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Montag, 5. Dezember 2011

Immanu El, Wien, 29.11.11

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Konzert: Immanu El
Ort: rhiz
Datum: 29.11.2011
Zuschauer: ca. 100
Konzertdauer: 65 Minuten

Über mangelnde Präsenz von Immanu El in Wien darf man sich wirklich nicht beschweren. Alle halben Jahre kommt die Schweden-Band ins Land, nach einem Auftritt im Chelsea Ende März führte diesmal der Weg ins rhiz, neues Album inklusive.

Mit der sicheren Gewissheit, dass da
s Konzert frühestens um elf beginnen würde, traf ich kurz vorher ein und erwartungsgemäß spielte die Vorband Neonstream gerade ihren letzten Song.
Was die Erwartungen übertraf, war die Zuschauerzahl. Diesmal waren nämlich deutlich mehr Leute gekommen als beim letzten Mal. Etwa 100 Leute fanden sich zwanzig Minuten später im Raum vor der Bühne ein, wo Immanu El gerade ihren Soundcheck vollendeten und Lars Stigler, Tontechniker des rhiz und beim letzten Konzert als Support aufgetreten, die Leinwand für die Visuals herabzog.

Der erste Song war, wie könnte es anders sein, Under your wings I'll hide. Der Klassiker vom ersten Album They'll come, they come löste auch erste Freudebekundungen im Publikum aus, wenngleich der Sound (vor allem der Gesang) noch nicht so toll war. Das änderte sich aber recht schnell und die zweite Neuerung waren die Visuals, die mit Skagerak einsetzten und in entschleunigter Machart das Meer aus unterschiedlichen Perspektiven zeigten.
Skagerak, das war übrigens ein neuer Song und zwar der erste vom Neuling In Passage. Das Album setzt auf alte Stärken, begleitet von etwas voller klingender Produktion, ist im Wesentlichen also ein Immanu El-Album, wie man es erwartet hat.

Auch The Treshold stammt von diesem Album, ein wunderschöner Song mit sehr elegischen, sich beinahe kitschig im Einklang befindlichen Stellen. Wo Immanu El immer die Zeit für neue Alben mit derart hoher Qualität hernehmen ist echt eine gute Frage, sind sie doch teilweise Monatelang ununterbrochen in Europa unterwegs und das mehrmals im Jahr.
Fakt ist jedenfalls, dass es die Göteborger heraußen haben, Lautes und Leises gegeneinander auszuspielen, Ruheminuten in plötzlichen Eruptionen enden zu lassen.

In dieser Hinsicht leider nicht gespielt wurde To an Ocean, ebenfalls ein Vertreter des aktuellen Albums. Als Paradebeispiel dafür könnte man genauso gut aber auch einen alten Song wie Astral Days zitieren oder Tunnel, das von einem der Gitarristen mit "Oldies, but Goldies" angekündigt wurde.
Dazwischen bekam man zu hören, wie gerne Immanu El immer wieder nach Wien kommen, auch wenn sie mit grausamer Zuverlässigkeit stets kurz nach der österreichischen Grenze von der Polizei wegen Überladung des Transporters aufgehalten würden und die Fahrt immer sehr lang sei.
Schön jedenfalls, dass sich nicht nur die Uniformierten dieses Landes für die Schweden interessieren, sondern auch eine zunehmende Schar Konzertgänger. Das fast volle rhiz war ein erfreuliches Zeichen dieser Tatsache.
Ein bisschen sind Immanu El die I Like Trains Schwedens, nur ein bisschen weniger dramatisch und dafür gesprächiger.

On Wide Shoulders, das Stück des Konzertabends mit dem deutlichsten Gesangspart, beendete das Konzert nach einer guten Stunde vorläufig, recht ausgeprägter Applaus folgte, zurück auf die Bühne brachten Immanu El aber erst Zurufe und nette, aber unnachgiebige Gesten. Ein bisschen waren sie wohl müde (wie sich auch später am Merch-Stand herausstellte), dennoch fähig, mit Agnes Day einen absoluten Schluss- und Höhepunkt zu setzen. "In heights it's so quiet, in cold nights we're tongue-tied."

