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Donnerstag, 19. Juni 2014

Feral and Stray, Paris, 18.06.14

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Konzert: Feral and Stray
Ort: L'Alimentation Générale in Paris
Datum: 18. Juni 2014
Dauer: 40 min
Zuschauer: 20-40


Für den dritten Abend in Paris hatte ich mehrere sehr gute Möglichkeiten zur Auswahl. Entschieden habe ich mich dann schließlich für das Konzert in dem Venue, von dem aus ich zu Fuß zum Ostbahnhof würde laufen können, um jemanden vom letzten TGV des Tages abzuholen. Das war eine Bar etwas südöstlich vom Republikplatz, Die L'Alimentation Générale wo regelmäßig Konzerte stattfinden - häufig ohne Eintritt.  Für diesen Abend waren es Feral and Stray und Dream Baby Dream.


Der Beginn des Konzertabends war auf der Webseite mit 20:30 Uhr vermerkt. Natürlich ging auch in Paris die Zeit für Konzertbeginne anders als "normale Zeit", aber ich konnte noch von der Happy hour profitieren für mein Gläschen Wein. Von der Band selbst hatte ich gehört, dass sie etwa 21 Uhr anfangen würden und bis dahin hatten sich auch schon einige mir vom Vorabend bekannte Gesichter eingefunden.


21 Uhr ging vorüber, 21:10 Uhr waren die Künstler Erin Lang und Daniel Bleikolm schließlich da, aber ins Gespräch mit einer Runde anwesender Freunde vertieft. Um 21:20 Uhr war es dann so weit und sie betraten die Bühne. Tatsächlich war der erste Akkord für mich wieder ähnlich emotional ergreifend wie am Vortag und alle Warterei und Sorge um mein Zeitlimit waren wie weggeblasen.


Feral and Stray malten zunächst Soundlandschaften und erst nach einiger Zeit stimmte Erin auch mit ihrer Stimme ein. Daniel war die ganze Zeit sehr auf Erin hingewandt (nicht auf das Publikum) und konzentriert auf seine verschiedenen Instrumente. Zu einem Zeitpunkt musste er z.B. rechts trommeln und mit links den Bass so zu zupfen, dass beim Greifen die Töne erzeugt wurden. Zwischen den ersten beiden Stücken gab es keine Gelegenheit zum Klatschen, sondern sie wurden zusammengeklebt mit puckernden Sounds. Dieses Prinzip wurde auch später wieder praktiziert.


Das vor der Bühne versammelte Publikum war froh, als es endlich seiner Begeisterung Ausdruck verleihen konnte. Im Rund der Bar waren jedoch auch viele Tische mit Leuten besetzt, die einfach nur etwas essen wollten und reden und der Hintergrundlärm wurde je länger das Konzert lief umso unangenehmer. In den Ansagen stellte Erin ihren Mitmusiker aus Brüssel ein bisschen vor und erzählte von der aktuellen Konzertreise. Paris wäre immer wieder schön und Daniel nutzte die Gelegenheit, um bei einem der Eiffeltürme auf dem Keyboard das Blinklicht anzuschalten. Das führt unweigerlich zu allgemeiner Heiterkeit und Applaus.


Als das Set nach 40 min und ohne mein Lieblingsstück Quiet soul endete, fühlte es sich auch ein bisschen so an, als wäre ich erschöpft vom ausblenden des Hintergrundlärms und nicht so tief zufrieden wie am Vorabend. Andererseits ließ mir das pünktliche Ende nun genug Zeit, um ohne zu rennen pünktlich am TGV-Gleis zu stehen. In jedem Fall war es aber wieder schön, dieser wunderbaren Musik in der aktuellen Konstellation live begegnet zu sein.




