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Samstag, 7. September 2013

Roger Waters, Düsseldorf, 06.09.13

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Konzert: The Wall (Roger Waters)
Ort: Esprit Arena, Düsseldorf
Datum: 06.09.2013
Zuschauer: ca. 30.000 (bestuhlt)




von Dirk aus Mönchengladbach

Roger Waters hat heute Geburtstag. Er wird 70 Jahre alt. Hätte eine Wahrsagerin ihm vor 30 Jahren erzählt, er würde an diesem Tag seine Wall Show in einem Fußballstadion in Düsseldorf präsentieren, wäre er wohl lachend vom Stuhl gefallen. Roger Waters mag keine Geburtstage, dies hat er in Interviews immer wieder betont. Und daher wird auch an diesem Abend nur das Erwartete geboten. Die zurzeit größte Show der Welt. 


Die Bühne ist 50 m hoch, je nach Arena bis zu 150 m breit und die Mauer besteht aus mehr als 1.000 Steinen. The Wall ist aber auch minimalistisch: keine Vorgruppe, kein Best of und keine echten Zugaben. 

Auf die Frage warum Waters die Tour noch mal mit noch mehr Aufwand und als reine Stadiontour verlängert, obwohl er das Werk vorher Jahrzehnte nicht aufführte, lautete seine Antwort: “Weil ich es jetzt kann.“ In dieser Aussage zeigt sich das immer noch verletzte Ego eines Superstars wider Willen, der bis heute den Erfolg seiner „Begleitband“ unter dem Namen Pink Floyd nicht verkraftet hat. Während Gilmour und Co. schon damals nach dem offiziellen Ausstieg von Waters die Stadien füllten, begann Waters seine Solokarriere in kleinen Hallen. 

Jetzt hat sich das Blatt endlich gewandelt. Gilmour sitzt müde auf seinem Hausboot und geht seit langem dem offen ausgetragenen Konflikt aus dem Weg. Und da Waters sein Wall-Epos für sich neu entdeckt hat, und die Technik ein Riesenspektakel in jeder Stadt der Welt möglich macht, ist der Wanderzirkus seit mehr als 3 Jahren unterwegs. Zunächst als Hallentour. Seit letztem Jahr dann zunächst in den USA und jetzt Europa nur noch in Stadien. 

Der Aufbau der Bühne ist selbst für erfahrene Konzertgänger immer wieder einmalig. Der Pink Floyd Ring incl. Leinwand wurde von fast jeder Stadionband der letzten 20 Jahre kopiert. Das Konzept der sich erhebenden, dann als Projektionswand genutzten und schließlich einfallenden Mauer bleibt einzigartig. Die Technik und der Sound sind an diesem Abend natürlich perfekt, keiner würde etwas anderes erwarten. Die Größe der Bühne ist kaum fassbar. 

Und auch thematisch wirkt das Werk aus der Sicht des Musikers Pink, der sich langsam aus seiner Welt entfremdet, erstaunlich frisch. Dies liegt vor allem an den neuen Video- und Cartoonsequenzen, die sich toll mit den ebenfalls erhalten gebliebenen Originalfilmen von G. Scarfe verbinden. 


Die Show beginnt (natürlich) mit einer der größten Materialschlachten der Bühnengeschichte. In the flesh zeigt schon fast alle Aspekte der Show und knallt den Zuschauern mit einer Wucht ins Gesicht, dass viele in Deckung gehen. Doch gleich hier zu Beginn zeigt sich auch der Schwachpunkt des Abends. Immer wieder versucht Waters mit seinen plumpen Anti-Kriegsthesen die eigentliche Geschichte zu verdrängen. Das ist schade, denn die persönlicheren, emotionaleren Stücke um den „privaten“ Pink wirken viel interessanter als die Ledermantel Führerimitation. 

So sind sowohl Mother (Roger singt mit seinem 30-Jahre jüngeren Ich aus einer damaligen Wall-Show ein Duett über die Leinwand) als auch Young Lust zum Weinen schön. Das Telefon des nicht erwiderten R-Calls knackt so laut und klar durch das Stadion, dass man erschaudert. Diese Momente machen die Show zu einem Ereignis und man vergisst rasch die schwächeren Stellen, ohne die aber auch normale Konzerte meistens nicht auskommen. 

In der Pause bestaunen die Zuschauer das errichtete Werk der geschlossenen Bühne und so mancher der älteren Herren mit Bauch fragt sich wohl, wo die fast 35 Jahre geblieben sind seit The Wall 1979 veröffentlicht wurde. Waters dagegen wirkt unglaublich fit und schlank. Auch seine gute Laune ist ansteckend und will oft nicht zur Schwere des Werkes passen. 

