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Montag, 27. April 2009

A Camp & St.Vincent, Paris, 26.04.09

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Konzert: A Camp & St. Vincent (Mai)
Ort: La Maroquinerie, Festival les femmes s'en mêlent
Datum: 26.04.2009
Zuschauer: gut gefüllte Maroquinerie, viele Fotografen
Konzertdauer: St. Vincent ca. 45 Minuten, A Camp ca. 55 Minuten (Mai 35 Minuten)



Gleich drei außerordentlich hübsche Künstlerinnen gab es am heutigen Sonntag im Rahmen des Festivals les femmes s'en mêlent auf der Bühne zu bewundern:

Die junge, in Paris lebende Schwedin Johanna Wedin, die unter dem Namen Mai firmiert, die New Yorkerin Annie Clark, die sich St.Vincent nennt und Nina Persson, Sängerin von A Camp.

Fragt sich bloß, wie überzeugend die drei Grazien denn musikalisch waren?

"Die Antwort, die Fotos und Setlisten gibt es in Kürze nur hier!"

Stimmt genau! Bloß die Zeit für ausführliche Erläuterungen fehlt wie so oft. Deshalb sei zunächst zusammenfassend erst eimal festgestellt, daß Annie Clark aka St.Vincent ganz bezaubernd war. Die Frau mit den unglaublich feinen Gesichtszügen (sie sieht aus wie eine Adelige auf Porträts, die man im Louvre bewundern kann!), bot auch an ihrer E-Gitarre feine Musik, die in Verwandschaft zur großartigen My Brightest Diamond steht. Nicht weiter verwunderlich, wenn man weiß, daß beide einmal Mitglieder der Liveband von Sufjan Stevens waren. Bei Marry Me riefen viele Pariser aus: "Sofort" und auch der entsprechende Song war gut. "Paris is burning for you", rief am Ende eine Zuschauerin herein, als Annie sich überschwenglich für den herzlichen Empfang bedankte. Das Stück kam allerdings nicht, obwohl es an diesem Ort natürlich gut gepasst hätte. Das neue Album Actor wird für den Monat Mai erwartet. Darauf darf man sich freuen!

A Camp waren Headliner des Abends und Nina Persson und ihre Jungs ließen sich ewig Zeit, bis sie endlich aufliefen. Divenhaftes Gehabe von Fräulein Persson, die als einzige Künstlerin des Abends der tollen Seite le hiboo verbot, die Session zu filmen und für die Nachwelt zu erhalten! Ihr Lächeln schien mir aufgesetzt und die Songs viel zu poppig und radiotauglich, um mich zu begeistern. Sagen wir es deutlich: Mainstreamiger Kram für amerikanische Truckerfahrer! Zwar eingängig und teilweise gefällig, aber in der Regel immer ziemlich schnell auf einen Bubblegum- Refrain zusteuernd. Am Besten gefiel mir noch das abschließende Stronger Than Jesus, bei dem der gute Kristofer Aström Gitarre spielte. Nina hielt es aber nicht für nötig , ihn vorzustellen, was ich dadurch kompensierte, daß ich für den Künstler laut hörbar "Kristofer we love you" rief, um auch ihn einmal zu erwähnen. Er dankte es mir mit einem höflichen Kopfnicken. Einen weiteren Gastauftritt hatte der in Paris lebende Schwede Peter von Poehl (mit Buch in der Hand) und der hatte zumindest das Glück, von der Diva namentlich erwähnt zu werden.

Daß sie wirklich eine Zicke ist, bewies sie bei der Aftershow. Zusammen mit zwei Freunden hatten wir auf Nina gewartet (weil die beiden anderen das Konzert im Gegensatz zu mir sehr mochten und ich ihnen Gesellschaft leisten wollte) und erlebten eine miesgelaunte und bärbeißige Künstlerin, die äußerst mürrisch zwei Autogramme verteilte und sich auch nur einmal kurz fotografieren ließ. War da in der Kabine nach dem Konzert irgendetwas vorgefallen? Auch ihre schwarzhaarige Keyboarderin war alles andere als nett und herzlich. Schade...

Ganz anders hingegen Johanna Wedin aka Mai, eine in Paris lebende Schwedin, die den Abend eröffnet hatte. Ausgeprochen nett, höflich, bescheiden und natürlich. So lob ich mir das! Und gute Lieder hatte sie auch zu bieten, darunter viele vom im Herbst erscheinenden Album I Did Nothing

Setlist Mai La Maroquinerie, Paris, Les Femmes s'en mêlent:

01: Big Fish
02: Mrs Dallowah
03: Old Souvenirs
04: I Did Nothing
05: A Wedding Ballad
06: We Kept it all
07: Cold Rain
08: Ask Me Twice



Setlist St. Vincent, La Maroquinerie, Paris, Les Femmes s'en mêlent:

01: Human Racing
02: Jesus Saves, I Spend
03: The Strangers
04: Actor Out Of Work
05: Marry Me
06: Landmines
07: Black Rainbow
08: Marrow

Hamburger Musikfans, nicht verpassen: St. Vincent spielt am 28.04.2009 im Grünen Jäger in der Hansestadt!