Das Konzert im rhiz, wo Immanu El übrigens vor zwei Jahren zum ersten Mal in Wien spielten, war wieder ein wunderschönes Erlebnis. Wenngleich es stark dem letzten ähnelte, wirkte es weder abgestumpft noch unauthentisch. Eher im Gegenteil: Ein weiterer Abend, der mit vollendeter Schönheit zum Schwärmen brachte und die Maßstäbe für Postrock-Konzerte mühelos erweiterte. Dank an die Band, deren Leidenschaft uns halbjährlich zugute kommt, und an die dendritic shows. Man sieht sich in einem halben Jahr wieder!

Setlist Immanu El, rhiz, Wien:

01: Under Your Wings I'll Hide
02: Skagerak
03: The Treshold
04: Archers
05: Astral Days
06: Tunnel
07: On Wide Shoulders

08: Agnes Day (Z)


Ausgewählte Tourtermine:
16.12.11 - Paris, tba
19.12.11 - Jena, Café Wagner
20.12.11 - Köln, MTC
21.12.11 - Kiel, Schaubude


Aus unserem Archiv:

Immanu El, Berlin, 25.11.11
Immanu El, Wien, 30.03.11


Die Fotos stammen mangels Konzertfotos aus dem Tourblog von Immanu El. Danke!

Samstag, 26. November 2011

Immanu El, Berlin, 25.11.11

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Konzert: Immanu El
Ort: Lovelite, Berlin
Datum: 25.11.2011



Immanu El aus Schweden im Lovelite, endlich wieder in Berlin! Manch einem mögen zwei der Mitglieder, Claes und Jonatan, bekannt vorkommen - von Konzerten der Band EF, in der sie allerdings mittlerweile nicht mehr spielen. Die beiden Bands wurden oft verglichen, bewegen sich jedoch meiner Meinung nach musikalisch auf etwas anderen Gebieten.

Das Lovelite war an diesem Abend nicht übermäßig gefüllt, was der Begeisterung des Publikums nicht im Wege stand, ganz im Gegenteil. So hatte man zudem eine gute Sicht auf die wunderschönen Visuals, die die Band auf einer Schiffsreise aufnahmen, wovon das aktuelle Album In Passage stark inspiriert ist. Sie ergänzten die treibenden Melodien und den sphärischen Gesang der Zwillingsbrüder wundervoll. Ich zumindest konnte für eine Weile völlig darin versinken, was nur ab und zu von etwas zu aufdringlichen Fanforderungen unterbrochen wurde. (Ernsthaft? Während der Lieder?!)

Eine gute Stunde lang spielten sie eine runde Mischung aus ihren Alben Theyʻll Come, They Come, Moen sowie ihrem neuen Album In Passage. Dieses hatten sie übrigens in unglaublich schöner, liebevoll handgemachter und limitierter Vinyl-Version, inklusive 7inch, dabei.

Auch nach dem vierten Mal Immanu El gehe ich nicht weniger begeistert in die Nacht... Tack.

Setlist Immanu El, Lovelite, Berlin:

01: Skagerak
02: The Threshold
03: Astral Days
04: Panda
05: Under Your Wings Iʻll Hide
06: On Wide Shoulders
07: Agnes Day

08: Tunnel (Z)

Links:

- Immanu El in Wien



Katja Hubrich



Freitag, 1. April 2011

Immanu El, Wien, 30.03.11

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Konzert: Immanu El & Lars Stigler
Ort: Chelsea
Datum: 30.03.2011
Zuschauer: 40
Konzertdauer: Lars Stigler 40 Minuten, Immanu El 45 Minuten

