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Donnerstag, 6. Mai 2010

Heligoland & Lightning Dust, Paris, 05.05.10

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Konzert: Heligoland & Lightning Dust

Ort: Le Scopitone, Paris

Datum: 05.05.2010

Zuschauer: mittlere Auslastung



Die Location: Die ehemalige Yuppie-Hochburg namens Paris Paris ist seit etwa einem Jahr von den Alternativen in Beschlag genommen worden und heißt nun Le Scopitone. Trotzdem ist das Pariser Indiepublikum skeptisch und mag den Laden immer noch nicht sonderlich. Er gilt als zu clean, zu modern, zu kalt. An den Vorbehalten ist was dran, aber wenn man sich ein Plätzchen auf den ledernden Clubsesseln ergattern kann, sitzt man hier königlich. Und der Sound ist nicht übel! Seien wir also froh, daß es das Scopitone gibt, in der französischen Metropole fehlen nämlich Auftrittsorte für Indiekapellen an allen Ecken und Enden.

Die Bands des heutigen Abends

Heligoland: Eine meiner Lieblingsbands und zwar weltweit! Die Australier mit Wohnsitz Paris haben mir schon in der Vergangenheit berauschende Konzerte bereitet, aber das hier im Scopitone schoß gänzlich den Vogel ab! Die schönsten und melodiösesten Gitarren aller Zeiten (lasst mich doch ruhig mal schwärmen!) erfüllten jeden einzelnen Winkel des Raums und ich schwebte gedanklich turmhoch über den Dächern der Stadt. Angeführt von der riesengroßen Sängerin Karen Vogt (mindestens 1, 85 lang) mit der sinnlichen und umwerfend hübschen Stimme, bot die fünfköpfige Band eine dreiviertel Stunde lang Shoegaze/Dream Pop wie aus dem Lehrbuch. Gitarrist Dave Olliffe, der solo auch schon zusammen mit Frédéric D. Oberland in unserem Wohnzimmer musiziert hat (Vorgruppe Arborea), ist nicht nur einer der nettesten Burschen, den ich in den letzten Jahren getroffen habe, sondern auch ein sensationeller Musiker. Aus seiner Elektrischen schien süßester Nektar zu fließen, der mich stärker euphorisierte als drei Flaschen Schampus es hätten tun können. Wahnsinn! Der helle Wahnsinn! Ich hätte vor lauter Glücksgefühlen himmelhoch jauchzen können! Gegen die unverschämt packenden Songs war wahrlich kein Kraut gewachsen. Angefixt wie ein Junkie, ergötzte ich mich vor allem an den neuen Songs, die in diesem Jahr endlich auf den dritten Longplayer der sympathischen Truppe gebannt werden. Das tolle Cover I'm In Love With A German Filmstar wird leider nicht drauf sein, dafür aber etliche andere Kracher wie Kiss Kiss oder Landscape. Es ist eines der Alben, das ich für 2010 am sehnlichsten erwarte. Heligoland sind ganz mein Wetter, die drücken bei mir genau die richtigen Knöpfe. Toll, toll, toll!!!

Setlist Heligoland, Le Scopitone, Paris:

01: A Year Without
02: Kiss Kiss
03: Nearness
04: Speedy
05: Landscape
06: I'm In Love With A German Filmstar (The Passions Cover)
07: Cabo de Gata

Lightning Dust: Bei der kanadischen Band gingen die Meinungen hinterher zum Teil weit auseinander. Ein paar Besucher äußerten sich sehr kritisch und konnten mit dem Gebotenen nicht viel anfangen. Als man aber mich fragte, wie es mir gefallen habe , antwotete ich ohne Zögern: gut! Ich mochte die brüchige Stimme von Amber Webber sehr und auch das Orgelspiel von Joshua Wells fand ich inspiriert und stimmungsvoll. Ich hatte die beiden schon einmal als Mitglieder der psychedelischen Rockband Black Mountain live in der Pariser Maroquinerie gesehen und in eben jenem Club hatten Lightning Dust vor ein paar Monaten auch ihr erstes Konzert in der französischen Kapitale gegeben. Heute also ihr zweiter Paris Gig und den bestritten sie nicht nur als Duo, sondern zu viert. Das Mädchen mit dem Karohemd, das Background Vocals beisteuerte und auch manchmal am Bass zupfte, war unschwer als Schwester von Amber zu identifizieren, sie heißt Ashley. Im Hintergrund agierte auch noch ein Kerl mit Brille und Mütze hinter einem Apple Laptop, der zuweilen auch Schlagzeug spielte. Dieses Quartett kredenzte eine interessante Mischung aus Folk, Elektropop, Trip Hop und Dreampop. Manchmal erinnerte mich das Ganze an Beach House, ansonsten aber war das schon sehr eigen. Die Songs lebten stark von der auf wundersame Weise vibrierenden Stimme von Amber, bekamen durch das flotte Piano/Orgelspiel von Joshua aber erst den richtigen Pfiff. Never Seen war einer meiner Favoriten. Luftig leicht, melancholisch und mit psychedelischer Duftnote versehen. Ein Zungenschnalzer! Aber auch das folkigere und an Mazzy Star erinnernde Highway kam richtig gut rüber. Wenn es etwas zu bemängeln gab, dann vielleicht die Abmischung. Manchmal ging Ambers tolle Stimme unter dem Pluckersound etwas unter und ihre Gitarre war auch nicht immer optimal verstärkt. Bei den letzten drei Liedern wurde es dann basslastiger und Ambers Schwester Ashley bekam etwas mehr Arbeit. Abwechslungsreich war es auf alle Fälle und vielleicht konnten deshalb einfach ein paar Zuschauer den Stil nicht zuordnen. Traditionelle Folkfans moserten und die Shoegazer im Saale, die für Heligoland gekommen waren, verstanden auch nur Bahnhof. Egal, toll wars trotzdem. Meine Meinung zählt. Basta! :-)

