Sonntag, 12. November 2017

Kaltern Pop Festival, Kaltern am See, 26.10.-28.10.17

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Konzert: Kaltern Pop Festival
Ort: Kaltern am See 
Datum: 26.10.-28.10.2017
Dauer: 3 Tage
Zuschauer: div.



Kaltern ist wie Haldern - Nur noch intimer! Sprach eine Kommentatorin auf Facebook und hat Recht damit. 918km von Haldern entfernt, am wohl wärmsten See Norditaliens, dem Lago di Caldaro, an der Kalterer Weinstraße gelegen - Kaltern am See! 

Ein idyllisches Fleckchen Erde, ein verträumt pittoreskes Örtchen kurz hinter Bozen gelegen, eingerahmt von Apfelplantagen und jetzt herbstlich leuchtenden Weinstöcken für den leckersten Lagrein oder Gewürztraminer. Ein Ort zum Verlieben. 

Zum dritten Mal nun sind die Macher vom Haldern Pop dabei, ein Festival der besonderen Art an einem besonderen Ort zu etablieren. Wer das erste kpf15 u.a. mit Wanda oder das kpf16 mit Faber, The Slow Show, Hubert von Goisern oder Bears Den verpasst hat und sich auch diesmal nicht auf den Weg über den Brenner gemacht hat, der verpasst erneut ein liebevoll zusammengestelltes LineUp mit Künstlern, die mal in die Kategorie Entdeckungen fallen oder schon derart geliefert haben, dass es eine Freude ist, sie wieder zu hören. 

In diesem Jahr trifft dies wohl auf Kettcar oder Loney Dear zu. Kettcar dürfen, müssen, wollen für die erkrankte und kurzfristig abgesagte Judith Holofernes Samstag Abend auf die Bühne. Ein wenig betrübt, denn auf Judith Holofernes hatte ich mich sehr gefreut. Noch nie habe ich es auf eines ihrer Konzerte geschafft. Und von Kettcar habe ich nicht wirklich etwa Neues erwartet. Sollte ich mich irren? 

Aber von Anfang an...in diesem Jahr wollte ich ein paar Tage früher in Kaltern sein. Bin ich im vergangenen Jahr mit der vom HaldernPop organisiertem Bustour nach Kaltern geschuckelt (als einziger Vollzahler, aber das wäre eine ganz eigene Geschichte ??), so bin ich dieses Jahr mit Frau, zumindest einem Kind und mit Hund mit dem WoMo schon am Sonntag zuvor angereist. Ganz relaxed quasi. Campingplatz St.Josef und vier Tage PräFestivalTime am See.

Die Wetteraussichten versprachen den Himmel auf Erden und selbst wenn nicht - am Donnerstag wechselte die (Teil-) Familie stationär ins „Weiße Rösl“ direkt am Kalterer Marktplatz! Seit „Sissi“ sollte ein Hotel dieses Namens mindestens einmal im Leben gebucht werden. Und siehe da...auch so etwas hat Kaltern zu bieten. Zu Sissi komme ich aber später noch einmal...



Den Auftakt übernehmen alte Bekannte. Cantus Domus. Der Chor aus Berlin, seit Jahren geliebter und fester Bestandteil des HaldernPopFestivals und somit nahe liegend natürlich auch des KalternPop, eröffnen die diesjährige Spielzeit in der Franziskanerkirche oberhalb des Markplatzes. Über diesen herausragenden Chor ist alles geschrieben. Wer ihn noch nicht gehört hat, diesen anspruchsvollen und vielstimmigen Ausdruck klassischer und experimenteller Gesangsarbeit, der sollte sich auf jeden Fall die Zeit dafür nehmen. Welches Festival (außer vielleicht noch das Haldern Pop ;) )bietet schon einen derartigen Liebhaberopener. 

Der Donnerstag verläuft noch immer schön der Reihe nach. Es gibt Zeitfenster zwischen den Gigs, die zudem immer an unterschiedlichen Spielorten im Ort starten. So hat der geneigte Zuhörer die Muse alles in Ruhe zu erkunden. Stadt- oder Franziskanerkirche, Vereinsheim, Weinmuseum, der(!) KuBa, zwischendurch einen Drink im Krokodil, einer Partybar der Extraklasse für Macher, Artists und BesucherInnen gleichermaßen. Hier zählt nur der verfügbare Platz drinnen und nicht der Eintritt... Aber weiter....

Ein Highlight der besonderen Art offenbart sich mit „Mr. Red Horn“ Nils Landgren. Der schwedische Posaunist und Sänger ist einer der erfolgreichsten europäischen Jazz-Musiker. Sein Auftritt im Weinmuseum muss als außergewöhnlich eingestuft werden. Eine Änderung im Ablauf bewirkt, dass Loney Dear bereits dieses frühe Set am Contrabass und Klavier begleitet. Ursprünglich sollte es am späteren Abend anders herum sein und Nils Landgren wäre mit auf der Vereinshausbühne gewesen. 

