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Samstag, 29. August 2009

Festival Rock en Seine bei Paris, 28.08.09

10 Kommentare

Konzert: Festival Rock en Seine, 1. Festivaltag

Ort: Domaine national de Saint-Cloud bei Paris
Datum: 28.08.2009
Zuschauer: ausverkauftes Festival


Inzwischen eine schöne Tradition: Ende August treffe ich nach den Sommerferien meine Pariser Freunde wieder und gemeinsam genießt man drei Tage lang etliche Konzerte vor den Toren der Metropole. Auch der Wettergott hat in den letzten Jahren immer mitgespielt, problematischer war eigentlich eher die Zuverlässigkeit der gebuchten Headliner. Aber dazu später mehr...

Beginnen wir einfach mit den Konzerten, die auf dem brechend vollen Gelände der herbstlich wirkenden Domaine de Saint-Cloud stattfanden.

Keane:

Mein persönlicher Festivaltag begann gegen 16 Uhr 30 mit den Engländern Keane. Die sind eigentlich auch in Frankreich so groß, daß sie das riesige Zénith (ca. 7000 Plätze) füllen können. Hier und heute mußten sie sich aber mit der unbeliebten Nachmittagszeit begnügen und bekamen auch nur eine Spielzeit von circa. 45 Minuten zugestanden. Den Anfang hatte ich verpasst, aber mit Is It Any Wonder? bekam ich prompt einen alten Hit vom zweiten Album Under The Iron Sea serviert. Ein Album, daß ich zugegebenermaßen gar nicht besitze, denn ich war schon nach dem Debüt Hopes And Fears von Bord gegangen. Und dies obwohl ich den Erstling eigentlich sehr schätzte. Dazu stehe ich, wohlwissend, daß Keane als seicht, schmalzig und beliebig gelten und ihr Sound gerne als Fahrstuhlmusik bezeichnet wird. Aber ich mochte nun einmal melancholische Stücke wie Somewhere Only We Know oder Everybody's Changing und habe die damals auch gerne unter der Dusche gepfiffen, hatte damit allerdings auch mein Bedürfnis nach Zuckerguß erst einmal gestillt. Natürlich kam auch heute Somewhere Only We Know und zumindest ansatzweise habe ich auch wieder ein gewisses Kribblem im Bauch gefühlt, als es erklang. Mit Crystal Ball, dem (wohl) besten Lied von CD Nummer 2 und Bedshapped, dem persönlichen Lieblingslied des milchbubigen Sängers Tom Chaplin wurde dann abgeschlossen und viele Zuschauer, die Keane noch nie live gesehen hatten, wunderten sich wie dynamisch, agil und wild Tom, aber auch die anderen beiden, Drummer Richard Hughes und Pianist Time Rice-Oxley zu Werke gingen. Für mich war das nicht neu, hatte ich Keane doch bereits einmal vor ein paar Jahren im Olympia erlebt.

Ein guter Auftritt einer sympathischen Band.

Setlist Keane, Festival Rock en Seine, Paris 2009:

01: The Lovers Are Losing
02: Everybody's Changing
03: Nothing In My Way
04: Perfect Symetry
05: Is It Any Wonder?
06: Spiralling
07: Somewhere Only We Know
08: Crytal Ball
09: Bedshaped

Yeah Yeah Yeahs:

Allein schon dieses unglaublich lange Mikro. Wie ein Phallussymbol und dann reckt Sängerin Karen O das Ding auch noch die ganze Zeit wie eine Monstranz gen Himmel! Blasphemie? Oder einfach nur typische Provaktionen aus dem Lexikon für Rockstars? Am Anfang bleibe ich jedenfalls sehr skeptisch, wozu auch Christophs gemischt ausgefallene Konzerteinschätzung von vor ein paar Monaten beigetragen hatte. Das früh gespielte Phenomena plätschert vor sich hin und ich bereite mich innerlich schon auf ein mittelmäßiges Konzert vor. Aber dann, mit dem dritten Lied Heads Will Roll platzt der Knoten. Karen, die in ein goldenes Paillettengewand gehüllt ist, schafft es, die Leute in Bewegung zu bringen. Das ganze Festivalgelände tanzt und die Sonne lacht ebenso wie die wilde Frontlady, die Sprungfedern an den Füßen zu haben scheint. Von nun gibt es kein Halten mehr. Klar ist da viel Gepose und Getue dabei - oft fühle ich mich an ein weibliches Pendant von Iggy Pop erinnert- aber das Weib hat einfach Feuer unter dem Arsch! Der Beweis folgt mit dem garagenrockigen Pin auf dem Fuße und selbst die neuen Sachen von It's Blitz, von denen ich vermutet hatte, daß sie mir zu discolastig und synthetisch sein würden, finden im raueren Livegewand mein Gefallen, Dull Life sei hier nur als Beispiel genannt. Die absoluten Kracher wie Maps, Honeybear oder das abschließende Date With The Night sind aber alle etwas älter und punkiger und treffen voll ins Schwarze. Karen O hat vorbildlich ihre Show abgezogen (mehrere Kostümwechsel inklusive), die beiden Männer Nick Zinner (Gitarre) und Brian Chase haben auch nicht weiter gestört und so steht am Ende die Erkenntnis: Die New Yorker bringen's live! Und wie Karen immer das Wasser aus ihrem Munde sprudeln lässt! Wie ein Vulkan. Oder so...