Weiter geht es mit der wohl besten Projektion bei Bring the boys back home über die gesamte Breite der Wand welche dann nahtlos in den von allen erwarteten Klassiker Comfortably Numb übergeht. Kein Musikfan, der dieses Gitarrensolo nicht verehrt und bewundert. Heute wird es von Waters Backingband präsentiert, die ist ebenso wie die Show perfekt aber das coole Understatement von Gilmours Präsenz wird natürlich nicht erreicht. 


Das Ende ist klar. Die Mauer fällt. Ob es für den Hauptdarsteller die gewünschte Erlösung ist, wurde auf dem Album damals nicht wirklich deutlich. Heute nutzt Waters wie bei den damaligen Live-Shows von The Wall die Trümmer zu einer kleinen, akustischen Zugabe. Mit dem Song Outside the Wall entlässt er die Fans dann doch mit etwas Zuversicht in den Abend. 

Die Frage, ob man mit 70 Jahren ein für viele Menschen so wichtiges Werk in einem Fußballstation zu Ticketpreisen von bis zu 170 EUR aufführen muss, stellt sich zum Glück erst wieder in de Bahn nach Hause. Für 2 Stunden war man in Waters damaligem Gehirn zu Gast und die Themen von Krieg, Entfremdung und psychischer Erkrankung sind heute fast dringlicher als damals. 

Plakativ, kitschig, peinlich… all das könnte man Waters an seinem Geburtstag vorwerfen, aber einem Künstler Emotionalität und Schwäche vorzuwerfen, ist sinnlos. Gerade diese Gefühle sind absolut subjektiv und für Fans der Grund lebenslanger Treue. Worüber singen eigentlich die großen Bands unserer Zeit?

Fotos: Dirk (vom Konzert 2011)




Sonntag, 7. Juli 2013

Depeche Mode, Düsseldorf, 05.07.13

1 Kommentare

Konzert: Depeche Mode 
Datum: 05.07.2013 
Ort : Düsseldorf, Esprit-Arena 
Zuschauer: mehr als 40.000 
Dauer: ca. 135 Minuten 



von Ursula von neulich als ich dachte

1987: Mit 15 Jahren besuche ich mein allererstes Konzert: meine absolute Lieblingsband Depeche Mode in der Kölner Sporthalle. Mit dabei meine beste Freundin und ein Bekannter, dessen Vater die leidige Pflicht hat, auf uns aufzupassen. Die Vorband heißt Front 242, das aktuelle Album ist Music for the Masses, Dave trägt weiß und ich kann nach dem Konzert die Setliste komplett aus dem Kopf niederschreiben. Hinterher bin ich etwas enttäuscht, was aber höchstwahrscheinlich an übersteigerten Erwartungen liegt. 

2001: Mit ein paar mehr Jahren auf dem Buckel sehe ich die Band meiner Jugend in der Frankfurter Festhalle. Leider muss ich dieses Mal allein hingehen, die Vorband ist Fad Gadget, das aktuelle Album heißt Exciter. Engagiertere Fans als ich verteilen Handzettel mit Strichmännchengrafiken, die man hochhalten soll, wenn das Lied mit der entsprechenden Grafik kommt. Ich kann nicht wirklich viel von der Bühne sehen, schaffe es nicht weiter nach vorne und bin insgesamt frustriert. 

2006: Schon wieder sind die Band und ich älter geworden, ich habe einige Konzerttermine ausgelassen, nun sind Depeche Mode Headliner bei Rock im Park. Ich bin mit Freunden da, die Vorband ist Placebo (irgendwie), das aktuelle Album heißt Playing The Angel. Dieses Mal läuft vieles besser, da wir zwar großen Abstand zur Bühne haben, aber zumindest gut sehen können. Außerdem spielt die Band meinen alten Favoriten Photographic

2012: Depeche Mode und ich sind mittlerweile so alt geworden, dass es schon nicht mehr schön ist. Dave ist bereits mehrfach verstorben, glücklicherweise nie dauerhaft. Mein Freund überrascht mich zu Weihnachten mit Tickets für das Zusatzkonzert in Düsseldorf im Juli 2013. Wir fahren also zusammen hin, die Vorband ist Matthew Dear, das aktuelle Album heißt Delta Machine. Und hier kommt der Bericht. 


Als Exkölnerin hält man ja bekanntermaßen nicht viel von Düsseldorf, wobei ich das aus Verjährungsgründen schon fast vergessen habe. Aber diese Esprit Arena! Eine Fußballmannschaft, die ihren Gästen (beziehungsweise ihren Fans) ein derartiges Park-Chaos zumutet, hat ihren Abstieg so was von verdient! Nicht nur hatten wir dank Staus für eine Strecke, die regulär etwa 1,5 Stunden benötigt, das Doppelte gebraucht, nun standen wir am Ende unserer Nerven im Parkstau. Das Parkplatzkonzept scheint auf maximalem Personalaufwand zu basieren (was auch die unverschämten 7 Euro Gebühren erklärt). Reihe für Reihe müssen die Autos "eingewunken" werden, der Rest drängelt und kreist in der Zwischenzeit, was auch den Rückstau bis weit vor der Ausfahrt erklärt. Wirklich toll gelöst, Esprit Arena! 

