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Dienstag, 30. August 2011

Amanda King & Vera Vinter & Cajsa Siik, Paris, 29.08.11

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Konzert: Amanda King & Cajsa Siik & Vera Vinter

Ort: ein Wohnzimmer irgendwo in Paris, House Party # 5 bei Valérie Toumayan
Datum: 29.08.2011
Zuschauer: 10 + 6 Musiker


Houseparty bei Valérie mit drei charmanten und sehr talentierten schwedischen Künstlerinnen. Ganz wundervoll war's. Mehr dazu in Kürze!

Zur Einstimmung:

Amanda King
Vera Vinter
Casja Siik







Sonntag, 16. Januar 2011

Dry The River, Paris, 11.01.11

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Konzert: Dry The River
Ort: Wohnzimmer von Valérie, irgendwo in Paris (House Party # 3)
Datum: 11.01.2011
Zuschauer: 15
Konzertdauer: 45-50 Minuten


Unser Konzept der Wohnzimmerkonzerte wird vermehrt kopiert und das ist auch gut so. Es kann nämlich gar nicht genug Leute geben, die ihre eigene Bude zur Konzertlocation hochsterilisieren, ähem, umfrisieren.

Die gute Valérie hatte geladen und ich gehörte zum Kreise der 15 Auserwählten, die in einem äußerst intimen Rahmen das wundervolle Konzert der englischen Grünschnäbel Dry The River genießen durften. Valérie Toumayan ist Videofilmerin und hatte Ende letzten Jahres das Interesse des Managements von dem Magic Numbers auf sich gezogen, als sie die nette Truppe im Café de la Danse gekonnt abfilmte. Der Tourmanager von den magischen Sternen war es dann auch, der den Kontakt zu Valérie herstellte und anfragte, ob sie eine Konzertlocation für eine aufstrebende britische Band mit der ebenfalls zusammenarbeite, empfehlen könne. Selbstlos wie sie ist, hat sie dann einfach ihr eigenes Wohnzimmer vorgeschlagen und darauf hingewiesen, daß sie bereits zwei Home Shows mit guten Musikern (Holden und Sydney Wayser) erfolgreich veranstaltet habe. Man wurde schnell handelseinig und so kam es, daß die 5 schlaksigen Jungs von Dry The River am heutigen 11.01.2011 bei Valerie in der Bude standen und akustisch vom Leder zogen, daß es eine helle Freude war. Den musikalischen Teil möchte ich sehr bald ausführlicher belichten (bin schon wieder in Eile, sorry!), kann aber bereits anmerken, daß Sänger Peter Lidell die schönste Falsett-Stimme seit Justin "Bon Iver" Vernon hat. Ehrlich jetzt (hört einfach mal Family Tree auf dem Soundcloud Player unten). Und dann die harmonischen Chorgesänge! Und die Geige! Wow!!! Mumford & Sons können einpacken!

Und nun endlich der ausführlichere Bericht (16.1.2010):

Dry The River? Nie gehört? Nun, hinter dem Bandnamen verbergen sich fünf milchbärtige Jungs aus East London, die bei Valérie zum allerersten mal überhaupt live in Paris auftraten. Will Harvey (der gut französisch sprach und als Dolmetscher herhalten musste) spielt Geige, Mandoline und Viola, Matthew Taylor Akustikgitarre, Jon Warren die Drums, Scott Miller Bass und Glockenspiel und Peter Liddle zupft ebenfalls auf der Gitarre und singt hierzu einfach wunderschön. Aber er übernimmt den Vocalpart nicht als Einziger, sondern alle fünf Bandmitglieder tragen zu den äußerst harmonischen Chören bei. Solch fabelhafte Harmoniegesänge wie bei Dry The River habe ich seit den Fleet Foxes nicht mehr gehört. Jetzt könnte man natürlich gleich aufschreien und die Jungspunde als Raubkopierer bezeichnen, aber das wäre unfair. Schließlich haben die Fleet Foxes kein Patent auf ihren famosen mehrstimmigen Gesang, sondern haben ihrerseits nur eine schöne Tradition, die von legendären Band wie den Beach Boys und Crosby Stills &Nash begründet wurde, wieder aufleben lesen Die Verwendung der Stimme als Instrument, was kann es Schöneres geben? Nichts ist so ursprünglich und naturrein, nichts so direkt und bewegend. Junge Nachwuchsbands, die auf den Spuren von Oberfox Pecknold wandeln, sind mir jedenfalls tausend mal lieber als ein LCD Soundsytem, der sich hinter seine elektronischen Betas und Sampels verschanzt.

