Sonntag, 3. März 2013

Meursault, Karlsruhe, 01.03.13

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Konzert mit Meursault
Ort: Karlsruhe
Datum: 01.03.2013 
Zuschauer: 25
Konzertdauer:  65 Minuten 


A Fair Exchange (Meursault)

I will tear you down
and that way I’ll stay new.
A memory is better than a ruin.
Somethings will take time.
Somethings time will take.

Oh, I will choose
my best times and I’ll burn them down.
It’s better off in thin air than on thin ground.
Somethings will take time.
Somethings time will take.



Am 1. März schenkten uns Meursault in der Karlsruher Waldstadt einen Abend, den uns die Zeit jedenfalls nicht mehr nehmen wird. Wie sie da gelandet sind? Eine wirklich gute Frage ... in Edinburgh da füllen die Jungs um den Poeten Neil Pennycook Säle mit 1000 Leuten und spielen dann auch mal mit knapp 20 Musikern.

Aber wie heißt es so schön: Leben ist das was geschieht, während du andere Pläne machst. Meursault hatte ich auf meinem inneren Konzertplan für den 28. Februar im Rahmen des Between the Beats Festivals in Lörrach. Für den 1. März gab es dort auch ein tolles Line-up, aber ich wollte mir Sophie Hunger im Tollhaus auf keinen Fall entgehen lassen. Dann kam Ende Februar eine Nachricht: Hallo, Du hast doch Boho Dancer mal aus der Patsche geholfen. Kannst Du das für Meursault am 1. März auch noch einmal tun?




Ich war hin- und hergerissen und habe dann einen etwas verrückten Vorschlag gemacht: Meursault bei uns am frühen Abend als mein persönliches Vorprogramm für Sophie Hunger im Tollhaus. Ich war sehr nervös, ob ich diesem Plan nicht sein scheitern einprogrammiert hatte. Alles hing davon ab, dass der Zeitplan einigermaßen eingehalten wird. Andererseits war der frühabendliche Termin ein gutes Argument für alle Freunde, die für Freitag schon etwas vorhatten: Ihr könnt den Abend so bei uns beginnen! 




Und dann wurde es einfach nur großartig. Die Band klingelte kurz nach 17 Uhr an und es waren drei unglaublich nette Typen. Wir aßen schnell etwas Suppe und ab 18 Uhr füllte sich das Wohnzimmer sehr schnell fast bis an den Rand. Zwei liebe Freundinnen kamen sogar extra aus Stuttgart. Alle packten mit an. Einer stand in der Küche und machte für alle Waffeln. Zwei Mädchen ließen alle ihre neusten Sticker bewundern.  Derweilen hatte die Band fix alles arrangiert und begann 18:20 Uhr mit einem Set, dass voller Emotionen war. Los ging es am Klavier. Dann wurden Ukulele, Gitarre und ein hier abfotographiertes lustiges Gerät eingesetzt. Von Sam Mallalieu gab es dezente Unterstützung am Schlagzeug und Rob St. John platzierte Loops, Keyboards, Bass und oft eine zweite Stimme dazu. Aber das prägende war die Stimme von Neil, die zum Teil erschreckend und verschreckend laut Trauer und Wut hinausrief, aber auch sanft und humorvoll sein konnte. In den Ansagen bekamen wir einige Hintergründe erläutert, aber sie wurden auch dazu genutzt, ein richtiges Zwiegespräch mit dem Publikum zu führen. Es schien so, als würde sich die Band auch umsorgt, geborgen und an einem guten Ort fühlen.

Das Publikum hatten die drei Musiker jedenfalls sofort auf ihrer Seite und ich war doch etwas erleichtert, wie gut sich alle auf die herbe und mitunter verstörende Spielart von Folk einließen. Nach einer Zugabe war 19:30 Uhr die Musik zu Ende, aber fast alle haben auch noch persönlich ein paar Worte gefunden, um der Band zu danken beim CD- und Plattenkauf oder auch einfach nur so. Der "harte Kern" blieb sitzen bis kurz bevor ich aus dem Tollhaus zurückkam. Was für ein Abend!


Ich war nach dem Konzert eigentlich zu aufgewühlt, um mit Vorfreude zu Sophie Hunger aufzubrechen. Einmal war ich kurz davor, wieder umzukehren und den Abend lieber mit den Sympathen zu verquatschen. 

