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Mittwoch, 16. August 2017

Haldern Pop Festival, 1. Festivaltag, 10.08.17

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Konzert: Haldern Pop Festival, erster Festivaltag mit u.a: Get Well Soon, Conor Oberst, Hurray For The Riff Raff, Lisa Hannigan 

Ort: Rees-Haldern am Niederrhein

Datum: 10.08.2017

Dauer: den ganzen Tag 

Zuschauer: 7000 




Mit dem Haldern Pop Festival (und seinen wundervollen Maisfeldern) gemeinsam alt werden. Immer wieder kam mir während dieser 34. Ausgabe des Festivals am Niederrhein dieser Satz in den Sinn. Schließlich war ich beim ersten Mal (2005) noch in den Dreissigern und jetzt bin ich inzwischen hinsichtlich der Jahreszahl meines Geburtstages der 5 näher als der 4. Ich stehe nicht alleine da. Viele Haldern-Gänger sind Wiederholungstäter und kommen Jahr für Jahr wieder. Neben diesen alten Haudegen gibt es aber auch jüngere Fans, die das Haldern jetzt erst für sich entdecken und sicherlich auch im Laufe der Zeit Stammgäste werden. Bei den auftretenden Bands verhält es sich ähnlich. Wenn sie einmal Haldern-Luft geschnuppert haben, wollen sie immer wieder dabei sein. So waren dann auch in diesem Jahr ein paar altbekannte Namen mit am Start, u.a: Conor Oberst, Kate Tempest, Afghan Whigs, Benjamin Clementine, AnnenMayKantereit und Get Well Soon. Die meisten der genannten Künstler haben mal "klein", sprich in der Haldern Pop Bar oder im Spiegelzelt angefangen, so z.B. Benjamin Clementine, Annen May Kantereit und auch Get Well Soon, um die es jetzt in der Folge gehen sollte.




Die Band um Konstantin Gropper spielte 2007, also genau vor 10 Jahren, zum ersten Mal in Haldern und begeisterte im Spiegelzelt sämtliche Anwesenden. Im Anschluss an diesen Sensationsgig verkaufte der gebürtige Mannheimer noch selbstgebrannte CDs (die erste EP und zwar in rauen Mengen!), bevor er nicht viel später bei dem renommierten Berliner Label City Slang unter Vertrag genommen wurde. Heuer sind Gropper und seine Mitmusiker bei Album Nummer vier, genannt Love, angekommen und von diesem Machwerk stammten auch die meisten Songs des leider nur vierzig Minuten langen Gigs. "Love" konnte man in roten Lettern als Bühnendeko lesen und in der Tat versprühten Get Well Soon wieder einmal viel Liebe und auch Spielfreude. Die auf dem Album recht poppigen und sogar bisweilen etwas seichten Nummern wurden live mit viel Schmiss und Rockappeal wiedergegeben und in den letzten 60 Sekunden der jeweiligen Stücke explodierte Konstantin regelrecht im wilden Gitarrenrausch.



Seine Schwester Verena Gropper war mit rotem Jacket ( Geklaut von Angela Merkel?) und rotem Nagellack auf kurzen Nägeln aufgelaufen und sang wie immer glockenklar und wunderschön. Auch alle anderen Musiker auf der Bühne machten einen super Eindruck, die Truppe ist wirklich perfekt eingespielt, hat hunderte (tausende?) Gigs auf dem Buckel und weiss genau wie sie Spannung aufbauen und sie wieder entladen kann.




Einer der Highlights im Set war Roland, I Feel You, ein typisch getwellsoonsches Drama-Stück mit viel Emphase und Melancholie aber auch einer angenehm spielerischen Leichtigkeit und einem leicht mexikanisch angehauchten Feeling. Hier spührte man gesanglich eine gewisse Nähe zu Neil Hannon von The Divine Comedy, auch so ein alter Haldern Liebling. Auch das anschliessende You Cannot Cast Out The Demons war melancholisch, aber auch warmherzig und romantisch nahegehend, fast eine Weihnachtmusik, die gegen Ende dramatisch und fast postrockig wurde. Darüber schwebte förmlich das Soprano von Verena. Den Abschluss des Sets bildeten Marienbad und It's a Frog und hinterher war man ein wenig traurig, dass es so schnell vorbei war. Ich hätte mir gewünscht, dass noch ein Song von dem Debütalbum gebracht wird, um den Bogen zu dem Konzert von 2007 zu spannen. Aber auch so war es ein guter Auftritt!

Setlist Get Well Soon

It's Love (vom Album Love)
The Last Days Of Rome (vom Album The Scarlet Beast O'Seven Heads)
It's A Catalogue (Love)
Roland, I Feel You (Scarlet)
You Cannot Cast Out The Demons (Scarlet)
Too Much Love ep (von der Love Bonus CD)
Marienbad (Love)
It's A Frog (Love)

Vor Get Well Soon hatten Hurray For The Riff Raff im Spiegelzelt gespielt und die Band um Frontlady Alyndra Segarra hatte ich vorher eigentlich fest eingeplant. Da meine Anreise von Paris nach Haldern aber etwas länger dauerte als geplant, sah ich nur noch die letzten drei Stücke auf der Leinwelt vor dem Zelt, darunter Living In The City, Pa'Lante und Dancing In The Dark. Pa'Lante war eine wundervolle Ballade, dominiert von der souligen Stimme von Alyndra und einem nahegehenden Text ("dead  porto ricans who never knew they were porto ricans who never took a coffee break form the 10th commandment, to kill, kill, kill"), am Ende schrie sie in Patti Smith Manier und das Schlagzeug und das Vintage Piano trieben zusätzlich nach vorne. Junge Damen spielten auch am Bass und am Klavier.

Der Abgang dann mit Dancing in The Dark, geschrieben von dem einzigen Boss den sie akzeptiere, so Alyndra. Bereits Living In The City hatte etwas nach der E Street Band von Bruce geklungen und so war die Auswahl des Springsteen Covers fast logisch. 

Tolle Band diese Hurray for The Riff Raff, handwerklich exquisit, textlich versiert und auch auf der Bühne packend. Das Spiegelzelt tobte.


Weniger packend, zumindest für mich waren dann die nächsten Eroberer des Magic Mirror, die Australier Parcels. Ihr funkig angehauchter Discosound mit Falsett Gesang liess mich eher kalt, aber ich konnte ja schon mit den Bee Gees in der Staying Alive Phase nichts anfangen und Tänzer bin ich auch nicht. Insofern...





Mehr mein Stil war A Blaze Of Feather, (Name von der Tochter von Micky Smith gefunden) das neue Projekt von Ben Howard und Micky Smith, welches um 20 Uhr 45 auf der Hauptbühne begann. "It's electronic, it's electronic" sagte der lustige holländische Ansager vorher, aber es war wohl eher Folktronica, die geboten wurde, sprich folkige Musik mit gewissen elektronischen Elementen und einem nach wie vor organischem Ergebnis. Die Band wurde in der Fachpresse als mysteriös beschrieben, weil man sie auf den britischen Festivals wie Citadel und Lattitude auf dem Line up finden, aber zunächst keine Musik hierzu entdecken konnte.