So kann ich zu Matthew Dear genau überhaupt nichts sagen, denn als wir die Halle mit hängenden Zungen erreichten, standen Depeche Mode bereits auf der Bühne. Es erweist sich als großer Vorteil, dass wir unheimlich teure "front of stage" Tickets besitzen, die es ermöglichen, auch jetzt noch den Zuschauerbereich direkt vor der Bühne zu betreten, sonst stünden wir wahrscheinlich einen Kilometer von der Band entfernt. "Direkt vor der
Bühne" entspricht in diesen Dimensionen zwar auch eher "Jahrhunderthalle, ganz hinten", aber immerhin: Mit etwas Mühe kann ich die drei Bandmitglieder mit ihrem Extrapersonal an Schlagzeug und Keyboard tatsächlich sehen, für den Rest müssen es die LED Wände (eine große hinter der Bühne für Projektionen, zwei daneben zeigen die Band) tun. Das Dach der Esprit Arena bleibt an diesem Abend übrigens geschlossen. 

Dank akribischer Vorbereitung ist uns die Setliste des Abends bereits weitestgehend bekannt, was zu der beruhigenden Erkenntnis führt, dass wir nur ein Lied verpasst haben, den Opener Welcome to my World. Bei Angel (ebenfalls von Delta Machine) akklimatisieren wir uns noch. Ich stelle fest, dass ich das Publikum um uns herum optisch so gar nicht zuordnen kann. Wüsste ich nicht, dass wir bei Depeche Mode sind, könnte das hier auch ein Rolling Stones-Konzert sein. Oder einfach ein Zufallstreffen von Tausenden Mittvierzigern. 

Auf der Bühne trägt Dave Anzughose und Weste, sieht wie immer
überraschend jung, schlank und fit aus und führt zusätzlich zum Gesang seine altbekannten Anheizertänze auf - mit Hinternwackeln, häufigem Griff in den Schritt und suggestiven Gesten mit dem Mikrofonständer. Ein Laufsteg ermöglicht ihm, manchmal weit ins Publikum hinein zu tänzeln. Martin Gore ist ebenfalls nur in Hose und Weste, nur glitzert sein Outfit - dafür bedeckt es auch mehr. Von hinten sieht es aus, als hätte er einen Rock an, dazu trägt er wie fast immer Lidschatten und Nagellack. Und Fletch steht weit weniger glamourös in Jeans und Polohemd bei seinen Synthesizern. 

Meine Überlegungen muss ich kurz unterbrechen, denn mit Walking in my Shoes kommt nun das erste Highlight - es zeigt sich, dass die Zuschauer wohl allesamt die früheren Albenveröffentlichungen der Band bevorzugen und wer könnte es ihnen verdenken. Auf jeden Fall verbessert sich die Publikumsstimmung unvermittelt um hundert Prozent, was auch beim (relativ neuen) darauf folgenden Precious erhalten bleibt. 


An und für sich gibt es auf der Bühne relativ wenig Technik und zum Beispiel keine ausufernde Lichtshow, dafür wird annähernd jeder Song von einem eigenen Hintergrundbild oder -video begleitet. Bei Precious sieht man zum Beispiel riesige Hundebilder, die (zumindest für mich) die traurige Grundstimmung des Lieder gut widerspiegeln. Je nachdem, was sonst noch so los ist, achte ich mal mehr und mal weniger auf die Animationen, die wohl einmal mehr von Anton Corbijn realisiert wurden, zu sehen gibt es aber beinahe immer etwas. 

Nach Behind the Wheel und World in my Eyes flacht die Stimmung zu Should be Higher und John the Revelator wieder merklich ab, vielleicht kennen einige der Anwesenden die letzten beiden Alben auch gar nicht? Dann verlässt Dave mit Fletch sowie Christian Eigner (Schlagzeug) zum ersten Mal die Bühne, was einen Solosong für Martin mit Peter Gordeno (Keyboard) bedeutet. Zu meiner Überraschung hat er sich Only when I lose myself ausgesucht, ein Lied, das normalerweise von Dave gesungen wird. Die Martin-Version ist aber selbstverständlich hervorragend und wie noch einige Male an diesem Abend wird mir auch wieder einmal klar, was für tolle Texte diese Band zu bieten hat.

Im Anschluss folgt mit Home ein klassischer Martin-Titel, der in der Liveversion zu meiner Überraschung "Fangesänge" nach sich zog: Martin Gore dirigierte, während das Publikum die Gitarrenpassage nachsang. Nachdem ich ja einige Stationen der Depeche Mode-Tourneegeschichte ausgelassen hatte, konnte ich nicht einordnen, ob es sich hier um eine Tradition handelte. Martin wirkte in jedem Fall aufrichtig erfreut über die Publikumsteilnahme. 