Aber kommen wir mal zu den performten Liedern. Was waren die Highlights? Puh, das ist schwer zu beantworten, denn jedes einzelne Lied war ein Kleinod, das komplette Set durchgängig erlesen, intim und berührend. Dennoch wage ich mich vor und nenne Weights & Measures, denn dieser Song brachte das Herz des Folkfans fast zum überlaufen. Mit unglaublich viel Inbrunst und Power schmetterten die fünf Engländer dieses Stück und wurden dabei so laut, daß ich Angst hatte, Nachbarn könnten klingeln, um sich zu beschweren. Zumal auch Drummer Jon energisch mit dem Schneebesen auf seine Trommel knallte und dadurch zusätzlichen Lärm erzeugte. "I was prepared to love you", schallte es langgezogen aus fünf jungen Kehlen, der Gesang ging mir durch Mark und Bein. Nachbarn kamen aber trotzdem keine angeschissen und man ließ uns in Ruhe diesen wundervollen Abend ausklingen. Dieser war mit Weights und Measures noch nicht beendet, denn der Applaus war verdientermaßen so langanhaltend, daß Dry The River noch eine Zugabe spendierten. Lovin's For Fools, ein Sarah Siskind Cover kam zum Vortrage und versierte Folkfans kennen dieses Stück schon, weil Bon Iver und die Bowerbrids es bereits einmal live mit der Autorin selbst vorgetragen hatten.



Ein rundum toller Abend! Lange leben Valeries Housepartys!

Setlist Dry The River, Houseparty # 3 bei Val3rie, Paris: (Quelle amazinglyblog, dort gibt es auch einen feinen Bericht und mehr Videos)

01: Shaker Hymns
02: Night Owls
03: Lions Den
04: Family Tree
05: Demons
06: Bible Belt
07: Weights & Measures

08: Lovin's For Fools (Sarah Siskind)




Family Tree by Dry the River

History Book by Dry the River



Sonntag, 11. April 2010

Sydney Wayser, Paris, 10.04.10

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Konzert: Sydney Wayser

Ort: ein Wohnzimer irgendwo in Paris, Val3rie presents House Party # 2
Datum: 10.04.2010
Zuschauer: um die 15
Konzertdauer. etwa 50 Minuten



Valérie ist eine junge Pariser Videofilmerin, die sich - wie soll es auch anders sein -, auf das Filmen von Konzerten spezialisiert hat. Logisch, daß wir uns irgendwann kennengelernt haben, zumal wir einen ähnlichen Musikgeschmack haben. Natürlich habe ich sie auch schon zu meinen Oliver Peel Sessions eingeladen, gekommen ist sie aber leider nie. Einmal war sie schon im Auto unterwegs zu uns, aber da ist sie dummerweise im Stau der Großstadt steckengeblieben und hat die hinreißende Simone White verpasst. Durch ihre Filmerei (ihr Videokanal: hier!) kommt sie natürlich auch oft mit Bands und Künstlern in Kontakt und irgendwann berichtete sie mir, daß sie die in Frankreich sehr geschätzte Band Holden (sie singen sogar auf französisch, eine Seltenheit!) gefragt hätte, ob sie nicht bei ihr zu Hause eine Home Show spielen würde. Holden kamen im Dezember 2009 tatsächlich zu Valérie, aber ich glänzte, gestresst von Weihnachsteinkäufen, durch Abwesenheit.

Heute also die zweite Chance zu testen, ob Valerie's Sessions etwas taugen. Nein falsch formuliert: die zweite Chance, um zu sehen, ob wir beide in Zukunft kooperieren und uns gegenseitig Künstler zuschanzen können. Man muss nämlich wissen, daß ich irrerweise so viele Anfragen von Künstlern und deren Betreuern habe, daß ich unmöglich mit jedem eine Oliver Peel Session machen kann. Ohne hier prahlen zu wollen, kann ich verraten, daß ich allein für den Mai 5 verschiedene Interessenten hatte und vier davon einen Korb geben musste. Valérie kann also gerne in Zukunft Künstler von mir vermittelt und weitergericht bekommen, auf die ich keinen Bock habe. Haha, ich Schelm! Ist natürlich kompletter Unsinn, zumal die gute Valérie mit Sydney Wayser nach Holden schon den zweiten hochkarätigen Act für ihre House Party gewinnen konnte. Die blonde New Yorkerin Sydney hat immerhin kürzlich erst auf dem erlesenen Festival "Les fêmmes s'en mêlent" in der Pariser Maroquinerie gespielt und positiv überrascht. Und am 16. April kommt sie sogar in den Berliner Bang Bang Club, ebenfalls im Rahmen des Festivals "Les femmes s'en mêlent", daß nun die Grenzen Frankreichs überschreitet und sich immer weiter ausdehnt.

