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Montag, 21. September 2015

Apples in Space, Adorf, 20.09.15

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Konzert: Apples in Space
Ort: Scala Adorf
Datum: 20. September 2015
Dauer: 75 min
Zuschauer: 20



Eine verträumte Band entstieg dem Tourbus am Nachmittag vor der Scala und freute sich über Apples in cake (and tea). Die Sonne begrüßte unsere Gäste und Adorf zeigte sich trotz herbstlicher Temperaturen von der sommerlichen Seite, so gut es eben an einem 20. September in dieser Gegend geht. Nach den Fotos aus Karlsruhe hatte ich mich entschieden, die Band ebenfalls das große Besteck auflegen und spielen zu lassen. Da die Tour ihren Tribut zollte und Erkältungen die Stimmen ankratzten, haben wir Mixer, alle Kabel und sonstigen technischen Raffinessen zusammengesucht und ein gut verstärktes Set aufgebaut. Lustig zu beobachten, wie dabei eine Hand in die andere greift und in all dem Gewirr und Gewimmel Phil Haußmann schon in der Setlist oder in neuen Melodien träumt.



Ich hatte das selbstbetitelte Album von Apples in Space sehr oft gehört, seit der Termin für das heutige Konzert stand. Phil und Julie Mehlum haben dies noch zu zweit eingespielt und schon diese Stücke machen beim Hören soviel Spaß - was würde aus den Songs erst werden mit Bass- und Schlagzeug-Begleitung. Apples in Space sind nach Aussagen von Phil mittlerweile eine echte vierköpfige Band, sie haben Janusz Hüsges am Bass und Jonathan Sieweck als leisesten Schlagzeuger Deutschlands an den Drums als vollwertige Mitglieder integriert. Wenn man die vier so spielen sieht, wie sie einander beobachten, Zeichen geben und sich in Spielfreude verlieren, so meint man, es sei schon immer so gewesen. Doch das Konzert ist dramaturgisch so aufgebaut, dass Janusz und Jonathan ihre Pause bekommen und Phil mit Julie einige - sehr intensive - Titel allein bestreiten. 



Hier haben sich zwei Menschen gefunden, die ihre engen Bande auf die Bühne bringen und dabei eine Innigkeit verbreiten, die sich als Kokon um das Publikum legt und es in ihren Bann zieht. Es reihen sich Lieder ihres Debütalbums wie auch zwei neue, während der Tour entstandene Songs während des Abends aneinander. Ganz besonders sind Paper Town und Ophelia’s Song aus dem Hamlet am Berliner Ensemble, wo Phil und Julie regelmäßig mit auf der Bühne stehen. Mit November und All My Things kommen die beiden erwähnten neuen Lieder, bevor das Konzert viel zu schnell zu Ende geht. 



Aber ohne Zugaben geht in der Scala keine und keiner von der Bühne und damit bekommen Janusz und Jonathan noch eine Pause. My Love Is A Bullet schreit förmlich nach Quentin Tarantino - Bildern und zu Whiskey In A Tea Cup werden noch einmal alle vier das Haus unter Strom setzen. 



Da es Sonntag ist, leert sich die Scala früher als sonst und am Ende sitzen wir zu acht in der Runde und die Band jammt noch ein bisschen auf neuen Melodien und vertauschten Instrumenten. In den Köpfen kreisen schon die Ideen für eine neue EP und ein neues Album im nächsten Jahr. Ich hoffe sehr darauf, denn was wir heute hier erleben durften, waren Spielfreude, Leidenschaft und wunderschöne Songideen. Bei der nächsten Releasetour stehen die Türen der Scala weit offen für Apples in Space.



01: The Brigde between two shores
02: The old man & the country
03: Johanna's Waltz
04: Elsk meg i morgen fren forbannelse
05: Paper Town
06: Ophelia's Song
07: Vespa
08: The biggest lie
09: I was the moon
10: November
11: All my things
12: The house is empty now
13: Farewell little world

14: My love is a bullet (Z)
15: The never read letter (Z)
16: Whiskey in a tea cup (Z)





Sources:
Video: The Old Man And The Country
Video: Paper Town
Apples in Space Webseite

Aus unserem Archiv:
Apples in Space, Karlsruhe, 13.09.2015
Apples in Space, Köln, 03.03.2015
Apples in Space, München, 10.04.2013


Dienstag, 1. September 2015

Safetyville, Adorf, 29.08.15

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Konzert: Safetyville
Wohnzimmerkonzert in der Scala Adorf
Datum: 29. August 2015
Dauer: 75 min
Zuschauer: knapp 30


Unser Urlaub war dieses Jahr erst kurz vor  knapp "eingetütet". Hilfestellung für eine Entscheidung, wohin es gehen könnte, bot uns schließlich die Einladung von Michael zum Wohnzimmerkonzert in die Scala nach Adorf mit Isa Meiner aka Safetyville aus Köln (*). Wir genossen diesen letzten Samstag im August - einen wunderschönen Sommertag am Rande des Ergebirges zu einem großen Teil im Schatten im Garten. Zum Beispiel auch damit, Wetten darauf abzuschließen, ob die Königin der Nacht wohl noch an diesem Abend eine ihrer fünf Blüten öffnen würde...


