Posts mit dem Label Patrick Wolf werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Patrick Wolf werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 10. April 2011

Patrick Wolf, Wien, 08.04.11

1 Kommentare

Konzert: Patrick Wolf & Rowdy Superstar
Ort: WUK, Wien
Datum: 08.04.11
Zuschauer: ausverkauft, mehr als 500
Konzertdauer: Patrick Wolf ca. 90 Minuten

Patrick Wolf und Wien, das ist eine Bilderbuch-Partnerschaft. Wie schon vor zwei Jahren war das WUK wieder in Rekordzeit ausverkauft und womit? Mit Recht. Der Engländer lieferte abermals ein tolles Konzert ab, das Publikum tat das Seinige dazu, am Ende stand einmal mehr ein maßstab-gleicher Abend. Mehr dazu (und Fotos) ganz bald!

Setlist Patrick Wolf, Wien, 08.04.11:

01 Armistice
02 Time Of My Life
03 To The Lighthouse
04 The Bachelor
05 Tristan
06 Accident & Emergency
07 Vulture
08 Souvenirs
09 Slouching Towards Bethlehem
10 House
11 The Bluebell
12 Bluebells
13 The Days
14 Who Will?
15 Together
16 Bermondsey Street
17 Magic Position

18 Hard Times (Z)
19 The City (Z)
20 Bloodbeat (Z)


Samstag, 10. Oktober 2009

Patrick Wolf, Wien, 05.10.09

1 Kommentare

Konzert: Patrick Wolf
Ort: WUK, Wien
Datum: 05.10.2009


von Julius aus Wien

Welchen Stellenwert Patrick Wolfs Konzert zu Wien in der österreichischen Indieszene hatte, zeigte sich mir allein daran, dass zwei Freundinnen aus dem fernen Kärnten, die nur zu den ganz wichtigen Konzertterminen in den Norden pilgern, weder Kosten noch Mühen gescheut haben, um im WUK dabei zu sein. Dass sich ihre weite Anreise voll bezahlt machen sollte, sei hier gleich vorweg genommen. Weiter geht es aber nun wieder halbwegs getreu mit der konservativen Methode namens „Chronologie“.

Fast etwas zu genau nehmen die Deer Tracks das Gebot der Pünktlichkeit, überpünktlich stehen die drei Frauen auf der Bühne. Aber sind das wirklich drei Damen? Ganz links werkt ein Wesen an Keyboard und Synthesizer, dass sich während der ersten zehn Minuten ganz gut als langhaarige Schönheit macht, zu schnell lässt man sich von oberflächlichem wie Stöckelschuhen, wallendem, schwarzem Haar und perfektem Make-up täuschen. Schlussendlich entlarvt die lange, knochige Nase David Lehnberg als Transvestiten, ist man doch selbst mit einem derartigen Pinocchio-Teil gesegnet.

Gemeinsam mit Elin Lindfors, beide aus der schwedischen Provinz, zaubert er unter dem Namen „The Deer Tracks“ wunderbare Traummusik aus dem sprichwörtlichen Zylinder. Das dazugehörige weiße Kaninchen ist zusätzlich noch multiinstrumental bewandert, elektronisch versiert und hat eine exzellente Ausbildung der Harmonielehre genossen. Hitverdächtige Tracks wie „Yes This Is My Broken Shield“ oder „Slow Collision“ erinnern an bereits etablierte Klangtüftler wie die deutschen Notwist, den gesamten isländischen Musikerhaufen und an die wunderbaren Antlers, die hiermit allen schwer ans Herz gelegt seien. Einziges Problem wäre da die von Natur aus gegebene Unvereinbarkeit eines friedlichen Zusammenlebens von Wolf und Kaninchen? Weit gefehlt, hat doch Patrick Wolf (eigentlich Apps mit Nachnamen) seinen Supportact für die Tour zum neuen Album „The Bachelor“ selbst auserwählt. Viel zu kurz hat das putzig-flauschige Tierchen allerdings Auslauf, nach guten 20 Minuten war Schluss und der Klangteppich wurde eingerollt, ein Umstand, der wohl leider aus der unverständlich langen Umbauzeit (über einer halben Stunde, in der nur während der letzten fünf, sechs Minuten eingespielt wurde) resultierte.

