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Freitag, 24. Oktober 2008

Amanda Palmer, Paris, 23.10.08

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Konzert: Amanda Palmer
Ort: La Boule Noire, Paris
Datum: 23.10.2008
Zuschauer: vermutlich ausverkauft
Konzertdauer: satte 100 Minuten!



Wenn Amanda Palmer eine Telefonsex-Hotline betreiben würde, bekäme ich vermutlich regelmässig eine horrend hohe Rechnung am Ende des Monats! (hoffentlich liest das jetzt meine Frau nicht...) Mann, hat diese Frau eine unglaublich erotische Stimme! Und das beziehe ich jetzt nicht nur auf ihre Singstumme, nein ich spreche vielmehr davon, wie toll es klingt, wenn sie zwischen den Liedern ganz normal redet.

Hach, es war wirklich ein herrlicher Konzertabend von und mit Amanda Palmer! Und es war eigentlich sogar viel mehr als das, denn zusätzlich zu der fabelhaften Musik bekamen die begeisterten Zuschauer ein richtiges Theaterstück geboten. Verantwortlich hierfür war ihre australische Musiker-und Schauspielertruppe, die witzig benannten "The Danger Ensemble", die Amanda wirklich hervorragend durch den äußerst gelungenen und kurzweiligen Abend führten.

Ohne ihren Dresden Dolls Partner Brian angetreten, fehlte hier überhaupt gar nichts zum perfekten Glück. Zwar hätten die donnernden Drums von Brian für noch mehr Power gesorgt, aber das war eigentlich nicht nötig, denn wenn Fräulein Palmer in die Tasten ihres Pianos haut, scheppert es auch so schon gewaltig! Und für die gefühlvollen Passagen waren ihre Streicher an Geige und Cello zuständig. Sie untermalten die phasenweise samtweiche Stimme der Amerikanerin bestens und verliehen dem Sound der Dresden Dolls- Frau eine neue, sentimentalere Note.

Was die Titelauswahl betrifft, gab es zahlreiche Überraschungen. Neben den Albumtiteln von Who killed Amada Palmer? erklangen auch drei Lieder von den Dresden Dolls und es bedarf wohl keiner nährern Erläuterung, daß die Menge bei dem Riesenhit Coin Operated Boy am lautesten johlte. Damit aber nicht genug, denn zum Amusement aller Anwesenden wurde Rihannas Umbrella playback vom Band gespielt und unter aufgespannten Regenschirmen auch szenisch perfekt umgesetzt, Bon Jovis Living On a Prayer gecovert und aufs Korn genommen, Jaques Brels Port d'Amsterdam mit Schifferklavier intoniert und Radioheads Creep von Amanda auf der Ukulele zelebriert.

Quer durch den Garten der internationalen Popmusikgeschichte der letzten Jahre und Jahrzehnte ging es also und bei soviel originellen Stücken war es zu verschmerzen, daß Eisbär von Grauzone diesmal fehlte.

Morgen erzähle ich noch ausführlicher von diesem spekatukulären Konzert!


01: Astronaut: A Short Story Of Nearly Nothing
02: Ampersand
03: Blake Says
04: Bad Habbit
05: Strength Through Music
06: Guitar Hero
07: Mrs. O (The Dresden Dolls)
08: Coin Operated Boy (The Dresden Dolls)
09: Ask Amanda
10: Half Jack (The Dresden Dolls)
11: Umbrella (Rihanna Playback)

12: Le Port d' Amsterdam (Jaques Brel Cover) (Z)
13: Living On A Prayer (Bon Jovi Cover) (Z)

14: Creep (Radiohead Cover) (Z)

- Links:

- mehr Bilder von Amanda Palmer hier





Samstag, 16. August 2008

The Dresden Dolls, Highfield Festival, 15.08.08

8 Kommentare

Konzert: The Dresden Dolls
Ort: Coca Cola Zelt beim Highfield Festival, Hohenfelden bei Erfurt
Datum: 15.08.2008
Zuschauer: ein paar hundert
Konzertdauer: 55 Minuten


Die Dresden Dolls habe ich schon seit geraumer Zeit auf meiner Wunschliste. Aus irgendwelchen Gründen habe ich es aber nie geschafft, das hochexplosive Duo aus Boston live zu erleben.