Setlist Lightning Dust, Le Scopitone, Paris

01:Take Me Back
02: Antonia Jane
03: Dreamer
04: I Knew
05: History
06: Highway
07: Never Seen
08: When You Go
09: Take It Home
10: The Times



Mittwoch, 17. März 2010

Mohna, Paris, 16.03.10

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Konzert: Mohna

Ort: Le Scopitone, Paris
Datum: 16.03.2010
Zuschauer: weiß nicht. 150-200?
Konzertdauer: knapp 40 Minuten


Nur zwei Tage nachdem Mohna in userem Wohnzimmer musiziert und dabei spielend mich und unsere Gäste um den kleinen Finger gewickelt hatte, durfte sie auf einer "richtigen" Konzertbühne auftreten. Witzigerweise war aber der Bühnenaufbau absolut identisch, d.h. wir hatten bei uns keine abgespeckte Version der Show bekommen. Genau wie am Sonntag klimperte die Hamburgerin im trendigen Club Scopitone auf einem Piano, welches in einer weißen Holzverkleidung steckte. Und auch hier und heute wurde sie bei einigen Liedern von ihrer Schwester Marina und dem lieben Sebastian unterstützt. Die beiden Begleitmusiker waren keineswegs nur Staffage, denn sie bereicherten das Set durch viele entzückende Details. Marina spielte unter anderem auf einer kleinen roten Vintage-Harfe, aber auch Akkordeon, Xylophon und Glöckchen, Sebastian Xylophon und Percussions. Mohna selbst klöppelte beim ersten Lied auf ein Xylophon, setzte bei dem zweiten Song, In The Quiet (sensationell schönes Lied!) ein tickendes Metronom ein und zupfte gegen Ende auf einer Kalimba. Klar im Mittelpunkt stand aber trotz dieser zusätzlichen Instrumentierung das einfühlsame Klavierspiel der Hamburgerin und ihre fragile, kindliche Stimme, die an Björk oder Coco Rosie erinnerte. Sie berührte mich mit der von ihr ausgesendeten Verletzlichkeit und Melancholie ungemein. Wie unter einer Dunstglocke stieg ihr Gesang hervor, wühlte auf, ließ Kindheitserinnerungen hochkommen ( meine persönlichen, aber vor allem Mohnas eigene, denn das Album 1985-19994 beschreibt ja ihre ersten 10 Lebensjahre), tröstete aber auch. Alles war in moll gehalten, was aber sicherlich nicht unbedingt bedeuten muß, daß Mohna ihre Kindheit rückblickend als traurig bezeichnet. Nostalgische Erinnerungen sind immer mit einer gewissen Schwermut versehen, schließlich trauert jeder irgendwo seiner verloren Kindheit, Jugend, etc. hinterher, denn es führt uns unsere Sterblichkeit und die mangelnde Fähigkeit, Momente (vor allem die glücklichen) festzuhalten, vor Augen. Die Zeit rennt uns unwiderbringlich durch unsere Finger und am Ende ist das Leben abgelaufen wie eine Sanduhr. Auch Konzerte von Mohna laufen unglaublich schnell ab, obwohl man so gerne stundenlang zuhören und sich verzaubern lassen würde. So war dann auch der heutige Auftritt gerade einmal vierzig Minuten lang und es kam auch nicht mehr zu einer Zugabe. Schade! Zumindest sehr nett unterhalten und verabschieden (schluchz!) konnte ich mich aber noch von Mohna, Marina, Sebastian und Cora. Ein kleiner weißer Bus wartete vor der Tür, um sie in ein Hotel zu bringen. Ihre letzte Tourstation sollte sie nach Luxemburg führen. Ich vermute stark, daß ihnen auch dort die Herzen der Zuhörer zugeflogen sind...

Setlist Mohna, Le Scopitone, Paris:

01: Hold Them
02: On The Quiet
03: The Kites
04: Daughters
05: The Stroke
06: Tippa
07: Break, Break, Break
08: Neutrum
09: Sons
10: Torso


Links:

- meine Fotos von Mohna, klick!
- English Review of this show, photos, videos by Rockerparis, klick!
- Tres belles photos de Mohna sur le hiboo.com

- Videos von Rockerparis (merci!)




