Konzert: Christoph Schellhorn Ort: Scala Adorf Datum: 05.03.2016 Dauer: 130 min Zuschauer: 19 Gastgeber für Christoph Schellhorn zu sein, ist immer etwas besonderes. Im November 2014 war Christoph schon einmal in der Scala zu Gast, damals war er gemeinsam mit Morgan Finlay auf Tour. Ich erinnerte mich an den gemütlichen, frühlingshaften Novembernachmittag auf der Terrasse bei Kaffee und Kuchen. Diesmal reiste Christoph am frühen Nachmittag an und wir hatten eine entspannte Zeit mit den üblichen Tourthemen und Erinnerungen aber auch interessanten außermusikalischen Wissensgebieten. So verging die Zeit wie im Fluge, es blieb gerade genug für die Jause und den Soundcheck, denn Christoph spielt lieber verstärkt. So wie er es sieht, hat seine Musik es verdient, dass selbst die kleinsten Details nicht in einem rein akustischen Set untergehen.
Kurz nach 20 Uhr waren alle Plätze vergeben und das Konzert begann. Christoph Schellhorn reihte bekannte und unbekannte, auch neue Titel aneinander. Jeder ein Fest für Ohren und Augen, zumindest wenn man einen unverstellten Blick auf Christophs Hände hatte. Für mich ist Christoph Schellhorn einer der besten Finger-Picking-Spieler, die ich bisher gesehen habe. Dazu hat er das Talent für große Melodien und eine Stimme, die einen in seinen Bann zieht. Jeder Song hat einen Teil meist zwischen vorletzter und letzter Strophe, in dem Christoph seinem Gitarrenspiel freien Lauf lässt. Da werden die Saiten gedehnt, der Hals percussiv beansprucht oder die Gitarre als Ganzes für den Nachhall liebevoll gedrückt und verwackelt. So wie sich diese Eindrücke auf mich übertragen haben, erzählt Christoph Schellhorn auch von seinen Gitarren, besonders von der Old Lady, die gerade erst von einer OP zurück und wieder mit auf Tour ist. Die ist schon über 30 Jahre alt und unverzichtbar für Christoph Schellhorn. Natürlich verbindet solch eine lange Zeit mit den unzähligen Erlebnissen und Erinnerungen.
Einige der Songs kamen auf mit tirolerischen Texten daher, darunter bekannte, die bisher einen englischen Text hatten sowie neue Lieder, die gerade in einem Studio in der Wiener Neustadt für Christophs neues Album aufgenommen werden, welches im Juni erscheinen wird.
Das Publikum in der Scala war von der Musik mindestens genauso begeistert wie von den äußerst unterhaltsamen Erzählungen Christophs zwischen den Stücken. So überbrückte er das Stimmen und selbst einen Saitenwechsel mit Geschichten voller hintergründigem Humor, der die Gäste ein ums andere Mal zu herzhaftem Lachen brachte.
Nach der Pause begannen dann auch mit "Just A Game Without You" die Songs zum Mitsingen, der Prüfstein für jedes Publikum auf Christophs Tour. Schon beim zweiten Titel ging es ganz gut und das "Kufsteinlied" bekamen wir fast so gut hin wie auf der Live CD "Outnumbered in Germany". Dann beendete die Geschichte von den Menschen mit den illegalen Lächeln in Antwerpen und der Song "Trouble In Mind" den Konzertabend. Alle gingen mit einem verschmitzten aber legalen Lächeln nach Hause, vielleicht spürten einige der Gäste am nächsten Tag noch die erhöhte Beanspruchung des Zwerchfells.
Setlist 01: The Paris Song 02: Wannabe 03. Among The Trees 04: Wishing Well 05: A Schachtel Pralinen 06: Mississippi Kid 07: Mitten im Reg’n und in der Früh 08: Freeman 09: Slow Roll / Déjà vu 10: Just A Game Without You 11: I Won’t Back Down 12: Walking Blues 13: Kufsteinlied (Z) 14: Trouble In Mind (Z)
Konzert: Morgan Finlay & Christoph Schellhorn Ort: Scala Adorf Datum: 01. November 2014 Dauer: 120 Min. Zuschauer: 44
Am Ende war es ein Besucherrekord. Und das, obwohl Kraftklub im Atomino spielten! Die Wände haben gehalten, aber nicht alle hatten mehr direkten Blick auf die Bühne. Was war passiert?
