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Mittwoch, 28. März 2012

Timber Timbre, Berlin, 27.03.12

3 Kommentare

Konzert: Timber Timbre
Ort: Heimathafen, Berlin

Datum: 27.03.2012

Zuschauer: annähernd ausverkauft
Konzertdauer: 100 Minuten


von Markus aus Berlin


Liebes Konzerttagebuch, wie gerne hätte ich heute Abend einen Grund zum Feiern gehabt - wie habe ich mich doch auch auf diesen Abend gefreut. Aber was ich erlebte war kein Grund zur Freude.

Ich mag emotionsgeladene Musik - ich mag ruhige Klänge - ich mag Akustikmusik - ich mag sogar William Fitzsimmons. Aber heute Abend hatte ich das Gefühl, als wäre bei eigentlich kraftvollen Lieder die Luft rausgelassen worden - als wären sie ihrer Stärke beraubt worden.

Aller Anfang war auch bei diesem Konzert schwer - nach drei Liedern dachte ich, das stehe ich nicht durch - und doch blieb ich. Lag vielleicht auch am Astra Bier, dessen Proleten-Pullen mir so sehr gefallen. Dann dachte ich, er bekommt mich doch noch eingefangen mit seiner Musik. Es wurde kraftvoller - und im Verlauf des Liedes dann doch wieder Ödniss und Langeweile. Dabei kann er wirklich sehr gut singen und auch die Instrumente beherrscht er ordentlich. Der Sound war fein - und ich war sogar an diesem Abend in Stimmung für besinnliche Musik - aber das ging nicht zusammen. Während der Lieder war eigentlich auch immer ein Geräuschpegel von Gesprächen - scheint mir nicht alleine so gegangen zu sein - aber dann kam der Applaus und der war immer groß und euphorisch. Darüber war ich immer erstaunt. Viele unterhalten sich nebenher - und wie eine Entlastung muss dann ordentlich geklatscht werden. Ich habe William Fitzsimmons am selben Ort erlebt - und da gab es nicht eine Minute, die mich so frustrierte, wie das Konzert von Timber Timbre.
Viele um mich herum und im Publikum fummelten ständig an ihren Handys rum - ich auch. Ein Abend der Gegensätze.

Liebes Tagebuch - hoffen wir, dass Timber Timbre bald wiederkommt und dieses Mal seine Band mitbringen wird. Das die Lieder wieder zur alten Kraft und Stärke und wiederfinden. Wie sehr liebe ich doch das düstere und geheimnisvolle seiner Musik. An diesem Abend aber fehlte genau das komplett. Es war einfach nur schlechter Aufguss - eine Hülle ohne Seele.


Von dem Künstler vor Timber Timbre mag ich erst gar nicht anfangen zu schreiben. Das erinnerte mich an Sigur Ros - nur in ganz ganz schlecht. Das hat das eh schon sehr unkonzentrierte Publikum kaum Interesse oder Respekt gezeigt - vom Höflichkeitsapplaus mal ganz abgesehen.



Herr Kirk - bitte wiederkommen - aber bitte nie wieder alleine!

Timber Timbre - Woman by Arts & Crafts

Aus unserem Archiv:

Timber Timbre, Paris, 17.03.12
Timber Timbre, Haldern, 13.08.11


Anmerkung: Sowohl in Paris als auch in Berlin bestand Fotoverbot bei Timber Timbre. Deshalb nur dieser weiße Zettel aus Paris, auf dem noch einmal ausdrücklich steht, daß man nicht knipsen soll, auch nicht mit dem Handy. Wir respektieren das.



 

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