Aber wir haben dann noch um Mitternacht und am nächsten Morgen beim Frühstück die Gelegenheit genutzt, über die Rolle der Texte in der Musik, deutsche Bands (mehr die Ignoranz der Briten für Musik außerhalb von US und UK), Jobs, St. Giles in Oxford und das Wohnen in einem ehemaligen Irrenhaus, Mindestlöhne, gefährliche Situationen im Straßenverkehr, verpasste Fähren, die richtige Dosis Whiskey und dergleichen wichtige Dinge zu unterhalten. Dann musste ich sie schweren Herzens weiterziehen lassen. 
 
Ein Glück, dass ich ein bisschen unvernünftig war und ein Glück, dass alle dazu beigetragen haben, dass es ein wunderschönes gemeinsames Erlebnis wurde.

Es wird noch ein bisschen Zeit brauchen, dieses Konzert zu verarbeiten.
 


Tourdaten:
05.03. Schon Schön, Mainz
06.03. Wohngemeinschaft, Köln
07.03. La Catrina, Zürich
08.03. Merlin, Stuttgart
09.03. Posthof, Linz 

Eike vom klienicum hat sehr schöne und meiner Meinung nach treffende Worte gefunden, um die Musik von Meursault zu beschreiben: "findiger folk, der sich nicht am akustischen abreibt, sondern neuzeitliches gerät nutzt, um farbe ins spiel zu bringen. lustvoll jederzeit, manisch zuweilen, aber immer mit aufhängern, an denen es sich prima auspendeln lässt. da schraffelt die guitar, fröhlich wird die melodie aus den streichern gesägt, der gesang angeschrägt und mutig."

Meursault im klienicum 2009
und 2010 






Samstag, 2. März 2013

Diverse feine Konzertankündigungen

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Diverse Konzertankündigungen
Orte& Daten: siehe unten 



Wie ihr sicherlich wisst, geht es auf dem Konzerttagebuch immer ziemlich familiär zu und so dürfte es euch nicht überraschen, daß ich in dieser Liste etliche Künstler aufzähle, die schon bei einer Oliver Peel Session geglänzt haben. Logischerweise stehen mir diese Musiker sehr nahe. Der niederländische Lautespieler Jozef van Wissem (Foto), der kanadische Allrounder Michael Feuerstack (Snailhouse), die liebliche Britin This Is The Kit, die entzückende Neuseeländerin Tiny Ruins, alle waren sie schon bei uns zu Hause. Liz Green und Evening Hymns aus Kanada würde ich liebend gerne einladen, Borko und sein isländischer Postrock dürfte aber für ein Wohnzimmer zu laut sein. Diver (Aus Österreich) und Royal Canoe habe ich noch nicht live gesehen, die dürften aber auch Spaß machen. Und Konzerte von The Leisure Society aus England sind immer sehr poetisch und erlesen. Also, dabei sein!


  
Borko

23.04.2013: Frankfurt, Das Bett
27.04.2013: Nürnberg, K4
28.04.2013: Hamburg, Hafenklang
29.04.2013: Dresden, Jazzclub Tonne
30.04.2013: Osnabrück, Kleine Freiheit

Diver

05.03.2013: Münster, Pension Schmidt
06.03.2013: Chemnitz, Aaltra
07.0.32013: München, Milla
08.03.2013: Dresden, Programmkino Ost
09.03.2013:Karlsruhe, Kohi

Evening Hymns

03.04.2013: Hannover, Chez Heinz
04.04.2013: Oberhausen, Drucklufthaus
05.04.2013: Wiesbaden, Kulturpalast
06.0.42013: München, Atomic Café
10.04.2013: Paris, Les Trois Baudets
26.04.2013: Greifswald, Koeppen
27.04.2013: Münster, Hans Dampf Festival
02.05.2013: Karlsruhe, Café Nun
08.05.2013: Nürnberg, Club Stereo
14.05.2013: Dresden, Societätstheater
15.05.2013: Berlin, Privatclub
16.05.2013: Esslingen, Dieselstraße
17.05.2013: Beverungen OBS Festival

Jozef van Wissem

05.03.2013: St.Andreas, Offenburg
06.03.2013: Hasenschaukel, Hamburg
07.03.2013: Haus Ungarn, HBC Berlin 
17.03.2013: Kunstverein, Karlsruhe

