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Freitag, 5. Juli 2019

Neil Young and Promise of the Real, Berlin, 03.07.2019

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Konzert: Neil Young and Promise of the Real
Ort: Berlin, Waldbühne
Datum: 03.07.2019
Dauer: 120 min.
Zuschauer: ca. 16.000


Ein Abend der Tradition war das Konzert von Neil Young auf der Waldbühne. Unzählige Male hat er hier schon Station gemacht, immer wieder in anderen Konstellationen. Alleine dieses Jahr ist dies für Neil schon die dritte Kurztour. Crazy Horse, Acoustic und jetzt begleiten ihn die jungen Spunde von Promise of the Real zum zweiten Mal in Berlin.

Eigentlich machen Open Airs ja erst im Dämmerlicht und bei Dunkelheit richtig Spaß. Die Anwohner der Waldbühne sehen das leider anders, daher gilt in der sonst so vogelfreien Stadt schon lange eine strikte Sperrstunde. 


Kein Wunder also, daß die Supportband Bear`s Den mehr als pünktlich um 18:30 Uhr bereits die Bühne betritt. Leider bleibt von deren, eigentlich tollen Folkrock, in der großen Arena nicht viel hängen. Zum einen, weil es Vorgruppen bei Neil Young Fans grundsätzlich sehr schwer haben, aber auch die Band spielt zu gefällig auf, um einen starken Eindruck zu hinterlassen. 

So ist auch nach 30 Minuten ohne Höhepunkte schon das Ende erreicht, lediglich "Agape" mit schönem Waldhorn klingt gefällig. Die neue CD von Bear`s Den ist in dieser Woche erschienen und klingt leider ähnlich belanglos. Schade, die Band hatte mit den ersten beiden CD`s ein hohes Level vorgelegt. 

Nach der Umbaupause schlurfen dann, fast unbemerkt vom red-und bierseligen Publikum, Neil und seine Band auf die Waldbühne. Überschneidungen in der Setlist gibt es bisher kaum, jeden Abend werden scheinbar wahllos die Songs und deren Reihenfolge verändert. "Country Home" eröffnet diesmal überraschenderweise, lange nicht gehört. Danach sofort heftiger Applaus für "Everybody knows this is nowhere" und "Mr. Soul". 


Kleinigkeiten lassen einen spüren, daß Neil sehr gute Laune zu haben scheint. Er grinst häufig über beide Backen, allerdings fast immer nu einer Seite, wenn seine  Bandkollegen ihn zu einem spontanen Jam oder Riff anregen.

Nach dem furiosen Start erkennt Neil dann wohl die sommerliche, entspannte Atmosphäre der Waldbühne und fährt das Tempo merklich zurück. Für die einen ein Segen, bekommt man nun tolle Versionen von "Words", "Winterlong" und akustische Klassiker geboten. Die Altrocker beginnen dagegen langsam, sich etwas zu langweilen. 


Aber an diesem Abend sollten alle noch zu ihrem Recht kommen. Für Hardcorefans gibt es nämlich ein besonderes Schmankerl. Zwei mit Promise of the Real noch nie live gespielte Stücke: "Over and Over" und das hier herausragende und selten vorgetragene "Danger Bird". Das alles passiert, bevor dann mit drei Feedbacknallern die letzten 45 Minuten eingetütet werden. 

Immer wieder ist es "Love and only Love", das Neil zu Höchstform zwingt. Fast 20 Minuten fliegen hier die Mantra artigen Solos und Lyrics durch die Luft, zerschneiden sie förmlich mit ihrer Spielfreude und Hingabe. Der Song, den alle kennen, "Rockin in a free World" kann dies aber noch toppen. 


Neil verlangt seiner Gitarre "Old Black" alles ab, befreit sie am Ende im Feedbackorkan von allen Saiten und spielt dann den alten Opa mit Hut und Flanellhemd, der er ja eigentlich ist. Er benutzt die Gitarre als Krückstock,  um über die Bühne zu humpeln und zieht Grimassen. Ein Riesenlacher, auch für die Band. 

Die Zugaben sind danach leider entbehrlich. Ein etwas zerschossenes "Roll another Number" und "Piece of Crap" gehören nun wirklich nicht zu meinen Favoriten. Es sei ihm verziehen. Die Waldbühne wurde 1936 erbaut, Neil ist Jahrgang 1945. Es sind die letzten ihrer Art. 