Freitag, 12. Februar 2010

Toyfight & Mina Tindle, 11.02.10

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Konzert: Toy Fight (Mina Tindle, Tingsek)
Ort: Le Scopitone, Paris

Datum: 11.02.2010
Zuschauer: volle Hütte

Konzertdauer: Konzerte von 21 Uhr bis 23 Uhr 30, mit Pausen dazwischen.



Lediglich sechs Leute seien bei einem ihrer Deutschland-Konzerte im vergangenen Jahr gewesen, erzählte mir kürzlich Toy Fight Schlagzeuger Jean Thevenin. "Das war schon ziemlich hart, aber insgesamt war die Tour toll", befand der omnipräsente Drummer.

Da haben es Toy Fight in Paris inzwischen schon leichter. Obwohl auch hier noch keinem Massenpublikum bekannt, schafften sie es heute zumindest das Scopitone gut zu füllen. Angeblich beträgt die Platzkapazität hier 400 Plätze, was mir irgendwie unglaublich viel vorkommt, da der Laden doch arg klein wirkt. Aber da kann man sich leicht täuschen, ich hätte auch nie gedacht, daß wir locker in der Lage sind, 50 Leute in unserem Wohnzimmer unterzubringen!

Toy Fight standen aber nicht allein auf dem Programm, denn es gab zuvor noch zwei weitere Acts. Zunächst einen blendend aussehenden Schweden, mit souliger Stimme im Stile von Paolo Nutini, der auf den Projektnamen Tingsek hört. Schon nach dem ersten Lied, das er alleine auf der Akustischen vortrug, wußte ich, daß seine Musik nichts für mich ist, aber man musste ihm zumindest showtechnisches Talent bescheinigen. Mit seiner smarten Art und seinem energiegeladenen Spiel hielt er zumindest seine Fans (ja, es gab Leute, die extra für ihn gekommen waren, zum Beispiel der Coco Rosie Kumpel Spleen) bei Laune und alle Frauen schwärmten hinterher von seinem blendenden Aussehen. Schon erstaunlich, der Kerl hat bereits vier Alben gemacht und ich hatte noch nie von ihm gehört! Und morgen hat er sogar ein Konzert im Olympia eingetragen. Vorprogramm von wem? Hmm, keine Ahnung!

Weiter ging es mit Mina Tindle, bekanntermaßen eine meiner Lieblingssängerinnen aus Frankreich. Klar, sie singt auf englisch, aber an ihrem süßen Akzent hört man raus, daß sie nicht in London aufgewachsen ist. Was für ein Talent, dieses unfassbar niedliche Mädchen! Ihre an Feist erinnernde Stimme klang heute noch klarer und präziser als sonst und auch der Sound insgesamt war ausgezeichnet. Insofern ein Jammer, daß sie lediglich die Zeit für 4 (!) Lieder hatte. Für einen Fan wie mich viel zu wenig und auch ein paar andere Leute murrten. Hätte man nicht bei dem Schweden zuvor kürzen und dafür bei Mina was draufpacken können? Aber nun gut, selbst für vier Lieder würde ich wahrscheinlich bei - 15 ° Celsius in der Unterhose in das entlegenste Viertel von Paris laufen, um der Tindle zuzuhören. Und so erfreute ich mich halt eben an Kleinoden wie The Kingdom (gibt es als Vinylsingle mit Download- Code), To Carry Many Samll Things oder Lovely Day. Gerade das abschließende Lovely Day entwickelte heute einen ganz besonderen Zauber. Die Stimmung fast weihnachtlich zu nennen (deshalb der Text "silent night?") und stimmlich drang Mina in Bereiche vor, die sie vorher noch nicht ausgetestet hatte. Begleitet wurde sie dabei auf vorzügliche Weise von ihrem Pianisten Maxime und dem Glöcken-Gitarre- und Melodica Spieler Guillaume. Mina Tindle insofern also ein Trio und ganz alleine habe ich sie auf der Bühne auch noch nie gesehen. Das nächste mal bitte ein wenig länger, Mina und alle sind froh!

