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Samstag, 28. April 2012

Liz Green, Paris, 26.04.12

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Konzert: Liz Green (+ Amy Musser)
Ort: Le Café de la Danse, Paris
Datum: 26.04.12
Zuschauer: etwa 300



Was stand nicht an diesem 26. April in Paris alles auf dem Programm! Die Great Lake Swimmers spielten im Petit Bain, Tara Jane O'Neil und Mirah in der Gaité Lyrique, die Lemonheads in der Maroquinerie, The Rapture im Olympia, Jonathan Morali (Syd Matters) Im Musée d'Art Moderne. So viele gute Künstler, die ich sehr mag, alle am gleichen Abend, verrückt!


Ich entschied mich doch erneut für die Britin Liz Green und hinterher bereute ich diese Entscheidung nicht im Geringsten. Eigentlich wollte ich ja für mich und unsere Leser für etwas Abwechslung sorgen, da wir Liz hier in den letzten Monaten gleich mehrfach hatten. Aber andererseits mag ich es auch, gesammelte Eindrücke zu vertiefen, alte und neue Auftritte des gleichen Künstlers miteinander zu vergleichen und zu sehen, wohin die Reise geht. Und da kann ich bei Miss Green ganz klar sagen, daß sie weiterhin entzückend anzusehen- und zu hören ist. Ist schon allein toll, daß sie trotz der erheblich gestiegenen Medienpräsenz immer noch so natürlich und liebenswürdig geblieben ist (mir wurde kürzlich zu Ohren getragen, daß ihr Label sie zu einer neuen Adele machen wollte, Gott bewahre!) und keinerlei Allüren zeigte, sondern viele Späßchen machte.


Und in musikalischer Hinischt kam ich heute in den Genuß etlicher neuer, unveröffentlichter Lieder, die Liz Green am Piano vortrug, so daß auch dahingehend keine Monotonie zu beklagen war. Etwas mehr Jazz und weniger Blues, so könnte man das neue Material stilistisch ungefähr einordnen, aber ihre wundervolle Grammofonstimme ist natürlich geblieben. Auch an der so verführerischen Melancholie hält sie fest und tut gut daran. Anzeichen von kommerziellem Jazzpop fürs Mainstream-Radio waren jedenfalls nicht auszumachen.

Ansonsten gab es aber natürlich viel Altbekanntes von dem vorzüglichen Album O, Devotion! für das sie gut und gerne 5 Jahre gebraucht hat. Die Lieder sind ja jetzt schon so was wie Klassiker. Midnight Blues, Bad Medecine oder Displacement Song, die Spatzen pfeifen sie von den Dächern und meine Katze swingt mit seinen Pfoten dazu.

Aber speziell zu Bad Medicine (heute wie immer mit der Liz Greenschen Mundtrompete vorgetragen) ist gerade erst vor Kurzem ein verblüffendes Zeichentrickvideo (die Technik heißt Stop Motion) mit Papierpüppchen enstanden, daß in einem Cowboy Saloon spielt und sehr blutig endet.



Beweis dafür, daß Miss Green auch etwas für visuelle Aspekte übrig hat, wie auch ihre wundervollen, handgestalteten Booklets eindrucksvoll zeigen.


Zurück zum Konzert. Das flutschte gut, schließlich ist die Band nach wochenlangem Touren (Liz witzelte darüber, daß sie das gleiche Hemd wie vor ein paar Monaten im Point Ephémère trage, da sie nicht die Zeit hatte, nach England zurückzukehren) nahezu perfekt eingespielt und beherrscht die Songs im Schlaf. Heute fehlte allerdings der rundliche Tubaspieler, aber Trombone, Schlagzeug Saxofon und Kontrabass gab es sehr wohl im Instrumentarium, was zu einer schummrigen Baratmosphäre der 20 er oder 30 er Jahre führte. Die Musiker verstanden sich auch gut untereinander, das wirkte alles sehr friedlich und harmonisch.


So verging dann die Zeit sehr schnell und da man im Café de la Danse pünktlich um 22 Uhr 30 schließen muss, wurde auch keine übermäßige Überziehung geduldet. Dennoch gab es noch 3 Zugaben. French Singer brachte die Frau aus Manchester allein deshalb, weil es so gut zu Paris passte, merkte aber an, daß die Albumversion auf dem Piano eingespielt worden sei, sie aber hier und heute das Ganze mit der Akustischen vortragen werde, wie es eigentlich ursprünglich war, bevor sie das Andre Sister Cover (angeblich ein beliebtes Lied bei Nazifeiern während des dritten Reiches, später aber wegen jüdischen Ursprungs gebannt) Bei mir bist du schön vortrug und mit dem sentimentalen Gallows endeute ("you always bring me down").