Auf den ersten Blick (den ersten Lauscher) passt Musik, wie Immanu El sie machen, nicht zum derzeitigen Wetter. An diesen Tagen des Jahres, da selbst der allergrößte Griesgram nicht umhin kann, seinen Mitmenschen auf der Straße ein Lächeln zu schenken, lässt sich schwer melancholisch sein. Auf den zweiten funktioniert das aber sehr wohl. Eine schöne Stunde während den letzten Sonnenstrahlen im Votivpark neben der Uni in der Wiese, untermalt von den Klängen des Immanu El-Zweitlings Moen, hatte das eindrucksvoll bewiesen. Den Begriff Melancholie mit dem der Niedergeschlagenheit gleichzusetzen, greift eben viel zu kurz, blendet einige Facetten aus. Wie zum Beispiel den, Wolken, Menschen, Vögeln bei träumerischer Musik nachzuhängen.

Aber bevor es hier laienpsychologisch oder gar kitschig wird, wechseln wir lieber den Schauplatz: Als ich das Chelsea betrat, wo noch nichts los war, traf ich auf Bernhard Eder, Österreichs herausragendsten Songwriter und auch in Deutschland sehr bekannt, der gerade eben auf Plakatier-Tour war (und sich über die Schreibweise von Immanu El amüsierte). Gerade vor zwei Tagen hat er ein neues Video zu In a foreign land veröffentlicht, getragen von düsterer Schwarz/Weiß-Optik und dementsprechend sah auch er das derzeitige Wetter ein wenig im Konflikt mit seinem künstlerischen Produkt. Na gut, jetzt echt mal weg vom Wetter!

Lars Stigler, Wiener Klangexperimentalist und u.a. auch Tontechniker des rhiz, hatte noch nicht viel Publikum, als er die Bühne betrat und sich mit seiner Gitarre auf einen Hocker setzte. Er wirkte sehr mürrisch, war aber - habe ich mir sagen lassen - einfach konzentriert. Muss man wohl auch sein, wenn man sich nur auf sich selbst verlassen kann. Stiglers (Lars ist übrigens ein schöner Vorname - wieso gibts den in Österreich so selten?) Musik bestand aus Improvisationen zwischen Ambient und Post-Rock, wirklich ausnehmend gut. Dass ich vorher noch nichts von diesem Projekt gehört hatte, liegt teilweise auch wohl daran, dass Live-Auftritte sehr rar sind. Wenns nach mir geht dürfte der Herr ruhig öfter mal spielen und in seine Klangwelten entführen.

Immanu El standen dann gegen 23.00 auf der Bühne, vor der sich mittlerweile schon mehr Leute eingefunden hatten, allerdings auch deutlich weniger als erwartet. Das ist ein wenig schade, wenn man bedenkt, dass vor etwa zwei Jahren noch rund 70 Leute ins rhiz gekommen waren und das zweite Album eigentlich mindestens so gut wie das erste ist. Andererseits finden im kleinsten Rahmen meist die besten Konzerte statt und dieser These wurde auch heute Beweismaterial beigestellt.

Eröffnet wurde mit Under your wings I'll hide, dem ersten Stück des ersten Albums They'll come, they come, das wahrscheinlich bekannteste aus dem ganzen Immanu El-Werk. Das beste daran war, dass der Song nicht gekürzt wurde, wie es bei 10+-Minuten oft der Fall ist, in seiner ganzen, anschwellenden Größe erfüllte er den Raum.

Die Band aus Göteborg (auf englisch heißt das Gothenburg, soso) stand fünf Mann hoch in minimalem Licht auf der Bühne, bis zu drei Gitarristen wechselten zwischen verspieltem und lärmendem Modus, beides mit immenser Präzision. Dass man sich ein klitzekleinwenig versingt, das kann in einer reinen Bubi-Band schon mal vorkommen, passierte aber nur einmal. Hochkonzentriert spielte man sich durch Storm, danach wurde das Publikum begrüßt: Die letzten Monate hätten sie mit dem Schreiben neuer Songs für das nächste Album (erscheint im Oktober) verbracht, die würde sie jetzt gerne live testen. Immer her damit!

