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Samstag, 29. Mai 2010

The Clean, Paris, 28.05.10

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Konzert: The Clean,

Ort: Bus Palladium, Paris
Datum: 28.05.10
Zuschauer: hab' sie nicht gezählt, 250 vielleicht?
Konzertdauer: The Clean leider nur etwa 35-40 Minuten, Les Shades eine Stunde


Kult im Doppelpack! Sowohl die Location, der 1965 eröffnete Night Club Le Bus Palladium (angeblich haben hier schon die Beatles gespielt), als auch die Band, die 1978 gegründete Formation The Clean aus Neuseeland (Stephen Malkmus zitiert sie als Haupteinfluß für Pavement und konsequenterweise haben The Clean dann auch Pavement im Mai 2010 in der O2 Academy in Brixtopn supportet), verdienten dieses Prädikat! Und die Kürbisse der Gebrüder Kilgour und des Bassisten Robert Scott sind nach wie vor saftig! Echte Rock'n Roller verlernen ihr Handwerk nie. Aber wie war das Publikum? Nur alte Säcke wie ich? Zu einem kleinen Teil ja, aber die überwiegende Mehrheit der Zuschauer war blutjung, bildhübsch, weiblich und flippig. Wie das? Nun, die Zuckerschnecken kamen für die im Anschluß an The Clean spielende Pariser Nachwuchsband Les Shades, in der vier stylishe Jungs auf französisch abrocken. Ich fühlte mich wie eine Made im Speck!

Zur musikalischen Seite muss ich noch einmal ausführlicher ausholen, aber weil es so interessant war, ziehe ich sogleich die Aftershow vor:

Aftershow: Nach nur gut 35 Minuten hatten The Clean ihr Set abgespult. Grotesk, aber den Tatsachen entsprechend: die Kulthelden aus Neuseeland waren nur Vorgruppe der Shades! Mir und ein paar anderen reiferen Semestern verschaffte dies aber die Gelegenheit, mit den 3 netten Herren hinterher ein wenig zu plaudern. Bassist Robert Scott kümmerte sich um den Merchandising Stand, wo er nicht nur das letzte Album von The Clean (Mister Pop) verkaufte, sondern auch seine kleinen Gemälde und CDs mit selbstentworfenen Covern seiner zahlreichen Nebenprojekte feilbot. Man fand dort hübsch gemachte CDs von The Bats, The Magick Heads, Harmonic Deluxe und noch ein paar andere Perlen.* Ganz nebenbei kritzelte mir Robert auch noch die Setlist auf einen Zettel. Sehr nett von ihm. Etwa eine viertel Stunde später zog es uns nach draußen vor die Tür, wo ich mit David Kilgour, dem Gitarristen von The Clean, ins Gespräch kam. Auch er sehr aufgeschlossen und kommunikativ. In Berlin seien sie kürzlich gewesen ("really good audience"), aber auch in Leipzig ("we preferred Berlin") hätten sie gespielt. An den Auftritt im Grünen Jäger in Hamburg konnte er sich aber gar nicht mehr erinnern, da musste der Tourmanager (?) nachhelfen. Ansonsten berichete David von gemeinsamen Konzerten mit Indie-Helden wie Yo La Tengo und Built To Spill. Ich war schwer beeindruckt. Wow, mit Yo La Tengo haben die Jungs schon gespielt, alle Achtung! Dann fragte er mir Löcher in den Bauch und wollte wissen, was ich in Paris so treibe. Ich erzählte ihm auch von unserem Blog und ganz interessiert notierte er sich den Namen "Konzerttagebuch" ("How do you spell it?") auf einen Zettel. Ich erwähnte auch, daß ich das Berliner Label Morr Music, auf dem The Clean ihren letzten Longplayer veröffentlicht hatten, sehr möge. Ich warf den Namen Masha Qrella in die Runde, weil ich sie sehr schätze und prompt erfuhr ich, daß The Clean kürzlich mit Masha aufgetreten waren.

