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Sonntag, 26. April 2015

Eliza Rickman, Stuttgart, 24.04.15

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Wohnzimmerkonzert bei Claudia und Chrissie mit 
   Eliza Rickman und Stanley Roy 
in Stuttgart-Feuerbach 
Datum:  24. April 2015
Dauer: 20 min + 70 min
Zuschauer: knapp 40

There's only two types of people in the world
The ones that entertain, and the ones that observe

(from Circus)

Es ist schon länger her, dass ich mich auf einen Konzertabend außerhalb von Karlsruhe einfach so gefreut habe ohne Sorgen und ohne Hin- und Herbarmen. Es war keine Frage, ob ich nach Stuttgart fahren würde oder nicht - auch wenn es sich  anderen Leuten immer schlecht erklären lässt, dass ich mir über zwei Stunden Fahrt antue für eine Künstlerin von der ich gerade ein wunderbares Konzert in Karlsruhe erlebt habe. Im letzten Moment fand ich sogar noch heraus, dass ausnahmsweise gegen 23 Uhr ein Zug nach Karlsruhe zurück fahren würde (Frühlingswasen sei Dank!).


So kam ich im schönsten Frühling in Feuerbach an mit allerbester Laune und voller Vorfreude. Alle Gäste die kurz später eintrafen, brachten ein Lächeln und damit ein Stück des Frühlings von draußen mit herein. So mancher ging noch auf die Terasse für ein bisschen der wunderbaren Abendstimmung und musste dabei an den Instrumenten vorbei, die schon auf Eliza Rickman warteten. Der eine oder andere Blick verriet Neugier und die zweifelnde Frage, was sie da nur erwarten würde... Besonders das rosa Spielzeugklavier lockte zum rumklimpern.
 
(c) Claudia Zielfleisch
Schließlich suchten sich alle einen Platz und Stanley Roy eröffnete den Abend. Mit seinem kunterbunten Outfit und überschäumenden Temperament hatte er das Publikum vom ersten Moment an in der Hand. Es hing ihm an den Lippen und hatte folglich auch gleich das Britney Spears cover "entlarvt". Auch wenn die Zeilen so klingen, als wären sie für Stanley geschrieben. Für mich stachen aus dem Set Circus und Versatile heraus. Aber eigentlich waren die ganzen 20 Minuten wieder ein einziger Spaß. So sehr wirkte Stanley Roy in seinem Element und bekam das mit herzlichem Applaus vom Publikum gespiegelt. Und vielleicht finden sich bald einige von den anwesenden unter denen, die ihm sein neues Album ermöglichen.

Setlist:
01: Imaginary friend 
02. Circus (Britney Spears cover)
03: Disco light
04: Realness
05: Versatile 


Gleich im Anschluss übernahm Eliza die Bühne und begann ihr Programm mit der Autoharp und Fools rush in. Es war wieder ergreifend zu erleben, wie sie sofort die Aufmerksamkeit des Publikums band und ein richtiger Stecknadelmoment entstand als die Spieluhr den Schlusspart des Songs spielte. Ich hatte ja das Konzert in der Kellerhalle schon für wirklich toll gehalten, aber an diesem Abend in Stuttgart war Eliza zum schwatzen und scherzen aufgelegt. Sie empfahl uns z.B. wärmstens, ihre tollen Videos zu einigen Songs anzusehen.


Anscheinend gefiel es ihr mit uns wirklich gut. Oder es waren die Schildkröten, die hinten auf der Bühne Zeugen des Konzertes werden durften? Eliza schien sie jedenfalls ganz in ihr Herz geschlossen zu haben und hat ihnen später noch ein Gute-Nacht-Lied gesungen. Das Programm des Konzertes folgte der gleichen Setlist wie in Karlsruhe (es fehlte nur Black Rose) mit den Wechseln zwischen Klavier, Spielzeugklavier, Glockenspiel, Glocken und schließlich der Ukulele. Trotzdem war jedes einzelne Stück für mich wieder frisch eindrucksvoll und was man vielleicht im ersten Konzert noch unter Spielerei und Versuch zu übertünchen, dass nur eine Person auf der Bühne ist, hätte abtun können, gewann an Gewicht für mich.

