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Sonntag, 21. Februar 2016

The Grand Bay, Stuttgart, 20.02.16

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Wohnzimmerkonzert bei Claudia und Chrissie mit 
   The Grand Bay
in Stuttgart-Feuerbach Datum: 20. Februar 2016
Dauer: 50 min + x
Zuschauer: knapp 60


Stuttgart Feuerbach ist mein Home away from home in Bezug auf Wohnzimmerkonzerte. Viel mehr als sich durch hier erlebte neun Konzerte begründen ließe zumal dieses Gefühl schon am ersten Abend so präsent war...  Und wieder war es ein besonderer Abend. Auch wenn ich beim Ausflug zu Motorama nach Strasbourg vor rund einem Jahr nicht dabei war, teilte sich mir doch die Vorfreude mit, die man hat, wenn man ein Licht unter dem Scheffel vorlugen sah und es nun richtig auf die Bühne bringen kann.


Und das ist voll aufgegangen. Die vier jungen Herren aus Strasbourg unter dem Bandnamen The Grand Bay hatten sich im Wohnzimmer schon musikalisch heimisch gemacht mit extensivem Soundcheck, der noch nicht ganz vorbei war, als wir ankamen und zu dem überaus erfreulichen Ergebnis führte, dass ihre Musik in Wohnzimmerlautstärke ihre ganze hinreißende Macht entfalten konnte, dabei rund und voll war und doch keinem ins Ohr biss. 


Dicht an dicht gepackt war es diesmal und niemanden hielt es zum schwatzen in der Küche. Die dunkle und gerade in der richtigen Weise empfindsame Stimme von Lukass Edgar durfte uns mit auf melancholische Traumreisen nehmen z.B. in Faces und die eingebauten Raps ein wenig beim stillen mittanzen anfeuern. Für lettischen Text (*) gab es genauso anfeuernden Applaus wie für die englischen und zur großen und freudigen Überraschung der Band wurde das letzte Stück Cosmos Pool ordentlich mitgesungen und abgefeiert wurde, denn wir waren natürlich vorbereitet.


Anschließend konnte unmöglich schon Schluss sein und so musste die Band sich zunächst wiederholen und anschließend noch ein Kayne West Stück covern. Die Stimmung ist bei Claudia und Chrissie immer toll, aber diesmal gab es zu später Stunde noch eine Serenade am Klavier mit Gästen am Schlagzeug und mit einem übergroßen Glücksgefühl im Herzen rannte ich nach der U-Bahn im Tal. Vielen Dank - von ganzem Herzen!

Vielleicht gibt es ja einen Konzertbericht aus Luxemburg?!


(*)

Balti palagi kā mākoņi debesīs.
Tu un es zem vienas segas slēpsimies.

Tu būsi mana, es būšu tavs,
Mēs dalīsimies ar spilveniem,
Mes gulēsim lielā gultā
Un peldēsim pa mākoņiem.
 

Tourdaten
11.03. La Chaouée    Metz             
12.03. Le Rocas    Luxembourg             
07.04. Noumatrouff    Mulhouse             
08.04. Festival Coexister    Strasbourg

 
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Aus unserem Archiv:
The Grand Bay, Strasbourg, 14.02.15 



Sonntag, 15. Februar 2015

Motorama, Straßburg, 14.02.15

0 Kommentare

Konzert: Motorama
Ort: La Laiterie, Straßburg (kleiner Saal)
Datum: 14.02.2015
Dauer: Motorama knapp 70 min, The Grand Bay gut 40 min
Zuschauer: ca. 200 (voll) 



Wie unterschiedlich doch zwei Konzerte der gleichen Band mit den gleichen Liedern innerhalb weniger Tage sein können! Waren Motorama am Mittwoch in Esch-sur-Alzette zwar gut (weil sie Motorama sind!), durch miesen Sound aber arg beeinträchtigt, war das Konzert im kleinen Saal der Laiterie in Straßburg am Samstagabend überragend gut!

Der Auftritt im Elsaß war der letzte der kleinen Release-Tour zum dritten Album Poverty. Die Band aus Rostow am Don hat live einige Besetzungsänderungen seit ihrer Gründung vorgenommen, seit ich sie kenne war bisher aber immer Bassistin Irene Parshina dabei. Bei dieser Tour macht die Frau des Frontmanns Vladislav Babypause. Ende des Jahres sei sie wieder bei Konzerten dabei. Durch die schrecklich schlechte Abmischung in der Rockhal vor ein paar Tagen hatte ich den Eindruck, daß die Notlösung der Band, eine der Gitarren zu streichen und die Bassparts von Vlad und Gitarrist Maxim abwechselnd übernehmen zu lassen, eben wirklich eine Notlösung wäre. Es war gut, bei weitem aber nicht so brillant wie vorherige Konzerte. Nur fehlte mir in Luxemburg nicht die zweite Gitarre, mir fehlten alle. Denn ausgerechnet dieses Instrument war deutlich zu leise. 

In der Laiterie klangen Motorama besser denn je. Bei meinen meisten Konzerten der Russen war die Stimme von Vlad kaum zu hören. Der Sänger selbst mag es nicht, wenn er zu laut klingt. Also ist sein Gesang meist so leise, daß man ihn hinter den anderen Instrumenten nur schemenhaft mitbekommt. Das passt natürlich zum Stil der Band, ist aber trotzdem schade. Hier passte alles. Vlad war gut zu verstehen, die Gitarre war glasklar, Keyboard und Schlagzeug nicht zu laut. Es klang wie eine Band, nicht wie einzelne Instrumente. 

