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Sonntag, 9. Dezember 2012

MissinCat, Karlsruhe, 7.12.12

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Konzert: MissinCat
Ort: Karlsruhe
Datum: 07.12.2012
Zuschauer: leider nur 12
Dauer: 70 min



Der Schnee kam am Mittag. Große Flocken fielen aus den Wolken und verwandelten zunächst nur das Licht: es wurde heller in meinem Büro. Es dauerte ein paar Stunden, bis es weiße Flächen gab. Als ich am späten Nachmittag mit dem Fahrrad nach Hause fuhr, waren der Park und die Gärten feierlich weiß und alles war ganz still. 
Eine Fußgängerin überholte ich. Ihre Schritte machten dieses Kindheitsgeräusch krrrr krrr krrr. Wir schauten uns kurz an und mussten beide lächeln (*)
Kurz später kamen MissinCat bei uns an - in einem offensichtlich verzauberten weil äußerlich viel zu kleinen Peugeot für Kontrabass, Gitarren und anderes Gepäck. Caterina Barbieri und Henrik von Holtum hatte die Autobahn am Freitag und mit Neuschnee Kraft und Nerven gekostet. Aber auch auf sie wirkte unser weißer Zauber sofort: soooooo schön. Alle Hecken und Bäume in weiß noch einmal nachgezeichnet. 
Ab da hatten wir Zeit. Für Tee, für Abendessen und für Soundcheck ganz in Ruhe. Wir waren ja schon angekommen. Andere hatten es da nicht so einfach.
Erst gegen 20 Uhr kam der erste Gast eine halbe Stunde später als geplant. Kurz darauf ein Anruf:  die Strassenbahnen haben es heut schwer, ich  bin unterwegs, und ich komme, aber es wird später. Am Ende kamen nur zwei Menschen aus der Innenstadt bei uns an und es wurde der Abend der liebgewordenen Nachbarn.
Für diese zwölf Menschen jedoch hat Weihnachten schon stattgefunden. Jedenfalls dieser Moment der für uns Deutsche so fest mit dem Heiligen Abend verbunden ist. Die leuchtenden Kinderaugen und all das. Das tief drinnen beschenkt werden und das inne halten, ruhig werden und glücklich sein. Eine Rolle darin spielt sicher die Stimmung der verschneiten Landschaft im Hintergrund. In ihr wurde die Musik von MissinCat noch einmal neu erfahrbar. Eigentlich begleitete mich die Musik ja schon seit Februar und wir hatten uns auch schon beim Konzert getroffen. Ihre Lieder sind so leichtfüßig und laden dazu ein, das Leben nicht so schwer zu nehmen. Sie haben aber auch genau die Ecken und Kanten, die es für mich braucht, damit etwas hängen bleibt - erst in meinem Ohr und danach vielleicht in meinem Herzen. 

Aber erst an diesem Abend habe ich ersnthaft begonnen, auf die Texte zu hören. Wenn sie singt I brushed my hair, wore my fanciest dress/ I lit all the candles and the scents.... But nothing seems to matter to him of what I do dann lässt einen das nicht kalt. Auch wenn die Melodie so tut, als wäre das alles nur halb so wild.
Im Publikum waren wir gemischt. Etwa die Hälfte war da, weil sie die Musik kannte und mochte. Die anderen hatten die Gelegenheit ergriffen und ließen sich überraschen. Alle gleichermaßen waren wir im tiefsten berührt und haben den sprichwörtlichen Engel durch den Raum gehen gespürt. 
Das Zusammenspiel einerseits mit dem Kontrabass und andererseits auch mit der Person Henrik bringt nach meiner Meinung eine Dimension dazu, die mich schon im Kohi ganz besonders fasziniert hatte. Wenn Caterina am Klavier spielt und einfach der gleiche Ton am Bass dazu erklingt, spannt das dazwischen einen ganzen Raum auf, der vorher so nicht da war. Da rede ich noch nicht wirklich über musikalisches und auch nicht über das einmalige Lächeln von beiden...
Als alle Gäste gegangen waren und die Musiker sich auch schon zurückgezogen hatten, mussten wir noch eine Weile in unserem Wohnzimmer sitzen, auf die Instrumente und den Schnee dahinter blicken und uns gegenseitig versichern, dass wir das gerade wirklich erlebt und nicht nur geträumt haben. Um Caterinas eigene Worte zu benutzen: You knocked on my front door/ Walked in quietly on your tip toes/ Wore your sweetest smile/ Let the sun in/ Shut the door tight and locked the winter outside ("Wide open wings" von der CD WOW)

(*) Ich musste sehr langsam und vorsichtig fahren...

