Donnerstag, 3. November 2016

New Fall Festival, Düsseldorf, Tag 4, Lucy Dacus, 30.10.2016

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Konzert: New Fall Festival - Lucy Dacus
Ort: Düsseldorf, Capitol Theater
Datum: 30.10.2016
Dauer: 35min.
Zuschauer: ca.200

Lucy Dacus aus Richmond/Virginia bei ihrem ersten Auftritt in Deutschland zu bewundern war ein Vergnügen. Die CD "No Burden" erschien hier bereits im September, aufgenommen wurde sie an nur einem Tag in Nashville.

Das klingt nach Punk und DIY, geboten wird aber feinster Indiepop, schließlich ist Lucy Dacus beim Matador/beggars group (Indigo) Label unter Vertrag.

Vergleiche kommen einem sehr schnell in den Sinn. Bei neuen Künstlern ist das normal. Hier sind es Courtney Barnett oder in den ruhigeren Stücken Aimee Mann, deren Stimmlage und Ausdruck ähnlich sind.

Die Texte bilden schnell einen einen kleinen, feinen eigenen Kosmos. Während zum Beispiel Barnett mit ihren ausschweifenden und burschikosen Alltagsgeschichten und ihrem punktierten Sarkasmus ganz eigene Welten entwirft und Aimee Mann oft zu zurückhaltend und kühl, manchmal gar oberlehrerhaft daherkommt (bei aller Klasse), schlägt Dacus eine ganz andere Richtung ein.

Leise Ironie und das Scheitern im täglichen Alltag mit all seinen kleinen und großen Problemen sind ihr Thema. Wie sie das hier im schönen Club des Capitol Theaters auf die Bühne bringt, ist für eine so junge Künstlerin außergewöhnlich.

Immer wieder hält sie die riesige Gitarre wie einen Ritterschild senkrecht vor sich und gibt dem Set damit viel Ruhe und Raum, den die Band dann nutzen kann.

"I don`t wanna be funny anymore", die Single mit dem bisher größten Hitpotential ist dann auch textlich ein guter Indikaton für ihre Sicht auf die Dinge:

"I got too short skirt, mybe i can be the cute one.
Is there room in the band ?. I don`t need to be the front man.
If not, Ì`ll be the biggest fan."    

Während sie solche Sätze singt, schaut sie mit ihrem immer etwas traurigen, zugleich aber auch verschmitzten, kleinen Lächeln und ihren knallrot geschminkten Lippen ins Publikum.

Eine junge Frau, die schon viel zu erzählen hat und dies in nicht alltägliche Worte und Geschichten zu kleiden vermag.

Hoffentlich sehen wir Lucy Dacus nächstes Jahr auf einem der vielen Festivals wieder. Musiker, die Songtitel wie "Troublemaker Doppelgänger" hervorbringen, können gar keine schlechten Menschen sein.

Mehr davon.

Fotos: New Fall Festival 


Ceasetone, Reykjavik, 02.11.16

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Konzert: Ceasetone
Ort: Harpa, Reykjavik (Iceland Airwaves)
Datum: 02.11.2016
Dauer: knapp 35 min
Zuschauer: vielleicht 500



Beim Iceland Airwaves spielen 220 Künstler 267 offizielle Konzerte. Dazu kommen weitere 670 Shows in "off venues" überall in der Stadt. Mehr als 900 Konzerte in fünf Tagen - keine Ahnung, wie man da den Überblick behalten soll, welche Bands unbedingt angeguckt werden müssen.


Der erste Tag war für mich nach gut fünfstündiger Anreise (aus dem Osten der Insel) zum Glück noch nicht so stark besetzt, daß ich zu viel unter keinen Umständen verpassen durfte. Nach ein paar Minuten Steinar (schlimm!) und Kött Grá Pje, der uns alle in einem Song als "Fucker" anrappte, um sich hinterher zu entschuldigen, gemeint sei damit nur das isländische Einwanderungsministerium (dabei entschuldigen sich Isländer nicht, wie ich im vergangenen Jahr von einer Einheimischen erfahren hatte, die mich auf Isländisch ansprach und mich, nachdem ich mich entschuldigte, kein Isländisch zu sprechen, rundgemacht hat, weil man niemals um Verzeihung bitte), war Ceasetone mein erstes komplettes Konzert.