Kurze Zeit später kam ich mit Davids Bruder ins Gespräch. Ich musste eine Bildungslücke offenbaren, als ich ihn nach seinem Namen fragte. Als Hamish stellte er sich vor, "nice to meet you, Oliver". Wir plauderten angeregt und irgendwie fand er es spannend, daß ich mit einer Französin verheiratet sei. Er wollte mehr wissen über die Musikszene in Frankreich und als ich ihm schilderte, daß es in Paris und Clermont Ferrand eine gute Folkszene gäbe, fragte er mich prompt, ob ich bei Facebook sei. Er wolle gerne mit mir kommunizieren. Ich musste ihn hinsichtlich Facebook enttäuschen, notierte ihm aber meine E-mail Adresse. "You look much younger than 38", machte er mir ein tolles Kompliment. Ich wollte ihn auch für seine Jugendlichkeit loben, aber wusste sein Alter überhaupt nicht, also ließ ich es bleiben. Unsere Gesprächsthemen gingen nun quer durch den Garten, besonders interessant fand ich aber, daß er recht heftige Kritik an seiner Wahlheimat Brooklyn, NY ,übte. Alle würden hier irgendwie gleich denken, sich gleich kleiden, einen bestimmten konformistischen Stil pflegen. Das sei alles nicht mehr wie früher, es herrsche kein Punk Spirit mehr und das CBGB habe ja auch geschlossen. Ich glaube, ich hätte ihn in meinem Enthusiasmus für Paris begeistern können. Als Werbetexter für die Stadt der Liebe mache ich mich sicherlich nicht schlecht, wobei man nicht zu tief graben dürfte, sonst müsste ich auch die abstoßenden Seiten der Metropole erwähnen. Aber dazu kam es gar nicht mehr, denn er entschwand mit seinem Bruder und Robert Scott in einem Reisebuss. Goodbye The Clean, hoffentlich sieht man sich bald mal wieder!

* bei Discogs.com findet man eine brauchbare Zusammenstellung der verschiedenen Bandaktivitäten von Robert Scott

Fotos in Kürze!

Setlist The Clean, Le Bus Palladium, Paris (nicht in dieser Reihenfolge)

- Getting Older
- Flowers
- Fish
- Anything Could Happen
- Point That Thing Somwewhere Else
- Odditty

- At The Bottom



Sonntag, 30. September 2007

Rock'n Roll Friday mit Plastiscines u.a., Paris, 28.09.07

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Konzert: Les Shades, Plastiscines, Naast & BB Brunes (Rock n' Roll Friday)

Ort: Olympia, Paris

Datum: 28.09.2007

Zuschauer: 2585 (ausverkauft). Der Ansager von Rock & Folk hat die genaue Zahl verkündet!



Muß man neben einer Mülltonne in einem Arbeiterviertel von Liverpool groß geworden sein, um ein authentischer Rockstar sein zu können?

Wenn man manche Leute so reden hört, könnte man dies fast glauben. "Das sind doch allesamt verzogene Gören und Rotzbengel aus reichen Familien, diese neuen Pariser Garagenrockbands, die achten mehr auf ihr Outfit als auf die Musik. Und von guter Musik haben sie eh' keine Ahnung!" Solche und ähnliche Sätze waren mehrfach zu lesen, wenn die Rede von Plastiscines, Naast, den Shades, BB Brunes und wie sie noch alle heißen (z.B. Parisians, oder Tatianas) war.

Dabei war die französische Musikpresse absurderweise am kritischsten, die Trax hat beispielsweise von einer Totgeburt im Zusammenhang mit dem Phänomen junge Pariser Rockbands gesprochen und das Magazin Magic wunderte sich, wie denn die angelsächsischen Kollegen von Pitchfork.com dem Debütalbum von Plastiscines 7/10 Punkten geben konnten...


