Konzert: Fête de la musique chez le Cargo, mit Redeye, Sir Alice & Gaspar Claus, Lidwine, Tiny Ruins, Maud Lübeck, The Dove and The Wolf, Erevan Tusk, aber ohne Jens Lekman Ort: Innenhof von Renaud, irgendwo in Paris Datum: 21.06.12 Zuschauer: 150
Der gute Renaud ist einer der ganz Großen der Pariser Indieszene. Seit nun schon ein paar Jahren filmt er mit seiner Videokamera die feinsten internationalen und französischen Acts für seine Seite Le Cargo, ist aber ungemein herzlich und bodenständig geblieben. Kein abgehobener Schnösel, sondern ein sehr lieber und umkomplizierter Kerl. Inzwischen ist es eine schöne Gewohnheit geworden, daß er am Tage der Fête de la Musique im Innenhof seines Mietshauses eine Party gibt, zu der er Freunde und Bekannte und tolle musikalische Gäste einlädt.
In diesem Jahr waren dies Redeye, Gaspar Claus & Sir Alice, Lidwine, Maud Lübeck, The Dove & The Wolf und Erevan Tusk. Eingeplant war ursprünglich auch der zuckerübergossene Schwede Jens Lekman, aber der war wohl ob der mittäglichen Regenfälle geschmolzen. Schade, ich hätte den Schmalz-Popper sehr gerne gesehen, aber dieses Highlight war uns Zuschauern leider nicht vergönnt. Stattdessen gab es die Ersatzfrau Tiny Ruins und für die hatte ich mich höchstpersönlich stark gemacht. Noch am Vortag hatte ich eine E-Mail an Renaud aufgesetzt und ihn inständig gebeten, Tiny Ruins in letzter Minute mit ins Line Up aufzunehmen und weil Jens ausfiel, passte das wunderbar. Wie inzwischen jeder (?!) weiß, bestehen Tiny Ruins aus der Sängerin Hollie und der Kontrabassistin Cass und die beiden Grazien aus Neuseeland waren vor der Fete noch auf unserer Terrasse vorbeigekommen und genoßen die seltsame Mischung aus Bier, Schokolade und Croissants (die auf meinem Mist gewachsen war). Gegen 19 h 30 brachen wir auf und sahen gerade eben noch den Schluß von Redeye, der mit diversen Musikern, darunter einer Violinistin, aufspielte. Kurze Zeit später hatte es sich ausgeredeyt und die improvisierte Bühne gehörte dem "blonden Gift" Sir Alice und dem hochbegabten Cellisten Gaspar Claus. Sir Alice ließ die frühe PJ Harvey raushängen und keifte sich mit ihrem französischen Akzent durch die englischen Texte. Die Stimmung der Songs war düster und angriffslustig, das Set ansprechend, aber auf Dauer etwas deprimierend.
Nun war Lidwine dran, die jeder von den Oliver Peel Sessions her kennt. Die talentierte Harfespielerin arbeitet inzwischen an ihrer zweiten EP und hatte auch neue Songs im Gepäck, die sehr vielversprechend klangen. Highlight war ein Duett mit The Rodeo, die hierzu (angeblich zum ersten Mal in ihrem Leben!) Harmonium spielte und auch Backvocals beisteuerte. Immer wieder schön, den beruhigenden und betörenden Klang einer Hafe zu hören, vor allem wenn sie von einer solch filigranen Künstlerin wie Lidwine gezupt wird. Der jungen Dame ist noch viel zuzutrauen, sie ist noch weitgehend unentdeckt, wird aber ihren Weg gehen.
Gleiches kann man natürlich auch von Tiny Ruins sagen und bei Hollie Fullbrook bin ich sogar noch optimistischer, sage ihr eine ganz rosige Zukunft und mindestens 400 er Locations voraus. Ich sehe in ihr eine der größten Singer/Songwriterinnen unserer Zeit. Sie verfügt über eine wahnsinnig schöne Stimme, poetische Texte und einen Sinn für subtile Songstrukturen, der verblüffend ist. Jedes einzelne ihrer Lieder liebe ich heiß und innig und die neuen Stücke, die nicht auf dem großartigen Album Some Where Meant For Sea drauf sind, klingen sogar noch verführerischer. Reasonable Man und She'll Be Coming Round sind zwei abolute Knüller, die zeigen, daß sie immer noch besser wird. Zusammen mit ihrer Kontrabassistin Cass spielte Hollie ein Traumset, daß mit sehr großem Beifall bedacht wurde.