Dezember Tourdaten:

01.12. Leipzig - Frauenkultur
02.12. Erfurt - Franz Mehlhose
03.12. Nürnberg - Mata Hari Bar
04.12. Ulm - House concert -
05.12. Zürich - FürDich
06.12. Basel - Sääli
07.12. Karlsruhe - Privat Konzert -
08.12. Kassel - Arm
09.12. Bielefeld - Bunker Ulmenwall
11.12. Köln - Die Wohngemeinschaft
12.12 Dortmund-Subrosa-
13.12. Castrop-Rauxel - Bahia De Cochinos
14 .12 Regensburg W1
15.12. Zwickau - Alter Gasometer


Aus unserem Archiv
MissinCat, Karlsruhe, 24.03.12


Freitag, 30. März 2012

MissinCat, Karlsruhe, 25.03.12

1 Kommentare

Konzert: MissinCat
Ort: Kohi, Karlsruhe
Zeit: 25. März 2012 90 min
Zuhörer: 25 Leutchen

Von Gudrun aus Karlsruhe

Im Februar hatte ich nachgeschaut, was in den verschiedenen Karlsruher Indie-Veranstaltungsorten in den nächsten Monaten so los sein wird.
Dabei war mir "MissinCat" aufgefallen und hatte mir beim Reinhören spontan zugesagt. Nachdem es auch noch einen speziellen Plattendeal für die gerade laufende Italien-Tour gab, habe ich mir Ende Februar ihre aktuelle (zweite) Scheibe kommen lassen und mich schon sehr auf das Konzert gefreut. Sie macht fröhlich unangestrengte Musik ohne dabei zu simpel zu sein. Vor alle ihre Stimme und wie sie diese einsetzt, gefallen mir außerordentlich gut.

Leider fanden an diesem ersten Tag der Sommerzeit nur wenige Leute den Weg ins Kohi. Vielleicht war das schöne Wetter draußen zu verführerisch??

Catrina Barbieri (alias MissinCat) jedenfalls ließ sich davon nicht beeindrucken. Zusammen mit dem charmanten Mann am Bass (Henrik Von Holtum von den Kinderzimmer Productions) - ich hatte die ganze Zeit die Angst, dass der Bass irgendwann oben an der niedrigen Decke anstoßen wird - spielten sie fröhlich oder besinnlich auf, ließen das Publikum auch mal mitsingen und freuten sich darüber, dass Catrinas Stimme wieder einigermaßen fit war nachdem sie wohl am Vorabend in Saarburg eher nach Gianna Nanini geklungen hatte (süße Vorstellung bei dem zarten Persönchen).

Das Kohi hatte mit folgenden Worten für den Abend geworben:

"Wie Kat Frankie oder Bernhard Eder verschlägt es 2007 auch die Singer/Songwriterin Caterina Barbieri nach Berlin, um sich von der vielfältigen Szene inspirieren zu lassen und sich musikalisch weiterzuentwickeln: "Ich brauchte neue Ideen, einen neuen Start, und den fand ich in Berlin. Für mich gibt es einfach keinen besseren Ort, um mich als Künstlerin zu verwirklichen."

Als Missincat veröffentlicht Caterina im Februar 2009 ihr Debütalbum "Back On My Feet", auf dem sie ihre englischsprachigen Songs auf der Gitarre begleitet und zarte Arrangements aus Cello, Vibraphon, Glockenspiel oder Piano einfließen lässt.

Die aus Italien stammende Künstlerin lernt bereits als Kind singen, lässt sich von ihrer Oma das Klavierspiel beibringen, erlernt anschließend als Autodidaktin das Gitarre- und Bassspiel und entwickelt sich so zur Multi-Instrumentalistin.

Ihre musikalische Begeisterung und ihr Talent als Songschreiberin und Bassistin lebt sie in der 2000 gegründeten Formation Vertigini aus, von der sie sich nach sechs Jahren trennt, um in der deutschen Hauptstadt ihr Glück zu versuchen. Mit den ehemaligen Kolleginnen verbindet sie auch nach ihrem Ausstieg aber eine innige Freundschaft.