(c) Claudia Zielfleisch
Ich hatte seit dem Konzert in Karlsruhe tatsächlich jeden Tag eines ihrer Lieder als Begleiter im Ohr. Sehr lang ausgerechnet Lark of my heart (vom Margaret-Projekt), dem ich solche Ohrwurmqualität nicht zugetraut hätte, und dann Start with goodbye, Stop with hello. Für die Anreise war es dann auf einmal Pretty little head. In Stuttgart erzählte sie uns, dass sie diesem Song sogar ein kleines Bankguthaben verdankt... Sehr schön, dass es Eliza bisher so gut in Deutschland gefällt, dass sie wohl im Herbst mit ihren neuen zwei Alben wieder auf Tour kommen will und sich schon darauf freut. Und sehr schön auch, dass Claudia sich als Zugabenzugabe noch Into my arms erbeten hatte. Ein Moment zum dahinschmelzen und lange im Herzen halten.

Setlist:
01: Fools rush in
02: Devil's flesh and bones
03: Dove of mine
04: Start with goodbye, Stop with hello
05: Pretty little head
06: Moon river (cover)
07: Lark of my heart
08: Only for today
09: Waiting around again

10: Dark horse (Kate Perry cover, mit Stanley Z)

11: Into my arms (Nick Cave cover, Z)
 

Aus unserem Archiv:
Eliza Rickman, Karlsruhe, 18.04.15
Eliza Rickman, Adorf, 19.04.15

Tourdaten im deutschsprachigen Raum:
14.04. Berlin  House Concert
15.04. Berlin Ä
16.04. Berlin Madame Claude
17.04. Frankfurt Cowhide House Concert
18.04. Karlsruhe Kellerhalle
19.04. Adorf Scala Adorf

20.04. Leipzig Basislager
21.04. Köln Kulturlichtung
22.04. Duisburg Ketan & Petra’s Living Room
23.04. Wuppertal Bürger Bahnhof
24.04. Stuttgart In die Wohnzimmer
25.04. Bern Theaterplatz 2
29.04. Zürich Kafi für Dich
30.04. La chaux de fonds Le Entree’ Deux
01.05. Bern Progr
03.05. Zürich Wohnzimmer Bar


Alle Bilder:


Dienstag, 21. April 2015

Eliza Rickman, Karlsruhe, 18.04.15

2 Kommentare

Konzert: Eliza Rickman mit Support Stanley Roy Williamson und Tina Löffler
Ort: Kellerhalle in Karlsruhe
Datum: 18. April 2015
Dauer: 20 min + 60 min
Zuschauer: etwa 60


Meine Liebesaffaire mit der Kellerhalle hatte mit dem Konzert von Zoë Boekbinder begonnen. Um so passender fand ich es, dass ich Eliza Rickman an diesem Ort zum ersten Mal begegnen würde. Im November hatte Eliza ihre Fühler für eine mögliche Europatour vorsichtig ausgestreckt und war dabei Tipps von Zoë gefolgt (die hatte Kellerhalle ein dickes Lob-Sternchen).


Mir war ihr Name im Zusammenhang mit dem Margaret-Projekt von Jason Webley ins Auge gefallen und anschließend ins Herz. Ich hatte das Gefühl, dass sie im November zwar mit der Idee spielte, aber nicht recht daran glauben konnte, dass es funktionieren könnte. Aber in gemeinsamer Anstrengung vieler Musikenthusiasten haben wir sie schließlich über den Ozean zu uns gelockt. Und am Ende fiel es so, dass ich zu meinem Geburtstag das Geschenk eines unvergesslichen Abends in der Kellerhalle erhielt und ihn mit meinen Lieben teilen konnte.


Eliza Rickman zu erleben ist spektakulär: Es ist ein Spektakel; ein Spaß, bei dem einem immer wieder das Lachen im Hals stecken bleibt, aber auch unterhaltsam, abwechslungsreich, facettenreich und mitreißend. Eine Prinzessin, eine Diva. Aber ganz dem Publikum zugewandt, immer mit einem Augenzwinkern. Ihre Stimme hat mich gleich gefangen genommen, aber auch die Arrangements haben es in sich. Die Instrumente des Abends in der Kellerhalle waren schließlich: Der Kellerhallen-Flügel, ein rosa Spielzeugklavier, ein Glockenspiel, diverse Glocken, eine Vogelpfeife, eine Ukulele und eine Autoharp.