Etwa 10 Minuten später klimperte die Französin Maud Lübeck gefühlvoll auf dem Piano und hauchte ihre französischen Chansons ins Mikro. Begleitet wurde sie teilweise an der Gitarre von Simon Beaudoux, den man auch von der Indierockband Exsonvaldes her kennt. Maud hatte genau wie Lidwine in der Vergangenheit eine sehr hübsche Oliver Peel Session gespielt und inzwischen ihr Debütalbum La Fabrique veröffentlicht, für das sie viel positive Kritik einheimsen konnte. Schönstes Lied in ihrem Set war heute Les Larmes Gelées, eine nahegehende Ballade mit sinnlichem Gesang.
Es war bereits dunkel geworden, als die beiden bluthungen Pariserinnen Louise und Paloma aka The Dove And The Wolf auf ihren beiden Akustikgitarren vom Leder zogen. Herrliche Harmoniegsänge und feine Melodien erfüllten den dunklen Innenhof und viele Zuschauer waren verblüfft, solche heimischen Talente zu entdecken. Louise und Paloma spielen erst seit ein paar Monaten zsuammen, werden aber von Tag zu Tag bekannter und immer häufiger gebucht. Ihre Musik erinnert an First Aid Kit und die Fleet Foxes, wirkt aber nicht kopiert, sondern sehr inspiriert und freiheitsliebend. Sie haben sogar schon einen richtigen Hit im Programm. Springtime heißt der und damit räumten sie bei dieser Fête de la Musique so richtig ab.Alle sangen begeistert den Refrain mit, so manch einer johlte gar.
Blieben die Headliner Erevan Tusk und schon nach einem Lied war klar, daß sie dieser Rolle voll und ganz gerecht wurden. Akustisch sind sie vielleicht noch stärker als elektrisch und erfreuten mit ihren berauschenden Chören, unwiderstehlichen Melodien und einer Energie und Spielfreude, die hochgradig ansteckend war. Hit reihte sich an Hit, zwei Sänger mit jeweils super Stimme wechselten sich ab und am Ende coverten sie sogar Gigantic von den Pixies. Die Stimmung hatte ihren absoluten Höhepunkt erreicht und wir alle hätten sicherlich noch stundenlang zu hören können.
Irgendwann ging aber auch diese Fête de la Musique zu Ende und nur mit Glück kam ich noch gegen halb zwei mit der U-Bahn wieder nach Hause.Nächstes Jahr gerne wieder!
* u.a. Laura Gibson, Alela Diane, Low, Sebadoh, Vic Chesnutt, Dan Mangan, First Aid Kit, Sharon van Etten, Veronica Falls, Dear Reader, Other Lives, My Brightest Diamond, Giant Sand, The Wedding Present, The Posies, Syd Matters, Nada Surf, O'Death, And Also The Trees...
Konzert: Erevan Tusk & The Dove & The Wolf Ort: Le Nouveau Casino, Paris Datum: 13.06.12 Zuschauer: etwa 400, ausverkauft!
Version française en bas du texte!
Im April habe ich mich selbst etwas prahlerisch als Talentsichter bezeichnet als ich vom Konzert der beiden damals unbekannten Pariserinnen Louise und Paloma aka The Dove & The Wolf in dem recht piefigen Schuppen Le Vieux Léon erzählte bzw. schwärmte. Heute nun kann ich mir erst recht auf die Schulter klopfen, denn die Mädels traten in dem renommierten Indieclub Le Nouveau Casino vor 400 begeisterten Leuten auf. Louise und Paloma waren sogar so nett, hinterher Leuten zu erzählen, daß dies mein Verdienst gewesen sei, was mir ehrlich gesagt die Schamesröte ins aufgedunsene Gesicht trieb. Ich habe ein wenig mitgeholfen, ja, habe The Dove & The Wolf der tollen Videoseite Le Cargo vorgeschlagen und durch meinen euphorischen Text (der auch auf französich vorlag) das Vorankommen ein klitzekleinwenig beschleunigt. Ansonsten war es aber ausschließlich das Talent des Duos, was den heuten attraktiven Konzerttermin ermöglichte.