So entwickelte sich in der intimen Atmosphäre des Weinmuseum ein Spiel zweier Ausnahmekünstler sondergleichen. Neben einem herausragenden Posaunenspiel überzeugte Nils Landgren auch mit seiner klaren und ruhigen Stimme z.B. bei seiner Interpretation von „The Broken Wings“. Mit seinem neuesten Projekt, das er "Eternal Something" nennt, kam Daniel Brandt in diesem Jahr zum KalternPopFestival. Brandt gehört zum Berliner Techno-Kollektiv Brandt Brauer Frick. 

Seit Ende der Nuller-Jahre hat das Trio die elektronische Tanzmusik weiterentwickelt, indem es zuerst Musik auf herkömmliche Art aufgenommen, dann gesampelt und später wieder live mit Instrumenten aufgeführt hat. Der Multiinstrumentalist Brandt ist ein genialer Produzent und Remixer mit einem Sinn für außergewöhnliche Klangstrukturen. 

Bei Soundcloud sind eine ganze Reihe dieser Arbeiten zu hören wie „Chaparral Mesa“ oder eben das gerade entstandene „Eternal Something“. Auch Werke von zeitgenössischen Komponisten wie Steve Reich und Terry Riley hat Daniel Brandt bereits aufgenommen. Mit ihm gastiert wohl einer der spannendsten deutschen Elektronik-Musiker beim Festival. Wie schon im Vorjahr werden einzelne Künstler durch das Ensemble StarGaze begleitet. Beim kpf17 hat u.a. Daniel Brandt die Ehre komplexe Klangstrukturen mit den Streichern und Bläsern einzuspielen und einem begeisterten Publikum vorzubringen. 

Manche Stücke werden frei gesampelt und gewinnen dadurch natürliche Exklusivität. Der Deutsch-Engländer Ajimal beruhigte im Anschluss die Zuhörer am Klavier und an der Gitarre im Weinmuseum mit zarten Klängen und Gesang. Für meinen Geschmack allerdings etwas zu getragen und als Singer-/ Songwriter dann auch etwas zu beruhigt für mich.

Mit Loney Dear betritt am Abend einer die Bühne der sich anschickt einer der ganz Großen zu werden. In bekannter Manier hat der Zuhörer das Gefühl die Songs des Schweden entstehen direkt vor ihm, wären da nicht auch die bekannten Stücke der aktuellen und der letzten Platte. I Love it! 

Die Aftershowparty läuft im Kohlenkeller des KuBa. Jepp, richtig gehört! Ein geiler Schuppen. Super schön ausgebaut, sehr stylisch hergerichtet und ja, es ist der frühere Kohlenkeller für die dampfbetriebenen Loks, die am (Ku)Bahnhof Station machten. Achso, „Ku“ steht führ Kultur und heute beherbergt der Bahnhof nunmehr einen Kultur- und Jugendtreff inkl. Kino.

Sehr feine Location. Zurück zur Aftershowparty...gut gefüllt und beste Musik aufgelegt von Ben E. Blame $ Sugar Shame kannst du hier so richtig versacken. Der Freitag startet in der Stadtkirche mit Cantus Domus und einem dreiteiligen Set. 2x Cantus Domus, die unter anderem Coverversionen von Lisa Hannigan, aber auch ein Stück, dass der Chor zurückliegend mit Damian Rice in Berlin eingespielt haben. 

Ein Teil des Sets bespielt mit Fabricio Cammerati, ein italienischer Singer Songwriter. Er war am Samstag noch einmal Solo im Weinmuseum zu hören. Danach Woman. Die Senkrechtstarter aus Köln und nun auch Gewinner des New Music Award 2017 müssen leider mit wenig Publikum auskommen. Sehr schade, dann die Band hätte ein volles Haus verdient. Im Mai veröffentlichte die Band ihr Debütalbum „Happy Freedom“ und überzeugt.

Ihre Musik lässt sich nicht wirklich in eine Schublade stecken. Irgendwo zwischen englischem Pop, Funk und Elektro sind sie zu Hause. Das wechselt von Song zu Song. Auch bei der Frage, wie Sie zu dem Bandnamen Woman gekommen sei, gibt es Interpretationsspielraum.



Darauf gibt es immer wieder eine andere Antwort. Merle (meine Tochter) erfuhr von Manuel, er wisse es selbst nicht so genau... Also weiter zu Mario Bartkovic in die Stadtkirche. Der Ausnahmesolist an der Quetsche (Anmerkung: Akkordeon :)) füllte den Kirchenraum in einer Klangdichte, dass man das Gefühl haben musste, die Orgel sei angesprungen. Unglaublich und das muss ich mir unbedingt noch einmal abseits eines Festival gönnen. 

Das Konzert des (ja-genau-der-schauspieler) Tom Schilling hat mich dann am meisten überrascht und zugleich begeistert. Tom Schilling wirkt ein wenig wie ein Konfirmand (oder genauer eines Jugendweiheteilnehmers aus Ost-Berlin) auf der Bühne und füllt diese aber komplett mit dem Sound von „The Jazz Kids“. 

