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Freitag, 17. Februar 2012

The Dove & The Wolf, Paris, 16.02.12

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Konzert: The Dove & The Wolf

Ort: Le Vieux Léon, Paris
Datum: 16.02.2012
Zuschauer: 60-70 oder so
Konzertdauer: ungefähr 35-40 Minuten


In dieser Woche bin ich ein wenig in der Rolle des Talent-Scouts unterwegs. Nach der jungen Amerikanerin Amy Musser, die ich in einem Käse-Restaurant gesehen hatte, zog es mich heute erneut in ein Bistro, in dem ebenfalls lautstark gegessen, getrunken und geschnattert wurde: das Vieux Léon, ein studentischer, unprätentiöser Laden unweit der U-Bahn Station Etienne Marcel. Und auch hier standen junge Talente auf dem Programm. Louise Hayat-Camard und Paloma Gil sind erst 21 Jahre alt,aber schon verdammt gut. Die beiden Freundinnen firmieren unter dem Moniker The Dove & The Wolf, den sie erst sehr kürzlich angenommen haben. Vorher nannten sie sich Girls From The North Country und wurden bereits von Waterhouse Records Boss Erwan Broussine in das kultige Pop In geladen, um dort zu spielen. Paloma und Louise sind in Paris keine absoluten Unbekannten mehr, Paloma hat sogar im letzten Jahr bereits Neal Casal im Café de la Danse supportet und auch Louise verschafft sich zunehmend Gehör.

Nun komponieren sie gemeinsam Stücke und zwei nagelneue (vor einer Woche geschrieben!) konnten wir heute im Abend im überfüllten Vieux Léon genießen. Zu Beginn gab es die hübsche Ballade The Shore, die durch eine relaxte Atmosphäre, feine Harmoniegesänge und zarte Gitarren bestach und am Ende gleich zweimal hintereinander (mangels eines anderen Songs für die Zugabe) Springtime, ein traumversunkenes Stück mit einem Refrainteil à la Fleet Foxes: "My beloved mother and father they will let me go", das beim Publikum sehr gut zog und sogar von einem Saxofonspieler begleitet wurde.

springtime by the dove & the wolf

the shore by the dove & the wolf

Ansonsten beschränkten sich die jungen Folkeusen auf Coverversionen von Größen wie Mazzy Star, Ryan Adams, Neil Young und Bob Dylan. Besonders gelungen war hiervon die Nummer von Ryan Adams, die schmetterten die Girls so richtig schön mit Inbrunst und Hingabe: "Oh my sweet Carolina what compels me to go, oh my sweet disposition, may you one day carry me home."



Das Konzert dauerte insgesamt nicht lange, ließ aber auf jeden Fall aufhorchen. Hier sind zwei Nachwuchsmusikerinnen mit Potential unterwegs, die ihr jetziges Wochenende schon fest dazu eingeplant haben, im Landhaus der Eltern neue Songs zu schreiben. Ich bleib' am Ball, hier wird es spannend bleiben, die weitere Entwicklung mitzuverfolgen.

Setlist The Dove and The Wolf, Vieux Léon, Paris:

01: In Love/Insane
02: The Shore
03: Fade Into You (Mazzy Star Cover)
04: Harvest (Neil Young Cover)
05: Oh My Swet Carolina (Ryan Adams Cover)
06: Girls From The North Country (Bob Dylan Cover)
07: Springtime

08: Springtime


Pour nos lecteurs français:

Cette semaine je suis parti un peu à la recherche de nouveaux talents dans le folk féminin. Après la jeune américaine Amy Musser dans un resto à fromage, je me retrouvais jeudi soir pour le concert des encore plus jeunes filles (Paloma et Louise) de The Dove and The Wolf au Vieux Leon, bistro sans prétention, fréquenté en général par des étudiants. Un endroit bien (et super plein ce soir!), mais assez bruyant ce qui rend les conditions pour jouer des concerts calmes et acoustiques difficiles. "Je trouve ça courageux de jouer dans des endroits pareils, me disait la mère de Louis Hayat-Camard en toute franchise, pour finir: "mais finalement c'est une très bonne école."