Die Erfolgsgeschichte der Solo-Künstlerin Missincat beginnt, nachdem sie in Italien einen Musikwettbewerb gewinnt, der ihr einen Auftritt bei dem renommierten Heineken-Jammin-Festival einbringt, wo sie neben Bands wie Incubus oder Pearl Jam auftreten soll. Zu dem Auftritt kommt es jedoch nie, weil das Festival wegen eines Orkans abgesagt werden muss. Bei aller Ernüchterung über diese Absage bleibt Missincat die Garantie der Festival-Verantwortlichen, als Sponsoren ihr Debütalbum zu finanzieren.

Caterina bleibt auch in Deutschland auf der Erfolgsspur und wird als Supportact für Amy Winehouse auf deren Deutschland-Tour geladen. Mit Marius Kiefer lernt sie in Berlin zudem ihren Cellisten kennen, mit dem sie zahlreiche Gigs spielt. Mit Revolver Distribution Services findet sie außerdem ein vertrauenswürdiges Label, das ihr einen Plattenvertrag offeriert.

Trotz des schnellen Einstiegs in das internationale Musikgeschäft hat Caterina Barbieri die Bodenhaftung nicht verloren und pflegt einen sehr ehrlichen Umgang mit ihren Liedern: "Ich kann immer noch fühlen, wie mein Herz bricht, wenn ich ein trauriges Liebeslied singe
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MissinCat wird im April und Mai unterwegs sein. Ihre Konzerte seien hiermit ausdrücklich ans Herz gelegt. Wir hatten einen wunderschönen Abend und ihr letztes Lied war noch den ganzen Montag mein Ohrwurm.



Konzerttermine MissinCat

17.04. Dresden (D) Societätstheater
18.04. Chemnitz (D) Aaltra
19.04. Rostock(D) Helgas Kitchen
24.04. Stuttgart (D) Zwölfzehn
26.04. Basel (CH) Sääli
02.05. Magdeburg (D) Moritzhof
03.05. Bielefeld (D) Bunker Ulmenwall
04.05. Hagen (D) Pelmke
08.05. Hamburg - Stage Club
09.05 Oldenburg (D) Polyester
10.05 Hannover (D) Bei Chéz Heinz
11.05. Berlin (D) HBC

Leider keine Fotos, aber die hier sind schön und hätten genauso im Kohi ausgesehen:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150633390678456.388156.590023455&type=3



Mittwoch, 4. November 2009

The xx, Frankfurt, 03.11.09

7 Kommentare

Konzert: The xx
Ort: Nachtleben, Frankfurt
Datum: 03.11.2009
Zuschauer: ca. 350 (seit langem ausverkauft)
Dauer: The xx 48 min, MissinCat 35 min


Eigentlich hätte ich The xx* am vergangenen Freitag zum zweiten Mal sehen wollen; da waren die sehr stark gehypten Londoner in Luxemburg angesetzt. Ein paar Tage vorher machte dann aber die Meldung die Runde, Keyboarderin Baria Qureshi sei vorerst ausgestiegen und alle Konzerte bis zum heutigen Tag abgesagt. In Köln im Luxor war mir Baria neben ihren drei Kollegen kaum aufgefallen, ihr Ausfall erschien mir also nicht schrecklich dramatisch.

Im Nachtleben in Frankfurt war ich noch nicht. Der Club liegt mitten in der Innenstadt, direkt an der Konstablerwache. Die vielen Leute vor der Tür schienen nicht wegen des Nikotins draußen zu stehen sondern weil sie noch Karten suchten. Das Konzert war nämlich seit Wochen ausverkauft und wurde glücklicherweise nicht in die Batschkapp hochverlegt. Jedenfalls hatten es offenbar viele verpasst, sich rechtzeitig um Karten zu kümmern und versuchten das jetzt bei jedem, der sich dem Nachtleben näherte, zu korrigieren. Der Club liegt im Keller einer hippen Kneipe und ist nicht richtig günstig zugeschnitten. Sein Grundriss gleicht einer SIM-Karte, wobei die Bühne auf der Seite mit der fehlenden Ecke oben ist. Damit wird eigentlich nur die obere Hälfte des Ladens anständig beschallt.