Der Sound treibt im Stil bester Italo-Western und rennt förmlich vorneweg während Tom Schilling mit Sprachwitz und herrlichen Ausformulierungen über Liebe und Glanz brilliert. „Das ist kein Liebeslied und schuld daran bist: Du!“ Ein Wortspiel, welches mich unweigerlich an Fabers „Einer von uns beiden ist ein Arschloch und ich bin’s nicht“ erinnert. 

Schillings Interpretation Bettina Wegeners „Sind so kleine Hände“ wirkt zunächst ein wenig aus dem Set gerutscht und doch fügt sich der Song in das Gesamtarrangement inhaltlich ausgezeichnet ein. Tom Schilling reiht sich so ein in die großen Interpretation z.B. einer Joan Beaz ein. Großes Kino!

Von Erlend Oye kannte ich mal so gar nix. Ihn habe ich hier in Kaltern zu ersten Mal gehört. Tja, und was soll ich sagen? Als nordischer Singer-/Songwriter mit Charme, mit aktuellem Schaffensmittelpunkt auf Sizilien, hat er durchaus musikalischen Qualitäten. Er spielt mit dem Publikum, macht Witze, ist galant. Aber dann hört es für mich aber auf. Er ist ein Perfektionist am Set, Fotografen scheinen ihm ein Gräuel, dass Klicken mechanischer Kameras irritieren ihn so sehr, dass er Textpassagen, ja auch komplette Songs vergisst. 

Gleichwohl scheint ihm insbesondere der weibliche Teil des Publikums wohlgeneigt zu sein. Er verzaubert sie mit der Gitarre und seinem Gesang. Ein Barde! Eingespiegelt in Begleitung mit Stargaze erhalten seine Stücke eine ganz neue Qualität und Raffinesse. Sie beginnen zu leben und umgarnen das Publikum. 

Ich muss leider raus und wechsle den Spielort in Richtung Kino im KuBa. Mark Geary & Grainne Hunt erwarten mich dort in irischer Leichtigkeit, die eigentlich viel besser in einen Pub als in einen Kinosaal gepasst hätten. Als dann noch Liam Ó Maonlaí (Hothouse Flowers) aus dem Kinosessel im Auditorium auf die Bühne ans Klavier geholt wurde, und er völlig hin und weg war, da wusste ich, hier hatte ich etwas sehr Schönes fast verpasst. 

Diese irischen Ausnahmekünstler bespielten mit Irish Songs die Bühne, bedankten sich in freundlichem Speak beim Publikum und bei Stefan Reichmann und seiner Crew, (Das konnte ich passenderweise noch öfter hören ??) und hatten einen dermaßen Spaß auf der Bühne, dass einem das Herz aufging. What a great Show! Im Anschluss wurde es leicht.

Der KuBa, ein unterjährig als Jugendtreff genutzter alter Bahnhof, gab ein Bier und eine Semmel aus und eröffnete uns den Weg zu den letzten Konzerten des Abends mit The Bamboo Dolls und Hope im Kohlenkeller. Ich liebe diese Location!!! The Bamboo Dolls schafften es mit gutem Alternative Rock das Publikum zu bewegen. Ihr Frontmann sprach mir ein wenig zu viel von der Entstehung der aktuellen Scheibe, die Songs blieben dann leider ein wenig hinter den gesteckten Erwartungen zurück. 



Einzig der Gitarrist überzeugte mich durch sauberes Spiel und gezogene Riffs, die ins sphärische abdriften konnten. Dass Publikum hatte Spaß und somit war es ‚ne geile Show"! Dann HOPE! Wer gedacht hat, das Independent irgendwie und irgendwas düster abliefert, der hätte dieses Konzert genießen müssen. 

Vier Lightspots, davon zwei auf auf direkter Kamerahöhe, versprachen eine Show, die lichttechnisch am Abgrund stand. Aber dann der Sound. Indie, Post-Rock und Ambient/Electronic. Eine Explosion! Gewaltig, Düster und Klangerhaben... Ein Genus fürs Ohr und auch die Kamera!

Die Aftershowparty mit DJ. St. Paul im KuBa musste ich leider daraufhin passen. Der Vorabend, das LineUp des heutigen Tages und die Aussicht auf den dritten Tag zwangen mich in die nicht jünger werdenden Knie. Feierabend! 

Der Samstag und somit letzter Festivaltag wird erneut durch Cantus Domus eröffnet. Zur Verstärkung bzw. Ergänzung des Chores spielten diverse Künstler der drei Tage des KalternPopFestival mit ein in eine Matinee. Eine Matinee!? Häh? Jepp, eine musikalische Veranstaltung am Nachmittag.



Zu nicht mehr - aber auch nicht weniger hatten Cantus Domus ins altehrwürdige Grand Hotel Penegal auf dem Mendelpass geladen. Jahrelang hat es leer gestanden und nun schickt sich ein Bauunternehmer an, dass Haus zu Altem (Oder Neuem?) Leben zu erwecken! Was für eine Location für ein herausragendes musikalisches Experiment des KalternPopFestival.