Ceasetone ist die Band von Hafsteinn Þráinsson. Zur Band gehören neben dem Gitarristen / Sänger / Keyboarder eine Schlagzeugerin (Sólrún Mjöll Kjartansdóttir), ein Bassist und Keyboarder (Steinar Karlsson) und ein weiterer Keyboarder (Jökull Brynjarsson), auf der Bühnen standen allerdings eine ganze Menge mehr Menschen, ganz links ein Chor, ganz rechts ein Streichtrio, neben Sólrún noch ein Percussionist.



Auf dem Weg nach Reykjavik heute hatten wir eine ganze Menge Künstler vorgehört - ein Lied pro Band, mit viel Mut zur Lücke. Zu jedem Lied machten wir uns ein paar Notizen, um nicht einen Wasserfall später wieder alles vergessen zu haben. Neben dem Ceasetone-Song The bright side stand "wie Muse (aber besser)"



Hafsteinn hat eine der typischen isländischen Gesangsstimmen, die man mögen muß. Mir gefielen die lauteren Lieder deutlich besser als die wenigen ruhigen. Wenn es lauter wurde, entstanden plötzlich herrliche Gitarrenwände, Hafsteinn, der sonst so ruhig wirkte, riss seinen Kopf wild hin und her.

Zu The bright side kam eine Gastsängerin auf die Bühne. Trotz der Muse-Assoziationen ist das Stück ein großer Hit! Genauso gut gefiel mir das Schlußstück Humble history song, das immer lauter wurde. Mein heimlicher Liebling war aber Lo-fi, das (anders als der Name es vermuten ließe) in ein wildes Postrock-Geballere mündete, um danach ruhig zu enden.

Meine Konzertbegleitung fand die Band nett aber ein wenig überambitioniert, mir gefiel das Konzert sehr gut. Nummer eins von 900 ist geschafft. Morgen kommen u.a. Die Nerven, JFDR (wundervoll!), The Sonics, Beliefs, Oyama, Hannah Lou Clark...

Setlist Ceasetone, Iceland Airwaves, Reykjavik:

01:
Two roads 
02: Sight of your life 
03: Full circle
04: The bright side
05: Darker days
06: Lo-fi
07: Humble history song


Alle Konzertberichte vom Iceland Airwaves

Mittwoch, 2. November 2016

Les concerts de la rentrée à Paris, Part Two: novembre et décembre 2016

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Les concerts de la rentrée à Paris. Part two: novembre, décembre

Après part one de mon agenda des concerts de la rentrée à Paris, voici donc part two avec les concerts de novembre et de décembre 2016. C'est la haute saison, il y a tellement de lives que c'est souvent difficile de faire un choix. Immanquable ont certainement les deux soirées du label bordelais Talitres le 9 et le 10 novembre à La Maroquinerie avec Emily Jane White, Motorama (photo archive par Christoph Konzerttagebuch ©), Flotation Toy Warning (groupe génial et inclassable) et Will Samson !




