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um
18:27
Konzert: Kasabian
Ort: Gibson, Frankfurt
Datum: 06.06.2012
Zuschauer: ausverkauft
Im neuen Sauna-Club: Kasabian im Frankfurter Gibson
von Ursula von neulich als ich dachte
Übernächstes Wochenende fahre ich zum Hurricane-Festival. Lange hatte ich gehofft, dass mit den letzten Bestätigungen auch Kasabian genannt werden würden, die im selben Zeitraum bei etlichen anderen Festivals auftreten, aber leider wird das nicht der Fall sein. Stattdessen sah ich vor zwei Wochen mit einiger Überraschung auf meinem Arbeitsweg Kasabian-Plakate. Von einer Einzeltournee hatte ich nichts gewusst, und vom Auftrittsort, einem Club namens Gibson, hatte ich in zwölf Jahren Frankfurt auch noch nie gehört.
Beim Googlen stellte ich fest, dass es sich beim Gibson um das ehemalige Zeil-Kino handelt, das zwischendurch sicher acht Jahre lang leer stand. Nachdem der Club bereits im März eröffnet hatte, ich aber vor meiner späten Kenntnisnahme der
Plakate weder von ihm noch dem Kasabian-Konzert etwas mitbekommen hatte, nahm ich an, dass die Promotion nicht sonderlich gut geklappt hatte. Dass es sechs Tage vor dem Konzerttermin noch Karten zu kaufen gab, schien diese Vermutung zu bestätigen.
Völlig falsch war sie aber trotzdem. Als wir uns gestern zum Veranstaltungsort begaben, suchte ich so konzentriert nach dem Eingang des ehemaligen Kinos, dass ich beinahe die gewaltige Schlange übersehen hätte, die bereits hundert Meter davor endete. Schnell war klar, dass das Konzert wohl doch ausverkauft war, denn man sah auch Menschen mit "Suche Karten"-Schildern. Die wartende Menschenmenge hatte allerdings auch damit zu tun, dass alle selbst ausgedruckten Eintrittskarten (und das waren die meisten) vom Einlasspersonal auf einer Liste nachgeschlagen und mit der Hand abgehakt werden mussten - diese Aufgabe kann man nur seinem ärgsten Feind wünschen.
Drinnen war alles Kinoähnliche herausgerissen worden, übrig geblieben waren viele Treppen und Gänge sowie blanke Ziegelwände. Im eigentlichen Clubraum gibt es
seitlich zur Bühne noch einen Balkon mit Bar, der früher sicherlich der erste Rang war, im Gesamteindruck wirkt der jetzige Club eher berlinerisch-abgerissen. Nachdem der Prinz aber von technischen Raffinessen wie einer videofähigen LED-Wand schwärmt, dürfte der Stil aber wohl eher so gewollt sein als von Geldmangel herrühren. Woran man aber definitiv noch arbeiten kann und sollte, ist die Belüftung, denn schon bei unserem Eintritt war klar, dass dieser Konzertabend genauso saunamäßig werden würde wie man es von gerade geschlossenen Mousonturm gewöhnt gewesen war.
Die Vorband Honig war bei unserem Eintreffen schon fast mit ihrem Auftritt fertig. In der Ankündigung war noch von Belakiss die Rede gewesen, weshalb wir uns nicht sonderlich beeilt hatten - von Honig dagegen hätten wir gerne mehr gesehen. Obwohl die Halle knallvoll war, gelang es uns, noch relativ weit nach vorne zu kommen. Seitlich von der Bühne konnte man zwar prima sehen, war aber den extrem kritischen Blicken von nicht weniger als vier schrankartigen Securitymännern ausgesetzt, die das komplette Konzert damit verbrachten, kritisch in die Menschenmenge zu starren und zum Beispiel zu verhindern, dass man sich an hochwichtige Kisten anlehnte. Bei einem Technoabend auf der Zeil mag ein solches Aufgebot möglicherweise ratsam sein, bei einem normalen Konzert wirkte es ziemlich befremdlich.
