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Mittwoch, 26. Juni 2013

Queens of the Stone Age, Southside Festival, Neuhausen ob Eck, 21.06.2013

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Konzert: Queens of the Stone Age
Ort: Southside Festival 2013, Neuhausen ob Eck, Green Stage
Datum: 21.06.2013
Dauer: 70min


Bilder aus dem unschlagbaren Archiv von Christoph

Nachdem ich 2010 beim Area 4 Festival während des Auftritts von Queens of the Stone Age von einem unverschämten, agressiven Typen und seinen Ellenbogen blaue Flecken und beinahe einen Rippenbruch zugefügt bekommen hätte, entschied ich mich dieses Mal einfach im im zweiten Wellenbrecher zu bleiben. Dafür, dass sie mindestens einen minderbemittelten Fan haben, können QOTSA nichts, doch leider gibt es dadurch dieses Mal keine wirklich brauchbaren Bilder.

Bereits damals regelrecht überrollt von dem gewaltigen Auftritt, den die Band um Legende Josh Homme hingelegt hatte, hatte ich mich sehr über die Bestätigung der QOTSA als einer der Headliner beim diesjährigen Southside Festival gefreut. Zugegebenermaßen beeindruckte mich die erste Singleauskopplung My God Is The Sun aus dem Ende Mai erschienenen „...Like Clockwork“ zunächst nicht über die Maßen, dennoch ist das Album insgesamt ungewohnt vielseitig und für meine Begriffe sehr gut gelungen.


 
Imposanter Beginn des ersten Headliner-Sets des Southside 2013: in ohrenbetäubender Lautstärke zerbersten virtuelle Glasscheiben auf den Leinwänden. Mehrfaches gespanntes Zusammenzucken. Und dann betreten sie die Bühne. Josh Homme selbstverständlich zuletzt seine Position ganz vorne am Bühnenrand beziehend und los geht es mit einem Klassiker des 2000er Albums „R“: Feel Good Hit Of The Summer. Man kann es gar nicht anders beschreiben als imposant. Einfach imposant. QOTSA verkörpern musikalisch genau das, was Josh Homme in Person darstellt. Fast schon beängstigende Coolness. Musik, die so bad-ass ist, dass es schon fast lächerlich ist. Krachende und trotzdem elaborierte Gitarrenriffs, ein alles überlagernder Sound, der einem keine Wahl lässt, als mit dem Kopf zu wackeln und sich dem Druck zu ergeben. Kurz gesagt: geil. Seit Tagen geht mir vor allem das „C-C-C-C-C-Cocaaaaaaaaaaine“ nicht mehr aus dem Kopf. Und die bretternden Gitarren. Wahnsinn. So abrupt wie das Set beginnt endet der erste Song auf den Punkt. Erstaunen all around. Vermutlich ging es den meisten ähnlich wie mir und sie waren von der schieren Mächtigkeit des Sounds der QOTSA fasziniert und gebannt.


Das Josh Homme kein Mann des unnötigen Geplauders ist, rechne ich ihm hoch an, denn so sind doch für mich immer noch die besten Musiker die, die ihre Musik für sich sprechen lassen. Noch berauscht vom Opener des Sets gaben die Queens dem Publikum nicht auch nur die leiseste Chance des Entkommens, da sie direkt einen weiteren ihrer bekanntestens Songs nachlegten: No One Knows. Und auch wenn ich mir selbst auf die Finger hauen möchte, während ich diesen Satz schreibe und meine eigene Wortwahl monieren möchte: das war einfach fett. Abartig genial. Keine Widerrede gestattet. QOTSA haben dem Publikum sofort gezeigt, was sie drauf haben und in den ersten 10 Minuten mehr als gerechtfertigt, warum sie eine der massivsten Rockbands der Gegenwart sind.



Nachdem das Publikum bereits mit zwei Klassikern platt gewalzt worden war und sich in einem Zustand der mittelprächtigen Ekstase befand, Zeit für neues Material mit My God Is The Sun. Wiederum mächtig und live gewaltiger, als man auf dem Album erahnen kann. Ein Kurzes „Vielen Dank“ von Josh Homme höchstpersönlich. Und schon rollt das markante Riff von Burn The Witch ganz langsam, ganz cool und ganz bestimmt auf uns zu. Keine Chance, die Show schlecht zu finden. Da da da da, da da da da.
 