Aber ich merke schon, dass das Niveau meiner Wortspiele ins Bodenlose abrutscht, wir gehen wohl besser gleich zum primären Programmpunkt dieses Abends über, zu jenem Londoner Herren, der, wie mittlerweile ausreichend erwähnt sein sollte, den Künstlernamen Wolf trägt. Als Paradiesvogel, exzentrische Diva und begnadeter Selbstdarsteller, aber auch als jähzorniger und eigensinniger Bühnenmensch bekannt, sind die Erwartungen verständlicherweise hoch, man verspricht sich nicht nur einen musikalisch den Alben entsprechenden, ergo großartigen Auftritt, sondern auch eine ordentliche Portion Charakter.
Dieser wurde auch nicht zu knapp aufgetischt, los gings aber ganz konventionell: Nachdem der Reihe nach die ganze Band vom Backstageraum, der im WUK nicht hinter, sondern über der Bühne zu finden ist, hinunter geklettert ist und sich warm gespielt hat, schritt auch der große Star des Abends erhaben hinab, bekleidet mit allerlei merkwürdigem Textil, das sich zum Großteil recht schnell von seinem Träger verabschieden sollte. So erzählt dieser auch ganz gern von seinen früheren Besuchen in Stripclubs als Inspirationsquelle, ganz so weit ging er aber bei seinem Konzert nicht, da hat er wohl entweder seine gute Kinderstube (?) berücksichtigt oder Rücksicht auf das teilweise recht junge, speziell weibliche (welch Überraschung) Publikum genommen. Ok, langer Satz, jetzt kommt die wichtige Information: die Achselbehaarung war der intimste Körperbereich, der zur öffentlichen Begutachtung gelangte. Etwas schamhaft ob des gewaltigen (Lach-)Erfolges seiner Entblößung rechtfertigt er sich dann etwas unbeholfen: „When I’m excited, I want to be naked.“ Wie gut, dass das jetzt keineswegs zweideutig aufgefasst werden konnte!

Die Setlist ließ ebenfalls keine Wünsche offen, war anfangs aber noch nicht wirklich außergewöhnlich. Das scheint sich auch Patrick Wolf gedacht zu haben,
denn plötzlich stimmte er auf seinem viersaitigen Streichinstrument, umgangssprachlich Geige genannt, unter Kennern auch unter Violine bekannt, den Inbegriff aller Wienerlieder an: „O du lieber Augustin!“ Von da an herrschte unter den sonst für ihre unterkühlte Art bekannten Hauptstädtern grenzenloser Jubel bis zum Ende. Jaja, dem gemeinen Wiener reicht ein perfektes Konzert offensichtlich nicht, da muss schon ein wenig die Patriotismuskeule geschwungen werden. Denn diese kam, da sie nun einmal schon gezogen war, noch öfter zum Einsatz. Hübsche Anekdoten aus der Zeit, als er (u.a. mit den Wiener Philharmonikern) sein bislang vorletztes Album „The Magic Position“ aufnahm. Bei einem durch und durch lebensfreudigen Menschen, wie es Patrick Wolf zweifelsohne ist, dürfen da natürlich auch die Oden an den Glühwein im Schneetreiben nicht fehlen. Doch da Patrick Wolf nun mal Patrick Wolf ist und nicht etwa Tomte ist erheblich mehr Zeit für Songs als für Ansagen vorgesehen – was man von der Hamburger Schule ja generell nicht behaupten kann...

Der Bachelor spielte sich jedenfalls durch ein ganz bezauberndes Set mit mehreren Kostümwechseln, einem eindeutigen Hang zur Pose und zum Narzissmus und viel geäußerter Zuneigung gegenüber seinen Fans.
In dieser Hinsicht ähnelt Patrick Wolf sehr einer anderen Pop-Größe – dem wunderbaren Altherren Morrissey. Besonders wenn er seinen Verehrerinnen in der ersten Reihe über das Haupt streicht, dem Publikum dann wieder gänzlich den Rücken zukehrt und schließlich seinen Oberkörper freimacht glaubt man, einen etwas modischer veranlagten Mozzer vor sich zu haben. Und schließlich tragen ja beide den selben Vornamen.

