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Mittwoch, 5. Juli 2017

Bleached, Lüttich, 26.06.17

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Konzert: Bleached
Ort: La Zone, Lüttich
Datum: 26.06.2017
Dauer: 50 min
Zuschauer: ca. 60



"Endlich sehe ich die mal, das hat ja auch lange genug gedauert." - "Du hast die schon mal gesehen, wir waren da gemeinsam." - "Bleached? Nein. Oder?" - "Im Blue Shell!" - "Ernsthaft? Da erinnere ich mich gar nicht dran, ich gucke das jetzt nach. Nein, das waren Bleech." - "Oh..."

Naja, war der ein wenig irre Ausflug an einem Montagabend nach Lüttich (Belgien) also nicht umsonst. Wobei er das natürlich eh nicht war, denn Bleached sind eine fantastische Band. Bleech übrigens auch.

Bleached hatten Samstag bereits in Köln gespielt, allerdings im Palladium als Paramore-Support. Auch wenn ich von dem Konzert vor Samstagmittag erfahren hätte, wäre das gar nichts für mich gewesen. Wir waren da aber auch schon zu Frittes und Konzert verabredet. Nach den knusprigen aber nach Huhn schmeckenden Pommes Frites aus einer Fritture, die so vertrauenserweckend war, daß wir unabgesprochen auf Mayonnaise verzichteten, kamen wir kurz vor dem angekündigten Beginn in dem Kellerclub direkt am Maas-Ufer an. Eine halbe später als gedacht begann eine fünf- oder sechsköpfige einheimische Punk- oder Rockband, der wir nicht viel Gelegenheit gaben, ihr Genre klar rauszuspielen. Draußen an der Maaspromenade war es schöner.

Bis zur Hauptgruppe dauerte es bis kurz nach zehn. Bleached sind die Schwestern Jennifer und Jessica Clavin, Bassistin Micayla Grace und Schlagzeuger Nick Pillot. Ich habe alle beiden Platten der Band (und mag die sehr), hatte mir aber nie Gedanken gemacht, wie viele Mitglieder sie hat. Auf dem einen Cover sind die drei Frauen abgebildet, der Schlagzeuger kam für mich überraschend (ich Fan!). 


Am Anfang, als Bleached noch nicht ihre besten Lieder spielten, nervte mich das etwas zu gewollte Auftreten. Wenn Musiker bei den ersten beiden Liedern schon auf den Knien hocken, Bassistin und Gitarristin sich Stirn an Stirn stellen, ist mir da zu viel Van Halen im Spiel (oder anderer Rock-Quatsch). Ich will da gerne immer Noel Gallagher zitieren und "stand up and play Think of you!" brüllen, ich brülle aber leider nie rein.

Wenn ich böse wäre, könnte ich auch anmerken, daß mir live durch den Kopf ging, daß es manchmal nach der Riot-grrrl-Version von Avril Lavigne oder Katy Perry klang (ohne die beiden zu kennen), ein Gedanke, der mir bei den Platten, die ich oft gehört habe, nie kam. Aber ich bin auch nicht böse - der Gedanke war schnell wieder weg und der uneingeschränkte Spaß da.

Das Konzert wurde immer besser, Keep on keepin' on, Can you deal, Wednesday night melody sind Hits. Es war laut, manchmal mehr, manchmal weniger punkig (Sour candy erinnert an Bananarama - was gut ist!).

Zwischendrin spielten Bleached ein tolles Misfits-Cover (Hybrid moments), erzählten davon, daß sie schon mal in Lüttich gewesen seien, das Konzert aber ausfiel, luden zur Aftershow-Party ein und hatten und bereiteten Spaß.

Dead in your head war das letzte Lied, bei dem eine der beiden Schwestern im laufenden Betrieb mit Nick die Plätze tauschte und trommelte. Danach - Van Halen - lagen alle auf dem Boden.



Nick fragte nach Wünschen für die Zugaben, ich rief nichts rein. Wir bekamen trotzdem das beste Lied des Abends (Think of you) und das hervorragende Nirvana-Cover Territorial pissings (nicht von Bleach) vorgespielt. 