Setlist Yeah Yeah Yeahs, Rock en Seine 2009:
01: ?
02: Phenomena
03: Heads Will Roll
04: Pin
05: Dull Life
06: Gold Lion
07: Miles Away
08: Soft Shock
09: Maps
10: Honeybear
11: Zero
12: Cheated Hearts
13: Date With The Night

Passion Pit:

Der neue Hype bei den amerikanischen Bloggern. Zu dumm nur, daß ich (fast) keine Blogs lese (Ausnahmen: das klienicum, plattenvorgericht und ein paar wenige andere), vor allem keine englischsprachigen! Aber ich habe die studentisch wirkenden Typen ja im Juli schon beim Melt! erlebt und mir mein eigenes Bild machen können. Ihr elektronischer Pop ist mir eigentlich eine Spur zu süßlich und happy, aber man muß den Jungspunden auf jeden Fall zugestehen, daß sie ideenreich und frisch rüberkommen und das Publikum mit Songs wie The Reeling oder Sleepyhead ordentlich zum Tanzen bringen. Sie bieten letztlich den perfekten Soundtrack für den (zu Ende gehenden) Sommer und die Kopfstimme von Sänger Michael Angelakos ist wirklich außergewöhnlich. Wer findet noch, daß er klingt wie der junge Michael Jackson bei den Jackson Five?

Madness:

Nostalgie mag ich nicht sonderlich. Deshalb halte ich auch nicht allzuviel von Reunions oder Comebacks alter Recken längst vergangener Zeiten. Konzerte von Madness im Jahre 2009? Interessieren mich nicht! So dachte ich zumindest bis heute. Ein Irrtum, wie sich bald herausstellen sollte. Die alten Säcke waren nämlich schlicht und einfach grandios! Und zwar von Anfang bis Ende! Wie Perlen auf einer Kette reihten die Ska-Götter ihre unzähligen Hits aneinander und wirbelten das Pariser Publikum mächtig durcheinander. Ob Opener One Step Beyond, das unfassbare Baggy Trousers oder das wundervolle My Girl, alles was gespielt wurde , klang einfach großartig und keine Spur antiquiert oder verstaubt. Im Gegenteil, zahlreiche aktuelle britische Künstler haben sich vieles von Madness abgeguckt, Dirty Pretty Things, Babyshambles, Kaiser Chiefs oder auch Amy Winehouse seien hier nur beisspielhaft erwähnt. So geriet das fulminante Konzert schließlich zu einer riesigen Freiluft-Tanzveranstaltung und selbst alte Fans im Publikum bewegten ihre fetten Bäuche im infektiösen Takt. Mit Night Boat To Cairo ließen sie am Ende ein verzücktes Publikum zurück, dessen Ohren vom lauten Saxofon kräftig durchgepustet wurde. Und eine Zirkusnummer hatte es obendrein gegeben: Ein Musiker spielte in 10 Meter Höhe, an Seilen festgemacht, Saxofon. Cool! Und das Lustigste: Madness spielten ein paar Stunden später noch einmal das gleiche Konzert auf der Hauptbühne. Warum? Siehe Oasis!

Setlist Madness, Rock en Seine 2009:

01: One Step Beyond
02: Embarassment
03: The Prince
04: Nw 5
05: My Girl
06: The Liberty Of Norton Folgate
07: The Sun And The Rain
08: Out Of Space
09: Dust Devil
11: Forever Young
12: House Of Fun
13: Baggy Trousers
14: Our House
15: It Must Be Love
16: Madness
17: Night Boat To Kairo

Vampire Weekend:

Von der amerikanischen Sensation des Musikjahres 2008 bekam ich nur 3 Lieder mit, da ich zu Bill Callhan wollte, der auf einer kleineren Bühne spielte. A Punk, M 79 und One (Blake's Got A New Face) klangen aber noch genaus frisch wie eh und je...