Schon bald werden Konzertveranstalter, Booker und Labeleute nicht mehr an Louise und Paloma vorbeikommen. Zu offensichtlich sind ihre musikalischen Qualitäten, zu entzückend schön ihre Harmoniegsänge, zu stark ihre subtilen Songs.
Heute im Nouveau Casino warfen sie all diese Qualitäten in die Waagschale und überzeugten auf ganzer Linie. Sie waren nicht ganz allein mit ihren Akustikgitarren gekommen, sondern hatten auch Verstärkung in der Person des Drummers/Gitarristen Xavier aus Spanien dabei, der sogar in der Mitte des Sets eine schöne Eigenkomposition vorstellte. Traumhaft gut kamen bei der hervorragenden Akustik ihre bildhübschen Stimmen zur Geltung und wunderbar klangen auch die perlenden Gitarrenakkorde. Verblüffend, daß die beiden Mädels in ihrem jungen Alter (beide sind erst 22) schon in der Lage sind, solche komplexen, clever arrangierten Songs zu schreiben. Die beiden verlassen sich eben nicht auf den Niedlichkeitsfaktor, begnügen sich nicht damit, süßlich Folkpopsongs für den Mainstream zu komponieren, sondern arbeiten bereits jetzt an guten Strukturen, die sie von der Masse abheben.
Der kreierte Sound war sehr atmosphärisch und traumversunken, manchmal geradezu hypnotisierend. Man hörte ein wenig Parallelen zu den Fleet Foxes heraus, aber auch zu First Aid Kit, Emmylou Harris oder Alela Diane, aber das sind nur beschreibende Eckpfeiler, die Musik von The Dove & The Wolf ist bereits jetzt erstaunlich eigen.
Setlist The Dove & The Wolf, Nouveau Casino, Paris:
01: The Choir 02: To The Other Side 03: To The West/The Shore 04: Moving Shadows 05: River 06: Insane, In Love 07: Interlude 08: Springtime
Wer sie sich zu Hause ein wenig anhören möchte, dem empfehle ich Springtime und The Shore und natürlich das tolle Akustikvideo von Le Cargo.
Tja und dann ging es mit Erevan Tusk weiter. Verzauberten uns eben noch hübsche Mädchen, waren nun gut gebaute Männer auf der Bühne, die den schönen Mädels im Publikum weiche Knie bereiteten. Keine Frage, Erevan Tusk scheinen eine gewaltigen Schalg bei den Weibern zu haben! Wenn ich in der Band wäre, würde ich das schamlos ausnutzen! Aber die Jungs von Erevan Tusk sind vielleicht zu romantisch veranlagt, um wild rumzuvögeln. Zumindest ihre Musik hat diese romantische Note, die der Sache das gewisse Etwas verleiht. Aber es sind nicht nur Süßholzraspler, diese Musiker mit gleich zwei verscheiden Leadsängern, sondern sie beherrschen auch den knackigen, amerikanisch gefärbten Indierock verblüffend gut. Im Grunde genommen hört man ihnen nicht die Spur an, daß sie Franzosen sind, was vielleicht auch daran liegt, daß Sänger Mij/Jim (er wird mal so, mal so genannt) aus Schweden stammt und nicht den typischen französischen Akzent beim Singen der englischen Zeilen hat, der normalerweise sofort die gallische Herkunt verrät.
Jim, Pacôme, Pierre, Nico und Alex heißen die fünf Bandmitglieder und jeder spielte heute seinen Part ganz ausgezeichnet. Es war ein Set was durchgängig flutschte und keine Längen aufwies. Dafür waren die Melodien einfach zu packend, die Harmoniegsänge zu herzergreifend, die Energie der Band zu mitreißend. Ein paar Leute kamen gar nicht aus dem Tanzen raus und die Stimmung war wirklich ganz ausgezeichnet.