Nun durfte Dave wieder auf die Bühne zurück, lobte Martins Soloauftritte (was mir etwas albern erschien, aber möglicherweise ist man nur um einen netten Umgang miteinander bemüht) und sang mit frischer Weste die vorletzte Single Heaven, die sich in meinem Gehirn leider untrennbar mit "Wetten, dass...?" (wo Depeche Mode mit ihr aufgetreten sind) verknüpft hat. Na ja, so gut ist der Song wohl einfach nicht, sonst könnte er meine Schreckenserinnerungen an diese Sendung wohl überstrahlen. Mit "Soothe My Soul" folgte darauf auch gleich die aktuelle Singleveröffentlichung, die mir etwas besser gefällt. 

A Pain that I'm Used To, das danach kam, ist dagegen eines der wenigen Lieder von Playing the Angel, die sich mir eingeprägt haben, einigen anderen im Publikum schien es ebenfalls zu gefallen. Auf das anschließende Soft Touch / Raw Nerve hätte ich wieder ganz gut verzichten können (zumal auf einer "Alternativ-Setliste" wohl an diesem Platz schon A Question of Time gespielt wurde!), anschließend wurde ich mit In Your Room (in einer langsameren Remix-Version dargeboten), Enjoy the Silence und Personal Jesus wieder versöhnt. Goodbye hieß dann genau das, wobei es schon sehr überraschend gewesen wäre, wenn keine Zugaben mehr gekommen wären. 


Diesen Block eröffnete dann Martin allein und bereitete uns mit Somebody eine echte und freudige Überraschung - diesen Uralt-Song hatte die Band bei der aktuellen Tournee überhaupt noch nicht gespielt! Halo, das danach von Dave (der die Bühne wiederum mit einem Lob für Martin betrat) in der auf einem der Remix-Alben veröffentlichten Goldfrapp-Version (aber natürlich ohne Alison Goldfrapp im Refrain) dargeboten wurde, gehört dagegen zum Standardset der Tournee, was ja auch nicht schlimm ist. Doof, wenn auch nicht unerwartet, fand ich dagegen das darauf folgende Just Can't Get Enough, weil ich mit diesem Song noch nie viel anfangen konnte, er überhaupt nicht in seine musikalische "Umgebung" passte und mir spontan fünf alte Songs eingefallen wären, die ich lieber gehört hätte. 

Den anderen im Publikum gefiel das antike Feierlied aber - so sehr, dass nach seinem Ende noch weiter gesungen wurde, bis der nächste Song anfing - und nach I Feel You und dem traditionell fast immer am Schluss kommenden Never Let Me Down Again ging der Konzertabend mit einem mittlerweile halbnackten Dave und einem aus Tausenden im Publikum schwingenden Armen gebildeten Meer - nun endgültig - zu Ende. Zuletzt verbeugte sich die Band und Dave umarmte jedes Mitglied einzeln. 

Bei der im Vergleich zur Anreise erfreulich zügigen Autosuche und Rückfahrt war es dann Zeit für ein Fazit, das sich als gar nicht so einfach erwies. Die Band hatte ihr aktuelles Tourneeprogramm perfekt, und sogar zumindest mit einer Überraschung, abgeliefert. Soundtechnisch gab es nichts zu meckern, die Stimmen waren gut, die Publikumsstimmung, zumindest in meiner direkten Umgebung, allerdings etwas behäbig. Im Interesse der Fans, die beide Düsseldorfer Konzerte besucht hatten, musste man auch positiv zur Kenntnis nehmen, dass die Setliste zwischen beiden Auftritten variiert worden war. 


Ein viel größeres Problem war für mich dagegen die Größe des Events an sich, denn ich finde es schon recht seltsam, ein Konzert zu sehen, die so oder zumindest sehr ähnlich ein paar hundert Mal aufgeführt wird. Es fällt mir einfach schwer, zu glauben, dass man als Künstler bei so etwas dann beim hundertsten Mal noch mit dem Herzen dabei sein kann. Aber dass es sich um diese Art Show handeln würde, wusste ich natürlich bereits vorher, und es wäre albern, sich im Nachhinein darüber zu beklagen. 

[Mimi aus der Nähe von Mülheim/Ruhr vom Depeche Mode Konzert in Düsseldorf (da warst Du mit Freundin Claudia): rufst Du Norman mal an? Danke!]