Als es dann an der Zeit ist, Abschied zu nehmen, lässt sich der Patrick dieses Abends noch zu einer Ansage hinreißen, die man getrost als über das Durchschnittsmaß an Publikumsbeweihräucherung hinausgehend ansehen kann: Er, der Mensch mit klassischer Musikausbildung und einer Schwäche für Vivaldi und Bach, liebe Wien, es sei die Welthaupstadt der Musik und wir alle sollen unsere einzigartige Kultur bewahren, denn sie sein alles was wir haben.

Auch wenn ich ihm hier nicht vollends zustimmen kann wirkte alles, was aus seinem Mund kam, absolut ernst gemeint und teilweise richtig rührend. Dass er aber trotz allem noch ein Insulaner ist machte ein in edlem schwarz-weiß gehaltenes Streifenkostüm klar, dessen Streifen über der Taille in einem Union Jack zusammenliefen. Gäbe es diesen Umstand nicht, Wien würde Patrick Wolf für diesen unvergesslichen Abend sofort einbürgern. Als schönes Schlusswort eignen sich hier ein paar Zeilen der „Wiener Zeitung“, dem hauseigenen Blatt der Republik Österreich, ein normalerweise emotionsloses Wirtschafts- und Verlautbarungsdruckwerk: „Dass der klassisch geschulte Musiker, auf dessen Konto bereits vier Alben verbucht sind, seinem Publikum reichlich Honig ums Maul schmiert, wird zwar naturgemäß mit viel Jubel bedacht. Nötig gewesen wäre das aber nicht – der in jeder Hinsicht als Heimspiel zu bezeichnende Auftritt wäre ohnehin zum Triumph geraten.“Who Will?

Setlist Patrick Wolf, WUK, Wien:

01: Bluebells

02: Wolf Song
03: Damaris
04: Tristan
05: O du lieber Augustin!
06: The Bachelor
07: The Sun Is Often Out
08: Paris
09: Count Of Casuality
10: Battle
11: Bloodbeat
12: Theseus
13: Hard Times
14: The Magic Position

15: Kriegspiel (Z)

16: Stars (Z)
17: Vulture (Z)

Fotos: Oliver Peel. Aufgenommen beim Festival Rock en Seine 2009.

Links:

- aus unserem Archiv:
- Patrick Wolf, Paris, 30.08.09
- Patrick Wolf, Köln, 21.04.07





Montag, 31. August 2009

Festival Rock en Seine bei Paris, 30.08.09

1 Kommentare

Konzert: Festival Rock en Seine bei Paris, 3. und letzter Festivaltag

Ort: Domaine Nationale de Saint Cloud bei Paris
Datum: 30.08.2009
Zuschauer: ausverkauft



Sonntags komme ich nie gut aus den Federn. Dennoch raffe ich mich irgendwann auf, fange aber an, noch Fotos vom Vortag auszusortieren. Damit verplempere ich soviel Zeit, daß ich erst gegen 14 Uhr aufbreche. Metric sind aber bereits um 14 Uhr 30 angesetzt und die wollte ich eigentlich auf keinen Fall verpassen. In der Metro Richtung Pont de Saint Cloud treffe ich gleich mehrere Pariser Freundinnen, ein Beleg dafür, daß Paris indiemusiktechnisch eigentlich ein Dorf ist. Aber was sage ich, die Welt ist ein großes Dorf! In der U-Bahn lerne ich nämlich auch noch eine entzückende junge Deutsche kennen, die aus Würzburg stammt. Dort habe auch ich einen Teil meiner Wurzeln. Wir plaudern angeregt und plötzlich habe ich es nicht mehr soo eilig, schnell auf das Festivalgelände zu kommen. Doch irgendwann erreiche ich schließlich die Scène de La Cascade, wo Metric schon in voller Aktion sind.