Novembre

1/11: Cass Mc Combs et Julien Gasc, Point Ephémère
2/11: Showcase Fnac des Ternes de Michael Kiwanuka, 18h
2/11: Michael Kiwanuka, La Cigale, complet
2/11: Rodrigo Amarante, Théâtre des Bouffes du Nord
2/11: Kaiser Chiefs, Le Trianon
2/11: Sarah Neufeld, Batofar
2/11: Camp Claude, La Gaité Lyrique
2/11: Glass Animals, Elysée Montmartre
2/11: Wooden Shjips, Petit Bain
2/11: Julia Jacklin, Le Pop-Up du Label
2/11: Sally B et Bob And The Apple, International
2/11: House Of Wolves, Alexandre Delano, Supersonic
3/11: Annabel Briens, Mehdi Zannad, Mon Coeur Balance, French Touche
3/11: Delano Orchestra, Marnitude, Olympic Café
3/11: Julia Jean-Baptiste, Sié-Sié
3/11: Lisa Hannigan, The Flow
4/11: Turnover et Milk Teeth, La Mécanique Ondulatoire
4/11: Ensemble Economique et Jung An Tagen, Espace B 
4/11: Angel Olsen, La Gaité Lyrique 
4/11: Jamie T, Le Trabendo
4/11: Seasick Steve, Le Trianon
5/11: The Wedding Present, Batofar 
5/11: Garbage, Salle Pleyel
5/11: Séverin, Café de la Danse
5/11 Chorusgirl et DTCV, Espace B
5/11: Theodora, Monophona Talune, Supersonic
5/11: Lidwine, Passerelle.2
6/11: Boy, La Maroquinerie 
6/11: Arlt, Point Ephémère
7/11: Okkervil River et Old Mountain Station, Petit Bain
7/11: Wand et Pogo Car Crash Control, La Maroquinerie 
7/11: Jake Bugg, Elysée Montmartre 
7/11: Joseph Arthur solo, Point Ephémère
7/11: Idiot Glee, The Lazy Bees et Melodie Busker, Supersonic
8/11: Pépite, Boule Noire
8/11: Radio Elvis, La Cigale
8/11: Mo, Elysée Montmartre
8/11: Cocoon, La Gaité Lyrique
8/11: Merchandise, La Mécanique Ondulatoire
8/11: Phantogram, Petit Bain
8/11: The Lumineers, Salle Pleyel
8/11: Simple As Pop et Sofia Bolt, Quartier Général Oberkampf
9/11: Ryley Walker, Espace B
9/11: The Pack AD, Petit Bain
9/11: Killing Joke, Elysée Montmartre
9/11: Festival Pop de Bitche, à la folie Paris avec School Daze, Dorian Pimpernel, Mehdi Zannad, Athanase Granson 
9/11: John Carpenter, Grand Rex 
9/11: Swans et Anna Von Hauswolff, Trabendo
9/11: Oiseaux Tempête, Eglise St-Merry
9/11: Le Label Talitres fête ses 15 ans à La Maroquinerie avec Motorama et Emily Jane White
10/11: Le Label Talitres fête ses 15 ans à La Maroquinerie avec Motorama et Flotation Toy Warning et Will Samson
10/11: Tommy Cash, Badaboum 
10/11: DMA'S, La Boule Noire
10/11: Emily Loizeau, La Cigale
10/11: Acid Arab, Divan Du Monde
10/11: Scott et Charlene's Wedding et Batist, Supersonic
10/11: Local Natives, Trianon
10/11: Gandi Lake, Espace B
10/11: Lenparrot et Laake, FGO-Barbara 
10/11: How To Dress Well, Point Ephémère
11/11: Kevin Morby et Steve Gunn et Meg Baird, Le Trabendo
11/11: Die Nerven, Espace B
11/11: Robi, Maison de la Poésie