Liz Green

04.07.2013: Ingolstadt, Blues Fest
05.07.2013: TBA
96.07.2013: Stuttgart, Marienplatzfest

Michael Feuerstack

01.04.2013: Hamburg, Nord (mit Binoculers)
02.04.2013: Göttingen, Hostel 37 (mit Binoculers)
03.04.2013: Kiel, Hansa 48 (mit Binoculers)
04.04.2013: Kön, Vintage Emde (mit Betalovers)
06.04.2013: Düsseldorf, Kassette (mit Betalovers)
08.04.2013: Brüssel, Chaff
11.04.2013: Berlin, Schokoladen (mit Green Apple Sea)
12.04.2013: Magedeburg, Café Centrale
15.04.2013: Paris, Pop In
16.04.2013: Paris, Motel

Royal Canoe

18.05.2013: Brighton, The Great Escpae
22.05.2013: Wien, Arena
23.05.2013: Salzburg, Rockhouse
27.05.2013: Dresden, Beatpol
28.05.2013: Frankfurt, Skt. Peter Café
29.05.2013: Bremen, Lagerhaus
30.05.2013: Kiel, Schaubude
31.05.2013: Neustrelitz, Immergut Festival
01.06.2013: Mannheim, Maifeld Derby

The Leisure Society

02.05.2013: Frankfurt, Brotfabrik
03.05.2013: Berlin, Lido

This Is The Kit

27.07.2013: Reutlingen, Burning Eagle Festival
28.07.2013: Lörrach, Stimmen Festival

Tiny Ruins

30.03.2013: Offenbach, Hafenkino
31.03.2013: Magdeburg, Moritzhof
01.04.2013: Dresden, Schauburg
02.04.2013: Nürnberg, K4
03.04.2013: München, Hauskonzerte
 

Freitag, 1. März 2013

Concerts à venir en mars à Paris

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Concerts à venir en mars à Paris

Tout plein de bons concerts en mars, on a l'embarras du choix. Mon favori personnel? Le concert de Troy von Balthazar à la Boule Noire qui est précédé par un passage à la Fabrique des Balades Sonores la veille. Troy, Troy, Troy!

Mars


01.03.2013: Arch Woodmann, La Mécanique Ondulatoire
01.03.2013: Walk The Moon, La Maroquinerie 
01.03.2013: Oshen, La Loge, Paris
02.03.2012: Oshen, La Loge, Paris
02.03.2013: Björk, Cirque en chantier, complet 
02.03.2013: David Banzan (Pedro The Lion), Espace B 
02.03.2013: Butch McKoy, Péniche El Alamein
02.03.2013: Marion Corrales & Anything Maria, Festival au Feminin, Centre Musical Barbara
02.03.2013: Every Man Has Your Voice, International
02.03.2013: Concert privé Lolito à L'Index, 42 rue Lepic
03.03.2013: Michelle Blades, La Fabrique Ballades Sonores, 18 h, gratuit
04.03.2013: Amanda Palmer, La Cigale, annulé
04.03.2013: Iceage, Espace B
04.03.2013: The Sea & Cake, La Maroquinerie
04.03.2013: Jake Bugg, Trabendo >> déplacé au Trianon, complet
05.03.2013: Local Natives, Trabendo, complet
05.03.2013: Björk, le Zénith, complet
05.03.2013: Stereophonic, showcase au Studio SFR, invitations à retirer sur place à 10 h le 1/03/2013 
06.03.2013: Biffy Clyro, Bataclan
06.03.2013: Hyphen Hyphen, le 104
06.03.2013: Booka Shade, La Gaité Lyrique
06.03.2013: Antony And The Johnsons, Salle Pleyel, complet
07.03.2013: The Lumineneers, Le Trianon 
07.03.2013: U.V. Pop, Espace B
07.03.2013: Christopher Owens & Drenge, (Race Horses: annulé), Flèche d'or
08.03.2013: Björk, Le Zénith, complet
08.03.2013: San Cisco, Espace B
08.03.2013: Everything Everything, La Flèche d'or
08.03.2013: Coco Rosie, Salle Pleyel, complet
11.03.2013: Madness, Le Trianon 
11.03.2013: The Spinto Band, Point Ephémère
12.03.2013: Egyptian Hip Hop, Point Ephémère
12.03.2013: Of Mensters And Men, Le Trianon 
12.03.2013: Clara Clara, Espace B
13.03.2013: Soirée Waterhouse Records avec Franz Nicolay et Kinrisu, Le Pop In
13.03.2013: Amatorski, Nouveau Casino, gratuit
13.03.2013: Stereophonics, Bataclan, complet
14.03.2013: Delphic, Divan Du Monde
14.03.2013: The Men, Point Ephémère
14.03.2013. Babyshambles, Bus Palladium
15.03.2013: Cheek Mountain Thief & Wolves & Moons, Espace B
15.03.2013: Elysian Fields, Petit Bain 
15.03.2013: Black Rebel Motorcycle Club, Trianon, complet
15.03.2013: Poliça, Le Trabendo 
15.03.2013: La Féline, Les Dessous de Paris
15.03.2013: Brand Brauer Frick, Point Ephémère
16.03.2013: Black Rebel Motorcycle Club, Trianon, complet
17.03.2013: Soirée Reprends moi fort aux Voûtes
18.03.2013: Nele Needs A Holiday, Pop In 
18.03.2013: Dog Is Dead, Petit Bain
18.03.2013: Theodore, Paul & Gabriel & Coming Soon, La Cigale 
18.03.2013: Yo La Tengo, Bataclan