Das Line Up der Band lautete: Mickey Smith, Ben Howard, Nat Wason, India Bourne (Bass, Cello) Kyle Keegan, Richie Thomas. Ihre erste EP zwischen Irland und Cornwall aufgenommen und ihr Haldern Auftritt war der allererste ausserhalb Englands. Und er war gut! Das erste Stück, welches man überhaupt im Internet (auf soundcloud) finden konnte, war Carousel und das haben A Blaze Of Feather natürlich auch beim Haldern gespielt. Ein sehr sphärischer Song, schwebend, irgendwie auch an Pink Floyd erinnernd.



Das ganze Set war ähnlich hübsch und wenn eine Sache störte, dann war es lediglich der immer heftiger werdende Regen, aus musikalischer Sicht gab es keine Beanstandungen. 

Setlist A Blaze Of Feather

Soft Day
Grace

Six Years

Carousel

Behold

Valkyrie

Dust In The Wind
We Were Here

Tja und dieser elende Regen sorgte auch dafür, dass ich mich in ein Tipi Zelt zurückzog, in dem man herrlich starken Kaffee trinken konnte. Kaffe ist immer gut, aber trockenes Wetter wäre in dem Moment noch besser gewesen, denn es sollte nun gar nicht mehr aufhören zu schütten. Einen Gang rüber ins Spiegelzelt zu Giant Rooks aus Deutschland ersparte ich mir deshalb auch lieber (man sagt, es sei toll gewesen) und ich kam erst wieder zum Beginn der Show von Conor Oberst unter dem Zelt hervorgekrochen. Inzwischen war es zudem noch unangenehm kühl (zumindest für einen Augusttag) geworden und vor der Hauptbühne harrten nur noch sehr wenige Festivalbesucher aus. Die meisten hatten sich wohl in ihre Zelte zurückgezogen, obwohl Conor doch sicherlich normalerweise ein Publikumsmagnet ist.


Der Amerikaner kam dann nach netten Worten des Ansagers ("I like Connor very much") in einem Armeeparka auf die Bühne geschlurft und hatte mit den Felice Brothers auch eine tolle Band mitgebracht. Den Regengott schien das reichlich wenig zu interessieren, er liess erbarmungslos kaltes Wasser auf die Halderner herunterprasseln und irgendwann hatte auch ich die Schnauze voll bzw. die Regenjacke nass. Ich lief entnervt zum Tipi zurück und tauschte SMS en mit meinem Bloggerkollegen Dirk aus. Unserer beiden Stimmung war auf dem absoluten Tiefpunkt, Dirk erwog gar am nächsten Tage nach Hause zu fahren, wenn es so weiterginge. Ich sah die Lage ähnlich. 




Nach einer längeren Wartepause entschied ich mich aber wenigstens den Donnerstagabend positiv ausklingen zu lassen und begab mich ins Spiegelzelt zu Lisa Hannigan. Hier herinnen war es wenigstens kuschelig warm und trocken und auch die gespielten Lieder waren herzerwärmend. Die stammten überwiegend von ihrem aktuellen, von Aaron Dessner von The National produzierten Longplayer At Swim. Ganz wundervoll hiervon die Ballade Snow, bei der die stimmlich Bandbreite von Lisa schön sichtbar wurde, von rauchig und sanft hin zu glockenklar und hoch, sie traf jede Note. Wundervoll auch Fall, bei der sie phasenweise herrlich erdig und energiegeladen sang. Dei leichte Soulnote hierzu ungemein geschmacksicher und erlesen. Prayer For The Dying bestach durch schöne Harmoniegsänge und eine anziehende Schwermut, hach irgendwie war jedes Stück sublim!


Zur Verstärkung waren in der Mitte des Konzertes auch noch etliche Musiker des Cantus Domus aus Berlin hinzugestossen, die den Ohrenschmaus nur noch verstärkten.


Und weil man aufhören sollte, wenn es am schönsten ist, machte ich nach dem Ende von Lisas Konzert auf den Nachhauseweg.



Setlist Conor Oberst



Afterthought

Four Winds
Get Well Cards
Till St. Dymphna Kicks Us Out
Well Whiskey
Ten Wolan
Train Under Water (Bright Eyes)
Artifact #1
Salutations
Poison Oak (Bright Eyes)







Freitag, 15. August 2014

Conor Oberst, Berlin, 12.08.14

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Konzert: Conor Oberst
Ort: Postbahnhof, Berlin
Datum: 12.08.2014
Zuschauer: fast ausverkauft


von Tobias aus Berlin

Als ich Conor Oberst das letzte Mal sah, hat er mich im Backstage des Melt!-Festivals mal fast über den Haufen getorkelt. Später übergab er sich während seines Gigs auf der Hauptbühne, mal eben aus Versehen in seine Drum-Maschine. Das war ein witziger aber auch alarmierender Anblick damals. Der Mann hatte offensichtlich ein mindestens kleines Alkoholproblem. Ich hatte immer so ein bisschen Angst, dass der Conor mal den Elliot Smith macht und uns einfach alleine lässt. Gottseidank hat mein Lieblings-Nebraskaner(?) jedoch offensichtlich die Kurve bekommen. Und das nicht nur toxikologisch gesehen, sondern offensichtlich auch musikalisch. Denn leider kamen da in den letzten 7 Jahren eher durchschnittliche Platten vom Conor heraus. Nachdem er diese Welt 2005 mit den wunderbaren Bright Eyes-Zwillingsalben „Wide awake, it’s Morning“ und „Digital ash in a digital urn“ (kennt ihr nicht? KAUFEN!) beschenkt hat, kam da musikalisch eher Durchschnittskost. Um Olli Schulz zu paraphrasieren: Er legte sein Bright Eyes-Namen in die Ecke, schrieb als Conor Oberst & The Mystik Valley Band noch immer kleine Lieder, nur seine Texte (und Musik) wurden schlechter. 

Nun nennt er sich einfach nur noch plain old Conor Oberst und scheint musikalisch zu alter Form zu finden. Sicher, „Upside Down Mountain“, sein neues Album ist auch noch kein „Wide Awake“, aber auf jeden Fall ein großer Schritt in die richtige Richtung. 

Womit wir nach diesem langen Ausholen, endlich bei seinem Konzert im Berliner Postbahnhof angekommen wären. Da erfreute uns erst einmal die wirklich sehr sympathische Band Dawes mit einem gut halbstündigen Set, welches durchaus kurzweilig war und musikalisch gesehen ein fast schon zu perfektes Match zu Conor Oberst war. Die Jungs verabschiedeten sich, nur um kurz vor 22 h auf einmal wieder auf der Bühne zu stehen. Unsere Fragezeichen in den Augen wurden schnell mit dem Wort Synergieeffekt beantwortet. Heureka, der Conor benutzt seine Vorband als Tourband. Wie clever! 

Da stand er also. Conor Oberst! Mit altbekannt gebrochener Stimme. In Nüchtern! Das sollte sich auch den ganzen Abend nicht ändern. Good for him! Los ging es mit „Time Forgot" und „Zigzagging Toward the Light“, zwei der eher schwächeren Songs des neuen Albums. Aber siehe da, live, mit dieser tollen Band verstärkt, entfalteten auch diese Songs eine ganz andere Qualität. Bei „Hundreds of Ways“ durften wir dann auch gleich mal lernen, dass Conor & Dawes auch die Klangfarbe LAUT können, nur um uns dann gleich mit dem so wunderbaren „We are Nowhere and it’s Now“ zu beglücken. Spätestens jetzt war klar, dass das hier ein ganz besonderes Konzert werden wird. Eine wunderschöne Werkschau aus anderthalb Jahrzehnten Conor Oberst. 