Aus unserem Archiv:
Feral and Stray, Paris, 17.06.14
Erin Lang, Stuttgart, 07.11.13
Erin Lang, Paris, 17.03.12
Erin Lang, Paris, 19.10.11
Erin Lang, Paris, 17.10.11
Erin Lang, Paris, 18.09.11



Mittwoch, 18. Juni 2014

Feral and Stray, Paris, 17.06.14

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Oliver Peel Session #78 mit Olèna und Feral & Stray
Ort: Break'Art Mix Residency in Paris
Datum: 17. Juni 2014
Dauer: 40 min + 60 min
Zuschauer: etwa 65



Es war eine schöne Überraschung, als sich herausstellte, dass die Oliver Peel Session #78 in der Woche stattfinden wird, wo ich ohnehin in Paris sein würde und ausgerechnet mit Feral & Stray. Meine bisher einzige live Begegnung mit Erin Lang (solo) in Stuttgart (im Vorprogramm von Agnes Obel) hatte unter keinem besonders guten Stern gestanden, denn die zarte Person nur mit einer E-Gitarre ausgestattet stand vor einem riesigen Auditorium und konnte für mich an diesem Abend ihre Rohdiamanten nicht zum funkeln bringen, obwohl ich ihre Platte zu dem Zeitpunkt schon heiß und innig liebte.


An diesem Abend in Paris wurde sie nun unterstützt von Daniel Bleikolm an Gitarre/Keyboard und Basedrum und es war so intim - sie konnte alle Personen in der ersten Reihe berühren. Viel bessere Chancen für eine bewegende Begegnung mit ihrer so einzigartigen Musik.


Mein privater Bonus war, dass ich in etwa 20 min zum Konzertort laufen konnte. Ich war sogar etwas schneller vor Ort als geplant - weil ich fast nicht suchen  musste -  und überlegte noch, wie ich 15-20 min überbrücken könnte (um nicht zu unhöflich früh zu kommen), als ich Oliver und 2 weitere Personen an der Haustür sah mit schweren Taschen. Da konnte ich auf der Zielgeraden noch mit anpacken und war vor Ort während noch die letzten Vorbereitungen getroffen wurden. 


Oliver hatte mir erzählt dass David und Anna in ihrer Wohnung in Wurfweite von Notre Dame öfter Künstler beherbergen. Hinterher habe ich festgestellt, dass man über ihre Erfahrungen und die ihrer Gäste auch einiges nachlesen kann.

In jedem Fall war dies ein gastliches und gut vorbereitetes Haus für das Konzert. In der Wartezeit auf den Beginn des Konzertes wurde mir die Zeit nicht lang - so viel zu sehen und im Stillen zu belächeln:

Es gab Garderobe zu bewundern und Schuhe (ich fand das zum Teil sehr sportlich für einen Abend von 3 Stunden im Stehen). Ich geriet in das Familientreffen von Olèna und wurde von ihrer Mutter ein bisschen unter die Fittiche genommen. Leider ist mein Französisch mehr passiv als aktiv und wir kommunizierten sehr häufig nur mit Blicken... 


Außerdem fand ich es sehr unterhaltsam, dass es offensichtlich ein Pariser Volkssport ist, Plastikbecher mit Getränk im Mund festzuhalten um die Hände für die Bedienung des Smartphones auch während des ganzen Konzertes frei zu haben. Schließlich war der Raum fast bis an die Kapazitätsgrenze gefüllt und es konnte losgehen.  


Oléna hatte einige Zeit in Island verbracht und sich auch von dort Unterstützung and den Drehknöpfen mitgebracht: M-Band. Die Musik hatte für mich zwei wichtige Komponenten: der Beatuntergrund - weshalb es auch eher unter elektronisches Gefrickel einzuordnen ist und die Stimme von Oléna, die für mich eine reichliche Prise Björk hatte. Durch die Stimme war es für mich ein sehr unterhaltsames Set, aber nach etwa 30 min hatte es sich für mich ein bisschen erschöpft und ich war ganz zufrieden damit, dass nach 40 min das Set unter großem (und verdientem) Applaus beendet wurde. 



Mit den vielen Menschen war es sehr warm geworden. Die Fenster wurden weit geöffnet, es wurde am offenen Fenster geraucht und gedankenlos wurde die Asche in die Strasse getippt, wo genau unter uns eine Gruppe junger Mädchen einen Geburtstagskuchen anschnitten. 