Aber wo wenn nicht hier, und mit diesem Veranstalter? Erreicht werden kann dieser Spielort mit der Mendelstandseilbahn oder zu Fuß. Ja. Mit dem Auto geht auch... Nicht nur Wanderer und Musikliebhaber hat der Berg angezogen, sondern auch Staatslenker. Der kaiserlich-habsburgerische Hof wählte seinerseits das einzige Hotel auf dem Penegal als Sommersitz und Nobelkurort. Könige und Kaiser (K&K - begegnet einem hier immer wieder ??) verbrachten hier oben ihre Ferientage, auch Sissi. Schmacht! 



Karl May schrieb hier sein Alterswerk. In seinem Buch "Am Jenseits" heißt es: "Schaut noch einmal zurück, und merkt euch diese Stelle, denn ihr kommt wieder her, wenn abgerechnet wird!" Schicksal?! Cantus Domus reihten nun einen Künstler nach dem anderen in das Set mit ein. Erlend Oye - den am Vortag vergessenen Songtext hat er nachholen können. Während er sehr gelöst mit dem Publikum kommunizierte und viel Spaß am musizieren hatte....wieder diese lästigen Fotografen! Es gab eine recht harsche Zurechtweisung und somit kaum Fotos! 

Sein Spiel „Up Side down“ zusammen mit Cantus Domus war aber ein Genuss! Instant Komposing nannte Mario Bartkovic seinen Beitrag zusammen mit dem Chor und entwickelte eine Improvisation in der ein neuer Song entstand. Keine leichte Sache im zwanzig Minuten aber spannend zu hören und zu erleben. Das Ergebnis hatte Wiedererkennungswert und es würde mich nicht wundern, wenn diese Zusammenarbeit noch einmal eine Fortsetzung finden würde!

 Und wieder Cantus Domus mit der Mendelsohn Bartholdy Vertonung des Psalm 91:11 „Denn er hat seinen Engel befohlen...“ Andächtige Stille im Festsaal wie schon Tags zuvor beim a Capella Set in der Stadtkirche. Den irisch geprägten Teil der Matinee übernahmen Mark Geary & Grainne Hunt zusammen mit dem Chor. Für mich eine derart gelungene Erweiterung des Konzertes im Kino und ein wirklicher Spaß. Grainne Hunts Solo u.a, mit Songs von Joni Mitchell „Live is in Illusion“ oder ihrer Heimat Irland rückten dann auch einmal Grainne in den Mittelpunkt und sie zog alle Aufmerksamkeit auf sich. Mit Recht! 

Dann kam Liam ó Maonlaí - (barfuß am Klavier ??) Irische Lieder in altirischer (gälischer) Sprache wie sie seine Großeltern noch gesprochen und gesungen haben. Als dann ó Maonlaí zusammen mit Cantus Domus zum Abschluss den Hothouse Flowers Song „Stand beside Me“ interpretieren, war dies der gelungenste Abschluss eines wunderbaren musikalischen Festivalexperimentes der Extraklasse. 

Nach einer längeren sonntäglichen Pause (musste wirklich sein, nach so einem musikalischen Erlebnis war es schwer zur Tagesordnung überzugehen ;)) rauschte auf dem Weg zum Vereinshaus ein Kleintransporter an mir vorbei und Voodoo Jürgens entstieg just zu der Zeit dem Bulli, an der sie eigentlich auf der Bühne stehen sollten. Das scheint so langsam Methode zu haben. Auch beim Haldern waren sie zu spät. 

Mit über halbstündiger Verspätung starte die Combo dann ihren Gig im gewohnt schwarzhumorigen Wiener Schmäh! Ganze 25 Minuten blieben die Austropoppern um sich mit ihrem Anti-Folk feiern zu lassen! Wieder ein Ortwechsel. Birrth im Weinkeller. Die zierliche Italienerin mit einer Stimme die mich irritierenderweise an M.I.A. erinnert. Lächelt sie dich eben noch kurz und fast verniedlicht an, schickt Sie sich kurz darauf an dir die stimmliche Waffe entgegen zu halten. Gleichwohl wirkt sie anmutig und zerbrechlich. Was für ein Fest! Wieder Im Vereinshaus zurück starteten dann Kettcar.



Das neue Album mit seiner Auskopplung „Sommer ‚89“, "Ich vs. Wir" erschien erst im August 2017 bei Grand Hotel van Cleef. Kettcar waren schon immer eine politische Band. Bekannt, geliebt und manchmal auch kritisiert wurden sie seit ihrem maßgeblichen Debüt DU UND WIE VIEL VON DEINEN FREUNDEN (2002) zwar zuerst wegen ihrer sogenannten Befindlichkeitsfixiertheit. Wuchtig, wichtig und überfällig! Kettcar kehren zurück wenn die deutschen Popmusik sie am meisten braucht, schreibt der Musikexpress. Diesbezüglich also keine Überraschung. Sehr freundlich und dankbar dann ein Cover für die erkrankte Judith Holofernes. 