11/11: Julia Holter et Circuit des Yeux, La Gaité Lyrique
11/11: Alma Forrer, La Ménuiserie
12/11: Quilt et Charlotte et Magon, Espace B
14/11: The Heavy, Elysée Montmartre
14/11: Paul Simon, Palais des Congrès
14/11: Saxon, Le Trianon
14/11: Lola Marsh, Point Ephémère
14/11: Gisèle Pape, Manufacture Chanson
12/11: Lee Ranaldo, Point Ephémère
15/11: The Cure et The Twilight Sad, Accor Hotels Arena
15/11: Norah Jones, Salle Pleyel
16/11: Wilco, Casino de Paris
16/11: After Marianne, secret show
16/11: Agar Agar, Petit Bain 
16/11: Peter Doherty, Le Bataclan 
16/11: Radical Face, Le Trabendo
16/11: Pascal Pinon, Le Pop-Up du Label
16/11: Maissiat, Maison de la Poésie
16/11: Fiodor Novski, Supersonic
17/11: Shura, Point Ephémère
17/11: Peter Doherty, Le Bataclan
17/11: Emmanuel And The Fear, Espace B
17/11: Papier Tigre, FGO-Barbara
17/11: Sarah Jaffe, La Maison Sage
17/11: Radio Elvis, Maison de la Poésie
17/11: June Bug et Tiger Lion et Fraser Anderson, Les Trois Baudets
17/11: The Growlers, Cabaret Sauvage 
17/11: Aufgang, Le Flow
18/11: Eskimo et Tristen La Dame de Canton
18/11: Tim Presley (White Fence), Espace B
18/11: Orouni, La Passerelle.2
18/11: Lescop, La Cigale 
18/11: Frightened Rabbit, Le Pop-Up du Label
19/11: Jagwar Ma et Luh et Rat Boy et Let's Eat Grandma, La Cigale
19/11: HF Thiéfaine, Le Zénith
19/11: Viot, Supersonic
19/11: Girl Band et Preoccupations (ex Viet Cong), Le Trabendo
20/11: Oathbreaker et Wife, Petit Bain
21/11: Weyes Blood et Laure Briard, Espace B
21/11: Tinariwen, The Lemon Twigs, Seratones, Bataclan
21/11: Pharaon de Winter, Les Trois Baudets
21/11: Dan San, Pop-Up du Label
22/11: Zéro et It It Anita, Espace B
22/11: Yalta Club, Supersonic
22/11: Agnes Obel, Casino de Paris
22/11: Minou, Point Ephémère
22/11: Be Quiet et Jaune, Les Trois Baudets 
22/11: Céline Tolosa, Le Motel
23/11: Zombie Zombie, Badaboum
23/11: Beach Slang, La Maroquinerie
23/11: Pixies, Le Zénith
24/11: Pantha Du Prince, La Gaité Lyrique
24/11: Margaret Glaspy, Le Pop-Up du Label
25/11: Psychic Ills, Le Batofar
25/11: Margaux Simone, Le Tigre Club 
26/11: Algo et Odds & Ends et Pollyanna, International
26/11: Michel Cloup, Pan Piper
26/11/ Basile di Manski, Badaboum
27/11: Alice Mary et Sahara et Camille Bénâtre, Supersonic
28/11: Wrekmeister Harmonies (avec GY!BE), Espace B
28/11: Sondre Lerche, Le Sentier des Halles
28/11: Gisèle Pape, Manufacture Chanson
29/11: Archive, Salle Pleyel 
29/11: Hooton Tennis Club, Supersonic
30/11: Howe Gelb Piano Trio, Pop-Up du Label
30/11: Cigarettes After Sex, Badaboum 
30/11: Jo Wedin & Jean Felzine, Les Trois Baudets
30/11: Labo Pop avec Balladur et Tropical Horses, Petit Bain

