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Montag, 20. August 2007

The Datsuns, Hohenfelden, 18.08.07

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Konzert: The Datsuns

Ort: Hohenfelden (Highfield-Festival)
Datum: 18.08.2007
Zuschauerandrang: mittel


Nach Biffy Clyro, die zuvor eine beeindruckende Vorstellung moderner Tätowier-Kunst gegeben hatten (bzgl. der musikalischen Einschätzung bin ich mir noch unschlüssig), durften die Neuseeländer The Datsuns ran. Bei dem heutigen Auftritt handelte es sich bereits um mein drittes Konzert mit dem hart rockenden Quartett und ich konnte am Ende mit Freude feststellen, daß sie mir heute bisher am besten gefallen haben. Hatte ich nach dem ersten Gig, den ich in Paris erlebt hatte, noch gewisse Vorbehalte, weil sie mit ihren langen Mähnen wie typische Heavies aussahen und manchmal auch so klangen, so wird mir immer deutlicher bewußt, daß sie einfach straight, schnell und gut sind, egal, in welche Schublade man sie steckt (Garagenrock könnte z.B. auch passen).

Zumindest bei Sänger Dolf de Borst ist die Matte inzwischen etwas gestutzt, der Sound der Kiwis allerdings keinen Deut weniger hart und heavy. Von Anfang an fuhren sie wie gewohnt Bleifuß und die beiden Gitarristen ließen ihre hüftlangen Haare durch die Luft wirbeln, so daß man sich unweigerlich auf einem Headbangers Ball wähnte. Heavies im eigentlichen Sinne sind die Datsuns aber trotzdem nicht, sie stehen eher in der Tradition von Bands wie Led Zeppelin und AC/DC und haben in den White Stripes, Jet und den Vines Zeitgenossen, die ihnen musikalisch nahe sind. Besonders gut gefällt mir, daß sie ihren Songs auch eine Prise Punk beimischen, so daß eine perfekte Mischung aus Hardrock und eben Punk herauskommt. Schönes Beispiel für diesen explosiven Soundcocktail war auch heute wieder die Singleauskopplung "System Overload" ihres aktuellen dritten Albums "Smoke And Mirrors". Wenn man diesen Smasher mal live gehört hat, kann man gar nicht verstehen, warum dem letzten Longplayer von Kritikern so wenig Beachtung geschenkt wurde. Die Musikjournalisten sollten deshalb anstatt zu lästern, lieber einmal hinter ihren Schreibtischen hervorkriechen und sich die volle Dröhnung bei einem Konzert der Neuseeländer geben! Dann könnten sie wie die Fans heute in Hohenfelde bei Hits wie "MF From Hell" und "Maximum Heartbreak" mitschreien, oder den herrlich psychedelischen Klängen von "Waiting For Your Time To Come" lauschen.

Mir jedenfalls erschien keine der lediglich 45 gewährten Minuten zu lang, im Gegenteil, das komplette Set war zackig und mitreißend, genau wie das gegen Ende gebrachte Glanzstück "Emperor's New Clothes". "It's allright honey, it's allright", heißt es da in einer Strophe und dies könnte man durchaus als Fazit für diesen kurzen Gig festhalten: Honey, it was allright!

Auszüge aus der Setlist The Datsuns, Highfield,

- MF From Hell
- Sky Is Falling
- Waiting For Your Time To Come
- System Overload
- Stuck here For Days
- Maximum Heartbreak
- Emperor's New Clothes



Donnerstag, 8. Februar 2007

The Datsuns & Archie Bronson Outfit, Paris, 07.02.07

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Konzertbericht The Datsuns & Archie Bronson Outfit
Datum: 07.02.2007

Ort: Paris, La Maroquinerie (im Rahmen des Festivals La Nuit de l'Alligator)
Zuschauer: ausverkauft (complet)

"Complet", also ausverkauft, verhieß der weiße handgeschriebene Zettel am Eingang zur Maroquinerie. Gut also, daß ich mir frühzeitig meine Karte besorgt hatte, denn im Rahmen des zum zweiten Mal stattfindenden Festivals La Nuit de l'Alligator, traten vier Bands auf, von denen mich aber nur zwei interessierten und zwar primär The Archie Bronson Outfit und sekundär The Datsuns.

Zum Auftritt der erstgenannten Band kam ich dann auch genau rechtzeitig und ich war gespannt, wie mir das gefallen würde, nachdem ich von ihrem aktuellen Album "Derdang Derdang" sehr angetan war.

The Archie Bronson Outfit sind ein englisches Trio, das aber heute noch von einem vierten Musiker unterstützt wurden, der kurioserweise manchmal gleichzeitig in zwei Saxophone blies! Abgefahren, oder? Ohnehin ist die vom Gründer des Domino Labels entdeckte Band (er wurde auf sie in seiner Lieblingskneipe The Cat's Back aufmerksam) schon ein kurioses Gebilde. Man stelle sich drei vollbärtige, hagere und stoische Typen vor, die eine Musik machen, die man als Kreuzung zwischen The Queens of the Stone Age und den Dead Kennedys bezeichnen könnte. Staubtrockener donnernder Stoner-Rock trifft hier also auf Punk. Schon beeindruckend, im Moment sehe ich keine vergleichbare Band, als Einfluß wird aber immer gerne mal Gun Club zitiert.