19.03.2013: Adam Green &Binki Shapiro, Alhambra
19.03.2013: Egyptology, La Flèche d'or
19.03.2013: Fredrika Stahl & Edward Barrow, La Maroquinerie
19.03.2013: Valery Gore, Le Pop In
19.03.2013: Troy von Balthazar en session acoustique à la Fabrique des Balades Sonores
19.03.2013: Molly Nilsson, Institut Suédois, Lfsm
20.03.2013: Molly Nilsson, Institut Suédois, Lfsm
20.03.2013: Troy von Balthazar &Julien Pras, La Boule Noire
20.03.2013: Killing Joke, Le Bataclan 
20.03.2013: Agent Side Grinder & Von Pariahs, Café de la Danse
20.03.2013: The History Of Apple Pie & Novella, Point Ephémère, Lfsm
21.03.2013: Alela Diane & Tiny Ruins, LaCigale, Festival Lfsm
21.03.2013: Dom La Nena, La Boule Noire
22.03.2013: Beach House, La Cigale
22.03.2013: Matmos, La Maroquinerie 
22.03.2013: Yan Wagner, Nouveau Casino
23.03.2013: Wild Nothing, Nouveau Casino
23.03.2013: Le Corps Mince de Françoise & Divine Paiste, Point Ephémère 
23.03.2013: Inglenook & Fiona Monbet, New Morning
23.03.2013: I Am Kloot, La Maroquinerie 
23.02.2013: Fabulous Diamonds, L'Espace B
25.03.2013: Absynthe Minded, La Maroquinerie
25.03.2013: Robi, La Boule Noire
25.03.2013: Foals, Olympia, complet
25.03.2013: The Holiday Crowd, Pop In
25.03.2013: Mesparrow, Divan Du Monde, Lfsm
25.03.2012: Nobunny & Bad Sports
26.03.2013: Mumford & Sons, Le Trianon, complet
26.03.2013: Kaki King & Liesa Van Der Aa, Divan Du Monde, Lfsm
26.03.2013: Andy Burrows, La Flèche d'or
27.03.2013: Molly Gene One Whoaman Band & Talk Normal & Teen, Divan Du Monde, Lfsm
27.03.2013: The Bookshop Band & Pollyanna, Pop In
28.03.2013: Darwin Deez, La Maroquinerie 
28.03.2013: Kyrie Kristmanson, Théâtre de la Cité Internationale, Lfsm
28.03.2013: Team Ghost, La Maroquinerie
28.03.2013: Alpine Decline, Espace B
29.03.2013: Poliça, Bataclan, annulé
29.03.2013: Jupiter, Pan Piper (nouvelle salle!)
29.03.2013: Kyrie Kristmanson, Théâtre de la Cité Internationale, Lfsm
29.03.2013: La Route Du Rock Session: Balmorhea &Boy And The Echo Choir, Espace B
30.03.2013: Benjamin Biolay, Casino de Paris 
30.03.2013: Rival Sons, Trabendo
30.03.2012: Powerdove & Winter Family
31.03.2013: Toundra, Espace B  
31.03.2013: Thos Henley & Chinese Army, Espace B




