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Dienstag, 14. Januar 2014

My Year In Lists- Die besten Konzerte des Jahres 2013 (von Uwe R.)

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My Year In Lists- Die besten Konzerte des Jahres 2013 von Uwe R. aus Aachen.Vielen Dank!


Uwe ist der Experte für Country/Folk und Americana und veranstaltet selbst auch tollerweise Hauskonzerte. Seit in paar Jahren beteiligt er sich an unseren Listen der Konzerte des Jahres. Es gibt in der Auflistung sicherlich viele Künstler zu entdecken. Hinsichtlich der Großartigkeit von Scout Niblett (Foto: Oliver Peel ©) waren wir uns in diesem Jahr wohl alle einig!

Das absolute Highlight des Jahres: 

The ABC of Canadian Music (Awna Teixeira, Brandy Zdan, Cara Luft), 10.11.2013, Hauskonzert, Aachen 

Gehört ganz klar herausgehoben, obwohl selbst mitveranstaltet. Eine Package-Tournee auf Initiative des englischen Bookers, die drei hatten vorher noch nie zusammen gespielt und dann das letzte Konzert einer sechswöchigen Tour - kann auch in die Hose gehen. Hat aber funktioniert, alle solo gut und dann ein unglaublicher gemeinsamer Set der alle Erwartungen pulverisiert hat. 

Und die anderen Top-Konzerte des Jahres: 

Dave McGraw & Mandy Fer, 7.4.2013, Perron 55, Venlo, Niederlande 

Tolles Duo, dieses Jahr wieder in Europa, Tipp! 

Whitehorse, 23.5.2013, CC de Breughel, Bree, Belgien 

Auf dem Dachboden eines alten Hauses in einem kleinen belgischen Städtchen, rappelvoll mit etwa 60 Leuten, Hauskonzertatmosphäre. Wenn Luke Doucet einen Meter entfernt die White Falcon fliegen lässt - Gänsehaut. 

Scout Niblett, 9.6.2013, King Ludwig, Köln 

Lest den Bericht von Christoph! 

Lambchop, 27.6.2013, Musikbunker, Aachen 

Unglaublich präzises Zusammenspiel, fast etwas zu leise aber wunderschön. 

Jaron Freeman-Fox, 6.10.2013, Musikbunker, Aachen 

Leider wollten nur sehr wenige Leute diesen tollen Geiger hören. Mit einer Effektbatterie wie ein Gitarrist zaubert er alles zwischen Folk, Jazz, Blues, Rock und was es sonst noch so gibt. 

Christina Martin, 16.11.2013, Hauskonzert, Düsseldorf 

Wunderbares Hauskonzert der Kanadierin, begleitet von Dale Murray an diversen Gitarren. Christina ist zur Zeit noch in Deutschland unterwegs. Hingehen. 

New Country Rehab, 19.11.2013, Cultuurhuis, Heerlen, Niederlande Geht live unglaublich ab, im Grenzbereich zwischen Rock, Country und Blues. 

Califone, 27.11.2013, Musikbunker, Aachen 

90 Minuten wunderbarer Krach aus dem sich immer wieder wunderschöne ruhige Stücke entwickelten. Der Riss einer Saite störte sie nicht weiter, es wurde einfach ohne die Gitarre weitergemacht. Scheren sich den Teufel um jedwede Konzertkonventionen. Es war irgendwann einfach Schluss, keine Zugabe, warum auch. 

Locas In Love, 22.12.2013, Filmhaus, Aachen 

Meine erste Winter-Gala, sicher nicht die letzte. Es gilt wieder: Bericht von Christoph lesen.



Mittwoch, 10. April 2013

Eels, Heerlen, 04.04.13

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Konzert: Eels
Ort: Parkstad Limburg Theaters, Heerlen, Niederlande
Datum: 04.04.2013
Zuschauer: ausverkauft (circa 600)
Dauer: 80 Minuten

Bericht von Uwe, vielen herzlichen Dank!

Das es sich hier um ein exakt durchgeplantes Stück Unterhaltung handelt, war mir nach dem Besuch des Konzertes vor 2 Jahren klar. Aber als ich vor dem Konzert sah, wie ein Roadie die Position des Perkussionsmikros mit dem Maßband kontrollierte (Höhe, Abstand vom Ständer des Gesangsmikros) musste ich doch grinsen. So genau nimmt man es offensichtlich im Hause Eels, nichts wird dem Zufall überlassen.

Der Bühnenaufbau war eher ungewöhnlich: Schlagzeug vorne links (das vor dem Auftritt verhüllt war und mit etwas Fantasie oder Wunschdenken als Piano durchging- aber so eine Besetzung, mit Piano und ohne Schlagzeug, ist für die Eeels 2013 wohl nicht mehr denkbar), hinten auf einem Podest die Reihe Gitarre, Bass, Gitarre und vorne links das Sängerpodest. Von meinem Platz, der etwas nach links versetzt war, wirkte es so, daß die Gruppe kompakt stand und E als Sänger etwas isoliert war. Und im Halbkreis um die Musiker rotierende LED- Spots fürs Effektlicht. 

Und dann begann es auch Hollywood-mäßig: dunkle Bühne, erster Gitarrist, ein Akkord angeschlagen, der gefühlte Minuten im Feedback badete, dazu knalliges weißes Gegenlicht aus dem Spot hinter dem Gitarristen. Danach stieg das Schlagzeug ein, dann Bass und zweite Gitarre und als Höhepunkt der Auftritt von E. Es begann mit einem knallharten Rockstück (ich denke etwas vom neuen Album, das nich noch nicht kannte), die Aufforderung zu mehr Applaus nach dem ersten Song war dann schon eher etwas zu viel des Guten. Es folgten noch einige Stücke des gleichen Kalibers, als erster Höhepunkt dann ein Cover des alten Fleetwod Mac-Heulers Oh Well. 

Dann wurde für ein Lied (for The Ladies) der Dampf rausgenommen und eine ruhige Ballade ohne  Schlagzeug gespielt. Aber bald stand der Pegel wieder auf Rock. Eine zweite Pause bot die Vorstellung der Band. Dabei wurde dann auch anlässlich des 10-jährigen Eels Jubiläums von Gitarrist The Chet das Bandversprechen erneuert. Möchtest du, E, The Chet zum Giarristen nehmen, dann antworte mit "Ik will!" Dann Umarmung ( a little but homoerotic) und Ständchen vom Schlagzeuger. Abschluss mit dem Schlagzeugfeaturestück und die Feststellung "That Was So Beautiful" leitete zum zweiten Cover über, eine tolle Version von Ichycoo Park. 

Danach folgten noch ein paar Lieder und nach kaum 70 Minzten war das Konzert schon vorbei. Etwas kurz, insgesamt gut, aber nicht unbedingt zwingend, für meinen Geschmack auch etwas knapp mit Hits bestückt. Der Applaus für die Zugabe fiel dann auch meiner Meinung etwas verhalten aus. Aber mit dem ersten Stück der Zugabe war sie dann da, die tolle Stimmung, viele sangen mit und ich war restlos happy: That Look You Give That Guy ist eines meiner Inselstücke. Dann erläuterte E das Problem des nächsten Titels. Der Fire Marschal hätte nur zwei Songs erlaubt, sie würden gerne drei spielen. Die Lösung: ein lustiges Mashup von My Beloved Monster und Mr. E's Beautiful Blues. Und so endete das Konzert wirklich schön. 

Dachte ich. Und viele andere. Nach dem Angang und etwas lauterem Applaus als nach dem Haupset ging das Licht an, Musik wurde eingespielt, die Roadies begannen mit dem Abbau und der Saal leerte sich recht schnell. Ich schaute noch beim Merchandise vorbei um die Tour CD zu erstehen. Erst war es sehr voll und gedrängt, aber plötzlich stand ich seltsamerweise fast alleine da und war schnell fertig. Und das passiert währendessen im Saal: 


Schön blöd, wenn einem so etwas als "Profi" passiert. Aber vielleicht (oder eher sicher) geplant, auf Youtube finden sich etliche "surprise encore clips" der letzten Tour. Das hätte der echte Profi vorher abgecheckt und bemerkt. Was bleibt noch: Es nervt ungeheuer, wenn sich während des Konzertes dauernd Leute mit leer (raus) oder vollen (rein) Bierträgern an einem vorbeiquetschen. Nach dem zwanzisten Mal regt sich dann doch der ein oder andere aggressive Gedanke....
 


Mittwoch, 20. Juni 2012

Naked Song Festival, Eindhoven, 16.06.12

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Konzert: Naked Song Festival

Ort: Muziekgebouw Frits Philips, Eindhoven

Datum: 16.06.2012
Zuschauer: etwa 900

Konzertdauer: jeweils ca. 50 Minuten


Bericht von Uwe Runia, Fotos von Marcel Houweling


Wie hatte ich nach dem letzten Jahr geschrieben: "Kann man wiederholen." Gesagt, getan. Nach den ersten Programmankündigungen wurde die Karte bestellt und nach und nach wurde die Vorfreude größer.


Durch eine etwas zu späte Abfahrt und daraus resultierend eine (wenn auch nicht allzu lange) Schlange beim Einlass kam ich etwas zu spät zum ersten Auftritt, Tiny Ruins im kleinen Saal.

Dabei handelt es sich um das Projekt der Neuseeländerin Hollie Fullbrook. Sie wurde von einer Bassistin und einem Posaunisten begleitet. Die Posaune sorgte für eine Auflockerung der doch recht ruhigen Stücke, die mich nicht so ganz mitreißen konnten. Trotzdem ein schöner Anfang für den Tag.


Nach diesem Auftritt hatte ich erst mal "frei", der nächste geplante Auftritt war erst in zwei Stunden fällig und ich wollte die Zeit mit Essen/Trinken und ein paar Gesprächen verbringen. Aber beim Weg aus dem Konzertsaal kam ich an der sogenannten "Mix Stage" vorbei, wo jede Stunde ein Musiker interviewt wurde und ein paar Stücke akustisch spielte. Da fing gerade der Kurzauftritt von Jim White an, auf den hatte ich mich sehr gefreut und daher blieb ich stehen, hörte mir ein paar sehr schöne Stücke an (sofort am Anfang "Jailbird", eins meiner Lieblingsstücke von ihm) und erfreute mich wieder mal an den tollen Fragen die Journalisten manchmal auf Lager haben. Musikjournalisten sind anscheinend auch nicht besser als Sportjpurnalisten ("Erik Zabel, wieder nur zweiter. Woran lag's?", ein Klassiker) - nachdem Jim erzählte das er mehr als 10 Jahre in New York Taxi gefahren ist (und dabei alles erlebt hat von gestohlenem Geld bis zur Pistole am Kopf) bevor er mit der Musik anfing kam die Frage: "Do you miss that?". Ein konsternierter Blick und dann ein langsames und deutliches "No" mit einem sehr erstaunten Unterton in der Stimme.

Danach doch noch etwas essen, Smalltalk halten und ein halbes Stündchen der Belgierin Renée (schöner Pop-Folk mit Gitarre, Cello und Keyboards, kommt auf die Beobachtungsliste) zugehört und schon war die Pause vorbei.


Nach der Absage von Howe Gelb wurde Abigail Washburn in den großen Saal verlegt. Ich war zuerst ein wenig traurig weil das nicht unbedingt der intime Rahmen war den ich mir für ihren Auftritt eigentlich gewünscht hatte. Aber sie fegte mit ihrem Begleiter Kai Welch (Gitarre, Keyboards, Trompete, Gesang) alle Bedenken aus dem Raum. Tolle Musiker, die ihren Folk/Weltmusik-Mix (ein Lied sogar in Mandarin) überzeugend darboten. Ein Stück trauten sie sich sogar in diesem Riesensaal unverstärkt nur mit Gesang und Trompete vorzutragen ("because we can") und brachten den nicht ganz vollen Saal beim alten Gospelstück "Keys To The Kingdom" zum Mitschnippen und Mitsingen - Respekt! Mindestens ein Konzertbesuch beim nächsten Europabesuch steht auf dem Zettel.

Weil Abigail etwas zu lange Soundcheck hatte und verspätet anfing spielte sie konsequent auch 10 Minuten zu lang und dadurch wurde es mal kurz etwas ungemütlich weil ich schnell in den anderen Saal zu Jim White wechseln musste. Das klappte aber noch sehr gut und ich konnte einen Platz ziemlich vorne ergattern.

Zusammen mit seinen belgischen Begleitern an Kontrabass und Gitarre und einer Batterie an Pedalen zum Loopen und zum Abruf des elektrischen Schlagzeugers folgten sehr schöne 45 Minuten, der zweite Höhepunkt des Abends. Tolle Songs (obwohl naturgemäß wegen der Kürze des Festivalauftritts etliche Favoriten fehlten) in schönen Versionen und zwischendurch als Einleitung zu "If Jesus Had A Motorhome" die sehr lange Geschichte von etlichen Jesus Impersonators in seiner damaligen Heimatstadt Pensacola ("für Jesusse das was Memphis für Elvisse ist"), mit knochentrockenem Humor gewürzt. So etwas mag ich ja sehr und es ist schön das auch bei etwas größeren Konzerten zu hören. Zum (leider pünktlichen) Schluss ein rockendes "Handcuffed To A Fence In Mississippi" und dann war es leider schon vorbei.

Wieder Umsteigen in den großen Saal, als erste Headlinerin stand Agnes Obel auf dem Plan. Von ihr kannte ich nur den Namen und wusste das sie mit ihrer Musik sehr erfolgreich ist, gehört hatte ich von ihr aber noch nichts. Begleitet von einer Cellistin setzte sie sich hinter den aufgebauten Flügel und spielte ihre Musik, die ich spontan als Klassik-Pop bezeichnen würde. Sehr intensiv und sehr schön, leider mit einigen technischen Problemen bei ihrem Gesangsmikro (der einzige technische Zwischenfall, schade). Als einziges Stück erkannt habe ich die Coverversion von John Cales "Close Watch" mit abgewandeltem Schlussteil. Spannend war auch in diesem Musikzusammenhang der Einsatz von Loops beim Cello um ein Rhythmusfundament unter einige Stücke zu legen.

Nach drei großartigen Konzerten hintereinander war ich etwas geplättet und nicht mehr so recht aufnahmefähig. Daher schaute ich mir Doug Mcleod nur für zwei Stücke an, nahm mir Zeit für ein Bier und ein wenig Unterhaltung und verpasste gleichzeitig auch noch Gemma Ray (eigentlich sehr schade, aber zu viel ist zu viel). Als Ausgleich konnte ich aber eine tolle Lösung im Getränkebereich beobachten. Im "Meneer Frits", einem zum Muziekgebouw gehörenden Restaurant in dem auch Auftritte stattfanden, wurden die Getränke in Gläsern verkauft; im restlichen Gebäude in Plastikbechern. Was macht man nun wenn ein Besucher aus dem Restaurant zu einem anderen Auftritt möchte? Klar, am Ausgang saß eine junge Dame an einem Tisch mit Plastkbechern, wer mit Getränk rauswollte musste umschütten - so sind sie beim Bier, die Niederländer.


Zum Abschluss im großen Saal spielten die Tindersticks. Auf die hatte ich mich eigentlich auch gefreut, aber ihre Stücke plätscherten so vor sich hin, Stuart Staples ist keine Rampensau und von den Musikern riss es auch keiner raus. Vielleicht lag es daran das der Kopf schon voll war, aber die Band die ich zu Hause ab und an recht gerne von Konserve höre überzeugte live an diesem Abend nicht. Man sollte gehen wenn es am schönsten ist, leider weiß man bei einem Festival nicht wann dieser Punkt erreicht ist. Aber dieser kleine Dämpfer zum Abschluss ändert nichts am positiven Fazit auch für dieses Jahr: "Kann man wiederholen."



 

Konzerttagebuch © 2010

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