Die Setlist unterschied sich kaum von der vom vergangenen Mittwoch. Motorama stellten ihr drittes Album vor, also spielten sie auch alle Songs der Platte. Ich fand Poverty anfangs schwächer als die beiden Vorgänger. Vielleicht ist es das wirklich, allerdings gefallen mir alle Lieder mittlerweile enorm gut, ich brauchte ihre Liveversionen, um ihre Großartigkeit auch auf Platte zu erkennen. Wenn das funktioniert, ist das ein besonderes Gütemerkmal einer Band.

Einige der neuen Stücke spielen Motorama deutlich schneller als auf Platte. Wenn die Musik auf den Album wunderschön, manchmal aber auch eine Spur behäbig ist, sind Motorama-Konzerte das Gegenteil (wobei ich nicht so genau weiß, was das Gegenteil von behäbig ist). Die besten der neuen Titel... ach, eigentlich sind sie ausnahmslos großartig. Ich mag neben dem herrlich repetitiven Write to me Old wahnsinnig gerne. Das Lied hat live einen viel längeren Instrumentalstart, auf dem Album fängt ganz unvermittelt der Gesang (von Alkohol und Zigaretten) an. Aber auch alle anderen sind fabelhaft! 

Die unterschiedlichen Liveversionen der Stücke bereiteten auch dem Sänger der Vorgruppe kleinere Probleme. Er stand eine Weile neben mir und versuchte einen Titel zu shazamen, ohne Erfolg. Bei Madonna-Konzerten mag das gehen, bei Motorama nicht (es war Heavy wave!).

Die einzige Abweichung in der Setlist war die zweite Zugabe. Statt Scars war das Anchor von einer der frühen EPs (Horse). Neben den üblichen Verdächtigen (Alps, Rose in the vase, To the south) war Special day das beste Stück des Abends. Special day ist die B-Seite von der Single She is there. Und das spricht nicht gegen das restliche Repertoire der Band, es spricht für die unglaubliche Qualität, solche Knüller auf der Rückseite einer Single zu verstecken!

Vlads herrlichen Tanzstil kenne ich bereits von früheren Konzerten. Neu waren mir zwei wundervolle andere Marotten des Sängers. Bei Lottery sang bewegte der blonde Mann seinen Kopf beim Singen rechts und links am Mikro vorbei, immer hin und her. Viel Effekt hatte das scheinbar nicht, es sah aber sehr schrullig aus. Und bei Write to me am Ende vor den beiden Zugaben, bei dem er keine Gitarre spielt (und Maxim Bass), baute Vladislav nach und nach mindestens zwei der Schlagzeug Mikros ab und sang auch in die! 

Ich habe dieses Jahr noch nicht viele Konzerte gesehen, dieses wäre aber auch das bisher beste, wenn es bereits Nummer dreißig gewesen wäre. Es war mittlerweile schon mein achtes Mal Motorama (Himmel hilf!) und ich freue mich schon jetzt auf die nächsten im Mai, wenn die Band wieder nach Deutschland kommt (Termine weiter unten!).

Vor Motorama spielte eine unterhaltsame Vorgruppe aus Straßburg ein immerhin vierzigminütiges Programm. "Aus Straßburg" ist allerdings irreführend. Sänger Lukass ist Lette, in Münster geboren und aufgewachsen und lebt und studiert in Straßburg. Er kam mit einem Bassisten auf die Bühne und sang das erste Lied von E-Gitarre begleitet in seiner Muttersprache. Das Stück klang ein wenig nach Daughter, fand ich (war also toll!). Danach kam zum nächsten Lied ein Schlagzeuger dazu und Lukass spielte Keyboard. Beim nächsten Lied stieß ein Rapper* (The Thinker) dazu. Es war ein sehr breiter Stilmix der Band (The Grand Bay), der war aber unterhaltsam. Auch Lukass selbst rappte bei einem Stück. Aufnahmen gibt es wohl noch nicht. Überregionale Konzerte auch nicht, bisher trat die Band nur in Straßburg auf. Auch wenn The Spectors als letzter Motorama-Support unerreicht blieben, war der Aufritt von The Grand Bay gar nicht verkehrt und kam hervorragend an!

Setlist Motorama, La Laiterie, Straßburg:

01: Impractical advice
02: Corona
03: To the south
04: Dispersed energy
05: She is there
06: Red Drop
07: Heavy wave
08: Lottery
09: Rose in the vase
10: Old
11: Similar way
12: Special day
13: Ghost
14: Alps
15: During the years
16: Write to me

17: Eyes (Z)
18: Anchor (Z)

Tourtermine Motorama im Mai:
 

13.05. Wiesbaden: Schlachthof 
14.05. Hamburg: Molotow 
15.05. Berlin: Magnet 
16.05. Dresden: Beatpol 
17.05. Jena: Café Wagner 
18.05. Münster: Gleis 22 
19.05. Nürnberg: K4 Zentralcafé 
20.05. Köln: Blue Shell 
21.05. Oberhausen: Druckluft

Links:

- aus unserem Archiv:
- Motorama, Esch-sur-Alzette, 11.02.15
- Motorama, Frankfurt, 03.06.14
- Motorama, Luxemburg, 26.02.14 
- Motorama, Paris, 13.12.13
- Motorama, Köln, 25.09.13
- Motorama, Paris, 19.09.13
- Motorama, Wiesbaden, 06.03.13
- Motorama, Wiesbaden, 06.03.13
- Motorama, Esslingen, 05.03.13
- Motorama, Paris, 25.02.13
- Motorama, Paris, 27.11.12

* le rappeur (oder so) 

- mehr Fotos später!




 

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