Ich musste in diesem Moment zwangsläufig an Damon Albarn denken, der uns dieses Jahr ja mit einem ähnlichen Konzept und gleicher Spielfreude beglückte. Immer wieder wechselte Conor die Tempi, mischte alte Perlen (Old Soul Song) mit glänzenden neuen Trophäen (Governor’s Ball). Vor „Ladder Song“ sprach Conor kurz über den verstorbenen Robin Williams und gedachte noch einigen anderen Musikern. „You are not alone in anything, you are not unique in dying“. Ein wirklich ergreifender Moment. 

Man konnte sein Glück ehrlich gesagt gar nicht fassen, so toll und abwechslungsreich war das Konzert. Als dann auch noch der beste Song des neuen Albums „Desert Island Questionaire“ mit dem herzzerreißenden „Poison Oak“ („when you stole the car, and drove towards Mexico, and you wrote bad checks, just to fill your arm“) gekontert wurde, war man ehrlich gesagt so happy, dass jetzt auch gut sein hätte können. Das kümmerte Conor jedoch gar nicht. Er besprach sich mit der Band und man baldowerte offensichtlich aus, was man noch in die Setlist einfügen könne, um den Postbahnhof noch ein wenig länger zu beglücken. Das es am Ende des Tages leider nicht für „Lua“ und den tollen neuen Song „Enola Gay“ gereicht hat, störte sicherlich nur jemanden, der so schlimm an Setlist-Neid leidet wie ich. Um viertel nach Mitternacht hatten die Jungs gute 135 Minuten auf der Uhr, was ja an sich schon außergewöhnlich genug wäre. Nimmt man jedoch das Pensum, dass die Vor-und Begleitband Dawes zu absolvieren hatte, dann ist man schnell in Bruce Springsteen Welten, was die Setlänge angeht. Bravo! 

Setlist Conor Oberst, Postbahnhof, Berlin:

01. Time Forgot 
02. Zigzagging Toward the Light 
03. Hundreds of Ways 
04. We Are Nowhere and It's Now (Bright Eyes song) 
05. Get-Well-Cards (Conor Oberst and the Mystic Valley Band song) 
06. Hit the Switch (Bright Eyes song) 
07. Artifact #1 
08. Old Soul Song (For the New World Order) (Bright Eyes song) 
09. Danny Callahan (Conor Oberst and the Mystic Valley Band song) 
10. Ladder Song (Bright Eyes song) 
11. Lover I Don't Have to Love (Bright Eyes song) 
12. Cape Canaveral (Conor Oberst and the Mystic Valley Band song) 
13. Governor's Ball 
14. Method Acting (Bright Eyes song) 
15. Desert Island Questionnaire 
16. Poison Oak (Bright Eyes song) 
17. I Got the Reason #2 (Conor Oberst and the Mystic Valley Band song)

18. White Shoes (Conor Oberst and the Mystic Valley Band song) (Z)
19. Another Travelin' Song (Bright Eyes song) (Z)
20. Roosevelt Room (Conor Oberst and the Mystic Valley Band song) (Z)

Fotos von Oliver vom Haldern Konzert


Haldern Pop Festival 3. Tag, 09.08.14

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Konzert: Haldern Pop Festival 3. Tag
Datum: 09.08.14
Ort: Alter Reitplatz, Haldern Pop Bar, Keusgen Tonstudio, Rees-Halderm
Konzertdauer: Konzerte von 12 Uhr bis 2 Uhr



Hatte nachts der auf das Zelt tröpfelnde Regen noch das Schlafen beeinträchtigt (von den grölenden Suffköpfen, die nachts um 3 schreiend über den Zeltplatz wankten, mal ganz zu schweigen) war es am Morgen des Samstags der böige Wind, der mich weckte und mein Zelt fast hinwegfegte. Das war aber zu verschmerzen, denn bald schon legte sich der Sturm und die Sonne kroch aus den Ritzen. Der ganze Tag sollte sonnig werden und der Regen vom Vortag war bald nur noch eine blasse, nicht mehr sonderlich dramatische Erinnerung.

Das wirkte sich auch positiv auf meine Stimmung aus und nach erfrischender Dusche und viel Kaffee begab ich mich auf den Fußweg zur Haldern Pop Bar. Leider schaftte ich es nicht mehr rechtzeitig zu den Charity Children aus Neusseland, aber wenigstens traf ich noch deren rothaarige Sängerin, die mir gutgelaunt berichtete, daß sie mit ihren Musikern in Berlin lebe, von Melt Booking gebucht würden und als Straßenmusiker angefangen hatten. Sie posierte sogar freiweillig noch für ein paar Fotos vor Schafen und einer typischen Haldern Scheune im saftig grünen Garten der Bar.

Dann war die Zeit für die Tschechin Sara alias Never Sol gekommen, die zusammen mit ihrem Bassisten dreampoppig-ätherische Klänge in den überfüllten Raum aufsteigen ließ. Die schmale Sängerin hatte eine hübsche Stimme, aber richtige Begeisterung kam bei mir dennoch nicht auf. Den Songs haftete ein variétéhaftes Parfum an, der Tiefgang der Cocteau Twins wurde nicht erreicht und so catchy wie Beach House klangen die Stücke von Never Sol auch nicht. Das Set dauerte ziemlich lange, hatte ein paar schöne Momente, konnte aber nicht restlos überzeugen. Eigentlich schade, denn die positive Beschreibung in dem Progammheft "Datt Blatt" hatte mich sehr hellhörig werden lassen.

Schade auch, daß ich das Konzert des Pianisten Carlos Cipa im Keusgen Tonstudio verpasste, weil auf der Hauptbühne die Schwedinnen First Aid Kit auftraten. Die beiden sich eigentlich nicht sonderlich ähnlich sehenden Schwestern hatten umwerfende Kleider an, sangen herzallerliebst im harmonischen Gleichklang und wurden zu King of The World sogar von ihrem Fan und Förderer Conor Oberst begleitet. Der ex-Bright Eyes Sänger kam spontan und ohne Vorankündigung bei Lied drei mit schwarzem Hut und dunkler Sonnenbrille hinzu und ließ die Herzen der weiblichen Fans höher schlagen. Vorher waren eher die Männer auf ihre Kosten gekommen, denn süßer als Klara und Johanna geht ja fast gar nicht. Die Skandinavierinnen haben in diesem Jahr ihr neues drittes, in Omaha produziertes Album Stay Gold herausgegeben, spielten natürlich davon so einige gelungen Stücke (Waitress Song, My Silver Lining), begeisterten aber vor allem durch ihren Hit Emmylou. Von First Aid Kit werden wir in den kommenden Jahren noch viel hören, sie gehören inzwischen zum Folk-Establishment inklusive Major Label Deal, zahllosen Mode-Shootings, berühmten Fans und (relativ) hohen Gagen. Glücklicherweise hatte man aber den Eindruck, daß die Spielfreude darunter nicht leidet, man merkte den Mädels an, daß sie sich gut amüsierten.

