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Freitag, 20. Mai 2016

Nadia Reid & Anthonie Tonnon, Karlsruhe, 16.05.16

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Konzert mit Nadia Reid und Anthonie Tonnon
   Karlsruhe Waldstadt
Datum: 16. Mai 2016
Dauer: 30 min + 45 min
Zuschauer: 25


Manchmal habe ich wohl mehr Glück als Verstand. Eine Lücke im Tourplan von Nadia Reid verleitete mich zu der Anfrage, ob ein Stop in Karlsruhe vielleicht denkbar wäre. Mir war noch der sehr bewegende Abend im August 2013 im Gedächtnis als ich sie in Wellington gesehen hatte und auch den für Europa gewählten Mitmusiker Anthonie Tonnon hatte ich dort schon gesehen und für gut befunden.  Nach einer kurzen Nachfrage bei Anthonie kam das für mich erlösende "ja, lass uns das probieren!" Später erzählte sie mir, dass sie sowieso auf der Suche nach ein oder zwei Wohnzimmerkonzerten gewesen war, aber die Auskennerin hatte es vergessen, ihr die Kontakte zu geben. D.h. meine Anfrage kam wie gerufen.



Seit 2013 ist viel passiert, sowohl Nadia als auch Anthonie haben frische Alben, die sogar in der Endrunde des Taite Music Prize 2016 erreichten. Die Alben sorgten auch außerhalb von Neuseeland für allerhand Wirbel und es kamen im Vorfeld des Konzertes bei mir viele verblüffte Nachrichten der Form: Was für eine Stimme! Was für ein Album! Im Wohnzimmer?! Und zum Glück führte das zu einem randvoll gefüllten Wohnzimmer für den Abend und einer sehr intensiven und aufmerksamen Atmosphäre.


Im Vorfeld hatten wir überlegt, wie der Übergang zwischen den beiden Sets so glatt wie möglich zu machen wäre. Anthonie hatte eine E-Gitarre vorbereitet und viel Elektronik auf seinem Keyboard präpariert. Hier gab es nicht nur abwechlungsreiche Musik sondern ein gewisses Maß an Entertainment dazu.  Er selbst nennt einige seiner Songs More  Robot Disco music than folk aber in der Musik bleibt doch das Lied erhalten und egal in welcher Darreichungsform ist sie intensiv und emotional und war dies auch in seinem kurzen Set. Am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben ist mir Water underground, dass mit einer ungeduldig schwirrenden Gitarre begann und dann sehr vom Mantra-Gesang aller anwesenden getragen wurde.

Setlist:
01: Old Images
02: Two free hands
03: Water underground
04: Leave love out of it


Nadia wird auf der Tour von Sam Taylor begleitet, der auf eine sehr spezielle Art E-Gitarre spielt und mitunter auch singt (stets höher als Nadia). Er malt mit seinen wie spontan gewählten Verzerrungsfarben und hingeworfenen Melodien stets eine Landschaft für Nadias Songs und ich habe dergleichen noch nie gesehen oder gehört (er ist auch auf dem Album zu hören). 


Beide begannen mit dem ersten Track des Albums Runway, ein sehr nachdenklicher und emotionaler Song. Sofort wurde klar, was die unzweifelhafte Stärke von Nadias Musik ist. Es ist diese Stimme. Ein Klang bei dem ich für die Dauer das Konzert das Gefühl hatte, ich könnte mich wie eine Katze hineinringeln und von ihr tragen und heilen lassen. Am liebsten ganz darin aufgehen. Sie streichelte meine Seele. Mit Track of Time wurde ein fauler Sommertag in mir heraufbeschworen und so folgten mehr oder weniger ruhige Lieder, die alle eine Geschichte zu erzählen hatten, wenngleich nicht immer eine ganz nachvollziehbare beim ersten hören. Schließlich wurde mir  auch das so vertraute Holy low geschenkt. So geliebt und so wunderbar dargeboten. Was für ein Abend!  Er fand schließlich seinen Abschluss mit zwei erbetenen Zugaben und einem sehr kraftvollen Ruby. Aber in all unseren Herzen ist der Abend noch lange nicht vorbei, denn Nadias Musik klingt nach und wirkt noch weiter und das macht mich glücklich und ein bisschen besoffen vor Glück.