Bei Mir Bis du Shoen by Liz Green

Bereits der Beginn des Konzerte wurde übrigens mit einem Cover, dem a'capella gesungenen Grinnin' in your Face von Son House bestritten und kurz vorher hatte auch die Amerikanerin Amy Musser ihren Teil zum Gelingen des Abends beigetragen. Die in Paris lebende Singer/Songwriterin spielte mit ihrer eleganten Hauchstimme zarte Folkballaden, die perfekt zur Einstimmung waren und uns die Wartezeit auf Liz Green versüßten. Für die junge Chanteuse war es eines ihrer ersten Konzerte in Paris überhaupt und dannn gleich vor 300 Leuten! Trotzdem schaffte sie es ziemlich gut, ihre Nerven im Zaum zu halten und überraschte das Publikum sogar mit zwei französischen Liedern. In einem ging es um Champagner, ihrem Lieblingsgetränk wie sie schmunzelnd anmerkte und wer Frankreich kennt, weiß, daß wir es hier nicht mit einem Schickimicki- sondern (freilich kostspieligen) Volksgetränk zu tun haben, das Franzosen aller Kreise trinken.




Am besten gefiel mir mit der zartschmelzenden Ballade Hades aber trotzdem ein englischer Song , der von der träumerischen Stimmung her ein wenig an Marissa Nadler erinnerte und im Lofi Stil in ihrem Schlafzimmer aufgenommen wurde.

Ich denke von Amy Musser werden wir noch hören.


Insgesamt ein denkwürdiger Abend von dessen Ende ich gleich noch ein wenig berichten möchte...






Montag, 2. April 2012

Amy Musser, Pollyanna, Maud Lübeck, Paris, 29.03.12

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Konzert: Amy Musser, Pollyanna, Maud Lübeck

Ort: ein blauer Bus,der durch Paris fährt
Datum: 29.03.12 Zuschauer: 9 inklusive Musiker
Konzertdauer: eine gute Stunde,pro Künstler 1 Lied aber 2 takes


Wenn Franzosen von einer viertel Stunde sprechen, dann meinen sie eigentlich eine Stunde!


Soviel habe ich zumindest an jenem kühlen Märzabend gelernt. Nun ja, man soll ja nicht verallgemeinern. Aber ziemlich frustriert war ich schon, daß muss ich zugeben. Dabei hatte alles so wahnsinnig spannend geklungen. 3 (ursprünglich 4, Cleo T.war kurzfristig abgesprungen) Künstlerinnen sollten mit einem alten Bus aus den 1950ern Jahren durch Paris fahren und akustisch jeweils ein Lied vortragen, was gefilmt werden würde. Die Sache fand auch wie geplant statt, allerdings ohne mich an Bord. Zwar hatte ich es geschafft, schon einzusteigen und ein Plätzchen zu besetzen, aber nachdem durchgezählt wurde, stellte der Fahrer fest, daß wir 10 Perosnen seien, sein Führerschein und seine Verischerung aber nur für 9 Leute gelten würde. Ich hatte die Arschlochkarte gezogen und musste wieder aussteigen. Man vertröstete mich, versprach mir, nach dem ersten Musiker durchzuwechseln, damit niemand von dem Vergnügen ausgeschlossen würde. In einer viertel Stunde seien sie wieder da und würden mich an Ort und Stelle abholen. Soweit die Theorie.

50 Minuten später hing ich immer noch auf der Straße rum, guckte vergeblich auf den Asphalt, sah aber weit und breit keinen blauen Bus. Es war inzwischen empfindlich kühl geworden und nach weiteren fünf Minuten zog ich wie ein nasser Pudel deprimiert von dannen.


Später erfuhr ich, daß die Gruppe fünf Minuten später eingetroffen sei, um mich abzuholen. Aber es wäre ein schwacher Trost gewesen, Amy Musser und Maud Lübeck waren schon mit ihrem Programm durch.

Für mich trotzdem die Gelegenheit, diese neue Art von Sessions zu erwähnen, denn die Sache hat sicherlich Charme. Der Bus satmmt aus dem Jahre 1957, Fabrikat Renault und bietet sieben Touris (+ den zwei Tourbegleitern) Platz. Eine halbstündige Fahrt kostet mit 7 Leuten 126 Euro, also 18 pro Person. Eine nicht ganz billige, aber originellle Art die Stadt kennenzulernen.

Wichtiger als dieser Hinweis ist aber noch die Tatsache, daß Pollyanna eine neue tolle EP namens Spring herausgebracht hat, daß Maud Lübeck sogar ihr erstes richtiges Album La Fabrique dieser Tage veröffentlicht und daß man auf der Bandcamp Seite von Amy Musser jeden Sonntag einen Song aus ihrer Reihe Bedroom Series anhören kann. Und wenn ich von den fertigen Videos der Bus Bleue Action erfahre, gebe ich hier Bescheid.










