Konzert: Mia Doi Todd (Vanishing Twins) Ort: ein Wohnzimmer irgendwo in Paris, Oliver Peel Session # 25 Datum: 13.06.10 Zuschauer: etwa 30 Konzertdauer: Mia fast eine Stunde, Jeanne Madic aka Vanishing Twins 15-20 Minuten
Als ich Ende der 1980er Jahre den famosen französischen Spielfilm Le Grand Bleu von Luc Besson in meiner heimatlichen Provinz im Fernsehen gesehen hatte, hätte ich nie im Leben daran gedacht, daß einer der Hauptdarsteller des Filmes rund zwanzig Jahre später einmal auf meinem Sofa sitzen würde. Noch dazu in Paris! Jean-Marc Barr war wirklich und leibhaftig da und ihm war es auch zu verdanken, daß wir einen solch hochrangigen musikalischen Gast empfangen durften. Zwischen Jean Marc und Mia Doi Todd hat es nämlich vor zwei Monaten gefunkt und so kam es, daß die Kalifornierin schwer verliebt die Sommerreise nach Paris antrat (sie will 2 Monate bleiben) und händchenhaltend neben ihrem Lover auf unserer weißen Couch Platz nahm.
Soviel zu den Klatschspalten, morgen soll es dann in dem ausführlichen Bericht wieder verstärkt um Musik gehen. Obwohl auch dort darauf hinzuweisen ist, daß Mia einen nagelneuen Song präsentierte, den sie extra für Jean-Marc geschrieben hatte, in dem auch die Songzeile "Je t'aime" vorkam. Ein verdammt tolles Lied, das leider niemand auf Video gebannt hat. Ob es je veröffentlicht wird? Sei's drum, die anderen Stücke waren auch herzerweichend und davon wird es demnächst ein paar Kostproben auf Video geben (das Video unten stammt von der Oliver Peel Session mit Mia im April)
Anmerkung: Auf dem ersten Foto sieht man links meine Frau, in der Mitte Jean-Marc Barre und rechts Mia Doi Todd. Außerdem gibt es hier gibt es bereits einen englischen Reviewbei Rockerparis.
Konzert: Mohna Ort: Le Scopitone, Paris Datum: 16.03.2010 Zuschauer: weiß nicht. 150-200? Konzertdauer: knapp 40 Minuten
Nur zwei Tage nachdem Mohna in userem Wohnzimmer musiziert und dabei spielend mich und unsere Gäste um den kleinen Finger gewickelt hatte, durfte sie auf einer "richtigen" Konzertbühne auftreten. Witzigerweise war aber der Bühnenaufbau absolut identisch, d.h. wir hatten bei uns keine abgespeckte Version der Show bekommen. Genau wie am Sonntag klimperte die Hamburgerin im trendigen Club Scopitone auf einem Piano, welches in einer weißen Holzverkleidung steckte. Und auch hier und heute wurde sie bei einigen Liedern von ihrer Schwester Marina und dem lieben Sebastian unterstützt. Die beiden Begleitmusiker waren keineswegs nur Staffage, denn sie bereicherten das Set durch viele entzückende Details. Marina spielte unter anderem auf einer kleinen roten Vintage-Harfe, aber auch Akkordeon, Xylophon und Glöckchen, Sebastian Xylophon und Percussions.Mohna selbst klöppelte beim ersten Lied auf ein Xylophon, setzte bei dem zweiten Song, In The Quiet (sensationell schönes Lied!) ein tickendes Metronom ein und zupfte gegen Ende auf einer Kalimba. Klar im Mittelpunkt stand aber trotz dieser zusätzlichen Instrumentierung das einfühlsame Klavierspiel der Hamburgerin und ihre fragile, kindliche Stimme, die an Björk oder Coco Rosie erinnerte. Sie berührte mich mit der von ihr ausgesendeten Verletzlichkeit und Melancholie ungemein. Wie unter einer Dunstglocke stieg ihr Gesang hervor, wühlte auf, ließ Kindheitserinnerungen hochkommen ( meine persönlichen, aber vor allem Mohnas eigene, denn das Album 1985-19994 beschreibt ja ihre ersten 10 Lebensjahre), tröstete aber auch. Alles war in moll gehalten, was aber sicherlich nicht unbedingt bedeuten muß, daß Mohna ihre Kindheit rückblickend als traurig bezeichnet. Nostalgische Erinnerungen sind immer mit einer gewissen Schwermut versehen, schließlich trauert jeder irgendwo seiner verloren Kindheit, Jugend, etc. hinterher, denn es führt uns unsere Sterblichkeit und die mangelnde Fähigkeit, Momente (vor allem die glücklichen) festzuhalten, vor Augen. Die Zeit rennt uns unwiderbringlich durch unsere Finger und am Ende ist das Leben abgelaufen wie eine Sanduhr. Auch Konzerte von Mohna laufen unglaublich schnell ab, obwohl man so gerne stundenlang zuhören und sich verzaubern lassen würde. So war dann auch der heutige Auftritt gerade einmal vierzig Minuten lang und es kam auch nicht mehr zu einer Zugabe. Schade! Zumindest sehr nett unterhalten und verabschieden (schluchz!) konnte ich mich aber noch von Mohna, Marina, Sebastian und Cora. Ein kleiner weißer Bus wartete vor der Tür, um sie in ein Hotel zu bringen. Ihre letzte Tourstation sollte sie nach Luxemburg führen. Ich vermute stark, daß ihnen auch dort die Herzen der Zuhörer zugeflogen sind...