Setlist Depeche Mode, Esprit-Arena, Düsseldorf: 

01: Welcome to My World 
02: Angel 
03: Walking in My Shoes 
04: Precious 
05: Behind the Wheel 
06: World in My Eyes 
07: Should Be Higher 
08: John the Revelator 
09: Only When I Lose Myself 
10: Home 
11: Heaven 
12: Soothe My Soul 
13: A Pain That I'm Used To 
14: Soft Touch/Raw Nerve 
15: In Your Room 
16: Enjoy the Silence 
17: Personal Jesus 
18: Goodbye 

19: Somebody (Z)
20: Halo (Z)
21: Just Can't Get Enough (Z)
22: I Feel You (Z)
23: Never Let Me Down Again (Z)

Fotos: Dirk (Platten vor Gericht


Samstag, 27. Februar 2010

Depeche Mode, Düsseldorf, 26.02.10

18 Kommentare

Konzert: Depeche Mode (& Nitzer Ebb)
Ort: esprit* Arena, Düsseldorf
Datum: 26.02.2010
Zuschauer: vielleicht 40.000 (nicht ganz ausverkauft)
Dauer: Depeche Mode 105 min, Nitzer Ebb (vermutlich) 60 min


Wenn mich jemand in den 80ern nach einer Lieblingsband gefragt hat, gab es nur eine Antwort: Depeche Mode, nichts anderes! Vorher hatte es ein paar unbedeutende Flirts gegeben, über die ich mich später wunderte, eine kurze intensive Mike Oldfield Phase; die erste große musikalische Liebe waren aber die komisch angezogenen und frisierten englischen Jungs, die mit Vorschlaghämmern auf Autos einschlugen und daraus Hits machten. Und die musste ich alle haben. Für jemanden mit Sammelanfälligkeit (und finanziell okayen Ferienjobs) war Depeche Mode ein Paradies aber auch eine Herausforderung herkulischen Ausmaßes, denn jedes Lied erschien als 7" und als 12" (und einigen wenigen 10"s, die ganz besonders toll waren), oft als Erstauflage in buntem Vinyl und in zig Remix-Varianten. Auch ohne Bootlegs häuften sich da Schallplatten an, für die so mancher Dinosaurier zu Erdöl werden mußte.

Irgendwann änderte sich mein Geschmack - und der der Band, mein Interesse versandete. Vorher hatte ich Depeche Mode zweimal gesehen: 1990 in Dortmund und 1993 auf einem Parkplatz in Garbsen, beide Konzerte waren nach damaligen Maßstäben gigantisch und weltbewegend.

Die 93er Platte Songs Of Faith And Devotion war aber auch die letzte, die ich bewußt gehört habe. Den Nachfolger von 1997 hatte ich zwar noch, mochte ihn aber nicht mehr. Darüber verlor ich auch alles restliche Interesse.

Im vergangenen Jahr kam dann aber die Frage, ob ich nicht mit nach Düsseldorf gehen wolle. Ja, warum eigentlich nicht?

Kurz vorher wurde das Konzert in der damals noch anders heißenden Dingsbums-Arena wegen einer Krebserkrankung von Dave Gahan abgesagt und auf Februar verschoben - eigentlich genug Gelegenheit, sich ein wenig vorzubereiten, denn weil die Setlist (Singular) der Tour (!) nach dem Auftaktkonzert in Luxemburg bekannt war, hätte ich die Stücke der letzten 13 Jahre, die jetzt zum Live-Repertoire gehören, ja einmal hören können. Habe ich nicht, und so kannte ich nur Wrong, die Single des aktuellen Albums, die mir gut gefällt.

Nach irren Staus, einem irren Parkplatz, einer Art Schülerlotsen, die uns Fußgänger über eine Straße vor dem Stadion begleiteten, kamen wir knapp zu spät am Stadion an, tschuldigung, an der Arena. Ausgeschildert war die allerdings wie ein Regionalliga-Stadion, an Türen klebten so wichtige Informationen wie Nummer der Tür und des Treppenaufgangs, sichtbar auszuhängen, um welchen Block es sich handelt, passte wohl nicht ins (durchaus gelungene) Designkonzept. Da ich aber ohnehin der Meinung bin, daß in der Regel Aussehen vor Funktionalität geht, war das schon in Ordnung, und wir fanden ja unsere Plätze.

Die waren sehr weit oben und gaben mir eine sehr ungewohnte Perspektive auf ein Konzert. Unten spielten Nitzer Ebb, die Helden der Electronic Body Music, die aus einer Zeitkapsel entstiegen zu sein schienen. Das war unterhaltsam und ein stimmiger Auftakt, bedeutete mir aber nicht so viel wie sicher vielen im Publikum, weil die Band schon damals nur am Rande zu meiner Musik gehörte. Da Nitzer Ebb auf Wunsch der Hauptgruppe auftraten, hatten sie auch einen ungewöhnlich langen Slot zugewiesen bekommen. Eine Stunde durfte Douglas McCarthy in sein Mikro schreien und lustig über die Bühne gehen, bevor dann um zehn nach neun die Depeche Modes begannen.