Dann Toy Fight. Ohne Mina Tindle, die eigentlich dazugehört, heute aber nur im Publikum anwesend war. Lieber hätte ich sie natürlich auf der Bühne gesehen, aber auch die Jungs von Toy Fight sind anschaulich und obendrein überaus sympathisch. Die typischen französischen Studenten würde man sagen, wenn man sie so sieht, aber ich glaube, sie sind alle mehr oder weniger fertig mit dem Studium (und den Nerven?). Ganz egal, besser hier musikalisch in Aktion als hinter Büchern verschanzt. Wäre auch zu schade, wenn man sie nur auf CD hätte, denn gerade live entwickeln sie ihre Qualitäten. Jedes Konzert klingt anders, alles wirkt mehr oder minder improvisiert und jedes einzelne Lied erfährt live eine neue Interpretation. Genauso wünsche ich mir das, denn nichts ist öder, als lediglich das Album gelangweilt runtergeleiert zu bekommen. Von derlei Routine keine Spur bei Toy Fight, die jedes mal noch eine Schippe draufpacken und ungemein schwungvoll und spielfreudig zu Werke gehen. Besonders der Drummer Jean gibt regelmäßig alles und verleiht dem Ganzen einen unglaublichen Bums (nicht an etwas Versautes denken, jetzt, ja. Wir sind ein Musikblog). Ich frage mich immer, ob der noch keine Rückenschmerzen hat, dermaßen rotiert der auf seinem Stühlchen hin und her. Sollte man nicht besser gerade sitzen? Eher ruhig und schüchtern hingegen David Simonetta, eine der drei (!) Sänger der Band, der fast immer in der Mitte postiert ist. Als Chef würde ich ihn trotzdem nicht bezeichnen, denn ursprünglich waren er, Gitarrist Sebastien und der Pianist Maxime Chamoux gleichberechtigte Gründer der Band. Der Bassist El Bert, Drummer Jean und Mina Tindle sind erst später hinzugestoßen, um das Klangbild zu bereichern. Aber ganz egal ob David, Maxime oder Sebastien singen, immer haben sie einen lustigen Akzent, der den Franzosen im Publikum wahrscheinlich noch nicht einmal sonderlich auffällt, weil sie den Gleichen haben. Charmant nennt man das wohl und das ist es auch. Die Aussprache ist wurst, was zählt sind die guten Lieder und die Stimmung, die vermittelt wird. Und gute, stimmungsvolle Lieder haben Toy Fight so viele! Da ich sie inzwischen etliche Male live gesehen habe und auch das Album bei mir hoch und runterlief, sind Sachen wie Your Own Fireworks, High Noon oder Trucmuche schon fast zu Klassikern geworden. Aber da sie die Stücke immer wieder abwandeln und neu instrumentieren, wird es wirklich nie langweilig. Schon unverschämt melodiös wie hier zu Werke gegangen wird, da kann man sich nur schwer entziehen! Und weil alles so frisch und zackig geboten wird, merkt mn überhaupt nicht, wie die Zeit vergeht. Ich schätze mal, daß insgesamt gut 75 Minuten musiziert wurde, aber mir kam das alles wie eine halbe Stunde vor. Prickelnd wie eine kühle Limo im Sommer wurde ein Knüller nach dem anderen serviert und man kam auch in den Genuß von zwei Tracks, die nicht auf dem Album sind. Streetlights ist ein tolles neues Lied, das zwar bereits beim Konzert im Café de la danse gespielt wurde, daß aber immer noch nicht im Netz anhörbar ist und Les Enfants , das einzige französische Lied im Set. Auch die Zugabe mit dem Go Betweens Cover noch einmal spitze und abschließend die Erkenntnis, daß die Pariser Nachwuchsmusiker inzwischen auch technisch immer stärker werden. Da läuft alles wie auf Rädern!


Setlist Toy Fight, Le Scopitone, Paris:

01: High Noon
02: Bob
03: Minute Song
04: Where The Avalanches Are
05: Trucmuche (The Punch Line)
06: Lisa
07: Les Enfants
08: Les Indes Noires
09: Street Lights
10: A Drum Drum Boy
11: Your Own Fireworks
12: The If Song

13: Golden Make Up
14: The House That Jack Kerouac Built (The Go Betweens Cover)

Aus unserem Archiv:


Mina Tindle, Paris, 19.10.09
Mina Tindle,Paris, 07.09.09
Mina Tindle, Paris, 12.05.09
Mina Tindle, Paris, 14.04.09
Mina Tindle, Paris, 13.01.09
Mina Tindle, Paris, 15.10.08

Toy Fight, Paris, 26.10.2009
Toy Fight, Paris, 18.06.09
Toy Fight, Paris, 14.05.09
Toy Fight, Paris, 04.05.09
Toy Fight, Paris, 26.02.09




Mittwoch, 10. Februar 2010

Cymbals Eat Guitars, Paris, 09.02.10

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Konzert: Cymbals Eat Guitars
Ort: Le Scopitone, Paris

Datum: 09.02.2010

Zuschauer: hm, 120 vielleicht?

Konzertdauer: 60 Minuten




Ein Männeranteil von mindestens 70 Prozent im Pariser Scopitone beim Konzert von Cymbals Eat Guitars. Warum das denn? Stehen Mädchen nicht auf Slackermusik und die Typen, die sie machen? Wahrscheinlich ist das so. War ja auch bei den alten Haudegen Dinosaur Jr., Built To Spill, Modest Mouse oder den Wrens nie anders. Hautsächlich akademisch gebildete Männer um die 30 mit Abneigung gegen Krawatten, Wehrdienst und Strebertum bildeten deren Hauptzielgruppe. Fast immer dreitagebärtig, mit Blue Jeans und schlichtem T-Shirt oder Holzfällerhemd bekleidet und zu den harten Gitarrensoli heftig mit dem Kopf nickend. Da war nie viel Platz für zarte Mädchen. War ihnen zu hart und die Typen zu unstylish und ohne Ziele im Leben (sprich nicht nach dem größtmöglichen Gewinn bzw. Gehalt strebend, also meistens arm). Aber auch egal, sollen sie doch zu den schleimigen Muse, Mando Diao und den Killers gehen und deren geleckt wirkende Frontmänner begaffen. Dann bleiben wir Männer halt eben unter uns! Ist eh am schönsten, da kann man (n) sich in Ruhe auf die Musik konzentrieren.