Setlist Mohna, Le Scopitone, Paris:
01: Hold Them 02: On The Quiet 03: The Kites 04: Daughters 05: The Stroke 06: Tippa 07: Break, Break, Break 08: Neutrum 09: Sons 10: Torso
Links:
- meine Fotos von Mohna, klick! - English Review of this show, photos, videos by Rockerparis, klick! - Tres belles photos de Mohna sur le hiboo.com - Videos von Rockerparis(merci!)
Warum veröffentlichen eigentlich alle Blogs und Musikzeitschriften ihre Jahresbestenlisten im Laufe des Dezembers? Das Jahr ist doch noch gar nicht zu Ende! Der Beweis: heute steht noch ein Konzert an, das ich in Paris besuchen werde. Auf dem Programm Jeanne Madic, eine Pariser Akordeonspielerin, die schon meine Gäste bei einer wundervollen Oliver Peel Session mit Simone White zu Tränen gerührt hat und inzwischen unter dem Moniker Vanishing Twins firmiert. Ebenfalls am Start: Jasmina Maschina, eine Australierin, die in Berlin lebt und Golden Disko Ship. Also ich bin dabei! Kommt doch auch, wenn ihr gerade in Paris seid und nicht wisst, was ihr heute abend machen sollt!
Pour nos lecteurs français:
Jeanne Madic, la fille à l'accordéon,qui a joué une superbe Oliver Peel Session avec Simon White, à donné un nouveau nom à son projet. Désormais elle s'apelle Vanishing Twins. Sa musique et sombre, fragile et d'une beauté profonde. Elle sera en concert le 30 décembre à L'Espace B avec Jasmina Maschina et Golden Disko Ship. L'entrée coûte seulement 8 Euro. J'y serai!
Bericht folgt am 31.12.2009. Es war wundervoll! Zudem ergab sich ein netter Plausch mit einem der vielbeschäftigsten Drummer der amerikanischen Indieszene. Ben McConnell spielt bei Marissa Nadler, Beach House, Brightblack Morning Light, Rain Parade, Espers, Phosporescent etc. Er war als Gast da. Ein netter Kerl!Wir nahmen gemeinsam die letzte Metro...
Mein Zuhause. Mein Blog. ist als kleines privates Konzert- Tagebuch entstanden. Und weil es zur Zeit musikalisch so spannend ist, wächst unsere Sammlung schnell. Wir schreiben die Berichte spontan, unüberarbeitet und so zeitnah wie möglich. Die Reviews stehen meist noch in der gleichen Nacht online, spätestens jedoch am nächsten Tag. Musik ist für uns vor allem Spaß und keine Wissenschaft.
Wir sind: Oliver Peel aus Paris Christoph aus nicht weit von Köln Julius aus Wien Gudrun aus Karlsruhe Tanita aus Mainz Jens aus Stuttgart Ursula aus Frankfurt Michael aus Chemnitz Dirk aus Mönchengladbach Vielen Dank unseren Gastautoren!
Willst Du mitmachen? Oder hast Du Anregungen? Über Kommentare (auch kritische) freuen wir uns sehr.