Richtig sympathisch war mir da zunächst, daß der ganz große Bühnenschnickschnack U2scher Dimensionen fehlte. Zwei Videowände und ein Metalldings über der Bühne waren alles.

Es begann mit drei Stücken von der aktuellen Platte, von denen ich nur Wrong kannte. Dave Gahans Stimme klang wie immer, der Sound war oben etwas dumpf, im Innenraum aber sicher gut, es passte also bestens.

Mein Konzert begann dann erst mit Walking in my shoes, einem der Songs Of Faith And Devotion. Das neue Album war zu diesem Zeitpunkt bereits abgearbeitet.** Danach wechselte das Programm recht gleichmäßig zwischen den Platten fünf (Black Celebration - ein Meisterwerk) bis neun (Ultra - keine Ahnung), Exciter, das 2001er Album wurde ganz ignoriert**, von dessen Nachfolger wurde nur Precious gespielt.** Eigentlich komisch, oder? Auf mich wirkt das so wie ein Statement "unsere besten Jahre waren Mitte der 80er bis Mitte der 90er - und vom neuen Album müssen wir halt was spielen, machen wir dann am Anfang." Natürlich habe ich nicht erwartet, eine der zahllosen Perlen der ganz frühen Bandphase zu hören, gefreut hätte es mich aber ungemein. Vielleicht dann beim 50. Bandjubiläum...

Mit der Beurteilung der mir weitestgehend unbekannten Stücke tue ich mich schwer. Umgehauen hat mich davon nichts. Die alten Bekannten gefielen mir sehr gut. Sie waren nicht kaputtarrangiert, klangen aber auch nicht verstaubt. Bei all den regelmäßig wiederkehrenden Retrowellen ist es ja auch kein Wunder, daß innovative Musik von damals auch heute noch zeitlos ist (nicht mehr zeitlos sein, ist auch ausgemachter Blödsinn...). Am besten gefielen mir erstaunlicherweise das eigentlich totgenudelte Enjoy the silence, natürlich A question of time und ganz besonders Policy of truth, am meisten im Ohr war mir nach Konzertende I feel you. Aber es gab dann auch noch besondere Knüller: die erste Zugabe zum Beispiel, das von Martin Gore alleine vorgetragene Dressed in black - ein besonderer Moment des Abends! Auch der sehr sehr ruhige Anfang von Personal Jesus, bevor eine Welle rheinischer Fröhlichkeit klatschend zuschlug, war grandios - oder das extrem zurückgenommene und dadurch verflucht charmante Stripped. Etwas lahm war nur Never let me down again.***

Tja, und als alle dann dachten, daß nach Personal Jesus noch ein zweiter Zugabenblock käme, war es sehr unvermittelt vorbei. Ohne Waiting for the night zum Beispiel.

Mit Herzblut bin ich bei Depeche Mode - und auch bei Stadionkonzerten dieses olympischen Ausmaßes - nicht mehr dabei, das haben Alter und unzählige brillante kleine Konzerte versaut. Aber wir hatten einen sehr guten Abend, das Konzert war sehr gut, und Depeche Mode füllen vollkommen zurecht Stadien bzw. Arenen. Sie waren früher die Allergrößten und
altern jetzt in Würde, ohne peinlich zu werden.

Der schönste Moment fand bei Policy of truth statt. Da liefen Videos mit Luftballons. Die (besser als ich) vorbereiteten Leute im Innenraum packten dazu mitgebrachte Ballons aus und hielten die hoch. Und zwar Tausende. Von oben war das ein ganz und gar wundervolles Bild!

Setlist Depeche Mode, esprit Arena, Düsseldorf:

01: In chains
02: Wrong
03: Hole to feed
04: Walking in my shoes
05: It's no good
06: A question of time
07: Precious
08: World in my eyes
09: Insight
10: Home
11: Miles away/The truth is

12: Policy of truth
13: In your room
14: I feel you
15: Enjoy the silence
16: Never let me down again

17: Dressed in black (Martin Gore solo) (Z)
18: Stripped (Z)
19: Behind the wheel (Z)
20: Personal Jesus (Z)


* so heißt sie gerade. Der Laden ändert aber seinen Namen schneller, als man papp sagen kann.
** jedenfalls denke ich das. Ein Lied habe ich nicht erkannt, vielleicht war das von Sounds of the universe
*** vor dem Konzert hatte ich mir nie Gedanken über Texte von Depeche Mode gemacht. Die handeln ja alle von Drogen! Tsss!




Sonntag, 30. August 2009

Coldplay, Düsseldorf, 27.08.09

4 Kommentare

Konzert: Coldplay
Ort: esprit Arena Düsseldorf
Datum: 27.08.2009
Zuschauer: 44.000


von Frank von Pretty Paracetamol

Ich hatte mit dieser Band schon abgeschlossen. Eigentlich. Die letzten beiden Alben
kenne ich nicht und die letzten Konzerte die ich von Coldplay sah, liegen schon einige Jahre zurück. Im Palladium und der Philipshalle waren sie seinerzeit und bedeutend kleiner als es die esprit Arena ist.

