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Mittwoch, 28. März 2007

Little Man Tate, Köln, 27.03.07

8 Kommentare
Konzert: Little Man Tate
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 27.03.2007
Zuschauer: Nicht ausverkauft

Mit so wenig Vorfreude bin ich selten zu einem Konzert gefahren. Ende Januar hatte ich ein Paket aus England bekommen, das zwei CDs enthielt, auf die ich mich lange und wahnsinnig gefreut hatte, die ersten Alben von den sehr angesagten The View und Little Man Tate. Kennengelernt hatte ich beide Bands über ihren ersten sehr bekannten Hit, The Views "Wasted little DJs", das schon seit einigen Monaten bei youtube z.B. rumschwirrte und "House party at Boothy's" von Little Man Tate. Den direkten Vergleich hatte damals Little Man Tate in meinen Augen gewonnen. Deren CD war dann auch die, die ich zuerst hörte - und die mich ziemlich enttäuschte. Statt eines zweiten Hördurchlaufs lief dann erst einmal eine Weile die viel bessere Platte, nämlich die von "The View". Vor ein paar Tagen habe ich dann noch mal die Enttäuschung gehört und war etwas versöhnlicher gestimmt. Aber immer noch fehlt mir jede Begeisterung, vielleicht, weil meine Vorfreude nach dem überragenden "House party" besonders hoch war.


Nichtsdestotrotz wollte ich mir die Band nicht entgehen lassen, denn es kommt ja schon häufiger vor, daß Bands live in den Bann ziehen, die sonst eher langweilen.

Im Gebäude 9 sah ich am Merchandising Tisch, daß alte Bekannte auftreten sollten: Die Vorgruppe war nämlich Five! Fast!! Hits!!! aus München, die ich schon mal als Rifles-Support im Primeclub gesehen hatte. Und nicht nur mir war damals aufgefallen, daß die Bayern eine erstaunlich gute "örtliche" Vorgruppe waren.

Im Saal ging es dann auch recht schnell los. 5FH fingen direkt sehr flott an und klingen wirklich wie eine talentierte englische Alternative Band. Es hat vom ersten Lied an richtig Spaß gemacht, der Band mit den vielen Ausrufezeichen zuzuhören. Wäre ich oberflächlich, hätte ich das vielleicht nicht vermutet, denn der Sänger trug eine 1a-Chris-Norman-Frisur mit passender Lederjacke, der Gitarrist sah von weitem irgendwie nach Jack White (aber dem guten Jack White) aus und der Bassist trug eine Sonnenbrille im Haar. Aber ich wußte ja ohnehin vom vergangenen Jahr, daß da etwas Gutes auftreten sollte.

Ich habe zwar ein Händchen dafür, bei Konzerten neben den größten Idioten im Saal zu stehen, die drei pubertierenden und offenbar nicht so viel Alkohol, wie das Selbstbild ihnen vorgab, vertragenden Jungs waren aber nicht ganz die schlimmsten. Denn das war ein Typ, der seine Berufung darin sah, die Band zu kommentieren. Als Sänger Raffi irgendwas sagte, antwortete der Kerl: "Du sprichst ja Deutsch!" Raffi: "Ja, klar!" "Warum singst Du dann Englisch?" "Weil ich mit Reinhard Mey aufgewachsen bin" und "Ich hab's auf Deutsch probiert und es klang wie Pur!" Für den Moment waren die 15 Minuten Ruhm des Zwischenrufers vorbei, er nervte aber immer wieder.

Nicht nur da war 5FH sehr unterhaltsam. Irgendwann vergaß Raffi, dieses Pedal-Dings zu treten, merkte, daß es falsch klang und guckte schnell, ob es jemand bemerkt hätte. Bei einem Song, bei dem er Mundharmonika spielte, schmiß er anschließend das Haltegestell und das Instrument auf den Boden und traf zielsicher die einzige Bierflasche weit und breit.

Nach vielleicht zehn Liedern und ein paar Bruce-Darnell-Imitationen war dann leider Ende. 5FH hat viel Spaß gemacht und ich bin gespannt auf deren EP, die ich anschließend gekauft habe.

