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02:01
Konzert: Iggy Pop & The Stooges
Ort: Parc De La Courneuve bei Paris (Fête de l'humanité)
Datum: 15.09.2007
Zuschauer: angeblich 80.000 (!), der helle Wahnsinn!
Nachdem der Großteil der kleinen, kreischenden Mädchen abgezogen war, drangen große und langhaarige Burschen nach vorne, um sich ein gutes Plätzchen für das Konzert von Iggy Pop und seinen Stooges zu sichern. Es wurde zunehmend ungemütlich, die Sicht auf die Bühne war nun versperrt und man hatte kaum genügend Platz, sich in irgendeiner Form zu bewegen. Es war beklemmend! Hinzu kam die Anwesenheit etlicher bekiffter Typen, die anfingen zu stänkern und die Mädels dumm anzumachen. Die dämlichen Videospots der kommunistischen Zeitschrift "Humanité" konnten meine Laune auch nicht aufbessern, zumal der gleiche Käse wie am Vortage gezeigt wurde. Aber dann endlich... es tat sich was auf der Bühne! Der untalentierte Moderator vom Freitag kam aus seinem Loch gekrochen und kündigte den Besuchern ein historisches Konzert an:
"Iggy and the Fucking Stooges!" Zuvor brabbelte aber auch noch der Chefredakteur der Zeitschrift "Rock & Folk" ein paar Sätze ins Mikro und ließ sich abfeiern. Dann war es erst einmal wieder still und das für einige Minuten. Ich wurde ungeduldig, Iggy ließ ganz rockstarlike auf sich warten. Doch nach einer gefühlten viertel Stunde war es soweit: die Bühnenlichter funkelten hell und der Altrocker erschien auf der Plattform, wie immer mit nacktem Oberkörper und zwar im Gegensatz zu Johnny Borrell von Anfang an. Die Adern zeichneten sich auf seinem Adoniskörper ab, die Bauchmuskeln waren deutlich zu erkennen. Lediglich der nicht mehr ganz straffe Zustand seiner Haut, die logischerweise an Elastizität verloren hat, deuteten auf sein Alter hin. Der Klassiker "Loose" vom Album "Fun House" wurde gespielt,
die Leute rasteten völlig aus. In meiner unmittelbaren Umgebung ging mächtig der Punk ab, man wurde hin-und her geschubst, an Photographieren war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken. Ich bekam es ein wenig mit der Angst zu tun, zumal etliche Kerle neben mir sehr aggressiv waren. Meine Frau hielt es nicht mehr aus, sie verzog sich an einen Getränkestand, ich konnte sie schon bald nicht mehr sehen. Auch Iggy selbst war schwer zu erkennen, denn immer wenn er in meine Nähe kam, reckten sich tausende Hände nach oben. "Allright you motherfuckers", schrie der abgehalfterte Muskelprotz und heizte so die Stimmung noch weiter an. Bei "1969" wurde es gar so wild,
das ich strauchelte und fast zu Boden ging. Eine Massenpanik lag in der Luft, ich hatte Angst erdrückt zu werden! Zum Glück besserte sich das Ganze im Laufe des Konzertes etwas, ich wich ein paar Schritte zurück und konnte leicht aufatmen. Mit "Dirt" hatten die Stooges das Tempo auch zum ersten Mal etwas rausgenommen, obwohl Iggy sang: "I'm burning inside". Das Feuer hatte sich auch auf mich übertragen, es war zweifelsohne heiß und das in jeglicher Hinsicht. Das Ganze kam ziemlich nah an den Geiste des Rock n' Rolls ran. Laut, schnell,roh, versaut!
Mister Pop vollführter rhythmische Bewegungen auf einer Box und sah dabei aus, als begatte er das Ding! Er strotzte nur so vo Energie, lief ständig hin und her und nahm auch unmittelbaren Kontakt zu den Fans auf, die seine muskulöse Hand abklatschten. Später nahm er auch Leute mit auf die Bühne, die ausgelassen mittanzten. Seine Stooges hingegen waren eher unscheinbar, obwohl gerade der Drummer einen ausgezeichneten Eindruck machte.Jedes Lied wurde so richtig ausgereizt, besonders "Fun House" schien nicht enden zu wollen und setzte immer wieder ein. Höhepunkt war allerdings der Song "I Wanna Be Your Dog" (you tube-Video), zu dem sich der Rock-Dinosaurier zwei junge Mädchen mit auf die Bühne geholt hatte. Iggy kniete sich auf alle Viere und imitierte zum Amüsement Aller einen kleffenden Hund. Das Mädchen mit dem roten Top war hierbei seine Herrin...
