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um
20:56
Konzert: U2
Ort: Köln, Lanxess Arena
Datum: 4.-5.9.2018
Dauer: je 140min
Zuschauer: 2 x 18.000 ausverkauft
Alles scheint wieder einmal eine Nummer zu groß. Die Leinwand, die Bühne(n), die sich durch die ganze Halle erstreckt, enorme Licht-und Bühneninstallationen hängen unter dem kompletten Hallendach in nicht zählbarem Ausmaß.
Bono sitzt derweil auf der B-Stage und schminkt sich in Ruhe den Mcphisto Teufel von der Zoo-TV Tour wieder aus dem Gesicht. Er führt ein imaginäres Telefonat mit seiner Frau Ali und dieses Musiktheater würde ich keiner anderen Band der Welt durchgehen lassen.
Aber zuvor haben sie halt "Acrobat" gespielt. Zum ersten Mal live seit dem Erscheinen der "Achtung Baby" CD 1991, und danach kann Bono erstmal machen was er will. Die Version war wild und ungestüm, The Edge spielt wie ein wütender 19-jähriger, und wohl nur U2 können so einen Song 25 Jahre in die Mottenkiste verbannen.
Andere Lieder werden heute vom geschröpften Unterrangzahler schmerzlich vermisst. Die komplette "Joshua Tree" bleibt bei dieser Tour außen vor. Für die Band ein mutiger Schritt weg von der Live-Jukebox.
Erstaunlicherweise klingen gerade die überproduzierten Songs der neuen Platte live wieder viel frischer und impulsiver als gedacht. Aber das war bei U2 ja schon immer so. Auch wenn die Setlist also auf dem Papier schwächelt, sich die Band aus unerfindlichen Gründen hier von der Produktion noch mehr in ein Korsett zwängen lässt, dies ist die beste Arena Show die es bisher gab.
Die wie ein Monolith durch die ganze Länge der Halle schwebende und bewegliche Leinwand, die dazu auch noch von der Band begehbar und bespielbar ist, ein Ereignis. Die Band ist fast immer auf der Reise, manchmal lenkt dies leider zu sehr von den Songs und dem messerscharfen Spiel der drei Instrumente ab.
Jeder Saitenanschlag ist hörbar, jeder Trommelschlag erlebbar und der Bass wummert wohlig herum. "I´m only a quarter of these guys, together we are ONE" sinniert Bono am Ende, selten hatte er mehr recht.
Alle vier sind elementar für den Sound der Band, wahrscheinlich kennt man deshalb auch ihre Namen, keiner fragt nach dem Bassisten von Coldplay. Auffallend jugendlich wirken die Drei, während Bono, früher mit schon fast zuviel Charisma gesegnet, sichtlich gealtert ist.
Gitarre wird er auf der Bühne nach seinem Fahrradunfall nicht mehr spielen können, aber auch seine Energie ist spürbar geringer. Komischerweise gilt das auch für die Emotionen, die die U2 Shows sonst so einmalig werden ließen.
Das Publikum ist voll da und feiert sogar mit lauten Gesängen die neuen Songs. Aber irgendetwas fehlt an diesen Abenden. Vielleicht liegt es am Charakter der Show. Er will eine Geschichte erzählen. Von den Strassen Dublins hin zu Starallüren und Verlockungen des Berühmtseins, bis zur Rückbesinnung auf die Glühbirne unter der alles begann, und die Bono am Ende wieder hervorholt und wie ein Pendel durch die Halle schwingt.
Liebe, Versöhnung und die Stärke eines geeinten Europas sind Bonos Themen zur Zeit. Jede Stärke ist nur mit einer anderern Schwäche zu erklären. U2 mit all ihren Stärken, ist ohne den für viele überflüssigen Pathos nicht möglich.