An Intergalactic Lovers wird in naher Zukunft wohl kein Weg vorbeigehen, wenn es darum geht besten Indierock auf die Bühne zu holen. Alles ist auf die charismatische Frontfrau Lara Chedraoui ausgerichtet. Sie lebt ihre Musik, zeigt Emotion und Kraft auf der Bühne. Dabei spielt sie mit dem Publikum im KuBa und verlässt dafür auch gerne mal die Bühne. Ein herausragender Liveabschluss eines überaus gelungenen Festivals für Musikliebhaber, denn nach dem letzten Akkord noch einmal Aftershow als Festivalaftershow mit DJ. St. Paul. 

Ab hier gab es dann auch noch einmal die Gelegenheit mit vielen Machern und Künstlern ins Gespräch zu kommen, den leckersten Lagrein zu trinken und einfach nur noch zu feiern! Denn es war mir ein Fest! Danke, mille Grazie und Ciao bis zum nächsten Jahr in Kaltern an der Weinstraße! Das Jahr wird lang. Der Blues ist heftig... 

Text und Fotos by Denis Schinner


Dienstag, 7. November 2017

Cigarettes After Sex, Köln, 06.11.17

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Konzert: Cigarettes After Sex
Ort: KulturKirche, Köln
Datum: 06.11.2017
Dauer: knapp 65 min
Zuschauer: seit Wochen ausverkauft



"Nein, ist nicht bestuhlt!" Mein größte Sorge nach der Suche nach einem Parkplatz in Nippes galt der Frage, ob ich Cigarettes After Sex im Sitzen würde sehen müssen. Natürlich liebe ich die Platte der texanischen Band abgöttisch, wie könnte ich nicht? Aber die Gefahr, daß die sehr sehr langsamen Lieder mich einlullen könnten und das Konzert todlangweilig werden könnte, hielt ich für groß. Dann wenigstens stehen, um nicht einzunicken!

"Nein, keine Vorgruppe!" war die nächste gute Nachricht etwas später am Einlaß. Im Herbst muß ein Support schon sehr überzeugen, um nicht lästig zu sein. In den letzten Wochen hatte ich ein paarmal wirklich Glück, das sollte man nicht überstrapazieren.

Die KulturKirche in Nippes war seit Wochen ausverkauft, Cigarettes After Sex hätten auch viel größere Säle ausverkauft. Nach dem Konzert war die Rede von absurd hohen Summen, für die Tickets bei ebay verkauft worden seien. Glücklicherweise blieb es bei der KulturKirche, in der ich viel zu lange nicht mehr war. 


Um halb neun kamen die vier komplett in schwarz und viel Leder gekleideten Musiker auf die Bühne. Die Sängerin, die viele erwartet hatten, war ein älterer Mann mit Vollbart, Greg Gonzalez. Ich hatte irgendwann ein Live-Video gesehen und war vorbereitet. Nicht vorbereitet war ich darauf, wie sehr mich die Zeitlupenmusik in Bann zog. Die Lieder sind fantastisch, keine Frage. Aber ich war ziemlich sicher, daß die Musik der Band eine Albumschönheit sein würde. Obwohl sie das Langsame konsequent bis in jedes Detail umsetzten, war keine Minute des Konzerts langweilig. Zwischen den Liedern bewegten sich die Musiker im Takt der Musik, also sehr lahm. Ich mochte das aber sehr gerne.


Cigarettes After Sex lösten bei mir live eine Menge Assoziationen aus. Da war natürlich viel Mazzy Star rauszuhören, allerdings auch Mercury Rev oder Slow-Galaxie 500. Nothing's gonna hurt you baby klang für mich wie eine Camera Obscura Single auf 33. Ich bin nicht so der Meister der Komplimente, merke ich gerade. Das ist aber alles äußerst positiv gemeint. Mich überzeugte alles diesem Abend. Auch wenn ich einen wichtigen Teil wegen meines Platzes unter der Kanzel erst gegen Ende entdeckte: die wundervoll ästhetischen Videos, die die Optik der Band (alles, sogar die Instrumente war(en) schwarz) perfekt ergänzten.

Selbst das Cover des fiesen Keep on loving you von REO Speedwagon war schön! Daß ich sowas mal schreibe... 

Cigarettes After Sex spielten vor allem Songs des Debütalbums, dazu die fantastische Single Affection und Lieder von der ersten EP I. (vermutlich wie K. nach einer Frau benannt).  

Das Konzert dauerte 65 Minuten und endete mit der Zugabe Dreaming of you, das nicht das beste Stück des Abends war. Ich habe selten ein aufmerksameres Publikum in Köln erlebt. Die vielen geschlossenen Augen, die ich befürchtet hatte, gab es überall in der Kirche. Aber es lag nicht an Langeweile, es lag an dem kompletten Eintauchen in den Dream- oder Ambientpop der Texaner!

Setlist Cigarettes After Sex, KulturKirche, Köln:

01: Young & dumb

02: Opera house
03: K.
04: Sunsetz
05: Sweet
06: John Wayne
07: Affection
08: Keep on loving you (REO Speedwagon Cover)
09: Nothing's gonna hurt you baby
10: Each time you fall in love
11: Apocalypse

12: Dreaming of you (Z)




Montag, 6. November 2017

Les concerts en novembre à Paris

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Le mois de novembre c'est la haute saison pour les concerts ! Le Pitchfork Festival est derrière nous, mais tout au long de cet avant dernier mois de l'année il y a des concerts excellents. Je pense au gigs de The Wedding Présent, Liars, Sun Kil Moon, Aldous Harding (photo), Wolf Parade, Fleet Foxes et tout plein d'autres...