Am Nachmittag wurde der Raum vorbereitet und nach einem Ausflug zum Chemnitzer Hauptbahnhof reihte sich die Künstlerin in unsere entspannte Runde unter dem Kirschbaum ein. Die Zeit bis zum Abendessen verging wie im Flug und bald trafen auch die Gäste ein. Alles heiter und entspannt und zum genießen. Wie konnte es anders sein, dass sich anschließend auch alle mit offenem Herzen der Musik von Safetyville zuwenden würden?


Der Abend begann jedoch zunächst mit der Aufführung des Filmes über das letzte WOZOPA in Kamerun, das dieses Jahr zum zweiten Mal stattgefunden hatte. Die 15 min fassten den Tag furios und treffend zusammen und rief für viele Anwesende die mit erlebten Highlights wieder in Erinnerung. 


Die Musik von Isa hat klare Anklänge an englischsprachige Folkmusik in ihrer musikalischen Färbung und der Ernsthaftigkeit der Texte, die immer Destillat von Erlebtem sind. Mit Ruhe und Ernsthaftigkeit - oft auch mit Wundern und Unverständnis auf das was uns geschieht schauend. Fäden spannen sich von Herz zu Herz bis ein dichtes Netz die Herzensregungen und Bewegungen in jeder Ecke des Raumes auf alle übertragen konnte. Mit Applaus wurde nicht gespart. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir aus der ersten Hälfte die sehr eigene Bearbeitung von Big in Japan - immerhin ein Knallerhit aus meiner Jugend... Der hier viel tiefer blicken ließ als in der mir gewohnten poppigen Variante.


In der Pause zeigte sich schließlich, dass zwei der fünf Blüten der Königin uns die Freude machten und sich in ihrem ganzen verrückten Übermut genau an diesem Abend zeigten. Es wurde geschwatzt, getrunken und die Künstlerin umlagert, mit Fragen fast schon bedrängt und der Sommerabend im Garten genossen. Bevor zur zweiten Runde geklingelt wurde. Auch hier wieder volle Aufmerksamkeit und voller Genuss. Und so voller Gleichklang, dass sogar im Klatschen vorbewusste Einigkeit herrschte und mehrfach der Applaus wie auf Befehl endete.



Für Bonny & Clyde gab es spontane Rückmeldung aus dem Publikum, dass das ja wohl passen würde wie die Faust aufs Auge. Eine erste Zugabe versuchte, einen ruhigen und tröstlichen Schlußpunkt zu setzen mit einem wunderschönen Wiegenlied und es war schon etwas Besonderes, dass das Publikum die Künstlerin auch danach noch nicht gehen lassen wollte, und noch eine zweite Zugabe erbeten wurde: Leaving Song. Hinterher sagte jemand, es wäre überhaupt das beste Stück des Abends gewesen. Aber vielleicht lag hier einfach besondere in Resonanz zur eigenen Situation vor...

Und da hatte wohl jede und jeder einen Herzenssong gefunden.


(*) ... Und andererseits das Programm von Alínae Lumr in Storkow.

Setlist:
01: Everything Right
02: Far Away
03: Neu - "capo2"
04: What it is
05: Reason
06: Big in Japan (Alphaville-Bearbeitung)
07: Lost Empires
- Pause -
08: Right behind
09: Home
10: Once
11: Passing Strangers
12: War
13: Neu "capo5" (The sky falls)
14: Bonnie & Clyde

15: Lullaby for Amelie (Z)

16: Leaving Song (Z)


 


Montag, 9. Dezember 2013

Morgan Finlay & Mathew James White, Adorf, 08.12.13

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Konzert: Morgan Finlay & Mathew James White
Ort: Scala Adorf
Datum: 8. Dezember 2013
Zuschauer: 35 

Bericht von Michael (vielen Dank!)