Bill Callahan:

Leider hatte ich die ersten beiden Titel des ehemaligen Smog Sängers verpasst, aber mit dem grandiosen Diamond Dancer erwischte ich einen fantastischen Start. Bill hatte eine ausgewachsene Band mit Cellist, Violinistin, Bassist und Schlagzeuger dabei und wärmte in der Folge das Herz mit Eid Ma Clack Shaw, Too Many Birds, The Wind And The Dove ( zusammen mit der reizenden Sophia Knapp). Der Abschluß mit Cold Blooded Old Times war regelrecht noisig und verschlug mir glatt die Sprache! Ein formidabler Schocker, der bewies, daß Bill auch auf einer großeren Bühne bestehen könnte. Verdient hätte er es, seine Bariton- Stimme ist außerdordentlich toll und seine Kompositionen voller Klasse und dunkler Eleganz. Für mich einer der ganz Großen!

Bloc Party:

Die Engländer um Kele Okereke sind für Festivalveranstalter eine verlässliche Sache. Fast jeder mag sie, die meisten Songs rocken sehr ordentlich und die allermeisten Zuschauer kennen zumindest Helicopter oder Banquet. Beim Melt! Festival war ich berechtigterweise sehr von ihnen angetan, heute aber spielten sie quasi das gleiche Konzert noch einmal. Wenige Überraschungen also und selbst das neue Lied One More Chance (eher Mittelmaß), war mir schon in der Liveversion bekannt. Meine persönlichen Favoriten waren eher altbewährt: This Modern Love mit seiner hübschen Gitarenmelodie, Like Eating Glass mit Keles durch Mark und Bein gehendem Gesang und das technolastige Flux, das noch am wenigsten abgenudelt ist.

Grundsolide und, ich sagte es breits, zuverlässig

Setlist Bloc Party, Festival Rock en Seine, Paris 2009:
01: One Month Off
02: Hunting For Witches
03: Positive Tension
04: Talons
05: Signs
06: Song For Clay (Disappear Here)
07: Banquet
08: Two More Years
09: One More Chance
10: Mercury
11: This Modern Love
12: The Prayer
13: Like Eating Glass
14: Flux
15: Helicopter

Oasis:

Mit zuverlässig sind wir beim Thema. Eigentlich sind das ja Oasis normalerweise und die Veranstalter waren sich sicher, nicht wie bei Amy Winehouse im letzten Jahr, eine kurzfristige Absage eines Headliners hinnehmen zu müssen. Sie hatten aber nicht mit dem Jähzorn der Gebrüder Gallagher gerechnet, die sich wohl hinter der Bühne geprügelt hatten. Bei dieser Aktion zerstörte Liam angeblich auch eine von Noels Gitarren (siehe Kommentar von Christoph). "Die Band Oasis besteht nicht mehr, alle künftigen Termine sind gecancelt" wurde gar verlautbart*, aber vielleicht sollte man da noch ein wenig warten, bis sich die erhitzten Gemüter etwas beruhigt haben. Riesenpech für die Organisatoren und die zahlreichen nur für Oasis erschienenen Fans! Diese und alle anderen Festivalbesucher bekamen übrigens Madness als Ersatz geboten. Die alten Herren hatten sich spontan bereit erklärt einzuspringen...

Fotos folgen!

* verkündet wurde diese Nachricht übrigens während des Konzertes von Bloc Party, das zwischen 21 und 22 Uhr stattgefunden hatte. Oasis waren um 22 Uhr angesetzt. Kele Okereke stimmte mit seiner Band das Gitarrenriff von Supersonic an, rief seinen Tourmanager auf die Bühne, und ließ von diesem ausrichten: "Oasis will not play tonight." Mister Okereke schien das nicht sonderlich zu betrüben. Er grinste über das ganze Gesicht und meinte lapidar: "Now we are headlining", so we can play more songs." Aus diesem Grunde waren auch etliche Festivalbesucher skeptisch, sie hielten die Ansage für einen Joke und wanderten rüber zur Hauptbühne um festzustellen: Die Sache stimmt! Oasis haben tatsächlich gecancelt! Ein Verantwortlicher des Festivals war hierzu auf die Bühne gekommen und hatte folgendes ins Mikro gesagt: Oasis n'existent plus! Oasis gibt es nicht mehr...