Diese Szene dauerte ebenfalls so einige Minuten und war krönenden Abschluß eines völlig verückten Konzertes. Iggy and The Stooges hatten die Kommunistenfete gewaltig gerockt und den jungen Kollegen noch einmal gezeigt, wo der Hammer hängt. Da waren selbst Teenager angetan: "unglaublich dieser Iggy, der war Wahnsinn, man hatte mir schon vorher erzählt, daß der so etwas wie eine lebende Legende sei", meinte ein Mädchen zu ihrer ungläubig dreinschauenden Mutter."Setlist Iggy Pop & The Stooges, Parc De La Courneuve bei Paris (Fête de l'humanité):01: Loose02: 196903: I Wanna Be Your Dog04: T.V. Eye05: Dirt06: Real Good Time07: No Fun08: Fun House09: Skull Ring10: I Wanna Be Your Dog (andere Version)
*Außerdem wurde auch 1970 gespielt, an welcher Stelle wird nachgereicht!
Links:
- Mehr Photos hier- Und hier bei Julien Muguet, einem glänzenden Pariser Konzertphotographen, der auch die geschilderte Szene, in der Iggy auf der Box reitet, super eingefangen hat!
um
01:29
Konzert: RazorlightOrt: Parc De La Courneuve bei Paris (Fête de l'humanité)Datum: 15.09.2007Zuschauer: angeblich 80.000 (!)
Zweiter Tag der Gutmenschenfete mit dem schönen Namen Fête de l'Humanité im Parc de la Courneuve bei Paris. Am heutigen Samstag warteten gleich zwei ganz dicke Fische darauf, geangelt zu werden. Um 20 Uhr 30 waren Razorlight angesetzt und um 22 Uhr 30 sollte Iggy Pop seine verrückte Show abziehen. Zunächst galt es aber, auf das riesige Gelände vor den Toren von Paris zu gelangen. Und dies war gar nicht so einfach, schließlich mußte man die U-Bahnlinie sieben bis ganz zum Ende fahren, um dann in einen der völlig überfüllten Shuttle-Busse einzustiegen. Im Gegensatz zu gestern stand erfeulicherweise gleich einer dieser Busse bereit. Der Rest der Reise war allerdings weniger erfreulich. Ungepflegte, verfilzte und nach Büffel stinkende Menschen, wohin man auch schaute. Gleich vor mir stand so ein miefendes Schwein und soff Bier aus einer Dose. Seine Augen waren rot wie bei einem Kaninchen, seine Haare seit Wochen ungewaschen und zu allem Überfluss kaute er auch noch an seinen ohnehin schon völlig abgefressenen Nägeln ( sowieso eine weit verbreitete französische Unsitte, dieses eklige Nägelkauen, bähh!). Ich wollte raus aus diesem Viehtransporter, aber ich mußte Geduld aufbringen, die Fahrt war lang. Fast 40 Minuten mußte man in diesem stickigen Gefährt aushalten,
bevor endlich die Türen am Zielort aufgingen. Ich glaubte den schlimmsten Teil hinter mir zu haben, aber ich hatte weit gefehlt! Auf der Anlage selbst war es so voll, wie ich es noch nie zuvor bei einem Festival erlebt habe. Hier hatten sich wirklich die widerlichsten Leute Frankreichs versammelt, gleich mehrfach sah man Typen, die inmitten der Menschenmenge anfingen, auf den Boden zu kotzen! Wo waren wir hier hingeraten? Und vor allem: wie kamen wir an den hunderten von Ständen jeglicher kommunistischen Parteien vorbei auf die Hauptbühne?
Dummerweise hatten wir uns der Grande Scène von hinten genähert und gerieten so in einen gewaltigen Menschenstrudel, man wurde fast erdrückt und zwangsläufig an Leiber schweißnasser Menschen gestoßen. Irgendwie schafften wir es, umzukehren und uns von der anderen Seite anzupirschen. Unsere Laune war auf dem Tiefpunkt, wir ekelten uns nur noch und wären am liebsten nach Hause gefahren, zumal die Müllberge auf dem Boden zum Himmel stanken!Aber mit dem Auftritt von Razorlight, zu dem wir nach vierzigminütigem (!) Rumirren auf dem Gelände gerade noch rechtzeitig ankamen, wurden alles besser!