Eher beschaulich und melancholisch ging es dann bei der britischen Pianistin Poppy Ackroyd zu. Im stickigen und heillos überlaufenen Tonstudio Keusgen klimperte sie die Fans windelweich und betörte mit ihrer Virtuosität und ihrer Natürlichkeit. Diejenigen, die drinnen einen Sitzplatz ergattert hatten, kamen hinterher schweißgebadet und fast ohnmächtig heraus, die anderen, die die Musik nur im Flur hörten, waren trockener, hatten die Musikerin aber nicht zu Gesicht bekommen. 


Ich gehörte zur zweiten Kategorie und bescloß deshalb zu der nachfolgenden Samantha Crain frühzeitig ein Plätzchen drinnen zu ergattern, selbst wenn das Thermometer dort sicherlich 40 Grad angezeigt haben dürfte. Ich wollte die Amerikanerin eben aus der Nähe sehen. Samantha entpuppte sich als äußerst liebenswürdige und natürliche Person, die schnell die Herzen der Halderner gewann. Sie war höchstwahrscheinlich nicht größer als 1,45 m, allerdings mit einer guten Folk/Country-Stimme gesegnet. Dennoch konnte sie mich nicht wirklich in ihren Bann ziehen, denn ihre Stücke klangen mir eine Spur zu traditionell, zu wenig innovativ und konnten nie die Tiefe von jungen Talenten in diesem Bereich wie Angel Olsen oder Tiny Ruins erreichen. Deshalb verließ ich nach 4 Liedern das schwüle Tonstudio und wanderte Richtung Hauptbühe, wo Fink ein solides aber nicht wirklich packendes Follrock Set bot. Auch Hozier im Spiegelzelt war nicht 100 % meine Musik. Das klang mir zu bluesig, jazzig, obwohl der Ire wirklich eine gute Stimme hatte.
Wesentlich besser wurde es aus meiner Sicht aber mit meinem Liebling Conor Oberst, der um 9 Uhr 20 auf der Hauptbühne zu Werke ging. Unterstützt wurde er teilweise von den beiden First Aid Kit, die sich umgezogen hatten und neue wunderschöne Kleider zur Show trugen. Conor war gläzend aufgelegt, agierte durckvoll und dynamisch und rockte mehr als er folkte. Natürlich kamen auch Stücke von Bright Eyes zum Vortrage so der Old Folk Song, der Soul Singer in A Session band oder das grandiose Lua, großartig gesanglich unterstützt von den Söderberg Schwestern. Es war ein einstündiges Feuerwerk hervorragender Folkrockmusik, bei dem Conor von den Musikern von Dawes perfekt begleitet wurde. Alle waren in ausgezeichneter Spiellaune, der Bassist von Daws war die coolste Sau weit und breit (wie der seinen Bass immer nach oben hielt, köstlich !) und der Schlagzeuger sah mit seinen Locken (Dauerwellen ??) zum Schießen aus! Zum großen Finale am Ende hüfte Conor immer wieder auf die Drums und lieferte sich mit dem Schlagzeuger ein packendes Duell. Die Mädels von First Aid Kit kamen aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Einige behaupten hinterher, daß Oberst sicherlich in die Söderberg Schwestern verknallt sei, was man verstehen könnte....

Verknallt waren vor allem auch die älteren Semester im Publikum in die New Yorker Poetin Patti Smith. Fast 70 Jahre alt, ein wenig ergraut, aber immer noch mit knarzig guter Stimme sang sie sich Mütze tragend am Ende regelrecht in einen Rausch. Das Set startete eher beschaulich, aber am Ende wurden mit alten Hits wie Gloria, Because The Night oder Horses rotzige Nummern herausgehauen, bei denen man merkte, warum Patti so viele Sängerinnen in der neuen Art Punk und Folkszene beeinflusst hat. Sie hat halt eben ein wahnsinniges Charisma, auch wenn sie nie die Hübscheste war. Aber eben das macht Mut, denn wer will schon dauerhaft singende Models ohne Ausstrahlung auf der Bühne sehen, die seichte Liedchen trällern? Nein, Patti Smith hat was Erdiges, was Wahrhaftes, was Authentisches, das einen so richtig berührt. Schönheit kommt bei ihr von innen. Sie macht sich Gedanken über die Welt, rezitierte mit ausgebreiteten Armen immer wieder Gedichte zwischen den Songs, performte zusammen mit ihrern ausgezeichneten Band Perfect Day nach Lou Reed und brachte junge und ältere Besucher zusammen. Mag sein, daß Leute jenseits der Vierzig mehr mit der Ikone anfangen konnten, aber ich bin sicher, daß sie an diesem Tag in Haldern auch viele junge Neufans hinzugewonnen hat. Am Ende kam noch Grant Hart mit hinzu und dann wurde minutenlang gerockt, bevor nach etwa 90 Minuten der Vorhang fiel. Ein glänzender Auftritt, der bewies, daß man auch im fortgeschritten Alter noch ausgezeichnet performen kann, wenn wie bei Patti Smith das Herzblut und das Feuer noch intakt sind. Für die Kohle tut sie sich das sicherlich nicht an.

Nach Patti Smith kam dann gelich schon das nächste Highlight und zwar im Spiegelzelt: der Amerikaner Mark Kozelek aka Sun Kil Moon spielte dort mitsamt Bands ganz dezent, aber ganz groß auf. Der etwas beleibte Bursche hat eine solch fantastische Stimme, daß Gänsehautbildungen auf Armen und im Nacken nicht ausbleiben konnten. Am Ende sang er textlich von dem Moment als er seinen Vater hat weinen sehen, da musste ich ganz schwer schlucken. Er beeindruckte aber nicht nur zum Schluß, sondern von Anfang bis Ende, denn alles klang wahnsinnig erlesen, ausgewogen, hochklassig. Musik für Kenner und Feinhörer, die mehr auf gute Texte und starke Arrangements als auf Rockstarposen und Show geben. Unverschämt, daß ein paar Leute im Spiegelzelt zu der oft recht leisen Musik laut plauderten, Palzverweise wären hier mehr als angebracht gewesen. Wer sich davon nicht stören ließ, genoß melancholische Stücke und ließ Tränchen in seinen Bierbecher kullern. Ich hätte dem Ex- Red House Painters Sänger jedenfalls noch stundenlang zuhören können, aber kurz vor Mitternacht war leider Schluß.

Für mich persönlich aber noch nicht ganz, denn das Festival ging für mich erst mit den Schweden Wintergatan zu Ende. Ein krönender Abschluß denn die vielköpfigen Schweden euphorisierten mit ihrer vielschichtigen und abwechslungsreichen Instrumentalmusik sogar die Leute, die wie ich das Konzert draußen auf der Leinwand verfolgten. Da wurde getanzt, gelacht und mitgefeiert wie selten bei diesem Festival. Ein fulminanter Auftritt, bei dem teilweise sehr kuriose Instrumente zum Einsatz kamen. Eigentlich wurde instrumententechnisch fast alles aufgeboten was es gibt, eine Harfe hatte genauso ihren Platz wie analoge Synthesizer, ein Theremin, ein Xylophon, Schreibmaschinen, Gitarren, Melodica und so weiter und so fort. Langeweile kam so nie auf, das Set war höchst abwechslungsreich und stimmungsvoll. Mal fühlte man sich an die feierliche Melancholie von Sigur Ros erinnert, dann wieder an die Postrocker von Explosions In The Sky, oder aber auch an Filmmusik und Klassik. Sanfte, elektrische und rockige Passagen hielten sich die Waage und am Ende stürzten sich alle auf den Merch Stand, um die CD, die Vinylplatte oder auch nur ein Poster zu ergattern. Da wurde unglaublich viel umgesetzt und es standen sogar noch Leute am Verkaufsstand an, als der Soulsänger Kwabs schon mit seinem Set begann.