Toll für mich also, dass die Veranstalter des Highfield Amanda und Brian erneut (sie waren schon 2006 dabei) eingeladen haben. Terminlich hatte man die beiden zwischen Bloc Party und die Killers platziert, allerdings nicht auf die riesige Hauptbühne, sondern vor richtigen Fans auf die Stage des Coca Cola Soundwave Tents.

Dann ging es endlich los. Mystische Klänge durchdrangen das Zelt, Brian bediente seine Pedale, bevor Amanda am Piano irre schnell losklimperte. Gespielt wurde "Sex Changes", ein Lied vom zweiten Album. Welch stürmischer Beginn! Das Pärchen war zwar recht weit voneinander entfernt, verstand sich aber blind. Amanda wirbelte auf der linken Seite (vom Publikum aus gesehen) und Brian donnerte rechts wie ein Derwisch auf seine Drums ein. Oft erhob er sich, um so dem ohnehin schon aufgeweckten Publikum weiter einzuheizen. Hauptblickfang war aber dennoch die Dame. Amanda trug ein Glitzerteil, eine auffällige Strumpfhose mit Sternchendruck und robustes Schuhwerk. Ihre Beine waren oft weit auseinander gespreizt. Ein sexy Anblick! Das Weib hatte Feuer unter dem Arsch, soviel war klar! Und mit vulgären Texten sparte sie auch nicht, „If you fuck me mister" ("Missed Me"), oder „ I can't even fuck him in the ass („ Coin Operated Boy"), solche Sätze gingen ihr ohne zu erröten über die Lippen. Cabaret-Musik, vermischt mit Punk, so wird der Stil der Amerikaner oft beschrieben und das trifft die Sache auch schon recht gut.

Aber die musikalische Bandbreite reicht noch weiter, manche Titel klingen nach New Wave, andere könnte man in die Kategorie Chanson einordnen. Und auch die Einflüsse werden das ein oder andere Mal recht deutlich. So fühlte ich mich bei „Night Reconnaissance" beim Refrain an Bryan Ferry erinnert und bei "Girl Anachronism" an Siouxsie von den Banshees oder andere Größen aus der New Wave Ära.

Am Besten kam aber natürlich der „Coin Operated Boy" an, der schon an dem Leierkasten ähnlichen Intro erinnert wurde. Kurios war, dass Amanda circa in der Mitte des Liedes einen Effekt erzeugte, der klang, als sei eine alte Vinyl-Schallplatte hängengeblieben. Cool!

Daneben gab es auch noch zwei originelle Cover-Versionen* zu bestaunen. Zum einen eine tolle Version des Kulthits „Eisbär" von Grauzone, zum anderen eine auf englisch gesungenen Fassung von „Dans Le Port d'Amsterdam" von Jaques Brel, zu der ein zusätzlicher Gitarrist* auf die Bühne kam.

Vorzüglich war schließlich auch noch die Ballade „Sing", bei der die sanfte Seite des ansonsten eher krawalligen Duos zum Vorschein kam.

Insgesamt wurde ich Zeuge eines knapp einstündigen Festes für alle Sinne und bedauerte auch keineswegs eine halbe Stunde von den Killers verpasst zu haben. Für mich spielte im Zelt die ( deutlich bessere) Musik!

Setlist The Dresden Dolls, Setlist Highfield Festival:

01: Sex Changes
02: Missed Me
03: Night Reconnaissance
04: Coin Operated Boy
05: Eisbär (Grauzone Cover)
06: In The Port Of Amsterdam (englisches Cover von Jaques Brel)
07: Sing
08: Half Jack
09: Girl Anachronism


* es wurden wohl sogar drei Cover Songs gespielt. Neben den beiden erwähnten auch noch "War Pigs" von Black Sabbath. Danke diesbezüglich an den Kommentator/die Kommentatorin :)

* Unsinn, es gab keinen zusätzlichen Gitarristen. Brian verliess für "Amsterdam" lediglich seine Drums und spielte selbst den Gitarrenpart. Auch hierfür ein Dank an den Kommentator/die Kommentatorin!


Links:

- mehr Bilder von den Dresden Dolls





 

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