Und die war heute wirklich toll! Der heißblütige Sänger Joseph Ferocious allein war das Kommen wert. Seine Mimik einfach unschlagbar! Selten habe ich jemanden auf der Bühne gesehen, der so irre Blicke ins Rund wirft, so wirr die Augen verdeht, die Backen aufpustet und urplötzlich losschreit, als würde er ohne Narkose kastriert. Super, der Kerl, ganz große Klasse! Wäre ich ein Mädchen, ich würde ihm schöne Augen machen. Und dies obwohl er wie eine Kreuzung aus dem jungen Nicolas Sarkozy und dem spanischen Tennisass Nicolas Almagro aussieht, folglich also nicht gerade so schön wie George Clooney ist (den ich nur aus Zeitschriften beim Arzt und der Nespresso-Werbung kenne, amerikanisches Mainstreamkino boykottiere ich). Es ist einfach sensationell, wie enorm der Kerl sich reinhängt! Da er nicht 100 % austrainiert ist, keucht er zwar nach den Liedern wie ein alter Hund mit Asthma , aber die Mühe ist es fast immer wert. Zeit zum Luftholen nimmt er sich in der Rgel zu Beginn der ab und zu gemächlich anfangenden Lieder. Dann erinnerte er mich manchmal an Bright Eyes, oder Tim Kasher, den Sänger von Cursive, aber auch an Robert Smith. Spitzenmäßige Referenzen und natürlich müssen auch Pavement erwähnt werden, aber bei Cymbals Eat Guitars wird das Ganze so wunderbar frisch durchgeschüttelt, daß man trotzdem nicht den fahlen Geschmack des Plagiats auf der Zunge spürt. Besonders geil: die ekstatischen Gitarrensoli gegen Ende der Stücke, wo die Hand von Josehp so wild über die Saiten flog, daß man sie fast gar nicht mehr sah.

Und richtig gute, gegen den Strich gebürstete Songs mit schönen Melodien haben die New Yorher auch. Mein Favorit sicherlich Wind Phoenix, aber auch Indian kam herrlich relaxt. rüber. Der Hit dürfte nach den Beifallsbekundungen wohl And The Hazy Sea sein, aber wer braucht schon Hits?

Auch die einzige Zugabe noch einmal spektakulär. Die Ballad Of Big Nothing meines hochverehrten Elliott Smith erkannte ich nur der Melodie nach, wußte aber sofort, daß ich diese Lied liebe. Ich errötete fast peinlich, als es mir wie Schuppen von den Haaren fiel, daß das der Große, der Geniale, der Unvergessliche Elliott war. "You can do what you want to whenever you want to," so schön und simpel diese tröstlichen Lyrics des Altmeisters der Melancholie.

Ein prima Konzert! Daumen hoch für die Slacker von Cymbals Eat Guitars!

Aus unserem Archiv:

- Cymbals Eat Guitars, Paris, 26.11.2oo0


- CD Kritik Cymbals Eat Guitars bei Plattentests.de. Klick!



Donnerstag, 21. Januar 2010

Arborea & Erica Buettner, Paris, 20.01.10

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Konzert: Arborea & Erica Buettner

Ort: Le Scopitone, Paris
Datum: 20.01.2010
Zuschauer: 35-40
Konzertdauer: jeweils etwa 45 Minuten



Jammerschade, daß die bereits fest für den 26.10. gebuchte Oliver Peel Session mit dem amerikanischen Pärchen Arborea im letzten Jahr nicht zustande kam! Buck, der Gitarrist der Band, musste die gesamte Europa Tour canceln. Soweit ich das richtig verstanden habe, hatte er einen Arbeitsunfall und Probleme mit seinem Arm.

Um so erfreulicher, Buck und seine Frau Shanti, die Sängerin des Duos, im Januar 2010 auf einer kleinen Pariser Bühne zu sehen. Aus dem schönen Maine, gelegenen im obersten Nordosten der Vereingten Staaten, waren sie gerade angereist und fühlten sich entsprechend jetlagged. Lediglich zwei Stunden Schlaf hatten sie gehabt, aber sie waren dennoch froh, in Paris zu sein. Ihre Heimat Maine werden sie erst Ende Februar wieder sehen, bis zum 16.02. bespielen sie kleine europäische Konzertsäle. Leider machen sie nicht in Deutschland Station, sondern verwöhnen vorerst lediglich Frankreich, Spanien und Italien mit mehreren Konzerten.

