

14: No longer making time (Z)
15: Dagger (Z)
16: 40 days (Z)

Links:

- aus unserem Slowdive-Archiv:
- Slowdive, Hamburg, 04.10.17
- Slowdive, Dortmund, 29.09.17
- Slowdive, Mannheim, 18.06.17
- Slowdive, Den Haag, 31.03.17
- Slowdive, London, 20.12.14 
- Slowdive, London, 19.12.14
- Slowdive, Genf, 09.09.14
- Slowdive, Saint-Malo, 15.08.14
- Slowdive, Hilvarenbeek, 21.06.14
- Slowdive, Barcelona, 30.05.14
- Slowdive, London, 19.05.14



Donnerstag, 5. Oktober 2017

Slowdive, Hamburg, 04.10.17

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Konzert: Slowdive
Ort: Uebel & Gefährlich, Hamburg
Datum: 05.10.2017
Dauer: Slowdive rund 95 min, Blanck Mass 43
Zuschauer: knapp 1.000 



Am vergangenen Freitag konnte ich Slowdive vor ihrem Auftritt beim Way Back When Festival in Dortmund interviewen. Die Showgazeband begleitet mich schon lange, seit ihrer Rückkehr 2014 ist sie neben Lush meine Band #1, in guten wie in schlechten Tagen. Ich hatte zig Dinge, über die ich sprechen wollte, ganz besonders interessierte mich etwas, was ich Bands sonst nie frage - der Grund dafür, daß Slowdive live so brillant klingen. Sie sprachen von ihren Soundleuten, davon, daß sie keine Sound- sondern eine Sound- und Songband seien. Schlagzeuger Simon Scott erzählte von einem Gespräch dieser Tage mit Nick, dem neuen Mann am Mischpult. Nick sagte, "Slowdive live zu hören muß wie ein Traum sein, meistens - aber nicht immer - ein schöner, manchmal aber auch ein Albtraum." Beim anschließenden Konzert im FZW fiel mir live nichts auf, was dadurch beschrieben wurde, in Hamburg eine Woche später gab es bei mehreren Stücken ganz besonders krachige Sequenzen, bei denen ich "Nick hat recht" dachte.

Die Band, die in den kommenden Monaten durch Europa, Nordamerika, Japan und Australien touren wird, ändert die Liveversionen ihrer Lieder im laufenden Betrieb. Sie nutzten die Soundchecks, um neue Stücke der aktuellen Platte einzuspielen, hatte Rachel Goswell erklärt. Ich hatte für Hamburg schon auf das Über-Lied Falling ashes gehofft, das "in den nächsten Wochen" in die Livesets integriert wird. Dafür reichte die Zeit aber wohl noch nicht. Im Vergleich zu Dortmund war aber jetzt Don't know why im Programm, das sechste Stück, das Slowdive von Slowdive (dem Album) spielen - jetzt fehlen noch Go get it und Falling ashes. Ich schweife ab. Slowdive proben nicht nur neue Titel ein, sie verändern auch die alten. Catch the breeze, am Anfang, gleich nach Slomo gespielt, hatte ein My Bloody Valentinesches Krachende, das ich so noch nicht kannte. Auch Star roving war eine Ecke härter als sonst. "Sometimes like a nightmare." Oder - Fachbegriff - Beautiful noise. 


Der Auftritt fand im Uebel & Gefährlich im vierten Stock des Hochbunkers statt. Ausverkauft war das Konzert im Vorfeld nicht, es gab eine Abendkasse. Aber wenn überhaupt, war es nicht viel davon entfernt. Daher hätte es sich nicht angeboten, spät zu kommen und die Vorgruppe zu streichen. Ich hatte zwar der Aussage von Bassist Nick Chaplin geglaubt, daß Slowdive die Supports ganz bewußt aussuche, das Lied, das ich mir von Blanck Mass vorher angehört hatte, war schon so gar nichts für mich. Als der Mann hinter Blanck Mass auf die Bühne kam, gefiel mir das für zwei Minuten auch ganz gut, danach war die Geschichte auserzählt, es fing schnell an, uns zu langweilen. Blanck Mass ist Benjamin John Power (London), die eine Hälfte von Fuck Buttons. Seine Musik erinnerte mich oft an die wenigen Dinge, die ich von der Hochphase der Electronic Body Music in den 80ern mitbekommen habe. 43 Minuten lang EBMte Benjamin, der Applaus danach war verhalten. 