Mittwoch, 17. Juli 2013

Muse, Berlin, 14.07.2013

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Konzert: Muse mit Support Biffy Clyro
Ort: Waldbühne in Berlin
Zuschauer: um die 20.000
Datum: 14. 07. 2013
Dauer: über zwei Stunden



Bericht von Philipp B. (Vielen Dank!)


Nachdem ich in den letzten drei Jahren auf über 200 Konzerten und fünf Festivals gewesen bin, war ich sehr auf das Muse Konzert gespannt.

Die ohnehin eindrucksvolle Bühne der Berliner Waldbühne war für den Abend durch einen Steg erweitert. 18 Uhr sollte es eigentlich los gehen, aber erst gegen 18:45 Uhr begann die tolle Vorband  Biffy Clyro aus Schottland ihr Set.


In Großbritannien füllen Biffy Clyro Stadien und auf vielen Festivals sind sie dort Headliner oder Co-Headliner. Doch in Deutschland sind sie immer noch so eine Art Geheimtipp - warum auch immer - da ihre Musik einfach genial ist. Das Berliner Publikum stand teilweise ein bisschen erschrocken da, weil sie nichts mit ihnen anfangen konnten (bis auf die Biffy Clyro Fans natürlich!) Für mich war es wirklich ein Genuss den Jungs zu zu hören und zu sehen. Sie wissen einfach, wie man gute Musik macht und wie man eine Bühne rockt.


Nach einer kleinen Umbaupause kam dann Muse auf die Bühne und - was soll man sagen - man hatte vom ersten Augenblick an Gänshaut! Als die ersten Töne von Supermassive Black Hole angespielt wurden, war auch der letzte Besucher in der fast ausverkauften Waldbühne zum tanzen, springen und singen bereit und die Show nahm ihren Lauf .



Es war eine sehr gute Setlist mit insgesamt 26 Songs. Von Resistance über Madness bis hin zu dem genialen Cover von Feeling Good war alles dabei und an der richtigen Stelle. Hervorragend unterstützt wurde die Show durch riesige LED-Leinwände, Scheinwerfer, Feuer und Nebel. Und obendrauf gab es noch einen riesigen Roboter namens Charles, der ebenfalls die Waldbühne mit Licht und Nebel flutete.


Nach der zweiten Zugabe und einem grandiosen letzten Song war eines der besten Konzerte, das die Welt meiner Meinung nach gesehen hat, vorbei und die Waldbühne stand klatschend und verblüfft mit offenen Mündern da.


Was bleibt im Kopf nach so einem Konzert? Ich persönlich sage: Es geht kaum besser - nicht umsonst werden Muse überall mit Preisen überschüttet - nicht zuletzt als beste Live Band. Und das haben sie in Berlin bestätigt. Für knapp 75€ habe ich zwei der besten Live Bands unserer Zeit auf einer Bühne gesehen, mit einer atemberaubenden Show und vielen Gänsehautmomenten.


Setlist Muse, Waldbühne, Berlin:
 
01: The 2nd Law: Unsustainable
02: Supremacy
03: Panic Station
04: Supermassive Black Hole
05: Bliss
06: Resistance
07: Interlude
08: Hysteria
09: Animals (mit Scheine werfendem Banker)
10: Knights of Cydonia
11: Monty Jam
12: Feeling Good
13:  Follow Me
14: Liquid State
15: Madness
16: Time Is Running Out (mit "House of the Rising Sun" Intro)
17: Stockholm Syndrome (mit Rage Against the Machines "Freedom" Outro) 18: Unintended
19: Guiding Light
20: Undisclosed Desires

21: The 2nd Law: Unsustainable (mit Charles the robot) (Z)
22: Plug In Baby (Z)

23: Survival (Z)

24: The 2nd Law: Isolated System (Z2)
25: Uprising (Z2)
26: Starlight (Z2)


Aus unserem Archiv:

Muse, Loreley, 12.07.13
Muse, Köln, 20.09.12
Biffy Clyro, Wiesbaden, 05.03.13
Biffy Clyro, Paris, 29.02.08
Biffy Clyro, Paris, 08.10.07

Fotos: Dirk von Platten vor Gericht






 

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