Nicht heute, und nicht 1989 als ich sie zum ersten Mal sah. Ich finde, wir sind gut gealtert. Auf der Leinwand flimmert einer von hundert Merksätzen an diesem Abend: "Weisheit ist die Wiedererlangung von Unschuld durch Erfahrung". So kann man sich das Alter ja doch noch schönreden. Die Reise wird auch mit der jetzt vorhandenen "Experience" weitergehen. Es ist die Reise von vier Freunden.
um
19:25
Konzert: U2
Ort: Köln - Lanxess Arena
Datum: 17.-18.10.2015
Dauer: ca. 140 min
Zuschauer: 2x ca. 17.500 ausverkauft
Zu den Beweggründen heute noch ein U2 Konzert zu besuchen, habe ich ja bereits in meinem ausführlichen Bericht über das Amsterdam Konzert Stellung bezogen. Mehrere Konzerte einer Tour zu besuchen, ist vielen Freunden von mir noch schwieriger zu vermitteln. Zum Glück werden mich die beiden Konzerte in Köln auch in Zukunft nicht davon abhalten.
U2 haben seit jeher die Gabe, im Laufe einer Tournee immer "besser" zu werden. Wo bei anderen Bands schnell Betriebsblindheit in anonymen Mehrzweckhallen aufkommt, wissen diese vier immer die Spannung zu halten. Der Luxus nicht jeden Abend und jedes Jahr um die Welt reisen zu müssen, ist sicherlich ein Grund. Am Wochenende schien es jedoch wirklich die Reaktion der Halle zu sein die den Abend unvergesslich machten. Zu rechnen war damit vorab jedenfalls nicht.
Und so begann der erste Abend im Schmuddelwetter vor der Halle auch mit einem schlechten Witz. Der Innenraumzugang wurde ohne einen Hinweis auf den Tunnel am anderen Ende der Halle verlegt. Dazu hatte sich der Veranstalter wohl den internen Spass erlaubt, genau zwei Scanner für die erstmalig eingesetzten Handy-Tickets mitzubringen. Nach der Gängelung das alle gemeinsam den Einlass passieren müssen, (ein Scan galt für beide Tickets) ein weiterer Beweis für die Missachtung der zahlenden Gäste. Nach ca. 45 Minuten Wartezeit waren die dummen und schroffen Sprüche bei den teilweisen Fehlermeldungen schon nicht mehr lustig.
Hier zeigt sich wieder das die Besucher seit Jahren eine Lücke im Gesetz des Wiederverkaufsrechts ausbaden müssen, die sie nicht zu verantworten haben. Das der Scan von den Händlern vor der Halle trotzdem auf jedes andere Handy weiterkopiert werden konnte, geschenkt.
Das Konzert beginnt für Fans mit Standardkost. "The Electric Co." löst für mich das in Amsterdam grandiose "Gloria" ab. Ansonsten ist der erste Teil des Sets gesetzt. Im zweiten Teil hört man vor "Invisible" Takte von Kraftwerks Autobahn, danach gibt es auch Teile von "Burning down the house". Die Stimmung in der Halle wird immer besser, ich halte das aber noch für den "Samstag-Abend" Effekt. Viele sind in bester (Trink)-Laune und müssen heute mal nicht auf die Uhr schauen.
Wäre der Sonntag nicht so herausragend gewesen: es war auch am Samstag ein starkes Set mit einem unheimlich kraftvollen "One" am Ende, so kraftvoll das man sich kaum vorstellen konnte diesen Song am nächsten Tag gar nicht zu hören.
Daher waren die Erwartungen am Sonntag auch realistisch, die Stimmung vorab aber nicht so dringlich. Zwei Abende hintereinander sind immer eine Gratwanderung. Aber wie so häufig sollte sich dies alles als unbegründet erweisen. Gerade die Konzerte mit niedrigen Erwartungen erweisen sich oftmals als Klassiker.
Bonos frühe Ansage, der tolle Abend gestern sei nur der Anfang einer noch besseren Show heute, klang noch wie ein übliches Standardkompliment, doch bereits mit "Out of control" und dem Ramones Snippet "Rock`n Roll Radio" liegt die Halle flach am Boden.
Die ersten vier Songs knallen nur so aus den Boxen. Keine Show, oft nur 4 Spots und ein große Glühbirne lassen die Arena zu einem Club werden, fehlt nur noch Zigarettenqualm aus der Nebelmaschine. The Edge ist heute in besonders guter Laune: er rennt, springt und spielt dabei wie ein Berserker. Adams Bassläufe bei der reduzierten Version von "Sunday, bloody Sunday" direkt vor meinen Augen am Steg sind eine Augenweide. Alles macht irgendwie mehr Spass als gestern.