Montag, 4. Mai 2009

Yeah Yeah Yeahs, Köln, 03.05.09

9 Kommentare

Konzert: Yeah Yeah Yeahs
Ort: Live Music Hall, Köln
Datum: 03.05.2009
Zuschauer: vielleicht 1.200 (ziemlich voll)
Dauer: Yeah Yeah Yeahs 65 min, HTRK 30 min


Auf dieses Konzert habe ich mich seit Jahren gewartet. Seit ihrem Debüt 2003, sind die New Yorker Neopunks eine meine Lieblingsbands, nur habe ich sie bislang immer verpasst. Und so stiegen und stiegen sie auf meiner imaginären To-See-List der Bands, die ich dringend einmal live erleben möchte. Daher gab es überhaupt kein Zögern, als ich vom Kölner Termin erfuhr, auch wenn mich das (über drei Ecken) darum gebracht hat, Lily Allen zu sehen...*

Mieses Timing machte, daß ich zu früh dran war. Aber da man rund um die Live Music Hall an einem Sonntag wenig Sinnvolles machen kann (außer in einen der Kioske zu gehen), ging ich rein und harrte
der Dinge. Interessant sah schon einmal der Bühnenaufbau aus. An der Rückwand waren Kreise aus Glitterstoff angebracht, davor jede Menge State-of-the-art-Scheinwerfer. Die Yeah Yeah Yeahs scheinen noch so gut zu verdienen, daß sie nicht an Effekten sparen müssen. Auch nicht am Personal, denn nach der Vorgruppe waren vier eigene Roadies aktiv, ein enormer Aufwand!

Bevor die allerdings umbauen durften, kamen wir in den zweifelhaften Genuß, HTRK zu sehen, eine australische Band, die einen der merkwürdigsten Auftritte ablegte, den ich dieses Jahr gesehen habe. HTRK (das steht für Hate rock, hmmmm...) sind ein Trio aus Melbourne, bestehend aus Gitarrist Nigel Yang, Bassist Sean Stewart und Sängerin Jonnine Standish. Jonnine trug einen frühe-90er-Jahre Hosenanzug, hatte aber vergessen, etwas unter der Jacke anzuziehen. Wenn ihr Gesichtsausdruck nicht gespielt war, war ihr dies aber entgangen, denn selten habe ich einen solch bedröhnt
und gleichgültigen Blick gesehen. Dazu drosch Jonnine auf eine auf dem Boden stehende Tom ein, ohne dabei den zombiehaften Ausdruck zu ändern- eine wahre Pracht!

Die Musik der Band mit dem lustigen Namen war dann allerdings alles andere als prachtvoll. Wollte man ihnen Gutes, könnte man ihren Stil als minimalistisch bezeichnen. Ich fand ihn langweilig-düster und ohne jeden Pepp - wenn ich ihnen Gutes nachsagen will... Nur für den Fall, daß HDings groß werden, hier noch einige Referenzen: mit viel Phantasie könnte man schlechte Cover der frühen Siouxsie & the Banshees, Sisters of Mercy oder aktueller von Ipso Facto raushören. Oder Sky Larkin Singles, auf 33 Umdrehungen abgespielt. Richtig gut gefiel mir eigentlich nur
die knallrote Strumpfhose, die die Sängerin unter ihrem Anzug trug, das war der Farbkleks, der auch der Musik gutgetan hätte. Es war eine der halben Stunden, die hoffentlich am Ende des Lebens nicht mal fehlt.

Dann wurde erstaunlich viel Umbauaufwand betrieben, obwohl das meiste schon auf der Bühne gestanden hatte. Der Ballon über dem Schlagzeug bekam eine Drehung und wurde zum riesigen Augapfel (blau). Dabei machten die Yeah Yeah Yeahs Leute einen großen Fehler. Sie
ließen zum Aufbau u.a. Ladytron laufen (das fabelhafte Cover Send me a postcard). Das wurde mir aber später erst klar.

Der Umbau war also irgendwann abgeschlossen und Karen Os Begleiter traten auf. Sie standen trotz des vielen schönen Lichts brav im Schatten, denn das ist ganz eindeutig ihre Rolle auf der Bühne. Im Mittelpunkt steht einzig und allein die ein wenig exzentrisch wirkende Frontfrau. Karen Orzolek trug Tiger-Leggins (New York und Herne scheinen nicht so weit auseinander zu liegen) und darüber ein Cape, mit komisch geschnittenen Zusatzärmeln, bedruckt mit Fingerfarb-Motiven. Später, als sie das Überdings abgelegt hatte, kam ein gleichmustriger Einteiler hervor. Ein wenig exzentrisch, das habe ich wohl schon erwähnt.