Elle a raison, les jeunes artistes doivent tous passer par là, ils ne commencent pas tout de suite à L'Olympia, et se créent leur réputation d'abord dans ces bars, cafés et bistros de la capitale. Mais dans le cas de The Dove And The Wolf on ne parle pas des totales inconnues, puisque Paloma et Louise ont déjà accumulé un peu d'expérience en jouant par ci par là, avec notamment un concert très remarqué de Paloma Gil en première partie de Neal Casal au Café de la Danse en 2011. Chacune d'elle a écrit de son coté, mais avant cela elles n'avaient jamais composé ensemble. Ça a changé avec le début de leur nouveau projet The Dove and The Wolf, qui succède à The Girls From The North Country, spécialisé dans les reprises des classiques folks. Désormais Paloma et Louise ont deux propres chansons à leur compte, The Shore et Springtime, à écouter sur soundcloud. Bien sûr elles ont joué ces très beaux morceaux ce soir au Vieux Léon. Deux magnifiques ballades, d'une grande simplicité (dans le bon sens du terme) et de sincérité, dotées d'harmonies vocales à couper le souffle! C'est épatant à quel point les deux copines chantent bien ensemble. A tout juste 21 ans elles sont capables de créer une ambiance chaude et feutrée, digne des plus grands du genre. En fait elle sont déjà aussi bien que les deux soeurs suédoises de First Aid Kit dont on parle beaucoup en ce moment.

Si Paloma et Louise arrivent à écrire encore plus de chansons propres - ce dont je suis sûr- elles peuvent aller loin, au moins dans les cercles folk. Mais pour l'instant on peut toujours se réjouir de leurs très bonnes reprises de Mazzy Star, de Ryan Adams, de Bob Dylan et de Neil Young. Références impeccables en tout cas.

The Dove & The Wolf, affaire à suivre de très près!





Sonntag, 23. Mai 2010

Solvents, Paris, 22.05.10

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Konzert: Solvents

Ort: Le Vieux Léon, Paris
Datum: 22.05.2010
Zuschauer: leider nicht sehr viele
Konzertdauer: eine knappe Stunde


Wann ich zuletzt im Kino geweint habe, weiß ich nicht mehr*, wann zuletzt Tränen bei einem Konzert meine Wangen runterkullerten hingegen schon: heute.

Jarrod und Emily von den Solvents brachen mir mit ihren unglaublich nahegehenden Liedern mein Herz, was ich dem Gitarristen und Sänger mit der brüchigen Stimme und seiner Geliebten mit der Fiedel auch hinterher offen gestand. "You broke my heart...but in a good way", stotterte ich mit zittriger Stimme, woraufhin Emily ganz trocken erwiderte: "Yeah, some of our songs are pretty intense"...

Schönstes Lied des Abends, das man sich auch MySpace anhören kann: Summertime. Und in den akustischen, abgespeckten Version von heute abend war es irgendwie noch bewegender.