Weil auch die Pommes Frites nicht zu der erwarteten Magen- und Darm-Infektion geführt haben (daher der späte Bericht), war es ein wirklich guter Abend mit Bleeched ähh Bleached.

Setlist Bleached, La Zone, Lüttich:

01: Waiting by the telephone
02: Trying to lose myself
03: Keep on keepin' on 
04: Can you deal
05: Wednesday night melody
06: Sleepwalking
07: Hybrid moments (Misfits Cover)
08: Turn to rage
09: Wasted on you
10: Sour candy
11: Dead in your head

12: Think of you (Z)
13: Territorial pissings (Nirvana Cover) (Z)

Links:

Bleech, Köln, 05.09.12


Montag, 18. November 2013

Mariam The Believer, Nadine Shah, Bleached, Paris, 30.10.13

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Konzert: Mariam The Believer, Nadine Shah, Bleached
Ort: La Fléche d'or, Paris
Datum: 30.10.2013
Zuschauer: etwa 200
Konzertdauer: Mariam: 35 Minuten, Nadine Shah, 45 Minuten, Bleached 50 Minuten

"Hat mich irgendwie an Wildbirds & Peacedrums erinnert". Haha, ich bin manchmal schon ein wahnsinniger Trottel! Das war doch Wildbird & Peacedrums! Bzw. die Sängerin davon mit ihrem neuen Projekt namens Mariam The Believer.


Musikalisch eigentlich nicht mein Wetter. Eigentlich. Schließlich mag ich kraftvolle bluesige Frauenstimme nicht sonderlich, bevorzuge vielmehr fragile und zarte Kehlchen. Aber dennoch hatte es zwischen mir und Mariam Wallentin an diesem Abend gefunkt. Ihr Gesang war nicht wirklich schön und lieblich, aber sehr persönlich, verletztlich und berührend. Sie wirkte authentisch auf mich, ungekünstelt, trotz der teilweise dramatischen Note.

Ich dachte an Musikerinnen wie Zola Jesus oder Florence & The Machine* um die Sache stilistisch einzugrenzen, rückte davon aber schnell ab. Ich mag weder die eine noch die andere. Letztlich war es ziemlich eigen, was Mariam und ihre Band da kredenzten. Das war Folk mit einer düsteren Note und einer Prise Jazz und Blues. Die Band spielte ausgezeichnet und sehr facettenreich auf. Der Schlagzeuger, der meines Wissens (nicht sicher!) auch schon bei Wildbird & Peacdrums dabei war, verdiente sich Bestnoten, aber auch die beiden anderen Herren meisterten ihren Part einwandfrei.

Im Mittelpunkt stand dennoch immer die dunkelhaarige Schwedin, die beseelt wirkte und in ihrer Musik aufzugehen schien. Auch optisch machte sie was her mit ihren langen schwarzen Haaren, dem langen weißen Spitzenkleid und der weißen Gitarre, war aber keinesfalls eine Modepuppe.

Der barocke, virtuos inszenierte und manchmal arabisch anmutende Drama Sound von Stücken wie Somewhere Else und The String Of Everything stieß bei mir bereits auf Zustimmung, gänzlich abgefahren wurde es aber bei dem Closer Invisible Giving. Ein rasant schneller Ryhtmus wurde angeschlagen und über 10 Minuten lang zelebrierte die rassige Sängerin ihre sinnliche, gothisch angehauchte Musik, sang mit Inbrunst die Songzeilen, gab zum Schluß noch einmal alles.





Nach lediglich 35 Minuten war schon alles vorbei, aber dieses kurze Konzert hatte es auf jeden Fall in sich! Wow, Mariam The Believer muss ich wiedersehen, ich sehe und höre hier außergewöhnliches Talent!

Etwas später geht es hier mit Nadine Shah und Bleached weiter. Stay tuned!

* man hätte auch Lykke Li, Me And My Drummer oder Dillon nennen können.



 

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