Soulmusik ist aber so gar nicht mein Fall und so konnte ich mit Kwabs genauso wenig anfangen wie mit Bernhoft (der war leider richtig scheußlich), Lee Fields & The Expressions oder Benjamin Clementine. Machte aber gar nichts, schließlich müssen bei Festivals Fans verschiedenster Musikstile auf ihre Kosten kommen und jeder pickt sich eben seine Rosinen individuell heraus.
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Unter dem Strich habe ich dann auch wieder deutlich mehr Perlen gefunden, als in faule Eier gebissen und ich verließ gegen 12 Uhr den Zeltplatz und Haldern. Bis nächstes Jahr Freunde ! Super wie immer wars!



Montag, 11. Februar 2013

Conor Oberst, Paris, 02.02.13

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Konzert: Conor Oberst (Simon Felice)
Ort: Le Café de la Danse, Paris
Datum: 02.02.2013
Zuschauer: etwa 550, ausverkauft
Konzertdauer: fast 2 Stunden nur Conor



Conor Oberst bzw. Bright Eyes war wichtig in meiner späten musikalischen Sozialisierung. Nachdem ich in der ersten Phase mit Bands wie Kraftwerk, New Order, den Pet Shop Boys, aber auch solch unsäglichen Dingen wie Italo Disco und kommerziellem Spät-New Wave großgeworden- und mit etwa 16   in meiner Indiedisco auf Gruppen wie die Ramones, Violet Femmes, und The Clash gestoßen bin, gab es etwa 2004/2005 eine neue wichtige Phase. Post Punk und New Wave feierten mit Acts wie Interpol, Franz Ferdinand und Bloc Party ein Revival und auch Folk Music kam zurück. Die wichtigsten Player in jener Zeit u.a.: Devandra Banhart ("der Diwäntra ist was ganz Besonderes", wie Karl Lagerfeld immer sagt), Joanna Newsom, Elliot Smith und... Bright Eyes.

Folk habe ich als Kind und als Jugendlicher gehasst, das war was für meine ältere Schwester. Die war damals nämlich in der Friedensbewegung aktiv, ist auf Demos gegangen und fand die Grünen toll. Allein den Look dieser Ökos fand ich schlimm und die peacige Musik erst recht.


Das hat sich Anfang der 2000 er Jahre grundlegend geändert. Angewidert von meinem drögen Jurastudium und den meisten meiner abstoßend  fleißigen und konservativen Kommilitonen (aus dieser Zeit stammt wohl meine Babor Jacken Phobie), fand ich plötzlich gefallen an den Hippies und ihrer Musik. Sandy Denny hat mich mit ihrer wahnsinnig traurigen Stimme fasziniert und auch der tiefmelancholische Nick Drake. Aber das waren eben klassische Vertreter des Genres, nun brauchte es neue Identifikationspersonen. Die fand ich in Elliott Smith, dessen posthum erschienenes Album From A Basement On The Hill ich rauf und runter hörte und eben Bright Eyes mit seinem genialen Doppelschlag I'm Wide Awake, It's Morning und Digital Ash In A Digital Urn. Die beiden Scheiben halfen mir wirklich aus einer schweren persönlichen und gesundheitlichen Krise heraus, waren Licht am Ende des Tunnels. Was gab es da nicht für Hits drauf! Lua, We Are Nowhere And It's Now, First Day Of My Life, Take It Easy (Love Nothing), Easy/Lucky/Free, göttlich. Die weinerliche Stimme, aber auch das feine Händchen für packende Melodien von Conor hatten es mir total angetan. Der riesige Hype in deutschen Musikmagazinen störte mich nicht weiter, er war eben auch gerechtfertigt. 2005 dann mein erstes Liveerlebnis, das ebenfalls sehr positiv ausfiel. Beim Festival im französischen Belfort folgte gleich Konzert Nummer zwei und erneute Begeisterung.

 

In der Folge sah ich Conor noch mehrfach und erlebte nie ein schlechtes Konzert. Allerdings fiel immer stärker auf, daß er zuviel trank und deshalb zu gewissen Formschwankungen neigte. Jedes Jahr verebbte die Euphorie von 2004/2005 ein wenig mehr und auch die folgenden Alben rissen, wenngleich sie alle sehr odentlich ausfielen, mich nicht mehr ganz so vom Hocker wie damals.

2011 dann das letzte Konzert von Bright Eyes, das mir in guter, aber nicht absolut euphorischer Erinnerung geblieben ist.  

Tja und dann haut Conor, nun unter seinem eigenen Namen startend (und auch ohne die Mystic Valley Band), so einen gewaltigen Hammer raus! Ich kam zwar viel zu spät im Café de la Danse an, war aber augenblicklich elektrisiert. Da war Schwung drin! Da war Feuer drin! Die Melodien sprudelten nur so heraus und Conor sang ganz ausgezeichnet und voller Inbrunst. Wahnsinnig beherzt griff er in die Saiten seiner Akustischen, hatte auch gute Musiker mit auf der Bühne, die ihn hervorragend unterstützten. At The Bottom Of Everything war ein Knaller!

Zu blöd jedoch, daß ich schon Perlen wie First Day und Lenders In The Temple verpasst hatte, aber ich konnte ja auch nichts dafür, daß sie hier schon mit dem Hauptact um 20 Uhr 20 begonnen hatten. 


Zum Trost sah die Blondine neben mir scharf aus. Hatte mich irgendwie schon immer gewundert, daß Conor so eine Anziehungskraft auf die Mädchen ausübt, aber irgendwas an ihm muss die Frauen heiß machen. Seine viel zu lang gewordenen Haare sind es sicherlich nicht. Wahrscheinlich eher die Augen, seinem treuen Dackelblick kann man einfach nur schwer widerstehen. Sei's drum, wenn der Frauenanteil den Männeranteil bei Konzerten übersteigt, ist mir das immer genehm.


Kurze Zeit später wurde bei Lua auch der Frauenanteil auf der Bühne erhöht. Die Geigerin Simi Stone war alles andere als eine Quotenfrau, wenngleich mir ihre Stimme nur recht gut (Note 2-), aber nicht überragend gut gefiel. Die Blondine von den Mynabirds, die auf der letzten Tour von Bright Eyes Keyboard gespielt hatte, wäre mir gesanglich lieber gewesen, aber eine tolle Ausstrahlung hatte sie, diese Simi. Conor immer fest im Blick, zwitscherte sie solo einige Zeilen von Lua und später auch noch bei ein paar anderen Liedern mit. Die Luft brannte zwischen den beiden, wenn man das mal so flach ausdrücken darf.


Noch ein wenig später stieß dann auch bei Make War Simon Felice, der in meiner Abwesenheit das Vorprogramm bestritten hatte, mit hinzu. Ein cooler Typ, der sich auch für unwiderstehlich hielt, mit seinem herben Cowboy Gesang aber auch unter Beweis stellte, daß er ein Guter ist. Ohnehin seltsam, daß seine in den US of A so hochgelobte Band The Felice Brothers nie in Paris aufgetreten ist.