Setlist A Camp, La Maroquinerie, Paris, Les Femmes s'en mêlent:

01: The Crowning
02: Love Has Left The Room
03: Frequent Flyer
04: Here Are Many Wild Animals
05: Golden Teeth And Silver Medals
06: Bear On The Beach
07: Algebra
08: Song For The Leftovers
09: I Can Buy You
10: Chinatown
11: My America
12: Stronger Than Jesus (mit Kristofer Aström)

13: ? (Z)

Links:

- Photos von A Camp und Nina Persson hier
- Lire la chronique de Rod sur le hiboo ici et regarder les très belles photos et les trois videos sublimes de Mai.
- Les photos de St. Vincent du hiboo c'est par ici!





Dienstag, 14. April 2009

A Camp, Köln, 13.04.09

3 Kommentare

Konzert: A Camp & Kristofer Åström

Ort: Luxor, Köln
Datum: 13.04.2009
Zuschauer: ca. 400
Dauer: A Camp 85 min, Kristofer Åström 30 min


Auf dem Rückweg vom Luxor lief bei Einslive das Kassettendeck, zusammengestellt von der wundervollen Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers. Und irgendwie war
diese Sendung die perfekte Fortsetzung meines Abends. Denn auch vorher bei A Camp übertünchte die charmante und hinreißende weibliche Hauptdarstellerin die ein oder andere musikalische Schwäche. Ich sollte aber anders anfangen...

Meine Motivation, zu Konzerten zu gehen, besteht in der Regel aus zwei Komponenten, der Liebe zu einer Band oder meiner musikalischen Neugierde. Meist ist der emotionale Faktor der größere, heute war es ausschließlich der Wunsch,
Musiker kennenzulernen, denn sowohl A Camp als auch Kristofer Åström kannte ich bisher nur theoretisch. Aber ein schwedischer Singer/Songwriter und eine schwedische Indiepop-Band kann man ja ohne jegliches Risiko ansehen...

Das Luxor war entgegen meiner Erwartung nur mäßig voll. Vor der Tür sah es noch aus, als wäre der Club ausverkauft. Drinnen war dann allerdings reichlich Platz, kein Gedränge an der Theke und in Gängen, so
daß ich schätze, daß etwa 400 Leute am Ostermontag dieses Konzert sehen wollten.

Den ersten Part des Abends übernahm der Songwriter Kristofer
Åström aus Luleå in Nordschweden. Im Gegensatz zu seinem anderen Projekt Fireside macht Kristofer und seinem wirklichen Namen ruhige Musik, nur von seiner Stimme und einer Gitarre getragen. Zumindest heute, denn im Laufe seines Auftritts sprach er davon, im Frühsommer noch einmal mit zusätzlichen Musikern nach Köln zu kommen. Obwohl ich einige Vorschußlorbeeren über den Schweden gehört hatte, hat mich sein halbstündiger Auftritt ziemlich gelangweilt. Vielleicht wäre es mir anders gegangen, hätte ich eine seiner (vielen) Platten vorher einmal gehört. So allerdings sprang nun wirklich gar kein Funken auf mich über, auch wenn die Lieder alle vielversprechende Namen und Texte hatten.

Setlist
Kristofer Åström, Luxor, Köln:

01: Come out
02: Twentyseven
03: Blind motherfucker
04: Hard to live
05: Big lie, idiot die
06: One more drink
07: All lover's hell

Um zehn wurde es dann... hmmm... Auf der Bühne stand allerlei Wohnzimmerdeko herum, lustige Lampen, ein gedeckter Stehtisch (allerdings mit Keyboard auf der Tischdecke), eine selbstgebastelte Bandlogo-Abdeckung des Hauptkeyboards und schwarzen Federn an den Mikros. Dazu kamen dann noch fünf Musiker, ein Schlagzeuger, eine Keyboarderin in schwarzem Kleidchen und die zauberhafte
Sängerin Nina Persson. Nina, bekannter durch ihre Tätigkeit bei den Cardigans, war recht elegant gekleidet, gekrönt durch eine der schwarzen Federn, die kunstvoll ihre Frisur verzierte. Es hatte etwas von einem 20er Jahre Cabaret-Outfit (vorsorglich schon mal ein Hach...). Rechts und links von Nina stellten sich zwei dunkelhaarige und -bärtige Musiker auf, ihr Bassist und Gitarrist. Ich hatte erst für die beiden kein Auge, das sollte sich aber schnell ändern.

