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Sonntag, 1. September 2013

Sound of Bronkow Festival - Tag 1, Dresden, 30.08.13

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Meine Konzerte am 1. Tag des Sound of Bronkow Festivals
  The Legendary Lightness (45 min)
  Frontier Ruckus (60 min)
  Petula (40 min)
  I Am Oak (60 min)

Ort: Societätstheater in Dresden
Datum: 30. August 2013



Das kleine und feine Dresdner Festival, das mich vor Jahren auf den Geschmack gebracht hatte, war dieses Jahr ein besonders wirksamer Magnet. Schon sehr früh im Jahr hatte ich mich auf das Wochenende in der Stadt an der Elbe festgelegt - noch vor den ersten Bestätigungen. Diese Anhänglichkeit wurde belohnt, las sich das Line-up schließlich wie eine ziemlich gute erste Approximation meiner persönlichen Wunschliste. 
 
Freitag Abend im Großen Saal

Auf andere muss es so ähnlich gewirkt haben, denn dieses Jahr waren die Tickets schon einige Zeit vor Beginn ganz unter die Anhänger des Bronkow-Klangs verteilt. So war am Freitag 19:00 Uhr der kleine Saal im Societätstheater sehr gut gefüllt.



Und so früh dabei zu sein, hat sich für alle sehr gelohnt. The Legendary Lightness aus Zürich waren mit Bass, zwei Gitarren und Schlagzeug zwar als klassische Rockformation aufgestellt aber die wurde aufgebrochen mit Wurlitzer-Synthie und Xylophon und die Musik schwebte in enthobenen Sphären. Aus Zürich waren sie gern zum Festival ihres Labels angereist und man merkte es der Musik nicht an, dass es wohl alles etwas hektisch geworden war. Im Gedächtnis haften geblieben ist mir der wunderbare Satzgesang, das oft tröstliche der Musik, mitunter Mantra-hafter Takt und besonders die Nummer über den schlimmsten anzunehmenden Fall, der sehr eindringlich musikalisch begann, um sich dann über die Zeit in ein ekstatisches Finale zu steigern. Und ganz zum Schluß gab es eine wahrhafte Austreibung von bösen Geistern. Wunderbar und als Auftakt einfach herrlich. Wer nun neugierig geworden ist - die Zürcher kommen im Oktober auf Tour nach Deutschland. Die Daten finden sich unten.


Setlist The Legendary Lightness:
1) Let go the night
2) Airplane
3) Little Cabin
4) World full of you
5) Away
6) It takes everything
7) A whole lot better off
8) Riversound
9) Hey Ron



Anschließend spielten Frontier Ruckus aus dem US-amerikanischen Michigan im großen Saal auf. Eine Premiere in Deutschland. Mit Banjo, akustischer Gitarre und einem Multiinstrumentalisten (singende Säge, Trompete, Triola, Xylophon) rechts am Bühnenrand war der Sound sehr spezifisch folk-bluegrass-amerikanisch. Und die singende Säge war einfach ein Faszinosum! Matthew Milla in der Mitte und David Winston am Banjo mussten sich deshalb die Aufmerksamkeit immer wieder mit dem rechten Flügel teilen.

Die Musik rief Sehnsucht und Schmerz hinaus und erhielt als Echo eine gespannte und mitfühlende Aufmerksamkeit im Saal. Hingabe wurde dabei eigentlich unprätentiös vorgeführt vor allem durch den Gesang. Zuweilen ließ sich die Spannung für Matthew Milla nicht anders aushalten als durch Niederknien vor dem Publikum oder den Mitmusikern. Zu den Songs gab es häufig persönliche Einblicke obenauf. Das Heraufbeschwören des Winters in Michigan, wo alles im Freien Salzverkrustet erstarrt ist, der Geruch von Motoröl, der dem Zufallsfund von Pornoheften anhing. Ein erheiterndes Zwischenspiel mit Over the Rainbow war als Zwischen-Schmunzler-Nummer doppelt willkommen.

 

Der stärkste Moment für mich war jedoch unzweifelhaft das Finale der zwei ganz akustisch gespielten Songs, die das Publikum zwangen, sich eine Zugabe zu erklatschen. Was für eine Intensität! 

 Setlist Frontier Ruckus:
1) The Latter days (Orion  Song book, 2008)
2) Mona & Emmy (Way Upstate & the Crippled Summer, pt. 2. 2012)
3) Dealerships (Eternity of Dimming, 2013)
4) Somewhere over the rainbow
5) Careening Catalog Immemorial (Eternity of Dimming, 2013)
6) Silverfishes (Deadmalls And Nightfalls, 2010)
7) Nerves Of The Nightmind (Deadmalls And Nightfalls, 2010)
8) Dark Autumn hour (Orion Song book, 2008)

9) Rosemont (Z) (Orion Song book, 2008)



Im Foyer wartete derweilen schon Petula auf sein Publikum. Ein Bote des analogsol-labels aus Leipzig, dem man nicht sagen muss, er solle die Gitarre runternehmen. Er hat seine ganz eigene Musiksprache mit Loops aus Gesang, Xylophon und Gitarre. Der muss man sich einfach gedankenlos hingeben und davon wegtragen lassen. Das Publikum jedenfalls nahm das Angebot dankbar auf und ließ sich entführen.