 


Aber zurück zu Conor. Der erzähte von den Freuden des Elternwerdens, obwohl er diese Erfahrung nie selbst gemacht hat und trug auch einen Song zu diesem Thema vor, You Are Your Mothers Child. Ein einfühlsames, sehr reduziertes Stück, das aber nicht mein absoluter Liebling im Set war. Das waren eher Shell Games- ("here it comes that heavy love"), natürlich Lua mit dem entzückenden Violinenspiel von Simi, die mitreißende Mitsingnummer Laura Laurent und das sphärische An Attempt To Tip, das fast ein wenig postrockig und nur wenig folkig klang. Conor ist eben auf keine bestimmten Stil festgelegt und bekannte auch, daß er Folkmusik bis zu seinem 20 Lebensjahr für doof ("stupid") gehalten habe, fügte jedoch trocken hinzu: "well, there is some good stuff." Dann grinste er und schmetterte mit Simi und Simon Felice ("two lovely creatures" wie er die beiden immer nannte) Make War, bevor mit Waste Of Paint dann leider Schluss war und ein ganz herausragendes Konzert beendet wurde.






 
Conor ließ sich später noch oben an der Bar blicken, unterhielt sich ganz relaxt mit den Fans, nahm die Leute (nicht nur die Frauen, auch mich!) in den Arm und ließ sich bereitwillig abknipsen.

Mit einem super Gefühl im Bach machte ich mich dann auf den Weg zur Metro und pfiff Lua vor mich hin: "Cause what is so simple in the moonlight by the morning never is"...

Setlist Conor Oberst, Café de la Danse, Paris:

01: The Big Picture
02: First Day Of My Life
03: Arienette
04: Cape Canaveral
05: Going For The Gold
06: Lenders In The Temple
07: Classic Cars
08: Ladder Song
09: Night At Lake Unknown
10: At The Bottom Of Everything
11: White Shoes
12: You Are Your Mother's Cild
13: Shell Games
14: Lua
15: Map Of The World (Monsters Of Folk)
16: Laura Laurent
17: Breezy

18: An Attempt To Tip
19: Make War
20: Waste Of Paint



Sonntag, 14. September 2008

Conor Oberst and The Mystic Valley Band, Paris, 13.09.08

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Konzert: Conor Oberst and The Mystic Valley Band
Ort: Le Nouveau Casino, Paris
Datum: 13.09.2008
Zuschauer: ich hatte nicht den Eindruck, dass es ausverkauft war
Konzertdauer: fast 90 Minuten, aber besser als ein Fußballspiel




Vom Band pluckert Reggae-Musik. Erinnerungen an meinen Jamaica-Urlaub werden wach, als einen die Taxifahrer mit Bob Marley (im besten Fall) oder mit saulaut aufgedrehtem Raggamuffin (wenn man Pech hatte) beschallten, sobald man in ihren kleinen alten Ladas Platz genommen hatte, um zum nächsten Strand kutschiert zu werden.

Allerdings befinde ich mich hier nicht in Kingston, sondern in Paris. Genauer gesagt im Nouveau Casino, einem schönen kleinen Club im hippen Oberkampfviertel. Eigentlich hatte ich um diese Uhrzeit (20 Uhr 30) keine Musik aus der Konserve erwartet, sondern Livebeschallung von Sky Larkin. Die sind aber schon verschwunden und man sieht nur noch eifrige Helfer auf der Bühne, die die Umbauarbeiten verrichten. Vielleicht gab es noch eine zweite Vorgruppe, wer weiß? Habe ich alles schon erlebt! Ich wende mich ratsuchend an den Tontechniker, der - ungewöhnlich für das Nouveau Casino- im unteren Teil des Raumes seine Dienste verrichtet und so recht viel Platz für die anderen Konzertgänger blockiert. Er versteht mich nicht, spricht kein französisch. Ich versuch's auf englisch und bekomme die Auskunft: "Conor Oberst is next"!

Dann fange ich halt eben sofort mit dem Hauptgericht an! Ich muss ja nicht immer vorher noch eine Suppe oder einen Salat essen, bevor ich den knusprigen Braten verzehre...

Pünktlich um 21 Uhr gehen die Kerzen der Kronleuchter aus und die Bühne wird in sehr hübsches Licht getaucht. Es wird im Laufe des Abends herrliche Grüntöne geben, aber auch rotes - und rosafarbenes Licht.

Der Auftakt ist wunderbar schmissig! Mit viel Schwung schmettern Conor und seine Jungs (ich habe neben dem Chef fünf weitere Musiker gezählt) das melodieseelige Country-Stück Moab und setzen auch textlich erste Highlights: "There is nothing that the road cannot heal"...

Toll, Roadmovies habe ich schon immer geliebt! Und der Kaktus, der die Atmosphäre noch in Köln unterstrich, fehlt mir in Paris nicht die Spur. In der Spur bleiben in der Folge aber die Musiker, nach dem herrlich relaxten Sausalito gibt es mit Get-Well-Cards einen weiteren Knüller. "I want to be your bootlegger", singt Conor und die musikalische Nähe zu Bob Dylan ist bei diesem (und ein paar anderen) Song (s) nicht zu leugnen. Mister Oberst beschränkt sich aber nicht auf das Kopieren klassischer Country-und Folkmusiker. Der Sound, den er kreiert (ob mit Bright Eyes oder hier der Mystic Valley Band), klingt gleichzeitig traditionell und modern. Countrywurzeln saugt man in Omaha wahrscheinlich schon mit der Muttermilch auf, aber dieses wehleidige Wimmern und Greinen in Conor's Stimme trägt neumodischere Spuren. Irgendwie ist da auch immer ein bißchen Robert "The Cure" Smith und New Wave drin. Das spricht auch junge Leute an, die ansonsten bei Folkkonzerten oft fehlen. Meistens sind diese Konzertabende mit Singer/Songwritern ja so eine Art Treffen für Oberstudienräte und Psychologen mit Birkenstocksandalen, aber wenn der gutaussehende Conor die Gitarre schwingt, lassen sich auch junge attraktive Girlies blicken, die man ansonsten nur bei den Kooks oder den Arctic Monkeys sieht. Eine feine Sache...

Ein paar Biere später (Conor säuft hastig Corona, diese mexikanische Plörre, vielleicht weil ihn das Gesöff an das Land erinnert, in dem dieses Album entstand) kommt mit Cape Canaveral die erste Ballade. Das zauberhafte Stück lässt mich kurzzeitig von einer heißen Wüste träumen und lenkt mich davon ab, dass es in Paris nur noch knapp 20 Grad warm ist.

Im Nouveau Casino ist es aber dennoch stickig, schwitzende Leiber stehen dicht an dicht und können sich kaum rühren. Vielleicht ist deshalb der Applaus nach den Liedern recht verhalten, euphorische Stimmung sieht anders aus. An Conor und seiner Band liegt es aber nicht, die geben alles und haben auch richtig gute Songs zu bieten. Der junge Mann aus Nebraska ist auch etwas verwundert, dass es so ruhig ist und fragt deshalb gleich zwei mal nach: "Are you doing alright?"

Der Mittelteil des Sets wird gleich in doppelter Hinsicht von You Gotta Reason bestritten, aber mir persönlich hat es eher das Ende angetan. NYC - Gone, Gone klingt wie ein bereits gehörter Klassiker und die Singleauskoppelung Souled Out!!! hat sich auch schon in meine Gehörgänge eingebrannt. Dann noch ein traumhaftes Milk Thistle, das auch wieder mit einem tollen Text aufwartet und nur von Conor und seinem langhaarigen Bassisten gespielt wird und es ist erst einmal Schluss.