Leben wie Gott in Frankreich hieß heute also konkret, in einer sehr kleinen Location Arborea aus nächster Nähe zu genießen. Das unweit der Staatsoper gelegene Scopitone kann fürchterlich sein, vor allem wenn es voll ist, wenn aber wie heute Luft zum Atmen bleibt und man selbst in einem äußerst komfortablen Clubsessel sitzt, scheint das Paradies so nahe. Ob die Pariser überhaupt ihr Glück zu schätzen wussten? Nicht sicher, denn als Arborea als erste Band des Abends starteten, waren vielleicht gerade einmal 25 Personen anwesend. Ziemlich schade für die Band, die eine unendlich lange Anreise hatte, aber eher gut für die bereits jetzt versammelten Gäste, denn der Geräuschpegel war erfreulich gering. Die sehr subtile, reduzierte und atemberaubend schöne Musik des Duos verlangt eine solche Totenstille. Höchste Aufmerksamkeit ist von Nöten, um dem hypnotischen Zauber der mystischen, wüstengetränkten Klänge zu erliegen. Zunächst passierte oberflächlich betrachtet nicht viel. Buck zupfte ein paar zarte Noten aus einer Klampfe, während Shanti ein sog. Banjomer*, welches auf ihren Knien ruhte, mit äußerstem Feingefühl bearbeitete. Gesungen wurde anfänglich nicht. Aber dann erhob sie sich, die unbeschreiblich schöne Stimme von Shanti und schwebte über den instrumentalen Klängen. Mir blieb die Spucke weg! Mit offenem Munde schaute ich meinen Sitznachbarn Michael an und raunte ihm ins Ohr: "Mann ist das traumhaft!" Er nickte heftig, guckte dabei aber wie gebannt auf die Bühne. Beide fühlten wir uns, als hätten wir die Finger in die Steckdose gesteckt und einen Stromschlag erhalten. Ob wir wohl schon im Paradies waren? Dort wo sich alles so leicht und weich anfühlt, wo man wie in Watte gepackt ist? Fast schien es so...

In einem hypnoseähnlichen Zustand ließ ich mich ganz weit hinwegtragen und von der sirenhaften, ein wenig an Marissa Nadler erinnernden Stimme von Shanti streicheln. Ein Schauer nach dem anderen jagte meinen Rücken runter und halbwach bekam ich mit, wie Shanti im weiteren Verlaufe zum Banjo wechselte und Buck bei Dance, Sing, Fight* zum ersten Mal ein wenig mitsang. Die Atmosphäre war knisternd, geheimnisvoll und irreal schön, jedes einzelne Lied ein Juwel. Noch nie zuvor hatte ich eine Musikerin gesehen, die das Banjo so gefühlvoll berabeitete wie Shanti. Als würde sie ein Kätzchen sanft kraulen, so sah das aus und Buck entlockte seiner Elektrischen sphärische Klänge voller Düsterheit und Mystik. Sea Drift verzauberte mich in besonderem Maße, aber auch Arms & Horses ließ meine Nackenhaare zu Berge stehen und das Tim Buckley Cover Phantasmorgia In Two wurde auf verblüffende Weise neu interpretiert.

Vierzig Minuten lang war ich auf einem anderen, friedvolleren Planeten unterwegs und als die beiden ihre Instrumente zur Seite legten, war mein Bauch voller Schmetterlinge.

Wer nachvollziehen will, warum ich so schwärme, sollt sich einfach ein wenig Zeit nehmen, die You Tube Videos von Arborea absurfen und sich hinabgleiten lassen. Gänsehaut garantiert!

Videos Arborea:

- Arms &Horses
- Sea Drift
- Black Mountain Road

* ein Banjomer ist ein dem Dulcimer ähnliches Instrument, das fast wie ein Banjo klingt. Daher auch der Name.
* In den Song Dance, Sing, Fight haben Arborea am Ende Lyrics von Beds Are Burning der kultigen Australier Midnight Oil eingearbeitet. Von einem Cover würde ich trotzdem nicht sprechen wollen.


Setlist Arborea, Le Scopitone, Paris:

01: Leaves Among The Ruins
02: Song for ...
03: Dance, Sing, Fight
04: Wayfaring Summer
05: Red Bird
06: Phantasmorgia in Two (Tim Buckley Cover)
07: Dream child
08: Sea Drift
09: Arms & Horses
10: Forwarned
11: Song gemeinsam mit Dana Boulé am Akordeon