Interessant zu beobachten: immer wieder frenetischer Zwischenapplaus. Und auch sehr häufig vermeintlicher Abschlussapplaus, der dann peinlich berührt verstummt oder eher im Dröhnen der Queens untergeht, die noch eins drauflegen. Das muss schon manchmal frustrierend sein, Josh Homme zu sein, der wohl immer wieder feststellen muss, dass sein elaboriertes Gitarrenspiel von den meisten Menschen doch nur bedingt gewürdigt werden kann, weil man einfach vor lauter Staunen nicht mehr weiß, ob da noch mehr kommt, oder ob es das war. Wieder ein kurzer Dank und dann Sick, Sick, Sick. Wieder die Feststellung, es gibt kein Entkommen. Begeisterte Schreie um mich herum, Pogo, Ekstase. So muss das sein. Bevor First It Giveth das Gelände erfüllt, bittet Josh Homme darum, die Scheinwerfer einen Moment lang auf die Menschenmenge zu richten, um sich den Moment einprägen zu können. Dieser alte Softie. Spaß beiseite – ich habe selten einen Frontmann gesehen, der mit so wenigen Worten, so viel zum Ausdruck bringen konnte und das Publikum so perfekt im Griff hatte.


Es folgte ein Stück des neuen Albums namens The Vampyre Of Time And Memory. Josh Homme am Piano, fast schon mit sanfter Stimme, gefühlvollem Vortrag. Wenn nicht in all dem überwältigenden Gitarrenkrach der beeindruckenste, da unerwarteste Moment. Natürlich muss danach wieder ein Hit kommen, der richtig knallt: Little Sister. Erneuter Wow-Moment. Das muss man auch einfach einmal live erlebt haben. Nicht minder großartig I Sat By The Ocean, ein weiteres neues Stück. Mir fällt tatsächlich nicht ein einziges Stück ein, ob neu oder alt, dass mich nicht begeistert hätte.

In den Zugaben noch einmal die volle Breitseite mit Go With The Flow und Song For The Dead. Wiederum kollektives Kopfnicken. Alle vollkommen umgehauen. Das ist der Queens of the Stone Age-Effekt. Fantastischer Auftritt einer durchweg beeindruckenden Band um einen außergewöhnlichen Frontmann. Sollte man mal gesehen haben.

Einziger Kritikpunkt, dass man vielleicht bei angekündigten 90 Minuten nicht nur 70 Minuten spielen sollte – allerdings wüsste ich nicht, was bei dieser perfekten Setlist noch kommen sollte.


Eine Bildergalerie des Auftritts findet sich z.B. hier:

http://www.dasding.de/#!http://www.dasding.de/southside/Bandfotos-vom-Southside-2013/-/id=106962/vv=content/nid=106962/did=711456/78jmny/index.html

Im Herbst in Deutschland auf Tour:

04/11 Stuttgart – Schleyerhalle
05/11 München – Zenith
08/11 Düsseldorf – Mitsubishi Electric Hall
28/11 Hamburg – O2 World

Setlist Queens of the Stone Age, Southside Festival 2013:

01 Feel Good Hit Of The Summer
02 You Think I Ain't Worth A Dollar But I Feel Like A Millionaire
03 No One Knows
04 My God Is The Sun
05 Burn The Witch
06 Sick, Sick, Sick
07 First It Giveth
08 The Vampyre Of Time And Memory
09 Little Sister
10 Monsters In The Parasol
11 I Sat By The Ocean
12 Make It Wit Chu
13 I Appear Missing

14 Go With The Flow (Z)
15 Song For The Dead (Z)  


Dienstag, 25. Juni 2013

Get Well Soon, Southside Festival, Neuhausen ob Eck, 21.06.2013

0 Kommentare
Konzert: Get Well Soon 
Ort: Southside Festival
Datum: 21.06.2013 
Zuschauer: gut besucht
Dauer: 45min




Total abgehetzt und schon nach nicht einmal einer Stunde auf dem Festivalgelände total genervt, warteten wir sehnlichst darauf, dass sich Konstantin Gropper und seine Band Get Well Soon unserer geplagten Seelen annehmen und wie gewohnt verzaubern.