Das war noch bevor Coldplay ihr Album x&y herausgebracht hatten. An das Philipshallenkonzert erinnere ich mich gerne zurück. Es war ein tolles Erlebnis mit einer fantastischen Lasershow zu, ich glaube, Yellow. Wie ich nun am Donnerstag erfahren habe, teile ich dieses Erlebnis mit dem Kilians Sänger Simon den Hartog. Ich hoffe, ich bin ihm damals nicht begegnet, den als Vor- Vorband (als Sandwichbelag waren noch die australischen Howling Bells mit von der Partie) hinterließen die Kilians an diesem Abend bei mir keinen sympathischen Eindruck. Warum, kann ich nicht näher begründen, aber ich spürte von Beginn an eine leichte Antipathie gegenüber der Dinslakener Ex-Schülerband. Und das, obwohl ich sie persönlich gar nicht kenne. Aber sowas soll’s ja geben.

Die Kleinstadt-Strokes (ich sag das, weil mich der Gesangsstil und Sound der Kilians ungemein stark an die Großstadt-Band erinnern) eröffneten also den Abend und verpassten es nicht, gleich die Schleimspur in Richtung Coldplay und Publikum zu legen. „Mein erstes Konzert war tatsächlich Coldplay, vor sechs Jahren hier in Düsseldorf.“ Kann man erzählen, muss man aber nicht. Wichtiger da schon dies: „und ich habe die Vorband gehasst, einfach nur, weil sie da war.“ So so. Nun, jetzt seid ihr die Vorband, ähh die Vor- Vorband und ich bin mir nicht sicher, ob euch alle mögen. „Wir haben auch Hits geschrieben“, höre ich später, „jetzt kommt einer davon.“ Es folgt ihr Durchbruchsong When will I ever get home. Und das ist in der Tat ein Hit. Ihm und dem Debütalbum Kill the Kilians verdanken sie die Auszeichnung „Zweitbester Newcomer“ bei der Einslive Krone Verleihung 2007. Es ist ein fluffig rockiges Stück Musik, und ihre derzeitige Single Hometown steht der in nichts nach. Beide Songs gefallen auch mir sehr gut. Nach einer guten halben Stunde war dann Schluss mit schlechtem Deutsch (“wir schruben ein Lied über unsere Heimatstadt“, mit der eben jenes Hometown angekündigt wurde.) und die eigentliche Vorband war an der Reihe. Howling Bells, eine mir völlig unbekannte Band.

Die Australier begleiteten Coldplay schon auf verschiedenen US- Konzerten der Viva la Vida Tour und wurden als Support für die deutschen Konzerte in Düsseldorf und München gebucht. Als ich hörte, dass nicht – wie in Hannover - die White Lies den Support übernehmen würden, war ich ein wenig enttäuscht, doch das war unbegründet, denn die Howling Bells wussten zu überzeugen.

Die Band um Sängerin Juanita Stein gründete sich 2005. Gemeinsam mit ihrem Bruder und Gitarristen Joel Stein, dem Schlagzeuger Glenn Moule und Bassist Brendan Picchio zogen sie nach London, um die große Karriere zu starten. Zwei Alben sind bisher dabei herausgesprungen. Der Sound der vier lässt sich gut mit „Indie Noir“ beschreiben. Einflüsse so toller Indiekoryphäen wie Siouxsie and the Banshees oder den frühen Cranberries sind erhörbar und die Stimme von Juanita Stein weiß mit ihrem sanften Charme von ganz alleine zu überzeugen. Die Howling Bells sind eine Band, die ich im Auge behalten werde.

So langsam wurde es dunkel im nun gut gefüllten Stadienrund. 44 000 Leute sollen anwesend sein. Das ist eine ganze Menge.

Gegen 21 Uhr kommen Coldplay auf die Bühne. Und was in den folgenden 2 Stunden passiert, ist nur so zu umschreiben: „Konzertshow des Jahrzehnts!“

„Guten Abend meine Freunde“ begrüßte uns Chris Martin, nachdem die letzten Klänge des Openers Life in Technicolor verklungen waren. Mit Violet Hill und Clocks legten Coldplay rechtmäßig los. Chris Martin sprang und hüpfte und ran von einem Bühnenende zu nächsten. Rauf auf den links von der Bühne aufgebauten Laufsteg, zurück und weiter auf den rechts von der Bühne ins Publikum reichenden Steg. Es war ein enormes Laufpensum, was der Frontmann an diesem Abend hinter sich brachte.