Décembre


01/12: Joan As Police Woman, Le Flow
01/12: The Julie Ruin, Point Ephémère
02/12: Exsonvaldes, Sharko, In The Canopy, Petit Bain
02/12: Charlotte Reinhardt, Bateau Théâtre-Le Nez Rouge 
02/12: Nada Surf et Amber Arcades, Le Bataclan 
02/12: Crystal Castles, Elysée Montmartre
02/12: Michel Polnareff, Salle Pleyel
03/12: She Keeps Bees, Le Pop-up du Label, complet
03/12: Stranded Horse, Gaité Lyrique
03/12: Temples, Point Ephémère
03/12: King Crimson, Salle Pleyel
04/12: King Crimson, Salle Pleyel
05/12: King Creosote, Le Pop-up du Label
05/12: Talmud Beach et Pamela Hute, Le Supersonic
06/12: Cléa Vincent, La Maroquinerie, complet
06/12: Flamingoods, Barbagallo, Halo Maud, Point Ephémère
06/12: Jonah Matranga et Doris Cellar (Freelance Whales), La Mécanique Ondulatoire
06/12: Jenny Berkel, Break Art Mix
06/12: Tuxedomoon, Divan Du Monde
06/12: A-wa, Elysée Montmartre
07/12: Martha Rose, Le Môtel
07/12: Hawaï Burger et Simple As Pop, Café de la Presse
07/12: Touriste, Haute, Daniel Alexander, Divan du Monde
07/12: Maissiat, Café de la Danse
07/12: Brisa Roché, Le Flow
07/12: Arman Méliès, Le 104
07/12: Lou Doillon, La Flèche d'or
07/12: Jeanne Added, Elysée Montmartre
07/12: Norma, Holy Oysters, Kroy, Point Ephémère
07/12: Vérone et Gisèle Pape et Anonymous Choir, FGO-Barbara
08/12: Chamberlain, Michael Nau, Clara Luciani, Point Ephémère
08/12: Noir Coeur et Kid North, FGO-Barbara
08/12: Piers Faccini et Yelli Yelli, Café de la Danse 
08/12: Burning Peacocks, Les Etoiles
08/12: Nouvelle Vague, Le Flow
08/12: Julianna Barwick, Le Pop-up du Label
08/12: Dick Annegarn, New Morning
08/12: Toy, Nouveau Casino
09/12: Algo, Showcase à la Passerelle
09/12: Jean Added, Elysée Montmartre
09/12: Juliette Greco, Salle Pleyel
09/12: Lydia Lunch Retrovirus et 7 Weeks, Petit Bain
09/12: Etienne Jaumet, Yuksek, Ed Banger, Le Trabendo
09/12: Weird Dreams, Seahorse Hunter et Harem Nights, Espace B
09/12: Mike Wexler et Mocke Trio, Espace en Cours
10/12: Jamie Isaac, Sub Luna City, La Maroquinerie 
10/12: Lao Ra, Cairobi, Franck, Point Ephémère
10/12: Wiliam Sheller, Salle Pleyel
10/12: Mumford & Sons, La Géode
12/12: Vanishing Twin, Kids Riot, A.D.N., Supersonic
12/12: Jean-Michel Jarre, Accor Hotels Arena 
12/12: Frère Animal, Philharmonie de Paris
12/12: Sean Nicholas Savage et Lomboy, Espace B
13/12: Bertrand Belin et Superbravo, Café de la Danse
14/12: Mustang, Les Lignes Droites, ECKFK, Espace B
14/12: Peter Kernel, Batofar
14/12: Bertrand Belin et Chevalrex, Café de la Danse 
14/12: Tim Dup et Fishbach, Les Trois Baudets
15/12: Kevin Lartig, Showcase Fabrique Balades Sonores
15/12: Mathilde Fernandez, Sarah Maison, Le Pop-up du Label
15/12: Bertrand Belin et Mocke Trio, Café de la Danse
15/12: Acid Arab, Divan Du Monde
15/12: Marion Cousin et Gaspar Claus et Alexis Degrenier, Espace En Cours
16/12: Baptiste W. Hamon, La Maroquinerie
16/12: New Model Army, Divan du Monde
16/12: Julien Gasc et Lenparrot, Garage MU
18/12: The Courteeners, La Maroquinerie
21/12: Charles Aznavour, Palais des Sports
22/12: Lonny Montem, La Bellevilloise
26/12: Charles Aznavour, Palais des Sports
28/12: Charles Aznavour, Palais des Sports






Konzerttipps in Berlin 2016

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Immer wieder hören wir den fordernden Ruf nach Konzerttipps - gerade im so umtriebigen Berlin! Deshalb sind wir sehr froh, hier spreeathener Insiderwissen weitergeben zu dürfen, nämlich die Empfehlungen zum Tanzen und für die wirklich lohnenden Indie-Konzerte zusammengestellt von den rührigen Leuten bei Fourtrack on Stage, deren eigene Veranstaltungen man in der Liste hervorgehoben findet.