Yes Sir Boss, Karlsruhe, 27.02.13

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Konzert: Yes Sir Boss
Ort: Tollhaus in Karlsruhe
Datum: 27.02.2013 
Zuschauer: etwa 200
Konzertdauer:  90 Minuten 


An diesem Abend war die Wahl für meinen Karlsruher Konzerabend gar nicht so einfach: Madsen spielten im Substage. Aber beim Abwägen zwischen Yes Sir Boss und Madsen gewann dann doch das Tollhaus und die unbekannte Band, weil es ziemlich sicher einen Abend voll ungetrübten Spaß geben würde.


Die Briten Yes Sir Boss fingen sympatisch pünktlich an und musizierten mit Trompte, Saxophon, Schlagzeug, 2 Gitarren und Bass zwischen Ska ein bisschen Reggea und Rock herrlich fröhlich locker und bestens aufeinander eingespielt.  Direkt vor mir hatte ich den Sänger Matthew Sellors besonders gut im Blick und am rechten Bühnenrand die Bläser Tom First (Trompeten, Keyboard) und die einzige Musikerin (am Saxophon) Jehan Abdel-Malak. Alle drei waren echte Hingucker. Der Schlagzeuger Reuben Nimmo war etwas versteckt und den linken Bühnenrand mit Luke Potter an der zweiten Gitarre und Josh Stopford am Bass bekam ich leider nicht aufs Bild. Im Publikum zündete die Musik schon beim ersten Song und die Ansagen des Frontmannes machten die Band nur noch sympatischer. Bodenständig, mit Spaß an der Sache und der Portion Rampensau, die man einfach braucht.



Im Publikum wurde geschunkelt und getanzt. Es gab Unterhaltungen mit den Männern auf der Bühne, die zum Teil sehr witzig waren. Einziges Manko: Fotos waren echt schwer zu kriegen bei dem Gezappel auf der Bühne...

Nach einer Zugabe verabschiedete sich die Band fast ein bißchen gerührt. Es würde ihnen in Deutschland echt gut gefallen. Nach den Konzerten in Hannover@Faust, Leverkusen@KAW, Marburg@KFZ und  Freiburg@Jazzhaus war für sie das Tollhaus erneuter Beweis, dass das deutsche Publikum erste Sahne ist. Eine unbedingte Liveempfehlung von mir für diese sympatischen Jungs! Ich habe immer noch einen Floh im Ohr (I'm not guilty) und einen wiegenden Schritt.

Viele Anwesende deckten sich hinterher mit den verfügbaren CDs ein (das im Oktober erschienene Debüt und eine EP) und nutzten die Gelegenheit zu ein paar freundlichen Worten. Ich persönlich finde ja diesen Dialekt aus Bristol einfach herrlich...
  
Weitere Tourdaten in den nächsten Tagen:


01.03. Zug, Chollerhalle »»» chollerhalle.ch   
02.03. Aarau, KIFF »»» kiff.ch   
06.03. Berlin, Cassiopeia »»» cassiopeia-berlin.de   
08.03. Hamburg, Docks »»» 3000grad.com/wanderzirkus/
09.03. Dresden, Scheune »»» scheune.org    



Aktuelle CD Desparation State auf Bandcamp 



Die Heiterkeit, Darmstadt, 28.02.13

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Konzert: Die Heiterkeit
Ort: Künstlerkeller, Darmstadt
Datum: 28.02.2013
Zuschauer: etwa 35
Dauer: 45 min



Es war ein langer, harter Winter aber seit heute scheint es wärmer zu werden. Seit 42 Jahren gab es keine so düsteren Monate wie die letzten. Höchste Zeit also für Optimismus, ein Konzert einer Band die Heiterkeit kam da wie gerufen.

Wenn man die Gruppe aus Hamburg nicht kennt, könnte man mir das abnehmen, wer die Heiterkeit einmal gehört oder gesehen hat, weiß aber, daß meine Einleitung großer Quatsch ist (es ist spät, ich bin einfallslos). Die Smileys auf den T-Shirts am Merchtisch neben der Kasse haben einen waagerechten Mund, Die Heiterkeit ist keine Party-Band-Heiterkeit.