Eine leichte Tendenz zum Eruptiven war bei diesem ersten neuen Song festzustellen, die Vorfreude auf das Album wurde jedenfalls noch genährt. Astral Days ist dagegen ein altes Stück und eins der besten, mit fast spirituellen Lyrics
"Wanted to stay/Wanted to pray/I wanted to feel your light hands/It's all I can see/All I can feel/While we were dying from ourselves."

Der nächste neue Song folgte, auch der klang sehr vielversprechend, mit Tunnel und Agnes Day, in dessen Lyrics ein Rückgriff auf das erste Album erfolgt. Großartig war das und noch nicht vorbei. Auch wenn sie von der nächtlichen Reise von Paris nach Wien sichtbar ein wenig angeschlagen waren, bedankten sie sich beim (treuen oder neuen?) Publikum für das Erscheinen erst verbal und dann mit Panda. Wer bis dahin noch nicht von der Größe bzw. der Nähe dieses Abends überzeugt war, war es wohl spätestens jetzt. "I will stand tall when the winter gets to us/if you stay with me." Der Winter ist glücklicherweise vorbei, dass wir für Immanu El wieder da sind, wenn der Winter (und mit ihm Album und nächste Tour) kommt, versteht sich von selbst.

Am Merchstand konnte man dann noch ein wenig mit den Schweden plaudern, ihnen limitiertes Vinyl abkaufen und vergeblich Informationen zum neuen Album zu entlocken versuchen. Immanu El waren toll, wer zu faul war, ins Chelsea zu kommen, ist selber schuld. Wer bei Polarkreis18 war, hat sowieso andere Vorlieben. Wer bei Christiane Rösinger war, hat Erzählungen zufolge auch ein schönes Konzert erlebt - Stichwort: Liebe wird oft überbewertet.
Im Chelsea wars trotzdem am Besten - for sure! Wer mir was anderes beweisen will und im Flex war, ist herzlich dazu eingeladen einen Bericht zu schreiben - Gastautoren immer gerne gesehen.
Das Amen zum Gebet kommt nochmal von Immanu El:
"I took a picture/a window of a dream/a whisper of a fear/we dance with wrong chords to wrong songs."



Setlist Immanu El, Chelsea, Wien:

01: Under your wings I'll hide
02: Storm
03: (New Song)
04: Astral Days
05: (New Song)
06: Tunnel
07: Agnes Day

08: Panda (Z)


Die Konzert-Fotos stammen von Caroline Traitler. Dankeschön!
Das Bild von Lars Stigler ist auf seiner Myspace-Site zu finden.
Das letzte Bild stammt von Immanu El, setzt die Serie "Dedicated to Oliver Peel" fort und wurde in Paris aufgenommen. Da hat sich wohl wer an Sartre versucht....
Den hübschen Flyer hat Tristan gebastelt.
Danke vor allem an Andrei für den schönen Abend!

Montag, 28. März 2011

Konzertankündigung Immanu El

1 Kommentare
Konzertankündigung: Immanu El
Orte & Daten: siehe unten

Postrock, Postpop, Ambient? Immanu El sind ein Fall für die kreativen Köpfe unter den Musik-Schreiberlingen, wer sich auch an dieser schwierigen Aufgabe versuchen will, dem seien untenstehende Daten schwerstens ans Herz gelegt.

In der Zwischenzeit dürft ihr euch über deren aktuelle Twitterei wundern: "
day off in Paris is nice - tonights nightride to Vienna is not as nice..."
Will da etwa jemand behaupten, in Paris zu faulenzen sei schöner???



Ausgewählte Konzerttermine Immanu El:

28.03.2011: L'International, Paris
30.03.2011: Chelsea, Wien
05.04.2011: Ex Haus, Trier
15.04.2011: Druckluft, Oberhausen
16.04.2011: AMP, Münster


 

Konzerttagebuch © 2010

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