Im Vorfeld hatte ich mich gefragt, ob Get Well Soon auf dem mittlerweile kommerzialisierten „Indie“-Festival wohl funktionieren würde. Immerhin hat sich der Anteil an Leuten, die einfach nur für drei Tage Vollsuff und normalerweise von der Gesellschaft nicht toleriertes Verhalten gekommen sind, erschreckend und drastisch gesteigert. Dadurch, dass nach Get Well Soon auch noch Alt-J, eine der im Frühjahr von der Musikpresse gehyptesten Bands überhaupt, spielen sollte und direkt danach auch noch eine „Gute-Laune-lass-uns-Tanzen“-Band, Two Door Cinema Club, hatte sich ein demensprechend gemischtes Publikum versammelt. Einerseits Leute, die sich sehr auf die Band freuten und anscheinend auch wussten, was sie zu erwarten hatten und andererseits bereits am Vorabend überlustige Betrunkene, bei denen man nur auf den ersten dummen Kommentar warten konnte.


Wie gewohnt bestens gekleidet betraten Get Well Soon kollektiv die Bühne und legten direkt mit The Last Days Of Rome los. Toll. Immer sehr toll. Auch immer wunderbar und bei Get Well Soon Konzerten glücklicherweise fast immer zu hören: Angry Young Man. Bei Roland wippten wie gewohnt so ziemlich alle mit und ich freute mich darüber, dass sich Get Well Soon kein bisschen verbiegen ließen, auch wenn sie bei genauerer Betrachtung etwas deplatziert wirkten – und zwar im positivsten Sinne! Selbst von Konstantin als „die untätowierteste Band des Tages“ bezeichnet, zeigte sich die gesamte Band von einer lockeren und sympathischen Seite, die „trotz“ hoher musikalischer Qualität, von der so mancher Act an diesem Tag nur träumen konnte, kaum schnöselig wirkte – für diejenigen, die Get Well Soon kennen schon gar nicht, denn dieser besondere, etwas eigensinnige Charme von Herrn Gropper ist elementarer Bestandteil des Liveauftritts. Beispielsweise der Kommentar zur Tatsache, dass er sehr froh ist, dass er sich vor 15 Jahren nicht tätowieren hat lassen, da er sich vermutlich ein Smashing-Pumpkins-Tattoo hätte stechen lassen und er sich jetzt darüber geärgert hätte, da die dafür verantwortlich sind, dass Get Well Soon sich auf nur 2 Quadratmetern nun gegenseitig auf den Füßen stehen. Genauso intelligent-witzig der Kommentar, dass das Publikum beim Southside so gut drauf sei, dass es sogar bei Oh My! Good Heart mitklatschen würde – die hinter mir, die mehrfach lautstark darüber diskutierten, wie „mega“ doch Alt-J seien, haben diese Ansage nicht verstanden. Um sie ungefähr zu zitieren „Ey, was für ne komische Ansage. Die dissen sich ja voll selbst.“ Wow. Da prallen Welten aufeinander!



Hierbei musste ich wieder an Konstantins Aussage bei dem Konzert in Frankfurt denken, wo er nur nur meinte, dass ein Bekannter zu ihm gesagt hätte: „Konstantin, Du hast ein Problem. Dein Publikum ist einfach zu intelligent.“ Auf Festivals besteht dieses Problem wohl nur teilweise. Das Get Well Soon aber nicht vermeintlich nur für elitäre Intellektuelle mit Rotweinglas geeignet ist, bewiesen sie mit den letzten beiden Stücken: If This Hat Is Missing I Have Gone Hunting und You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance). Beide sehr toll, Letzteres wie immer live noch eine Dimension großartiger als auf dem Album. Da If This Hat Is Missing I Have Gone Hunting alleine schon wegen des absurd-fantastischen Titels für immer einen Platz in meinem Herzen haben wird, war ich umso begeisterter den Track endlich einmal live erleben zu dürfen und ich sollte nicht enttäuscht werden. Ganz im Gegenteil: die Geschwister Gropper beide vollkommen ekstatisch im grandiosen Refrain und ich sowieso.




Fazit: Get Well Soon sind wirklich immer besonders. Sogar beim Southside Festival.

Setlist Get Well Soon, Southside Festival 2013:

01 The Last Days Of Rome
02 Angry Young Man
03 Roland, I Feel You
04 A Voice In The Louvre
05 We Are Ghosts
06 Listen! Those Lost At Sea Sing A Song At Christmas Day 

07 Oh My! Good Heart
08 If This Hat Is Missing I Have Gone Hunting
09 You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance) 


 

Konzerttagebuch © 2010

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