Der erste Abend des diesjährigen Festivals fand schließlich seinen Abschluss mit den Niederländern I am Oak im großen Saal. Auffällig war von Anfang an ihre selbstironische freundliche Art, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen: We are I am oak, we are not professionals.  


Denn es gab einige kleine technische Probleme zum Anfang und einige Verbindungen mussten unterwegs neu gestöpselt werden.

 
Bekannt war mir die Musik über den Jubliäums-Sampler ihres Labels Snowstar Records.  In Summe als Indie-folk oder ambient zu bezeichnen war die letzte Stunde des Tages eher ruhig. Aber im Saal war es erstmals so voll, dass nur im Stehen alle Platz fanden.



Tourdaten The Legendary Lightness:
06.09. Werne / Flöz-K
07.09. Darmstadt/ Golden Leaves Festival
13.09. Zürich / Rittersaal
18.09. Fribourg / Fri-son
06.10. Göttingen / Pools
07.10. Münster / Pension Schmidt
08.10. Dresden / Societätstheater
09.10. Hamburg / Hasenschaukel
10.10. Bremen / Kulturbunker
11.10. Berlin / Salon Remise
12.10. Berlin / Donau 115

 
Weitere Fotos:




Aus unserem Archiv:

Sound of Bronkow 2012 Tag 3
Sound of Bronkow 2012 Tag 2
Sound of Bronkow 2012 Tag 1 

Donnerstag, 28. April 2011

Powerdove, Darmstadt, 17.04.11

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Konzert: Powerdove (Petula)
Ort: Gute Stube, Darmstadt
Datum: 17.04.2011
Konzertdauer: Petula etwa 40 Minuten, Powerdove eine gute Stunde


Gastbeitrag von Dr. Gudrun Thäter (vielen lieben Dank!)

Im März und April ist mir wieder aufgefallen, wie viele sehr schöne kleine Orte es gibt, wo die alternativen Musiker und ihr Publikum ein Zuhause und zueinander finden können, weil ein paar nette Enthusiasten sich darum kümmern.

Mein erstes Erlebnis war das Cafe Central in Weinheim (kürzlich auch hier schon erwähnt) und einem unvergesslichen Abend mit Dear Reader (4.10. 2009, von Heidelberg aus - eigentlich eine Fahrradentfernung...). Nun wohnen wir in Karlsruhe und das bietet gleich eine ganze Handvoll solcher Orte. Im März war ich z.B. zweimal im Cafe Nun (Rue Royal 16.3. und An Island-Film mit Efterklang am 23.3.) und im KoHi (am 27.3. zu Nylonsaiten & Saitenstrümpfe) zu tollen Konzerten.

Am Palmsonntag (also dem 17.4.) hat uns der Weg aber bis Darmstadt in die Gute Stube
http://www.myspace.com/guutestube
geführt, um dort das Konzert von Annie Lewandowski alias Powerdove

http://powerdove.bandcamp.com/ (free download)
bzw. http://www.circleintosquare.com/artist/powerdove

zu erleben. Die A5 ist zwar für die Autos gebaut aber am Sonntag Abend normalerweise nicht zu befahren. So waren wir vorsichtshalber recht pünktlich aufgebrochen. Da dann unterwegs alles glatt lief, erreichten wir tatsächlich schon kurz nach 19 Uhr den Ort des Geschehens: Im Hinterhof bei einer ehemaligen Autoschrauberbude. Eigentlich absolut innerstädtisch aber doch eine stille und grüne Oase.

Am Gartentisch fanden sich schon die Musiker des Abends und die Organisatoren beim Abendessen - dabei die Frühlingssonne genießend.

Es gab ein großes Hallo, als wir uns als Konzertbesucher aus Karlsruhe vorstellten und unversehens saßen wir mit am Tisch und plauderten über Musik, das Leben und weiß gestrichene Klaviere bevor sich ab 19:45 Uhr die gute Stube zu füllen begann (schließlich so etwa 40 Leute zwischen 20 und 60 Jahren).

Start ist 20 Uhr mit der Tagesschau auf einem uralten Röhrenfernseher...

Anschließend gab es zunächst einen mir bis dahin unbekannten Support aus Berlin:

http://www.petula.org/ bzw.
http://petula.bandcamp.com/album/elephant-dresses

interessant geloopte Musik sehr sympatisch vorgetragen. Das Publikum nahm sie freundlich an und auf und für alle ging so der Abend nett los.

Nach etwa 40 min und sehr kurzer Umbauzeit standen dann Annie Lewandowski und ein Begleiter auf der Bühne und bezauberten alle mit ihren minimalistischen Musikstücken.

Meist ist es wirklich nur Annies Stimme und ein kleines bißchen Gitarre dazu plus etwas "Hintergrundgeräusch", was aber vollkommen ausreicht um mich in die Welt des jeweiligen Liedes zu entführen. Die Stücke sind so leise vorgetragen, dass ich mich nicht traue, Fotos zu machen während musiziert wird. Schon das wirklich sehr leise Geräusch des Auslösers würde hier stören.





Gegen 22 Uhr ist das Konzert zu Ende - es gibt noch CDs zu kaufen, ein Autogramm muss natürlich sein und wir fahren sehr zufrieden mit dem Abend zurück nach Karlsruhe.



Schön, dass es Musikenthusiasten gibt, die solche Abende möglich machen.


 

Konzerttagebuch © 2010

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