Der Umbau für Feral and Stray war erstaunlich fix dafür, wie viele Kabel und Geräte ab- und wieder herbeigeräumt werden mussten. Und mit dem ersten Akkord des Sets war ich tief glücklich, schloss die Augen und ließ mich treiben. Wie rund, wie schön hier die vertrauten Lieder waren! Es gab sehr wenige Ansagen - die wenigen aber in ihrem herben kanadischen Französisch und mit sehr viel lachen.


Ein Bonus war weiterhin, dass David Simard - einer der Gastgeber - für zwei Songs seine Stimme lieh. Was für eine Entdeckung für mich! So eine warme und weiche Männerstimme! Für das zweite Set hatten wir eines der zwei Fenster weit geöffnet gelassen, was zwei lustige Zwischenfälle zur Folge hatte: Gesangsbeteiligung von der Strasse und ein Lied wurde dem Nachbarn gewidmet, der nur 5 m entfernt auf der anderen Strassenseite an seinen offenen französischen Fenstern stand. 




Schöne Aspekte für mich war der Einsatz des Omnichords und einer Kalimba. Den größten Schatz hatte Erin aber bis ganz zum Schluss aufgehoben für die Zugabe: Quiet Soul war (wie schon in Stuttgart) DAS Lied für mich. Wunderbar und ein so schöner Abschluss eines herrlichen Abends.


Erin Lang wird am 31. Juli in Würzburg (Alter Hafen) auftreten. Le Cargo hat vor dem Konzert einige Aufnahmen gemacht:


Aus unserem Archiv:
Erin Lang, Stuttgart, 07.11.13
Erin Lang, Paris, 17.03.12
Erin Lang, Paris, 19.10.11
Erin Lang, Paris, 17.10.11
Erin Lang, Paris, 18.09.11






Mehr Bilder:




Sonntag, 10. November 2013

Agnes Obel, Stuttgart, 07.11.13

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Konzert: Agnes Obel mit Support Feral and Stray
Ort: Theaterhaus Stuttgart
Datum: 7. November 2013
Dauer: 35 + 85 min
Zuschauer: etwa 500


Die Musik von Agnes Obel begleitet mich seit 2010 - es war Liebe auf den ersten Blick und die Verbundenheit wächst immer noch. Unsere letzte Livebegegnung lag mittlerweile schon zwei Jahre zurück. So wollte ich die Gelegenheit, sie in Freiburg, Heidelberg oder Stuttgart im Konzert zu erleben unbedingt ergreifen. Leider stellte sich schnell heraus, dass keiner dieser Abende in meinem Kalender frei war - wie verhext! Es gab einiges Kopfzerbrechen und eine schwere Entscheidung zu treffen, um schließlich immerhin den Stuttgarter Abend zu ermöglichen. Als es alles organisiert war, freute ich mich sehr, sehr darauf, Agnes Obel wieder live erleben zu können.


Dann kam der 7. November und die Vorfreude war verflogen. Ich war extrem müde, die Fahrt nach Stuttgart war unglaublich anstrengend und ließ mich daran zweifeln, ob es irgendein Konzert wirklich wert sein konnte, sich das anzutun. Wir waren zwar pünktlich im Theaterhaus aber meine Stimmung war eher angespannt und unzufrieden und ich fragte mich ernsthaft, was mich geritten hatte, das ganze Theater zu veranstalten.


In dieser Situation hatte es Erin Lang sehr schwer, mit ihrer zerbrechlichen Stimme bei mir zu landen. Ich war überhaupt nicht auf einen Support eingestellt gewesen, denn ich hatte extra noch am Vortag bei der Buchung des Autos auf der Theaterhausseite geschaut, ob ein Support geplant ist und keinen Hinweis darauf gefunden. Blöde Praxis! (*) Obwohl die Musik meinen Vorlieben recht genau entspräche, war mir das oft zu repetitiv ohne Auflösung oder Belohnung als Aha-Moment im Song. Einziger Aufmerker, die kraftvolle Nummer Quiet Soul mit dem Bass als Begleitung. 