Was ich im Vorfeld verschlafen hatte, war ihre Entscheidung sich auf die letzte Minute Stanley Roy Williamson als Begleiter für die Tour einzuladen, der mit seiner Ukulele eine schillernde, Versatile und bejubelte Performance ablieferte. Er hat eine warme Stimme und gab halb den Clown, der mit seinem Imaginary friend spricht, halb den Künstler, der uns ganz und gar sein Herz ausschüttete darüber wie er unter dem Disco light den richtigen fand.

Sehr angenehm war es, dass Eliza nach dem Set von Stanley sofort mit ihrer Autoharp den Teil des Abends eröffnete, auf den alle im Publikum so gespannt waren. Ihr erstes Lied Fools rush in führte uns ihre stimmlichen Fähigkeiten gleich sehr eindrücklich vor und setzte im Finale noch eins drauf, als eine Spieluhr das letzte "Wort" erhielt. Klar, dass ihr in diesem Moment schon alle zu Füßen lagen. Etwas ernsthafter und mir sehr vertraut war der Song Devil's flesh and bones vom O, you Sinners-Album (2012). Sie nutzte hier den Flügel und ein Metronom als Percussion. Und das wirkte sehr eindrücklich.


Ich musste mir später von meiner Familie allerhand Vorhaltungen gefallen lassen, dass ich bei der Frage, wer The Princess bride kennt, aufgezeigt hatte. Falls meine Familie recht hat und dieses Film-Kleinod noch nicht allgemein zum Kult-Gut zählt, bitte unbedingt an einem regnerischen Tag von ihm verzaubern lassen. Das hiervon angeregte Lied Dove of mine jedenfalls war hinreißend und zum Kult taugend, gab es doch neben einer mitreißenden Performance am Flügel auch noch ein Vogelpfeifen-Solo. Anschließend wechselte Eliza auf ihr Spielzeugklavier für einen ihrer Klassiker Start With Goodbye, Stop With Hello. Das mit seinem bezaubernden Dreiertakt sofort im Ohr hängen bleibt.



Gar nicht niedlich war ihr Song Pretty little head - auch wenn die Instrumentierung mit Glockenspiel das wahrscheinlich scheinen lassen könnte. Im Gegenteil - er war ganz schön gruselig (und das bei so einer eingängigen Melodie!). Und mit ihrem Cover von Moon river ließ sie uns danach gar das Blut in den Adern gefrieren. Der Klang der Glockenspielstäbe, wenn sie mit einem Geigenbogen gestrichen werden, hat einen wirklich furchterregenden und zugleich doch auch faszinierenden Sound.



Als Unterstützerin des Margaret Projektes kannte ich schon das nächste Lied Lark of my heart, das durch ein Hochzeitsfoto angeregt wurde. Und Black rose - das erste Stück des 2012er Albums, das wieder auf dem Spielzeugklavier begleitet wurde. Manchmal sind ja herausfordernde Spielchen zu etwas gut. So wie der Vorstatz, 20 songs in a day zu schreiben. Vielleicht sind dann zwei davon ganz gut und so etwas schönes wie Only for today entsteht unter dem Druck. Oder ein ganz neues Instrument. Jason Webleys Drängen verdanken wir wohl den wunderschönen Ukulele-Walzer Waiting around again (jedenfalls berichtete Eliza uns das so).  


Natürlich trampelten anschließend alle um eine Zugabe. Und Stanley und Eliza bedienten sich am Pophimmel und coverten Dark horse. Glücklicherweise wurde mir die Peinlichkeit erspart, meine radiohörende Tochter fragen zu müssen, was für ein Song das war, weil ich es erst kürzlich in einem Indie-Konzert als Cover gehört hatte....

Ein einmalig bezaubernder Abend war damit leider zu Ende. Aber die Freude im Herzen wird nicht so schnell erlöschen!

Für Tina Löffler kamen wir etwas zu spät an.