Tja, und dann kamen Little Man Tate. Schlecht war deren Konzert sicher nicht. Aber
es war eben auch nicht mehr als durchschnittlich. Die Handvoll Hits haben schon für einige Stimmung gesorgt (ich mag neben "Boothy's" besonders "Sexy latin" und "This must be love"), mitreißend war es aber wirklich nicht. The View haben auch hier gezeigt, wie es geht. Little Man Tate als totalen Mist abzutun, wäre sicher verkehrt. Aber sie sind schon wenig originell.

Zumindest musikalisch nicht so originell wie bei der Wahl der Bühnengetränke. Sänger Jon Windle trank nämlich fuselig aussehenden Apfelwein (sah zumindest so aus) aus Literflaschen!

Neben den Stücken vom Album und den Vorabsingles, die es nicht auf das Album geschafft hatten, spielten Little Man Tate auch ein paar neue Sachen. Einen Hit habe ich dabei leider auch nicht gehört. Schade, schade.

Sehr viel mehr fällt mir auch leider nicht zur Hauptgruppe ein. Das war nett. Aber es war eben auch das am wenigsten begeisternde Konzert des Jahres.

Setlist Little Man Tate:

01: Man I hate your band
02: The agent
03: Who invented these lists?
04: European lover
05: Boy in the anorak
06: Little big man
07: This must be love
08: Sexy in latin
09: Hello Miss Lovely
10: What, what you got?
11: House party at Boothy's
12: Down on Marie



Donnerstag, 15. Februar 2007

Little Man Tate, Paris, 14.02.07

4 Kommentare
Konzertbericht Little Man Tate
Datum: 14.02.2007

Ort: La Boule Noire, Paris

Zuschauer: 100-150, die kleine Boule Noire war nur zur Hälfte gefüllt

Ich beginne meinen heutigen Konzertbericht mit einem Outing: die ersten Singles, die ich von den Engländern Little Man Tate zu hören bekommen hatte, nämlich "What? What you got" und "House Party at Boothy's" hatten es mir auf Anhieb angetan. Ich glaubte, eine neue aufstrebende Band für mich entdeckt zu haben. Nach ein paar Hördurchläufen ging den Songs aber ziemlich schnell die Luft aus. Trotzdem besorgte ich mir ihr Debütalbum und deckte mich auch frühzeitig mit Konzertkarten ein. Das Album entpuppte sich leider als Enttäuschung, denn es fiel mir doch ziemlich stark auf, daß Little Man Tate weitgehend talentfrei versuchen die Arctic Monkeys und die Libertines zu kopieren. Nachdem ich dann bei MTV2 ein Video gesehen hatte, war auch meine Vorfreude auf das Konzert weitgehend dahin, weil die Typen nicht nur schnell verpuffende Songs produzieren, sondern zudem auch beknackt aussehen.

Meine Einschätzung sollte sich letzlich auch live bestätigen. Der Opener mit dem Titel "Man I hate your band" wurde somit auch Programm. Gräßlich billig, wie sie hier versuchen auf The Clash zu machen. Sänger Jon Windle versprühte seinen jovialen Charme und kam damit nicht nur bei mir so gar nicht an. "We are so fucking glad to play in Paris". Hmm, die Freude lag nicht auf meiner Seite. Auch die anderen Leute im Publikum hatten spitz gekriegt, daß es die vier Männer aus Sheffield nicht bringen und so verließen einige, völlig unüblich, bereits nach wenigen Titeln den ohnehin schon halbleeren kleinen Saal. Neben der ätzenden Art des feisten Sängers (ein Typ mit Goldkettchen an seinem behaarten Gorillaarm) lag es vor allem daran, daß die Titel, die nicht als Single ausgekoppelt worden waren, überhaupt nicht zogen, weil sie schlicht und einfach zu schwach waren. So hatten Cécile und ich schnell genug von dieser Mitläuferband und beschloßen nach den einzig brauchbaren Titeln, den bereits erwähnten "What? What you got" und "Houseparty....", das Weite zu suchen.

Eigentlich überflüssig bleibt mir abschließend zu bemerken, daß ich von einem Besuch eines Konzertes von Little Man Tate nur abraten kann.

von Oliver

 

Konzerttagebuch © 2010

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