Am seitlichen Rand der Bühne , wo wir standen, war es wenigstens etwas luftiger, der Blick auf die Hauptakteure war halbwegs frei und die kleinen kreischen Mädchen, die für Johnny Borrell gekommen waren, waren mir allemal lieber als kotzende Kerle..."In The Morning" erklang und alle sangen den Refrain lauthals mit: "in the morning, you know we wont remember a thing, in the morning you know it's gonna be allright"... Der Text passte sehr gut zum Zustand einiger Leute auf der Anlage, ich bin sicher, daß sich einige Gäste am nächsten Morgen an nichts mehr erinnern werden...
Das angeschlagene Tempo war hoch wie immer bei Razorlight, besonders am Anfang, als mit "Hold On", "Golden Touch" und "Back To The Start" gleich drei fetzige Kracher abgefeuert wurden. Die kleinen Mädchen kreischten hysterisch, aber zunächst mußten sie sich mit euphorisierender Musik zufrieden geben, bis Johnny sein Hemdchen fallen ließ, war es nämlich noch ein Weilchen hin. Der gutgebaute Lockenkopf trug zu Beginn ein langes, schwarzes Jacket (fast eine Art Gehrock) und darunter ein schwarzes Shirt. Die weiße Skinny-Jeans durfte natürlich auch nicht fehlen, davon hat er sicherlich 200 Stück im Kleiderschrank (hoffentlich, ansonsten wäre es ganz schön eklig mit der immergleichen Hose!). Auffällig war heute auch der Look des fabelhaften Drummers Andy Burrows. Der langmähnige Bursche hatte nämlich lediglich eine extrem kurze hellblaue Shorts an, die fast wie eine Badehose aussah, was für verdutze Gesichter sorgte.
Neben seinem Drumset hing eine riesige britische Flagge, die stolz die angelsächsische Herkunft verdeutlichte. Aus Fairnessgründen hätte eigentlich die schwedische Fahne daneben gehört, schließlich sind die beiden anderen eher unauffälligen Razorlights Björn Agren und Bassist Carl Dalemo skandinavischer Herkunft. Aber sei's drum, musikalisch ist das Ganze ja sowieso eher Brit-Rock als Schweden-Pop...Und zwar britischer Rock, der sich textlich auch über amerikanische Zustände mokiert. "The next song ("America") is about how much I Hate George Bush and Dick Cheney", sprach Johnny und hatte damit natürlich die Zuneigung der Franzosen auf seiner Seite.
Eine Zuneigung, die sich noch erheblich steigerte, als Herr Borrell "America" mit einer eingebauten Version des Serge Gainsbourg Klassikers "Je Suis Venu Te Dire Que Je M'en Vais" beendete. Nicht nur ich wunderte mich über den sehr guten Akzent des Engländers, er hatte nämlich schlichtweg keinen, sein Französisch war einwandfrei! Chapeau Johnny!Von da an lief es natürlich noch besser für Razorlight, die Franzosen stehen nun mal darauf, wenn Ausländer ihre schöne Sprache sprechen. Für mich persönlich, war das Beste mit einer Ausnahme allerdings schon am Anfang abgefeiert worden, gerade "In The City" geriet im Mittelteil zu lang und zäh. Die Ausnahme von der ich spreche war natürlich "Somewhere Else", ein Lied das unverständlicherweise zunächst nicht auf dem zweiten Album von Razorlight enthalten war, mit seiner Frische und Eingängigkeit aber die Charts stürmte. Und dies zu Recht, es ist zweifelsohne eines der besten Stücke der Band und zog auch hier und heute wieder großartig. Der "Popsong 2006" beschloß dann ein erneut rundum gelungenes Konzert der Briten. Razorlight hatte wieder einmal die neiderfüllten Kritker, die die Gruppe verhöhnen, ("Razorshite") Lügen gestraft.Setlist Razorlight, Fête de L'Humanité, Le Bourget:01: In The Morning02: Hold On03: Golden Touch04: Back To The Start05: America (outro: je suis venu te dire que je m'en vais (S. Gainsbourg-Cover!))06: Before I Fall To Pieces07: In The City08: Los Angeles Waltz09: I Can't Stop This Feeling I've Got10: Somewhere Else11: Who Needs Love12: Pop Song 2006Mehr Photos von Johnny Borrell und Razorlight hier
um
02:13
Konzert: Olivia RuizOrt: Parc de la Courneuve bei Paris (Fète de L'humanité)Datum: 14.09.2o07Zuschauer: zigtausende
Wenn gute Musik geboten wird,
kann man mich sogar dazu bringen, auf eine Veranstaltung der kommunistischen Partei Frankreichs zu tigern. Daran kann man ermessen, wie weit meine Liebe zur Musik reicht...Die Fète de l'humanité (zu deutsch: die Feier der Menschlichkeit) wird von der PCF (Parti Communiste Français) und ihrem Sprachrohr L'Humanité seit ewigen Zeiten ausgetragen, die erste Feier dieser Art fand wohl schon 1930 statt und auch 2007 haben die Veranstalter es geschafft, ein ansprechendes Programm auf die Beine zu stellen. Am morgigen Samstag werden sich gar Razorlight und Iggy Pop & The Stooges die Ehre geben.