Der Kellerclub unter dem Darmstädter Schloß war nicht einfach zu finden. Die Straßennamen des Ladens variierten im Internet zwischen Im Schloß 1 und Am Marktplatz 15. Leider wiesen auch keine wartenden Besuchermassen auf den richtigen Eingang hin, nur der Tour-Minibus, der vor der Tür stand, verriet den Club. Der Kneipen- / Konzertraum ist ein enger Gewölbekeller (eine umgedrehte Halfpipe für die Jüngeren), der mir serh gut gefiel. Weil der Raum recht lang ist und Bar und Bühne an entgegengesetzten Enden liegen, war auch mit einem einigermaßen ungestörten Konzert zu rechnen (Bands in Kneipen sind ja eigentlich prinzipiell zu meiden).

Ein paar Minuten später als angekündigt kamen Sängerin Stella Sommer, Bassistin Rabea Errati und Schlagzeugerin Stefanie Hochmuth auf die Bühne, vor der sich gut 30 Zuschauer versammelt hatten. Irgednwo auf der Suche nach der Clubadresse hatte ich eine Ankündigung gelesen, die von "vier Musikerinnen" sprach. Weil ich anderen immer eher als mir glaube, war ich gespannt, ob das wirklich stimme und eine weitere Frau zur Band gestoßen wäre. So recht vorstellen konnte ich es mir nicht, da das Debüt der Gruppe eigentlich nicht nahelegt, daß eine zweite Gitarristin oder ein Keyboard fehle.

Das Programm war nicht weiter überraschend, es entsprach weitestgehend der Setlist vom Mousonturm in Frankfurt im Dezember, meinem ersten Heiterkeit-Konzert. Stella, Rabea und Stefanie spielten mit einer Ausnahme Stücke des hervorragenden Albums Herz aus Gold, das ich sehr liebe und immer wieder gerne höre. Nur ein Stück (Lane?) kannte ich nicht, es war aber wohl das gleiche unbekannte, das sie in Frankfurt gespielt haben.

Warum mag ich die Band so? Und warum mag ich ihre Auftritte, die Miesepeter als holprig beschreiben könnten? Nun, da ist zunächst und vor allem Stellas wundervoll tiefe Stimme, mit der sie herrlich schleifend, fast gelangweilt "alles ist so neu und aufregend" singt. Die Stücke der Band wären ohne diesen Gesang auch toll, er macht sie aber besonders (und besonders aufregend - aber nicht im Sinne des eben zitierten Lieds).

Mir gefiel das Konzert noch eine Ecke besser als das erste, obwohl der Rahmen ein schlechterer war. Zum einen hatte Rabea arge Erkältungsprobleme. Sie sing regelmäßig zweite Stimme, sagte aber vor Für den nächstbesten Dandy, das es nicht mehr gehe. Beim letzten Lied hatte sie das vergessen oder wieder Stimme, sie sang da nämlich wieder mit.

Rabea ist - das ist jedenfalls mein bisheriger Eindruck - normalerweise auch für die Ansagen zuständig. Das machte sie deutlich, als sie am Anfang sehr charmant darauf hinwies, daß sie so Stimmen höre. Die Leute in der ersten Reihe, die gemeint waren, kapierten das, es war danach eine Weile leiser, wobei mich hier lautes Zuprosten und Reden viel weniger störte als sonst.

Nach einer Dreiviertelstunde war leider bereits Schluß. Auch eine Zugabe (wie in Frankfurt) gab es nicht mehr. Es war trotzdem ein Konzert, das mir sehr viel Spaß gemacht hat und das dafür sorgt, daß meine Vorfreude auf den nächsten Abend mit Heiterkeit jetzt schon wieder groß ist. 

Super Band, super Lieder!

Setlist Die Heiterkeit, Künstlerkeller, Darmstadt:

01: Alle Menschen
02: Alles ist so neu und aufregend
03: Hauptquartier
04: Die Liebe eines Volkes
05: Heiterkeit
06: Alle Wege
07: Für den nächstbesten Dandy
08: ?
09: Komm in meine Arme
10: Solange es euch gut geht
11: Auf dem Gipfel des Erfolgs

Links:

- Die Heiterkeit, Frankfurt, 10.12.12
- Die Heiterkeit, Dresden, 01.09.12


 

Konzerttagebuch © 2010

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