Lediglich das französische Fachblatt Rock & Folk hält den Baby-Rockern, die teilweise noch zur Schule gehen, seit geraumer Zeit die Treue und puscht die Szene sogar ein wenig durch sehr wohlwollende Berichterstattungen in ihrem Magazin. Was ist also dran an dieser Bewegung, ist das alles nur ein cleverer Marketing-Coup, wie Spötter behaupten, oder haben wir es hier mit echten Talenten zu tun, die es weit bringen können? Es muß doch irgendetwas dahinter stecken, wenn sogar der britische NME über die Pariser Youngsters berichtet, oder nicht?


Nun, es kommt wie so oft auf den Einzelfall an, man darf nicht alle in einen Topf stecken!

Leider habe ich gleich die Band, von der ich mir am meisten verspreche, verpasst! Ich rede von den Shades, die ich schon einmal im Nouveau Casino vor ein paar Monaten beobachtet hatte und die mir damals auf Anhieb gefielen. Als ich die Türen zum Saal des Olympia aufstieß, lief gerade noch das letzte Lied, ich glaube es handelte sich um "Le Temps Presse". Sämtliche Bandmitglieder waren ganz in weiß gekleidet, was dieses Jahr wohl Modefarbe Nummer 1 in der Musikszene ist. Ihr erinnert Euch an unseren alten Berichte? Polarkreis 18, Bright Eyes, kamen die nicht auch farblos (modetechnisch meine ich jetzt) daher? Und Johnny "Razorlight" Borrell mit seiner stets weißen Jeans? Nicht zu vergessen natürlich auch die Strokes, zumindest manchmal. Von letztgenannten sind die Shades auch eindeutig inspiriert, sie haben sogar eine Cover-Version eines Liedes der New Yorker im Repertoire! Mentor und Produzent Bertrand Burgalat freute sich dann auch nicht zu Unrecht über den gut aufgenommenen Auftritt seiner Jungs, von der Bühnenseite lukte er mit seiner riesigen Brille mal ins Publikum, mal auf die Jungspunde und lachte sich wohl heimlich ins Fäustchen...

Setlist Les Shades, Olympia, Paris ( laut dem Magazin Rock & Folk, welches ich abonniere) :

01: Orage Mécanique
02: Judie
03: L'Enfant Prodige
04: Machination
05: Le Prix A Payer
06: De Marbre
07: Les Yeux Fermés
08: Le Temps Presse

Nach der Pause, die man sich wunderbar damit vertreiben konnte, außerordentlich niedliche Schülerinnen im Foyer zu beobachten (warum gab es in meiner Klasse damals nicht solch süße Früchtchen?), ging es mit der Girlgroup Plastiscines weiter. Was den Kleidungsstil der jungen Dame auf der Bühne anbetraf, gab es eigentlich keine großen Unterschiede zu den Mädchen da draußen. Freche Kleidchen und abgeschnittene Jeans-Shorts waren Trumpf und natürlich szenige Stiefelchen an den Füßen. Da ist es nicht verwunderlich, daß die drei Mädchen von Plastiscine, nämlich die blonde Katty (Gesang, Gitarre), die brünette Louise (Bass) und die wuschelköpfige Marine (Gitarre, Gesang) schon für Hochglanzmagazine posierten, was ihnen viele neidische Kommentare einbrachte. Ich sage bewußt drei Mädchen, obwohl es natürlich auch noch eine Drummerin gab, aber diese Position wird so häufig gewechselt, daß man kaum noch mitkommt. Die allererste Schlagzeugerin, die noch auf dem Cover der "LP 1" zu sehen war, ist längst abgesprungen und die Nachfolgerin, die ich im Bataclan vor ein paar Monaten sah, ist auch schon wieder weg. Heute saß eine farbige Schönheit an den Drumms und wurde als Alix vorgestellt. Die gute Alix schien aber zumindest am Anfang reichlich nervös zu sein, denn sie schlug nur ganz behutsam und recht verkrampft auf ihr Instrument ein. Gegen Ende lief es dann flüssiger bei ihr. Die drei anderen Mädels haben sich aber deutlich verbessert in den letzten Wochen, so zumindest schien es mir. Da wurde wesentlich schneller gepielt, härter gerockt und sicherer Aufgetreten als noch vor Kurzem. Besonders Sängerin Katty wird immer selbstbewußter und weiß inzwischen , wie man mit dem Publikum spielt, aber auch Marine und Louise haben dazugelernt. A propos Louise, die Frau ist ein Traum! Wie die den Bass hält und mit ihren Endlosbeinen über die Bühne wirbelt, hach...

