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Samstag, 24. Mai 2008

Virginia Jetzt!, Köln, 23.05.08

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Konzert: Virginia Jetzt! (Nino & Thomas akustisch)
Ort: Subway, Köln
Datum: 23.05.2008
Zuschauer: ca. 60
Dauer: 60 min.


Ist die Überschrift jetzt eigentlich richtig? Virginia Jetzt! traten nämlich nicht komplett in Köln auf, das akustische Konzert bestritten (schreckliches Wort, ich will aber nicht so oft "spielen" verwenden) nur Nino Skrotzki und Thomas Dörschel, Sänger und Gitarrist der Band aus Berlin. "Wir sind 2/3 von Virginia Jetzt!", stellten sich die beiden vor. "Heute sind wir sogar 3/4 der Band" - und der Drumcomputer ging an. "Wir sind also die gefühlvolle Fraktion, die anderen sind die - wie sagt man - Haudegen." Einige Male lästerten die beiden über ihre beiden zu Hause gebliebenen Bandkumpels, weil die sich ja nicht wehren könnten, bis ihnen aufging: "Das ist doch morgen alles bei youtube! Die haben auch Internet!" Bei youtube ist es nicht, aber hier...

Aber es stimmte ja auch ("ist doch besser, daß wir hier sind als die, wer guckt sich schon Drum & Bass an?")...

Der Auftritt der beiden war das erste VJ! Konzert seit sieben Monaten, weil die Band im Studio (irgendwo mitten in einem Wald) ist und da an ihrem nächsten Album arbeitet. Nino kündigte an, daß es wahrscheinlich 2008 auch keinen weiteren Auftritt geben werde. Der akustische Abend in Köln war also ein exklusiver. Das Publikum leider auch, es waren leider weit weniger Leute da, als der Saal hätte vertragen können.

Wie gut, daß wir die Plakate zum Konzert erst im Treppenabgang des Subway sahen. Da war 21.30 h als Termin genannt. Als wir um zehn vor elf ankamen, wurden gerade die letzten Vorbereitungen begonnen. Der (wie auch immer große) Bruchteil von Virginia Jetzt! begann das Konzert um kurz nach elf.

Sie hätten den ganzen Tag in einem dunklen Raum verbracht und die Stücke des Abends geprobt, sagte Nino gleich zu Beginn entschuldigend. Wegen der Arbeiten am neuen Album sei es nicht leicht, sich wieder auf die alten Sachen einzustellen. Offenbar hatten die beiden ihre letzten Alben bei dieser Probesession dabei, mit Ausnahme von "Mein Sein" spielten sie ausschließlich Lieder von "Anfänger" und "Land unter". Von den alten Songs.

Spannend war dann natürlich, ob VJ! schon Einblicke in ihre aktuelle Arbeit geben würden. Nach dem Auftakt mit "
Mein Herz ist keine Wohnung" und "Liebeslieder" folgte auch schon ein neues Stück ("Leise gehen"), später im Set mit "Weil Liebe dort beginnt" und "Alles ist gut" zwei weitere. Ich finde es vollkommen unmöglich, die drei Lieder einzuordnen. Einen Song erstmals bei einem akustischen Konzert zu hören, läßt ja noch jeden Spielraum zu. Alle drei Lieder sind ruhig und unterschieden sich damit nicht vom Rest des Programms. Vermutlich hatten Nino & Thomas aber auch nicht die flottesten Nummern des neuen Albums ausgesucht, den akustischen Umständen geschuldet. Gefallen haben mir alle drei, gespannt bin ich also auf die fertigen Versionen. "Alles ist gut" köönte ich mir schon einmal gut als Single vorstellen.

Ganz streng akustisch war der Abend nicht. Neben dem Drumcomputer, kam auch Thomas' Keyboard häufiger zum Einsatz. Im Subway war es ähnlich. Akustisch war das Publikum überhaupt nicht, es war teilweise (wieder mal) fies laut. In so einen kleinen Raum entgeht das der Band natürlich auch nicht. Eines der neuen Stücke stellte Nino als leises Lied vor (sag ich doch), "man darf dabei nicht schwatzen." Es half nicht - das ist der Preis dafür, daß nach einem Konzert noch eine Party, eine I Love Pop Party, um genau zu sein, stattfindet. A propos: ich habe das Leuchtschild der Partyveranstalter vermisst. Habt ihr das der Frau aus Amerika verkauft?