Metric:

Das erste Lied, was ich halbwegs mitbekomme ist Gimme Sympathy vom neuen Album Fantasies. Ich stehe aber noch sehr ungünstig, auf der Anlage wimmelt es bereits jetzt vor Menschen und keiner will seinen Platz preisgeben, der ihm den Blick auf die hübsche Emily Haines garantiert. Ich kann mich aber doch langsam nach vorne durcharbeiten und sehe die wilde Frontlady nun über die Bühne wirbeln. Sie ist noch blonder, als ich sie mir vorgestellt hatte und ihr Kleid sitzt auf ihrem schlanken Körper tadellos. Mit Dead Disco kommt dann bald auch schon ein Lied, das ich gut kenne, denn das alte Album Old World Underground, Where Are You Know habe ich im Gegensatz zu Fantasies oft und gerne gehört. Zwar bot es mit seiner Mischung aus Post-Punk und New Wave im Stile von Blondie nichts wirklich Neues, aber die zahlreichen Hits hatten schon starken Suchtcharakter. Auch Monster Hospital, was nun folgt, ist alt und nach wie vor zugkräftig. Unzählige Hände fliegen nach oben, das Publikum amüsiert sich wie Bolle. Schade bloß, das zum Abschluß mit Stadium Love ein ziemlich platter Song das Set beendet.

Setlist Metric, Festival Rock en Seine 2009:

01: Help I'm Alive
02: Gold Gun Girls
03: Gimme Sympathy
04: Sick Muse
05: Empty
06: Dead Disco
07: Monster Hospital
08: Stadium Love

Lilly Wood And The Prick:

Mit Lilly Wood & The Prick folgt dann eine exzentrische Französin, die mir aber zu soulig rüberkommt. Ziemlich schnell verlasse ich die Scène de L'Industrie und treffe auf dem Gelände etliche Freunde und Bekannte. Ich plaudere mich irgendwann fest und verpasse bis 18 Uhr das gesamte musikalische Programm, das mich ohnehin nicht wirklich reizte (Macy Gray, Robin Mc Kelle, Hindi Zahra, zum Teil kenne ich die Künstler gar nicht). Dafür habe ich soziale Kontakte gepflegt, mir von den hübschen flanierenden Mädchen den Kopf verdrehen lassen und ein wenig Sonne getankt. Festivals besuchen heißt nicht, daß man 10 Stunden hintereinander nur starr auf die Bühne glotzt. Finde ich zumindest.

Sammy Decoster:

Der Bursche entspricht eigentlich meinem Beuteschema. Er ist Franzose und gehört zu neuen Folkszene. Zudem hat er gute Kritiken für sein letztes Album Tucumcari bekommen. Schon nach ein paar Liedern wird aber deutlich, daß die Chemie zwischen uns irgendwie nicht so 100%ig stimmt. Ich hatte ihn schon einmal 2008 im EMB Sannois gesehen und fand ihn dort auch nur mittelprickelnd. Also verschwinde ich Richtung Eagles Of Death Metal die auf der Hauptbühne spielen. Ganz nach vorne komme ich aber nicht durch, weil ich mich mit einem Freund festquatsche. Es geht um die nächste Oliver Peel Session und die Terminabsprache für den hochtalentierten französischen Folksänger Lepold Skin. Warum haben sie den eigentlich nicht zu Rock En Seine eingeladen??

Les Petits Pois:

Die Eagles Of Death Metal habe ich also nicht so richtig mitbekommen, dafür gibt es aber mit Les Petits Pois (auch unter dem Namen Them Crooked Vultures agierend) Kumpels von Jesse Hughes auf der Scène de la Cascade zu sehen. Deren Besetzung ist absolut hochkarätig: Kein Geringerer als Josh "Queens Of The Stone Age" Homme spielt Gitarre und greint seinen bluesigen Gesang, John Paul Jones (Led Zeppelin!) zupft den Bass und am Schlagzeug wütet Dave "Foo Fighters ex Nirvana" Grohl!!! Zusammen mit Alain Johannes (QOTSA) heizen sie dem Publikum mächtig ein. Als sei es nicht schon heiß genug! Josh parliert sogar ab und zu ganz passabel auf französisch und zeigt sich von dem ganzen Festival sehr angetan. Gut gelaunt und mit viel Spielfreunde ballern sie in der Folge aus allen Rohren und reißen Weicheiern, die vorher an gleicher Stelle Sliimy gesehen haben, mal so richtig den verpoppten Arsch auf. Die Heißsporne haben eine diabolische Freude dabei, die Belastbarkeitsgrenze der Fanohren zu testen. Nie nehmen sie den Fuß vom Gaspedal und kredenzen eine schwere, psychedelisch gewürzte Suppe à la Homme. Die Titel kenne ich nicht (sie werden nachgreicht, Josh hat viele Namen erwähnt), aber der letzte Song allein, war es wert, hier zu verharren. Fast 10 Minuten lang drehen jaulende Gitarren Endlosschleifen, poltern böse klingende Bässe gespenstisch über die Wiese und vermöbelt Dave Grohl seine Schießbude wie ein Besessener. Ein Knaller!

Setlist Les Petits Pois, Rock en Seine 2009 (danke an Rockerparis)

01: Elephants
02: Dead End Friends
03: Gunman
04: Mind Eraser
05: Bandoliers
06: Caligulove
07: Daffodils
08: New Fang
09: Nobody Loves Me And Neither Do I
10: Warsaw



MGMT:

Viele der unzähligen trendigen Mädels, die man heute ausmachen kann, sind offensichtlich nur wegen MGMT gekommen. Die Wiese vor der Hauptbühne ist restlos überfüllt und ein Durchkommen nach vorne nur unter schwersten Kraftanstrengungen möglich. Irgendwann sehe ich die wuscheligen Neo-Hippie Schönlinge aber doch von Nahem und auch der Sound ist hier präziser. Ihre zahlreichen Hits (Weekend Wars, Time To Pretend, Electric Feel) vom letztjährigen Debütalbum (und ein paar Neulige wie beispielsweise A Song For Dan Treacy) ziehen nach wie vor unglaublich gut und die Festivalveranstalter sind wahrscheinlich froh, daß sie das As MGMT nach der Absage von Oasis noch im Ärmel hatten. Der Abschluß traditionell mit Kids und natürlich gibt es jetzt kein Halten mehr...

Klaxons:

Bericht morgen

Patrick Wolf:

Ein Wolf im Schafspelz ist Patrick Wolf sicherlich nicht. Würde ihm auch gar nicht stehen, so ein stinkender Schafspelz. Wie man den Fummel, den er trägt, allerdings beschreiben soll, weiß ich auch nicht so recht. Am besten ihr guckt Euch in Ruhe die Fotos an und bemerkt dann mit Sicherheit auch die häufigen Kostumwechsel des extrovertierten, extrovangten und exzentrischen Briten an. Den stürmischen Burschen hatte ich zuletzt im Juli beim Melt! Festival gesehen und dort hinterließ er auf der Hautpbühne performend einen starken Eindruck. Heute in Paris wurde ihm zwar nur die kleinste Festivalbühne gegönnt, aber der Eindruck war hinterher der Gleiche: stark! Aber was macht ihn so besonders? Ist es die frivole und provokative Show, die er abzieht? Nein, das ist es nicht. Zumindest spielt das für mich nur eine untergeordnete Rolle, denn ich habe ihn vor ein paar Jahren über das Album Wind In The Wires kennen-und schätzen gelernt und da wußte ich nochgar nicht, wie er sich live gebärd. Vielmehr waren es dynamische und catchy Songs wie Tristan, die mich hellhörig werden ließen. Inzwischen sind ein paar Jahre ins Land gegangen, Tristan spielt er (zumindest heute) nicht mehr und der Sound ist elektronischer und üppiger geworden. Auch das neue Album The Bachelor liegt seit ein paar Monaten in den Regalen und davon stammten dann natürlich heute auch die meisten Titel, die Hälfte um genau zu sein. Besonders angetan war ich von dem dramatischen und majestätischen Damaris, bei dem sich auch die braungelockte Geigerin in Szene setzen konnte. Überhaupt die Band von Patrick Wolf: erlesen! Thomas White von The Electric Soft Parade an der Gitarre und auch Nick Heyward, eine New Wave Ikone der 1980er Jahre (Haircut 100) war mit von der Partie. Welch ein Line-Up! Fehlte eigentlich nur Marc Almond, bekanntermaßen ein Idol für Patrick. Von ihm ist er auch äußerlich inspiriert, aber heute mit den wasserstoffblonden Extensions im Haar, sah er eher aus wie Samson. Oder so. Aber kommen wir wieder von den Äußerlichkeiten weg und loben stattdessen lieber Abraümer wie das eingängige Accident & Emergency oder den größten Hit des neuen Albums, nämlich Hard Times. Kurz vor Ende gebracht, wirbelte dieser teilweise orientalisch angehauchte Stampfer gewaltig Staub auf und brachte das Publikum in Ekstase. Patrick ließ es sich auch nicht nehmen, Tuchfühlung mit seinen Fans aufzunehmen, in einer Szene stand er gleich vor mir! Er kostete die Zuneigung voll aus, parlierte zurück auf der Bühne ganz passabel französisch und leitetet den Abschluß noch mit einem Intro von Madonnas Like A Virgin ein. Bei The Magic Position gab es dann kein Halten mehr. Ein famoses Konzert, eines der besten von Rock en Seine 2009!