Garant für die hohe Qualität des Konzerts waren die astreinen Songs. In Your Shadow, By The Larches (sehr beatlesk!), Frostbitten und natürlich Cassidy waren die Highlights eines ganz tollen Auftritts. Vor internationalen Bands wie Shearwater, REM, The Decemberists oder Modest Mouse brauchten sich die Franzosen mit diesem Liedmaterial wirklich nicht zu verstecken. Und so passte es dann auch perfekt, daß sie am Ende Neutral Milk Hotel und ihren Klassiker King Of Carrot Flowers coverten. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie längst das Konzert in trockene Tücher gebracht und das Publikum auf ihre Seite gezogen. Das Cover war das Tüpfelchen auf dem i und bechloß etwa 80 musikalisch hochklassige Minuten.
Toll, einfach toll!
Setlist Ervan Tusk, Nouveau Casino, Paris 2012
01: Rain Tuning 02: KebneKaise 03: Nora 04: Phrasal Show 05: In Your Shadow 06: By The Larches 07: Ivy Ghosts 08: Punctured Lung 09: Truth Or Dare 10: Mammoths 11: One Of These Days 12: Tepid Din 13: Frostbitten 14: From The Steeple Spire 15: Cassidy 16: King Of Carrot Flowers (Neutral Milk Hotel)
En avril je me suis qualifié moi-même "dénicheur de talent" après avoir vu Paloma Gil et Louise Hayat-Camard alias The Dove And The Wolf. C'était un peu prétentieux, je l'avoue, mais le succès des filles m'a donné raison! Les voilà dans la prestigieuse salle indé du Nouveau Casino en première partie des fabuleux Erevan Tusk. Devant 400 personnes acquises à leur cause. Ce n'est quand même pas mal, non?
Mais tout le mérite en revient à Paloma et Louise. C'est grâce à leur talent évident que leur ascension va si vite. J'ai modestement apporté ma contribution en proposant à mes amis du Cargo de faire une session avec elles, mais c'est tout. Tôt ou tard aucun label, agence de booking ou bonne salle de concert ne pourra les éviter, leur musique est tout simplement trop séduisante, leurs harmonies vocales trop belles, leur qualités de composition et d'écriture trop subtiles pour passer à coté de ce phénomène.
Ce soir au Nouveau Casino les deux filles montrèrent tous leurs atouts et donnèrent un concert de toute beauté. Elle ne sont pas venues toutes seules, mais étaient accompagnées par l'espagnol Xavier qui jouait de la batterie et de la guitare électrique. Au milieu du concert Xavier a même eu le droit de présenter un de ses titres qu'il avait écrit pour son propre groupe!
Les trois musiciens ont pu profiter d'un son excellent ce qui rendait les voix pures encore plus belles et les accords de guitares encore plus profonds et envoutants. C'était bluffant de voir que deux filles de seulement 22 ans sont déjà capables d'écrire des chansons aussi mûres, complexes et bien arrangées. Elles auraient pu faire dans la simplicité en faisant des tubes folk/pop sucrés et gentillets qui ne font de mal à personne, mais plaisent à tout le monde. Mais The Dove and the Wolf ne sont pas Cocoon et ont des ambitions musicales beaucoup plus grandes. Leurs idoles sont plutôt Neil Young (qu'elles reprennent, mais pas ce soir), Bob Dylan (l'ancien groupe s'appelait comme un morceau du maître: Girls From The North Country*) et Ryan Adams, références impeccables donc.
Les titres étaient atmosphériques et oniriques, parfois hypnotisants et j'étais complètement entré dans leur univers pendant les 30 ou 40 minutes de concert qui se termina en feu d'artifices avec Spring Time. C'était sublime, grand bravo à The Dove and The Wolf qui ont gagnées de nouveaux fans aujourd'hui.
Les garçons ont eu droit aux jolies filles, mais environ 15 minutes plus tard c'était au tour des filles de profiter de beaux hommes sur scène. Et des belles filles il y en avait vraiment tout plein au Nouveau Casino ce soir! Visiblement Erevan Tusk ont la cote chez la gente féminine et si j'étais à leur place j'en profiterais aussi! Mais bon, les musiciens d'Erevan Tusk semblent trop romantiques pour collectionner les filles d'un soir. Leur romantisme et lyrisme se montre en tout cas dans leur morceaux irrésistibles qui charmaient par des mélodies accrocheuses, des harmonies vocales magnifiques. En live, le tout est présenté avec une dynamique et un jeu de scène passionnante.