01: Sam Amidon, Espace B
01: Mathieu Boogaerts, La Java
01: Angus And Julia Stone, Zénith
02 + 03 +04: Pitchfork Music Festival, Grande Halle de la Villette, line up voir la photo en bas.
02: Starsailor, Pan Piper
02: Jason Isbell, Café de la Danse
02: Amy Shark, Pop-up
02: Chris Isaak, Olympia
03: Johnny Flynn & The Sussex Wit, Café de la Danse
03: F.M., Boule Noire
03: Anne Darban, Gisèle Pape, La Louise, Olympic Café
04: Nouvelle Frontière, Maison, Somborn, Supersonic
03: Jean Added, Le 104
04: Jeanne Added, Le 104
05: Gengahr + Guest, Olympic Café
06: The War on Drugs, Bataclan
06: François And The Atlas Mountains, La Cigale
06: John Maus, La Maro
07: Queens Of The Stone Age, Bercy
07: Kent, Café de la Danse
07: David Thomas Broughton, Olympic Café
07: Godspeed You! Black Emperor, Elysée Montmartre
07: Benjamin Clementine, Grand Rex
08: Joakim, Badaboum
08: Emma Sand, Pop In
08: Sage comme des Sauvages, Divan du Monde
08: Alice et Moi, Boule Noire
08: Perfume Genius, Gaité Lyrique
08: Mathieu Boogaerts, La Java
08: Warhaus, La Maroquinerie
08: Gurr, La Mécanique Ondulatoire
08: Maissiat, Le 104
08: Barbara Pravi, Le Réservoir
08: The Horrors, Trabendo
08: The Wedding Present, Petit Bain
08: Zola Jesus, Point Ephémère
09: Poni Hoax, La Cigale
09: Royal Blood, Zénith
09: Lola Marsh, La Maroquinerie
10: Razorlight, Café de la Danse
10: Fink, La Cigale
10+11: OTB Fest Nights avec Big Business, Wiegedood et plein d'autres
10: Benjamin Booker, La Maroquinerie
10: Cristobal And The Sea, Pop-up du Label
10: Torres, Point Ephémère
11: Kasabian, Zénith
11: Father John Misty et Weyes Blood, Trianon
11: Madness, Salle Pleyel
11: Little Dragons, Elyséé Montmartre
12: Kitty, Daisy And Lewis, Le Flow
13: Julien Baker, Etoiles
13: Parcels, La Cigale, complet
13: Liars, La Maroquinerie
13: Black Lips, Trabendo
13: Marie-Flore, Trois Baudets
13: Aldous Harding, Point Ephémère, complet
14: Absynthe Minded, Badaboum
14: Festival Fédéchansons, FGO-Barbara
14: Shannon Wright, La Gaité Lyrique
14: Mac Demarco, Olympia
14: Rose Droll, Pop In
14: Peter Perrett, Point Ephémère
15: Festival Fédéchansons, FGO-Barbara
15: Howe Gelb, Duc des Lombards
15: Katie v. Schleicher, Olympic Café
15: Film Bauer, Pop-up
15: Alice Lewis, Trois Baudets 
15: Curtis Harding, Trabendo
16: Ali Danel, Bateau Théâtre-Le Nez Rouge
16: Kid Francescoli, Trianon, complet
16: Pauline Drand et Brome, Le Zorba
17: La Terre Tremble !!! + Powerdove, FGO-Barbara
17: Marisa Anderson, Le Zorba
17: Trisomie 21, La Machine du Moulin Rouge
17: Wolf Parade, Petit Bain
17: Clara Luciani, Maison Pop, Montreuil
17: Van Morrison, Salle Pleyel
18: Stranded Horse, MMP, gratuit dans le cadre du festival Monte le Son
18: Lenparrot, Point Ephémère
18; Stanley Brinks & The Wave Pictures + Freschard, Espace B
19: The Thurston Moore Group, Café de la Danse
20: Aliocha, Boule Noire
20: Algiers, La Maroquinerie
20: Camille, Les Folies Bergère
20: Tusks, Olympic Café
20: Ulrika Spacek et Halo Maud, Point Ephémère
20: Fleet Foxes, Trianon, complet
21: Chuck Prophet, Boule Noire
21: Valparaiso, Café de la Danse
21: Canari et Odyssey & Oracle, FGO-Barbara
21: Thundercat, Elyséé Montmartre
21: Sun Kil Moon, La Gaité Lyrique
21: And So I Watch You From Afar, La Maroquinerie
21: Metz, Le Trabendo
21: Camille, Folies Bergère
21: The Craftmen Club + Traditional Monsters, Petit Bain
21: Sallie Ford, Point Ephémère
21: Fleet Foxes, Trianon
21: Aude Juncker, L'Etage
22: Carole Masseport, Release Party
22: Black Rebel, Elysée Montmartre
22: June Bug, Pop In
22: Hord + Moment, Olympic Café
22: Widowspeak, Espace B
22: Opening Les Inrocks Festival avec Ider, Khadyak et Marie-Flore, Les Bains
22: Jay Jay Johanson, Alhambra
22: Louis Arlette + Metro Verlaine, Hasard Ludique
22: Klangstof, Pop-up du Label
22: The Amazons, Point Ephémère
23: Modeselektor, Rex Club
23: Sophia, Espace B
23: Clan Of Xymox + My Great Blue Cadillac, Bus Palladium
23: Fujita & Miyagi, Point Ephémère
23: Sevdaliza, Trabendo
23: Josh Rouse, Pop-up du Label, complet
23: Gisèle Pape et Refuge, O' Gib, Montreuil
23: Cléa Vincent et Ricky Hollywood, La Cigale
23: Lisa Portelli, La Maroquinerie
23: Festival Les Inrocks, Gaite Lyrique, Django Django
23: Susheela Raman + Laure Brisa, FGO-Barbara
24: Omar Souleymann, La Bellevilloise
24: Call Of The Trees + Hershey/Hito, Pop In
24: Laibach, Trabendo
24: Emma Ruth Rundle, Espace B
24: De La Romance, Basile Di Manski, FGO-Barbara
24: Bernard Lavilliers, Olympia
24: Julien Gasc, Point Ephémère
24: Nouvelle Frontière, La Gaité Lyrique pour les Inrocks Lab
24: Gorillaz, Zénith, complet
24: Raoul Vignal, Médiathèque Françoise Sagan
25: Mark Lanegan, Café de la Danse
25: Melmac, Le Chat Noir
25: Triggerfinger, Elyseé Montmartre
25: The Stranglers, La Cigale
25: Protomatyr, La Maroquinerie
25: Jupiter & Okwess, Hasard Ludique
25: Bernard Lavilliers, Olympia
25: Eskelina, Pan Piper
25: Gorillaz, Zenith
26: Ropoporose, Batofar
26: King Krule, Casino de Paris
26: Juliette Armanet, La Cigale
26: Kimbra, La Maroquinerie
26: B Lavilliers, Olympia
27: Mélie Fraisse, Trois Baudets
27: Eddy De Pretto, Etoiles
27: Mariam The Believer + Charlotte & Magon
27: Dinner x Jannis Noya Markrigiannis x Pastel Coast, Pop-up
28: Tortorro, Badaboum
28: Karl Blau, Espace B
28: Faire, La Maroquinerie
28: Chapelier Fou, Le 104
28: B Lavilliers, Olympia
28: Girls In Hawaii, Trianon
29: Public Service Broadcasting, Badaboum
29: La Féline, Boule Noire
29: Mastodon, Elysée Montmartre
29: Vincent Delerm, Cigale
29: Kali Uchis, La Maroquinerie
29: Dillon, Carreau du Temple
29: B Lavilliers, Olympia
30: Keep Dancing Inc, Olympic Café
30: Témé Tan, Hasard Ludique
30: BRNS, Trabendo
30: The Fleshtones, Petit Bain
30: B Lavilliers, 
30: Veronique Sanson, Salle Pleyel
30: Benjamin Biolay, Zénith



