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Sonntag, 6. Dezember 2009

The Sounds, Köln, 05.12.09

5 Kommentare

Konzert: The Sounds
Ort: Live Music Hall, Köln
Datum: 05.12.2009
Zuschauer: fast ausverkauft, knapp 1.500
Dauer: The Sounds 90 min, Matt & Kim 30 min


Auf der Rückfahrt eben habe ich mich gefragt, warum ich im März mein erstes Sounds-Konzert in Wiesbaden gut fand... Denn auch wenn ich mich heute in der Live Music Hall ganz gut amüsiert habe, lag das nicht an der musikalischen Qualität des Abends.

Auf Matt and Kim, die New Yorker Vorgruppe hatte ich mich gefreut, weil ich so viel von der Band gehört hatte, sie jetzt auch einmal live erleben wollte. Wie oft kann man heutzutage wohl in 30 Minuten Autoscooter fahren? Ich hätte das zu gerne probiert - Matt and Kim machen nämlich prima Kirmesmusik - wenn man Kirmesmusik mag.

Matt spielte Keyboard, Kim Schlagzeug. Das klingt zunächst einmal nicht schlecht. Vielleicht geht die Musik der beiden auf Platte auch. Live allerdings war es eine echte Prüfung für Auge und Ohr... Matt stand hinter seinem Keyboard, sprang immer wieder hoch und feuerte das Publikum an. Seine Stimme litt ein wenig darunter, sie war alles andere als stabil. Das gleiche Bild bei Kim, auch sie spielte enorm energiereich, kletterte dann aber auch immer wieder auf ihr Schlagzeug. Da hätte ich ja nichts gegen gehabt, wenn die Musik besser gewesen wäre. Mit Ballermann-Indie kann ich aber nichts anfangen. Hätte Matt noch "Hyper hyper" gebrüllt, gewundert hätte es mich nicht.

Immerhin waren die beiden für einen Superlativ gut: mit einem The final countdown Cover haben sie mir das mit Abstand scheußlichste Livelied 2009 beschert.

Fairerweise muß ich aber erwähnen, daß Matt & Kim sehr gut ankamen.

Normalerweise ist man ja froh, wenn die Pausenmusik ausgeht und eine Band anfängt. Bei mir war es heute umgekehrt, der DJ vor und nach Mel & Kim war deutlich besser.

Anschließend dann die schwedischen Sounds... Deren neues Album kannte ich noch nicht, nur zwei Vorgänger. Auf den ersten Blick stammten die besten Lieder auch von den älteren Platten.

Dazu in Kürze mehr!

Setlist The Sounds, Live Music Hall, Köln:


01: Crossing the Rubicon
02: Queen of apology
03: Seven days a week
04: No one sleeps when I'm awake
05: Hurt you
06: Midnight sun
07: Night after night
08: 4 songs & a fight
09: My lover
10: Beatbox
11: Painted by numbers
12: Dorchester Hotel
13: Rock n roll
14: Living in America
15: Ego

16: Tony the beat (Z)
17: Song with a mission (Z)
18: Hope you're happy now (Z)

Links:

- The Sounds, Wiesbaden, 08.03.09
- The Sounds, Hohenfelden, 19.08.07



Samstag, 10. Mai 2008

Matt And Kim, Paris, 09.05.08

0 Kommentare


Konzert: Matt And Kim
Ort: 09.05.2008
Datum: La Flèche d'or, Paris
Zuschauer: ca. 350-400
Konzertdauer: 30-40 Minuten



"Il faut que tu vienne à la flèche d'or demain pour Matt And Kim."


Eigentlich wollte ich ja am Freitag abend zu Hause bleiben, aber wenn Konzertdinosaurier Philippe ruft, komme ich natürlich gerne gesprungen. Als ich gegen 21 Uhr 30 die Flèche d'or betrete, ist es allerdings noch gähnend leer. Kein Wunder eigentlich, denn das Wetter war den ganzen Tag über herrlich und wer hat schon Lust, sich in stickige Konzerträume zu stellen, wenn die Nacht so traumhaft lau ist?

Die erste Gruppe hatte gerade fertig (Grüße an Trappi) und in dem schönen Laden standen nur ein paar junge Leute verloren vor dem heruntergelassenen roten Vorhang herum. Ich erkundigte mich bei dem Soundmenschen nach dem Zeitplan und er richtete mir aus, daß Matt And Kim erst als 3. und letzte Band an den Start gehen würden.

Mein Magen knurrte, ich beschloß deshalb in das kleine Restaurant zu gehen, von dem aus man eine idyllische Sicht auf die Bahngleise hat. Überall stehen moderne rote Sitzgelegenheiten rum und der Raum ist auf charmante Weise verwinkelt. Am Besten gefallen mir diese silbernen Rohre und natürlich die Reiterskulptur, bei der ich mich immer frage, wer der Kutscher ist. Apollo oder Phaeton? Wobei Phaeton auch der Name der Kutsche sein könnte und nicht nur der Beiname des griechischen Gottes Helios. Wenn ich mich doch bloß besser in griechischer Mythologie auskennen würde! Dann würde ich auch viele Skulpturen und Gemälde in den Pariser Museen leichter verstehen!