Als für The xx aufgebaut wurde, zeigten sich schon die ausstiegsbedingten Änderungen. In Köln hatten die vier Musiker noch nebeneinander gestanden, heute waren die beiden Mikros weit auseinander aufgestellt und in der Mitte in zweiter Reihe der elektronische Kram. Um zehn nach zehn erschienen die drei verbliebenen xx, Gitarristin Romy, Bassist Oliver und Keyboarder Jamie. Das Konzert begann mit dem Introstück der Platte, gefolgt von VCR. Auch wenn das nach Wichtigtuerei klingen mag, das fehlende Keyboard bemerkte man sehr deutlich! Jamie Smith spielt all die kleinen Drumbeats live. Ihm dabei zuzusehen, ist ein wahres Vergnügen. Welche Parts seiner Kollegin Baria er zusätzlich übernahm, kann ich nicht einschätzen, es fehlte aber etwas am Klangbild, die Albumtreue (bei kleineren Variationen) des Kölner Konzerts war anfangs nicht gegeben.

Mit Heart skipped a beat - dem Lied mit dem besten musikalischen Moment, kurz bevor der Refrain erstmals kommt - und Basic Space hatte das Konzert einen ersten Höhepunkt. Hier standen Jamies treibende Beats im Vordergrund, die Lieder punkteten locker! Vor allem hörte man dabei wenig von der mangelnden Eingespieltheit der drei als verkleinerte Band.

Die aber spielte danach immer wieder eine Rolle. Oliver hatte schon entschuldigend erwähnt, daß es ihr erstes Konzert als Trio sei. Daß die Komplexität der Stücke der Band mit dem sorgfältig nach Zufall klingenden Einsetzen der Stimmen, dem scheinbaren Nebeneinandersingen von Romy und Oliver, enorm viel Üben voraussetzt, ist klar. Wenn dann ein Rad aus dem Getriebe rausfällt, ruckelt es eben (haben Getriebe eigentlich Rädchen? Ich habe keine Ahnung...), die enorme Präzision, die mich in Köln noch so beeindruckt hatte, fehlte häufiger. Die Band stellte sich dem aber sehr sympathisch. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie sich wohl der Glasvegas-Sänger verhalten hätte, wenn ein Schlüsselmusiker - sagen wir, die Schlagzeugerin - kurzfristig ausgefallen wäre...

Ihren sicher am häufigsten gespielten Hit Crystalised verpatzen die drei xxe richtig ordentlich. Erst der vierte Versuch, ins Lied zu kommen, gelang. Der Anfang des Stücks ist auch schrecklich komplex und erforderte offenbar von Jamie viel neue Arbeit. Aber weder Publikum noch Band waren dadurch genervt; als das Lied endlich lief, wurde es gefeiert!

The xx spielten das gleiche Set wie in Köln, nur in anderer Reihenfolge. Auch das glänzende Womack & Womack-Cover Teardrops gehörte zum Programm. Ich hätte zwar auch gerne eines ihrer anderen Cover gehört, aber so war es auch absolut in Ordnung!

Hätte mir der Vergleich gefehlt, wäre ich heute begeisterter gewesen. Auch so war das Konzert ein gutes, es war aber weit davon entfernt, überragend zu sein. Wenn die Band etwas eingespielt ist oder Baria zurückkommt, werden die Auftritte auch wieder brillant werden, daran habe ich keinerlei Zweifel. Natürlich war es auch so ein toller Konzertabend mit einer aufregenden Band, von der wir noch viel hören werden - falls sie nicht vorher als Retter der Musikbranche verheizt werden...

12.01.2010, Grünspan, Hamburg
13.01.2010, Batschkapp, Frankfurt
22.01.2010, Astra-Kulturhaus, Berlin
25.02.2010, Backstage, München
27.02.2010, Essigfabrik, Köln

Noch eine Anmerkung: wenn man die vollkommen unbekannte Vorgruppe zu erkennen glaubt, weil man die Sängerin solo schon einmal in Köln vor Amy Winehouse gesehen hat, sieht man wohl zu viele Konzerte... MissinCat, die ich damals noch als Missing Cat aufgeschnappt hatte, lieferte einige ruhige Popsongs als Vorprogramm. Sie wurde diesmal von einer Band begleitet, passte aber nicht recht zur Hauptgruppe. Zu ihr passte dann aber mit MIA die Pausenmusik wieder ganz gut. Vielleicht habe ich einfach irgendeinen anderen Zusammenhang verpasst.

Setlist The xx, Nachtleben, Frankfurt:

01: Intro
02: VCR
03: Heart skipped a beat
04: Basic space
05: Fantasy
06: Shelter
07: Crystalised
08: Islands
09: Teardrops (Womack & Womack Cover)
10: Night time
11: Infinity
12: Stars

Links:

- The xx in Köln

* leider gibt es hier keine neuen Bilder, weil es mir nicht möglich war, Fotos zu machen...



 

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