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Freitag, 7. September 2012

Kimbra, Family Of The Year, Stuck In The Sound, Rock en Seine, 26.08.12

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Konzert: Kimbra, Family Of The Year, Stuck In The Sound @ Festival Rock en Seine,
Ort: Domaine National de St. Cloud bei Paris
Datum: 26.08.12
Zuschauer: etwa 35.000, alle drei Tage zusammen genommen 110.000, neuer Rekord!



Ich möchte noch einmal ganz kurz auf den letzten Festivaltag von Rock en Seine 2012 zurückkommen. Über die guten Konzerte von Beach House und den Waterboys an jenem sonnigen Sonntag und den überragenden Auftritt von Grandaddy hatte ich ja bereits ausführlich berichtet. Nun aber noch ein paar Worte zu anderen Künstlern:

Kimbra: (Scène de la pression live, 15 h 50)

Kimbra? Kenn ich nich! Kenne nur Kimba den weißen Löwen!

Nun, nach dem Auftritt bei Rock en Seine weiß ich auch, wer Kimbra ist. Eine 22 jährige brünette Neuseeländerin mit viel Temperament und Glamour. Also der gelbe Pettycoat war definitiv ein absoluter Hingucker und auch die blauen Augen der Newcomerin gefielen mir sehr. Damit hatte es sich aber auch schon weistestgehend erschöpft, denn musikalisch konnte ich mit der Darbietung nicht viel anfangen. Kimbra klang wie eine Mischung aus Amy Winehouse und Kate Perry und hätte mir allein deshalb das Fürchten lehren sollen. Ich aber hielt recht standhaft durch, hörte mir ein Lied nach dem nächsten an und wurde trotz sommerlicher Temperaturen mit der Frau nicht richtig warm. Am meisten hätte mich ohnehin interessiert, was sie unter dem ausladendem Rock trägt, denn Songs wie Settle Down oder Cameo Lover waren bestenfalls "so ganz nett". Nun, sympathisch kam die oft lächelnde Dame trozdem rüber, talentfrei ist sie sicherlich auch nicht, wenngleich ein wenig der Eindruck entstanden ist, man habe es hier mit einem Produkt zu tun, daß sich Marketingmenschen eines Major-Labels ausgedacht haben.

Family Of The Year: (Scène de la Casacade 15 Uhr 50)

Ganz bis zumSchluß hielt ich es nicht bei Kimbra aus und rannte deshalb noch schnell auf die Scène de la Cascade wo Family Of The Year mit ihrem Set in den letzten Zügen lagen. Eine Band aus Los Angeles, die ich bereits einmal in einem Club live gesehen hatte. Damals und heute gefielen sie mir mit ihrem euphorisierenden, folkig angehauchten Power Pop, den packenden Melodien und den hübschen Chorgesängen. Live machen die wirklich sehr viel Spaß, weil sie ein solch gutes, positives Lebensgefühl vermitteln, mit wahnsinnig viel Schwung nach vorne spielen und einen glänzend unterhalten.


Living On Love durfte ich noch hören und den Closer Psyche Or Like Scope und auch das umwerfende Strahlen der außerordentlich hübschen Keyboarderin Christina Schroeter erleben. Hach!

Stuck In The Sound (Grande Scène, 16 Uhr 25)


"Letztes Jahr haben wir noch auf einer der kleineren Bühnen gespielt, dieses Jahr auf der ganz großen", freute sich Stuck In The Sound Frontmann José Reis Fontao, der stets Kapuzensweater tragende Heißsporn der französischen Band hat eine absolut markante Stimme, irgendwo zwischen Robert Smith und einem kastrierten Schlumpf angesiedelt. Die Gruppe hatte mit Toy Boy einen der größten und besten Hits der neueren französischen Indiegeschichte zu bieten, den so ähnlich auch die Pixies hätten schreiben können. Eine Wahnsinnsnummer mit krachenden, aber hochmelodischen Gitarrenriffs, die auch bei Rock en Seine einschlug wie eine Bombe. Aber auch die neueren Sachen wie z.B. Brother kamen stark rüber und mein Interesse, die junge Truppe nach langer Zeit mal wieder in einem Club zu sehen, wurde deutlich erhöht. Vielleicht eine der besten Rockbands Frankreich, zumindest live!