Heute stand aber erst in erster Linie weibliche Schönheit als musikalische Klasse auf dem Programm. Die bildhübsche Olivia Ruiz sollte nämlich um 22.30 h den ansonsten recht mäßig besetzten ersten Festivaltag beschließen. Lediglich die für 20.35 h angesetzten Australier des John Butler Trios waren für mich zuvor von Interesse, aber vom Auftritt der Jam- und Bluesband um den Sänger und Leadgitarristen John Butler bekam ich leider nur noch ein einziges Lied mit. Schade, ihr 2007er Album "Grand National" ist nämlich gar nicht übel.
Es verbleibt die Möglichkeit die drei Aussies am Ende des Jahres im Pariser Olympia ausführlicher zu beäugen. "Schuld" an meinem verspäteten Erscheinen war die Tatsache, daß ich die Länge der Anreise nach Courneuve deutlich unterschätzt hatte. Zunächst einmal mußte man die Metrolinie sieben ganz bis zum Ende nehmen, um dann anschließend in einen Bus zu steigen, der einen auf das Gelände bringen sollte. Das Problem war bloß, daß man geschlagene 40 (!) Minuten auf das Büschen hätte warten müssen. Deshalb nahmen wir unsere Beine unter den Arm und marschierten durch trostlose Gegenden und an frustrierenden Fabrikgeländen vorbei Richtung Parc de la Courneuve. Wir brauchten mehr als eine halbe Stunde und meine Frau, die an Blasen litt, fluchte wie ein Rohrspatz. Weitere zwanzig Minuten benötigen wir dann um an den zahlreichen Freßständen (die von den regionalen Zellen der kommunistischen Partei geführt wurden) und Nippesläden vorbei zur großen Bühne zu gelangen.
Die Umbaupause bis zum Auftritt von Olivia Ruiz wurde überbrückt durch amüsante Leinwandwerbung der kommunistischen Partei, in der unter anderem über Schlagerstar Johnny Halliday (der hier auch schon mal aufgetreten war) hergezogen wurde, weil der "böse Bube" seine Steuern nicht mehr in Frankreich zahle. Johnny hatte gesagt, er sei es leid, die Hälfte seiner Zeit für den Staat zu arbeiten, was ihm von den zwei Gestalten, die man da auf der Leinwand sah, übel angekreidet wurde. Danach sah man diverse Cover der Zeitschrift l'Humanité, wo über die bösen Reichen gelästert wurde. Beliebtes Hassobjekt war natürlich auch Präsident Sarkozy. Lustigerweise wurde kurze Zeit später eine Werbung der Lagardère-Gruppe ausgestrahlt. Wer ein wenig informiert ist, weiß, daß Herr Lagardère einer der reichsten Unternehmer Frankreichs ist und daß Sarkozy zu seinen besten Freunden zählt. Daran sieht man: wenn Vermögende für Werbeclips bezahlen, sind sie auch bei Veranstaltungen der kommunistischen Partei willkommen...