Als zweiter Act des Abends war die in Paris lebende Amerikanerin Erica Buettner gebucht. Von ihrer Anmut, Eleganz und Fragilität habe ich bereits desöfteren auf dem Konzerttagebuch geschwärmt, aber ich werde nicht müde, ihre Qualitäten zu rühmen. Eine solch talentierte Singer /Songwriterin mit einer derart sanften und schönen Stimme muss doch irgendwann einmal den Durchbruch schaffen! Ich traue ihr das auch unbedingt zu, aber Vorrausetzung hierfür ist, daß ihre feinen Lieder endlich auf einen Tonträger gebannt werden, damit auch ein größeres Publikum von ihr erfahren kann. Ich hoffe, ihr stärkster Song The Arctic Dogs wird darauf vertreten sein, bei dem sie mit einem feinen Guitarpicking zu gefallen weiß. Gesetzt sein dürfte When It Goes, eines ihrer wenigen auf dem Banjo eingespielten Kleinode. Das Elliott Smith Cover Between The Bars, das sie heute zu meiner Freude vortrug, wird aber wohl nicht auf dem Debütalbum zu finden sein, dafür hat sie einfach genug eigenes Material. Hinzu kommt, daß die Blondine, die heute zum ersten Mal mit Kleid und hochhackigen Schuhen auflief ( sie selbst scherzte über diesen Umstand und erklärte, daß es gar nicht so leicht sei, auf den Dingern zu stehen), inzwischen sogar ein Team mit der ebenfalls in Paris lebenden amerikanischen Akordeonspielerin Dana Boulé bildet und mit ihr gemeinsam neue Stücke geschrieben hat. Das weibliche Powerduo nennt sich The Resident Cards und wird sicherlich noch einiges von sich hören lassen.

Insgesamt erneut ein wundervolles Konzert von Erica Buettner, die nach wie vor auf der Suche nach einem Label ist, daß ihr erstes Album veröffentlicht.

In dieser Hinsicht viel weiter ist der Franzose Kim, der als dritter und letzter in den Ring geschickt wurde. Der Bursche mit dem Prinz Eisenherz- Haarschnitt hat schon an die 20 (!) Alben auf den Markt gebracht und dies auf vielen verschiedenen Labeln. Für seinen spät angesetzten Auftritt fehlten mir aber ganz einfach die Kräfte. Müde aber ob des Gesehenen sehr glücklich, verließ ich das Scopitone...


Link:

Blogger-Wimbledonsieger Eike über Arborea. Lesenswert wie immer. Klick!

Aus unserem Archiv:

Erica Buettner, Paris, 17.06.09
Erica Buettner, Paris, 24.05.09 (Oliver Peel Session)
Erica Buettner, Paris, 25.04.09
Erica Buettner, Paris, 17.09.08
Erica Buettner, Paris, 21.05.08





Dienstag, 1. Dezember 2009

Scout Niblett, Paris, 30.11.09

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Konzert: Scout Niblett

Ort: Le Scopitone
Datum: 30.11.2009
Zuschauer: es war sehr voll, aber der Laden ist klein.
Konzertdauer: Scout Niblett lediglich 40-45 Minuten




Résumé en français ci-dessous!



Die Alternativen haben die Yuppies aus ihrem Revier vertrieben! Na wenn das nicht außergewöhnlich ist, normalerweise läuft es ja immer umgekehrt!

Wie ich das meine? Nun, aus dem ehemaligen Schicki- Micki Laden Paris Paris, in dem Jungdynamiker Afterworkpartys mit Schampus veranstalteten, ist ein Konzertsaal geworden, der nun auf den Namen Le Scopitone hört und dessen Programm überwiegend von den Machern der Blogothèque gestaltet wird. Schon cool, daß Blogger, die einst damit anfingen, Bands an ungewöhnlichen Orten abzufilmen (man denke nur an die Sessions mit Arcade Fire oder Beirut! ) nun selbst am Drücker sind und sich die Gruppen, auf die sie Bock haben, in den einstigen Nobelschuppen bestellen. Kürzlich waren schon die Schwedinnen von First Aid Kit da und heute hatte man mit Scout Niblett eine noch bekanntere Künstlerin anlocken können.


Vorher galt es aber bei einer recht zähen Vorgruppe durchzuhalten, ohne vorher einzuschlafen. Amüsanterweise erwähnten der Sänger Marc Morvan und der Cellist Ben Jarry am Ende ihres eigentlich sehr feinen Konzertes auch diesen Umstand: "Wenn ihr nicht weggedöst seit und euch das Konzert gefallen hat, könnt ihr Euch am Merch eine CD von uns besorgen." Zugegeben: ich bin weggedöst! Ohne Mist! Ich saß auf einem sehr bequemen Sessel im Vorraum und bin immer weiter runtergesackt, bis ich irgendwann in einem schlafähnlichen Zustand war. Und das war gar kein unangenehmes Gefühl. Im Hintergrund hörte ich das gefühlvolle Cello brummeln und Marc, der Sänger, klang wie Yames Yorkston, in manchen Momenten auch wie Matt Berninger von The National. Feine Musik also, aber bei meinem immensen Nachholbedarf an Schlaf fast wie ein Narkoleptikum wirkend.