Was die Setlist anbelangt gab es keine großen Überraschungen, da wurde zum Großteil das Album "Lp 1" gespielt, natürlich auch der Hit "Loser" mit dem fabelhaften und einprägsamen Gitarrenriff zu Beginn. Nicht zu vergessen "(Zazie Fait De La) Bicyclette", dem einzigen Lied bei dem die rassige Gitarristin Marine singt. Ein Riesenhit dieses "Bicyclette", tausend mal besser als ein ähnlich lautender Song der scheußlichen Band The Queen. Aber auch für ein Cover-Version war Zeit und zwar "Boots Are Made For Walking" von Nancy Sinatra. "Kennt die jemand von euch?", fragte Katty interessehalber in die Runde, bekam aber kaum ein positive Antwort. Kein Wunder allerdings, wie sollen zum Teil vierzehnjährige Kinder die olle Sinatra kennen, zumal ihr damaliger Gesangespartner Lee Hazlewood auch schon die Radieschen von unten anbeißt?...

Anderes Novum, zumindest für mich, war das abschließende "Queens Of Hell" was nicht auf dem Album enthalten ist. Vielleicht wird es ja bald schon Zeit für "LP 2", wer weiß? Am heutigen Abend überwogen zumindest die Anhänger der frechen Girlgroup. Ob sie irgendwann auch noch die Kritiker überzeugen können, bleibt allerdings abzuwarten.

Setlist Plastiscines, Paris, Olympia:

01: Intro: Pop In, Pop Out
o2: Alchimie
03: Shake (Twist Around The Fire)
04: Mister Driver
05: Loser
06: Lost In Translation
07: La Règle Du Jeu
08: Boots Are Made For Walking (Nancy Sinatra Cover)
09: No Way
10: Queens Of Hell

Links: mehr Bilder von Plastiscines
ein Video zusammen mit The Blood Arm
Loser live

"Heute Abend sollten wir auch noch einmal an die ganzen anderen jungen Gitarrenbands denken, die leider hier nicht auftreten können, ich spreche von den Brats, den Parisians, Second Sex und den Prostitutes". Rock & Folk Redakteur Philippe Manoeuvre wirkt beim Verkünden dieser Namen fast ein wenig wehmütig und enttäuscht darüber, daß nicht allen Bands der Generation Babyrocker im Olympia ein Podium geboten werden konnte...

Der schon leicht ergraute Herr verschwindet von der Bühne und läßt Platz für die euphorisch empfangenen Jungspunde der Band Naast. Angeführt von Schönling und Sänger Gustave Naast, der mit Matrosenkäppi auf dem Kopf und Gitarre um den Hals erscheint und vervollständigt von Nicolas (Schlagzeug), Clod (Orgel) und Lucas "Laka" an der Gitarre, legt das Quartett gleich los wie die Feuerwehr. Das flotte "Le Point Aveugle" wird gespielt, ein Stück mit einer gut gemachten Chorpassage, die gleich von den Fans mitgesungen wird. Neben dem oft als arrogant beschriebenen Gustave (eine Einschätzung, die ich nicht beurteilen kann) fällt Orgelspieler Clod mit seiner dunklen Sonnenbrille und seinen schwarzen Locken besonders auf. In gebückter Haltung haut er wild gestikulierend in die Tasten. Die an die Doors erinnernde Kirmesorgel ist ohnehin omnipräsent bei Naast, sie fehlt auf keinem Stück. Textlich dominieren typische Teenagerthemen wie die unerwiderte Liebe zu einem Mädchen, "La Fille Que J'aime" (elle ne m'aime pas), oder ähnliche Probleme, die man in diesem jungen Alter nun mal so hat, "Complications". Alle Lieder werden übrigens ausschließlich auf französisch gesungen, allerdings mit einer die Ausnahme bestätigenden Regel: "The Lady Rachel" von Kevin Ayers wird über Minuten hin gestreckt, ohne mich zu überzeugen. Der französische Akzent von Gustave kommt im Englischen zu stark zur Geltung. Da bevorzuge ich eindeutig Stücke in der Muttersprache der Burschen, vor allem "Coeur De Glace" ist ein veritabler Hit. Ohnehin haben sich die Jungs das Beste für den Schluss aufgehoben: Gustave erklettert nämlich gegen Ende eine Box, heizt von dort aus ein und singt elegant wie er nun einmal ist "Mauvais Garçon" und das abschließende "Je Te Cherche". Der Applaus ist langanhaltend und nicht unverdient. So schlecht, wie sie von Neidern gemacht werden, sind nämlich Naast auf keinen Fall.

