Mittwoch, 16. Dezember 2009

Peaches, Köln, 15.12.09


Konzert: Peaches

Ort: Bürgerhaus Stollwerck, Köln
Datum: 15.12.2009
Zuschauer: nicht weit von ausverkauft, schätze ich
Dauer: Peaches 83 min, Hawnay Troof 30 min


Mit einer sms ("Habe zwei Tickets für Peaches heute abend im Bürgerhaus Stollwerck gewonnen. Lust mitzukommen?") änderte sich meine Abendplanung ganz spontan um kurz vor sechs noch. Warum eigentlich nicht? Das Stollwerck ist einer meiner Lieblingskonzertorte und viel zu selten Austragungsort für Konzerte. Außerdem
schaden Horizonterweiterungen nie. Zu tun hatte ich mit der in Berlin lebenden Kanadierin bisher nämlich nichts.

Als um neun das Vorprogramm startete, kam mir sofort die Geschichte mit dem geschenkten Gaul in den Sinn. Aber da mussten wir dann durch. Und weil Hawnay Troof, ein amerikanischer Rapper, offensichtlich ein anderes Bild von seiner Wirkung hat, als Kölner Publikum, mussten wir in der ersten halben Stunde auch da durch, seinen nicht endenden Mitmach-Aufrufen zuzuhören. Jeder seiner Versuche, die Zuschauer zu irgendwelchen mitgegröhlten Hey-Hos zu bewegen, scheiterte. Zu recht übrigens, auch musikalisch war Hawnay schwer zu ertragen. Immerhin erlebte Hawnay Troof noch ein klein wenig vorweihnachtlicher Gnade. Seiner Bitte, sich beim letzten Lied hinzusetzen, folgte der Großteil des Publikums. Das scheint also wirklich immer zu funktionieren.

Danach wurde zumindest die Show spektakulär. Peaches, bürgerlich Merrill Beth Nisker, tauchte in einer Art Fantasy-Kostüm auf. Sie sah wie ein Vogelmonster aus
einem Science-Fiction-Film aus. Kaum hatte man in Peaches' Kostüm den Kopf der Sängerin gefunden, zog sich die Kanadierin schon um und sah aus wie Tina Turner in Mad Max.

In der ersten Viertelstunde passierte neben den Kostümwechseln so viel, daß ich Schwierigkeiten hatte, mich auf die Musik zu konzentrieren. Was aber auch kein
Verlust war, denn Peaches' Electroclash überzeugte mich nicht sonderlich. Aber dafür, das live auszuprobieren, sind solche Konzerte aus Neugierde ja perfekt.

Nachdem Peaches u.a. eine Projektion angesungen hat, kam der große Höhepunkt des Abends (beim
dritten Lied). Die Sängerin hatte vorher schon crowdgesurft und setzte jetzt noch ein Stück Wagemut drauf. "Wenn Jesus auf Wasser gehen kann, kann ich auf euren Händen gehen!" Und das tat sie dann auch. Peaches schritt singend über ihre Fans. "Wenn ich falle, ist das Konzert sofort beendet!" Sie strauchelte ein paar mal, sang aber unbeirrt weiter. Ganz zweifellos die tollsten Minuten des Abends.

Auch wenn sie nicht fiel, war das Konzert damit im Prinzip für mich vorbei. Musikalisch war das Programm wirklich absolut nicht meine Welt, und das Effektpulver hatte die Kanadierin irgendwann verschossen. Ein (anfangs) spektakulärer Abend, der dann aber deutlich abflachte.



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