Mittwoch, 15. Februar 2012

Amy Musser, Paris, 14.02.12

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Konzert: Amy Musser Ort: Fil'O Fromage,
Paris 13

Datum: 14.02.2012



13 ème arrondissement de Paris. Saint Valentin. Je suis dans un resto corse sympatoche nommé Fil'O Fromage. L'odeur intense d'un chèvre chaud me monte dans le nez. A mon côté des gens qui parlent. Très fort même. Quand ils ne parlent pas, ils dévorent bruyamment leur fromage et leur jambon cru, comme s'ils n'avaient pas mangé depuis deux semaines. Ce doit être bon ce petit plat quand même! Des serveuses bien sapées qui apportent du vin rouge aux clients ou remplissent les carafes d'eau. Au milieu de tout ça: la jeune chanteuse américaine Amy Musser. La pauvre. Avec une tête rouge comme une pivoine, elle essaie désespérement d'imposer sa voix de velours contre le bruit des gens qui dînent. Conditions difficiles pour ce jeune talent, qui vit désormais à Paris. Dans son pays natal elle a déjà accompagné des noms comme Nick Jaina ou Sharon van Etten. Mais à Paris elle n'est pas encore connue, ayant seulement joué lors d'un Open Mic au Pop In. Et le public du Fil'O Fromage, établissement sympa et chaleureux, géré par un très gentil patron, préfère peut être Johnny Halliday ou Patricia Kaas, qui sait?

Moi de toute façon je me régale. L'univers fragile, hanté et intimiste d'Amy me séduit très vite. Son jeu de guitare est une exemple parfait d'un folk épuré. Quelques notes suffisent pour accompagner sa douce voix qui n'est pas sans rappeler d'autres chanteuses folk fragiles telles que Vasthi Bunyan, Sibyle Baier od Judee Sill. Je n'entends pas réellement son côté jazzy ce soir, dont on parle souvent dans les médias, certainement parce que c'est difficile en ce soir de fête et d'agitation, de percevoir toutes les nuances de son style. Mais peu importe, ce qui compte, c'est que cette jolie demoiselle mette tout son coeur dans ces chansons authentiques et belles à pleurer. Dommage que ce bonheur ne dure pas très plus longtemps finalement. Mais on va la revoir, Amy Musser, c'est c'est sûr! Il y a un véritable potentiel qui ne demande qu'à éclore!



13. Pariser Arrondissement. Valentinstag. Der würzige Duft von korsischem Ziegenkäse steigt mir in die Nase. Neben mir Leute, die reden. Laut reden. Wenn sie nicht gerade schmatzen und Käse und rohen Schinken herunterschlingen, als hätten sie seit zwei Wochen nichts gegessen. Kellnerinnen, die flink durch die engen Räume huschen, den Gästen Rotwein bringen und Wasser in Karaffen füllen. Dazwischen die junge amerikanische Singer/Songwriterin Amy Musser. Mit knallroter Birne sitzt die Arme da und versucht verzweifelt, gegen die Lautstärke anzusingen. Schwierige Bedingungen für eine inzwischen in Paris lebende Dame, die in Amerika schon mit Größen wie Nick Jaina und Sharon van Etten auf Tour war. Ein Talent also, keine Frage. Hier in Paris aber kennt man sie noch nicht, vor allem nicht in diesem Käserestaurant, wo die anwesenden Gäste vermutlich lieber Johnny Hallyday oder Patricia Kaas hören. Keiner dieser schmatzenden Zeitgenossen hört zu, alle sind in ihr Gespräch vertieft, schnattern, lachen aus voller Kehle.



Daß da auf der winzigen Bühne ein Mädel ihr Intimstes preisgibt und mit einer wundervollen Hauchstimme vorträgt, interessiert sie nicht die Bohne. Aber da muss Amy Musser jetzt durch, aller Anfang ist schwer, vor allem in einer neuen Stadt, einem neuen Land, einem neuen Kontinent.

Aber sie wird ihre Zuhörerschaft schon gewinnen, dessen bin ich mir sicher. Zumindest in Folkkreisen wird ihr Name zukünftig noch wesentlich häufiger genannt werden. Ihre Songs wurzeln in der Tradition großer Singer/Songwriterinnen wie Jude Sill, Vashti Bunyan oder Sibylle Baier, die Atmosphärre, die sie kreiert, erinnert an zeitgenössische Sirenen wie Mariee Sioux oder Marissa Nadler.

Ihre Songs kann man bei Bandcamp oder Myspace anhören und diese sind alles andere als Käse!





 

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