U2 spielen auf der kleinen Bühne am anderen Ende der Halle und plötzlich erklingt "Party Girl" und Bono bekommt eine Sektflasche gereicht. Der Gast aus dem Publikum spielt mit, zunächst noch verhalten, Bono gibt die Runde aus und als alles zu einem guten Ende gekommen scheint, wird es noch spontaner. Zusammen mit Bono wird "Angel of Harlem" geboten (wohl ein Wunsch), sie schreitet mit Bono den ganzen Steg entlang und bringt den Song perfekt zu Ende.
Damit scheint der Bann gebrochen. Bono gratuliert Bill Gates zum Geburtstag und steigert sich bei der Version von "Bullet the blue Sky" nochmals. Die geänderte Songzeile mit Selbstzweifeln "Can you see the fighter planes, when you fly in private planes?" wird zum wütenden Mantra (gegen sich selbst ?).

"Zooropa" mit seinen prophetischen, mehr als 20 Jahre alten Songzeilen passt perfekt zur Flüchtlingskrise: "And i have no compass, and i have no map, and i have no reasons, no reasons to get back", und dann folgen 30 Minuten die die Fans in Zukunft verehren werden, wie bisher die letzten Hallenkonzerte in Köln aus 2001.
Bei "..Streets" scheint sich das Dach der Arena zu öffnen, die Leinwand strahlt in Rot wie ein Planet und das Gebrüll der Zuschauer lässt einen Erschaudern. Wie ein einziger Klangkörper verschmelzen hier Band und die Fans. Danach "Pride..", man hat diesen Song schon tausende Mal gehört, ich mag ihn nicht, aber so wird er zum Ereignis. Bis rüber in Block 716 schwappt die Euphorie wie aus einer Kehle.
Keiner würde eine weitere Steigerung für möglich halten, doch jetzt beginnen erst die Zugaben. Die Halle kocht weiter, Bono bittet einen weiteren Zuschauer auf die Bühne. Er singt ihn als sein jüngeres Ich an und der Text "Time, won`t leave me as I am. But time won`t take the boy out of this man" ist Sinnbild des Abends. Dann verschenkt Bono seine Brille, eine sehr ungewöhnliche Geste an einem ungewöhnlichen Abend.
Am Schluss bietet die Band den größtmöglichen Dank. "Bad" und "40" beenden den Abend. "Bad" in einer spontanen Gitarrenversion zu dessen Beginn die Halle so laut ist das einem die Ohren schmerzen. Bei "40" leuchtet Bono den anderen drei den Weg mit einem Spot über den Steg. Sie sind zu Hause.
Welche Band kann normalerweise auf ein solches Ende verzichten? Und wie viele Songs blieben auch heute wieder ungespielt? Und was wurde eigentlich aus Chris Martin?
Aus unserem Archiv:
U2, Amsterdam, 09.09.15
um
10:59
Konzert: U2
Ort: Amsterdam - Ziggo Dome
Datum: 09.09.2015
Dauer: 130min
Zuschauer: 4x16.000

U2 Bashing (öffentliche Beschimpfung) ödet mich an. An jeder Ecke
eines Konzertsaals oder einem Musikgespräch unter Freunden muss man es
sich anhören. Kein neues Phänomen. Das Lebenswerk eines Künstlers/Band
wird durch Parodien und Überhöhungen so karikiert, das nur noch Hohn und
Spott übrigbleiben.
Fakten oder persönliche Erfahrungen sind
unerwünscht, aber das kennt man ja auch aus anderen Debatten. Oft
scheint es mir auch ein gewisser Neid zu sein, nie so eine Band fürs
Leben gefunden zu haben. Ein Livekonzert von U2 hat keiner von ihnen
bisher gesehen und da liegt das Problem.
Es ist einfach sich über
U2 lustig zu machen. Die meisten Fans interessiert aber nicht der Teil
der Band der in den Medien vermittelt wird. Charity Veranstaltungen,
schauspielende Töchter und Bonos Brillen sind nicht U2.