Gegen halb elf trat dann ein Herr auf die Bühne, der anscheinend etwas verpennt war, denn er begrüßte das Publikum zur Féte de l'Humanité 2006 (!). Zum Glück hat er gerade noch so die Ansage für die nun auftretende junge Dame hinbekommen: Olivia Ruiz! Die hübsche Brünette hat in Frankreich mit ihrem zweiten Album "La Femme Chocolat" riesige Erfolge gefeiert und tourt seit geraumer Zeit mit diesem Opus im Gepäck durch das ganze Land. Dabei hatte es mit ihrer Karriere zunächst gar nicht so gut ausgesehen, denn sie nahm 2001 an der fragwürdigen Casting-Show "Star Accademy" (vergleichbar mit Popstars) teil und schied vorzeitig aus. Irgendwie hat sie es aber geschafft, sich von dem mit Casting-Sendungen verbundenen Talentfrei-Image zu lösen, vor allem weil sie mit dem Dionysos Frontmann Mathias Malzieu (der inzwischen auch ihr Freund ist) zusammenarbeitete.
Opener des heutigen Abends war ein schwungvolles spanisches Lied, "Quijote", welches einen Vorgeschmack auf das gab, was folgen sollte: eine Mischung aus Folklore, Flamenco, Rock, Pop und Chanson, bis auf wenige Ausnahmen fast immer auf französisch gesungen (es gab später noch ein weiteres spanisches Lied und auch zwei englische Titel). Sofort ins Auge stach die geschmackvolle Bühnendeko mit Designer-Stehlampen (umgestülpte Mülleimer eigentlich), die mehrköpfige Band, bereichert durch Akkordeon und Saxofon, aber vor allem natürlich Olivia mit ihrem hübschen orangefarbenen Kleid, welches mit funkelnden Pailletten besetzt war.
Für's Auge war also allerhand geboten, musikalisch war das allerdings nicht 100%ig nach meinem Geschmack, denn manchmal war mir das Ganze doch zu nah am Mainstream. Was nicht heißen will, daß Fräulein Ruiz schlechte Musik macht, einige Stücke gefielen mir durchaus (vor allem "Je Traine Des Pieds") und der Video-Clip zu dem Song "Ce George", den die Sängerin zusammen mit Chanson-Legende Adamo aufgenommen hat, ist ein veritabler Hit. Von Adamo war allerdings nichts zu sehen, stattdessen kam Christian Olivier von der Band Têtes Raides auf die Bühne, um zusammen mit der Südfranzösin den Titel "Non-Dits" zu trällern. Zu einem späteren Zeitpunkt gab es noch ein weiteres Duo und zwar mit einem gewissen Robin zu dem Lied "My Heart Belongs To Daddy", ein Titel, der meines Wissens von Marilyn Monroe stammt, aber auch schon von Eartha Kitt und Ella Fitzgerald gesungen wurde. Im Mittelteil gab es den Chanson "J'aime pas l'amour",
dessen Text allerdings nicht ganz wörtlich zu verstehen ist, denn - wie Olivia versicherte - natürlich mag sie die Liebe (aber warum macht sie die nicht mit mir? - Ähem, dummer Scherz...). Auch die Eltern der 27-jährigen bekamen ihr Fett weg und zwar in "Thérapie de Groupe". "Zum Glück ist die Tournee bald zu Ende, ist schon gemein, meine lieben Eltern mit meinen Liedern zu ärgern..."
Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es auch in "Cabaret Blanc" um ihre Familie, genauer gesagt ihren Vater, aber das bekamen wir nicht mehr so richtig mit, denn wir mußten zusehen, unsere U-Bahn noch zu bekommen, wir waren nämlich sprichwörtlich am Arsch von Paris. Im Endeffekt hätten wir bis zum Schluß bleiben können, denn die letzte U-Bahn ging nicht - wie Sven Regener das sagt - später, sondern gar nicht mehr! Vorausgegangen war eine Fahrt mit einem Schuttle-Bus, in dem stinkbesoffene Franzosen (der Wein war billig) lautstark Klassiker schmetterten.Und hier die Setlist von Olivia Ruiz:01: Quijote02: Goutez-Moi03: Non - Dits (Duo mit Christian Olivier)04: I Need A Child05: J'Aime Pas l'Amour06: My Heart Belongs To Daddy (Cover)07: Qui Sommes Nous08: Thérapie De Groupe09: Je Traine Des Pieds10: Cabaret BlancDas Konzert war an dieser Stelle noch nicht beendet, wir mußten allerdings gehen, der Rückweg war sehr weit...
Weitere Bilder der hübschen Dame hier