Erster Höhepunkt In my Place, währenddessen das komplette Bühnen-U umlaufen wurde. Beim nachfolgenden Yellow wurden erste interaktive Reize gestreut. Unter seichtem Laserlicht wurden große Ballons von allen Ecken des Stadions in den Innenraum geworfen. Ab jetzt war die Stimmung on top. Stand ich dem zwei Tage zuvor gewonnenen Konzerterlebnis anfangs eher emotionslos gegenüber, so packte mich jetzt der Coldplay Kosmos. Fix you schleuderte zum ersten Mal Feuerwerksraketen in den Himmel. Sehr schön! Was kann da noch kommen? Ich war gespannt. Berichte von anderen Konzerten der Tour hatte ich absichtlich nicht recherchiert. Ich wollte mir die Überraschungsmomente nicht nehmen lassen.

Den ersten Ausflug unternahm die Band nach einer dreiviertel Stunde. God puts a smile… und Talk wurden in einem Quasi-Medley auf dem linken Bühnensteg performt. Und wie! In einer passenden Dub Dance Version gingen die beiden Songs nahtlos ineinander über, als ob sie schon immer zusammengehörten. Das passte wunderbarst. Und Talk in seinem Dance Mantel kam stark nach Friendly Fires. Die hätten das nicht besser hinbekommen. Toll!

Das Szenario auf dem Laufsteg ließ mich an U2 denken. Die hatten das erstmals auf ihrer Zoo TV Tour unter ähnlichem Jubel durchgezogen. Und es sollte nicht das letzte Mal sein, dass mir Parallelen zu der irischen Übergruppe in den Sinn kamen. Coldplay hatten auch ihren Anteil daran. U2’s Magnificent lief 10 Minuten vor Konzertbeginn vom Band und läutete die heiße Phase ein.

Nachdem Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman zu The hardest part wieder ihre Positionen auf der Bühnen einnahmen, wurde neben dem Geschehen schon der nächste Ausflug vorbereitet. Absperrgitter wurden postiert und so ein Gang zum anderen Ende des Innenraums geschaffen. Nach den letzten Klängen von Viva la Vida verließen Coldplay die Bühne, begaben sich in den Innenraum und liefen händeabklatschend zu ihrer Zweitbühne, die genau am anderen Ende des Innenraums aufgebaut war. Für vier Songs wurde sie die neue Heimat. Und hier die nächste U2 Assoziation: Die akustisch gespielten Songs hatten was von U2s Rattle and Hum Ära. Definitiv. Nur leider überkam Coldplay jetzt auch die Idee, Michael Jacksons Billie Jean in ihr Set einzubauen. Es war kein guter Gedanke.

Besser war da schon, das Publikum zu einer Handy- La Ola aufzufordern. Also nicht die Hände nach oben, sondern die leuchtenden Displays. Nach drei Fehlversuchen klappte es denn auch ganz gut, und die Mobiltelefone leuchteten entsprechend der Wellenbewegung. Großkonzertästhetik im 21. Jahrhundert.

Ein famoses Politik leitete den Schluss des regulären Sets ein. Nach Unmengen von Schmetterlingskonfetti zu Lovers in Japan und einem Abschlussfeuerwerk nach dem Zugabeblock waren wir definitiv sprachlos. Ein toller Abend mit sehr spielfreudigen Coldplay ging dem Ende entgegen.

Mein lieber Mann, ich habe lange kein so perfektes Konzert mehr gesehen. Hier stimmte einfach alles, vom Breakdance tanzenden Roadie zu Beginn der Show bis zum Verteilen der Coldplay CD leftrightleftrightleft, die jeder Zuschauer beim Verlassen der Arena in die Hand gedrückt bekam.

Zwei Dinge bleiben noch: Wenn Chris Martin demnächst mit Sonnenbrille auf die Bühne kommt, hält ihn nichts mehr auf. Dann ist er der neue Bono und Coldplay die neuen U2.

Und noch der treffende Satz eines Mädchens neben mir, dass auf Chris Martins Äußerung, sein Deutsch sei nicht besonders gut, entgegnete: „Das macht nix. Hauptsache du siehst süß aus.“ Recht hat sie!

Setlist Coldplay, Düsseldorf:

01: Life In Technicolor
02: Violet Hill
03: Clocks
04: In My Place
05: Yellow
06: Glass Of Water
07: Cemeteries Of London
08: 42
09: Fix You
10: Strawberry Swing
11: God Put A Smile Upon Your Face
12: Talk
13: The Hardest Part
14: Postcards From Far Away
15: Viva La Vida
16: Lost!
17: ….
18: Death Will Never Conquer
19: Billie Jean (Michael Jackson Cover)
20: Politic
21: Lovers In Japan
22: Death And All His Friends

23: The Scientist (Z)
24: Life In Technicolor II (Z)
25: The Escapist (Outro) (Z)

Fotos: Frank

Links:

- Coldplay am 12.09.08 in der Kölnarena
- mehr Fotos von Coldplay in Düsseldorf



 

Konzerttagebuch © 2010

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