* vermutlich bei Control



Samstag, 1. Mai 2010

June Madrona, Paris, 30.04.10

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Konzert: June Madrona

Ort: Le Vieux Léon, Paris
Datum: 30.04.2010

Zuschauer: 40-50 oder so

Konzertdauer: 45-50 Minuten oder so




Hurra, June Madrona sind zurück in Paris! Der sympathische Dreier (1 Mädchen, 2 Jungen) aus Olympia, Washington, war seit der Oliver Peel Session vom 03.04.2010 ohne Unterlass auf Achse. Vor allem in Deutschland sind sie ausgiebig durch Clubs, Bars und Cafés getingelt und haben unter anderem im Münchner Kafé Kult Station gemacht. Besonders cool war allerdings, daß sie kürzlich bei Karo eine Home Show absolviert haben. Ihr erinnert euch, die tolle Sängerin aus Würzburg war letztes Jahr Stargast bei einer wunderbaren Oliver Peel Session. Die Indie-Welt ist halt eben klein, da sieht man es wieder! Aber daß ist auch gut so, das durchbricht die Anonymität und so enstehen Bekanntschaften und vielleicht sogar langfristig richtige Freundschaften. Ross, der Sänger von June Madrona, hat nun bereits zum zweiten Male angeboten, meine Frau ud mich bei ihm zu beherbergen, falls wir einmal in Olympia, Washington sein sollten. Er muss aufpassen, was er da sagt, ich bin tatsächlich in der Lage bei ihm an der amerikanischen Westküste aufzukreuzen! Noch spannender wäre es aber, im Elternhaus von Molly, der süß schüchternen Cellistin, zu übernachten. Die Gute kommt nämlich aus Alaska und ihre Eltern wohnen immer noch dort. Warm eingepackt ist das sicherlich ein unglaubliches Naturerlebnis, also mich würd's reizen!

Nun sind wir aber erst einmal wie gehabt in der laut Franzosen schönsten Stadt der Welt. Bei jeder Gelegenheit lassen die Pariser so ganz nebenbei diese Floskel fallen. Man müsste mal den Penner fragen, den ich auf meiner Anreise zum Konzert im U -Bahn Schacht gleich neben der Mülltone gesehen habe. Würde er auch sagen: Paris ist die schönste Stadt der Welt? Ich hege leise Zweifel. Die französische Metropole ist höllisch teuer und das schafft soziale Ungleichheiten. Gut, daß die Drinks in der Kneipe Le Vieux Léon, dem heutigen Austragungsort für Pariser Verhältnisse erschwinglich sind, so daß hier viele junge, studentische Leute vorbeischauen. Die meisten kommen nicht unbedingt für Konzerte, sondern zum trinken, plaudern oder essen. Womit wir sofort bei einem Hauptproblem des heutigen Abends wären: Die Geräuschkulisse war eindeutig zu hoch! In (fast) jeder Ecke wurde ohne Unterlaß geschnattert und dies obwohl June Madrona schon längst angefangen hatten. Sänger Roos hatte trotz seiner enorm festen Stimme Probleme, sich verständlich zu machen. Aber er, Polly und Banjospieler Sean sind Profis und wild plapperndes Publikum gewöhnt. Sie ließen sich nichts anmerken und spielten ihr Set konzentriert durch.



Dieses ähnelte weitgehend dem der Oliver Peel Session, wurde an einigen wenigen Stellen etwas abgewandelt. Einer meiner Lieblingssongs, The Sea Of Cortez war auch heute wieder vertreten. Er handelt von dem See zwischen Kalifornien und Mexiko und wird auch "Gulf of California" genannt. Er gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Ich stelle mir die Landschaft dort unbeschreiblich schön vor und die Musik von June Madrona passt auch glänzend zur Natur, denn alles bei ihnen klingt unglaublich organisch, geerdert und warm. Selten hat man es mit solch authentischen Musikern zu tun, die Texte sind oft autobiografisch und ersetzen (O-Ton Ross) wohl auch die ein oder andere Sitzung beim Psychiater. Schön, daß sie sich uns mitteilen, zumindest denjenigen, die zugehört haben und das waren leider nicht alle im Raume. Bei dem schmissigen Stück Santa Fe sangen die drei Amis aber mit solcher Inbrunst, daß selbst die nervigsten Plappermäuler für eine Weile innehielten und die Augen auf die improvisierte Bühne richteten.

Auch wenn die Bedingungen heute nicht ideal waren: Konzerte von und mit June Madrona sind immer dufte!

Setlist June Madrona, Le Vieux Léon, Paris:

01: Our Friends
02: Boundaries
03: Early Spring
04: Sea Of Cortez
05: Lion Talk
06: Santa Fe
07: The Western Flight
08: Tinnitus
09: Come Over
10: Tent Caterpillar
11: Perseus



 

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