Valérie wohnt übrigens auf der gleichen Metro Linie wie ich, bloß ihre Hütte ist 25 (!) Stationen von meiner entfernt. Entsprechend früh machte ich mich auf die Söckchen , um nicht zu spät anzutanzen. Bei ihr angekommen, stellte ich aber erleichtert fest, daß ich fast zu früh dran war. Außer meinem Freund Michael, der immer saupünktlich ist, waren nur Valérie, ihr Bruder Stéphane und Sydney Wayser und ihr männlicher Gitarrist im Raume. Es roch im ganzen Zimmer verführerisch nach hausgemachten Quiches und anderen Köstlichkeiten. Eine sehr gute Note für das Catering konnte ich also ohne Bedenken bescheinigen. Fehlten nur noch ein paar Gäste. Letztendlich waren wir um die 15 Leute, nicht sehr viele also, aber da darunter etliche unverschämt hübsche Mädchen waren, konnte ich mich nicht beklagen. Zudem hatte ich ein Plätzchen auf dem Sofa ergattert und saß da wie so ein fetter Pascha.

Sydney Wayser legte gegen 22 Uhr los. Die aufgeweckte Blondine hat eine wunderschöne Stimme mit leicht jazzigem Einschlag, was zur Folge hatte, daß hinterher etliche Leute sagten: "Klingt wie Feist." Damit lagen sie auch nicht ganz falsch, aber ich persönlich hatte nach ihrem Konzert in der Maroquinerie gesagt: "Klingt wie eine Mischung aus Feist, Cat Power, Alela Diane und vor allem Regina Spektor. Dabei bleibe ich auch nach den heutigen Höreindrücken. Achso, Sydney ist übrigens Pianistin und spielt im Gegensatz zu ihren ganzen folkigen Kolleginnen keine Akustikgitarre. Womit wir ein kniffliges Problem im Vorfeld dieser Session ansprechen. Die Amerikanerin hatte kein Piano mit dabei! Bei ihren Clubkonzerten bekam sie die Ausrüstung immer von den jeweiligen Läden geliehen, aber Valerie hatte nicht eben mal zufällig ein Klavier zur Hand. Noch zwei Tage vorher wurde fieberhaft nach dem benötigen Instrument gesucht, aber schließlich stand das Ding pünktlich zur House Party in Valéries Wohnzimmer. Das Piano klang einwandfrei und überhaupt war der Sound tadellos. Wer sagt da noch, daß man bei sich zu Hause keine vernünftigen Konzerte organisieren kann?

Sydney spielte überwiegend Lieder ihres zweiten Albums The Colourful. Besonders schön finde ich den Song Lullaby, zu dem die Wayser im Schneidersitz ein Glockenspiel in Schwingung brachte. Bei anderen Titel kam auch eine Ukulele zum Einsatz, so z.B. bei dem gelungen Beach Boys Cover Would'It Be Nice. Highlight war für mich aber das sentimentale Bells, bei dem die Stimme von Sydney einen unwiderstehlichen Zartschmelz hat und das sich sofort tief in die Gehörgänge bohrte. Herrlich! Aber auch das erste Album The Silent Parade wurde nicht ganz ausgespart und wir kamen in den Genuß des süffigen und federleichten Carousel, welches die Musikerin wohl zur Zeit nur noch selten spielt. Schließlich blieb sogar noch Raum für zwei ganz neue, unveröffentlichte Tracks, die auf einem in Planung befindlichen dritten Album ihren Platz finden werden. Darunter auch das allerletzte Lied des geselligen und gelungenen Abends, den man sich noch mit CD Käufen oder einem netten Flirt mit den hübschen Mädchen im Publikum versüßen konnte.

Bravo, Valérie gut gemacht! Weiter so! Et merci, merci,merci!






 

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