Aber dann! Hui! Um 22:15 kamen Christian, Rachel, Simon, Nick und Neil (v.l.n.r.) auf die Bühne und stimmten Slomo an (neues Intro). Es klang wundervoll. Dieses lange, getragene Stück (das mich so an Kate Bush erinnert) ist eine selbstbewußte Wahl für ein Eröffnungslied. Obwohl nicht viel passiert, funktioniert es aber trotzdem sehr gut. Es muß also nicht mit Alison losgehen. Die Betonfestung ist sicher eine echte Herausforderung an Soundingenieure. Der neue Mann bei Slowdive machte seinen Job aber hervorragend. Bei einem Lied in der Mitte klang es einmal etwas dumpf, ansonsten hätte man auch dieses Konzert wieder aufnehmen und veröffentlichen können.

Das Konzert war eine Ecke länger als das in Dortmund. Neu waren Don't know why (zweites Haar in der Suppe... Don't know why war das schlechteste aller neuen Lieder bisher), Slowdive und Blue skied an' clear und die zweite Zugabe Dagger. Dagger, das Lied über eine gescheiterte Liebe, das Neil Halstead wohl über seine Ex Rachel Goswell geschrieben hat und das die beiden 2014 zum ersten Mal live gespielt haben (20 Jahr nach der Beziehung). Dagger ist so verflucht schön, dafür alleine hatte sich der Herzschmerz der beiden gelohnt.


Weil ich die Briten 2014 und 2017 immer wieder auf Bühnen erlebt habe, fallen mir viele Unterschiede auf. Schon 2014 waren Slowdive live fantastisch, 2017 kann man da locker 50% Güte draufpacken, könnte man Konzertqualitäten so skalieren. 2014 seien sie noch eine Showgazeband aus den 90ern gewesen, die die alten Lieder spielt. Heute fühlen sich Slowdive wie eine zeitgenössische Gruppe, erklärten die vier Musiker (außer Neil) bei meinem Interview. Der Erfolg der Platte und die neuen Fans unterstützten das Gefühl. Mir geht es bei den meisten Bands so, daß ich natürlich neuen Liedern gegenüber auch bei Konzerten aufgeschlossen bin, die alten es aber auch tun. Bei Slowdive geht mir das ganz anders. Ich freue mich über jedes neue Stück im Programm. 

So viele neue Leute waren in Hamburg nicht dabei. Das Publikum war sehr männlich. Bei Souvlaki Space Station den wippenden Männerköpfen unter uns zuzugucken, war neben der Musik der schönste Moment des Abends!

Die schönste Nachricht bei meinem Interview war die, daß es Pläne (nur gerade keine Zeit) für neue Musik gibt. Der späte wirkliche Erfolg und das Gefühl eben keine Comeback-Band zu sein, motiviert Slowdive. "Wir machen weiter, solange es uns nicht langweilt." Und da die neuen Lieder ausnahmslos wirklich neu sind und keine aufgewärmten Ideen aus den 90ern, spricht nichts dagegen, daß auch das nächste Album fantastisch wird und Slowdive auch in fünf Jahren noch einfach Ü40-Männern Tränen in die Augen spielen werden. Das kann bei Golden hair, When the sun hits oder auch No longer making friends halt immer auch passieren.