Les concerts de la semaine à Paris du 6 au 12 novembre 2017

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Une belle semaine de concerts nous attend ! Ce lundi commence déjà très fort avec War On Drugs, John Maus et François And The Atlas Mountains, mais le sommet de la semaine est certainement le gig de The Wedding Présent qui vont nous jouer leur album culte "George Best" à Petit Bain. Le 17 juillet 2015 The Wedding Présent avaient joué la 100ème Oliver Peel Session au même endroit, mais à l'époque  l'album "Saturnalia" était au programme




06: The War on Drugs, Bataclan
06: François And The Atlas Mountains, La Cigale
06: John Maus, La Maroquinerie, complet
07: Queens Of The Stone Age, Bercy
07: Kent, Café de la Danse
07: Godspeed You! Black Emperor, Elysée Montmartre
07: Benjamin Clementine, Grand Rex
08: Joakim, Badaboum
08: Emma Sand, Pop In
08: Alice et Moi, Boule Noire
08: Perfume Genius, Gaité Lyrique
08: Mathieu Boogaerts, La Java
08: Warhaus, La Maroquinerie
08: Gurr, La Mécanique Ondulatoire
08: Maissiat, Le 104
08: Dana Boulé And The Petit Punks, FGO-Barbara, 15h
08: The Horrors, Trabendo
08: Pierre, Le Môtel
08: The Wedding Present playing George Best, Petit Bain
08: Zola Jesus, Point Ephémère
09: Poni Hoax, La Cigale
09: Matt Eliot dans le cade du Festival Monte le Son, MMP
09: Sarah Jeanne Ziegler, La Fabrique Balades Sonores
09: Royal Blood, Zénith
09: Mélie Fraisse, Kodäma, Després, Espace Gérard Philippe, Fontenay sous Bois, gratuit
09: Wayne + Les filles de Illighadad, Hasard Ludique
09: Midget! + Le Bâtiment, Espace en Cours
09: Electric Electric, La Station
09: Lola Marsh, La Maroquinerie
10: Razorlight, Café de la Danse
10: Fink, La Cigale
10: Birth Of Joy, Petit Bain
10: Katel, Forum Léo Ferré
10: Weaves + Clementine March, Espace B
10: Benjamin Booker, La Maroquinerie
10: Cristobal And The Sea, Pop-up du Label
10: Torres, Point Ephémère
10: Carla dal Forno, Batofar
10: OE, Le Zorba
11: Kasabian, Zénith
11: Volvo + Emmanuelle Parrenin, Le Zorba
11: Inni-K, Break Art Mix
11: Father John Misty et Weyes Blood, Trianon
11: Madness, Salle Pleyel
11: Little Dragons, Elyséé Montmartre
12: Kitty, Daisy And Lewis, Le Flow



