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Montag, 5. März 2012

Loch Lomond & Cyann, Paris, 04.03.12

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Konzert: Loch Lomond & Cyann
Ort: l'Espace B, Paris
Datum: 04.03.2012

Zuschauer: etwa 40-50



Nicht ganz meinen hohen Erwartungen gerecht werden konnte das Konzert der liebenswürdigen Truppe Loch Lomond aus Portland, Oregon im Pariser Espace B. Ich hatte vorher ein Top Ten Konzert erhofft, das es aber nicht ganz wurde.



Die Kammerpop-Gruppe verfügte zwar über reichlich Charme, fein arrangierte Songs und Spielfreude, aber der teilweise sehr hohe Falsettgesang von Sänger Ritchie Young (ein ziemlicher Nerd mit riesiger Brille) war bisweilen ein wenig (Betonung auf ein wenig) anstrengend und ähnliche Musik hatten wir in den letzten Jahren schon von den Decemberists, June Madrona, The Leisure Society und den New Pornographers so oder so ähnlich gehört.


Hiermit habe ich aber schon alle Kritikpunkte genannt, denn insgesamt sprechen wir über ein Konzert, das ich mit 7/10 Punkten, also absolut positiv benoten würde (ich habe es in letzter Zeit mit Noten, will ich etwa noch Lehrer werden?). Es fehlte lediglich der Funke, der überspringen muss, damit aus einem guten eine sehr gutes Konzert wird.

Sehr löblich hervorzuheben das Wechselspiel zwischen akustischen (teilweise ganz ohne Mikro) und elektrischeren Phasen, in denen auch der Bass herrlich präsent war und die harmonische Stimmung innerhalb der sechsköpfigen (4 Männer, zwei Weiblein) Band. Da wurde viel geschmunzelt, nett miteinander umgegangen und alles nicht so tierisch ernst genommen. Das Sextett hatte gerade eine Tour durch deutsche Clubs absolviert (sie lobten insbesondere Feinkost Lampe in Hannover) und war nun wahnsinnig froh, zum ersten Mal in der französischen Metropole zu spielen.

Die besten Momente hatte das Konzert, wenn kammerpoppige Zungenschnalzer wie die Single Blue Lead Fences, oder der Indie Hit Elephant & Litte Girls gespielt wurden. Diese Nummern hatten einen feinen altmodischen Charme und betörende Melodien zu bieten. Ganz besonders toll wurde es aber gegen Ende, als der von einem Xylophon aufgehübschte Schmachtsong Wax And Wire geschmettert wurde. Das hatte etwas von Seefahrerromantik, war wunderbar melancholisch und gekonnt arrangiert.

Anschließend kam auch noch ein Cover von Damien Jurado (ich glaube es handelte sich um Yuma) und als Zugabe ein Lied, das man mitten im Publikum zum Besten gab. Damit ging ein schönes Konzert zu Ende, das eine Gruppe mit Potential zeigte. In den nächsten Jahren ist sicherlich ein Top Ten Konzert drin, man muß die Truppe unbedingt im Auge (und im Ohr!) behalten.

Setlist Loch Lomond, Espace B, Paris

01: ?
02: Blood Bank
03: A Field Report
04: Kicking With Your Feet
05: Ghost Of An Earthworm
06: Egg Song
07: White Dresses
08: Blue Lead Fences
09: Made Of Ink
10: Your Eyes
11: Elephants & Little Girls
12: Wax And Wire
13: Yuma (Damien Jurado Cover)

14: ?


Ebenfalls immer hörenswert ist die französische Pianistin Cyann, die nach dem Ausscheiden aus ihrer vorigen (Kult)- Band Cyann & Ben Solowege einschlägt. Ein halbes Dutzend Lieder sind inzwischen schon so weit gereift, daß man sie veröffentlichen könnte, eine erste EP oder gar ein Debütalbum ist aber vorerst noch nicht in Sicht. Dabei haben die Stücke durchaus Potential. Wie jeher klang bei Cyann heute alles tiefmelancholisch und rabenschwarz, der Gesang ätherisch und verhallt, das Piano moll bis zur Schmerzgrenze. Fast mit Wut im Bauch drosch das zierliche Persönchen auf ihre Tasten ein und verzerrte den Sound mit einem kleinen grauen Kasten namens Delay, mit dem man Halleffekte erzeugen und Sequenzen sampeln kann. Das verlieh dem Ganzen eine experimentelle und bisweilen gothische Note. Lieder von Cyann sind grundsätzlich sehr cinematografisch, man könnte sie sich auch perfekt als Soundtrack zu einem Film vorstellen, sie eignen sich aber auch zum Tagträumen oder meditieren. Hört man ihr zu, taucht man ein in eine verwunschene Welt voller Senhsüchte, halluzinogener Gedanken und Traumbilder. Wenn man sich fallen läßt, kann man sich kilometerweit fort tragen lassen und unentdeckte Landschaften kennenlernen. Natürlich war das in einem Saal wie dem Pariser Espace B mit den Bargeräuschen und dem funzeligen Licht nicht so leicht, aber wenn man die Augen schloß und etwas Talent zur Meditation oder Selbsthynpose hat (ich haber beide Techniken erlernt), gelang dies gar nicht schlecht.