Der Zugabenteil ist jedoch üppig gehalten und bietet mit Harry Nilsons Everybody Talkin' und Corina, Corina gleich zwei Klassiker des Folkgenres. Und dann noch ein weiterer Doppelschlag: Lenders In The Temple, vorgetragen von Conor und seinem Keyboarder, ist das anrührendste Stück Musik, das ich seit einer halben Ewigkeit gehört habe (in dem textlich von Alphatieren die Rede ist, aber auch von pinkfarbenen Flamingos, die in einer Mall - also Einkaufsmeile- leben) und I Don't Want To Die (In The Hospital) rüttelt noch einmal so richtig auf.

Conor stellt sich auf die Drums, lässt den Rocker, der in ihm schlummert von der Leine und reisst auch seine Kumples mit, die er dann auch ausführlich vorstellt. Einen seinen Gitarristen mag er anscheinend besonders gerne. Er zieht ihn wie einen kleinen Schuljungen zu sich heran, nimmt ihn in den Schwitzkasten und reisst ihm fast die Birne ab. Die Burschen haben sichtlich Spaß gehabt, das merkt man. Und mit Breezy, das Conor am Piano spielt, ist dann nach 90 vorzüglichen Minuten wirklich Schluss.

Ein paar Mädchen warten hinterher noch vor der Tür auf Conor. Der kommt nach einer halben Ewigkeit herausgeschlurft, gibt aber mit seiner übergestreiften Kapuze zu erkennen, dass er in Ruhe gelassen werde möchte. Verständlich...


Setlist Conor Oberst and The Mystic Valley Band, Nouveau Casino, Paris:

01: Moab
02: Sausalito
03: Get - Well - Cards
04: Central City
05: Danny Callahan
06: Cape Canaveral
07: I Gotta Reason # 1
08: Gentleman's Pact
09: I Gotta Reason # 2
10: Sundown
11: NYC - Gone, Gone
12: Souled Out!!!
13: Milk Thistle

14: Everybody's Talkin (Z)
15: Corina, Corina (Z)
16: Lenders In The Temple
17: I Don't Want To Die (In The Hospital)
18: Breezy

Fotos von Conor Oberst und seiner Mystic Valley Band hier




Freitag, 12. September 2008

Conor Oberst and the Mystic Valley Band (& Sky Larkin), Köln, 11.09.08

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Konzert: Conor Oberst and the Mystic Valley Band (& Sky Larkin)

Ort: Gloria, Köln
Datum: 11.09.2008
Zuschauer: ca. 800
Dauer: Conor Oberst ca. 100 min, Sky Larkin gut 30 min


Mit Conor Oberst ist das bei mir so eine Sache. Ich komme mir immer wie ein schrecklicher Banause vor, daß ich die diversen Projekte des Amerikaners nicht hoch und runter höre und mich kaum einmal mit ihm beschäftige. Bright Eyes hatte ich einmal gesehen, als Conors Band in Wiesbaden auftrat. Das Konzert war eine bombastische Show, das mich beeindruckt aber nicht begeistert hatte. Mein Zögern, ob ich denn jetzt hingehen sollte oder nicht, beseitigte letztendlich meine chronische Neugierde, der Ort des Konzerts - das wundervolle Gloria - und die Vorgruppe Sky Larkin.

Neugierde und Gloria kannte ich gut, Sky Larkin noch nicht. Obwohl der Bandname schon eine ganze Weile im
Raum rumschwirrt, war die Gruppe aus Leeds bislang für mich viel abstrakter als viele andere in irgendeiner Form gehypte Bands. Die wenigen Lieder, die ich kenne, sind allesamt toll. Aber sie stammen aus einer ganz anderen musikalischen Ecke als die Hauptgruppe. Ich habe keine Ahnung, wo da der gemeinsame Nenner liegt, das war aber auch egal, denn ich freute mich irre darauf, die drei Engländer einmal zu erleben (das ist allerdings eine ziemliche Untertreibung, denn ich werde Sky Larkin noch ein paar mal dieses Jahr sehen, u.a. als Support für ihre befreundete Band Los Campesinos!).

Das Gloria war schon um acht proppenvoll. Zu diesem
Zeitpunkt sollte es losgehen. Ich hatte es gerade so geschafft, rechtzeitig da zu sein, mußte dann aber noch bis Viertel nach acht warten, bis Teil eins des Abends begann.

Sky Larkin stammen aus Leeds und bestehen aus drei Musikern, Sängerin und Gitarristin Katie Harkin, Bassist Douglas Adams und Schlagzeuger Nestor Matthews. Auf Pressefotos tragen die drei gerne sehr bunte Kleidung, im Gloria sahen sie wenig spektakulär aus.

Das erste Stück war keines von denen, die ich kannte. Den Liednamen Summit hatte ich nur einmal aufgeschnappt. Sky Larkin haben im Frühjahr diesen Jahres mit dem
Sleater-Kinney Produzenten John Goodmanson in Seattle ihr Debütalbum aufgenommen. Das ist sicher kein Zufall, denn die 2006 aufgelöste amerikanische Band ist eine von denen, die man für Vergleiche heranführen kann. Andere Referenzen sind die gute Phase von Siouxsie and the Banshees aber auch Bands aus ihrer Heimat Leeds. Auf einem Dance To The Radio Album, auf dem die deutsche Leeds-Band The Taste vertreten war, hatte ich auch erstmals ein Lied von Sky Larkin gehört. Mittlerweile sind Katie, Nestor und Doug bei Wichita unter Vertrag und veröffentlichen da Anfang 2009 ihr Album.

Was soll ich sagen, der Auftritt der Engländer hat mich umgehauen. Genau so klingen potentielle Lieblingsbands. Umgehauen hätte es aber auch Sängerin Katie fast. Sie beklagte sich nach dem ersten Stück nämlich darüber, daß das Mikro Stromschläge verteile - "It's not funny, I don't want to die!", um dann nach dem nächsten (mir auch wieder neuen) Lied zu ergänzen: "At least I have fun!"

Nach einen sehr kurzen dritten Stück (Pica) folgte mein Liebling Antibodies. Was für ein Knüller! Das honorierten auch die Zuschauer, obwohl die Musik so fundamental anders als die von Conor ist. Es wurde viel und laut geklatscht, ganz anders als oft bei guten aber ignorierten Vorgruppen. Nach Antibodies folgte die erste Single von 2007 One of two, natürlich auch ein Hit, ebenso wie das folgende (und fabelhafte) Matador, das ich nicht kannte, dessen Anfang aber nach irgendetwas sehr Vertrautem klang, ich habe nur keine Ahnung wonach. Molten, die andere Dance To The Radio Single von 2007, die kommende Veröffentlichung Fossil, I und Beeline beendeten den irreguten Auftritt nach einer guten halben Stunde. Das hatte sich sehr gelohnt!*

Setlist Sky Larkin, Gloria, Köln:

01: Summit
02: Octopus
03: Pica
04: Antibodies
05: One of two
06: Matador
07: Molten
08: Fossil, I
09: Beeline

Und anschließend wurde umgebaut. Ich hatte keine rechte Vorstellung, wie groß so eine "Mystic Valley Band" sein würde, in Wiesbaden, als Bright Eyes firmierend, hatte Conor offenbar jeden brauchbaren Musiker aus Nebraska mitgebracht. Diesmal sah es nach vielen Gitarren und keinem Schnickschnack wie Streichern aus, was da an Technik, Kabeln und Krams aufgebaut wurde. Einzig ein 1,60 m großer Kaktus verlieh der leeren Bühne Extravaganz. Der Kaktus stand dann aber nicht bloß zur Deko sondern quasi als Motto neben dem Schlagzeug: Heute gibt es Lieder über Amerika, über lange Autofahrten auf nicht enden wollenden Highways mit vielen Kakteen.