Sonntag, 5. November 2017

Inheaven, Köln, 27.10.17

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Konzert: Inheaven
Ort: mtc, Köln
Datum: 27.10.2017
Dauer: 50 min
Zuschauer: ca. 50



Nach gut der Hälfte des Konzerts war Sänger James Taylor sicher, daß wir den Namen seiner Band langsam kennten. Er beendete nicht mehr jedes Lied mit "we're Inheaven!"


Inheaven kommen aus London und mögen die 70er Jahre. Nicht, daß ihre Musik so klinge, die Outfits der Musiker und der Mikroständer erinnerten eher an eine Schlagersendung des ZDF vor 40 Jahren als an aktuellen Indierock. Die drei männlichen Musiker trugen diese weißen T-Shirts mit blauen Armen und Bündchen, die sicher einen eigenen Namen haben, den kenne ich aber nicht. Auf dem Shirt von Gitarrist Jake Lucas war Robert Plant, das von Drummer Joe Lazarus war blank und James trug seines unter einem schwarzen Hemd mit lila Blüten drauf. Nur Bassistin und Sängerin Chloe Little hatte einen anderen Kleider-Rider und trug ein schwarzes Oberteil und eine schwarze Hose mit weißen Längsstreifen, sie wirkte, wie aus einem schwarz-weißen Abba-Video entsprungen. An den Mikroständern der drei Musiker vorne klebten eine ganze Menge Stoffrosen. Das war alles stimmig, passte aber nicht zur Musik. Aber außer, daß es eine gute Einleitung macht, ist das ja vollkommen egal.



Musikalisch sind Inheaven nicht so leicht zu greifen. Dirk schrieb in seinem Bericht schon, daß Inheaven berühmt werden wollen. Und sie wollen in Stadien spielen. Sollte das klappen, haben wir dann das exklusive "Inheaven spielen wieder in einem winzigen Club" schon vorab erlebt. Die Posen, das bemüht wirkende, viel zu hohe Mikro vor James, das er nur besingen konnte, wenn er den Kopf so weit nach hinten kippte, wie es anatomisch geht, die "how are you, Cologne?" oder "are you still with us, Cologne?" Schreie, das brauchten die Lieder alles gar nicht, die sind ohne besser. Do you dream, das sechste Stück des Abends, kündigte der Sänger mit "kennt Ihr unser Album? Das nächste Lied stammt von dem!" an. Die fünf davor aber doch auch. Und die meisten anderen. Auf die Spitze trieb der Frontmann die Stadionherangehensweise bei Drift. Da kniete er dramatisch gitarrespielend am Anfang des Lieds, musste dann aber nach wenigen Sekunden aufhüpfen, weil er singen musste.


Inheaven spielten vor rund 50 Leuten.

Manche Inheaven-Songs erinnerten mich an Suede, andere klangen nach amerikanischem Indierock. Am besten wurde es immer dann, wenn James und Chloe gemeinsam sangen, bei All there is zum Beispiel.

Das klingt alles schrecklich negativ, das wird dem Konzert aber nicht gerecht, die Lieder sind schon ziemlich gut. Aber die Verpackung war nun mal das, was sofort ins Auge sprang und ablenkt.

Neben Drift und All there is gefiel mir Real love sehr gut. In der Welt, in der die Band wohl gerne lebte, nennt man das wohl eine Powerballade. 

Zugaben spielten die nicht englisch klingenden Engländer nicht. Nach 50 Minuten hatten sie das Album (bis auf einen Song) und drei zusätzliche Stücke durch. Das vorletzte war Wasted my life on rock n roll. Aber das habe ich an dem Abend nicht gemacht. Ich bin froh, Inheaven (jetzt habe ich den Namen häufiger als die Band verwendet!) gesehen zu haben, bevor sie in Stadien spielt. Das wird sie nicht, das ist aber auch nicht schlimm.

Setlist Inhaven, mtc, Köln:

01: Bitter town
02: Stupid things
03: Baby's alright
04: Vultures
05: World on fire
06: Do you dream
07: All there is
08: Drift
09: Real love
10: Velvet
11: Meat somebody
12: Treats
13: Wasted my life on rock n roll
14: Regeneration

Links:
 

- aus unserem Archiv:
- Inheaven, Köln, 27.10.17






 

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