Das Konzert begann mit Runaway und Dull life vom neuen Album It's Blitz!, wobei Dull life für mich der eigentliche Beginn war, weil das Lied im Gegensatz zu Runaway punkig ist und an die von mir so geliebten Anfänge der Band erinnert. Gold lion ist
zwar kein Punk, allerdings schon lange einer meiner Lieblinge. Das Stück kam als nächstes und sorgte für ordentliche Stimmung. Allerdings war das auch nicht furchtbar schwer, denn die Live Music Hall schien mit vielen sehr großen Yeah Yeah Yeahs Fans gefüllt zu sein. Nach zwei Songs vom mittleren Album folgten dann zwei vom 2003er Debüt, darunter das gute Black tongue, während dem Konfetti-Kanonen rot-glitzernde Ys verschossen, mein Lieblingsdetail des Abends.

Nachdem in der ersten Hälfte die drei Alben angerissen worden waren, gehörten die zweiten 25 Minuten hauptsächlich It's Blitz!. Dabei machte die Single Zero den Beginn (Karen trug dazu eine Design-Rockerjacke). Und mit Zero habe ich so meine Probleme, je öfter ich es höre. Natürlich ist der Song extrem catchy, er ist aber auch
so weit von den alten Yeah Yeah Yeahs entfernt, wie nichts anderes bisher. Und solch (im Idealfall) radiotauglichen Elektro-Pop machen Bands wie Ladyhawke oder eben Ladytron um Klassen besser.

Zero folgten auffallend viele ruhige Lieder. So als hätte sich Frau O am Anfang verausgabt. Sie hatte wirklich eine ordentliche Bühnenshow abgelegt, keine Frage!
Lustigerweise legte Karen O aber nach einer Weile den abgelegten Umhang wieder an, vielleicht war es ihr durch all die Balladen doch wieder zu kühl geworden. Da hätte etwas mehr Punk geholfen!

Erst mit den beiden letzten regulären Lieder wurde es wieder flotter. Rich und Heads
will roll (sicher eine künftige Single) machten noch einmal etwas Tempo, bevor unverhofft nach gerade mal 50 Minuten Schluß war. Für eine Band mit drei Alben nicht schrecklich großzügig!

Bei den Zugaben verließen sich die New Yorker dann wieder ganz auf ihre erste Platte, keine ganz schlechte Entscheidung! Und dabei gab es auch eine der ganz raren Ansagen der Sängerin. Sie widmete nämlich
Maps den drei Bandliebchen (Indie-Klatsch: die drei Partner der Bandmitglieder scheinen Lea, Laika und Barnaby zu heißen).

Warum die Yeah Yeah Yeahs mal eine meiner Lieblingsbands waren, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr recht. Die punkigen Sachen mag ich weiterhin sehr, von denen scheint sich die Band aber mehr und mehr zu verabschieden. Ich bin aber heilfroh, sie einmal gesehen zu haben, denn die Yeah Yeah Yeahs sind dank ihrer Frontfrau eine sehr unterhaltsame Liveband. Insofern war es ein gutes Konzert, manchmal sehr gut, manchmal aber auch nicht. Für mehr fehlt mir die Tiefe des Songmaterials (schöne Floskel!). Daher waren die 65 Minuten Konzertdauer doch sehr weise gewählt.

Setlist Yeah Yeah Yeahs, Live Music Hall, Köln:

01: Runaway
02: Dull life
03: Gold lion
04: Honeybear
05: Black tongue
06: Man
07: Zero
08: Cheated hearts
09: Skeletons
10: Hyteric
11: Rich
12: Heads will roll

13: Y control (Z)
14: Maps (Z)
15: Tick (Z)

Links:

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Fotos von den Yeah Yeah Yeahs


* ok, ich erkläre das: Lily Allen spielt am 4. Mai in Köln. Da sehe ich aber Ane Brun und Nina Kinert (gesetzt). Die beiden hätte ich auch in Frankfurt sehen können. Das war aber parallel zu den Yeah Yeah Yeahs, deren andere Deutschland-Konzerte zu schlecht erreichbar waren. Also keine Lily Allen - vermutlich werde ich das bereuen.



 

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