Nach einer Dreiviertelstunde war das Programm zunächst durch. Die beiden reagierten danach auf zugerufene Wünsche damit, daß sie erklärten, sie könnten nicht alles spielen, sie hätten nur noch vier andere Lieder eingeübt. Drei davon waren die erste Zugabe, unter anderem eben das neu "Alles ist gut" und "Mein Sein", als einziges wirklich älteres Stück. Danach fragten sie, ob wir noch etwas hören wollten. "Es kommt sonst Indie-Pop"... - und spielten als letztes "
Das ganz normale Leben".

Unakustisch gefallen mir Virginia Jetzt! besser, auch wenn der Vergleich (im Gloria) ein gutes Jahr zurück liegt. Aber auch in der reduzierten Form haben die Lieder ihren Reiz, daher war es ein sehr schöner Konzertabend. Und wenn ich wacher und aufnahmefähiger gewesen wäre, hätte ich noch deutlich mehr davon gehabt.

01: Mein Herz ist keine Wohnung
02: Liebeslieder
03: Leise gehen (neu)
04: Bitte bleib nicht, wenn Du gehst
05: Weil Liebe dort beginnt (neu)
06: Ich kann nicht wie die anderen
07: Ein ganzer Sommer
08: Mehr als das
09: Weit weg

10: Der Himmel über Berlin (Z)
11: Alles ist gut (neu) (Z)
12: Mein Sein (Z)

13: Das ganz normale Leben (Z)

Links:

- aus unserem Archiv: Virginia Jetzt!, Köln, 16.03.07




Samstag, 17. März 2007

Virginia Jetzt!, Köln, 16.03.07

2 Kommentare
Konzert: Virginia Jetzt!
Ort: Gloria Theater, Köln
Datum: 16.03.2007
Zuschauer: Nicht ganz ausverkauft

Ich bin ein Idiot, daß ich erst heute mein erstes VJ! Konzert gesehen habe, denn die Band mag ich seit Jahren sehr. Nun denn, das habe ich ja jetzt nachgeholt.

Als ich um 19.45 Uhr abgehetzt und übermüdet vor dem Gloria ankam, war da schon eine Schlange vor der Tür. Einlaß sollte um 19 Uhr sein, das wurde aber um eine Stunde verschoben. Also stand ich noch 15 Minuten dumm vor der Tür, bevor wir reingehen konnten.

Das Gloria füllte sich nur sehr langsam. Der Anteil der kleinen Mädchen war erst einmal geringer als gedacht. Gegen neun trat dann eine Band auf, die aus Schlagzeuger, Gitarrist, Bassist und Geiger bestand. Schon mal keine schlechte Mischung. Bisher hatte ich im Gloria (soweit ich mich erinnere) immer riesiges Glück mit den Vorgruppen. Die letzten, an die ich mich erinnere, waren Wolke, Duke Special und die fabelhafte St. Vincent vor Sufjan Stevens. Das hier sah weit weniger filigran aus - der Geiger war sehr hübsch an allen möglichen Stellen tätowiert - und fing auch reichlich wild an. Mir kamen gleich Assoziationen zu den Gypsi-Punks von
Gogol Bordello in den Sinn. Vor allen Zox-Violinist Spencer Swain legte eine irre Show hin. Das dritte Lied, "Time" (laut der Setlist der Band, einem abgerissenen kleinen Papierfetzen) war dann eine Reggae-Nummer. Auf ihrer myspace Seite bezeichnen Zox ihren Stil auch als Rock - Indie - Reggae. Danach wurde es leider etwas banaler. Für mich klang der Rest des Sets nach Surfermusik mit Geige, mal mehr, mal weniger deutlich nach Greenday zum Beispiel. Der Start war furios, danach riß es mich nicht mehr vom Hocker. Die Band war zum zweiten Mal in Köln, wie Sänger Eli Miller erzählte. Sie hätten vom ersten Besuch vor allem das Schokoladen-Museum in guter Erinnerung.

Setlist Zox:

01: Thirsty
02: Spades
03: Time
04: Anything
05: Fish
06: Down
07: Violia
08: Tonight
09: Carolyn

Meine Geduld sollte anschließend weiter intensiv auf die Probe gestellt werden, denn
nach kurzem Umbau trat Samba auf. Vielleicht hatten die schon deshalb schlechte Karten bei mir, weil sie aus Münster sind und sich keine Band ernsthaft Samba nennt (auch wenn ich gehofft hatte, daß sie sich wenigstens nach dem Adidas-Schuh benannt haben, gerade bei der Suche nach der Seite der Band tauchte das auch immerhin als Namensherkunft auf). Vielleicht waren die aber auch einfach nur sehr langweilig. Ich glaube an die zweite Version. Samba spielte netten deutschen Indie-Pop, der aber weder sonderlich eingängig noch originell klang. Die Band gibt es zwar schon sehr lange, sie klingt aber trotzdem nach einer weniger aufregenden Kopie anderer deutscher Gruppen.