Highlight in ihrem Set war erneut Walls Of Silence, das eine solch verführerische und himmlische Atmosphäre erzeugte, daß mir ganz warm ums Herz wurde. Aber auch You'd Beter Run entzückte durch seine Luftigkeit, seinen verwunschenen Zartschmelz.




Toll auch Tongue Of Ashes, bei dem die aus der Ukraine stammende und in den USA aufgewachsene Yelena Valer'evna Moskovich einen schönen Gastauftritt hatte. Sie sprach stoisch und fast dominalike die Texte ("the wind is more than science), die von Cyann dann regelmäßig wiederholt wurden.



Nach etwa 40 Minute war das hypnotische Spektakel beeendet und die Bühne wurde frei für die deutlich heiteren Loch Lomond. Wie die sich geschlagen, wisst ihr ja schon...



Dienstag, 25. Oktober 2011

Cyann & Sun Airway, Paris, 22.10.11

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Konzert: Cyann & Sun Airway (Eldia)

Ort: Le Petit Bain, Paris
Datum: 22.1.2011

Zuschauer: etwa 60


Konzerte auf den Pariser Hausbooten liebe ich ganz besonders. Es ist immer exotisch und urgemütlich, wenn im Batofar, der Dame de Canton oder auf der Peniche El Alamein Gigs stattfinden.

Kürzlich ist eine Location dieser Art hinzugekommen: Le Petit Bain. Mit den vorgenannten, auf charmante Weise gammeligen und amateurhaft betriebenen Hausbooten, hat dieser neue Veranstaltungssort aber nicht viel gemein. Le Petit Bain ist kubusförmig und besticht schon von außen durch sein modern-schlichtes Design. Nach Boot sieht hier nix aus und auch drinnen herrschen klare Linien und eine schnörkellose Sachlichkeit. Klarer Fall, hier waren Profis am Werk! Leute, die genaue Vorstellungen haben, wie moderne Konzertsäle aussehen sollen: Puristisch, funktionell und soundtechnisch durchdacht.

Hinsichtlich der Promo kann man aber noch deutlich besser werden. Höchstens 60 Mitbürgerinnen und Mitbürger fanden sich an jenem Oktober-Samstag hier ein und man fragt sich, wie die Kosten für einen solchen Abend gedeckt werden.

Diejenigen, die da waren, hörten allerdings bedächtig und leise zu, als die Pariser Pianistin Cyann ihre sehnsuchtsvollen Klavierballaden performte. Cyann hatte erst im vergangen Juni eine wundervolle Oliver Peel Session gespielt, in der Zwischenzeit aber ihre Lieder verfeinert und perfektioniert. Neu hinzugekommen war ein Tonverzerrer (sagt man das so? Ich spreche von dem kleinen Kasten auf ihrem Klavier, mit dem sie experimentelle und sphärische Geräusche erzeugte), an dem sie immer mal wieder drehte. Altbekannt war aber die Wirkung ihrer in moll gehaltenen Stücke auf mich: umwerfend, benebelnd, berauschend! Sie entführt mich immer wieder ins Reich der Träume, nimmt mich mit auf ihre Reise durchs Unterbewußtsein, läßt mich sehnsüchtig schwelgen. Ich liebe ihre zarte, sinnliche Stimme, ihre Fragilität, ihre Emotionalität.

Der Hit schlechthin in ihrem Set war Wall Of Silence. Eine betörende Klaviermelodie leitete ein in diesen verwunschenen, wolkenverhangenen Melancholiefetzen, der geradezu süchtig machende Wirkung entfaltete. Aber auch der Rest des Programms, in dem die gothisch angehauchte Ukrainerin Yelena Valer'evna Moskovich einen gefeierten Gastauftritt bei The Wind Is More Than Silence hatte, konnte sich sehen und hören lassen. Egal ob der Opener Should I Cross My Fingers oder der Closer Tongue Of Ashes, alles klang wahnsinnig intensiv und bewegend.

Ein wundervolles Konzert, von dem ich hoffentlich bald auch Livevideos nachreichen kann.

Nach Cyann eroberten drei junge Kerle aus Philadelphia die Bühne. Sun Airway nennen sie sich und ich glaube es war ihr erstes Konzert in Paris überhaupt. Eine Dream Pop Band mit elektronischem und bisweilen auch psychedelischen Einschlag, die bereits von Pitchfork abgefeiert worden war. Leider konnte die Amis in Paris aber nicht durchgängig überzeugen. Ihrem aus dem Zusammenspiel von Keyboard, Bass und Schlagzeug resultierenden Sound fehlte bisweilen einfach eine Gitarre, die dem ganzen mehr Tiefe und Wärme hätte geben können. So aber blieb es meistens bei eher unterkühlten und recht sterilen Posongs, die nur dann an Schwung und Durchschlagskraft gewannen, wenn das Schlagzeug einmal so richtig losgallopierte. Erst am Ende nahm das ziemlich kurze Konzert mehr Fahrt auf und mit etwas Phantasie konnte man an moderne amerikanische Nachfahren von New Order denken.

Mein Tip an Sun Airway: schmeißt das verfluchte Keyboard in die Mülltonne und kauft euch zwei Gitarren. Chillwave braucht kein Arsch, Indierock hingegen schon!

"Wild Palms" Sun Airway - Official Music Video from Monogram on Vimeo.





Sonntag, 10. Juli 2011

Cyann & Maud Lübeck, Paris, 09.07.11

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Konzert: Cyann & Maud Lübeck

Ort: ein Wohnzimmer irgendwo in Paris, Oliver Peel Session # 39
Datum: 09.07.2011
Zuschauer: etwa 40
Konzertdauer: jeweils rund 45 Minuten


La dernière Oliver Peel Session de la saison mettait à l'honneur deux pianistes françaises sublimes.

Maud Lübeck et Cyann ont en commun une douce melancolie et un univers fragile, sensuel et touchant, mais les ressemblances s'arrêtent là. Maud chante ses morceaux simples (mais pas banals), directes et classiques en français, Cyann s'exprime dans la langue de Shakespeare et ses chansons sont complexes, dramatiques et parfois un brin experimentales. Deux artistes, un même instrument, mais une approche différente de la composition et de la structure.


Session cohérente, mais néanmoins variée donc, et cela pour la plus grande joie du public, qui vint en grand nombre ce samedi 9 juillet. Environ 40 personnes se delectèrent de quiches, biere et rosé, caressèrent notre chat et s'assirent pour écouter tranquillement les concerts.

Mais, hélas! Juste avant le début du set de Maud le grand ampli fumait comme une cheminée en plein hiver! Pourtant pendant les balances il fonctionnait à merveille et là, il nous lache! Merde! En plus ce n'est pas le mien!...

Mais des histoires comme cela font aussi le charme des sessions et heureusement nous avons pu disposer d'un deuxième petit ampli qui marchait tout aussi bien et suffisait largement.



Maud a donc pu charmer par sa belle voix sensuelle, ses textes raffinés et recherchés et son fin jeu de piano. Pour varier, elle se servait également d'un petit synthé Korg, d'un dictaphone et même d'une petit tourne disque tout ce qu'il y a de plus vintage qui "l'accompagnait à la guitare" pour "Mon amour en boite", un titre au charme suranné, comme un parfum des années 60, doté d'un refrain entêtant: "mon amour en boite, je viens de te réveiller"...

Son concert était composé de multiples perles, tellement évident qu'on avait l'impression de les connaître depuis longtemps, si bien qu'il m'est difficile de déterminer mes favoris!

Toujours avec une pointe d'humour, comme lorsqu'elle dédie une chanson à une carpe japonaise croisée au parc de Bagatelle (La Fabrique), nostalgique quand elle parle de Paris (C'est Pas Rien: "la ville qui flotte..., c'est pas pas Rio, c'est pas ricain, c'est pas rien.") ou comme dans la nouvelle version de Paris Belleville, un de ses anciens titres qui m'a fait penser à Domique A et ses ambiances mysterieuses, noctambules, sombres et hantés.

Si elle chante des moments de tendresse sous un parapluie ou de larmes gelées, elle le fait à chaque fois avec beaucoup de douceur, d'élégance et d'amour, comme dans le morceau qui vint terminer ces 45 minutes de bonheur, Je t'aimais trop. Les applaudissements étaient nourris et Maud revint jouer Neige en rappel.

Courte pause. L'occasion de prendre un verre, fumer une cigarette ou de s'embrasser à la fenêtre et la soirée continuait avec Cyann.

L'ex-chanteuse de Cyann & Ben s'est lancé en solo depuis 1 et demi et a écrit de magnifiques chansons, toujours aussi sombres, sensuelles et mélodramatiques, mais plus directes et sans guitares (du moins aujourd'hui).

Mon favori absolu est Walls Of Silence futur tube qu'elle jouait en troisième position. Morceau hanté, bouleversant, atmosphérique, dense et d'une beauté presque irréelle (ces choeurs-là sont à tomber par terre!!) qui déclencherait presque une totale dépendance chez moi. A chaque fois quand je l'entend sur le My Space de l'artiste, je me sens obligé de l'écouter encore et encore, chose qui n'était pas possible aujourd'hui. Mais j'avais une idée pour l'écouter une deuxième fois ce soir. Cyann a fait une toute petite faute et pour moi c'était le prétexte idéal pour réclamer Walls Of Silence en rappel!!!

N'oublions pas le reste du concert et parlons également du titre dramatique et captivant Should I Cross My Fingers où Cyann montrait bien qu'elle possède un sacré tempérament! Elle chanta avec une grande ferveur, et son jeu de piano devint de plus en plus intense, pour finalement s'achever par une irrésistible petite mélodie!! Les morceaux suivants, I'll Be Waiting soutenus par des chants d'oiseaux (pré-enregitrés, bien sûr) et The Wind Is More Than Science, écrit par Yelena Valer'evan Moskovich montraient le côté expérimental et avant-gardiste de l'artiste. Yelena répétait ou anticipait avec une voix sombre et glaciale et Cyann chantait le même texte avec beaucoup de passion.

Pour ma plus grande joie Cyann joua aussi un titre de Cyann et Ben. Sweet Beliefs a toujours fait partie de mes favoris parmi la production du groupe, mais l'interprétation de ce soir, sans les guitares et l'orchestration que je connaissais,
était encore plus pure et plus touchante!

Deux magnifiques concerts pour clore cette passionnante saison de Sessions, et encore tous mes remerciements aux artistes et aux nombreux spectateurs qui sont venus les soutenir!!





So etwas hatten wir auch noch nicht bei den Oliver Peel Sessions: dicke, übel stinkende Rauchschwaden stiegen aus den Ausgängen des Verstärkers und dies zwei Minuten bevor wir den Konzertabend beginnen wollten! Verflucht! Dabei hatte der Soundcheck perfekt funktioniert, alles war angerichtet für das Fest und nach 38 problemlos überstandenen Sessions muckt dieser doofe Verstärker. Damit uns nicht die Bude abfackelt, haben wir das glühend heiße Teil deshalb ausgeschaltet und uns mit einem kleineren Model, das die Musikerinnen glücklicherweise mitgebracht hatten, beholfen.

Letztlich war es viel Rauch um fast nichts. Auch so war der Sound in Ordnung und die beiden Pianistinnen beglückten uns mit ihren melancholischen Bildschönsongs. Maud Lübeck begann auf französisch, Cyann (ex Cyann & Ben) setzte auf englisch nach. Es war zum Niederknien, zum Steine erweichen, zum Davonschweben und wenn es etwas auszusetzen gab, war es lediglich die Tatsache, daß keine der beiden Künstlerinnen bisher Tonträger veröffentlicht hat, die man hinterher hätten hören können, um sich sanft in den Schlaf zu wiegen.

Gutes Stichwort: Schlaf. Den brauch ich jetzt. Und vielleicht weiß ich bis morgen dann auch , wie ich die Geschichte mit dem durchgeschmorten Verstärker meinem Freund erkläre, der ihn mir vor über drei Jahren geliehen und seitdem nicht mehr wiedergesehen hat. Soll ich ihm etwa das verkohlte Ding in dem Zustand in die Wohnung wuchten?





Setlist Maud Lübeck, Oliver Peel Session # 39, Paris:

01: Haut
02: La Balançoire
03: La Fabrique
04: Les Larmes Gélées
05: Le Parapluie
06: Mon Amour En Boite
07: La Route
08: Le Pull Lover
09: Paris Belleville
10: C'est Pas Rien
11: Je T'aimais Trop

12: Neige


Setlist Cyann, Oliver Peel Session # 39, Paris:

01: You' D Better Run
02: Should I Cross My Fingers
03: Walls Of Silence
04: I'll Be Waiting
05: The Wind Is More Than Science
06: Tongue Of Ashes

07: Sweet Beliefs
08: Walls Of Silence




 

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