Kommen wir nach fünf Absätzen Geplänkel endlich zur Band: Kasabian erschienen erfreulich kurz nach Honig, betraten unter erheblichem Strobogeflimmer und extrem Rockstar-mäßig die Bühne und begannen ihr Set mit "Days are forgotten", meiner Lieblingssingle von 2011. Zusätzlich zu den fünf regulären Bandmitgliedern, die bis
auf den Sänger alle schwarz trugen, hatte auch ein Keyboarder und ein Musiker mit diversen Blechblasinstrumenten die Bühne betreten. Gemeinsam erzeugte die Band einen gewaltigen Geräuschpegel, so dass ich bereits nach einigen Takten verfluchte, dass ich ohne Ohrenstöpsel gekommen war. Gegen die Qualität des Sounds konnte man allerdings, mal davon abgesehen, dass ich die Trompete eher sehen als hören konnte, wenig sagen.
Weiter ging es mit "Shoot the Runner" und "Velociraptor!", es folgte ein Best of der vier veröffentlichten Alben. Im Mittelpunkt standen Sänger Tom Meighan, der seine Stubenfliege-Puck-Sonnenbrille geschätzte 500 Mal auf- und absetzte (allein während der ersten drei Lieder), sowie Gitarrist und Backgroundsänger Sergio Pizzorno, der bei "Black Whistler" allein den Gesang übernahm. Für uns von der Seite her gut sichtbar bildete sich vor der Bühne zu "Club Foot" und "Empire" eine hüpfende Masse begeisterter Tänzer, die natürlich die Raumtemperatur noch weiter erhöhte. Die Zuschauer in diesem Bereich sahen schon bald aus, als kämen sie direkt vom Schwimmen, wedelten aber fröhlich mit ihren durchnässten T-Shirts. Mein Begleiter behauptete, so eine gute Stimmung habe er bei einem Frankfurter Konzert noch nie erlebt, und auch die (ebenfalls immer feuchter werdende) Band war mit uns sichtlich zufrieden.
Nach "L.S.F." war das reguläre Set vorbei und das Publikum stimmte die Melodie in
einer längeren Pause immer wieder allein an. Natürlich bekamen wir aber noch eine Zugabe, die aus den Songs "Switchblade Smiles", "Vlad The Impaler" und "Fire" bestand. Emotionaler Höhepunkt des Abends war, als sich gegen Ende von "Fire" das Publikum im kompletten Bereich vor der Bühne gemeinsam hinhockte und die Band dazu veranlasste, den Song noch einmal anzustimmen, so dass alle beim Refrain aufsprangen. Danach warf uns Tom Meighan zwar noch gerührte Kusshände zu und stimmte kurz "She loves you yeah, yeah, yeah" an, aber sobald die Band die Bühne verlassen hatte, ging das Licht an. Allerdings hörten wir nicht nur beim Warten auf die Garderobe, sondern auch beim anschließenden Einkauf im Supermarkt gegenüber (der bis Mitternacht geöffnet war, und heute ist ja ein Feiertag) immer wieder Menschen, die noch "L.S.F." summten.
Setlist Kasabian, Gibson, Frankfurt:
01: Days Are Forgotten
02: Shoot The Runner
03: Velociraptor!
04: Underdog
05: Where Did All The Love Go?
06: I.D.
07: Black Whistler
08: Club Foot
09: Re‐Wired
10: Empire
11: Fast Fuse
12: Man Of Simple Pleasures
13: L.S.F. (Lost Souls Forever)
14: Switchblade Smiles (Z)
15: Vlad The Impaler (Z)
16: Fire (Z)
Links:
- aus unserem Archiv:
- Kasabian, Paris, 23.02.07
- Kasabian, Paris, 23.02.07
um
21:30
Konzert: KasabianOrt: Bataclan, Paris
Datum: 23.02.2007
I could start this by writing about the concert. But this time I decided to write about more than just the concert. This is because there is a long story that connects me to Kasabian.