Mehr Feuer erwartete ich mir dann von der in Amerika lebenden Engländerin Scout Niblett. Schließlich kannte ich sie ja schon von früheren Konzerten her, wo sie eifrig Kostproben ihres wilden Temperaments abgegeben hatte. Heute blieb sie hingegen eher zahm und - leider passt das Worstpiel, etwas lahm. Mit einem Drumset, aber ohne ihren Drummer erschienen, performte sie ganz allein auf ihrer Elektrischen und spielte gerade am Anfang einige neue Lieder von ihrem im Januar 2010 erscheinenden Album The Calcination Of Sout Niblett. Wie gut diese sind, kann ich nach einem Hördurchlauf natürlich nicht wirklich beurteilen. Nur eins ist sicher: sie bleibt ihrem minimalistischen, rohen und depressiven Stil treu. Im Vordergrund steht wie immer ihre greinende Stimme, eine Gitarre, die ständig Gefahr läuft ins Noisige abzudriften und düstere Lyrics. Die Reaktionen im Publikum auf das Ganze: eher verhalten. Erst beim Erklingen der ersten Noten des Klassiker Dinosaur Egg vom letzten Output This Fool Can Die Now tauten ein paar Leute auf und machten sich durch Gejohle bemerkbar. Das Konzert war halbwegs lanciert und hatte in der Folge mit Relax und dem von ihr am Schlagzeug vorgetragenen Your Beat Kicks Back Like Death ("We all gonna die") eine starke Phase. So richtig los ging es aber nie. Das hatte verschiedene Gründe. Erstens war es viel zu eng und heiß in dem Laden und ich hatte die eklige Geruchsmischung aus altem Tabak, Schweiß und einer Bierfahne meines Vordermannes zu ertragen und zweitens ist das Scopitone ungünstig konstruiert. Die Bühne ist nicht erhöht und größere Zuschauer versperren ihren kleineren Hinterleuten komplett den Blick auf den jeweiligen Künstler. 2/3 des Konzertes sah ich Scout also nur sehr schemenhaft. Erst als ich mich seitlich in der Nähe der Bar positionierte, erblickte ich sie in ihren ganzen Schönheit. In der Ecke gab es aber das Problem, daß zwei Heinis sich ununterbrochen und sehr laut über irgendwelche beruflichen Projekte unterhielten und damit den zum Teil sehr intimen Vortag massiv störten. Möglicherweise ging auch Scout im Scopitone so einiges auf die Nerven und so verließ sie nach höchstens 45 Minuten die Bühne. Weil es so eng war und die Kabine in diesem Teil des Raumes lag, mußte sie direkt an mir vorbei. Sie wäre fast in mich reingelaufen und ich hatte Probleme, ihr auszuweichen! Schade, ich hätte die Chance beim Schopfe packen und sie ganz fest an meine Brust drücken sollen. Ich mag sie nämlich sehr, auch mit ihren Launen und Wutausbrüchen, oder gerade deshalb. Dieses widerspenstige Gemüt bei ihrem puppigen Engelsgesicht, das ist es was ein Teil der Faszination von Scout Niblett ausmacht. Geradezu typisch dann auch, daß sie nicht mehr zurück auf die Bühne kam. Kein "Auf Wiedersehen", keine Zugabe, nichts! Wenigstens Kiss und It's All For you hatten wir zuvor noch serviert bekommen. Zu wenig! Viele Leute äußertens sich hinterher enttäuscht und auch ich hatte mein bisher schwächstes Konzert von Scout erlebt.

Trotzdem bin ich sicher erneut dabei, wenn sie wieder nach Paris kommt.

Setlist Scout Niblett, Le Scopitone, Paris:

01: Duke
02: Just Do It
03: IBD
04: Calcination
05: Dinorsaur Egg
06: Relax
07: Lucy Lucifer
08: Your Beat Kicks Back Like Death
09: Kings
10: Meet & Greet
11: Kiss
12: Wolfie
13: It's All For You

Aus unserem Archiv:

Scout Niblett, Paris, 24.05.08
Scout Niblett, Paris, 17.12.07

- Video Scout Niblett Dinosaur Egg in einer Session der Blogothèque. Klick!

Pour nos lecteurs français:

Petite déception quand même ce concert de l'anglaise (vivant aux USA) Emma Louise alias Scout Niblett. Dans une ancienne boite branchée (l'affreux Paris Paris) rebaptisée Scopitone, pleine comme un oeuf et diaboliquement chaude, elle nous a juste montré quelques bribes de son immense talent. Arrivée sans son batteur, elle joua seule sur sa guitare électrique ses morceaux tristes à mourir. Au début elle donna quelques extraits de son nouvel album The Calcination Of Scout Niblett à paraître en janvier 2010. Le style n'a pas changé. C'est toujours mystérieux, hanté, depressif et brut, dominé par sa voix de gamine révoltée et sa guitare qu'elle fait hurler de temps en temps. Elle créé à chaque fois une ambiance presque suicidaire rappelant les beaux jour de Nirvana avec qui elle a partagé le même producteur, Steve Albini. Dommage qu'elle aie joué si peu. Le public resta sur sa faim. Ceux qui ne l'avaient jamais vu étaient étonné de la voir s'asseoir pour un morceau derrière la batterie et entonner la chanson Your Beat Kicks Back Like Death avec les paroles glauquissimes: "We all gonna die" et qu'elle demande parfois comme un prof: do you have any questions?

Dinosaur Egg était de loin le meilleur titre ce soir, mais Relax était très chouette aussi. Mais bon, j'avais espéré un peu plus de feu et un concert plus long et enthousiaste.




 

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