03.11. Sajjanu + mOck @Schokoladen
03.11. Woodpigeon @Valentin Stüberl
04.11. POP - Die Eröffnung
04.11. Adriano Celentano Gebäckorchester @Südblock
04.11. Hush Mother o.t. Moss Skiing Unicorn @Marie-Antoinette
05.11. Schubsen + Trucks @Marie-Antoinette
05.11. Adventure Team @XB Liebig
05.11. What Difference Does It Make @Das Gift
06.11. Jackie Lynn @Kantine am Berghain
06.11. Rue Royale @Privatclub
08.11. Cate Le Bon @Kantine am Berghain
08.11. US Election Party @Donau115
09.11. Fourtrack: Horse Lords + Patrick Higgins @Schokoladen
10.11. Fachberatungstag: Tourbooking @Music Pool Berlin
10.11. Culture Reject + Skiing @Schokoladen
10.11. OK Vancouver + Shitwolf @Alter Roter Löwe Rein
11.11. Pascal Pinon @Monarch
12.11. Scared To Dance @Loophole
13.11. Kevin Morby + Meg Baird @Columbiatheater
16.11. Weyes Blood @ACUD MACHT NEU
17.11. Nap Eyes @Monarch
19.11. Snowhite & t. 7 Years: Oum Shatt u.v.m. @Ballhaus Ost
23.11. Wymond Miles + Bikini Jesus @Schokoladen
24.11. Sleaford Mods + Pisse @Huxleys
25.11. Die Heiterkeit @://about blank
25.11. Hess Is More + Germans from Germany @Schrippe Hawaii
26.11. Me Succeeds + Soft Grid @Kantine am Berghain
26.11. What Difference Does It Make @Amigaclub
27.11. The Julie Ruin @Columbiatheater
27.11. Howe Gelb Piano Trio @B-Flat
28.11. Gurr @Kantine am Berghain
28.11. Zombie Zombie @Urbanspree
28.11. Las Kellies @Monarch
30.11. JaKönigJa @Monarch
02.12. Ryley Walker @Kantine am Berghain
05.12. The Wave Pictures + The Hole Boys @Bi Nuu
06.12. Black Oak @Privatclub
08.12. Kat Frankie @Roter Salon
10.12. Tutti Frutti Fest @Urbanspree
12.12. Marissa Nadler @Privatclub
16.12. The Burning Hell @Marie-Antoinette
17.12. Isolation Berlin @Columbiatheater
17.12. Rae Spoon @Villa Neukölln
18.12. Saddest Song Contest @Ballsaal Studio
20.12. Cocaine Piss + Trucks @Kantine am Berghain
21.12. Erdmöbel @Frannz


Dienstag, 1. November 2016

New Fall Festival, Kate Tempest, Tag 3, Düsseldorf, 29.10.2016

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Konzert: New Fall Festival - Kate Tempest
Ort: Düsseldorf, Capitol Theater
Datum: 29.10.2016
Dauer: 60 min
Zuschauer: ca. 1.200

Wohl kaum ein Künstlerin war in den letzten Wochen so oft in den Medien anzutreffen wie Kate Tempest. Erst gab es überall Lobeshymnen für ihren Debütroman, dann folgte vor kurzem noch das neue Album "Let them eat Chaos".

Wie viele Feuilletonleser sich aber wirklich schon mit dem sperrigen Werk auseinander gesetzt haben, bleibt unklar. Das Capitol war jedenfalls in sehr gespannter Erwartung, schließlich handelte es sich um eines der allerersten Konzerte zur neuen Platte.

Wer Kate Tempest schon einmal erleben durfte, konnte sich die berechtigte Frage stellen, wie die Intensität der letzten Auftritte denn nun noch gesteigert werden sollten. Wenn die Messlatte an Emotionen und Tempo so hoch liegt, werden viele Erwartungen geweckt.

Ein Problem, das wohl auch Tempest erkannt hat. Daher beginnt sie vor dem eigentlichen Start zunächst mit einer kleinen Bedienungsanleitung: Handys sind bitte in der Tasche zu lassen. Wir sollen "bei ihr" und "mit ihr" sein. Auch die Bestuhlung soll bitte keine Distanz zum Geschehen auf der Bühne zulassen.