Setlist Patrick Wolf, Rock en Seine 2009:

01: Who Will
02: Bluebells
03: Accident & Emergency
04: Damaris
05: The Bachelor
06: The Libertine
07: Hard Times
intro: Like A Virgin (Madonna Cover)
08: The Magic Position

Exkurs: Setlist Patrick Wolf, Melt! Festival 2009:

01: Kriegsspiel
02: Vulture
03: Oblivion
04: Bluebells
05: Who Will?
06: Damaris
07: Tristan
08: The Libertine
09: Battle
10: Hard Times
11: The Magic Position

- Mehr Fotos von Patrick Wolf hier





Montag, 30. April 2007

Konzertrückblick: Patrick Wolf, Köln, 21.04.07

2 Kommentare

Konzert: Patrick Wolf
Ort: Köln, Gebäude 9
Datum: 21.04.2007


Argh, ich komm immer noch nicht von dem Zeug weg. Das macht aber auch Spaß. Ich hab die letzten, puh..bestimmt 7 Jahre keine Seifenblasen mehr gemacht. Das muss aufgeholt werden! Gestern hab ich angefangen. Und jetzt sind meine Finger ganz klebrig davon. Und der Glitzer geht auch, trotz mehrmaligem, ausgiebigen Duschen nicht mehr aus den Haaren raus. Das sind die Souvenirs die ich, neben dem Merchandise versteht sich, vom Patrick Wolf Konzert für mich, oder sollte ich sagen an mir behalten habe. Was für ein Abend. Meine Begleitung und ich kamen 10 Minuten vor Einlass am Gebäude9 an und stellten uns zu den anderen wartenden Menschen. Irgendwas ist bei meiner Planung schief gegangen. Ich bin ja an sich die notorische 2Stunden-vor-Einlass-dasein-Konzertgängerin. Geplant war auch, dass ich eine Stunde früher da sein würde. Aber irgendwie waren es dann nur 10min. Dabei beträgt meine Anreise gerade mal 20min. Na, ist ja auch egal. Also wir noch ein paar Minuten gewartet und die ganze Zeit uns mit unseren Seifenblasen vergnügt. Die übrigen Fans (zum größten Teil weiblich) sahen häufig etwas zu übertrieben auf Patrick-Wolf-Stil oder ihre Interpretation dieses gestylt aus. Nett waren die Meisten aber trotzdem. Also wurde dann noch ein bisschen geplaudert und es ging rein. Die eine und Andere kaufte sich noch ein T-Shirt vor der Show auf dem entweder ein Einhorn (genau jenes, welches Patrick auch auf seiner linken Brust tätowiert hat) abgebildet war oder Auszüge aus der Accident&Emergency-Lyrics geschrieben waren und daneben noch eine Giraffe und ein Herz gemalt waren. Ganz ehrlich: das T-Shirt hat schon Ähnlichkeit mit einem Picasso. Und das meine ich ernst!