Setlist:
01: Fools rush in
02: Happy birthday
03: Devil's flesh and bones
04: Dove of mine
05: Start with goodbye, Stop with hello
06: Pretty little head
07: Moon river (cover)
08: Lark of my heart
09: Black rose
10: Only for today
11: Waiting around again

12: Dark horse (Kate Perry cover, mit Stanley Z)

Tourdaten:
14.04. Berlin  House Concert
15.04. Berlin Ä
16.04. Berlin Madame Claude
17.04. Frankfurt Cowhide House Concert
18.04. Karlsruhe Kellerhalle
19.04. Adorf Scala Adorf

20.04. Leipzig Basislager
21.04. Köln Kulturlichtung
22.04. Duisburg Ketan & Petra’s Living Room
23.04. Wuppertal Bürger Bahnhof
24.04. Stuttgart In die Wohnzimmer
25.04. Bern Theaterplatz 2
29.04. Zürich Kafi für Dich
30.04. La chaux de fonds Le Entree’ Deux
01.05. Bern Progr
03.05. Zürich Wohnzimmer Bar




Aus unserem Archiv:
Jason Webley, Heidelberg, 14.10.08 
Zoë Boekbinder, Karlsruhe, 27.04.14
Eliza Rickman, Adorf, 19.04.15



Eliza Rickman, Adorf, 19.04.15

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Konzert: Eliza Rickman
Ort: Scala Adorf
Datum: 19. April 2015
Dauer: 75 min
Zuschauer: 28

Wie steht es derzeit auf Elizas Webseite: „… Prinzessin Eliza ist mehr als begeistert, in dem Land zu sein, wo die Prinzen aus den Märchen herkommen.“ Damit herzlich willkommen im Lande der Gebrüder Grimm! Wir schmückten die Scala für Eliza mit Rosen, weiten Tüchern auf der Bühne und hängten beleuchtete Kleider in den Kirschbaum im Garten.
Per Mail hatte Eliza einen Reisebegleiter angekündigt. Am Nachmittag entstiegen beide dann dem Auto nach der langen Fahrt von Karlsruhe nach Adorf. Dieser Sonntag war der erste in diesem Frühling, den wir auf der Terrasse sitzend verbringen konnten. Bei Kaffee und Tee machten wir uns bekannt. Bis 19 Uhr füllte sich die Scala, bis 28 Gäste gespannt auf den Beginn warteten.

Eliza begrüßte das Publikum und stellte ihren Begleiter Stanley Roy vor, selbst Musiker und Performer. Er eröffnete den Abend mit Liedern seiner EP „Imaginary Friend“, spielte ausschließlich Ukulele und verzauberte die Runde mit seiner Ausstrahlung, der Intensität seines Ausdrucks, der Stimme, seiner Gestik. Die ca. 20 Minuten waren ein Wechsel von Laut und Leise, vorgetragen in höchster Intensität. Dafür wurde Stanley Roy begeistert gefeiert.

Prinzessin Eliza betrat die Bühne und begann den Reigen ihrer Lieder und die Parade unglaublicher und nie gesehener Instrumente. Zunächst spielt sie mit einer Art Harfe oder Zither, auf der Akkorde gegriffen werden können. Danach setzt sich Eliza an das Klavier des Hauses, spielt Vogelzwitschern ein und wendet sich im Anschluss dem Spielzeugklavier zu sowie den bunten Handbells. Schließlich lässt sie sich von Stanley noch die Ukulele für einen Titel reichen. Zwischendurch erzählt sie einige Geschichten aus ihrem Leben, aus ihrer Karriere, unter anderem dass der Ukulele-Song aus einem Auftrag ihres Produzenten (und Musikers) Jason Webley entstanden ist, der ihr beim Songwriting die Ukulele gab mit der Bitte, dafür ein Lied zu schreiben. Beim Schreiben hat sie sich das Instrument noch beigebracht.
Wir hörten an diesem Abend Lieder ihres Albums „O You Sinners“ und aus ihrer Zusammenarbeit mit Jason Webley zum Album „Margaret“ und natürlich neue Songs. Diese werden später im Jahr veröffentlich auf 2 Alben, einem Cover-Album und einem mit neuen Songs von Eliza Rickman. Die knappe Stunde verflog aber viel zu schnell, so gebannt waren alle im Publikum von der Musik und der Prinzessinnenstimme Elizas. Die Spannung im Publikum war spürbar, es herrschte absolute Stille bis zum Ausklingen des letzten Tons jedes Liedes.

Für 2 Zugaben holt sich Eliza noch Stanley auf die Bühne, wo die beiden ausdauernd gefeiert werden. Dieser Abend bleibt sicher lange in Erinnerung wegen der fragilen und gerade dadurch packenden Performance von Eliza Rickman und Stanley Roy.


elizarickman.com
stanleyroy.bandcamp.com

 

Konzerttagebuch © 2010

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