Punkt eins sollte kein Problem werden, bei der Distanz wurde es etwas komplizierter. Kate Tempest präsentiert in Folge nämlich kein Konzert, sondern ein einstündiges, verbales  Musical ohne Showbeilage.

Alles spielt sich im Kopf der Künstlerin und der Zuschauer ab. Band und Licht, sowie das Auftreten von Tempest sind reines Mittel zum Zweck und völlig unprätentiös.



Und so folgt man ihren ständigen Themen von Jugend und Kapitalismus, von Großstädten und Einsamkeit, falschen Träumen und nicht erfüllten Wünschen.  

Einmal gefangen in diesem Sog der Worte und den derben, unterkühlten Beats, gibt es kein Entrinnen mehr. Keine Pause, keine Chance innezuhalten, um das Gehörte zu reflektieren. Nicht einmal Applaus oder Zwischenrufe sind möglich.

Dabei bleibt manchmal unklar, in wie weit Kate Calvert (ihr richtiger Name) hier nur ihr Alter Ego "Kate Tempest" präsentiert, und ob das Ganze nicht doch nur eine Kunstfigur ist. Calvert jedenfalls äußerte in einem Interview kürzlich, sie sei eigentlich eine "Optimistin".

"Das Leben ist wundervoll, manchmal stimmt nur eben die Balance nicht".

Diese Sichtweise ist hier und heute, wenn überhaupt, weit unter allen Parolen, der Wut sowie den tiefsten Industrialbässen vergraben.

"We are lost, we are lost..." ist das Mantra des Abends. Nicht ganz klar wird, ob es trotz der ganzen Probleme des aktuellen Kapitalismus nicht auch noch andere Schauplätze auf der Welt gibt, denen man seinen Pessimismus der Menschheit aufdrücken könnte.

Das Konzert ist jedenfalls in vielerlei Hinsicht ein Schlag in die Magengrube. Tempest seziert das Leben der sieben Londoner um 04:18 am Morgen aus ihren Sichtweisen, und hier wird ein großer Unterschied zu meiner Jugend schnell klar.

Während es bei uns nur um die Selbstfindung innerhalb einer der Jugendkulturen ging, sind es heute die verschiedenen ethnischen Gruppen, die die Unterschiede der Kultur des Landes definieren. London als Schmelztiegel ist dafür die perfekte Kulisse.

Der Stil ihres Vortrags bleibt einzigartig. So wahnwitzig wie hier Wortfetzen, Poems und Lyrics verbunden werden, ist es eine völlige Reizüberflutung durch Sprache, die ohnegleichen ist.

Wahrscheinlich sind auch die besonders starken Bilder in ihren Texten der Kunstform des Rap, die sie ja eigentlich hier vorträgt, entliehen. Tempest macht des dem Zuhörer hier nur schwerer, da sie nie in völlige Überhöhung abgleitet, sondern die Szenarien immer einen realen Hintergrund haben.



Nach fast 60 Minuten begrüßt man fast erleichtert das Saallicht. Tempest verbeugt sich kurz mit ihrer Band am Bühnenrand und verlässt dann grußlos das größtenteils überforderte Publikum.

Im Foyer wird danach angeregt diskutiert: "Darf ein Konzert durchweg schlechte Laune verbreiten ?, war Tempest arrogant im Umgang mit ihrem Publikum ?, ist es Kunst ?, oder doch nur ein Lichtblick im sonst so unpolitisch gewordenen Kulturalltag des Pop ?".

Ich finde es wird sich bald entscheiden, ob Tempest auch andere Themen für sich in dieser Qualität besetzten kann als die, die sie durch ihre Sozialisation selber durchlebt hat. Erst dann wird sich zeigen, zu was die Autorin Tempest, neben ihrer fantastischen Bühnenpräsenz, noch fähig ist.   

Fotos: FotoSchiko/New Fall




 

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