Egal, wir war ohnehin in dem Moment nicht nach geistiger Nahrung, ich brauchte vielmehr was zwischen die Kiemen, um den Abend zu überstehen.
Das Essen hier ist übrigens o.k, aber überteuert, 15 € für einen Cheeseburger mit Pommes sind wahrlich kein Pappenstiel, aber damit finanzieren sie wohl die Gratiskonzerte. Somit hatte ich mich auch ein wenig als Sponsor für die Gruppen des heutigen Abends verdient gemacht, aber die Franzosen von Junesex würde ich zumindest tonträgertechnisch nicht unterstützen. Ihr 80 er Jahre New Wave Disco Revival mit klaren Anleihen an Bands wie The Human League oder New Order sorgte bei mir nämlich nicht umbedingt für die beste Verdauung. Aber keine Sorge, der Burger blieb drin, so schlimm war es auch wieder nicht! Und die brünette Keyboarderin mit den kurzen Haaren und dem schwarzen Top lächelte mich sogar einmal sehr lange und sehr nett an, so daß ich mir in der Folge einbildete, daß Junesex doch irgendwo Talent haben...

In Punkto Dauerlächeln wurde die junge Frau von Junesex aber deutlich von Kim, dem weiblichen Teil des diabolisch schnell spielenden New Yorker Duos Matt And Kim geschlagen. Schon als sich der rote Vorhang lüftete, grinste sie über beide Backen und wer glaubte, daß sie beim Schlagzeug spielen konzentrierter dreinblicken würde, sah sich getäuscht. Sie konnte nicht anders als lachen, lachen und nochmals lachen. Und das war unglaublich ansteckend, die Musik wurde da fast zur Nebensache. Sie schien sich zu freuen wie ein kleines Mädchen beim Topfschlagen und prügelte in einem atemberaubenden Tempo auf ihr Instrument ein. Meg "White Stripes" White scheint im Vergleich hierzu auf Valium zu sein und eigentlich trommelt sie ja eigentlich gar nicht mal so lahm.

Matt, der blonde Keyboarder, war ähnlich überdreht. Nicht nur wenn er sang überschlug sich seine Stimme fast, sondern auch zwischen den Liedern redete er so schnell wie die Feuerwehr und kam kaum zum Luftholen. Ich fragte mich, wie die Beiden in so gute Laune gekommen waren und ob die immer so euphorisch drauf sind, aber beim heutigen Absurfen ihrer Livevideos bei Youtube bekam ich die Antwort prompt serviert: Egal wo sie auftreten, bombardieren sie das Publikum mit guter Laune und lachen sich vorne auf der Bühne einen Ast ab.

Matt And Kim, ein Duo, so berauschend wie drei Prozac-Tabletten! Oder wie ein Glas Champagner, welches Kim im Anschluß an den hochexplosiven Auftritt genoß, schließlich war man ja zum ersten Mal in Frankreich und das mußte gebührend gefeiert werden.

Während des Sets wurde es sogar irgendwann so wild, daß Crowdsurfer ihr nicht ungefährliches Spielchen trieben und auch Matt ließ sich nicht lumpen und glitt rücklings auf den Händen seiner neuen Fans. Seiner errungenen Sympathie in Paris war es auch nicht abträglich, daß er sich ein wenig über die - wie er meinte - seltsamen Hotelzimmer in Paris ausließ. "They are quite different from other hotel rooms in Europe!" Aber was ist an ihnen anders? Nun, auch dies erklärte er breit grinsend: "In Paris hast Du allen Ernstes Klappbetten auf Deinem Zimmer. Drei Betten in einem Raum, der übrigens nicht größer als ein Badezimmer ist. Wenn man das 25. Lebensjahr hinter sich gelassen hat, sollte man eigentlich nicht mehr in diesen seltsamen Faltteilen schlafen, aber in Frankreich ist das anscheinend nicht ungewöhnlich!" (Anmerkung: Franzosen (z.B. meine Frau) finden es hingegen höchst unkultiviert, daß - wie ihm Urlaub an der amerikanischen Ostküste in einem nicht billigen Hotel erlebt - erwachsene Menschen mit Plastikbesteck essen)...

Ja, ja, Spaß hatten die beiden Amis ("Thanks so fucking much"), bei ihrem ersten Konzert in Paris und das Publikum ebenfalls. Wann sie allerdings nach Deutschland kommen, steht noch nicht fest, obwohl Kim gerne in Germany spielen würde ("I would love to play in Germany!"). Haltet einfach nach Konzertdaten Ausschau!

Setlist Matt & Kim, La Flèche d'or, Paris:

01: It's A Fact
02: Grand
03: Yea Yeah
04: Cut Down
05: Verbs
06: Fast CS 5
07: I Wanna
08: 5 K
09: J.J.
10: Silvertiles

Links:

- Original Videoclip zu Yea Yeah (seltsam, es heiß wirklich nicht yeah yeah, sondern yea yeah)
- Jesse Jain live bei SXSW 2007
- Matt & Kim live bei Lollapalooza 2007
- mehr Fotos von Matt & Kim




 

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