Mich zogen die Sonderlinge auf der Bühne auf jeden Fall von Anfang an in ihren Bann. Und sie haben aber auch fetzige Titel zu bieten: Als da wären das an zweiter Stelle gebrachte "Cherry Lips", die Mitgröhlhymne "Kink", die Singleauskopplung "Dead Funny" und das beim Publikum sehr gut aufgenommene "Dart for my sweetheart". Hier ging richtig der Punk ab, kann ich Euch sagen, die Meute tanzte Pogo und so verging die Zeit wie im Fluge. Insgesamt ein überzeugender Auftritt einer eigenwilligen und guten Band.

Auf die danach kommenden Datsuns aus Neuseeland hatte ich mich, wie erwähnt, etwas weniger gefreut, da ich aus dem letzten Konzertbesuch der Datsuns in der Boule Noire noch in Erinnerung hatte, daß mir das ein wenig zu stark in Richtung Heavy Metal ging. Nach der kurzen aber klaren Ansage des Sängers: "We are The Datsuns, let's do it" schien sich dieser Eindruck zunächst noch zu verfestigen, zumal zumindest zwei der Bandmitglieder ne richtige Heavy-Matte auf dem Kopf tragen. Wenn dann zudem noch einer ihrer Hits "Motherfucker from Hell" heißt, scheint die Einordung neben Motörhead klar zu sein. Als dann aber "System overload" erklang, änderte sich meine Einschätzung plötzlich. Klang das gerade nicht nach den Ramones? - Möglich. Und tanzen die Leute nicht etwa Pogo, anstatt Headbanging zu betreiben?- Doch eigentlich schon. Hmm... Dann kam mit "Blood Red" schon wieder ein "Ramones Song". Toll!!

Die Datsuns
gefallen mir, obwohl sie an meiner persönlichen Härteschmerzgrenze entlangtänzeln! Kurzum das Konzert war toll, zackig, hart, kompromisslos aber trotzdem nicht nur übler Lärm. Dafür spricht natürlich auch die fabelhafte Ballade "What I've lost", hier und heute allerdings etwas schneller dargeboten. Aber das Beste kam zum Schluß: eine der Zugaben war eine Cover-Version der..... Ramones!

Hey ho, let's go kann ich da nur sagen. Diese Kiwis können was.

von Oliver


Mittwoch, 18. Oktober 2006

The Datsuns, Paris, 17.10.06

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Konzert: The Datsuns
Date: 17.10.2006
Location: Boule Noire, Paris
Zuschauer: knapp 400 (ausverkauft)

Als ich gegen 21 Uhr die überfüllte und völlig verrauchte Boule Noir betrat, spielte noch die ziemlich uninteressante Vorgruppe, namens sewergrooves (wenn ich da mal recht erinnere, der zweite Teil des Namens war jedenfalls grooves).

Irgendwie gelang es mir, Raum zu gewinnen und zumindest zum Merchandising-Stand vorzudringen. Aus Langeweile kaufte ich mir die neue Single "System overload", die man auf dem aktuellen Album "Smoke & Mirrors" finden kann. Zumindest die schüchterne Verkäuferin mit dem David Bowie T-Shirt aus der Stardust-Phase war einen Blick wert. Dann endlich, gegen 21 Uhr 20 betreten vier langmähnige junge Männer die Bühne: Die Datsuns aus Neuseeland. Es wird nicht lange gehadert und stattdessen sofort Vollgas gegeben. Wie erwartet nimmt die Band bis zum Ende nicht einmal den Fuß vom Gaspedal. Wir haben es ja schließlich mit Musik für harte Männer zu tun. Das Publikum ist in der Tat zu 85 % männlich, aber einige Rockerbräute begleiten auch ihre virilen Typen. Eigentlich muß man sich nur die T-Shirts der Leute ansehen, um zu wissen, um was es heute abend musikalisch geht. Ausfindig mache ich: The White Stripes, Kings of Leon, Tool und Queens of the Stone Age. Das Shirt von Johnny Hallyday einer jungen Dame scheint mir hingegen weniger aussagekräftig.

Rock pur ist also angesagt, je nach Geschmack nenne man das Garagenrock, Bluesrock, Stonerrock, 70er Jahre Heavy-Metal. Auf keinen Fall allerdings nenne man es ehrlichen Rock", denn dieser Begriff ist ein Unwort, da er von der Generation vor der Generation Golf zu oft mißbraucht wurde. Beim 2. Titel "Motherfucker from hell" dann
gleich ein kleiner Eklat: Der Strom fällt unvermittelt aus. Wutentbrannt wirft der Sänger seine Wasserflasche durch die Luft. Das Publikum buht, bekommt sich aber wieder ein und spendet am Ende gar eine Standing Ovation. Zurück auf der Bühne entladen die Schreihälse ihre ganze Wut. Es wird noch eine Spur härter.

Gespielt werden Titel aus allen drei Alben, neben den beiden bereits erwähnten Titeln noch u.a. Maximum Heartbreak, Emperor's new cloths und Lady. Das Publikum geht gut mit und es kommt auch zum unvermeidlichen Crowd-Surfing. Letztlich wird geboten, was die Leute wohl erwartet haben: straighter, harter Rock, ohne Schnörkel. Leider mangelt es teilweise etwas an Variationen.

Insgesamt ein solides, wenngleich auch etwas monotones Konzert.

von Oliver


 

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