Und dann kamen Conor und fünf Mystic Valley Bandmitglieder und stellten sich bis auf den Schlagzeuger in einer Reihe auf. Neben Conor bestand die Besetzung aus zwei weiteren Gitarristen, einem Bassisten, einem
Keyboarder und dem Schlagzeuger. Hatten sich Sky Larkin noch mit einem "Cheers" verabschiedet, begrüßte uns Conor mit "God bless you!"

Das erste Stück des Sets war gleich ein Höhepunkt. Moab ist eine echte Hymne, deren Refrain There's nothing that the road cannot heal gleich zu Beginn das Motiv des durch
Amerika Reisens verdeutlichte. Schade nur, daß zumindest am Anfang der Sound vor allem des Gesangs mies war. Ob das am Schock-Mikro lag, weiß ich nicht, Conors Stimme klang zumindest unverdient flach. Nach und nach wurde das besser, brillant hatten die Techniker den Ton aber leider nicht hinbekommen.

Mit Eagle on a pole habe er an einem Songwriter Wettbewerb teilgenommen - und sei Zweiter geworden, nein Dritter, verbesserte er sich. Conors Ansagen waren ganz
herrlich, denn beim Reden unterscheidet der Amerikaner offenbar keine Tonhöhen, alles plätscherte so dahin. Mich erinnerte das fast ein wenig an die grandioseste Ansage-Band, die ich je gehört habe, an Malajube. Von den Kanadiern existiert ein Konzertmitschnitt aus Chicago, auf dem Sänger Julien die besten eintönigen Ansagen der Welt macht ("noussommesma'jubefromcanade"). Juliens Nachfrage nach den Sportteams der Stadt ist das komischste, was ich je an Ansagen gehört habe. Im Gegensatz zu Malajube hatte sich Conor aber auf Köln vorbereitet. Eines der ersten Lieder widmete er nämlich (wenn ich es richtig verstanden habe) dem versuchten Selbstmörder vom Dom. Als keine Reaktionen kamen fragte er nach. "Der Dom, diese riesige Kathedrale, diese schwarze Kirche, da die Straße runter..." Aber entweder hatte niemand diese Geschichte mitbekommen (hier nachzulesen), oder er nuschelte zu stark oder was auch immer. Ich fand es spektakulär, daß jemand sich zumindest die Geschichten gemerkt hat, die ihm jemand über die Auftrittsstadt erzählt. Pluspunkt Conor!

Ein weiterer Glanzpunkt folgte mit Cape Canaveral. Die Getragenheit und Ruhe des
Stücks war beeindruckend. Schlagzeuger Jason berührte dabei seine Trommeln nur ganz spärlich. Im Gegensatz dazu kamen aber auch immer wieder rockige Lieder, zum Beispiel Central City, das einer der anderen Gitarristen, ich glaube Taylor, sang.

Vor dem anschließenden
I gotta reason #1 saß Conor Oberst zunächst am Bühnenrand, als gehörte er gar nicht richtig dazu, während seine Mystic Valley Band spielte. Der Name der Gruppe stammt übrigens vom Ort der Plattenaufnahmen, einem Haus namens Valle Místico in Tepoztlán in Mexiko. Jedenfalls quiekte plötzlich bei I gotta reason #1 eine Frau neben mir plötzlich los, als der Schlagzeuger einen Gesangspart hatte. Ich stand neben einer Musikerfrau, wie aufregend! Es war vollkommen niedlich, wie sie sich jedesmal freute, wenn er erwähnt wurde, wenn er sang oder sonst etwas passierte!

Lustig war auch Gitarrist Taylor. Er schüttelte nämlich ununterbrochen den Kopf, als habe er Nackenschmerzen, allerdings im Takt!

Lenders in the temple bestritten nur Conor und Keyboarder Nate. Mich riß der Song aber nicht vom Hocker.

Erwähnenswert war das folgende
I gotta reason #2, ein neues Lied laut Conor, mir sagte es nichts, ich bin aber ja auch kein Experte, in dem von Kirchenglocken, die wie Handymelodien klingen, die Rede ist. Auffällig aber nicht unbedingt toll fand ich NYC - gone, gone, das einen amerikanisch-patriotischen Rhythmus hat und sehr kurz ist.

Nach einer guten Stunde standen dann nur noch Conor und Bassist Thomas auf der Bühne und spielten Milk Thistle in einer sicher zehnminütigen Version! Es hörte gar nicht mehr auf (tat es natürlich doch, es sollten schließlich noch einige Zugaben folgen).

Bei der ersten der Zugaben fehlte der Frontmann noch. Einer der Gitarristen sang.
Erst zum Cover des Harry Nilsson Lieds Everybody's talkin' erschien der Sänger zurück. Anfangs war seine Rolle dabei aber Begleittanz, erst am Ende des Lieds sang er wieder. Ein weiteres geliehenes Lied folgte mit dem Klassiker Corrina, Corrina.

Danach, wir näherten uns elf Uhr und dem Konzertende, stellte der sehr kleine Sänger seine Band vor. "Ihr müsst nicht bei jedem Namen klatschen! Das ist ein freies Land. Klatscht nicht, weil ich das sage!" Aus dem Augenwinkel sah ich die Verzückung der Schlagzeugerfreundin, als Jason aufgerufen wurde.

Mein Favorit des Abends war das vorletzte Stück
I don't want to die (in the hospital). Ich glaube nicht, daß das ein Kritikerliebling ist, war aber selbst hin und weg vom Refrain und dem Mitsingpotential!

Am Keyboard beendete dann Conor mit
Breezy den Abend nach gut 100 Minuten. So richtig übergesprungen ist der Funke bei mir wieder nicht. Viele Lieder gefielen mir sehr gut, vor allem die, die nicht zu rockig, bluesig oder staubtrocken waren. Aber das Besondere geht mir bei der Musik ab, vermutlich ist mein Musikgeschmack dafür zu einfach gestrickt. Es ist keine Liebe...

Setlist Conor Oberst, Gloria, Köln:

01: Moab
02: Eagle on a pole
03: Sausalito
04: Get-well-cards
05: Cape Canaveral
06: Central City
07: I gotta reason #1
08: Danny Callahan
09: Lenders in the temple
10: I gotta reason #2
11: NYC - gone, gone
12: Souled out !!!
13: Milk thistle

14: In the middle/sundown (?) (Z)
15: Everybody's talkin (Harry Nilsson Cover) (Z)
16: Corrina, Corrina (Z)
17: I don't want to die (in the hospital) (Z)
18: Breezy (Z)

Links:

- Bright Eyes in Wiesbaden
- und in Paris
- mehr Fotos

* Oliver: Ich habe mich kurzgefasst bei der Vorgruppe! Habe es zumindest versucht...





 

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