Setlist Samba (Dank an Dullo):

01: Bürgersteig in Deiner Nähe
02: Küss mich für immer
03: Auf den Mauern
04: Über den Rhein
05: Gefahr, die wir erfinden
06: Fair
07: Alle meine Gründe
08: Dem Licht auf der Spur
09: Liebe kommt zurück
10: Es gibt
11: ?
12: Feuerwehr-Pizzaservice

Gegen 22.45 Uhr, ich war mittlerweile wieder etwas fitter, ging das Licht aus, das VJ!-Zeichen hinter der Bühne an und der Party-Teil des Abends los. Zu den Klängen
von Eleanor Rigby trat Virginia Jetzt! aus Berlin auf. Vor ein paar Tagen hatten VJ! das Konzert in Kassel absagen müssen, weil Schlagzeuger Angelo (die Band stammt wie gesagt aus Berlin) krank war. Er war zumindest so weit wieder hergestellt, daß sie spielen konnten. Eröffnungsstück war "Singen & Singen" von der aktuellen CD "Land unter". Mittlerweile hatte sich das Publikum sortiert: In den vorderen Reihen standen hauptsächlich kleine Mädchen, weiter nach hinten wurde es männlicher, älter und größer. Aber alle verband eine große Textsicherheit, auch bei den neuen Sachen. Das Gloria war leider nicht richtig voll, auf der anderen Seite gab das auch Platz, um ganz entspannt am Rand das Konzert zu verfolgen, ohne umgetanzt zu werden.

Wie schon in Essen, wie ich dem Bericht von Christina auf dem sehr lesenswerten Blog (Inter)national POP! Jetset entnommen habe, waren VJ! sehr redselig. Sie
erzählten von ihren bisherigen Auftritten in Köln, von merkwürdigen Konzerten als Vorgruppe von The Rasmus, bei denen sie zum Entsetzen der Rasmus-Fans "In the shadow" gespielt haben, vom Ringfest vor 18.000 Leuten, von U-Bahn-Erlebnissen von Freunden und von Karneval. Sänger Nino (dessen Haltung, Gestik und auch Aussehen mich an Tom von den Editors erinnerte) möchte nächstes Jahr erstmals Karneval in Köln feiern. Der Karnevalskram war die Überleitung zu "ihrem Karnevalslied" "Ein ganzer Sommer". Denn da sollten wir mitmachen und schunkeln und bei den Blitz-Stellen Blitze nachahmen. Es war wie das ganze Konzert toll.

Das Set war bunt gemischt aus Liedern aller CDs. Höhepunkt für mich war allerdings
das Lied, das sie "extra für Köln" spielten. Zu "Dreifach schön" trat dann nämlich Suzie Kerstgens von Klee zum Duett mit auf die Bühne. Suzie schmachtete Nino herrlich an, räkelte sich (kann man sich eigentlich stehend räkeln?) um ihn, knöpfte sich die Bluse auf, unter der ein VJ!-T-Shirt hervorkam. Eine große Show! Überhaupt Klee: Klees Daniel spielte bei einigen Liedern "die Hilfsgitarre", versorgte die Band sonst mit Instrumenten.

Ich glaube, bei "Von guten Eltern", meinem ersten VJ! Lieblingslied, ging die Melodie langsam in "Eye of the tiger"
über. Nino brüllte passend laut "Adrian". Es war - wie gesagt - sehr unterhaltsam.

Mit "Bitte bleib nicht, wenn Du gehst" endete der reguläre Teil. Gitarrist und Pianist
Thomas bat uns aber mehrfach, den Refrain auch ohne sie weiterzusingen. Das taten natürlich alle brav, bis die Band zu zwei Zugaben und vier Liedern zurückkam. Mit "Weit weg" endete ein grandioses Konzert nach knapp zwei Stunden. Es war ein großes Vergnügen und hat mir Spaß gemacht wie ein Klee-Konzert.

Setlist Virginia Jetzt!:

01: Singen und Singen
02: Liebeslieder
03: Von einer besseren Welt
04: Das ganz normale Leben
05: Ein ganzer Sommer
06: Die Musik von hier nach dort
07: Land unter
08: Weil wir Anfänger sind
09: Dreifach schön (mit Suzie Kerstgens)
10: Ich kann nicht wie die anderen
11: Mehr als das
12: Von guten Eltern
13: Bitte bleib nicht, wenn Du gehst

14: Die Teile Deines Lebens (Z)
15: Wahre Liebe (Z)
16: Mein sein (Z)

17: Weit weg

Mehr Fotos: Hier.
Videoausschnitt: "Ein ganzer Sommer"



 

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