I am not sure when I first heard something by Kasabian, maybe it was when my dad brought home the Morgan’s Hotel CD, or maybe it was when I hear Empire on yrock. I do not know, and to tell you the truth I don’t care that much about that fact. What I know is that it is thanks to yrock that I started listening to Kasabian and liking Kasabian a lot. At the beginning of the Fall (2006) I was listening to yrock and at one moment a Kasabian song came on. So I figured, why not search on Fnac.com if they aren’t coming to Paris anytime soon. To my surprise they were coming to Paris very, very soon, actually they were already there, the concert had started half an hour before I searched for the possibility of there being a concert.
I was really happy about the ypod “Kasabian” with the interview with Sergio. Oh man that guy has such a nice voice!
For Christmas I asked for “Empire”, which I got. Before Christmas I had seen that Kasabian would be coming back to Paris on February 23rd. I knew that this was a show that would probably sell out very fast. But seen the fact that it was before Christmas, I could not spend my money on tickets (you can’t be that selfish)! Right before Christmas I was shopping for presents and then I asked if they were still tickets left, and there were, so I just had to cross my fingers. On the 26th of December there were NO MORE TICKETS LEFT! Nothing left at the moment when I could actually buy a ticket!
The show was supposed to be in the middle of winter vacation how could I miss that?! The night before the concert I was advised by some people to ask the opening band to put me on their guest list. Well… this is where it started to get interesting. I had no clue who the opening band would was!
I got to the venue at 5pm. you might think that that’s early, but I was not the first person there. Five minutes after I got there, Tom came out of the Bataclan. I did not even think, I just went up to him and said: “ Hey, you are from the band right? I have no ticket for your show tonight, and I really, really want to go, so what can I do?” He answered with the word “beg”. So I said: “Please!” He sent me inside. Who did I meet inside? Sergio! (The only rock star I ever had a crush on up to now, and that was due to that ypod). I went up to him and said, “You are Sergio, right?” we shook hands. “You know I was actually just listening to an interview with you on my ipod.” He just said: “Really, how did you hear about that?” well how did I hear about it? Yrock is my favorite radio station ever! “What did I say in the interview?” “You talk about the States being your favorite place to tour!” He looked at me weirdly, “Wow, I was lying, I must have been high!” “No actually you sound normal.” Then he wanted to listen to it! How often do you have the rock star that you adore listen something on your ipod?
The concert was great; yeah I am also talking about the concert! I ended up in the front, well I am always in the front. The opening band was Black Daniel they were so amazing. I had never heard anything by them before, and they were just great. It was so original what they did. As I am writing this I am looking forward to seeing them again in concert. They are just tree and they knew how to make the public be exited for Kasabian.
Once Kasabian was on stage it was a fight for survival. Being in the front at a big concert can hurt a lot. I came out afterwards with my hips being blue and with my ribs
hurting really bad, and all that hurting did not go away until 4 or 5 days after the concert, oh and yeah I can still feel where a foot hit me on the back of my head cause that part is still a little swollen. The first song was “Shoot the Runner”. Tom is a great stage performer! He gets everyone going crazy for him! At one point he put out his hands to touch the people I kind of got both of them and he squeezed them, the others around me weren’t in the same position that I was in. It’s true that I shook his hand at the moment when I landed on the guest list and all, but during the show it’s just a lot more exiting.
After the Encore was all played no one wanted to leave, we just kept on singing the
refrain of the last song, but that did not bring them back either.