Setlist Naast, Olympia, Paris:

01: Le Point Aveugle
02: La Fille Que J'aime
03: Derièrre Cette Porte
04: Belle Est La Béte
05: Va-Et-Viens
06: Tu Te Trompes
07: Complications
08: Les Yeux De Dieu
09: The Lady Rachel
10: Coeur De Glace
11: Mauvais Garçon
12: Je Te Cherche

Nach dem Auftritt von Naast sind Cécile und ich schon ziemlich ausgepustet, soviel jugendliches Ungestüm sind wir Alten nicht mehr gewohnt. Für die extrem jungen Mädchen im Saal fängt der Abend mit den nachfolgenden BB Brunes aber erst so richtig an. Der Kreischpegel erreicht nämlich mit dem Erscheinen der in Leder gekleideten Typen seinen bisherigen Höhepunkt. Jede Textzeile wird lauthals mitgesungen, die Jungs da vorne angeschmachtet und mittels Handykamera abgelichtet. Das Styling stimmt also schon einmal, bezüglich der Qualität der Musik bin ich mir nicht ganz so sicher. Alles erinnert stark an die englischen Libertines, bloß die Texte sind französisch. Auch ein Hütchen im Pete Doherty- Stil darf da natürlich nicht fehlen, sonst wäre das Ganze nicht authentisch. Die Girlies stört die Ähnlichkeit der jungen Pariser Band mit den berühmten englischen Idolen nicht sonderlich, Hauptsache der Bauch ist flach und die Jeans sitzt eng am Körper. Der ziemlich schrammelige, wenig melodiöse Gitarrensound erschöft mich ziemlich schnell, nach drei Liedern ist hier für mich Schluß. Schluß ist auch für viele junge Mädchen, die von ihren Eltern mit dem Auto abgeholt werden, es ist Zeit für's Bett. Die Glücklichen, die noch länger bleiben durften, haben sich aber mit Sicherheit bis zum Schluß köstlich amüsiert!

Setlist BB Brunes, Olympia, Paris:

01: BB Baise
02: Sixty Eight
03: Perdus Cette Nuit
04: Le Gang Dynamite
05: Mr Hyde
06: Brunes BB
07: Houna
08: Blonde Comme Moi
09: Dis-Moi
10: J'ecoute Les Cramps (Z)
11: Pas Comme Ça
12: Dis Moi





Donnerstag, 26. April 2007

Les Shades, Paris, 25.04.07

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Konzert: Les Shades
Datum: 25.04.2007
Ort: Le nouveau Casino
Zuschauer: von einer ganzen Horde 17-jähriger Girlies dicht besiedelt