Ils n'ont rien à envier aux groupes rock indé américains et il est remarquable que dans leur cas leur origine ne s'entende pas. Jim et Pacôme n'ont pas d'accent quand ils chantent les paroles anglaises ce qui les distingue de la plupart des autres groupes français actuels.
Je viens de citer Jim et Pacôme, mais il y a également Pierre, Nico et Alex dans le groupe et chacun d'entre eux jouait sa part remarquablement bien ce soir. C'était un concert harmonieux, bien maîtrisé et dense, joué avec une passion et une classe folle. L'ambiance était donc très bonne, il y avait notamment des filles qui dansaient sans cesse durant les 80 minutes d'une prestation sans temps mort.
Garant pour la haute qualité du concert étaient les innombrables chansons tubesques du groupe. In Your Shadow, By The Larches (avec un son très à la "Beatles") Frostbitten ou Cassidy sont cité parmi plein d'autres perles. Des presque classiques qui aurait pu être écrites par des groupes magnifiques comme Shearwater, REM, The Decemberists ou Modest Mouse. Et vu ces références superbes, ce n'était pas étonnant que le groupe termina avec King of Carrot Flowers de Neutral Milk Hotel, qu'ils présentèrent groupé, bras dessus-dessous sur le devant de la scène! Une soirée mémorable pour la sortie du premier album Fortify Your Innocence.
* la chanson originale s'appelle Girl (singulier) From The North Country.
The Dove & The Wolf Ort: Beaux-Arts de Paris Datum: 06.04.12
Ein Talentsichter. So etwas, oder so was Ähnliches bin ich durch meine ganzen Konzertgänge in den letzten Jahren sicherlich auch ein klein wenig geworden. Zumindest bin ich immer offen für Neuentdeckungen und schlage mich auch bisweilen in Kneipen rum, in die etablierte Blogger oder gar Musikmagazinschreiber keinen Fuß setzen. Ist ihnen zu schäbig, zu lästig, zu wenig glamourös.
Im Februar zum Beispiel. Da war ich im Vieux Léon. Ein lauter Schuppen, in dem mit hohem Geräuschpegel gegessen, getrunken und geplaudert wird. Alles andere als ideale Bedingungen für ein Konzert. Aber es traten nun einmal The Dove And The Wolf auf, sprich Paloma und Louise, zwei junge talentierte Mädels aus Paris, die ich sehen wollte.
Die französische Antwort auf First Aid Kit. Ha, viel zu vereinfachend beschrieben natürlich, aber ich fasse mich ausnahmsweise mal kurz, denn ihr könnt euch in aller Ruhe die Videos der famosen Pariser Webseite Le Cargo ansehen. An die Cargo-Leutchen habe ich nämlich The Dove And The Wolf vermittelt, weil ich weiß, daß sie Geschmack haben und immer gute Arbeit abliefern. Enjoy!
Konzert: The Dove & The Wolf Ort: Le Vieux Léon, Paris Datum: 16.02.2012 Zuschauer: 60-70 oder so Konzertdauer: ungefähr 35-40 Minuten
In dieser Woche bin ich ein wenig in der Rolle des Talent-Scouts unterwegs. Nach der jungen Amerikanerin Amy Musser, die ich in einem Käse-Restaurant gesehen hatte, zog es mich heute erneut in ein Bistro, in dem ebenfalls lautstark gegessen, getrunken und geschnattert wurde: das Vieux Léon, ein studentischer, unprätentiöser Laden unweit der U-Bahn Station Etienne Marcel. Und auch hier standen junge Talente auf dem Programm. Louise Hayat-Camard und Paloma Gil sind erst 21 Jahre alt,aber schon verdammt gut. Die beiden Freundinnen firmieren unter dem MonikerThe Dove & The Wolf, den sie erst sehr kürzlich angenommen haben. Vorher nannten sie sich Girls From The North Country und wurden bereits von Waterhouse Records Boss Erwan Broussine in das kultige Pop In geladen, um dort zu spielen. Paloma und Louise sind in Paris keine absoluten Unbekannten mehr, Paloma hat sogar im letzten Jahr bereits Neal Casal im Café de la Danse supportet und auch Louise verschafft sich zunehmend Gehör.