Then finally the crowd started getting thinner. I got myself a shirt. It’s a really nice one! When I bought it the guys from Black Daniel were standing right next to me. I started talking to them and I went backstage with them. Again I got to talk to someone representing of a record label. It’s become something common for me by now. They were so nice and I did not leave to catch my train for quite a while. von Solveig
um
08:32
Konzertbericht Kasabian
Datum: 23.02.2007
Ort: Le Bataclan, Paris
Zuschauer: ausverkauft
Heute war das Kontrastprogramm zu gestern angesagt. Standen vor 24 Stunden die feingliedrigen, intellektuellen Decemberists auf der Bühne, trumpften heute die grobschlächtigen, etwas dumpfbackigen Kasabian auf.
Vor ausverkauftem Haus, natürlich in Anwesenheit etlicher Engländer, legte die Band aus Leicester, England mit "Shoot the runner" gleich ein mächtiges Tempo vor.
Donnernde Gitarren und ein sattes, trockenes Schlagzeug dominieren diesen Song, den man durchaus in die Kategorie Stoner Rock, also an die Seite von z.B. Black Rebel Motorcycle Club einordnen könnte.
"Bonsoir Paris, we are fucking glad to be here," schrie Prolo-Frontmann Tom Meighan in die Runde. Wie üblich sollte er während des gesamten Konzerts sein Fuck-Patois nicht ablegen. Aber nun gut, Kasabian machen halt gerne auf dicke Hose, das gehört
zu ihrem Stil. Nicht umsonst haben sie sich nach der Frau des Massenmörders Charles Manson benannt, nämlich nach Linda Kasabian. Geschmacklos, aber einprägsam. So ungefähr könnte man sie auch musikalisch einordnen, Songs, die gut reinknallen und zum Mitgröhlen animieren, aber nicht immer auf allerhöchstem Niveau. Einer ihrer Knüller des Debütalbums, der zu den Stücken zählt, die ordentlich reinknallen, kam dann an vierter Stelle: "Cut
off". Hier spielen sie ihre Stärken aus, die darin liegen, das Publikum anzupeitschen und sie dazu zu bringen den ah- ahaha-Refrain lauthals mitzusingen. Verfehlte dann auch nicht den erhofften Effekt, schnell wurde das Bataclan zu einem Tolhaus. Nach einer gewissen Erholungsphase, in der sie unter anderem das eher langsame "By my side" unterbrachten, kam dann als Titel 7 der Mega-Hit des aktuellen Albums. Ihr wißt natürlich wovon ich rede, natürlich von "Empire". Nichts, aber auch gar nichts auf dem letzten Silberling kommt da ran.
Das ganze Bataclan schrie euphorisch Songzeilen mit: Stop!..Elektroklänge, etc. Die Stimmung hatte seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Vielleicht zieht "Empire"
sogar zu gut, denn danach flachte das Ganze erwartungsgemäß etwas ab. Was auch daran liegt, daß Lieder, wie z.B. "Seek and Destroy", oder "Last Trip" einfach nicht gut genug sind. Erst das sphärische "Dobermann", das mit Pauken und Trompeten endet, war dann wieder überdurchschnittlich. Danach verließen Tom Meighan, Sergio Pizzorno und der Rest der Bande erst einmal
schweißgebadet und unter heftigen Ovationen die Bühne. Glücklicherweise hatten sich die Engländer das Beste für den Schluß aufgehoben: "Club Foot" und vor allem L.S.F. waren nämlich die großen Abräumer. Der Nanana-Refrain von L.S.F. gefiel der extatischen Menge sogar so gut, daß er noch eine ganze Weile, nachdem die Band schon die Bühne verlassen hatte, im Chor angestimmt wurde.
Zur erhofften weiteren Zugabe kam es dann aber nicht mehr. Aber man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am Schönsten ist...
Setlist:
01: Shoot the runner
02: Reason is treason
03: Sunrise light flies
04: Cut off
05: By my side
06: Running battle
07: Empire
08: Seek & Destroy
09: Processed Beats
10: Last trip (in flight)
11. The Dobermann
12: Apnoea (Z)
13: Club foot (Z)
14: Stuntmann (Z)
15: L.S.F. (Z)
von Oliver