Drinnen dann weiter gemacht mit Seifenblasen. Ich sag’s euch, ihr müsst das alle noch mal probieren. Es macht wirklich Spaß! Eine viertel Stunde vor offizieller Zeit begann dann bereits der wunderbare Support Act sein Set zu spielen.


Eine Frau gekleidet in einem extravaganten, recht kurzen Kleid mit schwarzer Strumpfhose und roten hohen Lackschuhen (auf welche ich übrigens äußerst neidisch bin) kam auf die Bühne. Bishi heißt die Dame aus London. Und sie macht eine Mischung aus elektronischer, indischer Musik. Auf der Bühne war sie alleine mit ihrer spezial auf Wunsch gebauten Sitar aus Neu Delhi wo sie, wie sie erzählte auch studiert hat. Schon nach dem 2. Song war das Publikum schon vollkommen auf die junge Musikerin eingestellt und von jedem weiteren Stück begeistert. Mir ist besonders „Magus“ im Ohr geblieben. Nach etwa 30 Minuten war sie leider schon fertig mit ihrem Auftritt. Aber lieber kurz eine gute Band sehen, als 1 ½ Stunden eine miserable Vorband. Sie kam auf jeden Fall sehr gut an.

Nach einer mehr oder weniger kurzen Umbaupause kam die Band, die Herrn Wolf an diesem Abend unterstütze, auf die Bühne. Inklusive neuem Schlagzeuger. Marcel heißt der gute Mensch. Die Geschichte von Zach haben ja nun doch so ziemlich alle mitbekommen. Aber das ist die Angelegenheit von Patrick allein und sollte das Publikum an diesem Abend wenig stören. Einige Zeit nach der Band und unter dem Gekreische junger und älterer Mädchen kam er dann auf die Bühne. Gekleidet in einem schwarzen Overall der an die Kleidung eines Bergmanns erinnerte. Er griff zur Geige und begann mit einem Intro welches zu „Overture“ überleitete. Einer meiner Lieblingssongs von der neuen Platte. Das Gekreische und das Jubeln der männlichen Konzertbesucher wurde von Song zu Song lauter. Es wurde energetisch getanzt und ich meine sogar ein paar Leute pogen gesehen zu haben. Bei „Get Lost“ war es dann soweit und der junge Herr aus London riss sich den Overall vom Leib und darunter kamen, neben seiner üblichen recht kurzen Hose, unter welcher er diesmal goldene Leggins trug ein weiß-grün kariertes Hemd mit schwarzer Weste und eine Kette mit einem roten Schlüssel, sozusagen dem „Magic Key“ zum Vorscheinen. Der Höhepunkt des Abends, neben Hits wie „Accident&Emergency“, „Bloodbeat“ und „The Libertine“ war ein Kelly Marie Cover Namens „Feels Like I’m In Love“. Der Song war so was von klasse gecovert!!! Meiner Meinung nach 1000000x besser als das Original. Aber das ist ja bekannter Weise Geschmackssache. Patrick versprach Ende des Jahres noch einmal nach Deutschland zu kommen. Und wer ihn dann verpasst, der hat’s nicht anders verdient! Hier die Setlist des Abends:

Setlist Patrick Wolf:
01: Intro
02: Overture
03: Get Lost
04: To The Lighthouse
05: Pigeon Song
06: The Bluebell
07: Bluebells
08: Tristan
09: (Solo) Who Will
10: The Libertine
11: Accident & Emergency
12: The Stars
12: Magic Position

13: Feels Like I'm In Love (Kelly Marie Cover) (Z)
14: ?? (Z)
15: ?? (Z)


16: Magpie (zusammen mit Bishi) (Z)


von Magali



 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates