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Montag, 13. Mai 2013

Mire Kay, Karlsruhe, 11.05.13

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Konzert: Mire Kay
Ort: Café Nun in Karlsruhe
Datum: 11.05.2013
Zuhörer: knapp 50
Dauer: 60 min


Für den 11. Mai hatte ich mir schon vor sehr langer Zeit Sóleys Konzert in Heidelberg in den Kalender geschrieben. Als dann jedoch Mire Kay im Nuncafé für den gleichen Termin angekündigt wurden, habe ich nicht lange überlegt und meine Pläne geändert. Das würde bestimmt ein sehr schöner Abend und das ganz ohne mitternächtliche Fahrerei.


Mire Kay sind zwei Schwedinnen zweistimmig singend mit Cello und Gitarre. Ich hatte sie schon länger auf dem Radar. Gerade waren sie zwei Wochen mit Low unterwegs gewesen und  dies würde ihr letzter Tourstop sein.

Im Verlauf der Woche signalisierte auch Jens, dass er für den Abend vielleicht auch ins Nuncafé kommen wollte. Und tatsächlich klappte es: Wir hatten ein kleines Bloggertreffen an einem schönen Sommerabend in Karlsruhe.

Als ich kurz nach 20 Uhr in der Karlsruher Oststadt ankam, sah es zunächst fast so aus, als würde das Nuncafé ziemlich leer bleiben. Es ist sonst nämlich so, dass 20 Uhr schon eine lange Schlange am Einlass wartet und sobald die abgearbeitet ist, sind mehr oder weniger alle Plätze besetzt. Diesmal gab es aber sogar 20:15 Uhr noch Plätze in der ersten Reihe! Mein Ratschlag an die Stuttgarter Gäste, lieber pünktlich zum Einlass da zu sein, war ganz unnötig gewesen.

Aber bis zum Beginn ziemlich pünktlich um 21 Uhr füllten sich noch alle Sitzplätze. Das Publikum war gewohnt aufmerksam und so konnten wir uns ganz fallen lassen in die innige und ruhige Musik der zwei Frauen.

Was mich selbst etwas überraschte war, dass in der Live-Aufführung mein Fokus von der Frauenstimme an der Gitarre wegrückte zur weicheren Stimme, die sonst eher im Hintergrund der CD-Aufnahmen ist. Die Frau am Cello hatte meine Aufmerksamkeit. Was ist das nur um singende Frauen am Cello? 




Anne Müller mit Agnes Obel hatte mir schon so gut gefallen und auch an diesem Abend hingen meine Augen und Ohren wieder an der Cellistin. Und meine Gedanken gingen ihre eigenen Wege. z.B. zurück in die Erinnerung an meinen allerersten Abend im Nuncafé. Damals wohnte ich noch gar nicht in Karlsruhe und es war sehr aufregend, diese Ecke in der Karlsruher Oststadt zu finden. Den Weg hatten wir an einem ähnlich schönen Abend im Frühsommer 2008 für Audrey auf uns genommen und wurden damals so reich belohnt, dass auch jetzt - immerhin fünf Jahre später - noch ein warmes Gefühl in mir aufstieg. Wahrscheinlich wusste da mein Unterbewusstes mehr als mein löchriges Gehirn, denn beim nachlesen nach dem Konzert zur Vorbereitung meines Artikels lernte ich, Emelie Molin und Victoria Skoglund sind seit langem ein musikalisches Team, nämlich seit der Gründung ihrer ersten gemeinsamen Band Audrey... Das hätte ich auch vor dem Konzert wissen können, wenn ich die Ankündigung auf den Seiten des Nuncafés gelesen hätte. 


Nach einer Reise von 60 Minuten war die Musik endgültig zu Ende, aber es gab noch die Gelegenheit zu einem kleinen Schwatz mit den zwei sympathischen Frauen. 

Ihnen scheint es bei ihrem Besuch im Nuncafé wieder sehr gut gefallen zu haben. Bitte wiederkommen - egal unter welchem Namen!





Samstag, 26. Juli 2008

Audrey, Duisburg, 25.07.08

1 Kommentare

Konzert: Audrey
Ort: Café Steinbruch, Duisburg
Datum: 25.07.2008
Zuschauer: ca. 70
Dauer: 70 min


Im Juni hatte ich es, wieso auch immer, nicht geschafft, mir Audrey im Blue Shell in Köln anzusehen, was ich sehr bedauert hatte, weil mir das, was ich von der schwedinschen Frauenband habe, sehr gefällt. Einen guten Monat auf eine erneute Chance zu warten, war eine außerordentlich gute Idee, weil das Café Steinbruch in Duisburg ein sehr hübscher Ort für Konzerte ist. Bislang hatte ich noch nicht das Glück, dort Bands zu sehen und kannte Duisburg nur als Stadt, in der Konzerte in Phantasialand-Dekorationen stattfinden (Pulp). Die freitägliche Horizonterweiterung rückte dieses Bild kräftig zurecht.

Wobei erst nichts nach einem Ort für einen Indie-Auftritt aussah, denn das Steinbruch wirkte wie eine nette Kneipe mit ausgedehntem und bei dem Wetter ausgelastetem Biergarten. Im hinteren Bereich der Kneipe fand sich dann aber ein kleiner Raum mit Bar und Bühne - und mit Stuhlreihen. Das Bild, daß ich von Audrey hatte (Bild...? müßte es bei Musik nicht Geräusch oder so heißen?), passte eigentlich nicht zu einem sitzenden Konzert aber nun denn, when in Rome do es the Romans do, ich setzte mich auf einen der 30 Stühle und hoffte inständig, daß die auch alle besetzt werden würden.

Sie wurden - der Raum füllte sich nach und nach, auch hinter den Stuhlreihen saße und standen viele Neugierige rund um die Bar mit einer Barkeeperin mit niedlichem amerikanischen Akzent.

Ab neun standen dann die ersten Audrey Mitglieder auf der Bühne und stimmten
noch einmal die Instrumente. Als dann schließlich auch Schlagzeugerin Anna Tomlin fertig war, konnte das Programm beginnen. Beim Eröffnungsstück "Caring and searching" stimmte die Abmischung noch nicht, die Gesangsmikros waren noch falsch eingestellt und Victoria Skoglunds Stimme war zu leise. Bei "Caring and searching" von der vor kurzem erschienenen zweiten Platte "The fierce and the longing" übernimmt nämlich Gitarristin Victoria den wichtigsten Gesangspart. Diese Rolle wechselt allerdings von Lied zu Lied, was mir bisher nicht klar geworden war.

Unter vier sehr schüchternen Musikerinnen wirkte Victoria mit Abstand am scheusten. Irgendwie schien es ihr nicht zu behagen, in der Mitte der Bühne zu stehen. Ihre Kolleginnen Anna, sowie Bassistin Rebecka Kristiansson und Cellistin bzw. Keyboarderin Emelie Molin, waren etwas weniger schüchtern, vor allem die Bassistin und die Schlagzeugerin übernahmen die Kommunikation mit uns. Aber dem Bühnenverhalten jenseits der Musik sah man nicht an, daß Audrey bereits seit sechs Jahren bestehen. Ich mochte diese Schüchternheit sehr, weil die Musik ja nicht
darunter litt. Victoria hätte ich nur zu gerne mal kräftig geschüttelt und zugerufen: "Mädchen, ihr seid gut, wir sind alle euretwegen hier, genieß das Konzert einfach!"

Live klingt Audrey eine Ecke rauer, das Schlagzeug z.B. viel direkter, es fehlt die saubere Abstimmung der Instrumente untereinander. Aber der melancholisch-schöne Charme der Stücke geht dadurch nicht verloren. Vor allem, wenn Emelies Cello zum Einsatz kommt und mit und gegen den Bass spielt, entstehen wundervolle Momente. Vollkommen unerwartet traf mich dann der erste richtig laute Moment, als es wild aus den vier Schwedinnen herausbrach. Mit Pop hatte das in solchen Augenblicken nicht viel zu tun, mit einem Konzert sitzend auch nicht. Man ist komisch gehemmt, wenn man in einem Stuhl Konzerte verfolgt, das ging mir bei jeder dieser Gelegenheiten so.

Leider habe ich nicht darauf achten können, wie diese Postrock-Elemente bei dem
teilweise doch gesetzteren (haha!) Publikum ankam, das hätte Umdrehen bedeutet. Aber Audrey selbst kam außerordentlich gut an. Sehr schüchtern bedankten sich die vier für unsere Sympathiebekundungen.

Den Großteil des Sets machten Lieder der im Mai erschienenen Platte "
The fierce and the longing" aus. Der Rest stammte mit einer Ausnahme vom Debüt "Visible forms". Leider war es nur eine Ausnahme, ich hätte wirklich gerne mehr von der selbstbenannten EP gehört.

Vage fühlte ich mich an die Konzerte von Pony Up! oder Erase Errata erinnert, die
live sicher nicht weit weg von Audrey sind. Auch wenn ruhige melancholische Lieder nicht unbedingt zu einem warmen Sommerabend passen, erreichten mich Audrey doch von Beginn an. Der geschilderte Unterschied zwischen Studio- und Liveversionen machte mir nichts aus. Wer mit der Erwartungshaltung an den Abend gegangen war, perfekt ausbalancierte Instrumente zu hören, war vielleicht etwas enttäuscht.

Höhepunkte des Konzerts waren eindeutig "
Horses are honest", "Next left", "Mecklenburg" und "Helpless", das herrlich ergreifende Lied von der "Audrey-EP".

Oh, was bin ich froh, daß ich das vor sechs Wochen verpasste jetzt nachholen konnte. Und am Ende nach zwei Zugaben sprach sogar Victoria kurz und bedankte sich bei uns. Eine zauberhafte Band mit wundervollen Liedern, auf die ich mich schon wieder freue!

Setlist Audrey, Café Steinbruch, Duisburg:

01: Caring and searching
02: Horses are honest
03: Next left
04: Six yields
05: Sliver
06: Mecklenburg
07: Views
08: Rats
09: Big ships
10: Helpless
11: Bleak

12: Black hearts (Z)
13: Traverse (Z)



 

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