Setlist Slowdive, Uebel & Gefährlich, Hamburg:

01: Slomo
02: Catch the breeze
03: Crazy for you
04: Star roving
05: Slowdive
06: Souvlaki Space Station
07: Avalyn
08: Don't know why
09: Blue skied an' clear 
10: When the sun hits
11: Alison
12: Sugar for the pill
13: Golden hair (Syd Barrett Cover)

14: No longer making time (Z)
15: Dagger (Z)
16: 40 days (Z)

Links:

- aus unserem Slowdive-Archiv:
- Slowdive, Dortmund, 29.09.17
- Slowdive, Mannheim, 18.06.17
- Slowdive, Den Haag, 31.03.17
- Slowdive, London, 20.12.14 
- Slowdive, London, 19.12.14
- Slowdive, Genf, 09.09.14
- Slowdive, Saint-Malo, 15.08.14
- Slowdive, Hilvarenbeek, 21.06.14
- Slowdive, Barcelona, 30.05.14
- Slowdive, London, 19.05.14



Dienstag, 3. Oktober 2017

Bela B, Düsseldorf, 30.09.17

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Konzert: New Fall Preview-Bela B. + Band
Ort: Sipgate Campus Düsseldorf
Datum: 30. 09. 2017
Dauer: 120min
Zuschauer: ca. 250

Die Festivalsaison scheint vorüber, aber nur fast. Pünktlich zur Blätterfärbung meldet sich das New Fall Festival zurück und bietet, wie schon in letzten Jahren mit Olli Schulz und Asgeir, treuen Kombi-Ticketkunden und Förderern ein intimes Preview-Konzert. 

Wieder im perfekt dafür ausgelegten Firmengelände von Sipgate, einem Sponsoring, das wirklich Sinn macht. Hier scheint die Symbiose von Arbeit und Freizeit zu stimmen, so offen und freundlich wirkt die Anordnung von "Kantine", Büros und funktionalem Außengelände in einem Düsseldorfer Hinterhof. 



Auf der Bühne, nicht weniger als ein Schwergewicht der deutschen Musikszene. Nachdem Bela B. zunächst seine Herbsttournee komplett ausfallen ließ, spielt er hier in kleinstem Rahmen eine sympatische Werkschau seiner Soloalben. 

Begleitet wird er von einer großartigen Band (Peta Devlin & Smokestack Lightnin), alle einheitlich in Westernhemden gekleidet, wird hier nicht nur ein Standardset geboten. Trotzdem präsentiert sich Bela B. zunächst eher als eigene Vorband. 

Die erste Stunde wirkt noch etwas steif und bemüht, doch als man schon das baldige Ende erwartet, kommt es besser. "Vampir mit dem Colt" läutet den zweiten und wesentlich unterhaltsameren Teil des Abends ein, alles wirkt lockerer und gelöster. Die Versionen und gefürchteten Ansagen zwischen den Songs länger, die Weißweingläser auf der Bühne leeren sich schneller.



"Bausparvertrag" und "Einer bleibt liegen" scheinen das Finale einzuleiten, aber spätestens als der Soundmann bei der nicht geplanten Zugabe des Ärzte-Klassikers "Manchmal haben Frauen" die Hände vor den Kopf schlägt, ist der Abend gerettet. 

Dabei soll das alles hier doch eigentlich nur auf das im November stattfindende Festival aufmerksam machen. Mit Konzerttagebuch-Lieblingen wie Glen Hansard, Michael Kiwanuka oder Sophia wird klar, dieses Jahr wird kein schlechtes. 



Die obligatorischen "schönen Orte", seit jeher ein fester Bestandteil im Konzept dürften mittlerweile bekannt sein, die Regel sind sie leider noch lange nicht, vergleicht man sie mit dem tristen Industriehallen-Charme vieler Kölner Konzerte.

Bela B. dagegen wähnt sich mittlerweile auf einer Firmen-Betriebsfeier. Von der Empore fallen Blätter der zu Beginn geforderten nackten Hinterteile vom Kopierer und nicht nur die vielen Freigetränke lassen das Ende zu einer großen Party werden.

"Streichholzmann" und die vierte Zugabe "Missgeschick und Blei" beenden dann einen unerwartet ausgelassenen Abend.

Ein ausführlicher Vorbericht, auch für das Zwillingsfestival in Stuttgart folgt in den nächsten Tagen. Es lohnt sich. 


 

Konzerttagebuch © 2010

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