Samstag, 19. Februar 2011

Family Of The Year & Keren Ann, Paris, 18.02.11

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Konzert: Family Of The Year & Keren Ann

Ort: La Bellevilloise,Paris
Datum: 18.02.11
Zuschauer: richtig viele
Konzertdauer: jeweils etwa eine Stunde


Wow! So was nenne ich Nächstenliebe! Wie soll ich der jungen Frau dafür bloß danken? Dafür, daß sie es mir ermöglicht hat, die beiden bisher besten Konzerte des Jahres völlig gratis zu genießen? Gigs, die ich nicht so schnell - ach was sag ich-, wahrscheinlich nie vergessen werde! (falls Alzheimer nicht irgendwann meine Festplatte löscht)

Zur Erklärung: bei der Veranstaltung in der Pariser Bellevilloise handelte es sich um Konzerte, die der Radiosender Nova organisiert hatte. Der Eintritt war kostenlos, Vorraussetzung war aber, daß man die Umsonsttickets am Mittwoch entweder beim Radiosender oder in der Location selbst abgeholt hatte. Und da lag der Hund begraben. Planlos wie immer, dachte ich man könne noch bequem am heutigen Freitag anschneien und sagen: "einmal Gratiskarte haben wollen, bitte."So leicht war es aber nicht. Ich stand also quasi als Einziger ohne Ticket (ein weißer Pappkarton) in der Schlange und als der bullige Ordner fragte: "Vous avez votre ticket, monsieur?", wurde ich leicht rot und log: "ich stehe auf der Liste." Die Dame, die sich um die Gästeliste kümmerte, fand meinen Namen aber nicht. Konnte sie auch gar nicht, weil ich nicht drauf war. Also komplementierte man mich freundlich aber entschieden wieder raus in die Kälte und sagte mir, daß man bei dem Andrang keine Ausnahme machen könnte. Da sah ich plötzlich durch Zufall, daß diese doofen Einladungskarten für zwei Personen gültig waren und sprach eine junge Frau an, die alleine gekommen war. Ob sie mich nicht als ihren Gast mit reinnehmen könne? Obwohl sie mich noch nie zuvor gesehen hatte, ich schlecht rasiert war und nahm einem hastig runtergeschlungenen Döner stank, sagte sie prompt: "pas de problème." Und schwups, drin war ich! (Ich wollte sie zum Dank auf einen Drink einladen, aber sie lehnte ab...)



10 Minuten später stand ich in der allerersten Reihe und bekam von der amerikanischen Family Of The Year ein unfassbar fetziges und mitreißendes Set um die Ohren geknallt, daß sich gewaschen hatte. Was für ein Hammer! Family Of The Year= Band Of The Year! Oder so!



Und danach kam Keren Ann, die Französin (Amerikanerin, Holländerin, Israelin?). Was für eine stilvolle Frau! Was für eine Ausstrahlung Elegant, charmant, sexy. Stimmlich ganz hervorragend und ihre Band erstklassig. Kurzum: vielleicht die beste französische Sängerin überhaupt. Wie ist es möglich, daß ich sie erst heute zum ersten Mal live sah? Meine Güte, wie toll war das Konzert denn, bitteschön?! Dabei wollte ich nach ein paar Lieder schon fast gehen, bevor sie mich komplett windelweich spielte. So vor Glücksgefühlen bekifft war ich schon lange nicht mehr. Konsequenz: ich nahm sofort hinterher die U-Bahn Richtung Champs-Elysées, rein in den bis 24 Uhr geöffneten Plattenladen Fnac und raus mit dem Gesamtwerk von Keren Ann (mit Ausnahme von Nolita, dieses Album hate ich schon) Demnächst (28. Februar) erscheint das neue Werk 101. Es wird großartig werden, nachdem was ich heute hören durfte, besteht daran kein Zweifel!

Morgen Fotos und Setlisten und falls die Zeit bleibt etwas mehr Infos zur Musikalie.




 

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