Nun komponieren sie gemeinsam Stücke und zwei nagelneue (vor einer Woche geschrieben!) konnten wir heute im Abend im überfüllten Vieux Léon genießen. Zu Beginn gab es die hübsche Ballade The Shore, die durch eine relaxte Atmosphäre, feine Harmoniegesänge und zarte Gitarren bestach und am Ende gleich zweimal hintereinander (mangels eines anderen Songs für die Zugabe) Springtime, ein traumversunkenes Stück mit einem Refrainteil à la Fleet Foxes: "My beloved mother and father they will let me go", das beim Publikum sehr gut zog und sogar von einem Saxofonspieler begleitet wurde.
Ansonsten beschränkten sich die jungen Folkeusen auf Coverversionen von Größen wie Mazzy Star, Ryan Adams, Neil Young und Bob Dylan. Besonders gelungen war hiervon die Nummer von Ryan Adams, die schmetterten die Girls so richtig schön mit Inbrunst und Hingabe: "Oh my sweet Carolina what compels me to go, oh my sweet disposition, may you one day carry me home."
Das Konzert dauerte insgesamt nicht lange, ließ aber auf jeden Fall aufhorchen. Hier sind zwei Nachwuchsmusikerinnen mit Potential unterwegs, die ihr jetziges Wochenende schon fest dazu eingeplant haben, im Landhaus der Eltern neue Songs zu schreiben. Ich bleib' am Ball, hier wird es spannend bleiben, die weitere Entwicklung mitzuverfolgen.
Setlist The Dove and The Wolf, Vieux Léon, Paris:
01: In Love/Insane 02: The Shore 03: Fade Into You (Mazzy Star Cover) 04: Harvest (Neil Young Cover) 05: Oh My Swet Carolina (Ryan Adams Cover) 06: Girls From The North Country (Bob Dylan Cover) 07: Springtime
08: Springtime
Pour nos lecteurs français:
Cette semaine je suis parti un peu à la recherche de nouveaux talents dans le folk féminin. Après la jeune américaine Amy Musser dans un resto à fromage, je me retrouvais jeudi soir pour le concert des encore plus jeunes filles (Paloma et Louise) de The Dove and The Wolf au Vieux Leon, bistro sans prétention, fréquenté en général par des étudiants. Un endroit bien (et super plein ce soir!), mais assez bruyant ce qui rend les conditions pour jouer des concerts calmes et acoustiques difficiles. "Je trouve ça courageux de jouer dans des endroits pareils, me disait la mère de Louis Hayat-Camard en toute franchise, pour finir: "mais finalement c'est une très bonne école."
Elle a raison, les jeunes artistes doivent tous passer par là, ils ne commencent pas tout de suite à L'Olympia, et se créent leur réputation d'abord dans ces bars, cafés et bistros de la capitale. Mais dans le cas de The Dove And The Wolf on ne parle pas des totales inconnues, puisque Paloma et Louise ont déjà accumulé un peu d'expérience en jouant par ci par là, avec notamment un concert très remarqué de Paloma Gil en première partie de Neal Casal au Café de la Danse en 2011. Chacune d'elle a écrit de son coté, mais avant cela elles n'avaient jamais composé ensemble. Ça a changé avec le début de leur nouveau projet The Dove and The Wolf, qui succède à The Girls From The North Country, spécialisé dans les reprises des classiques folks. Désormais Paloma et Louise ont deux propres chansons à leur compte, The Shore et Springtime, à écouter sur soundcloud. Bien sûr elles ont joué ces très beaux morceaux ce soir au Vieux Léon. Deux magnifiques ballades, d'une grande simplicité (dans le bon sens du terme) et de sincérité, dotées d'harmonies vocales à couper le souffle! C'est épatant à quel point les deux copines chantent bien ensemble. A tout juste 21 ans elles sont capables de créer une ambiance chaude et feutrée, digne des plus grands du genre. En fait elle sont déjà aussi bien que les deux soeurs suédoises de First Aid Kit dont on parle beaucoup en ce moment.
Si Paloma et Louise arrivent à écrire encore plus de chansons propres - ce dont je suis sûr- elles peuvent aller loin, au moins dans les cercles folk. Mais pour l'instant on peut toujours se réjouir de leurs très bonnes reprises de Mazzy Star, de Ryan Adams, de Bob Dylan et de Neil Young. Références impeccables en tout cas.
The Dove & The Wolf, affaire à suivre de très près!
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