Zu U2
Konzerten gehen die Menschen seit vielen Jahren weil sie die Magie einer
Band auf der Bühne erleben wollen. Und vielleicht ist es die letzte
große Band die diese Magie transportieren kann. Es geht darum wie vier
so unterschiedliche Individuen auf der Bühne zu etwas verschmelzen das
soviel größer ist als ihre Talente und Meinungen.
Vier Musiker
die alle völlig verschieden sind und doch seit über 30 Jahren ohne
Streit als Band existieren. Wenn Larry am Schlagzeug gelangweilt auf
seine Uhr schaut, während Bono gerade versucht ein politisches Thema auf
die Bühne zu transportieren, ist das einfach nur der Beweis einer
ewigen Freundschaft und nicht ein Zeichen von Verachtung.
Der Mut
der Band immer wieder alles zu riskieren, die höchste Fallhöhe in Kauf
zu nehmen, gegen eigene Überzeugungen vom englischen Mofa auf die
Harley, danach in den Trabi und später noch in die Stretchlimo zu
steigen ist einzigartig.
Für viele mag es Ansporn für ihr eigenes
Leben gewesen sein, nie satt zu sein, immer wieder bei null zu beginnen
um etwas noch größeres oder zumindest anderes zu erschaffen.
Die
letzten CDs halten diesem Anspruch nicht mehr stand, das ist klar.
Daher ist das Konzerterlebnis bei U2 immer noch das prägendste bei
dieser Beziehung. Die immer sichtbare, unbändige Lust zu spielen und der
Vorsprung durch Technik als Bühne waren immer beeindruckend.
Und
so trifft man vor der Halle zwar immer wieder andere Fans, aber
eigentlich sind sie immer gleich. Die Kroaten, die Italiener, die
Spanier, alle sind sie wieder da: Freunde fürs Leben wie die Band
selber. Infiziert, spätestens seit der ZOO-TV Tour die damals alles
veränderte.
U2 ist die letzte, große Band die ich Verehre. Fast
immer habe ich vorab keine Lust auf das Konzert. Zu schwach finde ich
die aktuellen Platten, zu beschwerlich gestaltet sich oft der Vorverkauf
für gute und bezahlbare Karten.
Aber wieder sind vier Jahre
vergangen und seit Ewigkeiten wird auch in Europa wieder eine Hallentour
geboten. Das neue Album hat intimere Songs, handelt von der Jugend und
wieder ist der Aufbruch das Thema, diesmal der zum Erwachsen werden.

Die Band spielt daher 2-4 Gigs pro Stadt. Der zunächst angedachte
Ansatz, je 1-2 Abende komplett akustisch und den Rest als Rockkonzert zu
präsentieren wurde verworfen. Als Alternative gibt es zum ersten Mal
keine Vorgruppe (die hatten es bei U2 sowie immer schwer), stattdessen
wird der Set in zwei Teile geteilt, allerdings ohne echte Pause mit
Saallicht.
Die 360 Tour muss vor 5 Jahren der Schock für alle
Veranstalter gewesen sein. Eine Bühne, halb so groß wie ein Fußballfeld
mit riesiger Stahlkonstruktion, das konnte und wollte bis heute keiner
kopieren. Nun für die Halle ein neues, für Fans nicht enttäuschendes
Konzept zu kreieren war mit Sicherheit ein große Herausforderung.
Gelöst
wurde sie mit den Anfangsbuchstaben des Mottos der Tour: I (für
innoncence) und E (für experience). Diese beiden Buchstaben bilden zwei
Bühnen, die jeweils an den Enden des Innenraums der Halle platziert
werden. Als Verbindung dient ein Steg der das Publikum teilt. PA und
eine riesige, absenkbare Leinwand hängen über diesem Steg in der
gesamten Länge der Halle.
Somit bester Sound und Sicht für
jeden, und wieder fragt man sich warum nicht schon vorher jemand darauf
gekommen ist. Leinwand wäre allerdings eine Beleidigung für dieses
Konstrukt, die Band spielt in, auf und neben dem Screen alles ist
ständig in Bewegung.