Morgan Finlay war bereits vor 11 Monaten bei uns in der Scala zu Gast. Damals erlebten wir bereits einen schweißtreibenden Abend voller musikalischer Leidenschaft. Das Publikum war damals begeistert und wünschte sich eine Wiederholung.
Seit dem Frühjahr war klar, dass Morgan wiederkommen würde und diesmal brachte er Christoph Schellhorn mit.
Wie es in der Scala so üblich ist, hatten wir in ganz kleiner Runde und bei bestem Sommerwetter (1.11.!) Pflaumenkuchen und Kaffee auf der Terrasse. Christoph und Morgan entschieden dan gemeinsam, den Abend rein akustisch zu gestalten, diskutierten die Auftrittsreihenfolge und zogen eben mal neue Saiten auf.
Ab 19 Uhr füllte sich die Scala bis sie um 20 Uhr zu Konzertbeginn mehr als voll war! Viele neue Gesichter waren unter unseren Gästen neben den vielen Stammgästen, die mit freudiger Erwartung eingetroffen waren.
Christoph und Morgan hatten gegenüber dem Vorabend die Reihenfolge des ersten Sets so gewählt, dass sie jeder abwechselnd eines ihrer Lieder spielten. Das erste Set bestand so aus Songs von sehr unterschiedlicher Prägung. Christoph ist ein unglaublicher Künstler an der Gitarre und hat mich total weggeblasen mit seinen Kompositionen und Akkordwechseln. Ich liebe die aktuelle CD „Outnumbered Live in Germany“! Seine gute alte Gitarre, dis aus Markneukircher stammen könnte, klingt manchmal wie eine Dobro! Wie Christoph mit seinen Fingern die Saiten behandelt, ist pure Magie für mich.
Morgan ist der Geschichtenerzähler aus den kanadischen Wäldern - so die romantische Vorstellung hier im Kreise der Zuhörer. Und er bringt uns mehr die leisen Töne und Geschichten über Dinge, die schief liefen, Beziehungen, die kaputt gingen und all der Stoff, aus dem richtig gute Lieder entstehen. Ein schöner Kontrast im ersten Teil!
Nach der Pause spielten beide zusammen Morgan Finlay Songs. Dazu sollte man wissen, dass Morgan und Christoph nach der aktuellen Tour ins Studio gehen und eine Best-of Auswahl von Morgan Finlay einspielen und produzieren. Und eine Auswahl dieser besten Songs spielten die beiden. Und dabei kann ich nur von einem großen Glücksfall sprechen, dass Morgan und Christoph sich gefunden haben, denn Christophs Spiel und seine Harmonievocals geben den Songs ein neues Antlitz und bereichern sie sehr! Apropos: Gegen Ende des Sets wurde noch Stephan Nobis ans Klavier gebeten (ihr erinnert Euch an letztes Jahr, ich werde es nie vergessen, wie sich Stephan spontan ans Piano setzte und einstieg). Dieses Jahr war das eingeplant und well prepared! Und so baute sich die Spannung des ganzen Abend auf und entlud sich für mich im Songs „Let me down gently“, wo ich Gänsehaut bekam von Spiel aller drei, die so aufeinander hörten, aufeinander achteten, sich abwechselten und jeder auf seine Weise die Geschichte abbildete.
Klar dass damit noch lange nicht Schluss war und die Zugaben und die Improvisationen steigerten die Begeisterung im Hause! Womit der Grundstein gelegt war für die Wiederholung nächstes Jahr. Morgan wird die feste Größe in der Scala, einmal im Jahr muss er schon hier auftreten. Und für 2015 freuen wir uns, wenn Christoph Schellhorn und auch Stephan Nobis wieder dabei sein werden.
Let Me Down Gently - Morgan Finlay, Christoph Schellhorn und Stephan Nobis:
Mein Zuhause. Mein Blog. ist als kleines privates Konzert- Tagebuch entstanden. Und weil es zur Zeit musikalisch so spannend ist, wächst unsere Sammlung schnell. Wir schreiben die Berichte spontan, unüberarbeitet und so zeitnah wie möglich. Die Reviews stehen meist noch in der gleichen Nacht online, spätestens jedoch am nächsten Tag. Musik ist für uns vor allem Spaß und keine Wissenschaft.
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