Ich hatte das Glück, Morgan Finlay (CAN) und Mathew James White (NZ) an zwei aufeinanderfolgenden Abenden zu hören. Einmal als Gast bei Zonos Kaffeehelden in Augustusburg und am 08.12. als Gastgeber in der Scala Adorf. Beide Abende waren besonders und jeweils einzigartig. Bei Zono spielten beide elektronisch verstärkt und in Adorf funktionierte der Abend rein akustisch. Und dann tauschten beide die Reihenfolge ihrer Solo-Sets zwischen den Abenden. Mir fiel dabei auf, dass das jeweils erste Set gut als Support für den zweiten Künstler passte und so eine faire Art der Verteilung von Aufmerksamkeit und Feierlaune bedeutete. Ein drittes Set spielten Morgan und Mathew an jedem Abend gemeinsam und wechselten sich dabei als Sänger ihrer eigenen Songs ab. An jedem der Abende hatte ich den Eindruck, dass die beiden schon immer zusammen spielen. Und doch waren es an diesem Wochenende wohl erst die gemeinsamen Konzerte Nr. 7 und 8.



Im Weiteren will ich mich vom Konzert in der Scala Adorf berichten. Wieder einmal waren 35 Gäste der Einladung gefolgt, eine nicht unerhebliche Anzahl sogar zum ersten Mal. Und wieder einmal war es der „schönste“ Abend in der Scala. (Rückblickend hat jeder Abend seine ganz besonderen Momente zu bieten gehabt, so auch dieser. Aber dazu später.) 



Wer die Fotos mit denen früherer Abende vergleicht, wird bemerken, dass wir die Bühne verlagert haben. Warum wir darauf nicht früher gekommen sind, vermag ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall ist es nun eine viel bessere Lösung für die Künstler als auch für das Publikum.
 
 
Mathew James White eröffnete den Abend. Seine Songs sind meist tempo- und facettenreich. Ich habe oft die Augen geschlossen und mir diese Titel mit Band in einem größeren Rahmen vorstellen können. Umso interessanter war es zu erfahren, dass Mathew zeitweise auch mit Band unterwegs ist. Und so bin ich gespannt, seine CD zu hören, die er mit Band eingespielt hat. Kein Zweifel – die Songs funktionieren genauso als Solostücke, vor allem dann, wenn Mathew sein Publikum als Chor und Schlagzeuger einsetzt! Auch finde ich, dass man es seinen Liedern anhört, dass er sie teilweise mit Londoner Songwritern gemeinsam geschrieben hat. Viele Harmoniewechsel und Songstrukturen erscheinen mir very british! Vielleicht geht es Euch ja ebenso.


Morgan Finlay übernahm die Bühne nach kurzer Umbaupause – Gitarrenwechsel  - und verzauberte die Gäste mit seinem filigranen Gitarrenspiel und seiner rauchigen Stimme. Morgan baut die Energie in seinen Songs langsamer auf als Mathew und irgendwann erreicht er den Punkt, wo sie aus ihm und dem Song herausbricht. Schön ist es ihn dabei zu beobachten wie er seinen Körper der Musik überlässt. Wenn man sich darauf einstellt, kann man Morgans Energieausbrüche immer schon Sekunden vorher erahnen.
Morgan hat in diesem Jahr sein aktuelles Album produziert. Davon waren naturgemäß einige Songs im Programm, aber er spannte auch wieder den Bogen über seine gesamte Karriere und ließ uns an seinen Erfahrungen und den Brüchen teilhaben – musikalisch und durch die entsprechenden Geschichten zwischen den Songs. Da gibt es den Beginn in Kanada mit Songs in Aufbruchstimmung. Da gibt es die nachdenklichen Lieder, die in schwereren Zeiten entstanden sind und die unglaublichen froh stimmenden Titel aus diesem Jahr!


Auf das dritte Set habe ich mich besonders gefreut, denn es ist ein besonderes Erlebnis, Morgan und Mathew gemeinsam spielen zu sehen und zu hören. Es ist schon beeindruckend, wie sich beide – obwohl starke und energiegeladene Solisten – in diesem Teil perfekt in den Dienst des jeweils Singenden stellten. Und als wenn das nicht schon genug wäre, setzte sich auf einmal Stefan Nobis mitten in einem Song ans Klavier,  nahm ganz dezent die Stimmung auf und bereicherte die nächsten Titel. 
 
 
Morgan und Mathew waren zunächst überrascht (das Publikum sowieso) und am Ende so begeistert, dass sich die späteren Titel mit ausgedehnten Solopassagen füllten. Als Höhepunkt des Ganzen lieferte sich Thomas Freier (mit Stefan Nobis der Begründer der Tradition in der Scala beim ersten Wohnzimmerkonzert am 13.10. 2012) aus dem Background mit Morgan einen Gesangsdialog, den man so nicht hätte besser einstudieren können. Die zaghaften standing ovations in der Scala waren am Ende ein untrügliches Zeichen von überschäumender sächsischer Begeisterung ;-) ! 


Selbst der zu erwartende triste Montagmorgen hielt nach diesem Auftritt niemanden von den legendären Adorfer Gesprächen bis tief in die Nacht ab.



Aus unserem Archiv:
Morgan  Finlay, Chemnitz, 11.10.13


 

Konzerttagebuch © 2010

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