(c) Frank

Setlist:
01: Runway
02: Track of the Time
03: Richard
04: Holy low
05: Right on Time
06: Elvis Presley Blues 
07: Reach my Destination
08: New Song
09: Ruby

Aus unserem Archiv:
Nadia Reid, Wellington, 15.08.13  
Anthonie Tonnon, Wellington, 22.08.13 


Tourdaten: 
17.05. Düdingen/ Bad Bonn
18.05. Schorndorf/ Manufaktur
19.05. Berlin/ Monarch
23.05. Hamburg/ Clubheim
24.05. Brüssel / AncienneBelgique
26.05. Köln/ King Georg






Samstag, 17. August 2013

Ebony Lamb and Nadia Reid, 15.08.13, Wellington

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Konzert: Ebony Lamb and Nadia Reid
Ort: Puppies in Wellington
Datum: 15. August 2013
Dauer: je 60 min
Zuschauer: etwa 35


Während all meiner Reisen setze ich nach Möglichkeit auch lokale Klubkonzerte auf dem Plan. Zu gern hätte ich mir ja in Wellington die Bodega angesehen, wo vor einigen Jahren Amanda Palmer gespielt hat. Aber an diesem Donnerstag Abend machte mit dem sehr einladenden Programm ein frisch eröffneter Ort das Rennen: Puppies. Dort war ein Konzert mit zwei Sängerinnen angesagt: Ebory Lamb ist die Sängerin von Eb & Sparrow aus Wellington. Im März eröffneten sie für Rodriguez, the Sugarman himself und im Mai für Beth Orton für deren jeweilige Konzerte in Wellington. Auch Bryn Heveldt (der Mann an Steelguitar bzw. E-Gitarre) war an diesem Abend als Begleitung dabei. Ebony schlüpfte gleichzeitig als Einheimische in die Rolle der Gastgeberin für die noch ganz junge Nadia Reid aus Auckland. 



Als ich kurz vor neun ankam, war schon eine vorfreudige Atmosphäre zu spüren. Ein netter Klub, etwas abgeranzt - mein Tisch und Stuhl kippelten - aber der Mann an der Bar war supernett und es gab gleich einen kleinen Schwatz mit beiden Künstlerinnen an der Bar beim Cider. "Nine sharp" meinte an diesem Tag 21:07 Uhr und der Wechsel später zwischen den Künstlerinnen war ein fliegender. So bekam ich für die 90min, die mir bis zum letzten Zug in den Vorort zur Verfügung standen eine sehr zufriedenstellende Portion an Netto Livemusik. 



Die Bühne war mit einigen Gitarren vorbereitet und es gab eine interessant fluide Projektion an den Hintergrund. Aber nun zur Musik: Beide Sets passen unter das Label Indiefolk, wobei Ebony mitunter Anklänge von Country untermischte. Der supergroße Trumpf waren aber die jeweiligen tollen Stimmen. Ganz und gar zum wegträumen und genießen. In der Livedarbietung wurden natürlich auch Dönekes ausgepackt, wobei die gute Stimmung im Publikum auch zu freundlich entspannter Haltung der Musikerinnen führte. Anscheinend hatte Ebony einen beschissenen Tag gehabt und bedankte sich dafür, dass sie dies hier hinter sich lassen konnte. 



Höhepunkt in der ersten halben Stunde waren ein als tragischer Westernsong daherkommendes Big Train, I was high und das Liebeslied Calling Calling. Nadia begann sehr eindrucksvoll ohne Instrumentalbegleitung und schob dann das Cover Bully of New York nach. Als Song about bad decisions wurde Mothers lying heart eingeführt. Der Abend endete für mich mit einem Lied über die guten Dinge im Leben - wie z.B. am anderen Ende der Welt an einen Ort zu kommen, der sich so sehr wie zu Hause anfühlt. 




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