Aber seien wir auch einmal objektiv. Bono
sieht nicht gut aus. Abgesehen von modischen Ausrutschern wie blondierte
Haare und Jackett auf der Bühne scheint der schwere Fahrradunfall noch
nicht vollständig verheilt. Langsamer als sonst bewegt er sich,
schwerfällig wirken die Bewegungen, das Gitarrenspiel ist sowie auf
Dauer nicht mehr möglich.
Der Rest dagegen zeigt sich agil wie
immer, besonders Adam wirkt mit seinen wilden, grauen Haaren und seinem
Buzzcocks T-Shirt extrem cool gealtert.
Für echte Fans beginnt
das Konzert fast zu gut. Nach dem neuen "The Miracle" folgen mit
"Gloria" !!, "Vertigo" und "I will follow" drei Kracher im wahrsten
Sinne des Wortes. Gitarre und Bass kommen in einem für Arena-Konzerte
unglaublich dreckigen, punkigen Krach durch die Boxen. Edge klingt
mutig, nicht wie sonst auf absolute Perfektion bedacht und hat Spass an
seiner neuen Rolle. Hier ist klar, es geht um eine Zeitreise zurück zu
den Wurzeln.
Dies wird mit den neuen Songs dann in der Folge
weitergeführt. Hier gilt wie immer bei U2, die schwächeren Songs werden
mit den besten Showeinlagen versehen, das hält die Stimmung hoch. Und so
läuft Bono hier sogar passend zu den Visuals IN der Leinwand durch
seine Jugend in Irland. Ein starkes Bild.

Am Ende des ersten
Teils dann noch das immer zündende "End of the world" im Strobonebel.
Danach folgt eine kurzes Intermezzo mit Fly-Remix damit die Bühne
aufbereitet werden kann und mit "Invisible" startet der zweite Teil. Der
Song wirkt hier stimmiger und zwingender als der Studiotrack, jetzt
spielt die komplette Band IN der Leinwand.
Dann geht es ab auf
die kleine B-Bühne und U2 machen das was sie am meisten auszeichnet,
nämlich unberechenbar zu sein. Erst wird zum Akustikteil ein Fan auf die
Bühne geholt, dann spielt ein weiterer Gitarre. Es wird gelacht,
getanzt und der Fan (nicht der beste Gitarrenspieler) bekommt spontan
als Geschenk die Gitarre zum Üben geschenkt. Alles wirkt ausgelassen und
so gar nicht einstudiert, obwohl die Songauswahl hier mit "Desire" und
"Angel of Harlem" heute leider Standard ist.
Danach misslingen
"Every breaking wave" und ein kurzes "Oktober" leider völlig, da kann
auch The Edge am Piano nichts retten. "Bullet the blue sky", ein Song
den sich wohl die meisten Fans seit Jahren aus dem Programm wünschen, folgt und ist leider wie immer
brandaktuell. Hier wird er seit langer Zeit zum Höhepunkt im Set da hier
Show / Botschaft und Version des Songs die perfekte Kombination
ergeben. Wenn Bono mit Megaphon zynisch die Europahymne lallt, während
Edge die Gitarre wie Neil Young bearbeitet und auf der Leinwand ein
Stakkato von Krisenbildern läuft ist der Klimax erreicht.
Danach
kommt das Best-Of für die teuren Plätze..One wird heute ausgelassen,
"Blinding Lights" hat meiner Meinung nach im Zugaben Block nichts
verloren und "Beautiful Day" bleibt heute ohne Snippets auch schwächer
als sonst.
Am Ende verschwindet die Band wie Bono gekommen war,
durch den Hinterausgang, während noch "Still haven`t found" gespielt
wird und die Zuschauer den Song zu Ende singen und das Saallicht angeht.
Wie immer bei U2 ist die Tour am Anfang an einigen Stellen noch
holprig. Diese Schwachstellen sollten aber bis zu Deutschland-Konzerten
behoben sein. Die Show ist sehenswert, auch wenn U2 nach der letzten
Tour kaum noch eine Steigerung möglich war. Daher ist der Schritt zurück
in die Hallen zunächst die einzige, sinnvolle Option.
Ich freue
mich schon auf die Konzerte in Köln, hoffentlich mit vielen anderen
Songs und Fans aus ganz Europa, denen U2 live so viel bedeutet wie mir.