Im nachhören zu Hause habe ich mich etwas versöhnt mit der Idee der Veranstalter, dies als Support zu nehmen. Aber an dem Abend empfand ich es eher als Zumutung.

 Stream des aktuellen Albums bei NBHAP


Zum Glück dauerte es nach dem Beginn des "eigentlichen" Konzertes keine zwei Minuten bis mein Denken und damit meine innere Unzufriedenheit und die Müdigkeit komplett abgeschaltet waren. Agnes Obel hatte diesmal neben Anne Müller am Cello als dritte im Bunde an Geige und Viola Mika Posen (Timber Timbre, CAN) mitgebracht. Und was die drei auf der Bühne veranstalteten war definitiv eines der Highlights meines Konzertjahres 2013. Unfassbar, welche Räume sich durch die drei Frauen an relativ konventionellen Instrumenten öffneten und wie sehr das Live-Erlebnis sich vom Hören der CD unterschied.



Zunächst fragte ich mich noch, ob es nur eine Einbildung von mir war, dass Agnes ihre Stimme schonte, aber in der zweiten Konzerthälfte wurde dann klar angesprochen, dass sie zur Zeit noch eine slime band seien und von Erkältungen geschwächt unterwegs sind. Die Ansagen übernahm diesmal fast ausschließlich Agnes selbst und sie schien sich dabei recht wohl zu fühlen - souverän und ein bisschen selbstironisch. Trotzdem war die besondere Rolle von Anne Müller für die Bühnenpräsenz für mich wieder deutlich spürbar und faszinierend. 

DER Moment des Abends war erreicht, als On powdered ground in einem extrem extrovertierten Instrumentaloutro komplett raumfüllend und körperlich fühlbar uns alle für einige Minuten in jenseitige Sphären entführte. Unglaublich, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Aber auch einige der leisen Nummern wie z.B. die Zugabe Brother Sparrow hatten diese Agnes-Obel-typische Intensität, die mir Gänsehaut macht und live eine ganz eigene Dimension erreichte.



Dass es nicht nur mir so ging, sondern die drei das ganze Publikum in ihren Bann gezogen hatten, zeigte sich in euphorischem Applaus und der Bitte um mehr Zugaben, denen sich Agnes Obel sichtlich gerührt aber letztlich alternativlos entzog mit dem Hinweis, dass ihre Stimme nun endgültig den Dienst quittiert hatte.

Es hatte sich also doch mehr als gelohnt - der Abend wärmt mich sicher noch lange Zeit in der Erinnerung.

Setlist

1: Louretta
2: Philharmonics
3: Beast
4: Fuel to Fire
5: On powdered ground
6: Chord left
7: Aventine
8: Dorian
9: Wallflower
10: Riverside
11: Run Cried the Crawling
12: Words are dead
13: The Curse

14: Brother Sparrow (Z)

(*) Natürlich gab es andere Stellen, wo ich die Information hätte finden können, aber als ich die Karten erworben hatte, wußte auch Reservix noch nichts von dem support.

sehr schöne Fotostrecke Manuel Niedermann
Bericht von Markus Bur am Orde 

Mitschnitt aus Erlangen (Danke Missmoremusic!)


 
 
Weitere Tourtermine Agnes Obel
mit  Feral & Stray als Support

08. November - Heidelberg
10. November - Zürich
12. November - Erlangen
13. November - Köln
14. November - Dortmund

anschließend Frankreichtour mit Finale
        2. und 4. Dezember - Paris
12. Dezember - Hamburg
03. Januar - Berlin


Aus unserem Archiv:

Agnes Obel, Paris, 09.07.12 
Agnes Obel, Eindhoven, 16.06.12
Agnes Obel, Freiburg, 14.11.11
Agnes Obel, Paris, 02.11.11
Agnes Obel, Paris, 09.11.10
Agnes Obel, Paris, 06.11.10
Agnes Obel, Paris, 28.10.10

Erin Lang, 17.03.12
Erin Lang, Paris, 19.10.11
Erin Lang, Paris, 17.10.11
Erin Lang, Paris, 18.09.11

 

Konzerttagebuch © 2010

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