Der Gitarrist vor mir, Nicas Frisk, legte eine Show hin, die mich nur schwer ernstbleiben ließ. In seiner Choreographie steckte viel ABBA und viel Eintänzer. Ich wußte nicht, wo ich hingucken sollte (immer zu Nina war mir zu indiskret). Ein
Versuch, auf den Boden zu gucken, scheiterte kläglich, denn Niclas' Schuhe waren die ledergewordenen Fortsetzungen seines Tanzens. Oh. Mein. Gott.

Auf Ninas linker Seite tanzte und hüpfte ihr Ehemann Nathan Larson am Bass. Auch er riß immer wieder sein Instrument in die Senkrechte oder hüpfte mal über die Bühne (es war schließlich Ostern!) und machte andere Bewegungen, die mir meine
Fähigkeiten nahmen, konzentriert der Musik zu folgen. Höhepunkt auf dieser Bühnenseite war ein Verbeugungsritual Nathans vor dem Roadie, der ihm einen anderen Bass brachte...

Irgendwann hatte ich mich dann im Griff und verfolgte das Konzert. Allerdings dauerte es eine Weile, bis mir Lieder gut gefielen. Der Anfang war nicht richtig aufregend, wenn ich ehrlich bin. Bei Angel of sadness, dem vierten Stück, schien die Band sogar mächtig an einander vorbei zu spielen, es klang sehr neben dem Takt. Vielleicht soll das so sein, sicher bin ich da aber nicht.

Musikalisch packte es mich erstmals mit
Rock 'n' roll ghost, einem wirklich guten Lied, das ich mir sicher noch einmal auf Platte anhören werde! Aber das zweifelsfrei beste Stück des Abends folgte anschließend: Golden teeth and silver medals, im Duett mit Kristofer Åström. Auf Colonia (und nicht etwa Berlin!), dem aktuellen A Camp Album, singt sein Landsmann Nicolai Dunger diesen Part. Golden teeth and silver medals war herzerweichend schön! Dazu die schmachtenden Blicke der Sängerin, die deren Ziel am Nachbarmikro aber eher ausdruckslos hinnahm. Nina Persson versteht es ohnehin meisterhaft, Gestik und Mimik einzubinden! Wenn man nicht immer zu Nathan und Niclas gucken müsste, würde man da viel Drama erkennen können! (Mich erinnerte die Sängerin übrigens, bevor ich es vergesse, an die Schauspielerin Kirsten Dunst.)

Zurück zur Musik, wobei die eigentlich heute nicht richtig wichtig war. Nach dem Duett wurde es erst wieder banaler. Mich packte keines der folgenden Stücke. Auch ein Grace Jones Cover (die mochte ich noch nie) gefiel mir nicht besonders. Erst I
signed the line war wieder etwas für mich. Toll dann das, was folgte. Nina Persson kündigte es an mit "It's time to talk about maths!" Algebra könnte eine Titelmelodie einer 70er oder 80er Jahre Kinderserie aus der Tschechoslowakei sein (das ist ein Lob, nur daß das klar ist!) - ein Knüller!

In der Folge kam dann immer mal wieder der stoisch guckende
Kristofer Åström als zweiter Gitarrist auf die Bühne (naja, eigentlich als erster, der andere tanzte ja so vor sich hin). Dann verschwand Nina nach einem Song backstage. Ihre Saiten-Leute spielten ein psychedelisches Instrumentalintro, das ziemlich schwer zu ertragen war und sich anfühlte, als dauerte es eine Viertelstunde. Nina kam zurück, stieg ein und beendete das Lied mit Anstand. Aber toll war Chinatown nicht. Kein neuer Liebling!

Das folgende My America entstand als Folge einer Begegnung mit Bill Clinton, und ich erspare mir jetzt alle doofen Witze.

Nach dem letzten regulären Lied, der Single Stronger than Jesus, erschienen A Camp noch zweimal zu Zugaben. Bemerkenswert dabei das Bowie Cover Boys keep swinging. Allerdings auch bemerkenswert nichtssagend. 85 Minuten dauerte dieses Popkonzert, das bei mir viele Eindrücke hinterläßt, die aber allesamt von der Sängerin der Band überdeckt wurden. Also ein schöner Abend, die Musik hätte manchmal besser sein können.

Setlist A Camp, Luxor, Köln:

01: The crowning
02: Love has left the room
03: Frequent flyer
04: Angel of sadness
05: Rock 'n' roll ghost
06: Golden teeth and silver medals (mit
Kristofer Åström)
07: Here are many wild animals
08: Walking the cow
09: I've done it again (Grace Jones Cover)
10: Bear on the beach
11: I signed the line
12: Algebra
13: I can buy you*
14: Chinatown
15: My America
16: Stronger than Jesus*

17: Song for the leftovers (Z)*
18: Boys keep swinging (David Bowie Cover) (Z)

19: The weed got here first (Z)

* mit
Kristofer Åström

Links:

- mehr Fotos aus dem Luxor

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- Anna Ternheim
- Björn Kleinhenz in Köln




 

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