Ich hatte mir fest vorgenommen, heute auf kein Konzert zu gehen, sondern wollte stattdessen das schöne Wetter geniessen. Da bekam ich plötzlich bei MySpace ein Bulletin von Ground-Zero, "A nice indie-record store in Paris", in dem darauf hingewiesen wurde, dass die neue CD von Electrelane bei ihnen eingetroffen sei. Da ich die junge englische "Girlgroup" spätestens seit ihrem Auftritt im Vorprogramm von Arcade Fire sehr schätze, musste ich den neuen Silberling gleich haben und machte mich auf den Weg zu Ground Zero. Wohlgemerkt: ich wollte nur CDs kaufen, was ich dann auch tat. Beim anschliessenden Bummel durch die szenige Rue Oberkampf lief mir dann aber Gustave Naast von der Pariser Nachwuchsrockgruppe Naast über den Weg. Ein unglaublicher Schönling der Bursche, mit seinen braunen Haaren und den feinen Gesichtszügen sieht er mindestens so gut aus wie der junge Alain Delon, was Gustave aber wohl auch weiss, er wirkt nämlich auf den ersten Eindruck ziemlich arrogant. Kurzum, ich dachte mir, wenn der sich hier so rumtreibt, spielen bestimmt irgendwelche jungen Bands aus der gehypten Pariser Nachwuchsszene im nahegelegenen Nouveau Casino. Der Blick auf die gestylten Teenager, die da vor dem Laden rumhingen, (allesamt in hautenge Skinny-Jeans gehüllt, spitze Schuhe, trendige Frisuren von Toni & Guy), nahm mir dann jeglichen Zweifel am Auftreten von Bands der "neuen Pariser Schule". Der Blick auf den weissen Zettel, der an der Tür des Nouveau Casino hing, verriet mir dann auch den Namen: Les Shades (und also nicht Naast).

Von dieser Band hatte ich schon viel Gutes in der lokalen Presse gelesen, vor allem, dass sie von dem Pariser Tausendsassa Bertrand Burgalat (Musiker, Produzent, Labelbetreiber) betreut werden und im Gegensatz zu den meisten ihrer Kollegen auf französisch singen.

Da ich dann auch noch auf meinen Pariser Bekannten Jeremie stiess, der bei der Band Dorian Pimpernel singt, beschlossen wir, gemeinsam die Shades unter die Lupe zu nehmen. Zuvor spielte aber noch eine andere Band, denn die Veranstalter des Festivals Rock en Seine hatten hier ein richtiges kleines Vorfestival für den Nachwuchs organisiert (Les Avant Seine). Kurz vor zehn war es dann aber soweit. Überwiegend in weiss gehüllt, betraten die fünf Lieblinge der pubertierenden Pariser Girlies vor den Augen ihres Mentors Bertrand Burgalat die Bühne und spielten ein flottes und melodisches Garagenrock-Set.

Ein wenig erinnerte das an Telephone, aber auch Bands der neuen deutschen Welle, wie UKW oder gar Nena kamen mir vor allem aufgrund des poppigen Keyboard-Stils von Hugo (ein neuer Uwe Fahrenkrog-Petersen, wenn man so will) in den Sinn. Gespielt wurden Hits von ihrer bereits bei Tricatel erschienenen EP, wie z.B. "Le prix à payer", "Electrique" oder le "Temps presse". "Le temps presse" (zu deutsch: es eilt), war dann auch ein Motto des heutigen Abends, denn es wurde nicht nur schnell, sondern auch nur relativ kurz gespielt, so dass gegen halb elf alles gelaufen war, zumindest für die Shades, die aber immerhin noch zwei Zugaben spielten. Mir hat es im Gegensatz zu einem deutschen Mädchen im Publikum, das das Ganze für fürchterlich gestellt und unreif hielt, ziemlich gut gefallen und ich werde "Les Shades" weiter im Auge behalten. Für das Set der im Anschluss auftretenden Rodeo Massacre, war ich dann aber deutlich zu müde und ich entschwand, nicht ohne eine Single der jungen Franzosen erworben zu haben, in die laue Pariser Nacht.

Auszug aus der Setlist Les Shades:

- Le Prix à Payer
- Electrique
- Le temps presse
- Orange mécanique
- les yeux fermés

von Oliver



 

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